Temperatursensor vs. thermischer Widerstand

Gast #6441367
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Lea schrieb:
> Ich habe eine Gold-Leiterbahn,
> die ich als Temperaturmessung nutzen möchte.

Ohne mehr Info rate ich mal wild.
Die Leiterbahn sitzt auf einer FR4 und ist auch nur hauchdünn vergoldet.
Also misst Du im wesentlichen den Widerstand der CU Leiterbahn, die auf 
jeder PCB andere Werte hat, was dem Herstellungsprozess geschuldet ist.
Durch Vibrationen, Ausdehnung der FR4, Staub, Feuchtigkeit etc. wird es 
erhebliche Störgrößen geben.

Gegenfrage:
Warum tut man sich sowas an, wenn es doch sehr anständige 
Temperatursensoren für kleinstes Geld gibt?
#6441385
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Lea schrieb:
> Hallo,
> ich habe nur eine Frage zu Bezeichnung. Ich habe eine Gold-Leiterbahn,
> die ich als Temperaturmessung nutzen möchte. Nenne ich es jetzt die
> Goldene Leiterbahn Temperatursensor oder thermischer Widerstand?

Nennen kannst du es wie du möchtest. Wenn du den Widerstand der 
Leiterbahn in Abhänigkeit der Temperatur misst, dann ist es dein 
Temperatursensor.
Gast #6441401
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Lea schrieb:
> Nenne ich es jetzt die Goldene Leiterbahn Temperatursensor oder
> thermischer Widerstand?

Nie thermischer Widerstand, denn das würde die Wärmeleitfähigkeit von 
Gold bezeichnen, wäre also grundfalsch, hat nichts mit dem elektrischen 
Widerstand zu tun.

Ob Temperatursensor oder Thermistor wäre egal, es ist ein RTD wie auch 
ein Pt100 Sensor.
Gast #6441424
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Joe G. schrieb:
> Hat gerade jemand das Wiedemann-Franzsche Gesetz außer Kraft gesetzt?
> ;-)

Brav Jockel, aufgepasst hast du vielleicht, aber nichts verstanden, es 
geht bei einem Temperatursensor nicht um dessen elektrische oder 
Warmeleitfähigkeit, sondern dessen Veränderung der elektrischen 
Leitfähigkeit mit der Temperatur. Ob mit diesem Temperaturkoeffizient 
auch dessen Wärmeleitfähigkeit schwankt, wäre völlig egal.

Interessanter ist bei "Leiterbahn" dass sie auf einem Substrat 
aufgebracht ist und dessen Längenänderung mit der Temperatur eventuell 
grösseren Einfluss auf die gestreckte oder gestauchte Leiterbahn hat, 
als deren Temperaturkoeffizient selber bewirkt. Das Messergebnis kann 
also je nach Untergrund beliebig falsch sein.
Gast #6441465
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Mein Senf schrieb:
> Ich werfe mal das Wort Kalibrieren in die Runde

Hilft nicht immer, man denke an die Hysterese die sich bei Pt100(0) 
Sensoren auf Keramiksubstrat ausbildet und bis 0.5K ausmachen kann, je 
nach dem ob die Temperatur nun gerade länger sinkt oder steigt.

Joe G. schrieb:
> Ich habe einfach deine semitische Aussage „der thermische Widerstand hat
> nichts mit dem elektrischen Widerstand zu tun“ kommentiert.

Sag ich doch, Kontext nicht verstanden, nur auf Reizworte getriggert.
Gast #6441798
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Mein Senf schrieb:
> Ich werfe mal das Wort Kalibrieren in die Runde.

Unkalibrierbar.
FR4 nimmt Feuchtigkeit auf = Wert läuft weg.
Leiterbahn längt und verkürzt sich wegen mechnischer Belastung des FR4 = 
Wert läuft weg.
Je länger die Leiterbahn ist, umso empfänglicher wird die auch für 
Störungen.

Alleine der minimale Unterschied im Widerstandswert, über den 
Temperaturbereich den FR4 überhaupt noch mitmacht, geht doch irgendwo im 
Rauschen unter.
Genau auf +-5°C wenn man sich richtig anstrengt, würde ich mal so in den 
Raum werfen.
Das wird ja ein ganz toller Temperatursensor...
Gast #6442127
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Joe G. schrieb:
> Ich habe einfach deine semitische Aussage „der thermische Widerstand hat
> nichts mit dem elektrischen Widerstand zu tun“ kommentiert. Nicht mehr
> und nicht weniger ;-)

Ja und dabei ein paar Grundsätze übersehen. Der thermische Widerstand 
ist nämlich geometrieabhängig (genauso wie der elektrische Widerstand) - 
und was du wohl meinst, ist der "_spezifische_ thermische Widerstand" 
sowie der "spezifische elektrische Widerstand".

W.S.

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