Auslegung eines Kühlkörpers - Verständnisproblem

OP #6430177
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Hallo,

ich habe ein Verständnisproblem bei der Auslegung eines Kühlkörpers für 
einen LowDrop-Spannungsregler.
Folgende Ausgangssituation:
 - Eingangsspannung Regler: 7,6V
 - Ausgangsspannung unter Last: 6,3V
 - Laststrom: 4,2A (ohmsche Last)
 - LowDrop-Regler: Micrel MIC29502 (5A Typ im TO-220 Gehäuse)
 - Kühlkörper: AAVID 529802B25G mit einem thermischen Widerstand von 
3,7°C/W
 - Der MIC29502 ist mit Glimmerscheibe & Wärmeleitpaste am Kühlkörper 
montiert

Laut Datenblatt und Appnote (beides im Anhang) von Micrel berechnet sich 
die Verlustleistung zu:
P_D = (7,6V - 6,3V)*4,2A * 1,01 = 5,5Watt

Der Kühlkörper sollte sich also dann um 3,7°C/W * 5,5W = 20,35°C 
gegenüber der Umgebungstemperatur erwärmen, also auf ca. 42°C bei einer 
Raumtemperatur von 21°C.

Der Kühlkörper wird aktuell nicht über einen Luftstrom (Ventilator) 
gekühlt. Also nur Konvektion…
Ich bin davon ausgegangen, dass der thermische Widerstand eines 
Kühlkörpers bei Konvektion angegeben ist und
ein Luftstrom diesen dann weiter verringern kann.

Ich beobachte aber folgendes:
Nach ca. 30min im Betrieb hat sich der Kühlkörper am Labortisch 
(Raumtemp: 21°C) auf ca. 78°C erhitzt.
Ich habe dann erst einmal abgebrochen…
Die Temperatur habe ich mit einem IR-Oberflächentemperaturmeßgerät 
gemessen.

Was übersehe bzw. missverstehe ich hier?

Designänderungen wie z.B. anderer Regler, Schaltregler, niedrigere 
Eingangsspannung, Drop-Resistor vor dem Regler, aktive Kühlung, größerer 
Kühlkörper usw… interessieren mich hier erst einmal nicht.
Ich würde gerne verstehen, warum ich mit diesem Setup die beobachtete 
(hohe) Temperatur messe.


Vielen Dank!

   Jochen
#6430191
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Jochen H. schrieb:

> Laut Datenblatt und Appnote (beides im Anhang) von Micrel berechnet sich
> die Verlustleistung zu:
> P_D = (7,6V - 6,3V)*4,2A * 1,01 = 5,5Watt

So weit, so gut.

> Der Kühlkörper sollte sich also dann um 3,7°C/W * 5,5W = 20,35°C
> gegenüber der Umgebungstemperatur erwärmen, also auf ca. 42°C bei einer
> Raumtemperatur von 21°C.

Stimmt.

> Der Kühlkörper wird aktuell nicht über einen Luftstrom (Ventilator)
> gekühlt. Also nur Konvektion…

Freie bzw. natürliche Konvektion.

> Ich bin davon ausgegangen, dass der thermische Widerstand eines
> Kühlkörpers bei Konvektion angegeben

Ja, freie, siehe oben.

> ist und
> ein Luftstrom diesen dann weiter verringern kann.

Das nennt man erzwungene Konvektion (neudeutsch forced convection) .

> Ich beobachte aber folgendes:
> Nach ca. 30min im Betrieb hat sich der Kühlkörper am Labortisch
> (Raumtemp: 21°C) auf ca. 78°C erhitzt.
> Ich habe dann erst einmal abgebrochen…

80°C sind für einen Kühlkörper nicht so tragisch. Aber es ist halt 
eine große Abweichung zum berechneten Wert. Entweder hat dein Kühlkörper 
deutlich mehr als 3,7K/W oder du setzt deutlich mehr Leistung um oder du 
hast einen Wärmestau in einem Gehäuse.

> Die Temperatur habe ich mit einem IR-Oberflächentemperaturmeßgerät
> gemessen.

OK, und welche Farbe hat der Kühlkörper? Er darf NICHT metallisch blank 
sein! Aber selbst wenn, dann würde man WENIGER und nicht MEHR messen.
Miss einfach mal mit einem normalen Temperaturfühler.
Gast #6430214
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Jochen H. schrieb:
> ja, laut Angabe 3,7°C/W

Ich sehe im Datenblatt selbst nicht diese 3.7K/W, sondern +40 GradC bei 
ca. 6 Watt was eher auf den doppelten Wärmewiderstand schliessen lässt, 
bei senjrechter Montage so dass sich ein kühlender Luftstrom einstellen 
kann.

Trotzdem sollte damit der Kühlkörper ausreichend sein, die 
Glimmerisolation mit ihren 0.5K/W kann man auch weglassen, der KK ist ja 
mit nichts anderem verbunden.

Wenn ein Kühlkörper an einem LDO deutlich wärmer wird als berechnet, 
kann es sein dass der LDO schwingt wegen schlechtem Layout und 
unpassender Abblockung.
OP #6430222
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Hallo Falk,

danke für deine Antwort!
Ja, die Eingangs- und Ausgangsspannung, sowie den Strom habe ich 
mehrfach mit einem Fluke gemessen. Dass passt alles und die Meßwerte 
sind wie angegeben.
Als Last verwende ich eine elektronische Last im CC-Mode, eingestellt 
auf einen Laststrom von 4,2A. Diesen Strom(verbrauch) zeigt die Last 
auch an. Die Spannung am Reglerausgang beträgt gemessene 6,3V, an den 
Eingängen der Last messe ich ca. 6V aufgrund der Leitungsverluste.
Den Strom habe ich zusätzlich auch mit dem Fluke gemessen. Da fliessen 
die gewünschten 4,2A...

Ich werde mir das jetzt mal alles mit dem Scope ansehen. Ich kann mir 
zwar nicht vorstellen, dass hier etwas schwingen könnte, aber ich möchte 
die Meßwerte auch mal zeitlich untersuchen....


Jochen
#6430280
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Jochen H. schrieb:
> - Kühlkörper: AAVID 529802B25G mit einem thermischen Widerstand von
> 3,7°C/W

Achtung:
Das gilt aber nur bei bewegter Luft (= Lüftereinsatz).

Der von dir genannte KK entspricht einigermaßen dem

https://www.fischerelektronik.de/web_fischer/de_DE/K%C3%BChlk%C3%B6rper/A04/Strangk%C3%BChlk%C3%B6rper%20f%C3%BCr%20Leiterplattenmontage/$catalogue/fischerData/PR/SK129_38.1_/search.xhtml

und der ist mit 6.5K/W angegeben.
Dieser Wert erklärt auch eher den von Dir gemessenen Temperaturverlauf.
#6433691
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Auserdem gelten solche Rth-Werte eines KK nur bei komplett freier 
Umgebung, so daß die Konvektion durch nix in der Nähe gestört wird. Der 
KK muß also im freien Raume schweben. Ich behaupte mal, daß ist beim TO 
nicht der Fall, sondern der liegt irgendwie auf dem Tisch ...
#6433912
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Der ursprunglich verlinkte Kuehlkoerper ist Spielzeug, passend fuer 
vielleicht 2W.
Bei Kuehlkoerpern muss man unbedingt die Definition der Leitungsabgabe 
anschauen. Eine, welche ich mal hoerte : Senkrechte Montage, an einer 
vertikalen Flaeche, oben und unten einen Fuss freien Raum. Kuehlkoerper 
in einem Gehaeuse sollte man vergessen. Dann waermt man nur die Luft im 
Gehaeuse auf, und hat dann einen Waermestau.

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