Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Smart-Meter oder nicht?


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von сорок две (Gast)


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Ich bin vor 6 Wochen umgezogen und habe die Zählerstände meiner alten 
Zähler gerade telefonisch an den Netzbetreiber durchgegeben, weil deren 
Web Anwendung...sag ich mal nix dazu...

In meiner neuen Residenz habe ich einen "modernen" elektronischen 
Zähler, was ich bereits vor einiger Zeit mit gerümpfter Nase (als 
Elektroniker) zur Kenntnis genommen habe...das Mistding kostet mich 20 
Euro zusätzlich im Jahr.

Ich habe mit dem netten Mädel vom Service ein Bisschen geschwatzt, u.A. 
auch über letzteren Zähler. Sie meint das Ding ist kein Smartmeter und 
auch nicht fernauslesefähig.. wieso zum Geier kostet das Ding dann einen 
Aufpreis?
...weil die Elektronik aufwändiger zu produzieren ist als ein 
dreiphasiger Ferrariszähler?!? Was ist jetzt an dem Ding der Vorteil 
bzw. die Innovation die ich bezahlen muß und was ist der Vorteil für den 
Netzbetreiber?

Das Scheißding kann wohl durch Module erweitert werden, die 
Funktionalität ist aber nicht enthalten. Es handelt sich um dieses 
Mopped:

https://www.lackmann.de/hardware/elektrizitaetszaehler/MT175

Das Ding kann den Verbrauch über verschiedene Zeiträume saldieren...wenn 
man die PIN für diese Anzeige hat (habe ich nicht). Fernauslesefähig ist 
es in dieser Konfiguration auch nicht und eine Abschalteinrichtung ist 
nicht dokumentiert (dann würde es von der Wand fallen wenn das passiert, 
3 Drähte tuns auch).

сорок две

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Elektroinstallation war schon immer das Ergebnis gut funktionierender 
Lobbyarbeit. Wenn Du Deine Sicherungsautomaten und Leitungsquerschnitte 
an den aktuellen Konsens der Industrievertreter anpasst, dann darfst Du 
auch gleich einen mannshohen Zählerschrank mit einbauen.

von Wühlhase (Gast)


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Sorge dich lieber darum, daß das Teil auch richtig zählt.

https://www.heise.de/select/ct/2017/7/1490969807376118

Die meist verbauten elektronischen Zähler sind m.M.n. eine 
Verschlechterung in jeder Hinsicht.

von Olaf (Gast)


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> Was ist jetzt an dem Ding der Vorteil
> bzw. die Innovation die ich bezahlen muß und was ist der
> Vorteil für den Netzbetreiber?

Weil er keine Mechanik enthaelt ist seine Herstellung deutlich billiger 
als ein alter Zaehler. Weil man durch geschickte Lobbyarbeit die Kunden 
fuer doof verkaufen konnte ist er teuer fuer dich. Als ist der Vorteil 
fuer deinen
Netzbetreiber das er doppelt soviel verdient wie vorher und irgendwie
cool und modern dasteht. Also ausser fuer dich nur Vorteile. Du erkennst
das daran das du kein Kunde im eigentlichsen Sinn bist, also nicht 
entscheiden kannst was bei dir an die Wand geschraubt wird.

Olaf

von сорок две (Gast)


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Wühlhase schrieb:
> Sorge dich lieber darum, daß das Teil auch richtig zählt.
>
> https://www.heise.de/select/ct/2017/7/1490969807376118
>
> Die meist verbauten elektronischen Zähler sind m.M.n. eine
> Verschlechterung in jeder Hinsicht.

Aus genau diesem Grund hatte ich das Ding mit Stirnrunzeln wahrgenommen, 
bei einem Ferrariszähler weiß man was der macht und der macht es richtig 
(Tm).

сорок две

von сорок две (Gast)


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Olaf schrieb:
>> Was ist jetzt an dem Ding der Vorteil
>> bzw. die Innovation die ich bezahlen muß und was ist der
>> Vorteil für den Netzbetreiber?
>
> Weil er keine Mechanik enthaelt ist seine Herstellung deutlich billiger
> als ein alter Zaehler. Weil man durch geschickte Lobbyarbeit die Kunden
> fuer doof verkaufen konnte ist er teuer fuer dich. Als ist der Vorteil
> fuer deinen
> Netzbetreiber das er doppelt soviel verdient wie vorher und irgendwie
> cool und modern dasteht. Also ausser fuer dich nur Vorteile. Du erkennst
> das daran das du kein Kunde im eigentlichsen Sinn bist, also nicht
> entscheiden kannst was bei dir an die Wand geschraubt wird.
>
> Olaf

Da hast Du wohl Recht, ich bin ein Ernergiewende-Bezahler wiederwillen. 
Ich will meine Atomkraftwerke wieder und die Grünen los haben.

сорок две

von Tim H. (tim888)


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Du kommst auf lange Sicht an einem Smart-Meter nicht vorbei. Deshalb 
kannst du gleich ein Smart-Meter nehmen. Vorausgesetzt es ist im 
preislichen Rahmen.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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сорок две schrieb:
>
> Aus genau diesem Grund hatte ich das Ding mit Stirnrunzeln wahrgenommen,
> bei einem Ferrariszähler weiß man was der macht und der macht es richtig
> (Tm).
> сорок две

Du kennst Dich doch aus, häkel einen Ferraris dahinter und beobachte 
(fotografiere) das eine Weile.
Ich habe noch immer meine Ferraris und derzeit sind keine neumodischen 
in Sicht.

Old-Papa

von Michael B. (laberkopp)


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сорок две schrieb:
> wieso zum Geier kostet das Ding dann einen Aufpreis?

Kostet es nicht, man verlangt es bloss. Wechsel einfach den 
Stromanbieter.
Jeder hat einen anderen Grundpreis, der die Zähler- und Auslesekosten 
mit abdeckt.
Es hängt gar nicht vom Zähler ab.

von Michael B. (laberkopp)


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Tim H. schrieb:
> Du kommst auf lange Sicht an einem Smart-Meter nicht vorbei.
> Deshalb
> kannst du gleich ein Smart-Meter nehmen. Vorausgesetzt es ist im
> preislichen Rahmen.

Es ist gar nicht seins, sondern gehört dem Energieversorger.
Der nimmt und bestimmt.

von wendelsberg (Gast)


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Michael B. schrieb:
> Es ist gar nicht seins, sondern gehört dem Energieversorger.

Nein, da wurde vor einiger Zeit eine weitere mitverdienende Instanz 
erfunden. Der Messtellenbetreiber.

https://www.finanztip.de/wechsel-messstellenbetreiber/

wendelsberg

von Veit D. (devil-elec)


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Hallo,

da hatte ich wohl Glück. Bei mir hieß es 2017, sie wurden auserwählt, 
wir bauen bei Ihnen ein Smartmeter rein. Punkt. Kurz davor laß ich auch 
von den Messfehlern. Da dachte ich mir auch mein Teil. Es ist ein ganz 
einfacher Zähler. Warum die den bei mir eingebaut haben weiß ich nicht. 
Der kann auch nichts anderes wie der Alte. Keine Datenaufzeichnung, 
keine Fernauslesung, nichts. Dummer Zähler nur eben digital. Man kann 
sich neben den kWh den aktuellen Spannungswert, aktuellen Strom, 
aktuelle Wirk/Scheinleistung und usw. anzeigen lassen. Man kann ihn 
damit als Energiemesser verwenden.   :-)

Allerdings kann ich 3 Jahre später mir ruhigem Gewissen behaupten, alles 
Paletti. Auch zahle ich keine extra Gebühr für das Teil.

2012  1402,3 kWh
2013  1283,8 kWh
2014  1224,0 kWh
2015  1160,0 kWh
2016  1280,5 kWh
2017  1243,5 kWh  im März war Zählerwechsel
2018  1199,2 kWh
2019  1247,1 kWh

: Bearbeitet durch User
von Michael W. (Gast)


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Braucht ein Smart-Meter einen Internet-Zugang zum Übermitteln der Daten? 
Wenn ja - was würde passieren, wenn der entsprechende Kunde keinen 
Internetzugang hat? (Ich weiß, ist nahezu illusorisch, da (fast) jeder 
über VoIP telefoniert). Oder der Kunde sagt: Internetanbindung? Nur zu - 
aber nicht über meinen Anschluß...

von Timo N. (tnn85)


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Michael W. schrieb:
> Wenn ja - was würde passieren, wenn der entsprechende Kunde keinen
> Internetzugang hat

GSM/LTE-Modem eingebaut in den Zählerschrank, Strom dafür wird von 
Netzseite bezogen.
Die Folgefrage wäre hier dann: Was passiert, wenn kein Empfang möglich 
ist an der Stelle, an der sich der Zählerschrank befindet. Muss man dann 
eine externe Antenne dulden, die noch extra verlegt werden muss?

von UniVerse (Gast)


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Michael W. schrieb:
> Braucht ein Smart-Meter einen Internet-Zugang zum Übermitteln der Daten?

Das kommt ganz drauf an. Manche Netz- und Messstellenbetreiber 
experimentieren auch mit CDMA, LoRaWAN oder eigenen DSL Netzen. 
Allgemein gilt bisher allerdings, dass die wenigsten Verbraucher 
überhaupt verpflichtet sind das Kommunikationsmodul installieren zu 
lassen. Damit erübrigt sich das. Wer dennoch einen fernauslesbaren 
Zähler haben will, muss entweder Internet bereitstellen oder 
draufzahlen.

Gerade in Mietwohnungen stelle ich mir das schwierig vor die Wahl zu 
geben zwischen: Was du kannst dein Internet nicht aus dem 3. Stock in 
den Keller legen? Dann zahl drauf!

von M. K. (mkn)


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Michael W. schrieb:
> Braucht ein Smart-Meter einen Internet-Zugang zum Übermitteln der Daten?

Der wird über Powerline Communication (PLC) ausgelesen.
Nicht das was Du als Lan Verlängerung innerhalb Deiner Wohnung kennst, 
sondern arschlangsame Übertragung in deutlich niedrigeren 
Frequenzbereichen.
http://www.g3-plc.com/what-is-g3-plc/g3-plc-overview/

Wundert mich, das noch niemand auf die Idee gekommen ist diese 
Übertragung gezielt zu stören oder gar durch manipulierte Daten zu 
ersetzen.
Über eine 'Stromzange' kann man diese Übertragung nämlich mitlesen und 
mit genug Sendeleistung auch überschreiben.

Wie bei den fernauslesbaren Wärmemengenzählern, gibt es aber auch 
Ansätze das über Funknetzwerke auszulesen.
Da Zähler aber meist im Keller stehen, ggf noch in einem Metallschrank, 
ist das in der realen Welt wahrscheinlich eher auf PLC beschränkt.

von Michael W. (Gast)


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UniVerse schrieb:
> Allgemein gilt bisher allerdings, dass die wenigsten Verbraucher
> überhaupt verpflichtet sind das Kommunikationsmodul installieren zu
> lassen.

Soll (Gott sei Dank) bei mir auch (zumindest bis jetzt) nicht 
installiert werden - reine Neugier bezüglich der Verfahrensweise seitens 
der EVU/Meßstellenbetreiber brachte mich dazu, diese Frage zu stellen.

Beitrag #6406356 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6406366 wurde von einem Moderator gelöscht.
von сорок две (Gast)


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Tim H. schrieb:
> Du kommst auf lange Sicht an einem Smart-Meter nicht vorbei.
> Deshalb
> kannst du gleich ein Smart-Meter nehmen. Vorausgesetzt es ist im
> preislichen Rahmen.

Wie genau definierst Du einen "preislichen Rahmen" für exakt Nix?

сорок две

Old P. schrieb:
> сорок две schrieb:
>>
>> Aus genau diesem Grund hatte ich das Ding mit Stirnrunzeln wahrgenommen,
>> bei einem Ferrariszähler weiß man was der macht und der macht es richtig
>> (Tm).
>> сорок две
>
> Du kennst Dich doch aus, häkel einen Ferraris dahinter und beobachte
> (fotografiere) das eine Weile.
> Ich habe noch immer meine Ferraris und derzeit sind keine neumodischen
> in Sicht.
>
> Old-Papa

Das liegt an der Geschichte des Hauses hier, das hatte mal abgefrohrene 
Heizungs- und Wasserleitungen in Abwesenheit der Bewohner (in 2017). Es 
sollen wohl 25m³ durch die Bude gelaufen sein. Das das Wasser auch durch 
die E-Verteilung im Keller gelaufen ist, hat diese danach neue Einbauten 
bekommen, inklusive diesem elektronischen Zähler.

Ein Ferrariszähler hat ca. 10Watt Eigenverbrauch pro System.

30W*24h das entspricht 262,8 KWh/a bei 30 Cent sind das 78,84€.
Meinst  Du wirklich?

сорок две

Michael B. schrieb:
> сорок две schrieb:
>> wieso zum Geier kostet das Ding dann einen Aufpreis?
>
> Kostet es nicht, man verlangt es bloss. Wechsel einfach den
> Stromanbieter.
> Jeder hat einen anderen Grundpreis, der die Zähler- und Auslesekosten
> mit abdeckt.
> Es hängt gar nicht vom Zähler ab.

Das Theater habe ich bereits durch, mein aktueller Anbieter (Maxximo) 
möchte trotz des über den Umzug hinaus weiterlaufenden Vertrages die 
Zählerkosten nicht übernehmen, so das ich diese nun separat an den 
Netzbetreiber zahlen muß. Der Anbieter steht deswegen bereits auf einer 
Liste die mit Abschüssen zu tun hat.

сорок две

von сорок две (Gast)


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Michael W. schrieb:
> Braucht ein Smart-Meter einen Internet-Zugang zum Übermitteln der
> Daten?
> Wenn ja - was würde passieren, wenn der entsprechende Kunde keinen
> Internetzugang hat? (Ich weiß, ist nahezu illusorisch, da (fast) jeder
> über VoIP telefoniert). Oder der Kunde sagt: Internetanbindung? Nur zu -
> aber nicht über meinen Anschluß...

Völlig falsch. Die richtige Antwort lautet: "Internetzugang? Aber 
freilich,
kostet bei mir 60€/a.. Rechnungsadresse, Kostenstelle, Auftrag??"

IMHO können die Dinger nicht nur über einen separaten NEtzanschluß 
telefoniren, sondern wenn sie müssen auch über DLAN in Richtung 
Trafohäuschen. Wenn das nicht so wäre, wären die Anbieter bescheuert.

сорок две

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