Hallo,
wir haben ein landwirtschaftliches Gebäude (Holzscheune). Ich möchte
dort eine Steckdose verbauen und müsste dafür ein paar Meter Leitung an
den Balken “entlanghangeln” und befestigen. “Darf” man dafür ein NYM
oder H07RN verwenden?
Ich frage deswegen weil die Scheune komplett aus Holz ist mit einem
Stahldach und bei Wärmeausdehung des Stahldaches und bei Wind kann ich
mir vorstellen dass das Holz sich leicht bewegt oder auch generell
ständig etwas arbeitet.
Ich denke ein H07RN (Litzendraht) wäre deswegen die bessere Wahl da
dieser ja beweglicher ist und somit den leichten Bewegungen der
Scheunenkonstruktion über die Jahre ggf. besser standhält.
Oder was meint Ihr, was sagt die Vorschrift?
VDE sagt H07RN-F und alle anderen Litzenleitungen sind nicht zur festen
Verlegung zugelassen.Mantelleitungen wie NYM-J sind zur Verlegung auf-
unter- im Putz und auf anderen tragenden Konstruktionen zugelassen.
Wenn die Scheune so "arbeitet" verlege die NYM-J Leitung im
PVC-Leerrohr.
Vielen Dank für deine konstruktive Antwort.
Ich habe folgendes im Internet gefunden, siehe:
“Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft”, Publikation der deutschen
Versicherer (GDV e. V.) zur Schadenverhütung:
https://shop.vds.de/en/download/193934d7e4e908463b915827bc01ff83/
Zitat:
Bereits bei Planung der elektrischen Anlage ist anzustreben, Kabel und
Leitungen im bzw. unter Putz zu verlegen. Wenn bei beweglich geführten
Leitungen mechanische Beanspruchungen nicht auszuschließen sind, sind
Schlauchleitungen wie NSSHÖU, H07RN oder H07ZZ zu verwenden.
Widerspricht sich das nicht mit deiner Aussage?
Manuel schrieb:> Vielen Dank für deine konstruktive Antwort.>> Ich habe folgendes im Internet gefunden, siehe:> “Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft”, Publikation der deutschen> Versicherer (GDV e. V.) zur Schadenverhütung:> https://shop.vds.de/en/download/193934d7e4e908463b915827bc01ff83/>> Zitat:> Bereits bei Planung der elektrischen Anlage ist anzustreben, Kabel und> Leitungen im bzw. unter Putz zu verlegen. Wenn bei beweglich geführten> Leitungen mechanische Beanspruchungen nicht auszuschließen sind, sind> Schlauchleitungen wie NSSHÖU, H07RN oder H07ZZ zu verwenden.>> Widerspricht sich das nicht mit deiner Aussage?
Wenn sich Deine Scheune so bewegt, dass diese Empfehlung zur Anwendung
kommen sollte, solltest Du da gar nichts installieren, sondern ein
Betretungsverbot aussprechen. :-)
Manuel schrieb:> Vielen Dank für deine konstruktive Antwort.>>> Zitat:> Bereits bei Planung der elektrischen Anlage ist anzustreben, Kabel und> Leitungen im bzw. unter Putz zu verlegen. Wenn bei beweglich geführten> Leitungen mechanische Beanspruchungen nicht auszuschließen sind, sind> Schlauchleitungen wie NSSHÖU, H07RN oder H07ZZ zu verwenden.>> Widerspricht sich das nicht mit deiner Aussage?
Siehe Anhang.
Du nimmst Installationsrohr und verrohrst die Scheune.
Das NYM kannst du dann ganz entspannt durchs Rohr führen.
Das macht man sowieso, weils auch einfach schöner aussieht.
https://www.kabelscheune.de/Installationsrohr-starr/
Markus A. schrieb:> Wären Nagelschellen anstatt Installationsrohr auch zulässig?
Es gibt glaub ich irgendetwas, dass Leitungen vor mechanischen
Beschädigungen geschützt werden sollten - bin mir aber nicht sicher.
Aber ich würde sowieso einfach Installtionsrohre nutzen. Es sieht besser
aus und sie kosten ja nicht viel.
Müssen NYM Leitungen vollständig im Installationsrohr verlegt sein oder
dürfen bei Verlegungen um (komplexere) Kurven herum auch einige cm frei
liegen?
Markus A. schrieb:> Wären Nagelschellen anstatt Installationsrohr auch zulässig?
Nein.
Eime Scheune ist kein Nebenraum.
Ein Kabel in einer Scheune muss geschützt verlegt werden.
Geschützt nicht nur vor roher Gewalt weil landwirtschaftliche Maschinen
was durch die Gegend wuchten, sondern auch vor Mäusen, die die
Isolierung durchknabbern.
Wir verlegen daher in geerdetem Temperguss-Wasserrohr, mit Bögen und
verschlossenen Enden.
Zudem sollte ein AFDD Fehlerlichtbogenschalter in der Stromzuführung
installiert werden.
MaWin schrieb:> Geschützt nicht nur vor roher Gewalt weil landwirtschaftliche Maschinen> was durch die Gegend wuchten, sondern auch vor Mäusen, die die> Isolierung durchknabbern.
Der Bauer wird immer von elektrischen Leitungen magisch angezogen und
hängt allerlei Zeugs mit Bindfaden von der Strohpresse an die Leitung.
Deshalb Leerrohr wenn möglich ohne Abstand zur Wand verlegen.
Grüße von petawatt
MaWin schrieb:> sondern auch vor Mäusen, die die> Isolierung durchknabbern.
Hast du da konkrete Erfahrung damit?
Ich habe einige Bauern im erweiterten Bekanntenkreis, da ist mir sowas
noch nicht über den Weg gelaufen.
Und in den Scheunen die ich selbst schon betreten habe habe ich das auch
noch nie gesehen.
Was ich schon gesehen habe waren angenagte Zuleitungskabel von Geräten,
aber auch das nur selten.
MaWin schrieb:> Wir verlegen daher in geerdetem Temperguss-Wasserrohr, mit Bögen und> verschlossenen Enden.
Man kanns auch übertreiben. Die Mäuse hier auf unserer Scheue haben die
Stromkabel hier zumindest in den letzten 25 Jahren nicht angenagt.
Peter P. schrieb:> VDE sagt H07RN-F und alle anderen Litzenleitungen sind nicht zur festen> Verlegung zugelassen.Mantelleitungen wie NYM-J sind zur Verlegung auf-> unter- im Putz und auf anderen tragenden Konstruktionen zugelassen.> Wenn die Scheune so "arbeitet" verlege die NYM-J Leitung im> PVC-Leerrohr.
Wo genau steht das? In der Industrie wird für fast alles flexible
Leitung wie Ölflex 110 oder Unitronic LIYCY verwendet. Lediglich
Schaltschrankeinspeisungen werden hier mit NYM oder NYY ausgeführt.
Oli
Oliver W. schrieb:> Wo genau steht das?
Nirgends.
Nur sind die meisten MÄNTEL von flexiblen Leitungen nicht chemisch
widerstandsfähig genug um in Kalk- oder Zement- Putz eingebettet zu
werden, ausser H07RN-F, H07Z-K, RV/U-1000 R2V .
MaWin schrieb:> Nur sind die meisten MÄNTEL von flexiblen Leitungen nicht chemisch> widerstandsfähig genug um in Kalk- oder Zement- Putz eingebettet zu> werden, ausser H07RN-F, H07Z-K, RV/U-1000 R2V .
Es war ja auch nirgendwo die Rede davon eine flexible Leitung
einzugipsen/-putzen. Es ging um die Verlegung auf einem Holzbalken:
Manuel schrieb:> Ich möchte> dort eine Steckdose verbauen und müsste dafür ein paar Meter Leitung an> den Balken “entlanghangeln” und befestigen.
Was gegen die Verlegung einer H07RNF mit Nagelschellen sprechen soll
sehe ich nicht.
Darf man eine H07RN-F wirklich in die Wand einputzen/-gipsen? Ich kannte
es so, dass flexible Leitungen immer nur im Rohr unterputz verlegt
werden dürfen. Eine H05VV-F ist doch eigentlich auch PVC-isoliert,
genauso wie die NYM-Leitung. Also dürfte es doch ihr Mantel auch
aushalten eingeputzt zu werden?
Hast du eine Quelle zum Thema flexible Leitungen unterputz Verlegen? Ich
habe da schon viel gehört, allerdings bis jetzt wenig eindeutiges zu in
der VDE gefunden.
Oli
Oliver W. schrieb:> Was gegen die Verlegung einer H07RNF mit Nagelschellen sprechen soll> sehe ich nicht.
Tja, besser gucken, z.B. in Elektroinstallationsvorschriften.
Das wäre eine UNGESCHÜTZTE Verlegung, die nur an wenigen Orten zulassig
ist.
In einer Scheune (landwirtschaftlicher Arbeitsraum) nicht.
Oliver W. schrieb:> Hast du eine Quelle zum Thema flexible Leitungen unterputz Verlegen? Ich> habe da schon viel gehört, allerdings bis jetzt wenig eindeutiges zu in> der VDE gefunden
Was ich gefunden habe, habe ich in
https://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#M
zusammengetragen
Wenn ich mir hier so die Beiträge durchlese, dann erkenne ich an vielen
Stellen wieder die Installateurschutzvorschriften zur Umsatzsteigerung
der Fachbetriebe. In unserer Getreidetrocknung (Bruchsteingebäude mit
Holzsilos) ist die NYM-J sowohl in PVC-Rohren als auch mit Nagelschellen
auf Holzoberflächen installiert. Vieles ist sicher eine Frage der
Interpretation. Jedenfalls wurde bei Besichtigung durch
Brandschutzversicherung und Berufsgenossenschaft noch nie etwas
bemängelt. Also bitte die Kirche im Dorf lassen.
Grüße von petawatt
Manuel schrieb:> Bereits bei Planung der elektrischen Anlage ist anzustreben, Kabel und> Leitungen im bzw. unter Putz zu verlegen. Wenn bei beweglich geführten> Leitungen mechanische Beanspruchungen nicht auszuschließen sind, ..
Lass die Kirche im Dorf!
Normal vorkommende mechanische Beanspruchung von Elektroleitung in der
Landwirtschaft:
"mit dem Trecker drüberfahren"
Unzulässige mechanische Beanspruchung von Elektroleitung in der
Landwirtschaft:
"drüberpflügen", "Schweine dran rumkauen lassen"
Wenn du eine Leitung under die Decke nagelst, dann hat sie kaum eine
mechanische Beanspruchung. Natürlich hat man termische und hygrische
Dillation in einem Holzgebäude. Das ist aber nix, was ein Kupferleiter
nicht abfangen kann.
Nagersichere Leitungen oder Verlegearten haben in der Landwirtschaft
durchaus Daseinsberechtigungen.
Sebastian L. schrieb:> Wenn du eine Leitung under die Decke nagelst, dann hat sie kaum eine> mechanische Beanspruchung.
dürfen auf dem Heuboden aber nicht als als Haltegriffe mißbraucht
werden.
Ist ja im Keller und Garagen unter der Decke nicht anders, ob Litze oder
Eindraht, alles muss vor Griffel geschützt werden also ist eine
Verlegung im Rohr keine doofe Idee.
Warum man NYM in einer geschlitzten Wand zuschmieren darf und Litze
nicht habe ich nie verstanden.
Gira schreibt
https://partner.gira.de/service/faq/antwort.html?id=1186
aber es gibt ja auch Stiftkabelschuhe und dazu schreiben sie Nichts.
für Schraubverbindungen gibt es Gabelkabelschuhe
Joachim B. schrieb:> Ist ja im Keller und Garagen unter der Decke nicht anders, ob Litze oder> Eindraht, alles muss vor Griffel geschützt werden also ist eine> Verlegung im Rohr keine doofe Idee.
Wo ist der Unterschied, ob man sich nun am Rohr oder am Kabel festhält?
Abgesehen davon, das ich sowas noch nie gemacht oder gesehen hab.
Reinhard S. schrieb:> Abgesehen davon, das ich sowas noch nie gemacht oder gesehen hab.
was denkst du was ich noch nie alles gesehen habe oder was ich alles
noch nie gemacht habe und trotzdem gibt es vieles!