Unbekannte Bauteile in EVG für Leuchtstofflampe

#6381143
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Versuche gerade ein EVG für Leuchstofflampen zu reparieren, irgendwo im 
Zündkreis muß es defekt sein. Das Teil erzeugt Zündpulse, aber die sind 
mit rund 600V viel zu niedrig.
Dabei bin ich bei der Beschaltung der Röhre auf der Lötseite auf diese 
vier Melf-artigen Glasbauteile gestoßen. Dachte erst an Dioden. Kann mit 
dem Multimeter keinerlei Leitfähigkeit im Dioden-Testmodus erkennen. Was 
könnte das sein?
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#6381234
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hinz schrieb:
> Wulf D. schrieb:
>> niedrige Zündspannung
>
> Da wird wohl ehr der Resonanzkondensator an Kapazität verloren haben.

Dachte ich auch erst, etwas Kappa fehlt auch (125p statt 150p).
Ist aber nicht der Grund.
Meine erste Diagnose, zu wenig Zündspannung, ist auch falsch. Die 600V 
bauen sich zwar über der Röhre auf, aber es fehlt der Heizstrom. D.h. 
die Verbindung zwischen den beiden Enden der Heizfäden fehlt. Da ist 
kein PTC. L ist 1,26mH. Den Startmechanismus habe ich noch nicht 
durchschaut.
#6381353
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Mag sein, wenn in der Zündphase die Schaltfrequenz massiv gesenkt wird.
Dazukommt es aber nicht, wegen der Abschaltung.
Die einzige Verbindung vom einen Heizfaden zum Anderen führt über die 
ominösen Melf-Glasbauteile und einem Transistor (?) im TO220, evtl 
MOSFET. Da liegt irgendwie der Hund begraben, wie gesagt, keinerlei 
Spannungsabfall über den Heizfäden.
#6381504
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Der DC-Trenn bzw Reso C ist ok, hat 160n. Der kleine 150p ist nur 
Überspannungsschutz, hängt vom Mittelpunkt der Halbbrücke nach + Lade C. 
Der ist hier übrigens kein Elko, sondern 6u2 Folie. Eigentlich 
hochwertig aufgebaut. Die PFC habe ich auf dem Foto weggelassen.
Die Transistoren im Lampenteil, je drei Zeilen beschriftet:
2xHalbbrücke:
94-4971
IFR 01013 oder 010B
2213

Starter:
94-4972
IFR 927C
4552
Gast #6381667
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Wulf D. schrieb:
> Ganz rechts ist die klassische Drossel.

Sieht gar nicht nach klassischer Drossel aus, viel ehr nach Trafo mit 
mehreren Wicklungen.


> Weiß noch immer nicht was die kleinen Glasteile machen: könnte ich die
> testen, indem ich mit hohem Vorwiderstand eine immer höhere
> Gleichspannung anlege?

Mit einem kleinen Kondensator parallel kann das klappen. Sonst wirds nur 
eine unauffällige Glimmentladung werden.
#6387069
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Habe noch nie eine so aufwändige EVG Schaltung gesehen. Und die PVC ist 
noch nichtmal abgebildet.
Aber die Eingangsfrage bleibt: was sind das für merkwürdige 
Glas-Bauteile  im Lampenzweig?
Muss wohl doch mal eine Kennlinie aufnehmen.
Ach ja, ob das ein FET im Lampenkreis ist kann ich nicht mit 
Bestimmtheit sagen. Zumindest messe ich sowas wie eine Substratdiode.
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#6387156
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Stimmt natürlich mit der Graetz-Brücke!
Dann macht auch der FET Sinn, der ist für die Vorheizphase.
Die Dioden sind auch ok. Bin wohl beim ersten Messen mit den Messspitzen 
nicht durch den Schutzlack gedrungen. Das kann leider auch bei anderen 
Verbindungen so sein, obwohl ich anschließend sehr sorgfältig 
vorgegangen bin.
Übrigens, der Niederspannungsteil wird über ein paar Windungen auf der 
PFC-Spule gespeist, potentialgetrennt.
Gast #6387223
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Wulf D. schrieb:
> Habe die Induktivität ausgebaut: kein Trafo. Nur drei Pins belegt,
> halt
> ein Anzapf.
> Nehme an, das die CMOS Bauteile Zündung und Abschaltung steuern.
> Das weiß ich aber erst wenn ich den Plan sehe. Das schaffe ich heute
> nicht mehr. Evtl morgen.

Die Lötung der Anzapfung sieht nicht sehr astrein aus. Nicht alle 
Litzendrähte scheinen da tatsächlich gelötet zu sein. Aber vielleicht 
liegt das nur am Photo...
#6387446
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Die Induktivität ist ok, auch die Lötungen. Sieht man am Foto nicht 
alles. Hat insgesamt 1,2mH, bis Anzapfung 0,89mH.

Die Ansteuersignale der FETs sehen hässlich aus. Gelb zum FET in der 
Graetz-Brücke, blau vorm Koppeltrafo zur Halbbrücke.
Ist auch alles andere als Digitaltechnik davor, auch wenn’s auf dem 
Gehäuse drauf steht. Blicke die Schaltung auch noch nicht, vielleicht 
morgen.
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#6387936
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Wie vorgeschlagen, jetzt extern gespeist. Verstehe die Schaltung noch 
immer nicht, insbesondere der Teil um den C4  100n und D1  1N4148. Im 
Betrieb läuft die Spannung am NOR Eingang wie erwartet auf knapp U/2, 
schafft es aber nicht zum High-Pegel.
An dem Messpunkt hatte ich einen 100 MOhm 1:100 Tastkopf.
Habe vier Punkte parallel gemessen, einmal in 100ms Raster bei 
Einschalten  der Spannung und einmal im 1us Raster.
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#6388138
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Kann ich nachmessen. Irgendwas muss ja weggelaufen sein.
Aber ich verstehe die ganze Schaltung nicht.
Angefangen bei dem gerade angesprochenen Zweig: beim Einschalten ist der 
100n entladen, also hat das Gatter low Pegel. Bedingt durch das 1:1 
Tastverhältnis vorm 8M2 läuft die Spannung gegen Ub/2. CMOS brauch für 
high 70% Ub.

Andere Frage: es fehlt ein Resonanz-C über der Röhre: wo soll sich die 
Zündspannung aufbauen?

Andere Frage: Die Schaltfrequenz an der Halbbrücke ist 185 kHz. Mit der 
1,2mH Drossel würde niemals 36W erreicht werden, selbst wenn die Röhre 
zünden würde.
Vielleicht hat das freuquenzbestimmende C Kapazität verloren, Vielleicht 
habe ich die (nicht funktionierende) Frequenzumschaltung um das FlipFlop 
A nicht erkannt.
#6388242
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>Wie vorgeschlagen, jetzt extern gespeist. Verstehe die Schaltung noch
>immer nicht, insbesondere der Teil um den C4  100n und D1  1N4148. Im
>Betrieb läuft die Spannung am NOR Eingang wie erwartet auf knapp U/2,
>schafft es aber nicht zum High-Pegel.

Ja, sieht wirklich komisch dort aus, bzw. ergibt irgendwie keinen Sinn.

Übrigens - hängt C7 wirklich direkt am Gatterausgang? Was für eine Kap. 
hat der, und auch der C6, denne?

Da würde ich jedenfalls nochmal eine Schaltplanprüfung empfehlen, ob das 
wirklich so verdrahtet ist.
#6388464
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Habe nochmal den Plan geprüft, aber keinen Zeichenfehler gefunden.
Nur die Gatter geswappt, damit die auch dem originalen Layout 
entsprechen.
Der C7 hängt wirklich direkt am Ausgang und hat 100p.
Schaltet man da z.B. 470p parallel, tut sich in der Frequenz 
erwartungsgemäß fast nichts.
Ganz anders bei C6. Hat gemessen 205p. Schon seltsam, passt in keine 
gängige E-Reihe. 470p parallel senkt die Frequenz drastisch. Probehalber 
1n parallel und die Lampe leuchtet mit 42W Leistungsaufnahme. Der FET in 
der Graetz-Brücke taktet munter weiter, muß er ja auch bei der 
Schaltung.
Schicke nachher noch einen Plan mit ein paar mehr Bauteilwerten. Sagt 
Bescheid, falls Interesse an Oszillogrammen besteht.
#6388661
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Hier der komplettierte Schaltplan. Die MOSFET Halbbrücke läuft jetzt mit 
knapp 45 kHz, der FET in der Graetz- Brücke mit doppelten Takt. Lampe 
zieht mit einem 1n als C6 37W.
Das war der Defekt, hatte nur noch 200p.
Im Bild zwei Oszillogramme 100ms und 10us. Einmal Spannung über der 
Röhre, einmal über dem Heizfaden.
Man sieht jetzt nach der kurzen Heizphase auch sowas wie eine 
Resonanzüberhöhung der Röhrenspannung vor der Zündung. Frage mich nur 
vorher die kommt.
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#6389007
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Wulf D. schrieb:
> Habe nochmal den Plan geprüft, aber keinen Zeichenfehler gefunden.

Die Ansteuerung der Mosfets kann jedenfalls so nicht funktionieren, wie 
Du sie gezeichnet hast.
Da hast Du aus dem PNP zwei Dioden gemacht.
Im Anhang die richtige Schaltung.
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#6389228
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Wulf D. schrieb:
> Die zum Gate Parallelen 5k1 schalten natürlich auch ab. Ob schnell genug
> um Querstrom zu vermeiden weiß ich allerdings nicht.

Nein, das wäre viel zu langsam. Die Ansteuerung hat ja keine Totzeit. 
Ein Querstrom wird nur dadurch verhindert, weil die Mosfets über die 
Dioden D11 und D13 schnell abgeschaltet werden, während die 
1K-Widerstände langsames Einschalten bewirken. Da die Mosfets, bedingt 
durch die induktive Last, im Einschaltmoment "rückwärts" über die 
Body-Diode leitend sind, verursacht das langsame Einschalten keine 
Schaltverluste.
#6389349
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hinz schrieb:

> Schau dir doch mal die Ansteuerung das Heiz-MOSFET an.

Bekomme ich gleichzeitig mit der Röhrenspannung nicht aufs Bild, 
verschiedene Massen.
Aber die Ansteuerung hat sich mit Tausch des defekten 1n nicht geändert, 
ist nur niederfrequenter geworden. Ich frage mich halt woher die 
Schwingkreiskapazität kommt. Sehe die nicht. Vielleicht gelingt mir 
heute Abend ein Bild in hoher zeitlicher Auflösung vom Zündvorgang. 
Womöglich sind es nur parasitäre Kapazitäten.

@Sven: ja, gute Erklärung der MOSFET Ansteuerung. Vielleicht sollte ich 
noch eine Diode ausmessen, zur Bestätigung.
#6389715
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Habe die Resonanzschwingung gemessen. Erreicht etwa 800V Amplitude, 
Frequenz an die 350 kHz. Läßt auf knapp 200p schließen. Könnte durch 
parasitäre Kapazitäten zusammenkommen, oder?

Jens hat Recht mit der Z-Diode vom Koppeltrafo D8/D9: habe bei 5mA in 
Sperrichtung 7,7V gemessen. Hatte eine zur Messung ausgelötet.
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