Forum: Offtopic Wo "zählt" der Ableitstrom bei DGUV A3?


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von Jens M. (schuchkleisser)


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Hallo, Foristen,
wir haben einen Dienstleister, der die DGUV-Prüfung bei uns macht, und 
da ist jetzt ein neuer MA, der sehr viele jahrelang gut getesteten 
Geräte ausmustert.
Hab mich zwar gewundert, aber da die Kollegen zum Teil auch froh sind, 
wenn es mal ne neue Lampe oder Lötstation gibt, war da alles gut.

Jetzt hat er allerdings ein Testgerät mit PC bemängelt und aus dem 
Verkehr gezogen, und das hat aufgrund des 6-stelligen Preises doch etwas 
Wellen geschlagen.
Der Witz ist: nach Ansicht vieler Kollegen rechnet er falsch.

Das Haupt-Gerät kommt auf 2mA, das ist zwar viel, aber da sind viele 
Schaltnetzteile drin, das ist plausibel.
Dazu kommt aber noch der PC, der Monitor, ein Messgerätepack und eine 
USV, die das alles schützt (und bei Herunterfahren auch abschaltet) und 
so eine bessere Steckdosenleiste darstellt.

Der "Messer" hat nun einfach den Hauptstecker der USV in den Tester 
gestöpselt, bingo, 4mA und tschüss, und zwar für jedes Einzelteil...
Das müsste so, denn es zählt der Ableitstrom an der Wandsteckdose und 
nicht pro Gerät.

Ist das denn wohl richtig? Er meint, wenn wir die Teile einzeln in die 
Wand stecken würden wäre es ok, aber zusammen über die USV eben nicht.
Soweit mich mein URI nicht verlassen hat, ist der Ableitstrom in Summe 
am RCD wichtig, und der ist gleich, egal wie viele und welche Stecker 
dazwischen sind.

Spinnt er, oder ich?

von Fred F. (feuerstein7)


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Ist tatsächlich ein Problem, an der Steckerleiste messen führt zum FAIL. 
Es gibt aber eine Lösung, du kannst dort so einen blauen CEE Stecker 
ranmachen, damit sind andere Werte erlaubt.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Dann müßte ja jeder Büroschreibtisch ausgesondert werden, wenn genug 
Schaltnetzteile eingesteckt sind. So ein Tisch ist ja auch nur eine 
große ortsveränderliche Steckdosenleiste.

Aber ich freue mich auch über eine neue Lötstation oder Lampe (aus dem 
Elektroschrott;-) von daher werde ich mich hüten, großzügigere Regeln zu 
fordern.

Ach, noch eine Bitte, die ausgemusterten Geräte unbedingt schonend in 
den Elektroschrottcontainer einstellen (nicht werfen!) und nur mit einem 
leicht ablösbaren Sperraufkleber versehen, nicht den Stecker abschneiden 
(unnötige 10 Minuten Arbeit.) Quer über ein Display mit dem Edding 
"defekt" zu schreiben, ist auch nicht die feine englische Art.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Fred F. schrieb:
> Ist tatsächlich ein Problem, an der Steckerleiste messen führt zum FAIL.

Wie jetzt?
Ernst, ein PC mit Glotze, Drucker und was auch immer sonst noch an der 
USV hängt zählt komplett "als eins" und muss in den Schrott, alle Teile 
alleine in die Wand gesteckt sind ok?

Wollvieh W. schrieb:
> ausgemusterten Geräte unbedingt schonend in
> den Elektroschrottcontainer einstellen (nicht werfen!) und nur mit einem
> leicht ablösbaren Sperraufkleber versehen

Der Kollege hat die Vorgabe, das Gerät unbenutzbar zu machen.
Dabei werden dann Kabel abgetrennt, Displays mit dem Cutter markiert, 
Deckel abgetrennt usw.
Blutet mir auch das Herz, vor allem weil man vermutlich für 20ct neue 
Kondensatoren oder so bräuchte und es wäre wieder gut...

Bei der Maschine hat man ihn zum Glück noch bremsen können, da ist jetzt 
erstmal rundum Bienenband (schwarzgelb gestreiftes Sperrklebeband) drum. 
Kann man in 2 Wochen auch nicht mehr entfernen. :(

von Fred F. (feuerstein7)


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Jens M. schrieb:
> Wie jetzt?
> Ernst, ein PC mit Glotze, Drucker und was auch immer sonst noch an der
> USV hängt zählt komplett "als eins" und muss in den Schrott, alle Teile
> alleine in die Wand gesteckt sind ok?

Selbst erlebt im Rahmen einer CE Zertifizierung. Wir hatten ein "Gerät" 
gebaut, PC; Monitor; Roboter etc. an einer Steckerleiste, das ganze an 
einer USV. Uns wurde damals erklärt, macht einen CEE Stecker dran und es 
gelten andere Werte.
Ich habe langsam aufgegeben den Sinn und Zweck einiger Regelungen zu 
verstehen.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Na, das wird den "Alten" freuen... :(

von René F. (therfd)


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Hört sich doch einigermaßen kompetent an der Prüfer, hab da schon viel 
schlimmere Prüfer getroffen.

Bei uns wird DGUV V3 selbst gemacht, einige Kollegen aus einer anderen 
Abteilung haben es schon fast zu einem Wettbewerb gemacht die 
schrottigsten Geräte irgendwie durch die Tests vom Appliance Tester zu 
bekommen. Haben eine Kaffeemaschine SK1 welche komplett mit Kunststoff 
verkleidet ist, ziemlich lustig daran den RPE messen zu wollen, einer 
der Kollegen hat dann einfach den Stecker nur halb in die Dose gesteckt 
und die Prüfsonde an den Schukostecker gehalten.

Eine Sache habe ich aber noch nie verstanden, bei einem früheren 
Arbeitgeber kam regelmäßig ein externer Dienstleister und hat es 
geschafft komplette Büroräume zu testen ohne auch nur ein Gerät vom 
Strom trennen zu müssen (da gab es aber auch teils die fragwürdigsten 
Messungen, mit seinem komischen Handgerät hat er bei einem nicht 
angeschlossenen Monitor nur vom Schutzleiteranschluss an der 
Kaltgerätebuchse zur VESA Befestigung gemessen, an meinem Schreibtisch 
hat er versucht irgendwas zwischen dem Metallgehäuse meines Laptops und 
einem USB Gerät zu messen...) ein anderer Prüfer hat einen Trenntrafo 
aus dem Verkehr gezogen weil beim Drehknopf eine Ecke abgebrochen war 
(das ausgesonderte Gerät hat so kostenfrei seinen Weg zu mir gefunden, 
den Knopf gab es sogar noch neu beim Conrad für nicht mal 10€)

von Heinz R. (heijz)


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Es gibt halt leider immer mehr Nachtwächter die endlich "auch mal was 
sagen dürfen im Leben"

Wer kommt auf so einen Quatsch, alle Geräte  gemeinsam zu messen?

Warum misst er nicht einfach die ganze Firma am Stück, oder gar das 
ganze Industriegebiet, die Stadt,....

Es gibt ein Problem mit Ableitstrom / Entstörstrom, sogar der VDE hat da 
irgendwo mal zugegeben das manch aktuelle Maschine mit vielen 
Frequenzumformern oder Schaltnetzteilen so nicht mehr baubar ist...

Wir haben aktuell auch das Problem, große Anlagen, viele 
Schaltnetzteile, Eingangsseitig CEE32A
Seit einem guten Jahr ist an CEE32 ein 30mA RCD gefordert - funktioniert 
so bei uns auf Grund der Entstöhrströme (keine Fehlerströme! ) nicht, 
die Unterverteiler haben einzelne RCD pro 16A-Phase

Einzige Lösung momentan: verstehen das die VDE X-Y kein Gesetz ist...

von Dirk J. (dirk-cebu)


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Jens M. schrieb:
> und da ist jetzt ein neuer MA, der sehr viele jahrelang
> gut getesteten Geräte ausmustert.

Vielleicht sollte man den neuen MA auswechseln...

von Jens M. (schuchkleisser)


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Dirk J. schrieb:
> Vielleicht sollte man den neuen MA auswechseln...

Das wäre auch meine Vermutung (oder den Herrn mal nachschulen), aber
a) deswegen frag ich hier, &
b) ist das ein externer Dienstleister, den meine Firma eingekauft hat.

von Andrew T. (marsufant)


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Jens M. schrieb:
> Das wäre auch meine Vermutung (oder den Herrn mal nachschulen), aber
> a) deswegen frag ich hier, &

Nachschulen, denn sein Vorgehen ist leider falsch.

Da er das nicht verstanden hat, führt das zur unnötigen 
"Verschrottungen".
Für euch als beauftragende Firma ist das geschäftsschädigend und absolut 
untragbar. Weder finanziell noch ökologisch.

> b) ist das ein externer Dienstleister, den meine Firma eingekauft hat.

Nun ja, da gibt es halt verschiedene Qualitäten von DL.
wie du ja selber erlebt hast/erlebst.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Andrew T. schrieb:
> Nachschulen, denn sein Vorgehen ist leider falsch.

So, jetzt haben wir beide Meinungen im Thread.
Gibt's einen Paragraphen, den man nachlesen kann?

von Armin X. (werweiswas)


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Der ganze Scheiß ist am Ende eben doch so Wachsweich geschrieben, dass 
man den Schreiberlingen der geheimen und unsäglich teuren Wahnsinns 
einer Gelddruckmaschine nicht an den Karren fahren kann.
Daher sind die Handlungsspielräume immer bei den Anderen.
Eigentlich wie bei Trump: Schuld sind immer die Anderen. Bei Erfolg Geld 
bitte zu mir.

von Andrew T. (marsufant)


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Jens M. schrieb:
> Gibt's einen Paragraphen, den man nachlesen kann?

Aber klar gibts was zum Nachlesen:
In den Ausführungsvorschriften zur DGUV A3 .
Zugehörige Normen gibt's z.B. beim Beuth Verlag gegen Geld.


Es hilft dir schneller, wenn ihr einen anderen Dienstleister beauftragt.
Statt dem jetzigen mühevoll in der diskussion nachzuweisen wo und warum 
er falsch leiit.

Aber letztlich: Mußt Du wissen, wie Du dich abmühen willst.
Infos hast Du ja nun zur Genüge.

von Oliver S. (oliverso)


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Jens M. schrieb:
> wir haben einen Dienstleister, der die DGUV-Prüfung bei uns macht, und
> da ist jetzt ein neuer MA, der sehr viele jahrelang gut getesteten
> Geräte ausmustert.

Hatten wir auch mal. Das ging so lange gut, bis der anfing, die ersten 
Kaffeemaschinen auszumustern. Einen Tag später war der Dienstleister 
seinen Auftrag los.

Oliver

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Oliver S. schrieb:
> Jens M. schrieb:
>> da ist jetzt ein neuer MA, der sehr viele jahrelang gut getesteten
>> Geräte ausmustert.
> Hatten wir auch mal.
Ich bin auf diese Art auch schon zu einigen recht guten Elektroartikeln 
mit abgeschnittenen Steckern gekommen. Als der Gute dann aber anfing, 
die Netzkabel von neuen, noch originalverpackt im Schrank stehenden 
Netzteilen abzuschneiden, kamen doch langsam Zweifel an der 
Arbeitsqualität auf...   ;-)

: Bearbeitet durch Moderator
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