Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Zerfressene Schraube - wovon?


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von Reinhard S. (rezz)


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Guten Abend,

ich durfte letztens den Abfluss der Spüle in der Küche reinigen und beim 
Rausdrehen der Schraube vom Abflusssieb/Ablauf ist mir diese gebrochen 
wie abgebildet. Das zweite Stück kann man auch mit den Fingern weiter 
abbröseln...

Wodurch kann eine Schraube denn derart bröselig werden? Wirklich durch 
bloßes Spülwasser?

von Guido C. (guidoanalog)


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Hallo,

ich bin auf diesem Gebiet kein Fachmann aber ich würde auf 
Kontaktkorrosion tippen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bimetallkorrosion

Das von Dir mit Abflusssieb/Ablauf bezeichnete Teil ist vermutlich aus 
Edelstahl.



Mit freundlichen Grüßen
Guido

von Nick M. (muellernick)


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Kontaktkorrosion ist wohl richtig. Ich tippe aber auf Messing aufgrund 
der roten Stellen (Cu).
Im Spülwasser ist so allerlei leitendes (Salz) order saures drinnen. 
Geht halt nicht gut auf Dauer bei Materialmix.

von oszi40 (Gast)


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Mit unedlen Salzen kann man edleres Metall auflösen.
Könnte z.B. ein Rohrreiniger-Salz gewesen sein?

von Manfred (Gast)


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Das ist einfach so, Stahl und Wasser über längere Zeit.

Irgendwann am Waschbecken, wackelte der komplette Einhebelmischer. Das 
Ding hat zwei Stehbolzen und unter dem Becken eine Platte - die beiden 
Bolzen waren durch.

Da ist nichts chemisch agressiv, es ist einfach das Wasser, was unter 
der Dichtung durchsabbert - nach ca. 16 Jahren.

Für die Reparatur habe ich V4A-Schrauben eingesetzt, die werden wohl die 
Dichtungen im Wasserhahn (Kartusche) überleben.

von Armin X. (werweiswas)


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Guido C. schrieb:
> Das von Dir mit Abflusssieb/Ablauf bezeichnete Teil ist vermutlich aus
> Edelstahl.
>

Das mit der Korrossion kann ich bestätigen. Die Messingschraube in 
unserer Spüle war nach nur 30 Jahren einfach abgebrochen. Abflußreiniger 
hatte die nie zu sehen bekommen.

MfG

: Bearbeitet durch User
von Stefan M. (derwisch)


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Armin X. schrieb:
> nach nur 30 Jahren

Das ist ja schon ein Fall für den Verbraucherschutz ;-)))

von Praktiker (Gast)


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Hallo

Darum für den Siphon bzw. Geruchsverschluss keinen auf Metall nehmen - 
egal wie unattraktiv Kunststoff auch aussehen mag und was Mammi, der 
Lebenspartner oder gar der Nachwuchs sagt - denn die müssen es nicht 
ausbaden (manchmal wortwörtlich...) wenn nach einigen Monaten oder 
Jahren eine kleine Sache von wenigen Minuten sich zum Stundenlangen, 
nassen  und teuren Kraftakt entwickelt.
Es braucht weit weniger als 30 Jahre das ein Metallsiphon heftigste 
Probleme verursacht wenn z.B. "mal schnell" ein Verstopfung beseitigt 
werden soll, bzw. so eben noch vor der Kanalisation errettetes aus eben 
diesen Siphon heraus geholt werden muss - oder eben auch nicht - bzw. 
nur mit viel Fluchen und einer Fahrt zum Baumarkt, und mehre Stunden nur 
nervenaufreibende und den Haussegen gefährdende Arbeit.

Leider gibt es beim Abflusssieb (und vor allem dessen Schraube) kaum 
alternativen zu Metall - und selbst wenn man es sich vornimmt:
Alle 6 Monate (oder so ähnlich) diesen einfach ohne Not mal raus 
schrauben und die Schraube gegebenenfalls ersetzen macht man sowieso 
nicht.

Daher meine Empfehlung aus leidvoller Erfahrung:
Nie und nimmer einen Siphon aus Metall (zumindest die noch bezahlbaren 
welche aber auch schon mehr als teuer genug sind - dickwandgier 
Edelstahl und irgendwie besonders geschützte Gewinde funktionieren 
eventuell - falls es so was gibt möchte ich aber erst gar nicht erst die 
Preise dafür kennenlernen).
Schon das mehr oder weniger alternativlose Abflusssieb aus Metall bzw. 
mehr die Schraube sind garantierte "Quellen der Freude" schon nach 
wenigen Monaten.

Praktiker

von Udo S. (urschmitt)


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oszi40 schrieb:
> Rohrreiniger-Salz

Rohrreiniger ist NaOH, in wässriger lösung also Natronlauge. Das gleift 
nur Alu an indem es die Passivisierungsschicht angreift und das Wasser 
dann das Alu oxidiert.

Praktiker schrieb:
> Schon das mehr oder weniger alternativlose Abflusssieb aus Metall bzw.
> mehr die Schraube sind garantierte "Quellen der Freude" schon nach
> wenigen Monaten.

Bei uns halten sowohl die Metallsyphons als auch die Siebe schon 25 
Jahre.
Was halt kein Baumarktzeugs sondern vom Sanitärfachhandel.

von Manfred (Gast)


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Praktiker schrieb:
> Darum für den Siphon bzw. Geruchsverschluss keinen auf Metall nehmen -
> egal wie unattraktiv Kunststoff auch aussehen mag

Genau so!

Weil das besser aussieht, hatte ich unter dem Waschbecken Metall 
verbaut, Messing vernickelt / verchromt oder wie auch immer. Als ich mal 
dran musste, half nur die große Rohrzange, danach eine gerissene 
Verschraubung und ein blutiger Finger. Behelfsmäßig eine Rohrschelle 
drumpfuschen, Eimer drunter und ein paar Tage später Ersatz aus 
Kunsstoff gekauft.

Unter der Küchenspüle war von Anfang an Kunststoff, das hatte ich schon 
mehrere Male klaglos auseinander. Die Zentralschraube im Sieb ist mir 
dort aber auch schon weggegammelt, zum Glück hatte ich Edelstahl im 
Schraubenlager.

von michael_ (Gast)


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Udo S. schrieb:
> Bei uns halten sowohl die Metallsyphons als auch die Siebe schon 25
> Jahre.
> Was halt kein Baumarktzeugs sondern vom Sanitärfachhandel.

Was ist da der Unterschied?
Messing kann regelrecht zerbröseln. Auch an der Bördelung von so einem 
Siphong hatte ich das.

von piefqwertzke (Gast)


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Wohnt ein Biber in deinem Abflussrohr?
Hier hat er an einem See ein paar Bäume gefällt und das hat genauso 
ausgesehen.

Falls du ein leicht saures Wasser hast (z.B. aufgrund eines 
Granituntergrunds) dann darfst du auch des öfteren diverse Metallteile 
beim Wasserhahn oder Abfluss tauschen.
Es hängt also auch von den Eigenschaften des Leitungswassers ab, wie 
lange solche Korrosionserscheinungen auf sich warten lassen.

von Martin S. (sirnails)


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Elektrochemische Spannungsreihe. Darf nach ein paar Jahrzehnten schonmal 
passieren.

Das Problem sind billige Komponenten. Gute Teile sind eine dick 
verchromte Kupferlegierung, wie Messing. Billige Siebe sind allerdings 
gerne aus Alu oder Blech bzw. auch Edelstahl, weil es kaltverformbar 
ist, wohingegen Messing schwer zu bearbeiten ist. Ist alles kein 
Problem, wenn die Chromschicht dick genug ist. Aber genau dort wird am 
meisten gespart. Beim Einschrauben wird die Chrombeschichtung der 
Schrauben verletzt, sodass im Laufe der Zeit dieser lückenhaft wird. 
Dann kann die Korrosion loslegen.

von Manfred (Gast)


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Martin S. schrieb:
> Das Problem sind billige Komponenten. Gute Teile sind eine dick
> verchromte Kupferlegierung, wie Messing.

Das ist schon einmal Unfug: Chrom hat keine geschlossene Oberfläche und 
liefert keinerlei Korrosionsschutz. Auf Stahlteilen baut man Kupfer - 
Nickel - Chrom auf, wobei der Korrosionsschutz aus der Nickelschicht 
kommt. Bei Kupferlegierungen würde Nickel - Chrom genügen, aber da wird 
gerne gespart.

> Billige Siebe sind allerdings
> gerne aus Alu oder Blech bzw. auch Edelstahl, weil es kaltverformbar
> ist, wohingegen Messing schwer zu bearbeiten ist.

Alu ist im Bereich von fließendem Wasser unbrauchbar.

Dass Messing schwieriger zu bearbeiten ist als Edelstahl, behauptet nur 
jemand, der niemals damit zu tun hatte.

> Beim Einschrauben wird die Chrombeschichtung der
> Schrauben verletzt, sodass im Laufe der Zeit dieser lückenhaft wird.
> Dann kann die Korrosion loslegen.

Nochmal: Chrom ist für die Optik, kein Korossionsschutz. Verchromte 
Schrauben sind selten, die sind typisch vernickelt.

Chrom wird im Maschinenbau eingesetzt, weil damit harte und 
verschleißarme Oberflächen erzeugt werden können. Ein verchromte 
Schraube wird beim Einschrauben ganz sicher keinen Schaden nehmen, 
härter als Messing und Edelstahl ist das allemal.

Unklar ist, was heutzutage wirklich verwendet wird, das gute alte Chrom 
VI ist dankl EU Reach-Verordnung seit 15 Jahren nicht oder nur noch in 
ganz speziellen Ausnahmefällen zulässig.

von Maxe (Gast)


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Manfred schrieb:.
> Dass Messing schwieriger zu bearbeiten ist als Edelstahl, behauptet nur
> jemand, der niemals damit zu tun hatte.
Edelstahl laesst sich aus dem Blech stanzen und umformen, da sehr zaeh. 
Messing ist eher geeignet zur Zerspanung.

Allerdings sind Spuelwannen auch aus Edelstahl, ich kenn da keine 
Probleme. Hier aber mit Kunststoff-Syphons. Am Keramikwaschbecken 
dagegen ist der Syphon aus verchromtem Stahl, nie Probleme damit gehabt. 
Vielleicht ist es tatsaechlich die Stahl-Edelstahl-Kombination oder 
Messing-Edelstahl-Kombination, die nicht gut tut.

von michael_ (Gast)


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Martin S. schrieb:
> Das Problem sind billige Komponenten. Gute Teile sind eine dick
> verchromte Kupferlegierung, wie Messing.

So ein Teil ist mal nach weniger als 10 Jahren regelrecht 
auseinandergefallen. Obwohl schön dick.

Ebay-Artikel Nr. 122398286400

Auswählen: Y-Stück IG/AG/IG

von michael_ (Gast)


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Maxe schrieb:
> Am Keramikwaschbecken
> dagegen ist der Syphon aus verchromtem Stahl,

???
Entweder verchromtes Messing oder Edelstahl.

von Armin X. (werweiswas)


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Manfred schrieb:
> Alu ist im Bereich von fließendem Wasser unbrauchbar.

Viele Hersteller billiger Hochdruckreiniger, auch der selbsternannte 
Marktführer in D, Kärcher, bringt haufenweise Geräte mit Aluminiumpumpe 
unters Volk...

von Nick M. (muellernick)


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Manfred schrieb:
> Unklar ist, was heutzutage wirklich verwendet wird, das gute alte Chrom
> VI ist dankl EU Reach-Verordnung seit 15 Jahren nicht oder nur noch in
> ganz speziellen Ausnahmefällen zulässig.

Jaja, das "gute alte Chrom VI". Du meinst wohl Chrom-VI-Oxid. Und was da 
dran gut sein soll, ist schwer erklärungsbedürftig.

von Manfred (Gast)


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Nick M. schrieb:
> Du meinst wohl Chrom-VI-Oxid. Und was da
> dran gut sein soll, ist schwer erklärungsbedürftig.

Gut war die hohe Abriebfestigkeit, verchromte Kolbenstangen im 
Maschinenbau.

Ich habe damals die Jammerei gelesen, dass man keinen Reach-konformen 
Ersatz habe. Es ist nicht mein Fachgebiet und ich weiß nicht, was sich 
inzwischen als Nachfolger etabliert hat.

von Nick M. (muellernick)


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Manfred schrieb:
> Gut war die hohe Abriebfestigkeit, verchromte Kolbenstangen im
> Maschinenbau.

Chrom_OXID_! Oxid! Das hat nichts mit einer Chrom-Schicht zu tun. Beim 
Verchromen wird keine Chrom-VI-Oxid-Schicht aufgebracht. Es wird 
schnödes Chrom aufgebracht.
Allerdings ist im Galvanik-Bad Chrom-VI-Oxid vorhanden. Und damit müssen 
die Galvaniker umgehen (können). Ist aber ihr Beruf und verlässt das 
Werk nicht.

Was du wohl meinst ist Chromatieren, das ist aber kein Verchromen und 
hat absolut nichts mit Verschleißschutz zu tun.
https://de.wikipedia.org/wiki/Chromatieren

von Martin S. (sirnails)


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