defektes Netzteil?

OP #6457267
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Hallo zusammen,

ich bin kürzlich in den "Genuss" eines gebrauchten aber defekten 
Rheometers gekommen. Laut meinem Kollegen scheint das Netzteil defekt zu 
sein da die Spannung nur "gepulst" ausgegeben wird. Das Netzteil hat 
Ausgänge für +5V, -12V, +12V und 24V. Einen offensichtlichen Defekt 
(geplatzter Kondensator, verbrannte Lötstelle, etc.) konnte ich nicht 
entdecken. Die Platine würde sich durch die großen Bauteile sicherlich 
gut reparieren lassen.
Was geht sonst so bei einem Netzteil kaputt? Bzw. wie arbeitet man sich 
am besten zum defekten Bauteil vor?

Ich würde das Rheometer wirklich sehr gerne reparieren, da wir dann beim 
nächsten Corona Lockdown unabhängiger wären.
Angehängte Dateien:
Persönliche Seite #6457273
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Tom R. schrieb:
> Was geht sonst so bei einem Netzteil kaputt?
ICs, Transistoren, Widerstände, Kondensatoren. Letztere beide sind im 
Falle eines Defektes oft leicht erkennbar.

Bzw. wie arbeitet man sich
> am besten zum defekten Bauteil vor?
1. Schaltplan besorgen oder zeichnen.
2. Anhand des Schaltplans zu erwartende Werte nachmessen.
3. Defekt einkreisen.
Gast #6457281
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Tom R. schrieb:
> Ich würde das Rheometer wirklich sehr gerne reparieren, da wir dann beim
> nächsten Corona Lockdown unabhängiger wären.

Dann beeile dich. Am 2.11 ist es so weit ;)

Wie sieht eigentlich die seitliche Platine aus. Die muss ja auch irgend 
ein Zweck haben. ?
Gast #6457366
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Tom R. schrieb:
> Laut meinem Kollegen scheint das Netzteil defekt zu
> sein da die Spannung nur "gepulst" ausgegeben wird.

Das ist eine übliche Schutzfunktion: Hicup Mode.

Prüfe die sekundären Gleichrichterdioden.

Aber auch ein ausgetrockneter Elko am Schaltregler kann die Ursache 
sein, der sitzt primär und hat 10-100µF / 25-50V.
OP #6458322
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Herzlichen Dank für eure Antworten! Ich habe versucht die entsprechenden 
Pins nachzulöten, jedoch war das schwieriger als gedacht. Die Lötstellen 
wurden nach dem Abkühlen sofort wieder matt und die Lötstellen ziehen 
sehr viel Wärme von der Lötspitze ab. Werde mir deshalb eine Lötstation 
ausborgen da ich vermute dass mein Lötkolben zu wenig Leistung hat.
Wenn ich das Netzteil an die Steckdose anschließe passiert aktuell 
folgendes:
Es entsteht ein kurzes hochfrequentes Geräusch ähnlich einer Grille, 
dann ~2s Pause, dann wieder das Geräusch.

Berühre ich eine Messspitze vom Multimeter den Erdungsanschluss und mit 
der anderen Messspitze die DC Pins, dann hüpft die Anzeige vom 
Multimeter wild herum.

Bilder der seitlichen Platine habe ich angehängt, vielleicht lässt sich 
da etwas erkennen.

LG
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#6458343
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Tom R. schrieb:
> Ich würde das Rheometer wirklich sehr gerne reparieren, da wir dann beim
> nächsten Corona Lockdown unabhängiger wären.

ich wusste bis grade eben nicht, was ein Rheometer ist. Dank Wikipedia 
bin ich nun schlauer.

Wo ist da aber der Zusammenhang mit Corona und Unabhängigkeit?

Gebt ihr entsprechende Messaufträge ansonsten "nach aussen", und könnt 
dann demnächst hoffendlich das alles in Eigenregie machen könnt?
OP #6459479
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Wir führen unsere Messungen an der Uni nebenan durch bzw. lassen dort 
messen. Wenn ab Montag wieder alles gesperrt ist schauen wir wieder 
durch die Finger :(
Ich nehme an, dass ich die Dioden entlöten muss da ich im eingebauten 
Zustand auch etwas anderes von der Schaltung mitmesse?
Wie viel Watt sollte die Lötstation haben, reichen 45 Watt? Reicht eine 
manuelle Entlötsaugpumpe?

Beste Grüße
Gast #6459512
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Tom R. schrieb:
> Ich nehme an, dass ich die Dioden entlöten muss da ich im eingebauten
> Zustand auch etwas anderes von der Schaltung mitmesse?

Die defekte Diode stellt einen Kurzschluss dar, das kann man auch in der 
Schaltung messen.


> Wie viel Watt sollte die Lötstation haben, reichen 45 Watt?

Mit einer kurzen und dicken Lötspitze reicht das, knapp.


> Reicht eine manuelle Entlötsaugpumpe?

Durchaus.

Etwas Übung ist allerdings schon nötig, ggf an anderen Elektronikleichen 
üben.
(Firma: Funkenflug Industries) #6459530
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Den Kondensator kann man auch einfach auf Verdacht tauschen wenn man 
sich nicht sicher ist, das kostet kein Geld und ist schnell erledigt. 
Das Teil nur auf Kapazität messen bringts nur teilweise - es kann auch 
sein, daß die Kapazität noch vorhanden ist, aber das Ding einen sehr 
hohen ESR hat.
OP #6461065
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Ich habe jetzt alle Dioden die ich entdecken konnte im Bild markiert und 
mit meinem Multimeter (auf Diodentest eingestellt) getestet.
Bei Variante 2 habe ich die Messspitzen vertauscht.

Nr. 1: Variante 1: 0, Variante 2: 0
Nr. 2: Variante 1: 378, Variante 2: 410
Nr. 3: Variante 1: 381, Variante 2: 420
Nr. 4: Variante 1: kein Durchgang, Variante 2: 500
Nr. 5: Variante 1: 0, Variante 2: 0
Nr. 6: Variante 1: 490, Variante 2: 1462

Kann man daraus schließen, dass bis auf Nr. 4 alle Dioden kaputt sind?
Wie sehen die nächsten Schritte aus? Dioden austauschen und Netzteil 
einschalten?
Angehängte Dateien:
#6461126
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Vor einem Reparaturversuch an dem vermeintlich defekten Netzteil würde 
ich erst einmal das Netzteil abklemmen und durch ein anderes bzw. andere 
Netzteile ersetzen. Wenn das eigentliche Gerät nicht mehr funktioniert, 
dann kann man sich die "Netzteilreparatur" schenken. Oder ist die 
Diagnose eines Netzteilfehlers gesichert?
Grüße von petawatt

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