Elektro Stapler Deichselstapler Irion

#6373418
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Morgen,
Ich habe einen Hubwagen der Probleme macht. Es ist ein alter Irion. Beim 
anfahren lässt er sich sporadisch nicht langsam beschleunigen. Er knallt 
und beschleunigt sofort auf Vollgas. Ich denke es liegt an der 
Temperatur. Ich habe die Impullssteuerung schon demontiert und alle alle 
Elkos erneuert. Hat aber keine Besserung gebracht. Die Steuerung 
schaltet einen GTO Thyristor mit Kondensator und Spule.Hatte den 
Kondensator auch schon im verdacht, da es beim abklemmen genau zum 
gleichen verhalten kommt. Ich kann die Daten aber nicht entschlüsseln. 
Versuche mit IGBT/GTO Kondensatoren brachten keine Ergebnisse. 
Vielleicht hat noch jemand eine Idee.

Ich möchte die komplette Steuerung durch eine neue von Curtis 
ersetzen,allerdings weiß ich nicht welchen Motor ich da genau vor mir 
habe.

Anbei ein paar Fotos von der alten Steuerung und dem Motor.  Es sind 3 
Leitungen vom Motor zu den Schützen geführt. Nach meinen überlegungen 
müsste es dann ein Reihenschluss Motor mit 2 Feldwicklungen sein. Kann 
das sein? An das Motor Klemmbrett komme ich so einfach nicht dran.

Danke und schönen Sonntag
(Firma: matzetronics) #6373448
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Julian D. schrieb:
> Ich möchte die komplette Steuerung durch eine neue von Curtis
> ersetzen,allerdings weiß ich nicht welchen Motor ich da genau vor mir
> habe.

Für den kleinen 24V/600W Motor reicht ein kleiner Curtis 1204/1205(M) 
dicke, das ist wirklich nicht viel Last. Die Curtis haben Anschlüsse für 
Feld- und Ankerwicklung, damit sie den Motor auch abbremsen können.
Polwender und Hauptrelais musst du bei diesen Modellen von der alten 
Schaltung übernehmen, denn das kann der Curtis nicht.

Tipp: Es gibt heute China-Klones der alten Curtis Controller, die sich 
kaum vom Original unterscheiden. Sie sind meist nicht programmierbar, 
aber das brauchst du auch nicht für deine Anwendung.
 Der Kondensator an der Triggerspule ist natürlich ein gebeuteltes 
Bauteil. Evrl. ist da der Hund begraben.
(Firma: matzetronics) #6374999
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Julian D. schrieb:
> Das heißt einfach Anschluss an die Wendeschütze.

Die musst du sowieso übernehmen, habe ich aber auch geschrieben. Auch 
den Hauptschütz behältst du bei. Dein Job ist es, die Anschlüsse des 
Motors nun auf den Curtis anzupassen, also den Aus- und Eingang der 
Thyristorschaltung zu identifizieren. Nur diese wird durch den Curtis 
ersetzt, alles andere bleibt. Der Curtis hat getrennte Anschlüsse für 
die Feldwicklung, die musst du auch raussuchen. Lade dir die Bedienungs- 
und Installationsanleitung für den Curtis und suche mal, ob ihr nicht 
irgendwo Unterlagen zum Irion habt.
(Firma: matzetronics) #6375040
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Julian D. schrieb:
> Sind die
> Curtis 1204 auf jeden Fall für diesen Motor geeignet?

Du benötigst natürlich eine Ausführung für 24V. Ansonsten lachen die 
Curtis über so einen kleinen Motor, die sind für mehrere hundert Ampere 
ausgelegt. Dein 600W Motor zieht im Betrieb bei vollen Batterien etwa 
27-28A. Legen wir einen Anlaufstrom von dem fünffachen zugrunde, sind 
das immer noch unter 150A. Ein Spass für den 1204(M). Der kleinste 24V 
Controller wäre der 1204x-42xx, der über eine Stunde mit 125A angegeben 
ist, also weit mehr als dein Motor jemals verträgt. Dieser Curtis regelt 
bei 275A (Strombegrenzung) ab.
Der 1204x-44xx regelt z.B. erst bei 400A ab.
#6377198
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Habe nochmal mit dem oszi geguckt direkt am Ausgang für den Motor. Wenn 
es ordnungsgemäß geht kommt eine Rechteckspannung 24V mit einstellbarere 
Frequenz. Siehe Foto.

Bei Fehlfunktion einfach 24V Gleichspannung !

Welche Bauteile sind für die Löschung verantwortlich?
Angehängte Dateien:
Gast #6377418
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Ich kann leider auf den Bildern nicht wirklich erkennen was das genau 
für eine Steuerung ist, aber vom Aufbau der Leistungsteils und deren 
Funktion dürfte das dem hier entsprechen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Thyristorschalter
Dieser Typ Steuerung (Gerät von 1984) hat normalerweise 2 Thyristoren 
und eine Umladediode, Es könnte auch ein 3., ein Umladethyristor 
vorhanden sein, aber bei dem Alter und vom Aufbau glaube ich das nicht.
Das knallen (mit anschließenden Abfall der Schütze) tritt auf wenn der 
Löschthyristor nicht (richtig) einschaltet oder der Kondensator nicht 
genug Ladung hat. Der Hauptthyristor wird dann nicht gelöscht. Bei 
geringer Sperrspannung des Löschthyristor tritt so ein Fehler auch auf.
Ich kann leider auch keine Unterlagen oder Schaltbilder mehr dafür 
besorgen, aber ich würde, sollte die alte Steuerung eingebaut bleiben, 
so vorgehen:
ALLE Schraubverbindungen im Leistungsteil prüfen
Haupt- und Löschthyristor prüfen (wenn möglich: Widerstand des 
gesperrten Bauteils messen, die Durchlassspannung im eingeschalteten 
Zustand messen, Sperrspannung messen)
Löschkondensator auf Kapazität messen (üblich sind so Werte wie 60µF, 
100µF 150 oder 160µF)
Kabel und Stecker von der Steuerstromverdrahtung anschauen, die 
Federkontakte leiern gerne aus
Die Steuerkarte auf Wackelkontakte überprüfen, alle Elkos (sind doch mit 
Sicherheit auch von 84) auswechseln.

Dein Motor ist ein Splitfield Motor (ich kenne das nur unter der 
Bezeichnung) 2 Schließer Schütze, 3 Kabel, 1x Anker, 1 halbes Feld für 
vorwärts, 1 halbes Feld für rückwärts, 2. Ankeranschluß ist interen mit 
dem Feld verbunden.

Ich hoffe das Hilft, Viel Glück, das Deichselgerät aus 
Sicherheitsgründen aufbocken und vor dem rumschrauben Batteriestecker 
ziehen.
#6377475
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Super. Du kennst dich scheinbar aus mit Stapler ü.ä.

Die Platine der Steuerung habe ich schon ausgebaut. Komplette 
Vergussmasse entfernt, nachgelötet und mehrere Elkos getauscht. Fehler 
blieb der selbe. Bei dem Knallen bleiben die Schütze übrigens angezogen. 
Gerät funktioniert aber nur Vollgas.

Motor splitfield leuchtet ein, dieser hat scheinbar 3 Kohlen die ich mir 
nicht erklären konnte...


Steuerung ist eine Pulsomatic von Cableform.

Ich werde morgen versuchen weiteres Messungen durchzuführen.  Melde mich 
dann wieder.
Beitrag #6377509 wurde von einem Moderator gelöscht.
(Firma: matzetronics) #6378427
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Jalle schrieb:
> Da unleserlich.

Naja, irgendwas mit 'K63' kann man da schon lesen, wobei 63 oft typisch 
für die Spannungsfestigkeit ist (63V). Ob er gepolt ist, geht oft aus 
Einprägungen an dem Schraubanschlüssen hervor. Eine Idee, die mir gerade 
durch die Rübe britzelt, wäre, mal zu oszillografieren, ob man die 
Thyristoren nicht durch IGBT ersetzen könnte.
Gast #6378690
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Habe den versucht zu messen. Ging aber mit Multimeter nicht. Hat nur 
Mist angezeigt. Deshalb denke ich das der zumindest eine Macke hat. 
Welche Spannung muss der Kondensator denn ca haben dann kann ich ja 
einfach weiter testen mit höheren Werten.

Ich finde immer nur was über Bedämpfungskondensator mit sehr niedriger 
Kapazität und hoher Spannungsfestigkeit.
(Firma: matzetronics) #6379154
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Mal eine Frage an die Thyristor-steuert-DC-Motor Spezialisten:
Der Fahrstrom Thyristor wird gezündet, um den Fahrstrom durchzulassen, 
der Löschtyristor wird dann gezündet, um den ersten Thyristor wieder zu 
löschen, richtig?
Die Zeit zwischen den beiden Zündungen ergibt dann die PWM.

Wenn ich mit den Pulsen ein RS Flipflop setze/lösche (Pulse auf SET und 
RESET), sollte doch am Ausgang des FF eine passende PWM für MOSFets/IGBT 
stehen, oder?
Gast #6379331
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Matthias S. schrieb:
> Mal eine Frage an die Thyristor-steuert-DC-Motor Spezialisten:
> Der Fahrstrom Thyristor wird gezündet, um den Fahrstrom durchzulassen,
> der Löschtyristor wird dann gezündet, um den ersten Thyristor wieder zu
> löschen, richtig?
> Die Zeit zwischen den beiden Zündungen ergibt dann die PWM.

Richtig.


> Wenn ich mit den Pulsen ein RS Flipflop setze/lösche (Pulse auf SET und
> RESET), sollte doch am Ausgang des FF eine passende PWM für MOSFets/IGBT
> stehen, oder?

Richtig.
Gast #6379579
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Da ist sicher kein GTO drin. Die Spannung am Kondensator geht im Betrieb 
auf fast die doppelte Batteriespannung hoch. Wie äußert sich der Fehler 
genau? Hochlaufen oder richtiges durchgehen? Ich würde mir den 
Kondensator, da vermute ich auch etwa 60-100µF bei der kleinen 
Steuerung, und den Löschthyristor anschauen wenn die Kiste auf schlag 
durchgeht. Wenn der einfach hochläuft kann natürlich auch was mit der 
Fahrgeberspannung nicht stimmen.
Gast #6380302
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Der geht direkt durch!


Habe jetzt die Bezeichnung entschlüsselt und auch ein Datenblatt 
gefunden. Es ist ein C354BX49 von GE >> C354B ! also ein SCR/Thyristor.

Den Kondensator kann ich leider nicht messen. Da mein Messgerät nur bis 
100uF messen kann. Also mindestens 100uF sollte er haben. Vielleicht 
kann das jemand aus dem Datenblatt entnehmen. Bevor ich was bestelle. 
Die sind recht teuer.
#6380316
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Moin,
hier im Markt bietet jemand Hochvoltelkos mit 100µF an:
3. 4 Leistungskondensatoren
   3,1uF 600V 150A
   Die Teile stammen aus einem Umrichter
   Preis VB 20€ + 7€ Versand für alle
4. 4 Leistungskondensatoren
   100uF 400V 70A
   Die Teile stammen aus einem Umrichter
   Preis VB 20€ + 7€ Versand für alle
Tread ist vom 5.8.20
Ob die passen musst Du mal sehen.
(Firma: matzetronics) #6380411
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Ist also schon mal kein GTO - hätte mich auch gewundert. Wenns sowas 
gegeben hätte, wäre der IGBT nicht erfunden worden :-P

Jalle schrieb:
> Ich denke ich werde mir einen Motorkondesator mit 100uF und 400V kaufen.

Die Arbeitspannung kann auch geringer sein, denn wir haben hier ja nur 
24V. Ein 100V Typ würde also dicke ausreichen. Wichtig ist, das er 
impulsfest ist, das steht auf Kondensatoren älterer Bauart drauf, bei 
neueren sollte man das Datenblatt konsultieren.
Zum Ausprobieren ist aber ein billiger Motorkondensator schon geeignet, 
ob er lange hält, ist die andere Frage.
Gast #6381571
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Julian D. schrieb:
> Julian D. schrieb:
>> Habe ihn anschrieben und nach weiteren Daten gefragt.
>> Vielleicht weiß hier auch jemand was darüber?!
>
> Foto vom Typenschild.
> https://www.mikrocontroller.net/attachment/470158/100uF.jpg
>
> Kann ich den nehmen, passt das auch mit Impulsbelastung? Finde da kein
> passendes Datenblatt...

Der verträgt das. Aber ob er reicht?
(Firma: Hobbytheoretiker) #6382768
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Julian D. schrieb:
> Habe die Elkos auf der Platine schon
> alle getauscht.

Das ist aber keine Garantie. Vor einiger Zeit war die Lösung, dass auch 
einer der neuen Kondensatoren mit Macke war. Das dauerte fast ein Jahr, 
bzw. der TO holte den Thread in längeren Abständen hervor, als er wieder 
genügend Zeit zur Fehlersuche hatte.
#6392913
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Habe den Kondensator nun durch einen zusammen gesetzten neuen 200uF (aus 
dem Marktplatz) ersetzt. Der sporadische Fehler bleibt aber bestehen.
Muss also erstmal woanders suchen...

Wo soll der zweite Thyristor sein? Muss es den geben?  Hat der die 
gleiche Bauform wie der große in dem Porzellan /Sandwich Gehäuse? Um den 
sind außerdem noch einige Dioden,sind das nur Freilaufdioden?

Vielleicht sollte ich das Signal nochmal direkt an der Platine, 
Ansteuerung Thyristor prüfen.

Wer hat noch Ideen?

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