Unter EMV-Gesichtspunkten macht der Kondensator zwischen GND Sekundär
und PE durchaus Sinn: Er hilft dabei Energiereiche Impulse auf der
Sekundärseite (GND) nach PE abzuleiten, welche über die Sekundärseite in
das Gerät eingekoppelt werden (z.B. lange Leitungen ohne galvanische
Trennung).
Es gibt aber auch noch Idioten(TM), die den GND hart mit dem PE
verbinden. Solche Anordnungen machen zwar i.d.R. keine Probleme, wenn
die Impedanz des PE niedrig genug ist, sprich: Es fließen kaum
Störströme vom PE weg, aber im Falle des Ausfalls des PE-Leiters, hebt
man im ungünstigsten Falle sein GND-Potenzial auf die halbe Netzspannung
(Y-Kondensatoren zur Entstörung) oder bringt sich gar bei Ausfall des PE
und gleichzeitigem Isolationsfehler auf der Primärseite noch um. Für
Schutzkleinspannung ist dieser Mist aber vorgeschrieben und macht da
auch immer wieder Probleme...
Gelegentlich sieht man auch noch eine RC-Parallelschaltung aus einem C
und einem hochohmigen Widerstand (>= 1M). Das bindet den GND auch
statisch and den PE und bei einem Isolationsfehler ggü. PE britzelt es
zwar, es fließt aber kein gefährlicher Strom.
Die oben genannte Anordnung eines (spannungsfesten) Cs zwischen GND und
PE ist unter entsprechenden Umständen für die Entstörung notwendig. Bei
entsprechender Schaltungsauslegung, also dem Vermeiden sekundärseitiger
energiereicher Störimpulse, wird dieser nicht benötigt. Schaden tut er
meiner Meinung nach aber nicht, wenn er vorhanden ist.
Viele Grüße!
Sven