Forum: Haus & Smart Home 50 Hz Brummton in der Wohnung - was kann es sein?


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von Bewohner (Gast)


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Hallo,

in meiner Wohnung ist ein Brummton hörbar. In einem Raum hört man es 
sehr gut, in den anliegenden Räumen weniger stark. Andere Personen 
können das Brummen ebenfalls hören. Mit einer App (ich weiß, es ist kein 
professionelles Messinstrument) konnte ich messen, dass es sich genau um 
50 Hz handelt, also Netzfrequenz. Meistens durchgängig, aber manchmal 
auch auf- und abschwellend (siehe Screenshots)
Anfangs trat es nur Zeitweise auf, ähnlich den Laufintervallen eines 
Kühlschranks. Mittlerweile hört man es fast durchgängig.

Was bereits gemacht wurde:
- Strom der Whg abgestellt
- Strom der umliegenden Wohnungen (6 Wohneinheiten im Haus) abgestellt
- Wasser abgestellt
- Heizungspumpen abgestellt
- Heizkreislauf abgestellt
- Zirkulation abgestellt

Photovoltaik und Kollektoren gibt es keine. In einer Wand des Raums 
laufen Kalt- und Warmwasserleitungen.

Nichts hat das Geräusch beeinflusst.

Ist es möglich, dass sich Schwingungen übers Wassernetz von außen bis 
zum Zimmer ausbreiten, trotz geschlossener Wasserleitung? Die Leitung 
innerhalb der Whg habe ich testweise mal am tiefsten Wasserhahn 
leerlaufen lassen, so gut es ging. Hat nichts gebracht.

Ich finde einfach nicht die Ursache heraus. Vielleich hat hier jemand 
noch eine Idee oder Tipps....

von Lukas (Gast)


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Ein Brummen habe ich auch in der Wohnung, allerdings unter 50Hz und nur 
gelegentlich. Bei mir ist es vermutlich der Dieselmotor eines 
Personenzuges in ca. 50-60m Entfernung wenn der am Bahnsteig im Leerlauf 
läuft.
Ich habe mal dazu im Netz gelesen das Brummgeräusche nicht so selten 
sind. Manchen Brummen wurde nachgegangen und es war sehr oft eine 
Lüftungsanlage, diese kann auch weiter entfernt stehen. Das Haus Wände 
oder Dächer schwingen dann wenn es blöd läuft in Resonanz mit und 
verstärken das ganze. Das Dach oder Wand als Membrane mit einigen 10m².
Ist schwer zu finden.

von Uwe G. (scd)


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Heizungsventile brummen, wenn sie zugesetzt sind. Das Teil unter dem 
Thermostat.

von Michael B. (laberkopp)


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Bewohner schrieb:
> Ich finde einfach nicht die Ursache heraus.

Bei mir war's der Klingeltrafo.
Seit dem ein Schaltnetzteil drin ist, ist nachts Ruhe.

von Bewohner (Gast)


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Uwe G. schrieb:
> Heizungsventile brummen, wenn sie zugesetzt sind. Das Teil unter dem
> Thermostat.

Hätte ich hinzufügen sollen, in der ganzen Whg. gibt es ausschließlich 
Fussbodenheizung. Die Pumpen waren ebenfalls schon zum Test abgestellt.

Lukas schrieb:
> Das Haus Wände
> oder Dächer schwingen dann wenn es blöd läuft in Resonanz mit und
> verstärken das ganze. Das Dach oder Wand als Membrane mit einigen 10m².
> Ist schwer zu finden.

Den Gedanken hatte ich ebenfalls schon. Im Umfeld gibt es einen 
Ortstrafo (30m Luftlinie, vermute ich weniger), und sonst wenige Gebäude 
ohne größere Lüftungsanlagen, zumindest hör-/sehbar. Wenn man Nachts das 
Fenster öffnet, hört man absolut nichts, das Geräusch ist ausschließlich 
im Raum zu hören.

von Harald A. (embedded)


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Auch wenn schon einzelne Wohneinheiten abgeschaltet wurden: Trotzdem von 
einem Fachmann mit Berechtigung(!) mal die Hauptsicherungen rausnehmen 
lassen.

von Steffen (Gast)


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Richtiger weg:

Alle Sicherungen raus. Brummen weg? Eine nach dem anderen rein machen. 
Brummen wieder da?

Wenn alle Sicherungen raus sind und das Brumme noch da ist, prüfen ob 
die Stromzuführung übers Dach kommt oder unterirdisch.

Ist es ein Reihenhaus oder freistehend? Beim Reihenhaus kann es aus der 
Nachbarschaft kommen.

Wenn alleinstehend, kann das Brummen auch über die 
Wasserleitung/Gasleitung* kommen.

Falls noch nicht von ISDN umgestellt, prüfen ob der alte NTBA brummt 
(normal nicht da Gleichstrom).

Eventuell vom Kabelnetzbetreiber eine "Brummschleife"? Koaxkabel 
ausstecken falls dort eine Wechselspannung von Aussen rein kommt.


*darf man das so schreiben?

von Sven B. (scummos)


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Steffen schrieb:
> Alle Sicherungen raus. Brummen weg? Eine nach dem anderen rein machen.
> Brummen wieder da?

Pah, das lässt sich auch in logarithmischer Zeit umsetzen wenn man immer 
die Hälfte wieder an/aus macht ;)
SCNR

von hinz (Gast)


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Bewohner schrieb:
> Im Umfeld gibt es einen
> Ortstrafo

Der brummt nicht mit 50Hz.

von Mark S. (voltwide)


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Vlt hilft ein el-magnetfeldmesser weiter. Mit einem einfachen Gerät von 
Conrad (Frequ-Bereich bis 2kHz, Ferritspule als Aufnehmer) konnte ich 
eine Brummschleife in der Installation auf der Arbeitsstelle 
lokalisieren.

von Stefan P. (form)


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Bewohner schrieb:
> - Strom der umliegenden Wohnungen (6 Wohneinheiten im Haus) abgestellt

Sicherung für Treppenhaus-Strom und Türsprechanlage auch mal rausnehmen.

von Karl (Gast)


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hinz schrieb:
> Der brummt nicht mit 50Hz.

Mit wieviel sonst?

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Karl schrieb:
> hinz schrieb:
>> Der brummt nicht mit 50Hz.
>
> Mit wieviel sonst?

Wahrscheinlich 150Hz, wenn Drehstromtrafo. Allerdings ist das dann eher 
nicht so stark. Wenn eine Phasenwicklung bei dem allerdings gaga ist, ja 
dann..... Doch das sollte der Versorger, längst gemerkt haben.

Old-Papa

von Gerald K. (geku)


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30m bis zur Trafostation sind nicht viel.
Wie verlaufen die Kabel von  zur Trafostation?
Freileitung oder Erdkabel?

hinz schrieb:
> Der brummt nicht mit 50Hz.

Stimmt. (Drebeiseninstrumenteffekt)

Aber Freileitungen können im Erdmagnetfeld mit 50Hz schwingen 
(Lautsprechereffekt)

von Karl (Gast)


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Old P. schrieb:
> Wahrscheinlich 150Hz, wenn Drehstromtrafo. Allerdings ist das dann eher
> nicht so stark. Wenn eine Phasenwicklung bei dem allerdings gaga ist, ja
> dann..... Doch das sollte der Versorger, längst gemerkt haben.

Ich denke dann wohl ehr mit 3x50 Hz? Und wenn 2 Spulen leise und eine 
laut brummt, dann hört man 50 Hz?

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Karl schrieb:

> Ich denke dann wohl ehr mit 3x50 Hz? Und wenn 2 Spulen leise und eine
> laut brummt, dann hört man 50 Hz?

Ja, 3x50Hz, die sich gegenseitig überlappen. Was hört man da also?
Und wenn eine laut brummt, ist da was gaga (sachte ich schon)

Old-Papa

von hinz (Gast)


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Karl schrieb:
> Old P. schrieb:
>> Wahrscheinlich 150Hz, wenn Drehstromtrafo. Allerdings ist das dann eher
>> nicht so stark. Wenn eine Phasenwicklung bei dem allerdings gaga ist, ja
>> dann..... Doch das sollte der Versorger, längst gemerkt haben.
>
> Ich denke dann wohl ehr mit 3x50 Hz? Und wenn 2 Spulen leise und eine
> laut brummt, dann hört man 50 Hz?

Nein, der brummt mit 100Hz, egal wie er belastet wird.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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hinz schrieb:

> Nein, der brummt mit 100Hz, egal wie er belastet wird.

Warum das?
Weil eine Phase eigentlich immer fast weg ist? Kann sein....

von Theor (Gast)


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@ Bewohner

Wie heisst eigentlich die von Dir verwendete App? Würde ich gerne mal 
ausprobieren. Würdest Du bitte einen Link darauf posten?


Dass das Geräusch ausschliesslich im Raum zu hören ist, könnte darauf 
hindeuten, dass irgend etwas in dem Raum schwingt. Leider heisst das 
nicht, dass die ursächliche Anregung auch von etwas im Raum ausgeht.

Ich würde als nächste Schritte Folgende vorschlagen:

1. Die Lautstärke in verschiedenen Richtungen messen. Wenigstens in den 
6-Hauptrichtungen (orientiert z.B. an einer Wand und einer Decke).
Das setzt voraus, dass das Mikrophon wenigstens etwas 
Richt-Charakteristik hat. Offen gesagt, weiß ich darüber nichts.
Das kann man an verschiedenen Stellen in der gesamten Wohnung machen. Es 
gibt Fälle in denen sich die Überlagerung von Schwingungen jeweils 
unterhalb der Wahrnehmungsschwelle an einem bestimmten Ort so addiert, 
dass die Summe dann wahrnehmbar ist.

2. Die Lautstärke bei direktem, mechanischem Kontakt des Smartphones mit 
den Wänden, Decken und Möbeln messen. Falls der Gegenstand schwingt, 
sollte, meiner Meinung nach, ein merklich höherer Pegel gemessen werden. 
Bei Möbeln durchaus auch verschiedene Flächen messen.
Im Prinzip kann diese Messung auf beliebige Gegenstände in der Wohnung 
ausgedehnt werden, falls Du die Geduld aufbringst und alles säuberlich 
notierst und graphisch darstellst.
Es wäre z.B: auch möglich, dass die 50 Hz mechanisch durch Brandmauern 
vom Nachbarhaus aus kommen.

Ich wünsche Dir Erfolg und viel Geduld.

von N. A. (bigeasy)


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Old P. schrieb:
> Warum das?
> Weil eine Phase eigentlich immer fast weg ist? Kann sein....

Gegenfrage: Mit wieviel Hz brummt ein Einphasentrafo? Noch anders 
gefragt, wie oft erreicht H/B/(F) sein Maximum/Minimum im Eisenkern 
innerhalb einer Schwingung (nicht Vorzeichen behaftet)?

: Bearbeitet durch User
von Gerald K. (geku)


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Bei unmagnitisiertem Eisen werden beide Halbwellen (in gleicher 
Richtung) angezogen. Entspricht Trafo, parallele Leiter. Daher 100Hz.

Bei statischem Magnet (Permanentmagnet, Erdmagnetfeld) mit jeder 
Halbwelle in entgegen gesetzter Reichtung, daher 50Hz.

von Harald A. (embedded)


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Manchmal ist es auch so, dass sich aufgrund baulicher Umstände (Gehäuse, 
Bauwerke, Mauern etc.) ein unbeabsichtigter Horneffekt ergibt. D.h. eine 
unbedeutende Schallquelle wirkt sich in gewisser Entfernung massiv 
verstärkt aus.

Mein eindrucksvollstes Beispiel dazu war mal eine Musikveranstaltung auf 
einem Innenhof einer Schule (höhere Gebäude), der sich über Eck 
trichterförmig öffnete. Im Ort selber war wenig zu hören, die 
Beschwerden kamen von einem ca. 5..10km in Öffnungsrichtung des 
„Trichters“ entfernten Ort. Es war definitiv die Veranstaltung des 
Innenhofs, die dort klar zu vernehmen war.

: Bearbeitet durch User
von Bewohner (Gast)


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Ich versuche jetzt mal die Rückmeldungen abzuarbeiten.

Steffen schrieb:
> Alle Sicherungen raus. Brummen weg? Eine nach dem anderen rein machen.
> Brummen wieder da?
>
> Wenn alle Sicherungen raus sind und das Brumme noch da ist, prüfen ob
> die Stromzuführung übers Dach kommt oder unterirdisch.
>
die ist Unterirdisch. Baujahr 2018 ca.

> Ist es ein Reihenhaus oder freistehend? Beim Reihenhaus kann es aus der
> Nachbarschaft kommen.
>
Wohngebäude, angrenzend an Stall. Dort kann jeder el. Verbraucher 
bereits ausgeschlossen werden.

> Wenn alleinstehend, kann das Brummen auch über die
> Wasserleitung/Gasleitung* kommen.

Meine Vermutung.
>
> Falls noch nicht von ISDN umgestellt, prüfen ob der alte NTBA brummt
> (normal nicht da Gleichstrom).

Keine Ahnung was hier verbaut wurde
>
> Eventuell vom Kabelnetzbetreiber eine "Brummschleife"? Koaxkabel
> ausstecken falls dort eine Wechselspannung von Aussen rein kommt.

Es ist schwer zu beschreiben. Man darf sich das Brummen nicht vorstellen 
wie eins aus dem kleinen Küchenradio zum Beispiel. Es ist ein "massives" 
Brummen, mit viel Energie dahinter, wenn man das so sagen kann. Wie ein 
riesiger Subwoofer, welcher offene Eingänge hat und das Netzbrummen 
wiedergibt.

Theor schrieb:
> Wie heisst eigentlich die von Dir verwendete App? Würde ich gerne mal
> ausprobieren. Würdest Du bitte einen Link darauf posten?

Die App heißt Specdroid (Android).

Theor schrieb:
> Dass das Geräusch ausschliesslich im Raum zu hören ist, könnte darauf
> hindeuten, dass irgend etwas in dem Raum schwingt. Leider heisst das
> nicht, dass die ursächliche Anregung auch von etwas im Raum ausgeht.

Man kann es auch in den angrenzenden Räumen wahrnehmen, je näher man an 
den betroffenen Raum kommt, desto intensiver wird es.

Theor schrieb:
> Im Prinzip kann diese Messung auf beliebige Gegenstände in der Wohnung
> ausgedehnt werden, falls Du die Geduld aufbringst und alles säuberlich
> notierst und graphisch darstellst.
> Es wäre z.B: auch möglich, dass die 50 Hz mechanisch durch Brandmauern
> vom Nachbarhaus aus kommen.
>
> Ich wünsche Dir Erfolg und viel Geduld.

Es ist so, dass es im betroffenen Raum Stellen gibt, an denen man es 
nicht hören kann (eher mittig), in den Ecken ist es dafür umso 
intensiver. Glaube das hat mit Überlagerung zu tun, kenne mich damit 
aber zu wenig aus.

Ja meine Geduld... die ist langsam zu Ende, nächster Schritt ist der 
Auszug...

Harald A. schrieb:
> Manchmal ist es auch so, dass sich aufgrund baulicher Umstände (Gehäuse,
> Bauwerke, Mauern etc.) ein unbeabsichtigter Horneffekt ergibt. D.h. eine
> unbedeutende Schallquelle wirkt sich in gewisser Entfernung massiv
> verstärkt aus.

Zwischen der Hausseite des betroffenen Raums befindet sich noch ein 
Nebengebäude, dann kommt mehrere hundert Meter Wiese und Felder. Viele 
Gebäude gibts hier auf dem Land nicht.

von Achim M. (minifloat)


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Bewohner schrieb:
> Glaube das hat mit Überlagerung zu tun, kenne mich damit aber zu wenig
> aus.

Für Glaubensfragen ist jemand anderes zuständig. SCNR ;)

Bewohner schrieb:
> Es ist so, dass es im betroffenen Raum Stellen gibt, an denen man es
> nicht hören kann (eher mittig), in den Ecken ist es dafür umso
> intensiver

Hat der betroffene Raum eine Breite oder Höhe oder Länge, die ein 
Vielfaches von ca. 3,3m ist?
Ich denke, ohne die Quelle zu kennen, dass der Raum in einer dieser 
Ausdehnungsrichtungen in Resonanz kommt.
330m/s ÷ 50Hz = 6,6m Wellenlänge
Durch Druckstau an schallharten Flächen wird die Welle Reflektiert, 
daher halbe Wellenlänge 3,3m . Die Diagonalen kannst du auch mal 
nachmessen, Doppelreflexion...

So Resonanzeffekte bekommt man z.B. gut mit der eigenen Stimme im 
Badezimmer hin, da dieses normalerweise rundherum mit schallharten 
Flächen ausgestattet ist. Weil ein Badezimmer oft kleiner ist, liegt die 
Frequenz passend zur eigenen Stimme höher.

Zum Test kannst du es mit einem Absorber an einer der in Frage kommenden 
Wänden oder Ecken probieren, z.B. eine Bettdecke mittig an die Wand 
halten. Wenn es dann weniger intensiv ist, brauchst du einen Wandteppich 
oder einen Teppich.

mfg mf

: Bearbeitet durch User
von kneller (Gast)


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Hier war das seinerzeit ein defekter Lüfter im Keller des 
Nachbargebäudes.
Ich selbst wohnte im dritten Stock.
Der Lüfter gehörte zu einem Supermarkt und belüftete dort Umkleiden und 
Toilettenräume.
Hat mich einige Tage und Nerven gekostet das herauszufinden.
Seltsamerweise hat das sonst kein Bewohner gehört oder gestört.

von Norbert H. (anybody)


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Mit einer App (ich weiß, es ist kein
> professionelles Messinstrument) konnte ich messen, dass es sich genau um
> 50 Hz handelt, also Netzfrequenz.

bei genau 50 Hz kann es sich eigentlich nur um einen Motor handeln

von N. A. (bigeasy)


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Norbert H. schrieb:
> bei genau 50 Hz kann es sich eigentlich nur um einen Motor handeln

Dann müßte es sich aber um einen Synchron Motor handeln.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Also ich hab hier 'ne 110kv zu 10/20kV Umspannstation mit zwei Trafos in 
50 Meter Entfernung. Das einzige was man von da hört sind bei Gewitter 
die Blitzeinschläge in die hohen Masten, die regelmäßig von Blitzen 
getroffen werden.

von Anderer Georg (Gast)


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Du hast zwar schon den Strom der anderen Wohnung ausgeschaltet, aber 
vielleicht gibt es doch noch eine Möglichkeit: ich hatte das gleiche 
Problem mit exakt 50 Hz. Die Wellenlänge in meinem Schlafzimmer passt 
wunderbar in die 3,40 m Deckenhöhe und Zimmer Breite, das Zimmer war 
also ein Resonator für die akustische Wellenlänge. (Ja ich weiß das mit 
der Schallgeschwindigkeit mag zwischen 330 m/s und 340 m/s schwanken…).

Es war weder etwas im Zimmer oben drüber noch im Zimmer unten drunter 
(beides Schlafzimmer der Nachbarn. Irgendwann habe ich festgestellt, 
dass der Kühlschrank von oben drüber in einem anderen Raum auf einem 
Trägerbalken der Decke stand und damit durch die Wände in meinem 
Schlafzimmer diagonal drunter für eine Anregung sorgte, die dank der 
RaumMaße überhöht war. Erst durch mechanisch Entkopplung des 
Kühlschranks war endlich Ruhe eingekehrt.
Den gleichen Effekt hatte ich in einer anderen Wohnung mit einer 
Luftpumpe für ein Bett eines alten Herren oben drüber (vor zehn Jahren) 
und mit einer Kühltruhe ein Stock über der Wohnung einer Bekannten. 
Spannend finde ich die Häufung von Kühlschränken in meiner eigenen 
Statistik (N =3)
Solange also nicht die Hauptstromzufuhr des gesamten Hauses abgestellt 
ist, kannst du nicht sicher sein, dass nicht irgend ein Verbraucher 
(Heizungspumpe?) hier einstrahlt.
Bei mir läuft seit zwei Tagen wieder die Heizung, vielleicht hat ja auch 
die zeitliche Nähe des Herbstes und der neuen Heizungspumpenperiode 
etwas mit deinem Lärmproblem zu tun.

Viel Erfolg bei der Suche
 Georg

von Mani W. (e-doc)


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Old P. schrieb:
> Wahrscheinlich 150Hz, wenn Drehstromtrafo.

Eigenartig!

In den letzten 40 Jahren hörte ich von 3-Ph-Trafos in Schaltschränken,
Maschinen und Umspanntrafos immer nur Brmmmmmm mit 50 Hertz,
150 Hz wäre mir aufgefallen...

von hinz (Gast)


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Mani W. schrieb:
> Old P. schrieb:
>> Wahrscheinlich 150Hz, wenn Drehstromtrafo.
>
> Eigenartig!
>
> In den letzten 40 Jahren hörte ich von 3-Ph-Trafos in Schaltschränken,
> Maschinen und Umspanntrafos immer nur Brmmmmmm mit 50 Hertz,
> 150 Hz wäre mir aufgefallen...

100Hz sind dir ja auch nicht aufgefallen.

von N. A. (bigeasy)


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Mani W. schrieb:
> Old P. schrieb:
>> Wahrscheinlich 150Hz, wenn Drehstromtrafo.
>
> Eigenartig!
>
> In den letzten 40 Jahren hörte ich von 3-Ph-Trafos in Schaltschränken,
> Maschinen und Umspanntrafos immer nur Brmmmmmm mit 50 Hertz,
> 150 Hz wäre mir aufgefallen...

Die Mär vom 50Hz Trafo-Brumm. Alle Jahre wieder...

: Bearbeitet durch User
von Bewohner (Gast)


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Den Ansatz mit den Raumlängen finde ich interessant. Ich habe mal 
nachgemessen: Breite ca. 3,4 m x 3,23 m. Das käme so ungefähr hin.
Ich konnte noch interessantes feststellen: Wenn die Spülmaschine läuft, 
gibt es in der Whg an verschiedenen/anderen Stellen ebenfalls das 
Brummen mit extremer Intensivität. Dabei handelt es sich auch exakt um 
50 Hz. Dass es das ursprüngliche Brummen ist, kann ich bereits 
ausschließen.

von Mani W. (e-doc)


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Ich sollte mal wieder einen 3-Phasen-Trafo aufsuchen, um die
50, 100, 150 Hz zu hören...

von WerWieWas (Gast)


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Weil weiter oben die Frage aufkam:

Bei der App handelt es sich um Spectroid :)

von Anderer Georg (Gast)


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Bewohner schrieb:
> Den Ansatz mit den Raumlängen finde ich interessant. Ich habe mal
> nachgemessen: Breite ca. 3,4 m x 3,23 m

... nennt sich auch Resonator. Jetzt noch glatte Wände, Böden und Decke 
und die Güte reicht um das kleinste Signal ausreichend zu überhöhen.
50Hz sind so tief, dass Du mit Deinem Ohrabstand nicht orten kannst, wo 
es her kommt, sondern nur, wo die Schwingungsbäuche im Raum liegen.
So zufällig 85 cm oder 1,7 m von der Wand entfernt?!

Guten Brumm
Georg

von Mani W. (e-doc)


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Anderer Georg schrieb:
> So zufällig 85 cm oder 1,7 m von der Wand entfernt?!

Du scheinst ja ein wahrer Brummspezialist zu sein, worauf
begründest Du Deine 85 bis 170 cm Abstand zur Wand?

von Andreas M. (andreas_m62)


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ʎ/2 oder ʎ/4 ?

: Bearbeitet durch User
von Matthias F. (atarist)


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Ich verfolge die Diskussion und bin sehr gespannt, was dabei 
herauskommt. Ich habe nämlich ein ähnliches Problem. Zu bestimmten 
Tageszeiten, aber nicht immer, höre ich ebenfalls dieses Brummen. 
Spectroid zeigt mir deutlich ein Brummen im 100Hz-Bereich. Das kann 
natürlich auch eine Schwebung sein. Manchmal höre ich es auch nachts, es 
ist zum Verrückt werden! Das interessante daran ist: Ändere ich meine 
Position im Raum geringfügig, kann es sein, dass ich es nicht mehr 
wahrnehme. Ich habe im gesamten Haus den Strom abgestellt, aber von uns 
kommt es nicht. Aus der direkten Nachbarschaft glaube ich auch nicht. 
Was ich mir aber vorstellen könnte, dass jemand in der Umgebung entweder 
mit einer Wärmepumpe heizt, oder aber ein kleines BHKW (z.B. Dachs) 
betreibt. Letzteres müsste ja über den Schornsteinfeger herauszubekommen 
sein, habe allerdings noch nicht angefragt. Es sind in der Umgebung 
weder Trafostationen noch Hochspannungsleitungen. Auch Werkzeugmaschinen 
kommen nicht in Betracht. Mir fällt dieses Brummen auf, seit in der 
Nachbarschaft ein neues Haus gebaut wurde. Möglicherweise besteht damit 
ein Zusammenhang.

von Mani W. (e-doc)


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Matthias F. schrieb:
> Möglicherweise besteht damit
> ein Zusammenhang.

Lüftungen und Klimageräte höre ich bei mir meistens nach Mitternacht,
hört sich dann gesamt an wie Maschinen, die anlaufen und nach einer
Weile (15 min) wieder auslaufen...

Die Verursacher sind gut 100 m entfernt unterhalb und rundherum Wald...

von Anderer Georg (Gast)


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Mani W. schrieb:
> wahrer Brummspezialist zu sein, worauf
> begründest Du Deine 85 bis 170 cm Abstand zur Wand?

Jepp, das sind häufig (ohne Anspruch auf absolute Wahrheit) die 
Oberwellen...
Die schwingen als erstes mit, müssten aber auch in der FFT zu sehen 
sein.
Die App Phyphox macht das schön sichtbar, auch mit vernünftigen 
Auflösungen.
Mit Messmikros klappt es besser, aber die haben nicht alle rumliegen.

 ʎ/2 oder ʎ/4 hab ich dabei gut messen können, z.B. bei einer 
E-Luftpumpe für ein Bett eines älteren Herrn zur Vermeidung von 
Wundliegen im Altbau ein Stockwerk höher. Die ging nur selten an und 
unregelmäßig. Die Suche hat 1 Jahr gedauert...
Und da die Schwingungsbäuche in Abständen von ʎ, ʎ/2 oder ʎ/4 (je nach 
Oberton) auftreten, sind sie nicht überall im Raum gleichermaßen 
messbar.

War aber alles nur eine Vermutung...
Frohen Brumm
Georg

von Fabian H. (fabianh84)


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Du schreibst, dass das Haus Bj2018 ist,  hat es ggf. eine 
zentrale/dezentrale Lüftungsanlage?

Außerdem wären da noch die Sanitärentlüfter auf dem Dach ...

von Jajaja (Gast)


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Bewohner schrieb:
> Hallo,
>
> in meiner Wohnung ist ein Brummton hörbar. In einem Raum hört man es
> sehr gut, in den anliegenden Räumen weniger stark. Andere Personen
> können das Brummen ebenfalls hören.

> Was bereits gemacht wurde:
> - Strom der Whg abgestellt
> - Strom der umliegenden Wohnungen (6 Wohneinheiten im Haus) abgestellt
> - Wasser abgestellt
> - Heizungspumpen abgestellt
> - Heizkreislauf abgestellt
> - Zirkulation abgestellt
>
> Photovoltaik und Kollektoren gibt es keine. In einer Wand des Raums
> laufen Kalt- und Warmwasserleitungen.
>
> Nichts hat das Geräusch beeinflusst.
>

Du musst es orten, kreuzpeilung ist das Stichwort.

> Ich finde einfach nicht die Ursache heraus. Vielleich hat hier jemand
> noch eine Idee oder Tipps....

von Ben L (Gast)


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Konnte das Problem mittlerweile gelöst werden? Ich habe bei mir in der 
Wohnung auch ein Brummen und vermutlich exakt die gleiche Ursache. Meine 
Aufnahmen mit Spectroid sehen sehr ähnlich aus.
Freundliche Grüße

von Mario M (Gast)


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Habe das gleiche Problem - siehe Anhang. Ich denke, dass das 
"Zivilisationsschwingungen" (so nenn ich die einfach mal) sind, die sich 
über den Erdboden und in Häusern ausbreiten und dort Wände und Decken 
zum Schwingen bringen (ich habe viel Beton, der schwingt besonders gut).

Hab ohnehin nicht vor hier ewig zu wohnen...

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Da laufen mindestens einer odere mehrere Asynchronmotore am Netz.

von Mike (Gast)


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Gewerbe wie Werkstatt, Supermarkt oder Landwirtschaft in der Nähe? Da 
laufen oft Kompressoren für Druckluft oder Kühlaggregate, die sich als 
Bodenschwingungen weit ausbreiten können.

von Stefan K. (stefank)


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von Mario M (Gast)


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Mike schrieb:
> Gewerbe wie Werkstatt, Supermarkt oder Landwirtschaft in der Nähe?

Ein paar kleinere Läden, wie: Nagelstudio, Solarium, Juwelier,... noch 
ein paar Monate mehr Corona, dann sind die wahrscheinlich endgültig 
Pleite und es wird sich zeigen ob das Brummen mit ihnen verschwinden 
wird (...es gibt aktuell also größere Probleme als Geräusche in der 
Wohnung). Es wird die Summe aller Anlagen + Zentralheizung der 
Wohnanlage sein. In absoluten Zahlen wird das Brummen auch gar nicht so 
laut sein, aber es ist halt sonst sehr ruhig in der Umgebung und dadurch 
erscheint mir das Brummen als laut. Vor allem wenn man den ganzen Tag in 
der Wohnung sitzt...

Da immer mehr Klimaanlagen und Lüftungsanlagen montiert werden wird das 
ein zivilisatorisches Problem sein, das eher zunehmen wird. War mal vor 
einem Jahrzehnt in N.Y. und die Klimaanlage einer hunderte Meter 
entfernten Bank war so laut wie ein startender Hubschrauber... im 
kleineren Maße wird das auch irgendwann unsere Kleinstädte erreichen.

(Bin erst vor knapp über einem Jahr von einer 2 Mio. Stadt in eine mit 
15.000 Einwohnern gezogen. In der Großstadt gibt es mehr Nebengeräusche 
wodurch man so ein Brummen wahrscheinlich nicht wahrnehmen würde... 
werde es mal mit Meditation probieren)

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Ich hatte in den letzten Wochen auch sporadisch so ein Brummen im Haus. 
Vor allem Nachts war das zu hören, aber eben nur manchmal.

Vor ein paar Tagen dann der Gang in die Werkstatt (da bin ich im Winter 
selten) und plötzlich sprang der Kompressor an (ein alter 
"Silentkompressor") ....
So ein  Mist, den hatte ich irgendwann im Herbst vergessen auszuschalten 
und da nichts ewig hält, hat er gelegentlich nachgepumpt.
Vorher hatte ich das ganze Haus abgesucht, nichts gefunden.
Ok, Kompressor hat nicht jeder im Haus, doch meine Werkstatt ist ein 
separates Gebäude, dennoch habe ich das gehört.
Will sagen: mechanische Schwingungen gehen mitunter ulkige Wege.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Björn G. (tueftler)


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Das Thema hatte ich vor ca. 1,5Jahren mit einem Kollegen aus Stuttgart.
Hier gab es auch gut messbare Resonanzen je nach dem wo er sich in der 
Wohnung aufhielt. Haben dann versucht das Ganze von der Position her und 
auch zeitlich einzugrenzen aber ohne Erfolg, da ziemlich zufällig. Er 
ist daraufhin in eine andere WG gezogen und hatte dann Ruhe.

Lest mal z.B. diesen Bericht:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.brummton-in-der-region-stuttgart-fahndung-mit-messtechnik.9513786f-809c-4662-ad9b-4ad1303db20a.html

Beitrag #6634963 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Die Quelle muss auch gar nicht im Haus sein. Es gibt auch ungünstige 
Schallübertragung über den Boden. Es gibt auf der Straße in 50m 
Entfernung, da ist in einem Bereich der Schneepflug ganz deutlich im 
Haus zu hören, obwohl er hinter einem anderen ganz verdeckt ist.

Es gibt auch Motoren, die treiben Kompressoren zur Entfeuchtung zwischen 
den Isolierungen an. Das bekommen die Bewohner gar nicht mit, wenn diese 
installiert werden. Es gibt auch viele Hausverwaltungen, die wissen das 
vom Haus gar nicht. Es kann auch vorkommen, das dieser Schall im 
nachbarlichen Haus besser zu hören wäre. Ein Bekannter hat neuerdings 
auch einen neumodischne Kühlschrank mit Schwingungskompressor. Wenn 
dieser ungünstig steht, freuen sich auch die Nachbarn über den Brumm. So 
ein Brummen wird übrigens meistens gar nicht als störend empfunden, wenn 
die Quelle bekannt ist.

Wenn der Anwohner bereits ganz zu Beginn in einer Werkstatt die Pressen 
gesehen und gehört hat, diese noch leise in der Nacht zu hören sind, 
zählt das Unterbewußtsein die Schläge genau so, als würde klassisch 
versucht werden die Schafe zu zählen um besser einzuschlafen. Die Folgen 
sind dann nicht die geringsten Einschlafprobleme damit zu haben.

von Jack V. (jackv)


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Mario M schrieb:
> Habe das gleiche Problem - siehe Anhang.

Hast du nicht. Deinem Anhang nach ist da nichts, was du als Mensch 
heraushören könntest. Und Netzbrumm kann’s schon gar nicht sein, wenn 
der homöophatisch ausgeprägte Peak bei 47Hz liegt, statt bei 50Hz. In 
den Bildern des Eingangsbeitrags siehst du ein hörbares Brummen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Unter Kenntnis der üblichen Kennlinien der Mikros in Smartphone und 
Tablet sind die Linien sicherlich zu hören, wenn noch nicht die 
Altersschwerhörigkeit eingesetzt haben sollte. Die 47Hz lassen 
rückschließen auf Geräusche von Asynchronmotoren mit großer 
Wahrscheinlichkeit.

Aber der postende Mario hat auch nicht mehr Infos mitgegeben, was für 
Haustyp (Hochhaus, Plattenbau, städtisch dichteste Bebauung ...) und 
darf nun selber weiter rätseln.

von Jack V. (jackv)


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Dieter D. schrieb:
> Unter Kenntnis der üblichen Kennlinien der Mikros in Smartphone und
> Tablet sind die Linien sicherlich zu hören, wenn noch nicht die
> Altersschwerhörigkeit eingesetzt haben sollte.

Ich nutze die besagte App auf recht vielen verschiedenen Geräten, und 
kann dir daher versichern: was dort im Bild zu sehen ist, ist nur genau 
dann hörbar, wenn die App nicht für das betreffende Gerät angepasst ist, 
und das betreffende Gerät ein Mikrofon mit vollkommen unüblichem 
Frequenzgang nutzt.

von Marc (Gast)


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Darf ich fragen wo Du wohnst?
Ich habe seit letztem Jahr genau das gleiche Problem und wohne in 
Ebersteinburg.
Meine Lebensgefährtin und ich können seit ca. einem halben Jahr nicht 
mehr richtig schlafen. Wir hören es eigentlich immer Nachts, teilweise 
aber auch tagsüber. Spectroid zeigt ein ähnliches Bild (47-50Hz). Zuerst 
hatte ich den Strom in der Wohnung ausgeschaltet, dann auch vom ganzen 
Haus. Das Brummen blieb. Die Nachbarn hören komischerweise nichts. Meine 
Wohnung ist im Erdgeschoss (nicht unterkellert). Die Quelle selber 
konnten wir nicht orten. Wir hatten dann das Ordnungsamt eingeschaltet. 
Die haben auch Messungen gemacht, meine aber es ist alles DIN konform... 
Um sicher zu stellen, dass es kein medizinisches Problem ist, haben wir 
an anderen Orten geschlafen. Dort hatten wir keinerlei Probleme. Ich 
wäre schon längst auszogen, aber ich habe die Wohnung vor ca. 9 Jahren 
gekauft. Ein Umzug und Verkauf ist kostspielig. Wir sind wirklich am 
verzweifeln und keiner will wirklich helfen.

von bastel_ (Gast)


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Hab ich hier auch. Sobald es wärmer wird, kommt ein Brummen, dass sich 
in einer gedachten Linie ausbreitet, raumunabhängig. In der Stube steht 
da nix, im Schlafzimmer ist es das Kopfende vom Bett. Leg ich mich 
verkehrt herum rein, ist Ruhe. Ich vermute, dass die Lüfter der 
Klimaanlagen des Rechenzentrums, das sich gegenüber auf der Straße, aber 
auch ein Stück weiter weg befindet, schuld sind. Denn früher gab es die 
Probleme nicht. Und je nach Lufttemperatur wird der Schall an den 
Hochhäusern, oder wo auch immer bissel anders reflektiert und im Sommer 
halt "ungünstig". Man hört Nachts auch ein schönes Brummen auf dem 
Balkon aus der Umspannstation des Rechenzentrums.

Kommt wahrscheinlich über das Dach und die Dämmung rein, diese tiefen 
Frequenzen hält man nicht auf. Würde es mich tierisch stören leg ich 
mich halt anders ins Bett, aber ich drück einfach die Ohropax fester 
rein.

von Jemand (Gast)


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Marc schrieb:
> Wir hatten dann das Ordnungsamt eingeschaltet.
> Die haben auch Messungen gemacht, meine aber es ist alles DIN konform...

So so, das OA kommt echt bei sowas vorbei und macht Messungen, wie 
hast´n das geschafft?
Hier gibts einen Ruhestörer, eine Pumpe im Keller, die Tag und nacht 
sporadisch anläuft, aber die Ämter kümmert sowas nicht, nicht mal die 
Polizei wegen Ruhestörung.
Kannste mir den Trick verraten wie man die dazu bringt?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Jack V. schrieb:
> was dort im Bild zu sehen ist, ist nur genau
> dann hörbar, wenn die App nicht für das betreffende Gerät angepasst ist,

Erstaunliche Aussage, die Du hier machst. Eine nicht angepasste 
Spektroid-App macht also das Bild erst hörbar. Die App erzeugt also das 
Brummen.

> und das betreffende Gerät ein Mikrofon mit vollkommen unüblichem
> Frequenzgang nutzt.

Nebenbei sei angemerkt, das nicht Jeder so billige Smartphone nutzt, 
dessen Mikro bei den 46-50Hz des Kühlschrankkompressors nahezu 
scheitert. So eines habe ich zum Beispiel auch. Ab 100Hz fällt die 
Kennlinie und der S/N ist nicht berauschend. Der Brumm ist gut in der 
Küche zu hören, das Smartphone muss an die Öffnung der Rückseite vor den 
Kompressor gehalten werden.

Die Geräuschhörenden sollten mal in der Nacht das Schundfernsehen 
einschalten. Die wird seit ein paar Monaten so ungefähr für vier 
Verkaufschlager, ganz anderer Verwendungsgebiete gewörben. Wenn in der 
Nachbarschaft sowas gekauft wurde, musst Du die Werbung gesehen haben, 
sonst kämst Du auch bei einer Wohnungsbegehung mit Hausmeisterei nie 
darauf.

von Jack V. (jackv)


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Dieter D. schrieb:
> Erstaunliche Aussage, die Du hier machst. Eine nicht angepasste
> Spektroid-App macht also das Bild erst hörbar. Die App erzeugt also das
> Brummen.

Erstaunlich, wie man ’ne Aussage absichtlich so verkehrt wiedergeben 
kann.

Pass auf: lad dir die App und versuche rauszufinden, was es mit den 
vielen Farben und Zahlen auf sich hat, und wie das im Verhältnis zur 
Lautstärke stehen könnte. Überlege, was die (fehlende) Anpassung der App 
an das konkrete Telephonmodell und dessen Mikofon samt 
Empfindlichkeitskurve über die Frequenzen für eine Auswirkung haben 
könnte. Lies meinen Beitrag nochmal und versuche, ihn mit den nun 
gewonnenen Informationen neu zu interpretieren und dir die Bedeutung des 
Geschriebenen zu erschließen.

Dann kommst du wieder, entschuldigst dich, und alle sind zufrieden.

: Bearbeitet durch User
von Marc (Gast)


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Es gab keinen Trick, habe einfach das Umwelt Ordnungsamt angeschrieben, 
Screenshot der Messungen abgehängt, das Problem und die Auswirkungen 
geschildert. Die Beamten sind auch morgens um 3:00 Uhr erschienen und 
haben Messungen bis 6:00 Uhr gemacht. Leider hatte das erst einmal 
nichts genützt. Das Ordnungsamt hat sich vor einem Tag erneut gemeldet 
und scheint bereit zu sein, weiterhin zu helfen. Wir habe jetzt wieder 
ein wenig Hoffnung, bekanntermaßen stirbt die Hoffnung zuletzt.

von Matthias L. (limbachnet)


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Wo lebst du denn? Weil - ein Umwelt-Ordnungsamt scheint's in Deutschland 
nicht zu geben, eine kurze Web-Recherche blieb bei mir jedenfalls 
erfolglos.

Aber da es ja durchaus regional Behörden geben mag, die anderswo völlig 
unbekannt sind, kann das auch durchaus an mir liegen.

Oder hieß das Amt vielleicht irgendwie anders?

von Icke ®. (49636b65)


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bastel_ schrieb:
> Hab ich hier auch. Sobald es wärmer wird, kommt ein Brummen, dass sich
> in einer gedachten Linie ausbreitet, raumunabhängig. In der Stube steht
> da nix, im Schlafzimmer ist es das Kopfende vom Bett. Leg ich mich
> verkehrt herum rein, ist Ruhe.

So ähnlich kenne ich das von meiner alten Wohnung. Das Brummen war nur 
an einer bestimmten Stelle im Wohnzimmer hörbar, aber dort sehr deutlich 
und immer. Einen Meter weiter weg, nix mehr. Rundum nur Wohnungen, keine 
Betriebe, keine Umspannstationen oder Trafohäuschen, keine starken 
Elektrogeräte. Nichts, was eine simple Erklärung liefern könnte. Einzig 
denkbar wären Effekte durch Resonanzen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Jack V. schrieb:
> Erstaunlich, wie man ’ne Aussage absichtlich so verkehrt wiedergeben
> kann.

Nochmal der Ausschnitt:

Jack V. schrieb:
> daher versichern: was dort im Bild zu sehen ist, ist nur genau
> dann hörbar, wenn die App nicht für das betreffende Gerät angepasst ist,
> und

Jeder weiß doch, was Du eigentlich schreiben wolltest und einen Witz 
darin verpacktest. Ersetze das Wort "hörbar" durch "sichtbar".

Die App habe ich schon lange und schon öfters empfohlen.

von Lärmgeschädigt (Gast)


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Spectroid ist ein Segen!
wir haben hier ein Brummen um die 20-40Hz ab und zu. Ich finde es 
geradezu ohrenbetäumend laut, aber sehr schwer zuzuordnen, und andere 
hören nichts.

Darum habe ich schon fast an meinem Verstand gezweifelt. 
Glücklicherweise zeigt Spectroid das Geräusch sehr deutlich an, und 
damit ließ es sich zur Quelle verfolgen:
Es war die nahe Bundeswehr, die ließen irgenwelche großen Fahrzeuge 
warmlaufen oder so. Jedenfalls konnte man aus der Nähe hören, dass es 
große Dieselmotoren waren, die in einer Halle liefen. Alos größer als 
LKW, vermutlich Panzer.
Wegen der Halle hörte man die typischen Dieselgeräusche nur in der Nähe, 
aber die tiefen Töne hält das nicht ab.

Also wäre mein Rat:
Wenn das Geräusch auch außerhalb des Hauses zu hören ist, kann man 
versuchen, dem Peak mit Spektroid nachzulaufen. Dazu einen Kreis um das 
Haus ziehen, und kucken, aus welcher Richtung das Geräusch am lautesten 
ist.
Die App schaltet die Subjektivität aus, was eine große Hilfe ist.

von Leidensgenosse (Gast)


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Bei mir wars mal der Deckenvenilator der Nachbarn.
Dabei wurde mir mehrmals versichert sie hätten keine Geräte laufen, sie 
hören nichts und schlussendlich wurde einem die Tür vor der Nase 
zugeschlagen.
Hausverwaltung tut nichts, Gericht war sehr schwierig.

Nach deren Auszug(5Jahre)war das Brummen weg.

Viel glück mit der Suche kann Zermürbend sein.

von Lärmgeschädigt (Gast)


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Leidensgenosse schrieb:
> Bei mir wars mal der Deckenvenilator der Nachbarn.
> Dabei wurde mir mehrmals versichert sie hätten keine Geräte laufen, sie
> hören nichts und schlussendlich wurde einem die Tür vor der Nase
> zugeschlagen.
> Hausverwaltung tut nichts, Gericht war sehr schwierig.

Oft macht der Ton die Musik, und ein halbwegs ordentliches Verhältnis zu 
den Nachbarn kann manchmal von Vorteil sein. Da kann man ruhig mal eine 
Kiste Bier investieren oder was auch immer die mögen.

Das Problem bei solchen Dingen:
Das Brummen ist meistens so leise, dass es unter den Grenzwerten liegt. 
Aber stören tuts ja trotzdem. Man ist auf Goodwill angewiesen.

von Marc (Gast)


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Die genaue Bezeichnung hier heißt:
Dezernat III - Ordnungsamt - Umwelt und Arbeitsschutz

Es gibt auch ein Umwelt-Bundesamt:
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/infraschall-um-unter-der-wahrnehmungsschwelle

von Matthias L. (limbachnet)


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Marc schrieb:
> Die genaue Bezeichnung hier heißt:
> Dezernat III - Ordnungsamt - Umwelt und Arbeitsschutz

Interessant, danke!

von Jack V. (jackv)


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Dieter D. schrieb:
> Jeder weiß doch, was Du eigentlich schreiben wolltest und einen Witz
> darin verpacktest.

Interessant, dass jeder das weiß – außer mir. Ich wollte genau das 
schreiben, was ich geschrieben habe, und einen Witz sehe ich da nach wie 
vor nicht. Wenn das im Screenshot gezeigte Geräusch tatsächlich hörbar 
sein sollte, ist die App nicht an den Frequenzgang des gegebenen 
Telefonmikrofons angepasst. Ist einfach so.

von Percy N. (vox_bovi)


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Lärmgeschädigt schrieb:
> große Dieselmotoren waren, die in einer Halle liefen.

Suizid einer Panzerbesatzung?

von Frager (Gast)


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hinz schrieb:
> Bewohner schrieb:
>> Im Umfeld gibt es einen
>> Ortstrafo
>
> Der brummt nicht mit 50Hz.

Womit sonst?

Beitrag #6641373 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Frager schrieb:
> Womit sonst?

Mit der Frequenz der Magnetorestriktion.

von Chee-co (Gast)


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Auf der Arbeit haben wir eine Soundcam gekauft - https://soundcam.com/

Vielleicht findest du einen Weg, an so eine akustische Kamera 
ranzukommen- damit findet man die Ursache relativ schnell.

Grüße,

Stefan

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Das 50Hz Brummen ist ganz sicher ein elektromagnetischer Wandler, soviel 
steht mal fest. Denn:

Lukas schrieb:
> Das Haus Wände
> oder Dächer schwingen dann wenn es blöd läuft in Resonanz mit und
> verstärken das ganze.

Die schwingen nicht genau auf 50Hz und verstärken auch nicht statisch, 
sondern schwingen auf und ab. Ausserdem:

Icke ®. schrieb:
> So ähnlich kenne ich das von meiner alten Wohnung. Das Brummen war nur
> an einer bestimmten Stelle im Wohnzimmer hörbar, aber dort sehr deutlich
> und immer. Einen Meter weiter weg, nix mehr.

Das sind Moden im Raum, die Folge von Reflektionen des Luftschalls sind. 
D.h. der Luftschall dringt ein (durch Fester oder Wände) und die 50Hz 
verbreiten sich im Raum, werden aber durch die Wände zurückgeworfen, 
sodass sich Interferenzmuster bilden. Damit erklärt es sich, dass die 
erzeugte oder eingeleitete stehende Welle an einigen Stellen ein Maximum 
aufweist. Mit etwas Messung und Rechnung kann man die Entfernung und den 
Winkel der Quelle berechnen oder wenigstens schätzen. Oftmals sind das 
Quellen von Aussen.

In engen Gängen im Keller oder kleinen Räumen hört man z.B. sehr viel 
Bassüberhöhung, die von Quellen aus größerer Entfernung stammt, welche 
bei offenem Fenster oder ausserhalb gar nicht so laut wirken.

Lukas schrieb:
> Manchen Brummen wurde nachgegangen und es war sehr oft eine
> Lüftungsanlage, diese kann auch weiter entfernt stehen.

Das ist auch gut möglich, allerding sind deren Resonanzschwingungen 
einerseits abhängig von der Leitungslänge, weil die Kanäle die Echos 
machen und damit den Klang und andererseits sind es die tieffrequenten 
Luftwirbel, welche abstrahlen und die Wände durchdringen können.

Beides ist aber auch nicht zufällig 50Hz.

Bewohner schrieb:
> Ist es möglich, dass sich Schwingungen übers Wassernetz von außen bis
> zum Zimmer ausbreiten, trotz geschlossener Wasserleitung?
Das gibt es, allerdings sind die tönenden Wasserleitungen eher Folge der 
schwingenden Heizungsventile oder der Pumpen. Da Wasser den Schall sehr 
gut und schnell leitet, ergibt sich die Situation, dass auch lange Rohre 
in der Wand noch einen sehr hochfrequenten Resonanzton produzieren. Das 
ist dann meistens eine Art "U", welches sich um Haus ausbreitet und dann 
wieder Luftschallmoden bildet. Ich habe das auch bei der alten Heizung 
gehabt, dass bei gang bestimmten Temperaturen an bestimmmten Stellen um 
Flur ein extrem lautes "u" zu hören war.

Als Abhilfe gegen Luftschallverstärkung empfehlen sich Schallabsorber, 
wie wir sie im Tonstudio haben - im Selbstbau bestehend aus sehr 
weichem, offenporigem Material wie Rockwool / Sonorock, welches 
unverpresst in Folie eingehüllt in den Ecken der Wände platziert wird. 
Tiefe mindestens 50cm, eher 70cm. Am Besten über die gesamte Wandhöhe.

Man kann auch Leichtbauregale verwenden und die mit solchem Material 
vollstopfen. Es ist in jedem Fall darauf zu achten, dass das luftdicht 
ist, damit es keine Feuchtigkeit saugen und Schimmel bilden kann und 
auch nichts rausrieselt, weil das die Lungen belastet, auch wenn es 
nicht ausdrücklich krebserregend ist.

Gegen eindringenden Luftschall von Außen hilft eine Gegenschallanlage. 
Bei Bedarf kann ich erklären, wie man das baut.

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Old P. schrieb:
> hinz schrieb:
>
>> Nein, der brummt mit 100Hz, egal wie er belastet wird.
>
> Warum das?
> Weil eine Phase eigentlich immer fast weg ist? Kann sein....

3 überlagerte Sinuswellen geben nicht Null, wie mancher meint, weil sich 
die Schwingungen der Mechanik nicht elektrotechnisch wie ein 
Effektivwert addieren. Das tun sie longitudinal nicht und transversal 
schon gleich gar nicht, sondern es gibt zeitabhängige Resonanzen, welche 
die Harmonischen der 3-Phasen aufnehmen und reflektieren. Schon die 
mangetische Feldentwicklung addiert nicht zu einem oberwellenfreien 
Kreis. Hinzu kommt, dass ein Trafo etwas 3D-förmiges ist, bei dem die 
drei Phasen nicht im 120°-Winkel stehen müssen.

Ist das System z.B. flach aufgebaut, gibt es eine 2D-abbildung des 
Systems in 2 Achsen, d.h  der Trafo vollführt eine Taumelbewegung und 
die projiziert sich ins Erdreich. Ich hatte mal einen Fall, wo das 
Brummen des Trafos in unmittelbarer Nähe nur im Luftschall als Zerren 
wahrnehmbar war und man sonst nichts hörte. 200m weiter im Hotel war das 
Brummen aber deutlich zu hören. Solche niederfrequenten 
Bodenschwingungen laufen auch gerne mal in die Tiefe, reflektieren an 
Gesteinsschichten und kommen woanders raus. Das kennt man von 
Kraftwerken, Pumpspeicheranlagen und auch großen Anlagen, die 1km weit 
weg nicht mehr zu hören sind, wo aber deren Grundschall 5km später 
wieder auftaucht.

In jedem Fall ist das mechanischer Schall

Dieter D. schrieb:
> Frager schrieb:
>> Womit sonst?
>
> Mit der Frequenz der Magnetorestriktion.
Der Anteil ist aber so gering und hochfrequent, dass er sich nicht weit 
ausbreiten dürfte.


Jack V. schrieb:
> enn das im Screenshot gezeigte Geräusch tatsächlich hörbar
> sein sollte, ist die App nicht an den Frequenzgang des gegebenen
> Telefonmikrofons angepasst.
Der Frequenzgang ist zunächst mal egal, wenn es nur darum geht, die 
Frequnez zu lokalisieren. Ob man sie hören kann oder nicht, würde ich 
nicht an der APP festmachen, weil da so gut wie gar nichts kalibiert 
ist.

Solche Messungen macht man mit einem Studiomikrofon in 
Kugelcharakteristik mit einer Membran. Die gehen bis 5Hz runter und mit 
geeigneter Wandlertechnik kann man das auch gut nachmessen.

Es ist erstaunlich, was wir alles an Infraschall in der Erde haben. Und: 
er wird mehr! Hauptverursacher sind die Windkraftanlagen. Deren 
Tiefenschall ist enorm laut und regt andere Resonatoren wie Gebäude zu 
Eigenschwingungen an. Wenn die im Hörbaren liegt, hat man im Umfeld 
einer solchen Anlage keine Ruhe mehr. Da helfen auch keine 1500m 
Distanz.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Jürgen S. schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Mit der Frequenz der Magnetorestriktion.
> Der Anteil ist aber so gering und hochfrequent, dass er sich nicht weit
> ausbreiten dürfte.

Bei 50Hz dehnt (und zieht sich zusammen) sich das Kernmaterial 100 
mal/s.
https://www.spektrum.de/frage/warum-brummen-transformatoren/723950

(Es lohnt sich manchmal parallel auch nachzuschauen.)

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Wenn du das so formulierst "Mit der Frequenz der Magnetorestriktion", 
klingt das so, also hättest du die magnetische Eigenresonanz des 
Materials im Sinn - die gibt es nämlich auch und die schwingt durchaus 
sehr hochfrequent.

Ansonsten ist es einfach die Frequenz des Erregerfeldes, der die 
Resonanz und alles andere tieffrequent folgt. Die wäre hier auch 50Hz, 
solange es sich nicht um irgendwie gleich- oder umgerichteten Strom 
handelt.

Das, was das Brummen insgesamt ausmacht, kommt im Übrigen auch nicht 
primär durch den Kern und dessen Ausdehnung. Allein das Magnetfeld an 
sich bewirkt eine Anziehung eines magnetisierten Werkstücks auf 
benachbarte Metalle und Aufhängungen und damit eine Beschleunigung. Die 
ist erheblich größer und relevanter, d.h. das gesamte System wird in 
Schwingung versetzt und deren Resonanzen sind es auch, die in den Boden 
geleitet werden und sich ausbreiten.

Ferner tragen die Windungen des Kupfers auf den Kernen dazu bei: Auch 
wenn Kupferlagen scheinbar press aufeinanderliegen, ziehen sie sich 
gegenseitig an, wenn der Strom steigt und pressen sich zusammen. Die oft 
verwendeten Isolierschichten sind weich genug, um da viel zu erlauben. 
Da sind etliche Hunderstel Millimeter bei dicken Lagen möglich, Kein 
Kern komprimiert so stark und die Elongation ist es, die die 
Schallstärke bestimmt. Das ist ähnlich wie beim Lautsprecher: Auch dort 
vollzieht der Strom in den Windungen einiges an Effekten und sicher gibt 
es auch dort Restriktionseffekte - die 99,9% des Schalls kommen aber von 
den beweglichen Teilen, die sich mehrere Millimeter bewegen können und 
der Membran, die sich um Zentimeter bewegt, sonst gibt es keinen 
hörbaren Hub.

Allenfalls bei großen Umspannwerken kann ich mir vorstellen, dass genug 
Fläche vorliegt, um Luft anzuregen, wobei ich dort vermutet, dass es die 
Beschleunigungen sind, die auf die Materiealien wirken.

von Achim S. (Gast)


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Jürgen S. schrieb:
> Die wäre hier auch 50Hz, solange es sich nicht um irgendwie gleich- oder
> umgerichteten Strom handelt.

nein, es sind 100 Hz.

Jürgen S. schrieb:
> Allein das Magnetfeld an sich bewirkt eine Anziehung

und dabei zählt der Betrag des Magnetfeldes, nicht sein Vorzeichen. und 
der Betrag des Magnetfelds hat 100 Maxima pro Sekunde, nicht 50.

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Achim S. schrieb:
> und dabei zählt der Betrag des Magnetfeldes, nicht sein Vorzeichen. und
> der Betrag des Magnetfelds hat 100 Maxima pro Sekunde, nicht 50.

Eben, der TE hört aber 50Hz. Und daher habe ich in meinem Post 
ausdrücklich ausgeführt, dass es eben das Zusammenziehen des Kerns nicht 
sein kann, sondern dessen Bewegung.

von Achim S. (Gast)


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Jürgen S. schrieb:
> Und daher habe ich in meinem Post ausdrücklich ausgeführt, dass es eben
> das Zusammenziehen des Kerns nicht sein kann, sondern dessen Bewegung.

Alle Beschleunigungseffekte, die du beschrieben hast, ("Anziehung 
benachbarter Metalle...") laufen mit 100Hz ab.

von Matthias 🟠. (homa)


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Chee-co schrieb:
> Auf der Arbeit haben wir eine Soundcam gekauft - https://soundcam.com/
>
> Vielleicht findest du einen Weg, an so eine akustische Kamera
> ranzukommen- damit findet man die Ursache relativ schnell.
>
> Grüße,
>
> Stefan

Was kostet so ein Ding? Ich stelle mir das teuer vor ...

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Achim S. schrieb:
> Alle Beschleunigungseffekte, die du beschrieben hast, ("Anziehung
> benachbarter Metalle...") laufen mit 100Hz ab.
Nicht, wenn sie magnetisiert sind und damit eine Richtung haben.

von Katze (Gast)


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Wie lang doch ein Thread nur wegen einem Brummen werden kann...
Et brummt und brummt... und bummt und brummt und brummt...

von Mani W. (e-doc)


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Wurde schon eine Aquariumluftpumpe erwähnt? Die schwingen nämlich
ganz hurtig...

https://de.wikipedia.org/wiki/Membranpumpe

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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von Fragezeichen (Gast)


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Die Frage ist schon falsch gestellt. Sie muß lauten, wo kommt es her! 
Erst wenn man das weiß kann man es abstellen.

Das ist das Ursache-Wirkungsprinzip.

von Ausrufezeichen (Gast)


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Fragezeichen schrieb:
> Die Frage ist schon falsch gestellt. Sie muß lauten, wo kommt es her!

Gerade bei Schall kann die Frage nach dem "Was" die Suche nach dem "Wo" 
entscheidend beschleunigen.

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Ausrufezeichen schrieb:
> Gerade bei Schall kann die Frage nach dem "Was" die Suche nach dem "Wo"
> entscheidend beschleunigen.
Die Überlegungen die bisher angestellt wurden, sind ja überwiegend 
sinnig, nur implizieren eben viele 100Hz oder was ganz anders und die 
sind es ja nicht. Es muss also - wenn - eine direkte Wirkung des 
elektrischen Stromes sein und da bleibt nur die (gerichtete!) 
Magnetisierung, weil es kaum Anwendungen im Haushalt gibt, welche die 
elektrische Feldstärke in ausreichender Energiemenge nutzen.

Es gibt also irgendwo einen ungewollten Lautsprecher.

Wenn nicht irgendwo ein Trafo etwas Magnetisches anzieht und abstößt 
oder irgend ein Verstärker aktiv einen Lautsprecher treibt, dann gibt es 
noch die Möglichkeit einer Hochleistungs-Membranpumpe, die irgendwo in 
einem Reinigungssystem sitzt, z.B. in einem Reinraumfilter oder einer 
Klimaanlage oder in einer Heizung.

Außerhalb des Hauses kämen alle Verbraucher und Generatoren in Betracht, 
die am Netz hängen und mechnisch Energie umsetzen, also 
Kraftwärme-Systeme, Pumpspeicher und anderes, was mit Synchronmaschinen 
arbeitet. Da die meisten Anlagen aber mit Umrichtern arbeiten, haben 
deren mechanische Schwingungen mit der Netzfrequenz nichts (mehr) zu 
tun, außer einigen Resonanzen, die aus dem Umschalten der Halbleiter 
herrühren. (Man kann frontseitig die Netzfrequenz an der Belastung des 
Generators sehen und selbig führt zu Rückstößen im Generator.)

Irgendein Kraftwerk in der Nähe?

von Knalldiode (Gast)


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Die Heizung läuft vielleicht über Fernwärme?

von Ziegenpeter (Gast)


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O.k.

Keine Antwort ist auch eine Antwort.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Auch psychotische Ursachen für das Hören des Brummtons sind möglich. So 
wie Menschen rosa Elefanten sehen, nehmen sie auch Töne wahr, die 
tatsächlich nicht vorhanden sind. Nix lachen oder meckern, gibt es 
leider wirklich.

von M. W. (elektrowagi78) Benutzerseite


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Knalldiode schrieb:
> Die Heizung läuft vielleicht über Fernwärme?
Woher soll dort ein konstantes Brummen herkommen? Solche Geräusche sind 
stark temperatur-, druck- und zeitabhängig.

von Volker A. (pfriemler)


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Ich stelle gerade überrascht fest, dass es noch mehr 
Tieftonlärmgeschädigte in der Republik gibt. Ich dachte, ich wäre 
allein.

Auch ich nutze Specdroid seit geraumer Zeit mit einem Galaxy S8. Damit 
kann ich in 100m Entfernung warm laufende LKWs sehen (und auch ein wenig 
hören), die meine Schlafzimmerraumresonanz von 27 Hz anregen.

Diese Geräusche sind besonders unangenehm, weil sie eigentlich keinen 
Ton darstellen, eher ein diffuses Druckgefühl. Zudem bin ich 
tinnitusgeschädigt: Tiefe Brummtöne, die ich immer nur im rechten Ohr 
höre, sind eben in Wirklichkeit nicht da. Auch Spectroid zeigt sie dann 
nicht :-)

Im Wohnzimmer habe ich ein physikalisches Experiment am Laufen: Die 
Raumresonanz beträgt 25 Hz, den Kühlschrank aus der Küche hört man 
entlang der einen Wand mal gar nicht, mal sehr laut - perfekte 
Stehwellen mit Auslöschung zwischendurch. Auch Spectroid misst das ganz 
klar.

Dann hatten wir hier vor ein paar Tagen eine Baumaschine in 150m 
Entfernung, die irgendwelche Eisenstäbe in den Boden vibriert hat. 
Anlaufend auf 43 Hz und wieder abtourend. Hier haben sogar der Toaster 
in der Kücher und die Gläser im Schrank geklirrt. Auch das hat Spectroid 
einwandfrei gesehen.

Die Krone aber war ein 147-Hz-Ton laut Spectroid. Den hatte ich (wie ich 
hier auch schon las, gemäß dem Murphyschen Gesetz der Maximalen 
Gehässigkeit) genau im Kopfbereich des Bettes. Als Ursache stellte sich 
ein Tiefkühlschrank zwei Kellerräume weiter heraus. Das müsste dann hier 
die zweite Oberwelle eines drehenden Teiles gewesen sein. Ich habe mir 
mit meinen Smarthomemitteln eine kleine Signallampe ans Bett gestellt, 
die immer dann leuchtete wenn das Aggregat lief. Die Korrelation mit 
Spectroid und dem Hören war über Tage 100%.

Es gibt schon wirklich mitunter sehr seltsame Sachen.

Das mit Drehstrom und 150 Hz ist übrigens weitestgehend Quatsch: Es sind 
3x50 oder 3x100 Hz, je nach Gerät was abstrahlt. Und etwas musikalische 
Menschen erkennen den Unterscheid sofort: 50 und 100 Hz sind ein tiefes 
G, 150 Hz hingegen ein D (zweite Oberwelle von 50 Hz ist eine Quinte).

von M. W. (elektrowagi78) Benutzerseite


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Volker A. schrieb:
> 50 und 100 Hz sind ein tiefes
> G, 150 Hz hingegen ein D
50 und 100 sind aber zwei verschiedene G's :-)
Die Frequenz ist 49Hz, meine ich. Das kann man gut vergleichen, wenn man 
ein Keyboard mit gutem Sinus drückt und dann die 50Hz aus der Steckdose 
gegenhört. Die sind klar höher!

Was mich etwas wundert sind die angelich so tiefen Resonanztöne in 
deinen Räumen.

Vergleiche mal hier:
https://www.hunecke.de/de/rechner/raumeigenmoden.html

von Volker A. (pfriemler)


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Markus W. schrieb:
> 50 und 100 sind aber zwei verschiedene G's :-)
Stimmt, aber die werden dennoch gern verwechselt.

> Die Frequenz ist 49Hz, meine ich.
48,9994 laut 
https://de.wikipedia.org/wiki/Frequenzen_der_gleichstufigen_Stimmung bei 
Kammerton 440.

> die 50Hz aus der Steckdose ... sind klar höher!
in erster Näherung aber näher am G als am Gis. Die Restabweichung stört 
mich als Absoluthörer schon gar nicht mehr. Dafür krieg ich immer 'n 
Hals, wenn in Filmen, die in Deutschland spielen, die Türsummer mit 120 
Hz summen...

> Was mich etwas wundert sind die angelich so tiefen Resonanztöne in
> deinen Räumen.
Da gebe ich mal zu, dass ich die 27 falsch in Erinnerung hatte: es sind 
~30 Hz, bei ~5,65 Raumlänge. Aber die 25 Hz im Wohnzimmer und den 
Stehwellen aus der Küche mit dem Kühlschrank stimmen.

Ich hatte einen anderen Raummodenrechner verwendet, aber der verlinkte 
ist sogar besser.

Man muss vielleicht noch dazu erwähnen, dass wir uns einen großen 
Kellerraum als Schlafzimmer eingerichtet haben, der bis auf die 
einwabernden tiefen Frequenzen gegenüber der Außenwelt sehr wohltuend 
abgeschirmt ist, sogar so, dass man auch vom BER startende Flieger kaum 
noch mitbekommt. Dadurch dass es eben so leise ist, hört man den anderen 
Kram dann doch leider umso mehr. Ich war schon kurz davor, Absorber in 
die Raumecken zu stellen um die Raumresonanz zu brechen oder auf der 
darüberliegenden Terrasse einen Schallbrecher zu bauen, aber letztlich 
haben wir eine Schallschutzwand zur Straße und zum Nachbargrundstück hin 
aufgestellt und das hat das doch überflüssig gemacht.

Im Tieftonbereich besteht aus meiner Sicht im Übrigen dringend 
Nachholebedarf bei den gesetzlichen Regelungen. Das betrifft 
insbesondere die Belästigungen durch Musikveranstaltungen. Da sich 
mittlerweile jeder drittklassige Tontechniker Subwoofer leisten kann, 
die vor 40 Jahren noch der ganze Stolz weltbekannter Rockbands gewesen 
wären, hört man so manche viertklassige Dorfbumsveranstaltung 
ausschließlich am nervigen "umm umm umm umm" mitunter 10 km weit. Hier 
im Ort ist es die alljährlich stattfindende inzwischen viertägige 
Kirmes, bei denen die Fahrgeschäfte mit ihrer "Musik"  genannten 
Kakophonie jede Ruhe im Umkreis von 2 Kilometern zunichte machen. 
Natürlich werden dabei schon die Grenzwerte nicht eingehalten, ich habe 
regelmäßig mehr als 100 dBA gemessen - und junge Eltern und Kinder 
mittendrin, Hauptsache es knallt, und mit 35 sitzen sie dann alle beim 
Akustiker und lassen sich ihr erstes Hörgerät anpassen...
Aber davon abgesehen ist die Ausbreitungsphysik im Tieftonbereich eben 
doch eine generell andere und die Emissions- und Immissionsgrenzwerte 
nehmen darauf bisher noch keine Rücksicht. Das beobachte ich auch bei 
diversen Baumaschinen. Direkt auf der Baustelle hört man einen angenehm 
leisen sehr tiefen Brummton der Aggregate und kann sich mühelos 
unterhalten und 200 Meter weiter hört man ausschließlich noch diesen 
Brummton, subjektiv empfunden kaum leiser. Besonders toll, wenn der mit 
der Eigenfrequenz der Räume harmoniert. Spectroid zeigt (in 
gegenteiliger anderer Skalierung) teilweise über 50 bei solchen Tönen 
an. Leider werden die Brachflächen der Umgebung nicht konzertant, 
sondern sukzessive gefüllt, und so zieht sich die Sch...e inzwischen 
schon zehn Jahre hin. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine 
einsetzende Altersschwerhörigkeit...

von Zählermonteur (Gast)


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Da der Thread schon recht lang ist und ich mit Strg+F keinen Treffer 
gelandet habe:

Hast du schon mal nach dem Stromzähler geschaut? Gerade die neueren 
Ferrariszähler brummen gerne, ich spreche da (als Zählermonteur) aus 
Erfahrung. Und wenn die Verteilung noch auf einer entsprechenden Wand 
sitzt, überträgt sich das in weite Teile des Hauses. Strom abschalten 
hilft da meist nicht viel, weil in 90% der Fälle die Sicherung nach dem 
Zähler kommt. Wenn muss man an die Panzersicherungen. Ran, das geht als 
Laie aber nicht. Und oft ist das brummen der Zähler auch abhängig von 
der Belastung.

In den letzten 5 Jahren habe ich sicher schon 5-10 Zähler deswegen 
getauscht. Halte mal einen Schraubendreher an dein Ohr und gleichzeitig 
an die Schrauben des Zählers (die mit der Eichplombe). Dann solltest du 
eventuelle Vibrationen hören. Auch wenn das nicht der Fall ist, würde 
ich den Zähler auf Verdacht tauschen lassen. In aller Regel ist das 
kostenfrei.

In meinen Fällen hatten die Betroffenen bereits die üblichen 
Verdächtigen  ausgetauscht: Klingeltrafos, Schütze, Netzteile. Erlösung 
brachte nur der Zählerwechsel. Ich muss allerdings zugeben, dass ich 
nicht bei jedem Zähler ein Geräusch wahrnehmen konnte. Es gibt da wohl 
sehr empfindliche Menschen (vor allem Frauen). Nach dem Wechsel waren 
aber alle glücklich :)

Ich hoffe du wirst das Geräusch bald los.

Bewohner schrieb:
> Ist es möglich, dass sich Schwingungen übers Wassernetz von außen bis
> zum Zimmer ausbreiten, trotz geschlossener Wasserleitung?

Auch hier hilft mein Tipp mit dem Schraubendreher am Ohr...

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Volker A. schrieb:
> Aber davon abgesehen ist die Ausbreitungsphysik im Tieftonbereich eben
> doch eine generell andere und die Emissions- und Immissionsgrenzwerte
> nehmen darauf bisher noch keine Rücksicht.

Die bisher vorhandene Rücksichtnahme scheint mit dem angeblich nicht 
korrekten Infraschallgutachten nun gänzlich über die Wupper zu gehen.

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Volker A. schrieb:
> Im Tieftonbereich besteht aus meiner Sicht im Übrigen dringend
> Nachholebedarf bei den gesetzlichen Regelungen.
Ganz ausdrückliche Zustimmung! Besonders die Unterbewertung der 
Bassfrequenzen und Bemessung des Pegels über den gesamten Schallbereich, 
ist ein Übel, denn er gestattet, dass einzelne konzentrierte Frequenzen 
den Pegel nicht überschreiten, für sich aber enorme und weit tragende 
Lautstärke erzeugen.

> Das betrifft insbesondere die Belästigungen durch Musikveranstaltungen.
... und die sich ausbreitenden Bässe in Autos! Es ist unerträglich 
geworden, was da abgeht. Jeder versucht, andere zu übertönen und sich 
bemerkbar zu machen und es wird praktisch nichts unternommen. Die Bässe 
dringen in jeden Winkel der Wohnung und erzeugen je nach Position des 
Hauses extrem überhöhte Lautstärken: Man stelle sich einfach mal eine 
Basswelle vor, die nicht nur am Boden reflektiert (+6db) sondern auch 
noch an einem Nachbarhaus und in Summe eine Maximalphase bildet. In 
einer Wohnung an meinem vorletzten Projektort ging ein Fester zum 
Hinterhof hinaus: Dort war quasi ein geschlossenes Resonanzsystem: Die 
Wellen liefen mehrfach hin und her und einzelne Frequenzen, die da 
hinein passten, resonierten derartig laut, dass es es wie ein 
Schalltrichter wirkte und die  eigentlich leisen Bässe einer fast 5km 
entfernten Veranstaltung, die man draussen praktisch nicht hören konnte 
aufs Unerträgliche verstärkte.

> hört man so manche viertklassige Dorfbumsveranstaltung
> ausschließlich am nervigen "umm umm umm umm" mitunter 10 km weit.
Leider sind die Behörden mangels Wissen für solche Dinge taub und können 
das nicht nachvollziehen.

> Natürlich werden dabei schon die Grenzwerte nicht eingehalten, ich habe
> regelmäßig mehr als 100 dBA gemessen - und junge Eltern und Kinder
> mittendrin, Hauptsache es knallt, und mit 35 sitzen sie dann alle beim
> Akustiker und lassen sich ihr erstes Hörgerät anpassen...
Leider wahr: Um 2005 herum konnte ich mich mal im Rahmen eines 
Hörgeräteprojektes mit Erlanger Medizinern unterhalten, die angaben, 
dass schon 25% der jungen Leute unter 30 einen Hörschaden hätten. Die 
sind heute alle um die 40 während es bei den heutigen U30 rund 35% sind, 
die schon einen Schaden haben.

> Direkt auf der Baustelle hört man einen angenehm
> leisen sehr tiefen Brummton der Aggregate und kann sich mühelos
> unterhalten und 200 Meter weiter hört man ausschließlich noch diesen
> Brummton, subjektiv empfunden kaum leiser. Besonders toll, wenn der mit
> der Eigenfrequenz der Räume harmoniert.
Das dürften eben jene oben schon angedeuteten Bass-Moden sein: Die 
gesamte Luft im Raum wirkt wie ein Resonator, wenn eine Mode getroffen 
wird.

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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> Ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine
> einsetzende Altersschwerhörigkeit...
Lieber nicht, die betrifft fast ausschließlich die Höhen - Stichwort 
C4-Senke. Das Ziel muss sein, sich von zuviel Lärm fernzuhalten. Gegen 
die Bässe von aussen helfen noise-cancelling Kopfhörer und ein schönes 
Gewitter, das die Besucher vom Festplatz treibt, wenn wieder eine 
Technoparty im Freien stattfindet.

Und falls sich jemand wundert, dass ausgerechnet ich etwas gegen 
elektronische Musik schreibe:

Ich habe schon Ende der 90er begonnen, dagegen zu arbeiten und zwar 
deshalb, um solche Veranstaltungen zu erhalten! Die Sache war damals 
die, dass die sich ausbreitende Techno- und Trance-Kultur zu allerlei 
open-air-Festen führte, die die Anwohner auf die Barrikaden brachten, 
was zu Verbotsdrohungen führte. Meine Lösung waren Gegenschallsysteme, 
die außerhalb des hotspots im Zeltbereich (also im Quadarat der 
Lautsprecher) für Dämpfung sorgten. Da funktioniert erstaunlich gut, 
wenn man jedem Lautsprecher in seinem Rücken einen passenden Anti 
plaziert und mit einer Lautstärke von etwa 40-60% betreibt. Das 
entspricht der Lautstärke die bei gut gerichteten PA-Boxen nach nach 
hinten rausgeht. Das Original wird mit dem Quadrat des Faktors gedämpft.

Zudem bekommen die Lautsprecher noch das zeitverzögerte, phasenversetze 
Signal des Nachbarn zugemischt, sodass deren Seiteneinfluss reduziert 
wird. Damit sinkt die Lautstärke im Fernbereich des Zeltes auf weniger 
als ein Drittel ab bis Viertel ab. Gearbeitet wird bis zur Wellenlänge, 
die sich aus dem halben Lautsprecherabstand ergibt - für ein typisches 
System so etwa 25m/2. Gerade diese Bässe tragen besonders weit. Man muss 
dann mit einem balancierten System aus 4 Lautsprechern arbeiten, was man 
aber wieder dazu verwenden kann, das Bassverteilungsproblem an sich 
besser zu lösen. Leider war da kaum jemand für zu begeistern, was dann 
auch dazu geführt hat, dass Veranstaltungen zunehmend einfach nicht mehr 
genehmmigt wurden.

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