Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Verguss 100 MOhm Teiler


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von Horst S. (petawatt)


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Hallo,
will für DC einen 100:1 100 MOhm Spannungsteiler in ein PVC-Rohr 
einbauen. Es wurde eine Kette aus 21 x 4,7 MOhm / 0,25 Watt plus 2 
weiteren Widerständen zusammengelötet. Die Gesamtlänge ist ca. 21 cm. 
Funktioniert auch am DVM bei 6000 V ausreichend genau.

Frage: Kann man für eine bessere mechanische Stabilität und 
Spannungsfestigkeit das Rohr innen mit Paraffin ausgießen oder muss es 
unbedingt Epoxi sein? Epoxi-Fasche ist gerade leer. Welche Nachteile 
hätte Paraffin?

Grüße von petawatt

von Werner H. (werner45)


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Paraffin geht auch, wenn es rein ist. Also rein weißes.

von Horst S. (petawatt)


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Werner H. schrieb:
> Paraffin geht auch, wenn es rein ist. Also rein weißes.

Hab hier noch billige Teelichter. Da sollte kein Stearin enthalten sein.

von Rote T. (tomate)


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Kannst das Paraffin im Fall auch mit Polyethylen eindicken.
Paraffin schmelzen und gut heiss machen und dann Polyethylen-Stücke 
reintun.
Die lösen sich dann auf und das Paraffin wird mechanisch stabiler, 
Schmelzpunkt wird auch höher.

von Nichtverzweifelter (Gast)


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Hast Du - nebenbei gefragt- Widerstände benutzt, die mechanisch gross 
genug sind?

MfG

von Peter D. (peda)


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von ths (Gast)


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Auch bei Caddock und bei Metallux wird man fündig.

von Rainer V. (a_zip)


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Rote T. schrieb:
> Kannst das Paraffin im Fall auch mit Polyethylen eindicken.
> Paraffin schmelzen und gut heiss machen und dann Polyethylen-Stücke
> reintun.
> Die lösen sich dann auf und das Paraffin wird mechanisch stabiler,
> Schmelzpunkt wird auch höher.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einem engen PVC-Rohr eine große 
mechanische Stabilität gefordert sein wird. Gefordert ist die Isolation 
für die auftretende Spannung! Keine Ahnung, ob da Paraffin besser als 
Epoxi ist. Epoxi ist nach Aushärten mit Sicherheit aber besser in der 
Spannungsfestigkeit!
Gruß Rainer

von Harald W. (wilhelms)


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Nichtverzweifelter schrieb:

> Hast Du - nebenbei gefragt- Widerstände benutzt, die mechanisch gross
> genug sind?

...und auch 300V vertragen (siehe Datenblatt)?

von Nichtverzweifelter (Gast)


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...genau! Um die statische Feldstärke im jeweiligen Widerstand geht es.

Die bedrahteten 1/4 bis 1/2-Watt-Typen erlauben selten mehr als 250V DC.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Ich bin mir nicht ganz sicher mit Epoxy. Denn Epoxy kann Wasser 
aufnehmen.

von Peter D. (peda)


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Pandur S. schrieb:
> Ich bin mir nicht ganz sicher mit Epoxy. Denn Epoxy kann Wasser
> aufnehmen.

Stimmt. Übliche Vergußmassen aus dem Haushalt sind nicht für 
Hochspannung geeignet.
Wir haben auch schon einige Spannungsteiler nach dem Vergießen 
weggeschmissen.
Was recht gut geht, ist in Schrumpfschlauch einschrumpfen (mehrfach).

Ist auf Platinen der Abstand zu gering, geht auch dick Einsprühen mit 
Isolierlack Plastik 70.

von Werner H. (werner45)


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Bedrahtete 1/4-W-Widerstände vertragen mehr als 1000 V, 
0,5-W-Widerstände mehr als 2000 V, die waren auch 3 cm lang. 250 V ist 
falsch vermutet.
Elkos in alten Radios haben 450/550 V, also mehr als 250V. Die übliche 
Anodenspannung lag um 350 V. Überschläge an Widerständen gab es 
praktisch nie, welche IN Kondensatoren häufiger...

von Falk B. (falk)


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Werner H. schrieb:
> Bedrahtete 1/4-W-Widerstände vertragen mehr als 1000 V,
> 0,5-W-Widerstände mehr als 2000 V, die waren auch 3 cm lang. 250 V ist
> falsch vermutet.

Das ist nicht falsch vermutet sondern die OFFIZIELLE Spezifikation. Das 
die natürlich Reserven haben und nicht bei 10% Überspannung überschlagen 
ist klar.

von Peter D. (peda)


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Werner H. schrieb:
> Bedrahtete 1/4-W-Widerstände vertragen mehr als 1000 V,
> 0,5-W-Widerstände mehr als 2000 V, die waren auch 3 cm lang. 250 V ist
> falsch vermutet.

Das ist keine Vermutung, sondern steht so im Datenblatt:

Max. Working Voltage 250V

https://de.farnell.com/multicomp/mcmf006ff1004a50/metallsch-widerstand-1m-1-600mw/dp/2401833

Du entwickelst wohl Geräte mit geplanter Obsoleszenz.
Oder ist jetzt Märchenstunde.

von Werner H. (werner45)


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Ihr schmeißt da Äpfel und Birnen durcheinander.

Die in Röhrenelektronik üblichen 1/4-W-Widerstände waren etwa 15 mm lang 
bei 4 mm Durchmesser. Die 1/2-W-Typen mit Kappen etwa 3 cm lang oder 
später kappenlos in Fernsehern 20 mm bei 6 mm Durchmesser.
Die vertragen natürlich ganz andere Feldstärken als die heutigen 
Miniausführungen. mit 2x6mm.

von Horst S. (petawatt)


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Nichtverzweifelter schrieb:
> Hast Du - nebenbei gefragt- Widerstände benutzt, die mechanisch gross
> genug sind?

Erst einmal vielen Dank für die Beiträge. Die 21 Widerstände sind für je 
250V Dauerspannung spezifiziert. Das sollte mit Verguss für 6 kV 
Kurzzeitbetrieb ausreichen. Die Verlustleistung je Widerstand ist mit 
17mW bei 6 kV verschwindend gering.
Nach dem Teelicht-Verguss hat sich der Messfehler (ca. +1%) bei ersten 
Messungen mit 60V und 830V nicht verändert.
Spezielle Hochspannungswiderstände halte ich für diese Anwendung nicht 
für notwendig.
Die "Zutaten" für den Teiler waren alle in der Bastelkiste vorhanden.

Habe auch einen 100:1 Teiler P5100 von Tektronix. Der eignet sich bis 
2500VDC  und für schnelle Vorgänge bis 250MHz. Belastet den Messkreis 
bei DC allerdings schon mit 10MOhm. Bei höheren Frequenzen dominiert 
dann die kapazitive Belastung und die zulässige Spannung sinkt schnell 
auf kleinere Werte.

Grüße von petawatt

: Bearbeitet durch User
von Peter D. (peda)


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Werner H. schrieb:
> Die in Röhrenelektronik üblichen ...

Das mag ja sein, aber was hat das mit dem Thema zu tun?
Er wird die 4,7M ja nicht aus dem Museum klauen wollen, sondern aktuelle 
Typen kaufen.

von Harald W. (wilhelms)


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Werner H. schrieb:

> Bedrahtete 1/4-W-Widerstände vertragen mehr als 1000 V,
> 0,5-W-Widerstände mehr als 2000 V, die waren auch 3 cm lang.

Aber nur die, bei denen das im Datenblatt steht.

> 250 V ist falsch vermutet.

Das ist der allgemein übliche Standardwert,
der so auch im Datenblatt steht.

von georg (Gast)


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Horst S. schrieb:
> Das sollte mit Verguss für 6 kV
> Kurzzeitbetrieb ausreichen

Kurzzeitbetrieb mag bei der Leistung eine Rolle spielen, aber nicht bei 
der Spannungsfestigkeit.

Georg

von Rainer V. (a_zip)


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Peter D. schrieb:
> Was recht gut geht, ist in Schrumpfschlauch einschrumpfen (mehrfach).

...und zwar die mit dem Kleber drin! Mit denen habe ich sehr gute 
Erfahrungen gemacht. Was dann noch drumherum kommt, ist relativ egal...
Gruß Rainer

von Horst S. (petawatt)


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Pandur S. schrieb:
> Ich bin mir nicht ganz sicher mit Epoxy. Denn Epoxy kann Wasser
> aufnehmen.

In der Hochspannungstechnik ist Epoxidharz gemagert mit z.B. Quarzsand 
ein bewährtes Isoliermedium. Am besten natürlich gekapselt in trockener 
Umgebung. Bei Feuchtigkeit sind eher Oberflächenüberschläge das Problem.

georg schrieb:
> Kurzzeitbetrieb mag bei der Leistung eine Rolle spielen, aber nicht bei
> der Spannungsfestigkeit.

Bei meiner gestreckten Anordnung der Widerstände sicher richtig. Hier 
erfolgt ein Durchschlag vermutlich zuerst innen über die Zwischenräume 
der Widerstandswendel.

Hab hier bei einer Greinacher-Kaskade einen Strombegrenzungswiderstand 
aus 11 Hochspannungswiderständen mit je 8,2 MOhm / 3,5 kV (Vishay VR37). 
Die Widerstände sind mäanderförmig angeordnet. Die Impulsfestigkeit wird 
mit 10kV je Widerstand angegeben.  Hier geht es nicht ohne Verguss. 
Hochspannung ist findig und nimmt den kürzesten Weg über die 
Luftstrecken am Mäander.

Grüße von petawatt

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