Mittelwellenradio ohne ZF?

Gast #6410370
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Hallo Fans des Weltenätherfernempfangs, auf dem Flohmarkt würfelte ich 
dieses Mittelwellenradio zum kleinen Preis. Erste Empfangsversuche mit 
neuen Batterien waren nicht sehr erfolglos, aus der fernsten Ferne 
verkündeten die Stones "under my thumb" und die Polizei verkündet, eine 
gewisse Roxane solle doch bitte das rote Licht anlassen. Wie gesagt aus 
fernster Ferne, im Rauschen fast verborgen und leise. Ob da ein 
Schaltplan weiterhelfen könnte? Allein, wie ist der Name des 
Empfangswunder? Seht euch die Bilder an, auf der Platine vermisse ich 
die quadratischen Toko ZF Filter, die sonst immer das Innenleben der 
japanischen Kleinstradios geprägt haben. Wer kann nun mit Rat und Tat an 
meiner Seite stehen?
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Gast #6410380
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Mit seinen insgesamt nur 4 Transistoren ist das recht wahrscheinlich ein 
Geradeausempfänger. Das fehlen jeglicher ZF-Kreise hast Du selbst schon 
erwähnt, Ausgangsübertrager gibt es auch keinen. Die gesamte 
Konstruktion ist äusserst sparsam.
Gast #6410389
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Das ist aber nicht dasselbe Modell:
rm.org listet auf: 5 Transistoren, hier sind es eindeutig nur 4.
3 ZF-Kreise versus - keinen -
Die Platine bot nie Bestückungsfläche für :roter Kern, 
MW-Oszillatorkreis, einmal ZF-Stufe, letzter der 3 dann 
Demodulatorkreis.
Es fehlt sowohl Treibertrafo (Phasensplit) wie Ausgangsübertrager, auch 
die Platinenfläche dafür.
Auf dem Gehäuse/Skala steht in rot :"ese", auf dem anderen nichts.

Die Platine des 4 Transistoren Radios sieht "ungeplündert" und "nicht 
abgesägt" aus.
Gast #6410396
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Weitere massgebliche Abweichung:

Die stets integrierten Trimmkondensatoren oben im Drehko, hier beim 
Geradeaus fehlt das zweite Trimmer-Statorpaket komplett, das immer an 
eine der 4 Messingschrauben in der Ecke führt (wie beim Super zu sehen 
ist).

Er hat also nur einen einfachen Abstimmkreis:
#6410472
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Ich habe mir mal erlaubt, das Taschenradio mit dem im RM gezeigten zu 
vergleichen.

DAs Gehäuse ist das gleiche.

Die Platine ist jedoch "nach unten gekürzt", und sehr schlampig gebohrt, 
die Bohrränder sind unsauber- die Platine ist minderwertiges Hartpapier.

Das Vergleichsgerät von RM hat eine Platine aus Glasfaser/ Polyester 
("Cevausit").
Diese ist aber aus einem Material, welches ich aus DDR- Zeiten kenne, 
siehe den Aufdruck mit dem Logo und der "25" darunter, neben dem Drehko- 
von genau diesem Material habe ich noch viele Platten- ich dachte immer, 
das wäre ein DDR- Produkt.
Kann es natürlich sein.

RM gibt als Hersteller unbekannt/ China an.

Vermutlich eine Bude, die überall auf dem Weltmarkt billigstes Material 
zusammengekauft hat, und damit Taschenradios zusammengepfriemelt, je 
nach Materiallage konnte es ein Geradeausempfänger oder ein Superhet 
sein.

Das Taschenradio des Themenerstellers ist natürlich kein Superhet.
Es ist ein Geradeausempfänger, möglicherweise eine Reflexschaltung, das 
war in der Transistor- Anfangszeit eine Domäne der Japaner, billig und 
ausreichende Empfangsleistung.

Auffällig ist die exakt gleiche Platinen- Hälfte, man beachte die 
angeschrägte Ecke, sowie die exakt gleiche Lage von Lautstärkesteller/ 
Schalter, Drehkondensator und Kopfhörerbuchse.
Es könnte also tatsächlich  eine gekürzte Platine sein. Vielleicht ist 
auch das Leiterbild gleich, nur anders gebohrt, das kann man so 
natürlich nicht vergleichen.
Angehängte Dateien:
Beitrag #6410487 wurde von einem Moderator gelöscht.
#6410568
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Nichtverzweifelter schrieb:
> Das ist aber nicht dasselbe Modell: rm.org listet auf: 5 Transistoren,
> hier sind es eindeutig nur 4.
> 3 ZF-Kreise versus - keinen -

Wenn Du das sagst ...
Ich hatte mich schon etwas gewundert; nach meiner stark verblassten 
Erinnerung war das Platinchen denn doch etwas stärker bevölkert als auf 
dem Bild hier im Thread.  Aber diese Seifendosenform nebst Handschlaufe 
waren typisch für die Zeit der Herrentäschchen.
#6410573
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michael_ schrieb:
> Meiner Erinnerung nach verstecken sich hinter den Zahlen Hersteller.

Ich bekam einst dieses Leiterplattenmaterial mit diesem Aufdruck, 
Platinen vom Verstärker HV50, AC1 usw., alles Restbestände, soviel ich 
weiß, war das  vom EPW Neuruppin, aber ob die das Cevausit selbst 
hergestellt haben oder zugekauft, weiß ich nicht.

Das Cevausit gab es übrigens auch in sehr großen Abmessungen- ich habe 
einen DDR- Eigenbau- Wohnwagen, dessen Außenhaut ist aus dem gleichen 
Material. Nein, kein Laminat aus Glasvlies, wie es Bootsbauer 
verwendeten, richtig glatte Platten, 2 x 3 m.
Gast #6411123
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Ja, das Platinenmaterial ist aus der DDR. Die Zahlen geben die 
Kupferschicht in µm an.
Edis nacktes Cevausit ist entweder verwertbarer Ausschuß für 
Bastlerläden oder zur Wende unbeschichtet übrig geblieben.
Ich kenne auch das Unbeschichtete, da war weder ein Zeichen noch eine 
Zahl.

Womöglich hat Der vom RMorg die Platine neu gemacht, weil von einer 
ausgelaufenen Batterie zerfressen.

Diese kleinen Radios gab es tonnenweise als Werbegeschenke auch bei 
Kaffefahrten.

Viele Grüße
Bernd
#6411356
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Bernd schrieb:
> Womöglich hat Der vom RMorg die Platine neu gemacht, weil von einer
> ausgelaufenen Batterie zerfressen.

Wäre möglich. Dann hat sich ja jemand richtig ins Zeug gelegt.
Ich hatte als Kind ein japanisches Taschenradio, ein schönes Gerät, 
tiefes  Schwarz und blinkender Chrom- da würde ich auch Aufwand für eine 
Restaurierung treiben, wenn ich sowas wieder in die Hände bekomme.

Harald W. schrieb:
> Es könnte auch ein Reflexemfänger oder ein
> Superregenerativempfänger sein. Beide kommen
> mit wenigen Transistoren aus.

Sehr wahrscheinlich nicht.
Reflexer haben meist eine Diode.
Allerdings könnte ein Halbleiter eine Diode sein, die gibt es ja auch in 
Transi- Gehäusen.
Das andere wäre ein Pendelempfänger (wir sprechen deutsch !), Pendler 
sind aber nie für Rundfunk- Mittelwelle gebaut worden.
#6411748
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Bernd schrieb:
> Womöglich hat Der vom RMorg die Platine neu gemacht, weil von einer
> ausgelaufenen Batterie zerfressen.

Für mich sieht das original aus. Vielleicht ein späterer China-Clone 
eines japanischen Billigradios aus den 70ern.

Das ursprünglich gezeigte Radio mit der kurzen Platine sieht so aus wie 
die Billigradios aus Japan in den 70ern aussahen. Die kreuz und quer 
stehenden Bauteile, das billige Platinenmaterial, die ausgebrochenen 
Ränder der Bauteilelöcher, das Potentiometer mit Schalter. Alles sehr 
typisch für 70er Jahre Billigradios. Bevor die japanische 
Unterhaltungselektronikindustrie den Weg zur Qualität gefunden hat.

Das Einzige was ich vermisse sind große Mengen wachsartige Masse mit der 
Spulenkerne und Trimmer fixiert wurden. Nur gibt es auf der Platine 
sowieso nicht viel zu fixieren. Da hat man sich zurückgehalten.

Ähnliche Qualität gab es später mal aus China, bevor man dort durch viel 
Industriepionage hinzugelernt hat. Das Vergleichsstück könnte daher 
durchaus eher aus China stammen. Vielleicht nicht vom selben Hersteller, 
sondern ein Clone/Nachbau.

Bernd schrieb:
> Warum zeigt der TO keine weiteren Detailaufnahmen von den Bauteilen und
> der Leiterseite ???????

Verstehe ich auch nicht. Das ganze Ding ist doch in 15 Minuten 
reverse-engineered wenn man die Platine mal ausbaut.
Gast #6411759
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Bernd schrieb:
> Warum zeigt der TO keine weiteren Detailaufnahmen von den Bauteilen und
> der Leiterseite ???????

Sorry,
War mit Gartenarbeiten beschäftigt, habe Kubikmeterweise Grünschnitt 
weggebracht, jetzt hab ich Rücken. Hatte eine auf den 21.09. terminierte 
Drohung der Stadt im Briefkasten. Ausserdem scheine ich eine Reaktion 
auf diese komischen Beeren zu haben, Kopfschmerzen, Durchfall, 
Erbrechen, leichte Halluzinationen und spüre den Drang, meine 
Lebensgeschichte hier auszubreiten... Vielleicht muss ich Doktor. Wenn 
ich wieder kriechen kann, geht's weiter...
Gast #6411816
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Stefan M. schrieb:
> Müssen wir uns Sorgen machen?
> Der Grünschnitt ist meistens nicht oder nur in Teilen zum Verzehr
> geeignet.

Ich habe die auch nicht gegessen. Ich bin da mit der elektrischen 
Heckenschere, die ich gestern das allererste Mal im Leben in der Hand 
hatte, durch wie Rambo. War zu faul, die Gartenhandschuhe zu suchen, 
dann hab ich den ganzen Grünschnitt in Säcke gestopft, bis das Auto 
komplett! voll war, zum Glück waren sie bei der Grünschnitt 
Annahmestelle so freundlich, und ich durfte trotz Sonntag alles abladen. 
Danach habe ich das Auto nochmal vollgepackt, so steht es jetzt auf dem 
Parkplatz, ich sitzt seit ner dreiviertel Stunde auf'm Klo. Und harre 
auf den Besuch des Stadtgärtners, der mich zusammenscheissen wird. Da 
ich das alleine kann, werde ich nicht aufmachen wenn er klingelt. Werde 
mich mit Kamillentee unter der Bettdecke verkriechen, an reverse 
Engeeniering ist bei mir im Moment überhaupt nicht zu denken. //* die 
Wortergänzung des Handys hat mir eben nach dem Wort Moment die 
restlichen Wörter des letzten Satzes vorgegeben - Halluzinationen?
(Firma: مهندس) #6411828
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Weltätherspürer schrieb:
> scheine ich eine Reaktion auf diese komischen Beeren zu haben,
> Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, leichte Halluzinationen und spüre
> den Drang, meine Lebensgeschichte hier auszubreiten...

Meine Schwester ist Gärtnerin und sie hatte schon mehrfach ähnliche 
Vergiftungen. In der Natur gibt es schon ziemlich giftige Pflanzen bei 
denen loser Kontakt zu Erscheinungen führt die Du beschrieben hast. Geht 
vorüber und Kamillentee ist immer eine gute Idee.
Beitrag #6411995 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #6416647
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Nichtverzweifelter schrieb:
> Bräuchte der TO einfach nur mal ablesen.
> Scheinbar hat er das Interesse verloren.

Ne, der TO hat die akute Vergiftung an irgendeiner Pflanze ohne 
Notaufnahme erfolgreich überwunden. Morgen in aller Hergottsfrühe den 
Kater einer Mieterin vom Tierarzt holen und tausend andere Aufgaben. 
Werde versuchen am WE Schaltplan aufzuzeichnen. Sind 6 Widerstände, 4 
Kondensatoren 2 Elkos und 4 Dreibeinige Halbleiter. Muss ich doch 
intellektuell hinbekommen. So müde, beinahe fiel mir Handy auf den 
Fußboden...
#6416849
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Vorschlag:
Platine auf etwa 1/2 A4- Größe zeichnen, Oberseite Bohrungen und die 
Bauteile angedeutet, und darunter die Unterseite- die Leiterzüge. 
Natürlich die Anschlüsse Lautsprecher, Batterie, Ferritstab.

Eben die übliche Darstellungsweise: Bestückungsseite/ Leiterseite.

So kann man die Schaltung am besten zurückverfolgen.

Grund:  gelegentlich sind die Halbleiter nicht typisiert, manchmal eine 
Bezeichnung nicht in Typenlisten ermittelbar, so daß man die 
Anschlußreihenfolge nicht kennt, gelegentlich wurden Halbleiter auch in 
anderer Weise verwendet, etwa ein Transistor als Diode, wenn es ein 
Reflexempfänger ist.

Sowas kam in den 60er/ 70er Jahren in TAschenradios oft vor.
Da wurden z. B. ganz dicke Transis verbaut, genug Platz für einen Roman, 
aber ohne jede Kennzeichnung, oder auch Transis mit einem winzigen 
runden Stecknadelkopf- Gehäuse, nur schwarz, manchmal mit einem orange 
Punkt.

Eine Diode sehe ich nicht, ich tippe auf Audion + NF + einfachste 
Komplementärendstufe, oder eben Reflex mit 1 HF- Transi + 1 Transi als 
Diode + einfachste Komplementärendstufe.
Gast #6417281
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Die 4 Transistoren ablesen, Typbezeichnung evtl. vervollständigen 
(2N..., 2S...) und in die Maske bei radiomuseum.org eingeben, die da so 
ungefähr lautet:

"Gerät evtl. Radio über Bestückung mit Röhren oder Transistoren suchen"

Diese HongKong-Gerätchen gab es zuhauf unter unterschiedlichsten 
"Marken", vielleicht ist eines davon passend, spart Dir dann einen 
Haufen Arbeit.

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