Die erste Frage ist, von welcher Art von "Gyro" die Literatur handeln
soll. Eine ganz allgemeine Zusammenfassung kenne ich nicht, aber man
kann die Fragestellung einengen und dann bei der Suche detailliert
recherchieren.
Klassische Gyros waren Kreiselkompasse. Dabei ware eine schnell drehende
Masse kardanisch aufgehängt. Diese behielt die Richtung im Raum auch
wenn sich die Plattform, auf der die Aufhängung montiert war, ihre Lage
änderte. Eine Sonderform war der "Nordsuchende Kreisel", bei dem die
Aufhängung einen Freiheitsgrad weniger hatte. Beschreibungen findet man
in alten Physikbüchern (auch denen für Schulen) und sogar in einigen
alten Lexika wie "DER GROSSE BROCKHAUS", da das früher unter
Allgemeinwissen fiel.
Die nächste Generation sind die "vibrating gyros", bei denen durch eine
Schwingungsanregung eine Masse den Abstand zur Drehachse periodisch
änderte. Bei Vergrößerung des Abstandes musste die Masse pro Umdrehung
des Sensors einen größeren Kreisumfang zurücklegen und deshalb
beschleunigt werden. Verkleinerte sich der Abstand, sank der Kreisumfang
und die Masse musste abgebremst werden. Diese periodischen zu der
Änderung des Achsabstandes synchrone Beschleunigung ist ein Maß für die
Drehrate. Nach diesem Prinzip wurden anfangs mechanische Sensoren
verschiedenster Bauform konstruiert, später (auch jetzt noch) wurden die
Sensoren mikromechanisch in IC-Form gefertigt. Von einem vom Institut A
für Mechanik der Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit der DGON
(Deutsche Gesellschaft für Ortung und Navigation)veranstalteten
"Symposium Gyro Technology 1995" wurde ein Tagungsband von H.Sorg
erstellt. Dieser gibt einen guten Überblick, ist aber teilweise "schwere
Kost". Universitätsbibliotheken müssen den noch ausleihen können.
Zuletzt gibt es noch faseroptische Gyros. Diese nutzen die Tatsache,
dass die Lichtgeschwindigkeit konstant ist. Schickt man einen
Lichtstrahl recht- und linksherum durch einen Glasfaserring, ist die
Laufzeit in beiden Richtungen nur gleich, wenn sich der Ring selbst
nicht um seine Achse dreht. Bei Drehung entsteht zwischen den beiden
Laufrichtungen ein Phasenunterschied, der ein Maß für die Drehrate ist.
Ich hoffe, dass diese Darstellung nicht zu kompliziert war.