Welche Querschnitte nimmt man für die Gestelle von Bett, Tisch, Stuhl,
Regal, Schrank?
Gibt's 'nen Rechner für Biegung und Knickung?
Wie realisiert man "unsichtbare", lösbare Verbindungen für die
Stirnseiten - Mutter einschweißen?
Geh in einem Billigmöbelmarkt zB Roller oder Ikea und schau dir an wie
die dort ein Bett, Schrank, Regal oder auch Tisch konstruiert haben.
Das hält sogar mit billigstem Presspan ohne Metallrahmen:
Und Multiplex ist dem Presspan deutlich überlegen.
Oder schau dir an wie die Schreiner die letzten 1000 Jahre Betten,
Tische und Schränke und mehr gebaut haben.
na Onlinerechner und Lektüre für Widerstandsmoment, Euler und
Flächenträgheitsmomente gibt es einige, ebenso diverse Formelsammlungen.
Dann musst du dich nur noch entscheiden, ob dir statische Festigkeit
beim Bett ausreicht, oder ob das höchst dynamisch auch mal belastet
wird. :)
Aber mal ehrlich, du willst dir selber ein paar Möbel basteln und damit
nicht in die große Serie gehn? Kaum ein Schlosser wird deswegen ein
TM-Studium in Angriff nehmen sondern den nächstbesten Stahl ausm Lager
ziehn. Kann man auch ausm Bauch dimensionieren.
Und ja, Muttern kann man einschweißen. Und für konkretere Fälle sind
Skizzen nicht schlecht, damit wir hier auch sehen, was in deinem Kopf so
vor sich geht.
Schaut kompakt aus:
https://www.johannes-strommer.com/rechner/
Möbler schrieb:> Welche Querschnitte nimmt man
So, dass es gefällig aussieht und nicht wie vom Möbeldiscounter der
jeden cent spart.
1" bzw. 30mm reicht eigentlich immer, aber beim Bett will man nicht nur,
dass es nicht durchbricht, sondern auch dass es nicht so sehr schwingt.
https://www.heinzsimon.eu/app/download/5796091114/Biegebelastung%2BV2.0.xlsx
Geschickte Verbindungstechniken füllen beim Schreiner ganze Lehrbücher,
ich finde sie müssen nicht immer unsichtbar sein, eine ordentliche
Schraube oder Holzkeil ist ein Qualitätsmerkmal, vor allem sollten sie
wieder-lösbar sein.
Was nun das Problem bei Multiplexplatte vs. Vierkantrohr mit
eingeschweisster Mutter sein soll, kann ich ohne Zeichnung nicht
erahnen.
Ich schweisse meine Rahmen und lege die Platten einfach rein. Ein Bett
besteht aus Buchenküchenplatte in 20cm Streifen zersägt und mit
Bettverbindern zusammengehalten und 4 Pfosten aus dem Brettrest.
Danke, ich bin ja auch auf solche Erfahrungswerte scharf. Quietschen,
knarren, knacken, wackeln soll es ja auch alles nicht.
Billigmöbel, die vermutlich zu 50% für die Fertigung konstruiert sind,
wollte ich nicht als direkte Vorbilder nehmen. Aber mal in die
Montageanleitung gucken schadet auch nicht.
Um Gottes Willen. Möbelbau mit Stahlvierkantrohren und Plattenmaterial.
Da stellt es mir die Nackenhaare auf. (Gut, ich bin auch zu dreiviertel
ein Fachmann in diesen Belangen)
Udo S. schrieb:> Geh in einem Billigmöbelmarkt zB Roller oder Ikea und schau dir an wie> die dort ein Bett, Schrank, Regal oder auch Tisch konstruiert haben.
Klar. Und bei "Freizeitaktivität zur Hause" macht es dann BUMS. Ich bin
in den Baumarkt gegangen und habe dort ein 4-Kantholz (15 * 10 mm, 1 m
Lang) gekauft. Das habe ich mir von den netten Leuten in 22 cm (passte
bei mir) lange Stücke schneiden lassen.
Dann habe ich das billig-Kieferbett meiner Schwester mit 6 dieser Stück
verschönert. Je Ecke 1, und jeden Meter auch 1. Das ganze mit
M-Schrauben zusammen gebaut. Ich wollte erst halbe Buchschrauben (die
mit den Innengewinde) nehmen , aber sie fand Hutmuttern cooler.
Fakt ist, das ganze hält wie eine 1.
Wenn du Stahl benutzen willst, kauf dir ein Gewindeschneider. Das löst
fast jedes Befestigungsproblem. Aber nimm KEIN billiges Rundrohr. Ich
hatte mal ein Not-Bett. Das hat keine 80 KG Belastung ausgehalten.
Mein Rat. Ein preiswertes Bett( mit Beinen damit man den Raum nutzen
kann). Modifizieren wie oben, und dann eine GUTEN Rahmen einbauen. Das
hält 100 Jahre und die einzige Schwachstelle ist der Rahmen selbst. Da
am besten min. 160 KG zugelassen (Wegen oben genannter
Freizeitaktivitäten fg).
Hallo
Möbler schrieb:> Billigmöbel, die vermutlich zu 50% für die Fertigung konstruiert sind,> wollte ich nicht als direkte Vorbilder nehmen.
Mach dich aber auf "nette" Überraschungen gefasst - obwohl
"Billigmöbel"billig im im Aufbau und Festigkeit sind (aber trotzdem
meist ihren Zweck erfüllen) sind sie es vom Preis in Euro nicht.
Gute Möbel, auch selbst gemacht, sind erstens für uns Laien (ich nehme
mal an das du einer bist) kaum optisch wirklich zufriedenstellend
herstellbar und zweitens wird der Spaß schnell schmerzhaft teuer.
Frag mal Modellbahner oder Aquarianer mir mehr als 2 Wohnzimmeraquarien
die ihren Unterbau bzw. Regale die ja "nur" funktionieren und nicht
besonders schön sein müssen was sie so investieren müssen...
Egal ob ansprechendes und belastbares Holz, Metallprofile oder
belastbarer Kunststoff - das alles geht sehr schnell richtig ins Geld.
Und Holz verlangt so manches spezielle und alles andere als billige
Werkzeug - oder halt sehr viel Geschick, Talent, Erfahrung, Wissen und
auch Zeiteinsatz.
Relativ einfach zu nutzende, und gleichzeitig belastbare und ansehnliche
Metallprofile (oft Alu)und die zugehörigen meist hochwertigen
Kunststoffverbinder, Winkel usw. hauen auch richtig heftig ins Konto
herein.
Realist
Möbler schrieb:> Wie realisiert man "unsichtbare", lösbare Verbindungen für die> Stirnseiten - Mutter einschweißen?
Verbindungstechnik ist ein riesiges Feld. Wenn du nicht zu geizig bist,
dann schau halt mal bei Häfele oder Schachermayer vorbei, das sind
Händler bei denen auch "richtige" Schreiner einkaufen. Als
Verbindungsspezialist (für Holz) fällt mir auch noch Knapp ein. Fakt ist
jedenfalls, dass das alles seinen Preis hat.
> Geh in einem Billigmöbelmarkt zB Roller oder Ikea und schau dir an wie> die dort ein Bett, Schrank, Regal oder auch Tisch konstruiert haben.
Billigmöbel – wie etwa IKEA Kallax – fertigt man heutzutage in Sand-
wich-Bauweise mit Papierwaben. Da lässt sich der nackten Faust ein
Loch reinschlagen. :-)
https://www.youtube.com/watch?v=AqM4dI0foUw
Pass auf das Baumarkt Pressholz-Zeug dünstet übel Chemie aus -
vielleicht kannst du was bekommen das sie in den Schulen verbauen also
ohne Gift. Oder du kaufst Laminierte Platten und versiegelst irgendwie
die offenen Enden wo du gesägt hast.
Ja, wo man schadstofffreies/-armes Sperrholz (Multiplex) mit guter
Oberflächenqualität herbekommt, weiß ich auch noch nicht.
Zum Thema Verbindungen habe ich mich bei Ikea umgesehen und prompt drei
Varianten für Stoßverbindungen gefunden:
1 eingeschweißte Laschen zum Verschrauben - geht nur an Ecken
2 Gewindebolzen, der durch eine entsprechend große Öffnung von innen mit
einer Mutter verschraubt wird (Einhängen in "Schlüsselloch" erleichtert
Montage).
3 Schrauben durch's Profil in ein eingeschweißtes Blech mit Gewinde.
Hier wird nur eine Wandstärke belastet, der Schraubenkopf ist versenkt,
und kompensiert möglicherweise den Verlust der Tragfähigkeit durch die
Bohrung (?).
Bei einem älteren Sofa ist es anders:
4 Schrauben durch's Profil in ein eingeschweißtes Blech mit Gewinde.
Quetscht das Profil, Schraubenkopf steht raus.
Reicht eine Schraube, wenn sonst kein Formschluss besteht? Bei kleineren
Vierkantprofilen reicht es vom Platz nicht für 2 Schrauben.
Ansonsten ist 2 mein Favorit, da der Querschnitt nicht geschwächt wird.
Winkel oder kleineres Profil anschweißen und das Profil aufliegen lassen
/aufstecken und verschrauben ist auch denkbar, aber dann gibt es kein
"Anziehen" in Stoßrichtung.
Möbler schrieb:> Zum Thema Verbindungen habe ich mich bei Ikea umgesehen und prompt drei> Varianten für Stoßverbindungen gefunden:>> 1 eingeschweißte Laschen ...> ...> 3 Schrauben durch's Profil in ein eingeschweißtes...
Also, wenn du eh Schweißen kannst, dann säg doch je zwei der Rohre auf
Gehrung, schweiße sie zusammen, verputze die Nähte und schweiße das
dritte Rohr stumpf an die neu entstandene Ecke!
Wenn das Gesamtgestell dann zu groß geworden ist und zerlegbar sein
/werden muss, dann könntest du ein Vierkantrohr teilen und ein wenig
kleineres Vierkantrohr als Verbinder reinstecken und beidseitig durch
eine Schraube sichern. Die Teile müssen doch nicht zwingend direkt an
den Ecken zerlegt werden können, oder?
6mm Wandstärke ist aber schon etwas übertrieben. Mein geschweißter Tisch
für die Terasse hat Beine mit 10cm x 10cm und die Wandstärke ist 2mm da
ist ne Granitplatte mit ca. 200kg drauf. Für ein Bett würde ich für die
horizontalen auch nicht mehr Wandstärke nehmen.
Meine Werkbänke hab ich die 40x40x2 Beinen geschweißt, oben den Rahmen
mit L-Profilen geschweißt so das man dort die Bambusplatten reinlegen
konnte, sieht optisch sehr gut aus und die sind auch richtig hart und
schwer vom Material.
Ich weiß nicht, wer und warum 6mm geschrieben hat.
Die Profile um 50 mm haben 1,5 bis 3 mm Wandstärke.
Für eine freitragende 2m-Wange (z.B. Bett) und Einzellast 2kN (~200 kg)
biegt sich ein 40x30 mm Rechteckrohr mit 1,5 mm Wandstärke (Baumarkt)
laut https://www.johannes-strommer.com/rechner/balkenberechnung/ schon
35 mm durch.
Also entweder doppeln oder etwas passenderes aus dem Stahlhandel.
(oder noch ein paar Teleskop-"Mittelbalken" für 10 Euro von Ikea
einbauen)
Erst sollten es Möbel mit einem Stahlrohrgestell sein.
Jetzt ein Bett offensichtlich komplett aus Metall.
Wenn du mal genau spezifizieren könntest was du genau willst könnte man
dir vieleicht helfen.
Für ein Bett nimmt man Leimholz und ggf. Holzrahmen zur Versteifung und
als Auflage für den Bettrost.
Verbindung mit Holzdübel und Leim, da wo es auseinander soll Holzdübel
und Möbelverbinder.
Metall wird da ausser in den Beschlägen eigentlich nicht verbaut.
Das Gästebett hier hat längs Holzwangen aus 160 x 28 mm Leimholz. Das
gibt keinen Millimeter nach wenn ich mich mittig draufsetze.
Udo S. schrieb:> Wenn du mal genau spezifizieren könntest was du genau willst könnte man> dir vieleicht helfen.
Danke für das Angebot, aber da du mir sagst, dass ich meine
Stahlrahmenmöbel (ist ein Bett kein Möbel?) offenbar lieber aus Holz
bauen sollte, weiß ich nicht genau, wie du mir noch helfen könntest.
Wenn du schon mal eine lösbare Verbindung zwischen Stahlprofielen
hergestellt hast, berichte doch mal.
Möbler schrieb:> Danke für das Angebot, aber da du mir sagst, dass ich meine> Stahlrahmenmöbel (ist ein Bett kein Möbel?) offenbar lieber aus Holz> bauen sollte, weiß ich nicht genau, wie du mir noch helfen könntest.
Gut, dass dir nach über vier Wochen mal einfällt das Wort
"Stahlrahmenmöbel" zu erwähnen. Ich könnte sicher die ein oder andere
Idee beitragen aber wer mit Salamitaktik kommt und dann noch frech wird,
der hat meiner Meinung nach keine Hilfe verdient. Ich bin dann mal raus.