Wieso sind Recruiter auf Xing & Co eigentlich so versessen darauf sofort
zu telefonieren? Bevor man irgendwelche Details zum Angebot erhält, muss
erst mal ein Anruf erfolgen. Diese Anrufe sind meist nicht sehr
interaktiv, und der Recruiter schwärmt hier meist nur von der tollen
Firma vor, man kann sich selbst kaum präsentieren. Was bringt es den
Recruitern, das telefonisch zu erzählen, ohne wirklich etwas über den
Kandidaten zu erfahren? Sie könnten auch einfach die vollständige
schriftliche Stellenausschreibung zuschicken.
Mich nerven diese Anrufe furchtbar, denn ich hasse es mit Fremden zu
telefonieren und außerdem hab ich zu den normalen Arbeitszeiten der
Recruiter auch selten Gelegenheit zum Telefonieren. Es wäre so viel
einfacher, die meisten Stellen direkt schriftlich aussortieren zu
können, weil sie ja sowieso selten passen.
Wie machen das taube/stumme Menschen oder Soziophobiker? Die haben dann
Pech gehabt?
So funktioniert halt sozialer Druck und Gehirnwäsche.
Mit einem Telefonat können die dich auf einer "emotionaleren" Ebene
erreichen. Recuiter E-Mails lösche ich in der Regel ungelesen, beim
Anruf hingegen werden bei vielen die sozialen Verhaltensnormen
aufgerufen. Da legt man nicht einfach so auf, hört sich vielleicht doch
deren Angebot mal an und am Ende bist du so verwirrt, dass du mit den
Konditionen einverstanden bist.
Holzmichel schrieb im Beitrag #6371550:
> Nur Lowperformer lassen sich von anderen beeinflussen.
Unsinn, natürlich wirst du von anderen beeinflusst. Vor 80 Jahren wärst
du (und ich auch) mit einer sehr sehr großen Wahrscheinlichkeit auch
mindestens ein Mitläufer gewesen.
Xingbenutzer schrieb:> Wieso sind Recruiter auf Xing & Co eigentlich so versessen darauf sofort> zu telefonieren? Bevor man irgendwelche Details zum Angebot erhält, muss> erst mal ein Anruf erfolgen.
Nö, erst explizit nach Details wie Ort und Vertragsrahmen geht immer.
Wenn dann nichst konkretes kommt, dann Schluss mit Kontakt.
Xingbenutzer schrieb:> Wieso sind Recruiter auf Xing & Co eigentlich so versessen darauf
Erste Frage, warum tummelst du dich auf Xing?
> sofort> zu telefonieren?
Das sind Telefonverkäufer. Die verkaufen morgens am Telefon alten Opas
wertlose Investments, nachmittags Versicherungen an Hausfrauen und
abends sind sie im legalen Menschenhandel tätig.
Das Telefon ist deren Arbeitsgerät und Waffe mit dem sie geschult
umgehen können.
Telefonieren ist unverbindlich. Was immer sie dir am Telefon versprechen
ist irrelevant. Schriftliches hingegen könnte als Beweis dienen.
> Bevor man irgendwelche Details zum Angebot erhält, muss> erst mal ein Anruf erfolgen.
Ignoriere solche Typen einfach. Es ist doch ein gutes Kriterium. Wer
zuerst telefonieren will ist unseriös. Wie, das wollen alle auf Xing?
Ja, dann denk mal scharf nach, was könnte das wohl bedeuten?
Wenn du glaubst dass diese Typen wirklich interessante Angebote haben,
na ja, was hältst du vom Weihnachtsmann?
> Diese Anrufe sind meist nicht sehr> interaktiv, und der Recruiter schwärmt hier meist nur von der tollen> Firma vor, man kann sich selbst kaum präsentieren.
Du bist ihm völlig egal. Ihm ist auch völlig egal ob die Stelle zu
deinen Fähigkeiten passt. Er braucht Frischfleisch, das er seinem
Auftraggeber präsentieren kann und das so gerade dem ersten Blick
standhält.
> Es wäre so viel> einfacher, die meisten Stellen direkt schriftlich aussortieren zu> können, weil sie ja sowieso selten passen.
Die Stellen für die diese Typen suchen sind doch sowieso scheiße.
Eventuell geht es erst mal nur um den Aufbau eines Pools, mit dem man
seine Marktposition darstellen möchte um ein lukratives Angebot für AG
am Markt platzieren zu können. Dafür braucht man die Ware „AN-Profile“
Ich bekomme solche regelmäßig zugeschickt.
? Namaste
Die meisten Seelenverkäufer dort können nicht richtig lesen, man kann im
Profil reinschreiben, das man nix neues sucht und wird trotzde, ständig
angesprochen.
Wie können die Dich ohne, das Du eine Telefonnummer angegeben hast
anrufen?
Xing ist da ähnlich wie eBay-Kleinanzeigen, man kann 100 mal rein
schreiben, kein Versand, diskutiert wird trotzdem. Und wenn man dort so
blöd ist eine Nummer anzugeben, dann gehen die Vögel einem Tag und Nach
auf die nerven.
Da verkauft man was für 5 Euro, soll aber am besten 100 Fragen dazu
beantworten.
Das beweist also, das Personaler zumindestens eine Untermenge von
Ebay-Kleinanzeigenkunden zu sein schein ;)
Warum ist man eigentlich auf Xing & Co?
Ist das so ein verzweifelter Versuch, eine besserer Stelle zu bekommen?
Oder ist das einfach nur Selbstdarstellung wie Facebook & Co?
Andreas B. schrieb:> Oder ist das einfach nur Selbstdarstellung wie Facebook & Co?
Ich bin bei Facebook um bestimmte Gruppen lesen zu können. Mir wäre zwar
ein Webforum oder noch besser eine Usenet-Newsgroup lieber, gibt es aber
nicht. Finde die Übersichtlichkeit von Facebook-Gruppen katastrophal.
Xingbenutzer schrieb:> Wie machen das taube/stumme Menschen oder Soziophobiker? Die haben dann> Pech gehabt?
Taube oder stumme Menschen werden keine Recruiter, Soziophobiker
ebensowenig. Und wenn ein Recruiter wiederum bei seinem Kunden
Kandidaten vorstellen würde, die taub, stumm oder soziophobisch wären,
wäre er seinen Kunden los.
Xingbenutzer schrieb:> Wieso sind Recruiter auf Xing & Co eigentlich so versessen darauf sofort> zu telefonieren? Bevor man irgendwelche Details zum Angebot erhält, muss> erst mal ein Anruf erfolgen. Diese Anrufe sind meist nicht sehr> interaktiv, und der Recruiter schwärmt hier meist nur von der tollen> Firma vor, man kann sich selbst kaum präsentieren. Was bringt es den> Recruitern, das telefonisch zu erzählen, ohne wirklich etwas über den> Kandidaten zu erfahren? Sie könnten auch einfach die vollständige> schriftliche Stellenausschreibung zuschicken.
In der Regel erfährt man wichtige Details über eine Stelle, wie zum
Beispiel das Gehalt, nur mündlich. Wahrscheinlich sind die Recruiter
dazu verpflichtet, solche Informationen nicht schriftlich herauszugeben.
Somit fällt die E-Mail als Kommunikationsmedium an der Stelle weg.
Ben S. schrieb:> Andreas B. schrieb:>> Oder ist das einfach nur Selbstdarstellung wie Facebook & Co?>> So ist es.
Naja, es ist eine Möglichkeit für Headhunter dich zu finden.
Nur, wenn der OP sich dann beschwert, dass ihm Leute Jobs andrehen
wollen, dann ist er einfach ein Vollhorst.
Xingbenutzer schrieb:> Diese Anrufe sind meist nicht sehr> interaktiv, und der Recruiter schwärmt hier meist nur von der tollen> Firma vor, man kann sich selbst kaum präsentieren.
Bei dem ganzen Mist, den er dir erzählen wird, will er ja keine Beweise.
Zumindest nicht, dass du sie hast. Ist vor Gericht immer schlecht.
Dr. Schnabeltier schrieb:> Bei dem ganzen Mist, den er dir erzählen wird, will er ja keine Beweise.> Zumindest nicht, dass du sie hast.
Erstaunlich die Bestätigung, wie mies und inhuman es in diesem
Bereich so zugeht. Schlimmer, als unter Gangstern.
Da werden in Stellenbeschreibungen oft nur Klischees und Buzzwords
bedient, um Anreize zu schaffen, damit Personaler zu Unmengen an
sensiblen Daten gelangen, ohne das man später eine echte
Wertschätzung erhält, sofern man nicht ein absolut gesuchter
Highperformer ist.
Xing oder andere Jobportale erscheinen nur am unseriösesten
den man sowieso nicht vertrauen darf.
Der ganze Arbeitsmarkt und das wird in Talkshows ja auch immer
wieder bestätigt, ist ein übelriechender Sumpf.
Ich selbst habe da auch genug schlechte Erfahrung gemacht.
Eine Firma, die mich vor einem halben Jahr für Lau einstellen
wollte, hat jetzt nach ein paar negativen Bewertungen bei Kununu
eine neue Masche. Das selbe Stellenangebot mit der gleichen
Beschreibung (und den gleichen Fehlern) jetzt unter anderem
Firmennamen, aber unter der gleichen Anschrift. ;)
Da fragt man sich, ob diese Strohmannfirma(ohne Rechtsform)
überhaupt gemeldet ist.
Ja, Strohmannfirmen: Ich kenne jetzt mindestens vier, bei denen man am
angegebenen Ort kein Büro findet. Man kommt bei einer normalen
Wohnadresse raus. Scheinbar werden Ing.s und Informatiker auch mal älter
und betreiben mit Hilfe ihrer sozialen Beziehungen jetzt Menschenhandel.
Claus W. schrieb:> Scheinbar werden Ing.s und Informatiker auch mal älter> und betreiben mit Hilfe ihrer sozialen Beziehungen jetzt Menschenhandel.
Das werden eher irgendwelche erfolglosen BWLer sein.
Ältere Ing.s und Informatiker haben sich i.A. etabliert und haben so
etwas nicht nötig.