Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Raspberry Pi Compute Module mit PCIe in kleinerem Formfaktor


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von Christoph B. (birki2k)


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Wenig überraschend folgt auch nach dem Raspberry Pi 4 eine integrierbare Miniaturversion in Form des Compute Module 4. Mit der neuen Version gibt es jedoch einige interessante Neuerungen.

Anders als bei der Standardversion wird etwa die PCIe-Schnittstelle nicht für die Anbindung des USB 3.0-Controllers verwendet und steht so zur freien Verfügung. Mit dem ebenfalls erschienenen IO Board können PCIe-Karten direkt verwendet werden. Zwar konnte man bereits zuvor den USB-Controller selbst entfernen und überbrücken, hier sind jedoch gute Lötkenntnisse von Nöten, auch wenn es mittlerweile passende Überbrückungsplatinen gibt. Dank des im Vergleich zu früheren Versionen deutlich geringeren Preises des IO Boards lassen sich mit der günstigsten Variante des Compute Modules PCIe-Karten für unter 60€ am Raspberry nutzen.

Die zusätzlichen Möglichkeiten, mehr Peripherie anzubinden, werden auch als Grund für den Formfaktorwechsel genannt. So wäre es laut den Entwicklern nicht möglich gewesen, die Kompatibilität zu früheren Trägerboards beizubehalten und gleichzeitig alle Highspeedschnittstellen über die SODIMM-Leiste herauszuführen. Neben dem bereits erwähnten PCIe-Steckplatz und der Standardstiftleiste sind jeweils zwei HDMI-, Display-FPC- und Kamera-FPC-Anschlüsse vorhanden. Darüber hinaus besitzt die Platine Gigabit Ethernet, zwei USB 2.0 Schnittstellen und einen MicroSD-Slot für Module ohne eMMC. Wer dennoch ein eigenes Trägerboard entwerfen will, dürfte sich darüber freuen, dass die Designdateien für das IO Board einschließlich Layout als KiCAD-Projekt zum Download bereitstehen.

Das Compute Module selbst gibt es dabei in insgesamt 32 verschiedenen Ausstattungsvarianten, die sich durch die Größe des verbauten Arbeitsspeichers, eMMC und optionale Funkoptionen unterscheiden. Derzeit sind die Module in Deutschland nicht lieferbar, sollen aber laut Händlerangaben zeitnah verfügbar sein.

Bild: Raspberry Pi Foundation


von Philip S. (psiefke)


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Was fast überall untergeht: Das CM4 hat einen anderen Ethernet PHY[1], 
als der reguläre RaspberryPi 4. Dieser PHY beherrscht IEEE 1588 
Precision Time Protocol[2] und ist somit für industrielle Anwendungen 
deutlich spanneder, als der reguläre rPi4.

Das ist meiner Meinung nach auch die einzige Entschuldigung den PHY 
direkt aufs Modul zu packen. Der Nachteil ist ja, dass man nun immer 
magnetics braucht, egal ob es auf RJ45 oder direkt an nem Switch oder 
ähnlichem weitergehen soll.

[1] 
https://www.broadcom.com/products/ethernet-connectivity/phy-and-poe/copper/gigabit/bcm54210
[2]https://de.wikipedia.org/wiki/Precision_Time_Protocol

von Blumpf (Gast)


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Hab mir das mal im Vergleich zu Lösungen mit den üblichen 
App-Prozessoren wie i.MX8 angesehen.

Da gibt es schon Hindernisse (Langzeitverfügbarkeit, Temperaturbereich, 
fragwürdige Dokumentationsqualität, mieserabel dokumentierter 
Broadcomm-SOC, EMV). Und die Linux-Fraktion in der Firma schaut da auch 
sehr schief, wenn man das erwähnt.
Aber da ist der Preis. Also sollte man sich damit ernsthaft beschäftigt 
haben.

Mir gefällt das CM4 überraschend gut. Die vielen Displayschnittstellen 
sind für uns tatsächlich interessant, und mit einem EMMC wird man auch 
die Sollbruchstelle SD-Karte los. Auch die Leistung ist ziemlich gut für 
den Preis. Auch sonst ist alles so dabei, was wir brauchen.

Bin gespannt, ob sich das in dem Markt etablieren kann.

Dass nur der PHY auf dem Modul sitzt macht Sinn:
Wer z.B. erhöhte Anforderungen an den SURGE hat, ist froh, dass man da 
vernünftige Magnetics und sinnvolle Abstände hinzufügen kann.
Außerdem trägt das stark Höhe auf, wodurch das Modul dicker werden 
würde.
Ich sehe das also eher positiv.

von Philip S. (Firma: ueberblick industries) (ueberblick)


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Ich hätte tatsächlich gerne eine Variante gehabt, die ohne integrierten 
PHY kommt. Dafür dann gerne direkt RGMII. Auf die 8 SKUs mehr wäre es 
wohl auch nicht angekommen. ;)

Die magnetics oder gar RJ45 mit auf das Modul zu löten wäre natürlich 
kompletter Quatsch.

von Blumpf (Gast)


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Philip S. schrieb:
> Ich hätte tatsächlich gerne eine Variante gehabt, die ohne integrierten
> PHY kommt. Dafür dann gerne direkt RGMII. Auf die 8 SKUs mehr wäre es
> wohl auch nicht angekommen. ;)

Bei RGMII gibt es Restriktionen beim Routing, z.B. muss einiges gematcht 
sein, und das gleich mit mehreren Gruppen von Signalen. Einige Phys 
verlangen sogar, dass man eine Zeitverzug zwischen TX-Takt und Daten im 
Routing unterbringt, weil das 2 Bits pro Taktperiode sind.
Auch bei RX kann das nötig sein, je nach SOC.

Dazu noch alles single-ended, selbsteverständlich Impedanzkontrolliert.

Außerdem sind es verdammt viele Leitungen, mindestens 14 (6xRX, 6xTX, 
MDIO). Dazu noch eventuell PHY-Reset und vielleicht Takt.

Das ist schon besser auf dem Modul aufgehobe, denke ich.

von A. K. (foxmulder)


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Blumpf schrieb:
> Außerdem sind es verdammt viele Leitungen, mindestens 14 (6xRX, 6xTX,
> MDIO). Dazu noch eventuell PHY-Reset und vielleicht Takt.

Es sind 12
4TX 4RX 2CLK 2Error

Deshalb ist es ja reduced GMII

von Maxe (Gast)


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Blumpf schrieb:
> und mit einem EMMC wird man auch
> die Sollbruchstelle SD-Karte los.
Kann man sich eine eMMC durch hartes Abschalten nicht genauso 
zerschiessen (bzw. das Dateisystem)?
Mechanisch ist der eingeloetete Speicher natuerlich im Vorteil.

von Blumpf (Gast)


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A. K. schrieb:
> Blumpf schrieb:
>> Außerdem sind es verdammt viele Leitungen, mindestens 14 (6xRX, 6xTX,
>> MDIO). Dazu noch eventuell PHY-Reset und vielleicht Takt.
>
> Es sind 12
> 4TX 4RX 2CLK 2Error
>
> Deshalb ist es ja reduced GMII

Das MDIO-Interface wird man im Normalfall schon haben wollen. Womit wir 
bei 14 wären. Kann sein, dass es ohne geht, aber wenn man das dem Kunden 
zur Verfügung stellt, wäre es ein Hindernis, das nicht zu haben.

Ich habe 16 verwendet (zusätzlich PHY-Reset und Clock). Kann man den 
Takt aus dem SOC ziehen, spart man einen Quarz. Hardware-Reset ist immer 
gut.

von René F. (therfd)


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Schade das es keine Version als Drop-In Replacement für ältere Compute 
Modules gibt, es gibt aber einige Punkte die mir am neuen Compute Module 
gefallen, darunter: Ethernet integriert, integrierte Spannungswandler 
(kein externes Power Sequencing nötig), der Formfaktor ist für meine 
nächste Applikation besser geeignet.

von PItagoras (Gast)


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Hallo Zusammen,

sieht wirklich interessant aus. Hat jemand etwas gehört zur 
Verfügbarkeit? Momentan sind die Dinger in Deutschland irgendwie nicht 
zu bekommen :(

von Marco H. (damarco)


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Bei Tante Reichelt steht "bald lieferbar"... Aber daran glaube ich 
nicht, denn alle anderen sagen Mitte nächsten Jahres....

von Thomas F. (tf1973)


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Kann nicht so schlimm sein mit der Vefügbarkeit, in China kann man es 
schon kaufen. Maximale erhältliche Ausbaustufe hat 4GB RAM + 32GB EMMC + 
WIFI + CMIO Board für umgerechnet etwa 100EUR.

von Marco H. (damarco)


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Offenbar ja, denn bei einigen Händler tauchen einige Module schon als 
lieferbar auf. Allerdings lassen die sich ohne I/O Modul in der Regel 
nicht verwenden.

von A. K. (foxmulder)


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Marco H. schrieb:
> Allerdings lassen die sich ohne I/O Modul in der Regel
> nicht verwenden.

Sicher doch, auf einer eigenen Platine, sonst kann man ja eh gleich 
einen normalen Raspi nehmen.

von Stefan D. (reverse)


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René F. schrieb:
> Schade das es keine Version als Drop-In Replacement für ältere Compute
> Modules gibt, es gibt aber einige Punkte die mir am neuen Compute Module
> gefallen, darunter: Ethernet integriert, integrierte Spannungswandler
> (kein externes Power Sequencing nötig), der Formfaktor ist für meine
> nächste Applikation besser geeignet.

es gibt Boards die ein cm4 aufnehmen und du das in den Slot eines cm3 
Trägers einführen kannst

von Marco H. (damarco)


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Sicher schon, aber erst mal fängt man mit dem I/O Board an seine 
Applikation zu entwickeln. Es geht sicher auch aufs blaue hinaus, macht 
aber kaum einer.

von verfügbarkeit (Gast)


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Marco H. schrieb:
> Offenbar ja, denn bei einigen Händler tauchen einige Module schon
> als
> lieferbar auf. Allerdings lassen die sich ohne I/O Modul in der Regel
> nicht verwenden.

Wenn man bedenkt, dass Farnell und RS-Components die Dinger als 
Lizenznehmer herstellen mutet es wunderlich an, dass irgendein shop die 
Teile im Lager haben soll, obwohl die Dinger bei keinem der beiden 
"großen" zu bekommen ist.

Wo hast Du sie denn schon gesehen?

von €€€€€ (Gast)


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Hundert Euro bei "Vollausbau" ?

No Go

von René F. (therfd)


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€€€€€ schrieb:
> Hundert Euro bei "Vollausbau" ?
>
> No Go

Passt schon, ähnliche SoMs in der Leistungsklasse sind auch nicht 
wirklich günstiger, bedauernswert finde ich eher die spärliche 
Dokumentation welche von der Raspberry Pi Foundation veröffentlicht 
wird. Schaut man sich beispielsweise SMI an, kann man gut sagen „Der 
Quelltext ist die Dokumentation“. Natürlich ist auch einiges der Politik 
von Broadcom geschuldet, viele SoC Hersteller veröffentlichen kostenfrei 
die vollständige Chipdokumentation, bei Broadcom bekommt man nur etwas 
mit riesigen MOQs und unterschriebener NDA.

Wir haben bisher zwar auch schon Projekte mit den älteren Compute 
Modules umgesetzt, für Produkte mit langen Produktionszyklus taugen die 
Module aber nichts, weil es einfach nicht absehbar ist, ob die 
Produktion noch 10 Jahre läuft oder das Modul wirklich zum momentan 
angegebenen Zeitpunkt ausläuft. Bei SoMs anderer Firmen konnten wir noch 
Jahre später auf den Hersteller zugehen und sagen „Modul XY ist zwar 
ausgelaufen, wir würden aber noch mal 200 Stück benötigen, könnte noch 
eine Charge für uns produziert werden?“ und solche Anfragen waren jedes 
Mal erfolgreich, zwar waren die Module dann etwas teurer, die meisten 
Hersteller meinten aber, solange es die Bauteile noch gibt, stellt es 
erstmal kein Problem dar.

von Marco H. (damarco)


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verfügbarkeit schrieb:
> Marco H. schrieb:
> Wo hast Du sie denn schon gesehen?

Reichelt, Welectron etc.. werden einige Modelle als "lieferbar" 
angezeigt.
Das I/O Board Ende November.. Das wird aber den Absatz bei Reichelt ohne 
I/O Board etwas schmälern. Es dürfte mit den Hobby Elektroniker zur 
Verfügung stehenden Mittel schwer werden das Board in Betrieb zu nehmen.

Für mich ist das Board durch die IEEE 1588 (PTP) und PCIe interessant. 
Alle anderen Boards sind deutlich teuer....

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von Seppel (Gast)


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Hallo,

für den Preis bekommt man x86 Lösungen mit mehr Leistung und man kann 
SSD's verwenden. Auf x86 hat man es mit Linux erheblich einfacher.

Raspberry kommt einfach nicht aus der Kinderspielzeug-Ecke raus.

Grüsse Sepoel

von Milbe (Gast)


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Seppel schrieb:
> Hallo,
>
> für den Preis bekommt man x86 Lösungen mit mehr Leistung und man kann
> SSD's verwenden. Auf x86 hat man es mit Linux erheblich einfacher.
>
> Raspberry kommt einfach nicht aus der Kinderspielzeug-Ecke raus.
>
> Grüsse Sepoel

Was soll ich von einem Typen halten, der nicht mal seinen Namen 
schreiben kann?

von Blumpf (Gast)


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Seppel schrieb:
> für den Preis bekommt man x86 Lösungen mit mehr Leistung und man kann
> SSD's verwenden. Auf x86 hat man es mit Linux erheblich einfacher.

Wenn du jetzt meinst: Das Trägerboard + Compute-Module ist zu teuer, 
dann ist dir der Sinn von SOMs entgangen. Das Compute-Modul allein ist 
ja recht günstig.

Der Sinn ist, eine auf eine bestimmte Anwendung zugeschnittene 
Linux-Platine zu entwickeln, ohne den komplexen Teil mit RAM, PMIC und 
SOC machen zu müssen. Sowas ist nämlich für kleine und mittlere 
Stückzahlen (z.B. <500/Jahr) oft zu teuer.
Auf die Platine macht man die Schnittstellen und Stecker, die man eben 
braucht, und den komplexen "Kern" (das SOM) kauft man fertig dazu.

Das ist praktisch für kleine und mittlere Stückzahlen. Wen man von einem 
Gerät z.B. 200 Stück pro Jahr fertigt, kann man nicht wie ein Bastler 
lauter Adapter und Hilfsplatinchen überall festpappen, aber auch nicht 
eine komplexe Entwicklung mit Broadcomm durchziehen.

Das "offizielle" IO-Board ist im Höchstfall ein Evaluierungsboard. Da 
spielt Geld für Firmen kaum eine Rolle.

Der Bastler nimmt einfach einen Raspberry-PI4 und fertig.

von tom (Gast)


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Habt Ihr eine Vermutung ab wann das Board einen Lüfter benötigt?

von Philip S. (Firma: ueberblick industries) (ueberblick)


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Voraussichtlich ein klein wenig später, als der „originale“ rPi 4. Je 
nach Anwendung ist also gar kein Lüfter nötig. Ein passiver Kühlkörper 
hilft beim Pi4 ja au h schon massiv.

Auf dem CM4 sitzt ein leicht aktualisierter BCM2711, der wohl u.a. 
Einige performancetweaks bekommen hat.
Der gleiche SoC sitzt auf dem Pi400 und hat dort mit einem riesigen 
Heatspreader sogar einen 300 MHz höheren Grundtakt, als der Pi4.

von Petr (Gast)


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Philip S. schrieb:
> Der Nachteil ist ja, dass man nun immer
> magnetics braucht, egal ob es auf RJ45 oder direkt an nem Switch oder
> ähnlichem weitergehen soll.
>

Wirklich? Ich dachte, man kann die Signale auch nur mit jeweils einem 
Kondensator entkoppeln - solange die Potenziale der PHYs nicht weit 
voneinander liegen, was nicht der Fall ist, wenn man alles auf einer 
Platine mit derselben Stromversorgung hat. Oder geht das mit 1Gbe nicht?

von Seppel (Gast)


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Hallo,

ein Industrial Board bietet viel mehr, kaum teurer.

https://www.fujitsu.com/de/products/computing/peripheral/mainboards/industrial-mainboards/d3544s.html

Grüsse Seppel

von Thomas F. (tf1973)


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Bei so einem Board zahlt man aber immer alles mit in der 
Massenproduktion - egal ob man das braucht oder nicht, bei dem I/O Board 
vom Pi geht es erstmal darum, Funktionen zu probieren. Danach entwickelt 
man sein Board für die jeweilige Anwendung mit genau den Sachen die man 
braucht.

von A. K. (foxmulder)


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Seppel schrieb:
> ein Industrial Board bietet viel mehr, kaum teurer.

Ja klar, 175 Euro und nur schwer integrierbar.
Das Basisboard braucht man im Idealfall ja eh nur einmal fürs Labor.
Das Compute module wird halt in ein Produkt gesteckt und manmacht sich 
die IOs selber, hier ist man ja gezwungen alle Stecker unterzubringen.
Absolut nicht vergleichbar.

von Philip S. (psiefke)


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Ich habe den Eindruck viele hier verwechseln das Computemodule inkl. 
Evaluationboard mit einem Konkurzenzprodukt zum gängigen RaspberryPi 4. 
Äpfel, Birnen, dies, das.

Aus diesem Blickwinkel ist das Teil wahrlich nicht besser. Abgesehen mal 
vom PCIe Slot. Dafür fehlt USB3. Die EMMC Variante ist für Bastler sogar 
eher noch ein weiteres Hindernis. Es ist ja auch auf ein riesen Board 
gestöpselt.

Wenn man das Ding aber in seiner natürlichen Umgebung beobachtet, stellt 
man fest dass man für recht wenig Geld ein System on Module (SoM) 
bekommt, was sich vor den großen nicht zu verstecken braucht. Noch dazu 
bekommt man gratis support aus der Community.

Nachteile hat das ganze natürlich auch. Keine Garantie, dass der 
Nachfolger als drop in replacement funktioniert. Sie haben mit dem CM4 
die Mechanik komplett geändert. Niemand wird garantieren, dass das beim 
CM5 nicht wieder passiert.

Die Verfügbarkeit wird nur bis 2028 gewährleistet.

Das größte Manko aus industrieller Sicht ist der unverbindliche Support. 
Man verlässt sich seitens RPT sehr auf die Community und auf das 
offizielle Forum. Einerseits tummeln sich dort Ingenieure, die direkt an 
der Entwicklung des Produktes beteiligt sind, andererseits gibt es aber 
keinen Anspruch auf Designsupport o.ä. Zugriff auf Dokumentation des SoC 
ist nicht möglich. Man ist auf die Ausschnitte beschränkt, die unter dem 
Label Raspberry Pi veröffentlicht werden.

Es mag anders aussehen, wenn man 5000-100k Stück auf einmal bestellen 
will. Momentan habe ich jedoch keinen direkten Draht zu RPT aufbauen 
können. Zumal die ja auch gar nicht mit den Modulen handeln. Das 
erledigen alles die beiden OEMs.

Wenn man sich dieser Punkte jedoch bewusst ist, bekommt man für wenig 
Geld eine sehr leistungsfähige Plattform.

: Bearbeitet durch User
von SOM (Gast)


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Hallo,

mangelt es an SOM's? Eher nicht.

Raspberry ist und bleibt "Bastelkram", wie auch die Arduinos. Manchmal 
braucht man "Bastelkram" in der Industrie, aber ein Produkt würde ich 
damit nicht designen.

Grüße, SOM

von S. R. (svenska)


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SOM schrieb:
> Manchmal braucht man "Bastelkram" in der Industrie,
> aber ein Produkt würde ich damit nicht designen.

Musst du ja auch nicht. :-)

von Marco H. (damarco)


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Mein CM4 mit I/O Bord ist da... Allerdings siehe Fotos nach 3min kam die 
Ernüchterung... Mal schauen ob auch alles Funktioniert, beim ersten 
Versuch kam PCIe Timeout :((((...

Es fehlen aber zum i/O Board die Abstandhülsen und Befestigungen. Ich 
hätte erwartet das dies dem I/O Board beiliegt. Es musste offenbar 
schnell gehen :(.

Das mit dem Pics war ein Unfall :(

: Bearbeitet durch User
von Marco H. (damarco)


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Tja.,, Bootet nicht... Pcie Error Partition 0 -> heißt das mit dem 32G 
MMC was nicht stimmt.  Klasse was für ein Schrott :(

: Bearbeitet durch User
von Thorsten S. (thosch)


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Stört da vielleicht ein Lotklecks auf einer PCIe-Leitung?
Auf dem Bild eingekreist...
Man kann auf dem Foto natürlich nicht erkennen, ob der nur auf dem 
Lötstop klebt, oder ob der Lötstop verletzt ist und der Klecks nen 
Kurzschluß macht...

von Marco H. (damarco)


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Ich habe das Board zuerst gereinigt und mit der Lupe untersucht. 
Vermutlich liegt es am CM4, der Bootloader vom Broadcom lässt 
aufspielen, sobald man aber in MMC schreiben will kommen Fehler.

Offensichtlich hat der Fertiger Qualitätsprobleme, das Material geht 
ohne Prüfung in den Versand. Vom Lieferanten habe ich bisher noch keine 
Antwort. Das I/O Board ist ja Mangelware und ein anderen CM4 habe ich 
nicht.

von Marco H. (damarco)


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Das mit dem Bootloader läuft in der Regel so ab das sich nach dem 
aufspielen das MMC als Laufwerk zeigt und dann kann man das Image 
aufspielen. Nach dem Flash vom Broadcom kommen zwei Errors und die LED 
blinkt a 0,5sec. Da ist was Grundsätzlich faul..

Was ich doof finde ist das die MMC Version nicht von SD-Karte bootet.

Ich habe das Board vorher genau untersucht und erst dann die 
Spannungsversorgung angelegt ;). Der Vertrieb hat sich gemeldet und 
versprach sich in 48h zu melden.

Ich vermute das ich nicht der einzige bin mit einem langem Gesicht 
:((((.

: Bearbeitet durch User

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