Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik AC-Anteil in konventionellen Ladegeräten reduzieren?


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von Ronny S. (loetwolf)


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Gibt es eine einfache und gleichzeitig effektive Möglichkeit, den immer 
wieder festzustellenden Wechselspannungsanteil konventioneller (älterer) 
Ladegeräte so zu minimieren, dass er kaum bis gar nicht mehr in 
Erscheinung tritt?

Habe z.B. gerade ein altes VARTA-Ladegerät für 6 Volt hier, welches 6,9 
VDC und 14,8 VAC abgibt.

Bringt der Tausch der 4 Gleichrichterdioden 1N4002 etwas; wenn man sie 
z.B. gegen schnellere UFs ersetzt? Oder ist das zu einfach gedacht?

Woher kommt der AC-Anteil, wo er doch eigentlich durch die 
Gleichrichtung nicht da sein dürfte?

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Ronny S. schrieb:
> Habe z.B. gerade ein altes VARTA-Ladegerät für 6 Volt hier, welches 6,9
> VDC und 14,8 VAC abgibt.

Ich halte das für einen Messfehler.

Generell ist ein gewisser AC Anteil nicht grundsätzlich schlecht, oft 
sogar beabsichtigt.

von MaWin (Gast)


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So bald ein Akku angeschlossen wird, ist der AC Anteil (Ripplespannung) 
quasi 0 (Innenwiderstand vom Akku).

Allerdings entsteht ein welliger Ladestrom.
Dazu sagen Viele, das wäre gut für den Akku.
Freue dich also.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Ronny S. schrieb:
> Bringt der Tausch der 4 Gleichrichterdioden 1N4002 etwas; wenn man sie
> z.B. gegen schnellere UFs ersetzt?

Null.

Ronny S. schrieb:
> Woher kommt der AC-Anteil, wo er doch eigentlich durch die
> Gleichrichtung nicht da sein dürfte?

So ein Gleichrichter hat keinerlei Siebeigenschaften sondern klappt, 
wenn es ein Brückengleichrichter ist, nur die untere Hälfte des Sinus 
nach oben.
https://www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/1807181.htm

Das sollte es klären. Wenn man nun noch einen Siebkondensator hinzufügt, 
lädt sich der ohne Belastung auf die Scheitelspannung auf, du wirst dann 
leicht mal 9V oder so am Ausgang messen.

: Bearbeitet durch User
von Ronny S. (loetwolf)


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... ich wollte nicht wissen, ob ein AC-Anteil gut oder schlecht für den 
Akku ist, sondern die Frage war, wie er mit einfachen Mitteln verringert 
werden kann.

von hinz (Gast)


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Ronny S. schrieb:
> ... ich wollte nicht wissen, ob ein AC-Anteil gut oder schlecht
> für den
> Akku ist, sondern die Frage war, wie er mit einfachen Mitteln verringert
> werden kann.

Dicke Drossel.

von Kevin M. (arduinolover)


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Ronny S. schrieb:
> 14,8 VAC abgibt.

Wie hast du das gemessen?

von Ronny S. (loetwolf)


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@Matthias S.
Der AC-Anteil ist also nur im Leerlauf (ohne angeklemmten zu ladenden 
Akku) messbar vorhanden? Wird er im Akku dann vernichtet?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Ronny S. schrieb:
> Wird er im Akku dann vernichtet?

Nö, er wird gespeichert. Wie ein Kondensator wirkt auch der Akku. Der 
siebt den AC Anteil weg, was du auch auf deinem Messgerät sehen wirst.

von Ronny S. (loetwolf)


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@Kevin M.
Gemessen mit normalem Multimeter im AC-Modus ... am Ausgang der 
Ladeklemmen bei Leerlauf.

Ist das falsch?

von Ronny S. (loetwolf)


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@Matthias S.
Was würde passieren, wenn man trotzdem UF-Dioden anstelle der 1N-Dioden 
einsetzt?

von Flip (Gast)


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Nix

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Ronny S. schrieb:
> am Ausgang der Ladeklemmen bei Leerlauf.
> Ist das falsch?

Das ist falsch, weil der Betrieb ohne Last (Akku) irrelevant ist.

: Bearbeitet durch User
von Ronny S. (loetwolf)


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@Stefan
Aber er ist doch messbar - also da.

von Ronny S. (loetwolf)


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OK ... anders gefragt. Bringt ein größerer Sieb-Elko etwas? (drin ist 
ein 25V 470µF)? Oder ein 2. Sieb-Elko, wie im Kompendium oben 
beschrieben?

von hinz (Gast)


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Ronny S. schrieb:
> @Stefan
> Aber er ist doch messbar - also da.

Nein, das ist nur die Brummspannung.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Ronny S. schrieb:
> Aber er ist doch messbar - also da.

Viele Multimeter können nur reine Gleichspannung und reine 
Wechselspannung mit Sinus Form korrekt messen. Bei anderen Verläufen 
zeigen sie falsche Messwerte an. Davon gehe ich in deinem Fall aus.

Dass da ein gewisser AC Anteil dabei ist, will ich jedoch nicht 
abstreiten, das kann durchaus sein. Und wahrscheinlich ist es gewollt, 
da für einen guten Zweck.

Nach der aktuellen Informationslage versuchst du etwas zu 
verschlechtern, ohne einen guten Grund dafür zu haben. Wir können die 
dazu keine vernünftige Empfehlung geben.

: Bearbeitet durch User
von Ronny S. (loetwolf)


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Gut ... noch eine abschließende Frage dazu.

Was passiert, wenn eine der 4 Gleichrichterdioden grenzwertig arbeitet; 
also z.B. einen deutlich niedrigeren Messwert bei der Diodenprüfung als 
die übrigen hat (normal 570 ... diese hätte nur 350). Oder wenn beim 
Messen von Dioden welche dabei sind, die in Sperrrichtung für einen 
Bruchteil einer Sekunde den Strom durchlassen (kurzes Piepen bevor 
Mess-Überlauf angezeigt wird)?

von hinz (Gast)


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Ronny S. schrieb:
> Gut ... noch eine abschließende Frage dazu.
>
> Was passiert, wenn eine der 4 Gleichrichterdioden grenzwertig arbeitet;
> also z.B. einen deutlich niedrigeren Messwert bei der Diodenprüfung als
> die übrigen hat (normal 570 ... diese hätte nur 350). Oder wenn beim
> Messen von Dioden welche dabei sind, die in Sperrrichtung für einen
> Bruchteil einer Sekunde den Strom durchlassen (kurzes Piepen bevor
> Mess-Überlauf angezeigt wird)?

Oder wenn gar ein rosa Einhorn über die Straße läuft....

von Dergute W. (derguteweka)


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hinz schrieb:
> Oder wenn gar ein rosa Einhorn über die Straße läuft....

... Das wuerde vor Schreck ueber die Diodendaten sicherlich einen 
Regenbogen furzen.

SCNR,
WK

von Jens G. (jensig)


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Ronny S. (loetwolf)

>... ich wollte nicht wissen, ob ein AC-Anteil gut oder schlecht für den
>Akku ist, sondern die Frage war, wie er mit einfachen Mitteln verringert
>werden kann.

Akku anklemmen - dann ist der AC-Anteil spannungsmäßig fast weg. Dafür 
haste aber nu einen strommäßigen AC-Anteil.

>Gut ... noch eine abschließende Frage dazu.

>Was passiert, wenn eine der 4 Gleichrichterdioden grenzwertig arbeitet;
>also z.B. einen deutlich niedrigeren Messwert bei der Diodenprüfung als
>die übrigen hat (normal 570 ... diese hätte nur 350). Oder wenn beim
>Messen von Dioden welche dabei sind, die in Sperrrichtung für einen
>Bruchteil einer Sekunde den Strom durchlassen (kurzes Piepen bevor
>Mess-Überlauf angezeigt wird)?

Dann hast Du für einen Bruchteil einer Sekunde einen Kondensator 
mitgemessen. Und bei der 350-Messung möglicherweise auch irgendwas 
anderes. Also die Dinger aus-/ablöten, und separat messen.

: Bearbeitet durch User
von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Ronny S. schrieb:
> Was passiert, wenn eine der 4 Gleichrichterdioden grenzwertig arbeitet;
> also z.B. einen deutlich niedrigeren Messwert bei der Diodenprüfung als
> die übrigen hat (normal 570 ... diese hätte nur 350).

Dann hast du immer abwechselnd unterschiedlich hohe Buckel nach der 
Gleichrichtung. Na und? Es ist sowieso keine stabile baby-popo-glatte 
Gleichspannung.

> Oder wenn beim Messen von Dioden welche dabei sind, die in
> Sperrrichtung für einen Bruchteil einer Sekunde den Strom durchlassen

Das machen sowieso alle Dioden mehr oder weniger.

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von Harald W. (wilhelms)


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Ronny S. schrieb:

> die Frage war, wie er mit einfachen Mitteln verringert werden kann.

Indem man einen Akku anschliesst.

von Harald W. (wilhelms)


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Ronny S. schrieb:

> Was würde passieren, wenn man trotzdem UF-Dioden anstelle der 1N-Dioden
> einsetzt?

Die Verluste steigen, weil HF-Dioden meist höhere Durchlassspannungen
haben. Irgendwelche positive Effekte gibt es nicht.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Falls noch jemand nicht wusste, was "verschlimmbessern" ist: Hier haben 
wir ein Beispiel.

Beitrag #6365327 wurde vom Autor gelöscht.
von ko ny (Gast)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
>> Oder wenn beim Messen von Dioden welche dabei sind, die in
>> Sperrrichtung für einen Bruchteil einer Sekunde den Strom durchlassen
>
> Das machen sowieso alle Dioden mehr oder weniger.

Schottky-Dioden = mit der Temnperatur stark ansteigende Sperrströme.
Dafür keine Sperrerholzeit, da Metall-Halbleiter-Kontakt anstatt PN
Übergang. (Bis zu höheren Frequenzen als Gleichrichter geeignet.)

P-N-Dioden = wie Bipolartransistor incl. Sperrschicht - daher (m.o.w.
wichtige) Sperrerholzeit. (vgl. "Speicherzeit" bei Bipolartransistor.)
Doch nur vorübergehend: Sobald erholt, Rückstrom nur noch minimal.
(In [/ mit] diversen Ausführungen [/ Eigenschaften] zu erwerben - ob
als Netzgleichrichter oder antiparallele Diode für IGBTs... jedoch
niemals ganz so "schnell" wie eine Schottky.)

hinz schrieb:
> Ronny S. schrieb:
>> ... ich wollte nicht wissen, ob ein AC-Anteil gut oder schlecht
>> für den
>> Akku ist, sondern die Frage war, wie er mit einfachen Mitteln verringert
>> werden kann.
>
> Dicke Drossel.

Überlesen oder nicht verstanden?

Für einen Test würde sogar reichen, die zum Strom passende Wicklung
eines teildefekten oder schlicht nicht benötigten EI-Kern-Trafos zu 
benutzen, dessen Außenschenkeln man mit einer (gibt es in Dicke 1mm)
Trennscheibe Luftspalte verpaßt - oder einen isolierten Leiter um
einen recht massiven Eisenstab wickeln (Stabdrossel).


Nötig (oder auch nur hilfreich) scheint Dein Vorhaben bisher ja
nicht, da muß ich Stefan recht geben... sofern Du dabei bleibst,
jegl. zugrundeliegende Absicht zu verschweigen, bleibt's ooch dabei.

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