Hallo!
Weiss jemand ob Kurzschluss-Bremsen Momentum wegnehmen oder wird es nur
auf die Stütz-Konstruktion übertragen ?
Es würde mich interessieren ob der Magnet in dem Bild seine gesamte
"Wucht" auf den unteren Teil des Rohres überträgt beim Bremsen oder wird
ein Teil zu Wärme in der Brems-Spule umgewandelt ?
H-G S. schrieb:> Momentum
Wie meinen?
H-G S. schrieb:> ob der Magnet in dem Bild seine gesamte "Wucht" auf den unteren Teil des> Rohres überträgt
Wenn die Kurze Strecke in der Lage ist, den Magneten soweit abzubremsen,
dass er mit der stationären Endgeschwindigkeit unten heraus kommt, dann
ja.
Die Spule muss sich am Rohr abstützen und das Rohr muss sich woanders
abstützen.
H-G S. schrieb:> wird ein Teil zu Wärme in der Brems-Spule umgewandelt
Immer wird der Teil kinetischen Energie, die dem Magneten weggenommen
wird, in Wärme umgesetzt.
mfg mf
H-G S. schrieb:> Momentum
Dir fehlen die elementaren Grundlagen der Physik!
Ein sich bewegender Körper hat
1. Einen Impuls
2. Eine kinetische Energie
Und für beide gelten Erhaltungssätze!
Edit:
Welcher Vollpfosten hat Achim ein -1 gegeben?
(+1)
Nagut ... ich bin nicht genug gebildet!
Hauptsächlich möchte ich gerne wissen ob es möglich ist eine
beschleunigte Masse abzubremsen ohne den Impuls komplett wieder in das
System zurückführen zu müssen. Also könnte man mit sowas einen
Rückstoss-Antrieb bauen der zB. ein kleines Spielzeug-Boot antreibt,
aber das Projektil wiederverwendet nach dem "Abschuss" ?
Michael B. schrieb:> Münchhausen hat sich dieses Prinzip zu nutze gemacht als er sich am> eigenen Schopf aus dem Sumpf zog.
Dieses Kunststück schaffen heute immerhin schon einige FET Treiber :)
Aber die nutzen den Stiefelriemen.
H-G S. schrieb:> Also könnte man mit sowas einen> Rückstoss-Antrieb bauen der zB. ein kleines Spielzeug-Boot antreibt,> aber das Projektil wiederverwendet nach dem "Abschuss" ?
Bei einem Rückstoßantrieb für ein Spielzeugboot fällt mir spontan das
Knatterboot Prinzip ein. Wenns ne Nummer größer sein darf ginge auch ein
JET Antrieb. Das ist dann aber schon kein Spielzeug mehr. Bei beiden
wird das umgebende Wasser für den Vortrieb nach hinten ausgestoßen.
Wenn das in einem Kreislauf funktionieren soll geht das evtl auch, wenn
du die Impulsenergie umlenken kannst. Sprich etwas schnell
beschleunigen, das bewirkt einen großen Gegenimpuls aufgrund der
Masseträgheit und dann langsam abbremsen und ebenso langsam zurückführen
um es dann wieder stark zu beschleunigen. Ob sowas praktisch sinnvoll
ist... ich bezweifle es
Langsam abbremsen des Projektils reicht nicht, denn man würde die selbe
Energie in Gegenrichtung zuführen die man zum Abschiessen hineingesteckt
hat - ich denke so kommt man nicht vorwärts... Aber man müsste die
Energie des Projektils umlenken, also weg von der Bewegungsrichtung -
vielleicht seitlich.
Da kam mir die Idee mit dem Abbremsen über eine Kurzschluss-Spule ...
man könnte vielleicht sogar die Brems-Energie rekuperieren und für etwas
verwenden.
H-G S. schrieb:> Also könnte man mit sowas einen> Rückstoss-Antrieb bauen der zB. ein kleines Spielzeug-Boot antreibt,
Definiv kann man auch eine Vorwärtsbewegung hinbekommen. Wenn es sich
dabei um ein Boot handeln sollte, dass das Massestück im Wellengang hin
und her schaukelt (Drehbewegung) und dabei hin und her wandern kann.
Wird jeweils nur eine Richtung abgebremst und Energie entzogen (z.B.
Diode) dann "ruckelt" es sich langsam von der Stelle. Der Wirkungsgrad
dabei ist aber richtig schlecht.
H-G S. schrieb:> ich denke so kommt man nicht vorwärts
Ich denke aber schon. Da du ja nicht im luftleeren Raum bist sondern in
diesem Fall im Wasser schwimmst gibt es auch immer Haft- und
Gleitreibungskräfte die der Bewegung entgegenwirken. Beliebtes
Kinderspiel dazu: Kind sitzt in einem Karton und bewegt sich Ruckartig
nach vorn: es rutscht ein Stück nach vorn. Danach langsames bewegen in
Ausgangsrichtung und neuer Schub. Ok, in dem Fall ist nicht das
plötzliche Beschleunigen sondern eher das plötzliche Abbremsen
ausschlaggebend. Man muss halt nur die Haftreibungskraft in der einen
Richtung überwinden und in der anderen nicht. Auf Rädern montiert
funktioniert dieses Spiel immer noch, wenngleich nicht mehr so effektiv,
da man dann etwas in die Gegenrichtung rollt. Nichtsdestotrotz gibt es
einen gewissen örtlichen Versatz über die Zeit.
Es scheint das man mit zwei Pendeln überprüfen kann, ob Momentum
übertragen wird oder ob es eine Differenz gibt - die Pendel müssten wohl
gleich viel Masse haben ...
Christian B. schrieb:> H-G S. schrieb:>> ich denke so kommt man nicht vorwärts>> Ich denke aber schon. Da du ja nicht im luftleeren Raum bist sondern in> diesem Fall im Wasser schwimmst gibt es auch immer Haft- und> Gleitreibungskräfte die der Bewegung entgegenwirken.
Damit im Wasser eine nennenswerte Haftreibung ensteht, muss es gefroren
sein. Dann ist das Fahrzeug aber kein Boot mehr, sondern ein Schlitten.
Fürs Vorwärtskommen im Wasser kann man von den Reibungskräften nur die
Gleitreibung (besserer Begriff: Strömungswiderstand) nutzen, das
geschieht bspw. mit einem Paddel oder einem Propeller.
Ha... meine Belästigung von Leuten im Internet war fruchtbar!
Es scheint dass der in die Brems-Spule induzierte Strom ein Magnetfeld
erzeugt - vermutlich in gegensätzlicher Richtung zu dem durchfliegenden
Magneten. Dadurch wird wohl der Magnet "mechanisch" mit der Konstruktion
gekoppelt und bremst die Fortbewegung des ganzen Apparates wieder oder
zerstört das "Heck".
Was würde aber passieren wenn man zwei gegensätzlich gewickelte
Brems-Spulen verwendet, um das Gegen-Magnetfeld zu neutralisieren? Würde
der Magnet dann überhaupt noch abgebremst bzw. würde dann auch noch
elektrische Energie erzeugt ?
Es sieht aus als bringe eine Überkreuz-Wicklung der Brems-Spule nichts,
da ein hindurchfallender Magnet die Elektronen beider Spulen-Wicklungen
immer in die selbe Richtung schiebt (die Pfeile in der Zeichnung).
Wenn man dann die Rechte-Hand-Regel zur Bestimmung des hervorgerufenen
Magnetfeldes stromdurchflossener Spulen benutzt, ergibt sich bei beiden
Spulen die selbe Magnetfeld-Orientierung.
Damit wäre die Machbarkeit des Projektes so gut wie widerlegt fürchte
ich ...
H-G S. schrieb:> Da kam mir die Idee mit dem Abbremsen über eine Kurzschluss-Spule ...
Mit einem Kurzschluss geht sowieso nichts.
Denn Leistung ist Strom mal Spannung. Bei einem Kurzschluss hast Du nur
Strom, aber keine Spannung, also kann eine kurzgeschlossene Spule keine
Energie (Leistung) abbauen.
Naja, vielleicht ergibt sich etwas Leistung wenn der Strom hoch genug
ist ... die Spule muss wohl niederohmig sein. Aber ich kriege bald
Magnet und Rohr dann kann ich ein paar Spulen wickeln.
Auf youtube gibt es einige Videos zu "Lenz´s law" und allgemein zu
Magneten im Kupferrohr.
Der durchfallende Magnet stellt ein sich änderndes Feld dar. Das
sich-ändernde Feld verursacht eine Kraft auf die Elektronen im Leiter.
Der Verlauf des Leiters ist dabei zunächst egal. Aber da der Leiter als
Spule aufgebaut ist, wirken die Kräfte alle in Leiterrichtung, die
Kräfte der Elektronen addieren sich also und sind als Spannung messbar.
Wären die zwei entgegengewickelten Spulen an einem Ende miteinander
verbunden, dann wäre die Summe aller Kräfte gleich null, die Elektronen
würden sich nicht in der Spule bewegen, obwohl auf jedes einzelne
Elektron eine Kraft wirkt. Kommen die Elektronen aber in Bewegung, dann
erzeugen sie selbst ein Feld, das dem vom Magneten erzeugten Feld
überlagert ist. Und das Feld "stößt" dann den Magneten ab, d.h. bremst
die Bewegung.
H-G S. schrieb:> Auf youtube gibt es einige Videos zu "Lenz´s law" und allgemein zu> Magneten im Kupferrohr.
Ja, je dicker das Kupfer, umso langsamer fällt der Magnet. Weil nämlich
mit der Dicke des Kupferrohres der Widerstand sinkt, und weniger Energie
in Wärme umgewandelt wird. Nimm statt Kupfer einen Supraleiter, und der
Magnet bleibt stecken. Weil dann kein Widerstand mehr vorhanden ist, in
dem Energie "verloren" geht.
Du willst aber bereits vorhandene kinetische Energie abbauen, bzw in
Wärme umwandeln. Das ist was Anderes.
Dafür mußt Du an die Spule einen Widerstand anschließen.
Ich habe es geahnt das es voreilig war, seinen Bastel-Kram aufzulösen
...
Dieses Projekt schreit nämlich geradezu nach Geschwindigkeitsmessungen
mit Mikrocontrollern und Lichtschranken, Strommessungen mit
verschiedenen Widerständen, Oszilloskop-Bildern usw.
Aber vielleicht kann man sich billig etwas zusammenkaufen :-) Das DSO
braucht ja nicht viel Bandbreite. Aber Arduino programmieren ist mir
etwas fremd, da ich immer nur Assembler und bare metal gemacht habe.
Ich schlafe mal ein paar Nächte drüber - ob sich der Erkenntnis-Gewinn
lohnt ist ja nicht so sicher.
Ich denke ich weiss jetzt was läuft:
Man kann den Magneten nur abbremsen wenn man ein Gegen-Magnetfeld
erzeugt, also über eine Spule Strom fliessen lässt und elektrische
Energie umsetzt/verbraucht. Dabei muss die Spule auf jeden Fall am
System abgestützt sein, da sie sonst weggeschoben würde. Das heisst es
kommt auf jeden Fall Momentum vom Magneten auf die Konstruktion zurück.
Die Bewegungs-Energie des Magneten wird wahrscheinlich zum Teil in
elektrische Energie umgewandelt und zum Teil an die Konstruktion
zurückgegeben (durch das Gegen-Magnetfeld). Genaue Prozentzahlen zur
Energie-Aufteilung und Optimierungsmöglichkeiten kenne ich nicht, es
sollte aber durchaus möglich sein auf diese Weise ein Magnet-Projektil
abzubremsen und trotzdem eine Vorwärtsbewegung des Fahrzeuges zu
erhalten - man müsste nur langsam und über eine längere Bremsstrecke
vorgehen damit keine mechanische Überlastung entsteht.
Natürlich könnte wieder ein fieser, unbekannter Aspekt den "reactionless
drive" verhindern ... es ist sogar zu erwarten!
Wenn die Arschfunk-Schelte nicht nur eingebildet war, liegt die Sachlage
doch anders ...
Der sich bewegende Magnet schiebt mit seinem Magnetfeld gegen das
Magnetfeld der gestaffelten Elektronen in der Spule, und die
"mechanische" Kopplung ist nichts weiter als die magnetische Kopplung an
diese Elektronen, die wiederum selber am Material der Spule gekoppelt
sind (sich da durchwürgen bzw. festhängen). Man sieht auch zB. an den
Wirkungsgraden von Generatoren von über 90%, dass es nur diesen einen
Weg der Energie-Übertragung gibt - ohne einen verlustbehafteten
mechanischen Teil.
Ich ahne, wo mein Denkfehler liegt: es gibt wohl keine "Brems-Energie",
sondern nur eine Energie-Abnahme ... also eine
Geschwindigkeits-"Vernichtung" ... hüstel ...
Ausserdem addieren sich die Vektoren des nach hinten beschleunigten
Magneten und des Fahrzeuges beim Bremsen, sodass man die doppelte
Energie des Magneten wegmachen muss damit er auf dem Fahrzeug landet.
Nagut bei Letzterem bin ich mir nicht ganz so sicher :-)
(Vermutlich) noch ein Beitrag und ich kann es abschliessend
zusammenfassen ...
Auf jeden Fall koppelt die Magnetfeldänderung in der Spule solange den
Magneten an die Spule (und das Fahrzeug), solange eine differenzielle
Geschwindigkeit zwischen Magnet und Fahrzeug herrscht.
So lange Magnet und Fahrzeug gekoppelt sind, bremst die gegensätzliche
Bewegung des Fahrzeuges den Magneten. Dies wird so lange gehen bis
Magnet und Fahrzeug die gleiche Geschwindigkeit und Richtung haben
(eindimensional betrachtet).
Die induzierte elektrische Leistung wird wohl am Ende einen Betrag haben
wie die differentielle Bewegungsenergie der beiden Körper zu einander
war.
Ob jetzt das "reactionless drive" (wahrscheinlich nicht) funktioniert
weiss ich erst morgen denn mein Gehirn schläft jetzt schon halb :-)
H-G S. schrieb:> Man kann den Magneten nur abbremsen wenn man ein Gegen-Magnetfeld> erzeugt, also über eine Spule Strom fliessen lässt und elektrische> Energie umsetzt/verbraucht.
Allerdings gibt es Freifalltürme, deren Gondeln durch ein
Permanentmagnetfeld abgebremst werden. Ganz ohne Strom. Im Holidaypark
steht so ein Ding. Ich damit gleichzeitig Failsafe.
Cyblord -. schrieb:> Allerdings gibt es Freifalltürme, deren Gondeln durch ein> Permanentmagnetfeld abgebremst werden. Ganz ohne Strom.
Nicht mal mit Wirbelstrom in einem Metall ?
Übrigens habe ich einen Fall der Energie-Übertragung bei meinem
Magnet-Gefährt-Beispiel vergessen : der Magnet fliegt auf das stehende
Fahrzeug zu und muss dann wohl zwangsläufig seine Bewegungsenergie auf
das Fahrzeug übertragen und gleichzeitig elektrische Energie in der
Koppelspule umsetzen ... also wohl doch zwei Energie-Pfade ... grübel
:-)