Geht Radar 60GHz durch Sperrholzplatten mit 2cm Dicke?

Gast #6390751
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Werner H. schrieb:
> Gewißheit bringt nur ein praktischer Test, ist bei dem Preis auch
> machbar.

Bei der Lieferzeit von 8 Wochen scheint mir seine Frage berechtigt. Für 
erste grobe Grundlagenforschung würde ich ein Handy mit 5GHz-WLAN hinter 
dieses Holz legen und die Dämpfung mit einer App messen. Wahrscheinlich 
hat sich die Sache dann schon erledigt bei feuchtem Holz.
#6391002
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oszi40 schrieb:
> Wahrscheinlich
> hat sich die Sache dann schon erledigt bei feuchtem Holz.

Das Sperrholz ist ziemlich sicher nicht feucht, sonst wäre es in kurzer 
zeit nur noch Brei.
Allerdings nimmt das Sperrholz aus der Luft Feuchtigkeit auf, das heisst 
die Dämpfung dürfte sich schon je nach Luftfeuchte ändern.
Wieviel das ausmacht ist schwer zu sagen, wird man testen müssen.
Gast #6391006
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Raph schrieb:
> Geht Radar 60GHz durch Sperrholzplatten mit 2cm Dicke?

Die Frage läßt sich eindeutig mit Ja beantworten. Das ist alles nur eine 
Frage der Leistung. Die Randbedingung wäre nur, ob das Holz nachher noch 
vorhanden sein soll (ohne zusätzliche Löcher).

Wenn die Leistung hoch genug gewählt wird, würde gleichzeitig das 
Ungeziefer in und hinter den Platten abgetötet. Da hättest Du zwei 
Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Im Detail sei angemerkt, dass im 60GHz Bereich der Verlauf der 
Wasserdämpfung (und Reflektion) über der Frequenz einen "zappelige" 
Verlauf aufweist.
Gast #6391007
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Dieter schrieb:
> Raph schrieb:
>> Geht Radar 60GHz durch Sperrholzplatten mit 2cm Dicke?
>
> Die Frage läßt sich eindeutig mit Ja beantworten. Das ist alles nur eine
> Frage der Leistung. Die Randbedingung wäre nur, ob das Holz nachher noch
> vorhanden sein soll (ohne zusätzliche Löcher).

Den Link zum Produkt um das es geht hast du gekonnt ignoriert?
https://www.digikey.de/product-detail/de/acconeer-ab/A111-001-T-R/1891-A111-001-T-RCT-ND/8040771

Oder weshalb denkst du das man sonst dort die Leistung hochschrauben 
kann?
Einfach was gepostet um sich selber einzureden man sei schlau?
Gast #6391038
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Mockerl schrieb:
> Den Link zum Produkt um das es geht hast du gekonnt ignoriert?

Der Beginn war ironisch. Natürlich habe das Datenblatt angesehen.
Der letzte Absatz war ein Hinweis. Der Verlauf läßt sich sicherlich in 
Fachpublikationen in der Bibliothek an der Hochschule finden.
Gast #6391055
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Raph schrieb:
> Frage:
> Geht Radar 60GHz durch Sperrholzplatten mit 2cm Dicke?
> Es geht um diesen Sensor bei dem ich hinter den Platten Lebewesen
> erkennen möchte:
>
> 
https://www.digikey.de/product-detail/de/acconeer-ab/A111-001-T-R/1891-A111-001-T-RCT-ND/8040771

Generell ja, jedoch eine Frage der Feutigkeit, des Antennengewinns, der 
Sendeleistung sowie dem Dynamikbereich des Chips. Du kannst dem Chip 
eine Linse aufsetzen wenn du zufällig HF Ingenieur bist und sowas drauf 
hast.
Gast #6391075
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Hallo Raph,
ich habe vor einiger Zeit ähnliche Teile in China bestellt.
Die arbeiten mit ca. 3GHz und haben ca. 2€/Stück gekostet.
Die haben 5-10 m Reichweiteim Raum. Verhalten sich etwa wie WLAN. 
Gasbetonwände und Holztüren dämpfen, werden aber durchdrungen. 
Versuchsweise hab ich die in einem Kalksandstein platziert - 
funktionierte super. Ich wollte 2 Sensoren um 90' versetzt unter 
Gehwegplatten platzieren, um das Aussenlich einzuschalten, wenn jemand 
kommt und auszuschalter, wenn er geht.
Gruß Carsten
#6391126
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> 60 GHz wird sich nicht völlig anders als 100 GHz verhalten

Oh doch. 60GHz und 100GHz sind verschieden. Und zwar in der Streuung, an 
der nichtidealen Oberflaeche, im nichtidealen Volumen. Je naeher 
Strukturgroessen, wie zB Faserfuehrung, Pressspahnkorngroessen, 
Unebenheiten an der Wellenlaenge sind, desto groesser die Streuung.

Ich denk 10dB sind's schnell mal, eher mehr
#6391142
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Joggel E. schrieb:
> Ich denk 10dB sind's schnell mal, eher mehr

Wenn man die Plots im Paper anschaut kann es nicht so dramatisch sein, 
denn dann müsste der Unterschied zwischen 100 GHz und 200 GHz ja noch 
viel grösser sein...
Der Frequenzverlauf weist aber bis über 500 GHz keine grösseren Rippel 
und Auffälligkeiten auf. Dafür sind die relativen 
Permittivitätsunterschiede und Einschlüsse innerhalb des Materials wohl 
einfach zu klein. Bei einem gemessenen epsr von 1.3-1.5 sind in dieser 
Hinsicht sowieso keine Katastrophen zu erwarten.
Gast #6391431
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Methusalixenzähler schrieb:
> Raph schrieb:
>> Geht Radar 60GHz durch Sperrholzplatten mit 2cm Dicke?
>
> Frag doch mal nen Segelflieger welches Radareche er mit seinem
> Holzflieger hinterlässt.

Aha! Ein Luftraumüberwachungsradar bei 60 GHz? Aha! Und Holzflieger?

Aha! Du bist Fachmann. Ich habe jetzt nicht geschaut, welche Leistung 
das

Radar erzeugt, aber ich gehe eher davon aus, das es bei dieser hohen

Frequenz zu  sehr hohen Dämpfungen kommt, es wird wohl nicht 
funktionieren.

Aber das ist doch bestimmt zu berechnen?

Radarmixer, gearbeitet mit/an Radargeräten bis 10 GHz

Grüße
Gast #6391811
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my2ct schrieb:
> Da könntest du genauso das Ausbreitungsverhalten von KW bei 7MHz mit dem
> von UKW bei 100MHz vergleiche. Die Aussagekräft wäre ähnlich.

Das ist sicherlich richtig. Ich wollte nur darauf hinweisen, das der 
niedrige GHz-Bereich ev. günstiger sein könnte.
Mir ist auch klar, das die Teile in Deutschland verboten sind, aber bei 
einem 180' Winkel und der geringen Leistung ist mir das egal. Das wird 
keine merken.
#6391837
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Christoph db1uq K. schrieb:
> Asugerechnet bei 60 GHz ist eine Resonanz, die zumindest die
> atmosphärische Dämpfung maximal werden läßt. Allerdings kommt die vom
> Sauerstoff:
> https://www.tactron.de/files/atmosphericattenuation.jpg
> ein weiteres Maximum bei 22GHz stammt vom Wasser.

Beachte aber bitte, dass dort Dämpfungswerte pro km angegeben sind.
Bei ein paar cm ist das nix.
Gast #6392106
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GHz N. schrieb:
> Bei einem gemessenen epsr von 1.3-1.5 sind in dieser
> Hinsicht sowieso keine Katastrophen zu erwarten.

Ich habe in einem Tabellenpunkt auch noch einen Datenpunkt gefunden:
Pappelholz er=1.42 tand=0.02 bei 100GHz

Sehe ich auch als nicht sehr kritisch an.

Man sollte die Holzplatte aber sicherlich nicht direkt berührend vor 
die Antenne bauen, um deren Resonanz nicht zu verstimmen.
Gast #6392161
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Nachtrag: ich habe ein schnelles Simulationmodell gebaut (3D FDTD-Solver 
Empire XPU).

Zwei Patchantennen, die sich im Abstand von 10cm gegenüberstehen. Das 
einmal mit 20mm Sperrholz (er=1.42 tand=0.02) dazwischen und einmal 
ohne. Also für dem Sperrholz-Fall: 40mm Luft - 20mm Sperrholz - 40mm 
Luft. Seitlich alles mit Absorber (PML) abgedichtet.

Ergebnis: vernachlässigbare Dämpfung durch die Sperrholzschicht.
#6392598
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Christoph db1uq K. schrieb:
> und wie rechnet man den "Absorptionskoeffizienten pro Zentimeter" in dB
> pro Zentimeter um? Die Kurven fangen leider erst bei 100 GHz an.

Üblicherweise versteht man darunter den Faktor, um welchen die 
Intensität (d.h Leistungsdichte) der Welle abgeschwächt wird...

d.h:
alpha = 3/cm entspricht 10*log10(3) = 4.8 dB/cm
alpha = 10/cm entspricht 10*log10(10) = 10 dB/cm

und so weiter...
#6393117
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Gut, links in den beiden Diagrammen, für 100 GHz, liegt der bei 2...3, 
entsprechend 3-5 dB/cm. Mal 4 cm also 12...20 dB (es muss ja zweimal 
durch das Holz laufen).

Bleiben noch die restlichen Verluste. Aus Öffnungswinkel der Antenne und 
Abstand zum Holz ergibt sich die ausgeleuchtete Fläche. Die Fläche des 
Insekts ist deutlich kleiner, daraus kann man einen dB-Wert berechnen. 
Aber jetzt kommt die große Unbekannte, Reflexion und Streuung durch das 
Insekt.

Man könnte irgendein Krabbeltier mit irgendeinem Radarsensor testen, 
ohne Holz. Wenn dann der Rauschabstend höher als die 12..20 dB liegt, 
hätten wir eine Chance.

Die einzige Stellschraube ist noch der Antennengewinn, mit Horn oder 
Schüssel ließe sich etwas bündeln. Das geht auch gleich zweimal in die 
Bilanz ein.

Insekten der abgebildeten Größe sollte kein Problem darstellen...
https://www.projekt-gutenberg.org/wbusch/maxmor1/chap004.html
Angehängte Dateien:
Gast #6393202
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GHz N. schrieb:
> d.h:
> alpha = 3/cm entspricht 10*log10(3) = 4.8 dB/cm
> alpha = 10/cm entspricht 10*log10(10) = 10 dB/cm


Hmm.

Ich würde sagen, in der Rechnung fehlt noch eine e-Funktion:

https://de.wikipedia.org/wiki/Absorptionskoeffizient

Also: wenn der Absorptionskoeffizient 3/cm ist, dann beträgt der 
Abschwächungsfaktor bei 1cm Absorptionslänge 
exp(-3/cm*1cm)=exp(-3)=0,05.

Das in dB umgerechnet ergibt eine Leistungsänderung von -13dB (also 
13dB/cm). Bei einem Absorptionskoeffizienten von 1/cm wären es 4,3dB/cm.

Absorptionskoeffizient und der Zahlenwert von dB/cm sind proportional 
zueinander, der Proportionalitätsfaktor ist 10*log_10(e).
Gast #6393210
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Ich habe noch eine Veröffentlichung gefunden, die gut zu meinen geringen 
Transmissiondämpfungen aus der Simulation passt.

Demnach hat Holz (nicht näher spezifiziert) bei 60GHz eine Dämpfung von 
1.3dB/cm

"Propagation Characterization of an Office Building in the 60 GHz Band", 
Jonathan Lu et al

Das Dokument findet man im Volltext, einfach den Titel suchen
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjDq7mehs_rAhXSy6QKHS5FANMQFjACegQIAhAB&url=https%3A%2F%2Fwww.interdigital.com%2Fdownload%2F54313eb0e26228452500011c&usg=AOvVaw0FtEBDsrz_VPDHeo1PCNaT

Viele Grüße
Volker
Angehängte Dateien:
#6397376
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Gunn ist etwas aus der Mode gekommen
https://www.mouser.de/ProductDetail/MACOM/MACS-007801-0M1RMR?qs=jdeZAcMgN5no%2Fr%2FbeX%2F2lw==

Mit gedrucker Flächenantenne
https://www.reichelt.de/bewegungsmelder-radar-20-60-c-hyg-rsm-1650-p117275.html?&trstct=pos_0&nbc=1
dasselbe mit Auswerteelektronik
https://www.reichelt.de/bewegungsmelder-radar-20-60-c-hyg-rad-mod-p117276.html?&trstct=pos_1&nbc=1
Sendefrequenz: 24,0 ... 24,25 GHz
Ausgangsleistung: typ. 16 dbm (EIRP)
Öffnungswinkel: Horizontal 80°, Vertikal 32°

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