Wie hoch ist der Schaltungsaufwand, um die Steuerspannungen eines
LCD-Glases zu dekodieren? Ich vermute 4 Kontakte für Common und 25 für
Segmente.
Geschwindigkeit ist vermutlich nicht das Problem (100 Hz?), aber die
verschiedenen Spannungen (V_DD ... -V_DD)...
Das macht auf den ersten Blick viele AD-Wandlerkanäle erforderlich, und
die negativen Spannungen muss man auch irgendwie "hochziehen", ohne den
Treiber zu überlasten.
Der Treiber ist evtl. ein ATmega169 (dessen LCD Register im Betrieb
auszulesen wäre auch was).
Das Display ist nicht angeschlossen, vlt. kann man die Spannungen auch
irgendwie manipulieren, so dass das Erfassen einfacher wird.
Auf die Schnelle habe ich dazu nichts gefunden, aber das hat doch
bestimmt schonmal jemand gemacht!?
Blödmann schrieb:> und die negativen Spannungen muss man auch irgendwie "hochziehen", ohne> den Treiber zu überlasten.
Muss eben hochimpedant abgegriffen werden und dann ein Offset appliziert
werden. Operationsverstärker können das.
Blödmann schrieb:> Der Treiber ist evtl. ein ATmega169 (dessen LCD Register im Betrieb> auszulesen wäre auch was).
Was für ein Gerät hast du denn da?
Was willst du denn genau erreichen?
Ist das originale LCD kaputt gegangen?
mfg mf
Blödmann schrieb:> Wie hoch ist der Schaltungsaufwand, um die Steuerspannungen eines> LCD-Glases zu dekodieren
Tja, schliesse erstmal ein Oszilloskop an. Du wirst Multiplexsignale
entsprechend den common backplanes sehen und Spannungspegel von 3 oder 4
Spannungen pro Segment.
Man bräuchte also 2 Inputs pro LCD Anschluss.
Da ein LCD gleichspannungsfrei sein soll, gibt es stets dieselben
positiven und negativen Spannungen um einen virtuellen Nullpunkt herum.
Und bei den backplanes sind nur die Extrem positiven (und wegen
gleichspannungsfreiheit dazugehörigen negativen) relevant.
Also reicht doch ein Eingang, weil aber dessen Schaltschwelle nicht zu
den LCD Pegeln passen wird, muss man ihnen noch jeweils einen Komparator
dazwischenschieben. Der Komparatoreingang ist dann auch hochimpedant
genug.
Nun also auf ein 'besonders positiv' der Backplane warten, und dann
gucken welche Segmente 'besonders low' gegenüber den anderen sind, die
sind dann aktiv. Die Phase, in der zum Gleichspannungsausgleich die
Backplane 'besonders negativ' ist und die aktiven Segmente 'besonders
positiv' wird einfach übersprungen.
Mit etwas Pech versucht der LCD Treiber noch eine Kontrastanpassung
durch PWM oder verschieben der Spannungspegel, aber das kann der
ATmega169 nicht.
https://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.11
Demnach müsste die Bias-Spannung ignoriert werden und es interessieren
nur GND und VLCD von SEG und COM: sind sie entgegengesetzt, ist das
Segment an?
Aber 1/3 und 2/3 VLCD passen nicht zu <0.3 und >0.6 typischer
Schaltschwelle der AVR-Eingänge, zumindest 2/3>0.6.
Aber wie MaWin schreibt, reicht ja eine "Halbwelle" zur Detektion. "GND"
müsste sich also detektieren lassen, für VLCD bräuchte man die
Komparatoren.
Mit vier Backplanes (COM) müssten also vier Komparatoren ausreichen, und
die Segmente könnte man direkt erfassen?
Blödmann schrieb:> Eignet sich dann nicht auch der Analog Comparator eines AVRs?
Damit kannst du nur 1 Leitung überwachen.
Blödmann schrieb:> COM und SEG nutzen 4 Spannungen: 0, 1, 2, 3 V.
Du musst alle common backplanes auf Überschreitung von 2.5 und alle
Segmente auf Unterschreitung von 0.5 überwachen.
Es könnte genügen, auf eine Backplane zu triggern, wenn die Sequenz
stets gleich bleibt (Timing).
Dann dürfte ein Analog Comparator -Eingang reichen (m.W. kann man aber
mehrerer Eingänge aswählen).
Bleiben 25 Segment-Signale.
Gibt es ICs mit einstellbaren Schwellwerten/Hysterese, oder lassen sich
z.B. Schieberegister wie sn74hc165 o.ä. an passender Betriebsspannung
verwenden, um die passenden Pegel einzustellen?
Blödmann schrieb:> Es könnte genügen, auf eine Backplane zu triggern,
Da, wenn man zeitlich weiss, wann welche backplane +3V hat, weiss man
auch, dass die Segmente entweder 0V oder 2V haben, in dem Moment nie 1
oder 3. Mit TTL kompatibler Schaltschwelle von 1.4V käme man also bei
den Segmenten aus.