Ich bin Elektronikneuling und habe bisher nur mit einem USB Programmer
(5V) auf einer Steckplatine experimentiert.
Nun möchte ich gerne einen Schritt weitergehen und ein
Bahnhofs-Klappdisplay von Ebay ansteuern bzw. reverse-engineeren. Dazu
brauche ich 48VAC für den Motor und 12VDC für die Elektronik, möglichst
über die selbe Steckdose. Da es so etwas nicht zu kaufen gibt (zumindest
habe ich nichts gefunden), muss ich mir das wohl selbst bauen. Im ersten
Schritt würden mir aber schon 230VAC auf 12VDC als Übung reichen.
Auf Youtube habe ich folgende "Anleitung" gefunden, der zufolge das wohl
recht einfach gehen soll:
https://www.youtube.com/watch?v=mD7iC7h9kao
Jetzt meine Frage: Erzählt die gute Dame Unsinn oder kann man das
wirklich so machen, ohne dass die Sicherung rausfliegt oder mir die Bude
abbrennt? Alle Schaltpläne für Netzteile, die ich ansonsten im Netz
gefunden habe, sind wesentlich komplizierter, deshalb bin ich skeptisch.
Ich freue mich auf freundliche Antworten!
DummerFrickler schrieb:> Jetzt meine Frage: Erzählt die gute Dame Unsinn
Ja, die erzählt Unsinn.
Ein Printtrafo ist gebaut um auf eine Platine zu löten.
Der Elko gehört zwischen Gleichrichter und Spannungsregler. An den
Eingang und Ausgang des Spannungsreglers gehören noch 100 nF
Keramikkondensatoren. Am Spannungsregler fehlt der Masseanschluss.
DummerFrickler schrieb:> Jetzt meine Frage: Erzählt die gute Dame Unsinn oder kann man das> wirklich so machen
man kann vieles machen auch Unsinn.
Warum heisst ein Printtrafo wohl Printtrafo?
Weil er auf ein PCB, Printed Circuit Board -> siehe Leiterplatte,
gehört.
Wer Drähte an den Pins anlöten will sollte andere Trafos wählen mit Ösen
z.B.
Klar funktioniert das, aber dann ist der Berührungsschutz und die
ordentliche Verkabelung nach VDE noch nicht gegeben.
Wer keine Ahnung von sowas hat und niemanden gefährden will nimmt ein
fertiges geprüftes Netzteil wo alles ab 230V~ fertig ist und welches
48V~ an einem Stecker ausgibt und baut ab da weiter.
1. Ohne dass komplette Video gesehen zu haben würde ich sagen es ist
Müll. Der Spannungsregler gehört nach dem Kondensator und nicht davor.
So wie er im Video verbaut wird, ist er umsonst: Es fehlt obendrein die
GND Verbindung am Spannungsregler. Mach dich erstmahls mit der Funktion
eines linearen Netzteils bekannt.
Dieses Video scheint beim schnellen drüber schauen recht gut zu sein:
https://www.youtube.com/watch?v=2EFnqZUxFZ4
2. Wieviel Strom zieht das Display auf der 12 bzw 48V rail? Ohne diese
Information kann dir hier Keiner helfen.
3. Was spricht dagegen für die 48V einen Trafo zu verwenden und die 12V
mit einem externen Netzteil z.b Labornetzteil zu erzeugen?
Joachim B. schrieb:> Wer keine Ahnung von sowas hat und niemanden gefährden will nimmt ein> fertiges geprüftes Netzteil wo alles ab 230V~ fertig ist und welches> 48V~ an einem Stecker ausgibt und baut ab da weiter.
So etwas habe ich gesucht, aber nicht gefunden. Auf den üblichen Seiten
gibt es meist nur Gleichstrom-Steckernetzteile und wenn mal
Wechselstrom, dann höchstens bis 24V.
DummerFrickler schrieb:> Auf den üblichen Seiten> gibt es meist nur Gleichstrom-Steckernetzteile und wenn mal> Wechselstrom, dann höchstens bis 24V.
Nimm Netzadapter für eine Spannung (wo die Hauptleistung), alles Andere
mache mit DC/DC-Wandler.
DummerFrickler schrieb:> Ich bin Elektronikneuling und habe bisher nur mit einem USB Programmer> (5V) auf einer Steckplatine experimentiert.
Hast Du nicht irgendwo in der Verwandtschaft oder Bekanntenkreis einen
Elektriker, der Dir mit den 230 Volt helfen kann?
In der Theorie ist das mit der Netzspannung einfach, nämlich einfach
nicht ranfassen und so bauen dass nichts passieren kann, aber in der
Praxis ist das schwierig, weil man als unerfahrener Mensch keine
Vorstellung davon hat, was Netzspannung anrichten kann und was
"Vorsicht, Lebensgefahr" wirklich bedeutet.
Ich möchte hier nicht den Reichsbedenkenträger raushängen, aber
Netzspannung ist halt wirklich gefährlich. Nicht nur ein bisschen,
sondern eben tödlich.
Experte schrieb:> In der Theorie ist das mit der Netzspannung einfach, nämlich einfach> nicht ranfassen und so bauen dass nichts passieren kann, aber in der> Praxis ist das schwierig, weil man als unerfahrener Mensch keine> Vorstellung davon hat, was Netzspannung anrichten kann und was> "Vorsicht, Lebensgefahr" wirklich bedeutet.
Das ist wohl übertrieben gesagt. Als Kind habe ich oft Transformatoren
gewickelt. Wenn man etwas Verstand hat und genug isoliert, kann nichts
passieren.
Achso, auch 48 Volt sind nicht so ganz ohne...
Das sind fast 10mal so viel wie die bekannten 5 Volt.
Das bedeutet z.B. bei einem Kondensator die 100fache Energie, weil die
Spannung quadratisch zu Buche schlägt. Das sind schon beträchtliche
Unterschiede...
Experte schrieb:> Das bedeutet z.B. bei einem Kondensator die 100fache Energie,
48 Volt ist wohl schon etwas, aber solange man das nicht mit Zunge
probt, wird nichts Unangenehmes passieren.
Maxim B. schrieb:> Nimm Netzadapter für eine Spannung (wo die Hauptleistung), alles Andere> mache mit DC/DC-Wandler.
Leute, er braucht 48V AC = Wechselstrom! Wie soll er das mit einem
DC/DC-Wandler machen? Ich würde die 48V mit einem Trafo mit 2*24V machen
und 12V extra von den 230V abzweigen mit eigenem Trafo. Kann man ja aus
einer Steckdose speisen, wenn man das innerhalb eines Gehäuses macht.
Natürlich muss man die Sicherheitsvorkehrungen beachten (geschlossenses
Gehäuse, Sicherungen usw.), aber auch ich habe vor 50 Jahren mal klein
angefangen. Sonst lernt man nichts. Man muss nur mit dem nötigen Respekt
an die Sache rangehen.
DummerFrickler schrieb:> So etwas habe ich gesucht, aber nicht gefunden. Auf den üblichen Seiten> gibt es meist nur Gleichstrom-Steckernetzteile und wenn mal> Wechselstrom, dann höchstens bis 24V.
ich fand 48V~ ohne Leistungsangabe und 24V~ in verschiedenen Leistungen,
wo auch 2 zusammen zu 48V~ geschaltet werden dürfen.
Du hast nicht lange gesucht, meine Suchzeit liegt zwischen meinen
Beiträgen.
also unter deutlich 60 Minuten
Maxim B. schrieb:> Das ist wohl übertrieben gesagt. Als Kind habe ich oft Transformatoren> gewickelt. Wenn man etwas Verstand hat und genug isoliert, kann nichts> passieren.
Die Isolierung ist nur ein kleiner Teil der Sicherheit. Richtig
Verstanden habe ich das erst, als ich einen elektrischen Beruf vor über
25 Jahren erlernt habe. Und der Aha-Effekt kam erst mit meiner
beruflichen "Erfahrung", wenn's mal geknallt hat und man so einige Dinge
gesehen und miterlebt hat...
Wie gesagt, es liegt mir fern, das Basteln mit Netzspannung zu
versauern. Mein Vorrat an Glück war groß genug, um meinen Vorrat an
Erfahrung mit Strom aufzufüllen und ich hoffe, noch genügend Glück in
petto zu haben.
Leider klappt das nicht bei jedem.
Als ich ein Kind war, habe ich oft Transformatoren gewickelt. Z.B. ich
brauchte oft 5 V DC für Logik, -25...30 Volt für
Vakuum-Fluoreszenzanzeige und noch 3 bis 5 V AC unter -25...30 Volt für
Glühwendel. Dann war am einfachsten Trafo mit drei sekundären Wicklungen
selber zu machen. Je größer ist Trafo, um so einfacher geht das.
DummerFrickler schrieb:> Auf Youtube habe ich folgende "Anleitung" gefunden,
Einen dermaßen großen Schwachsinn muß man erstmal verzapfen, wirklich
toll :-(
(Laut dem schlechten Ton ist der TO-220 ein 12V-Spannungsregler)
Ein Aufbau auf Lochraster, wie ich es gemacht habe, im Anhang!
Joachim B. schrieb:>> Ein Aufbau auf Lochraster, wie ich es gemacht habe, im Anhang!>> unten noch eine Kunstoffabdeckung über die 230V Seite> und ein Häubchen auf die Sicherung
Weil es ja nicht sein kann, dass in einem geöffneten Gerät berührbare
Netzspannung vorhanden ist?
> xttps://www.elektro4000.de
Bekomme ich da pro 10 Abdeckungen eine Aktie von elektro4000
mitgeliefert?
Falls es der Beruhigung dient: Ich habe mittlwerweile Halter mit
aufrastbarer Abdeckkappe da. Vor vielen Jahren hatten wir mal Kappen aus
weichem Silikonkunststoff, die man über die einfachen Einlötklemmen
stülpen konnte, habe ich leider nirgendwo gefunden.
Manfred schrieb:> Weil es ja nicht sein kann, dass in einem geöffneten Gerät berührbare> Netzspannung vorhanden ist?
denke doch mal an die Service Kräfte, beim Grundig VCR war auch immer
eine Schutzfolie auf der 230V Seite.
Manfred schrieb:> Kappen aus> weichem Silikonkunststoff, die man über die einfachen Einlötklemmen> stülpen konnte, habe ich leider nirgendwo gefunden.
ich früher auch nicht, aber ich habe viele Kappen in Geräten gefunden
und nun gerade mal danach gesucht.
Michael B. schrieb:> Die 48V aus den 2 Wicklungen in Reihe kommen an den Motor, und ein> Brückengleichrichter mit Siebelko macht daraus ca. 60V Gleichspannung.> Diese wandelst du mit einer fertigen Platine> Ebay-Artikel Nr. 123317000535> in eingestellte 12V um.
Ixh würde hier aus 1 x 24V AC ca. 30V DC machen - warum muss man mit 60V
an den DC-DC-Wandler? Um paar Dioden zu sparen?