Forum: Fahrzeugelektronik Schraubklemme oder Federkraftklemme


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von Manuel K. (mogs)


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Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei ein kleines Gerät für mein Motorrad 
zusammenzubasteln und dort müssen Kabel von außerhalb des Gehäuses zur 
Platine geführt und dort verbunden werden.

Ich habe jetzt öfters gelesen, dass Federkraftklemmen den Schraubklemmen 
vorzuziehen sind. Wie sieht das in einem KFZ aus, trifft das dort auch 
zu?Insbesondere im Hinblick auf Vibrationen.
Schrauben könnten sich lösen, allerdings habe ich Schraubklemmen bei 
einem ähnlichen Projekt fürs Motorrad schon gesehen. Federkraftklemmen 
sind da wahrscheinlich weniger anfällig für, oder?

Ich habe da an die Wago Cage Clamp 805 gedacht:
https://www.wago.com/de/leiterplattenanschluss/klemmenleiste-fuer-leiterplatten/p/805-104
Die kann sowohl mit als auch ohne Aderendhülse verwendet werden, wobei 
die Hülsen wahrscheinlich zu empfehlen sind, wenn man das Kabel öfter 
mal lösen und wieder anbringen möchte.

Viele Grüße,
mogs

von Udo S. (urschmitt)


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Flachstecker oder besser wasserdichte KFZ Steckverbinder und die Litzen 
sauber vercrimpen.

: Bearbeitet durch User
von Martin S. (sirnails)


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Schraubklemmen sind schwierig. Oftmals schneiden die das Material ein, 
die Vibrationen führen dann auf kurz oder lang zu einem Bruch. Es 
braucht schon sehr hochwertige Schraubklemmen mit sauber gefaster 
Spitze, sodass es zu keinem Abscheren kommt.

Üblicherweise sind Kabel angelötet (und vergossen), am anderen Ende sind 
fahrzeugtaugliche Stecker/Buchsen-Kombinationen angecrimpt; z.B. Delphi 
oder AMP Superseal

https://www.automotive-connectors.com/amp-superseal-1-5-series-tyco-te.html

Das ergibt sichere, langzeitstabile Verbindungen.

Wenn, dann würde ich Federklemmen nehmen, falls es kein "richtiger" 
Stecker sein soll, denn die sind wenigstens selbstnachstellend und lösen 
sich somit nicht. Allerdings sind die Übergangswiderstände u.U. auch 
höher. Das musst Du wissen, ob Du das tolerieren kannst.

von Erich E. (Gast)


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Udo S. schrieb:
> Flachstecker [...] und die Litzen sauber vercrimpen.

Jo. So sieht das aus, wenn eine Fachwerkstatt die Finger dran hatte.
Also besser gleich selber machen.

von Joachim B. (jar)


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Erich E. schrieb:
> Jo. So sieht das aus, wenn eine Fachwerkstatt die Finger dran hatte.

und meine sind nach einer Reparatur in der Vertragswerkstatt abgefallen 
und das nackte Kupfer feuerte in der Tür!

Besser als Flachstecker sind Rundstecker
https://i.ebayimg.com/thumbs/images/g/E48AAOSwDKtY2PAm/s-l225.jpg
wenn schon gesteckt werden soll!

von MaWin (Gast)


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Manuel K. schrieb:
> öfters gelesen, dass Federkraftklemmen den Schraubklemmen vorzuziehen sind

Der Werbespruch kam von Wago.

Es ist egal. Mit beiden (und den Flachsteckern) lässt sich leben.

Relevant ist, daß es in Salzwasser und Regen, bei grossen 
Umgebungstemperaturschwankungen mit kondensierender Feuchte, und 
möglichst über 20 Jahre lang korrosionsfrei leibt.

Da hilft einerseits gute Abdichtung (es gibt Stecker mit Dichtringen, am 
Stecker und Kabeleinlass) und andererseits gute Materialkombination 
(keine lokalen galvanischen Elemente).

von Manuel K. (mogs)


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OK, Flachstecker wären noch eine Alternative. Ich habe allerdings auch 
Kabel mit einem Leitungsquerschnitt von 0,34qmm. Entsprechende 
Crimpzangen kosten ja ein Vermögen (kurz bei Conrad geschaut) ... oder 
zumindest für die 2-3 Male, die ich sie benötige, deutlich zu viel ;)

Dann wird es wohl doch eine Federkraftklemme.

Die Kabel sollen dann mittels Kabelverschraubung in das IP54 Gehäuse 
geführt werden:
https://www.conrad.de/de/p/lapp-skintop-st-m12-x-1-5-kabelverschraubung-m12-polyamid-schwarz-ral-9005-1-st-526801.html

von Manuel K. (mogs)


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Würdet ihr bei der Wago 805 oder Wago 250 Federkraftklemme dann 
Aderendhülsen verwenden oder nicht? Laut Webseite ist ja beides möglich.

Die Abisolierlänge ist mit 9 bis 10mm bzw 8,5 bis 9,5mm angegeben. Gilt 
diese Länge dann auch für die Aderendhülse?
Für einen Leiterquerschnitt von 0,34qmm findet man ja vor allem kürzere 
Hülsen bis 8mm Länge (wenn man nicht gleich Tausende kaufen möchte) . 
Auf die richtige Länge abisolieren wäre da natürlich schön einfach.

von Harald W. (wilhelms)


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Manuel K. schrieb:

> Würdet ihr bei der Wago 805 oder Wago 250 Federkraftklemme dann
> Aderendhülsen verwenden oder nicht? Laut Webseite ist ja beides möglich.

Wenn derAderendhülsen verwendet werden sollen, dann nur die mit
einer speziellen Zange festverpressten. Aber: "Entsprechende
Crimpzangen kosten ja ein Vermögen".

> Die Abisolierlänge ist mit 9 bis 10mm bzw 8,5 bis 9,5mm angegeben. Gilt
> diese Länge dann auch für die Aderendhülse?

Aderendhülsen brauchen nicht abisoliert werden. :-)

von Manuel K. (mogs)


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Harald W. schrieb:
> Wenn derAderendhülsen verwendet werden sollen, dann nur die mit
> einer speziellen Zange festverpressten. Aber: "Entsprechende
> Crimpzangen kosten ja ein Vermögen".

Willst du darauf hinaus, dass eine 25 EUR Knipex Crimpzange, die ein 
Trapezprofil zaubert, hierfür ungeeignet sei und man stattdessen eine 
Vierkantpressung benötigt, wo die Zangen deutlich teurer sind?

> Aderendhülsen brauchen nicht abisoliert werden. :-)

Das ist schon klar. Bei der Frage ging es eher darum, ob eine 8mm AEH 
denn zu kurz für die Klemme wäre, da Wago nur eine Abisolierlänge 
angibt, die eben über 8mm liegt, die eine 0,34qmm Hülse üblicherweise 
lang ist.
Eine separate Angabe für die Min/Max Länge der Hülse habe ich nicht 
gefunden, deswegen die Frage.

von MaWin (Gast)


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Manuel K. schrieb:
> Entsprechende Crimpzangen kosten ja ein Vermögen (kurz bei Conrad
> geschaut

Bei Conrad kostet alles ein Vermögen, aber wer keinen anderen Shop 
kennt, muss halt zahlen.

von Harald W. (wilhelms)


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MaWin schrieb:

> Bei Conrad kostet alles ein Vermögen, aber wer keinen anderen Shop
> kennt, muss halt zahlen.

Inzwischen habe ich den Eindruck, das manche Sachen bei Reichelt
teurer als bei Conrad sind.

von Martin S. (sirnails)


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Harald W. schrieb:
> Aber: "Entsprechende
> Crimpzangen kosten ja ein Vermögen".

Ach was. Ich habe meine fünf-Backen-Zange für 38 € neuwertig bei Ebay 
gekauft von Knippex.

Eine Investition fürs Leben - solange halten die nämlich.

von Manuel K. (mogs)


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MaWin schrieb:
> Bei Conrad kostet alles ein Vermögen, aber wer keinen anderen Shop
> kennt, muss halt zahlen.

Ich kenne auch andere Shops. Aber da sah es erstmal ähnlich aus.
Es muss halt eine Zange sein, die auch 0,34qmm Litzen crimpen kann. Die 
meisten günstigen Zangen für Flachstecker/Kabelschuhe, die ich gesehen 
habe, starten erst bei 0,5qmm. Manche Zangen geben als Minimum sogar 
0,5qmm und AWG22 an, wobei AWG22 doch eigentlich 0,34qmm sein müssten, 
richtig? (Toolcraft, Eventronic z.B.)

Bei Reichelt gibt es eine Zange von C.K für Kabelschuhe von 0,25 bis 
2,5qmm. Kostet aber auch schon wieder 46 EUR.
Da ich die Zange in absehbarer Zeit erstmal nur für mein Projekt jetzt 
nutzen werde (d.h. 11 Kabel crimpen und das war's), ist meine 
Schmerzgrenze eigentlich 30 EUR.

Für den Preis bekommt man bei Amazon ein paar wenige Zangen, die 0,34qmm 
laut Beschreibung können und die laut Bewertung ganz brauchbar sind 
(Meterk, KKmoon). Wäre also eine Möglichkeit.

Habt ihr vielleicht einen Tipp für eine günstige brauchbare Zange, die 
0,34qmm kann?
Bei eBay nach Knipex Ausschau halten ist natürlich immer eine 
Möglichkeit ... aber eben auch Glückssache ein Schnäppchen zu ergattern.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Manuel K. schrieb:

> Da ich die Zange in absehbarer Zeit erstmal nur für mein Projekt jetzt
> nutzen werde (d.h. 11 Kabel crimpen und das war's), ist meine
> Schmerzgrenze eigentlich 30 EUR.

Das reicht für Porto und einen Kasten Bier. Da kannst Du den 
Leitungssatz auch jemandem schicken, der professionelles Werkzeug (AMP, 
Wezag, C&K, ...) hat und das mal kurz macht.

von Martin S. (sirnails)


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von Flashgordon (Gast)


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In jedem Fall eine Federzugklemme, ein Fachstecker ist auch nichts 
anderes als Klemmung durch Federkraft! Und das hat nichts mit WAGO zu 
tun, das ist einfach Physik. Das Motorrad vibriert und die 
Schraubverbindung wird sich irgendwann lösen. Um die Federzugklemme 
durch Vibrationen zu lösen sind Beschleunigungen nötig, die  jenseits 
der mechanischen Stabilität des gesamt Systemes liegen.

Löten verbietet sich auch! Aus dem feindrähtigen Kabel wird an der 
Lötstelle ein massiver Draht, der auch nicht mehr Vibrationsbeständig 
ist.

Grüße Rüdiger

von Gerald O. (garry)


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Manuel K. schrieb:

> Dann wird es wohl doch eine Federkraftklemme.
>
> Die Kabel sollen dann mittels Kabelverschraubung in das IP54 Gehäuse
> geführt werden:
> 
https://www.conrad.de/de/p/lapp-skintop-st-m12-x-1-5-kabelverschraubung-m12-polyamid-schwarz-ral-9005-1-st-526801.html

Kannst dann auf die Aderendhülsen verzichten - ein Übergangswiderstand 
weniger und die Andern legen sich besser an die Federklemmen an wie eine 
starre Hülse.

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