Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Geht es bei euch in der Firma normal zu?


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von Ein Ingenieur (Gast)


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Hi,

habt ihr das Gefühl, dass es bei euch auf Arbeit normal zu geht, oder 
eher Kraut&Rüben Wirtschaft?

Mit normal meine ich:

-) effizientes Projektmanagement
-) standardisierte Entwicklungsprozesse
-) kompetente Fach- und Führungskräfte
-) realistische Zeitpläne für Projekte und Releases
-) sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources
-) ...

Mit Kraut&Rüben meine ich:

-) Deadlines die zum Tod min. eines angestellten Führen
-) Dunning-Kruger-Effekt auf allen Ebenen
-) Ein paar wenige kompetente Mitarbeiter schaffen die Arbeit, der Rest 
arbeitet an seiner "performance" und Karriere. Schnell nach oben hüpfen.
-) Entwicklungsprozess ist build & fix & release
-) Führungskräfte, die nicht an Kritik oder Verbesserungsvorschlägen 
interessiert sind

Bin auf eure Meinungen gespannt.

von P. S. (namnyef)


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Alles dufte im Großen und Ganzen.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Zu verbessern gibt es freilich immer etwas, aber ich antworte mit: 
Normal.
Ich bin mit meinem Arbeitgeber ganz zufrieden.

Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark 
nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar 
nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

: Bearbeitet durch User
von Medizintechnik (Gast)


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Eindeutig ersteres, geht branchenbedingt auch nicht viel anders, sonst 
haben wir direkt die Zulassungsbehörden am Hals. Ja manchmal geht es arg 
bürokratisch zu und manchmal dauern einfache Dinge teils ewig, aber im 
Großen und Ganzen ist es sehr gut.

Ein Ingenieur schrieb:
> effizientes Projektmanagement

Weiß ich nicht, unser Teamleiter dirigiert die Kommunikation Richtung 
Projektmanagement und hält sie uns vom Leib.

Ein Ingenieur schrieb:
> standardisierte Entwicklungsprozesse

Ja, ist ein Muss bei uns.

Ein Ingenieur schrieb:
> kompetente Fach- und Führungskräfte

Vereinzelte Pflaumen gibt es überall, aber mit meinem direkten Chef, 
seinem Chef und meinen direkten Kollegen komme ich gut klar.

Ein Ingenieur schrieb:
> realistische Zeitpläne für Projekte und Releases

Immer knapp bemessen (das ist einfach so, es ist immer knapp) und am 
Ende wird halt das ein oder andere Best Effort Thema zugunsten der 
Timeline und des Budgets fallengelassen. Die Leute werden nur bis max. 
70% mit Kernthemen beplant, da immer was dazwischen kommt, was niemand 
vorhersieht.

Ein Ingenieur schrieb:
> sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources

Ja, das geschieht in Abstimmung mit dem Chef und den Bedürfnissen der 
Abteilungen. Intern umbewerben geht natürlich immer, wenns einen 
ankotzt, aber bisher wurde meinen Entwicklungswünschen entsprochen, was 
bei mir die Fachlaufbahn ist, gestartet als Entwickler über Senior 
Entwickler und nun Richtung Softwarearchitekt.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Medizintechnik schrieb:
> aber bisher wurde meinen Entwicklungswünschen entsprochen, was bei mir
> die Fachlaufbahn ist, gestartet als Entwickler über Senior Entwickler
> und nun Richtung Softwarearchitekt.

Du machst mir einen kompetenten und sympathischen Eindruck. Sicher kann 
dein jetziger Arbeitgeber froh sein, dass du damals nicht bei Facebook 
genommen wurdest. Gute Software-Architekten kann man hier in Deutschland 
auf jeden Fall auch brauchen.

von 3987^12 + 4365^12 = 4472^12 (Gast)


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Wegen Stress ist bei uns noch niemand gestorben...
Aktuell hocken die Leute im Homeoffice und lassen es sich gut gehen.
Ich bin der einzige der was arbeitet  ;-)

von René H. (mumpel)


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Bei uns Normal-Kaotisch wie immer. ;) Nur die Kunden sind zufriedener.

: Bearbeitet durch User
von SchauInDenSpiegel (Gast)


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Warum sollte ich dir erzählen wie es bei uns ist, wenn du uns nicht 
erzählst wie es bei dir ist?

von Jan H. (j_hansen)


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Ich würde sagen "normal", wobei ich bei deinen "Normal"-Punkten schon 
ein paar Abstriche machen muss, und ein paar deiner "Kraut&Rüben"-Punkte 
sind auch dabei. Aber das ist doch normal, oder?

von Salerosa (Gast)


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Senf D. schrieb:

> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche.

Echt? Kenne ich auch aus Konzernen. International. Dreifach erlebt. 
Traurig..!

von tti (Gast)


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-) effizientes Projektmanagement
-) standardisierte Entwicklungsprozesse
-) kompetente Fach- und Führungskräfte
-) realistische Zeitpläne für Projekte und Releases
-) sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources
-) ...

Lieber TO: Das ist die Beschreibung des Paradieses.

Übrigens gibt es auch in manchen Großkonzernen Missstände, dass es 
quietscht.
In Gefahrgutbranchen wie z.B. Chemie gibt es regelmäßig (wenn auch mit 
niedriger Frequenz) tödliche Arbeitsunfälle. Es ist "interessant", was 
sich nach einem solchen Unfall abspielt. Sehr lehrreich in Bezug auf das 
menschliche Verhalten, das sich sehr sehr schnell um 180° drehen kann.

In Bezug auf die o.g. Liste muss man halt schauen, wie weit man mitgeht 
und wann man aus Selbstschutz eine Veränderung einleitet. Es lohnt auch 
wirtschaftlich nie, sich kaputtzuarbeiten, egal wie hoch es vorher ging.

von tti (Gast)


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3987^12 + 4365^12 = 4472^12 schrieb:
> Ich bin der einzige der was arbeitet  ;-)

Kann ja nicht sein, da ich der einzige bin .-)

von Ina (Gast)


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Ein Ingenieur schrieb:
> Hi,
>
> habt ihr das Gefühl, dass es bei euch auf Arbeit normal zu geht

Ja. Kann mich nicht beklagen.

von dunky (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

Du hast mal sowas von gar keinen Plan...

Prozesse gibts, aber da wird alles sowas von schön zurecht gebogen das 
sich die Balken biegen.

Entwicklung, Personalführung, Controlling alles unterirdisch... Das geht 
also sehr wohl

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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dunky schrieb:
> Prozesse gibts, aber da wird alles sowas von schön zurecht gebogen das
> sich die Balken biegen.

Ja, das sehe ich ähnlich. Nur weil etwas organisiert ist, heisst es noch 
lange nicht, dass es auch sinnvoll organisiert ist, von Effizienz redet 
man da noch gar nicht.

Je größer ein Unternehmen wird, desto größer wird meiner Beobachtung 
nach anteilig der Verwaltungsanteil, der Anteil der Wertschöpfung sinkt.

Dazu kommt, dass Verwaltung und Bürokratie allgemein dazu neigt, sich 
auszudehnen. Man muss seine Existenzberechtigung nachweisen, also 
produziert man neue Verfahren, interne Abläufe, "Optimierungen".

> Entwicklung, Personalführung, Controlling alles unterirdisch... Das geht
> also sehr wohl

Ein Ingenieur schrieb:
> -) Ein paar wenige kompetente Mitarbeiter schaffen die Arbeit, der Rest
> arbeitet an seiner "performance" und Karriere. Schnell nach oben hüpfen.

Es ist zumindest in größeren Betrieben deutlich einfacher, dass Leute, 
die nichts können, mitschwimmen.

> -) Führungskräfte, die nicht an Kritik oder Verbesserungsvorschlägen
> interessiert sind

Das ist einer der wichtigsten Punkte und betrifft nicht nur die Großen.

Zu oft fühlt sich die Führungskraft persönlich angegriffen, wenn jemand 
Änderungsvorschläge hat. Und leider gehört Kritikfähigkeit selten zu den 
Kriterien, nach denen solche Stellen besetzt werden.

Vor einigen Jahren gab es eine Studie (Gallup?) und dort war der Punkt 1 
auf der Liste der Dinge, die Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört 
mir nicht zu".

Das ist zumindest in unserem Freundes-/Bekanntenkreis auch die 
hauptsächliche Klage, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Beamte, 
kleine Unternehmen, Mittelständler oder auch Konzern handelt.

Es ist überall dasselbe: gute Vorschläge werden ignoriert, niemand fragt 
"unten" nach: "Was braucht ihr, um vernünftig arbeiten zu können?". 
Stattdessen wird von oben das zehnte total neue aber unsinnige Konzept 
übergestülpt.

von Senf D. (senfdazugeber)


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dunky schrieb:
> Senf D. schrieb:
>> Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
>> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.
>
> Du hast mal sowas von gar keinen Plan...

Doch, den habe ich, denn ich arbeite in solch einem Laden. Alleine durch 
die Branche bedingt muss es ziemlich organisiert und geordnet zugehen, 
ansonsten bekommen wir u.a. von der FDA die Hölle heiß gemacht.

Natürlich kann ich aber nicht für alle Konzerne sprechen. Dennoch bin 
ich sicher, dass die Tendenz richtig beobachtet ist: je kleiner ein 
Unternehmen, umso chaotischer wird gearbeitet. Das ergibt sich häufig 
alleine schon dadurch, dass Mitarbeiter für alles mögliche gleichzeitig 
verantwortlich sind.

von Анаболий (Gast)


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Überall dasselbe, nach über 10 Jahren BE in kleinen klitschen oder auch 
im Konzern:

Solange das Gehalt regelmäßig überwiesen wird ist mir ales egal

von Mark B. (markbrandis)


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Senf D. schrieb:
> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

Ob eine Firma gut geführt ist oder nicht, hängt so gut wie gar nicht von 
deren Größe ab. Es gibt ja auch kleine Unternehmen, die sehr erfolgreich 
sind und die daher logischerweise irgendwas richtig machen müssen.

von Mark B. (markbrandis)


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Chris D. schrieb:
> Es ist überall dasselbe: gute Vorschläge werden ignoriert, niemand fragt
> "unten" nach: "Was braucht ihr, um vernünftig arbeiten zu können?".

Genau das ist die Frage, die eine fähige und kompetente Führungskraft 
stellt. Leider scheint es davon recht wenige zu geben.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Mark B. schrieb:
> Es gibt ja auch kleine Unternehmen, die sehr erfolgreich sind und die
> daher logischerweise irgendwas richtig machen müssen.

Das heißt noch lange nicht, dass sie gut organisiert sind. Vielleicht 
lässt das Geschäftsmodell auch chaotische Zustände zu, und trotzdem 
kommt immer noch viel Geld rein.

von Reinhard S. (rezz)


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Senf D. schrieb:
> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

Eine Klitsche kann sich das nicht erlauben, da dann ja sofort alles 
schief geht. Im großen Unternehmen fällt das nicht so schnell auf.

Bei mir wars im KMU jedenfalls eher Feuerwehr spielen. Jetzt im Konzern 
ists genauso. Aber klar, wenn die Kunden, Kollegen und Vorgesetzten 
gleich bleiben... :D

von Mark B. (markbrandis)


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Senf D. schrieb:
> Das heißt noch lange nicht, dass sie gut organisiert sind. Vielleicht
> lässt das Geschäftsmodell auch chaotische Zustände zu, und trotzdem
> kommt immer noch viel Geld rein.

Es gibt genügend Großunternehmen für die genau das Gleiche gilt :-)

Hat man einmal eine gewisse Marktstellung erreicht, kommen Folgeaufträge 
mehr oder weniger von alleine rein, wenn man sich nicht gar zu doof 
anstellt.

Ich arbeite selbst in einem Großunternehmen, und hier ist das Management 
aus Nordamerika definitiv das Schlechteste an dem gesamten Laden.

Beitrag #6472142 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Udo S. (urschmitt)


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Der eine sagt "gut organisiert", der andere sagt dazu "unsäglich starres 
lahmes Korsett".
Kleine Firmen sind per se sehr agil, im wahren Sinne des Wortes, sie 
können bei Erkennen eines Problems sehr schnell reagieren.
Die Konzernbeamten verstehen unter "agil" dann wieder ein möglichst 
starres und komplexes Gebilde wie ein auf 200 Seiten definierter SCRUM 
Prozess, für dessen Ausarbeitung das Unternehmen mehrere Millionen an 
ein "Beratungsunternehmen" bezahlt hat (incl. Schulungen aller nicht 
notwendigen Mitarbeiter) und das jetzt auf Teufel 'gelebt' werden muss.

: Bearbeitet durch User
von Medizintechnik (Gast)


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Udo S. schrieb:
> Kleine Firmen sind per se sehr agil, im wahren Sinne des Wortes, sie
> können bei Erkennen eines Problems sehr schnell reagieren.

Vor allem wenn die Projekte einen Bus-Faktor von 1 haben, gell ;) Da 
heißts dann schnell agil mal Samstags reinkommen.
Wenn es entsprechend wehtut, kann auch eine Konzernabteilung schnell 
reagieren, dazu muss ich nur sehen was hier bei Wannacry los war. Wenn 
etwas behäbiger vonstatten geht, ist es meistens nicht so 
geschäftskritisch.
In der kleinen Bude ist halt per Definition schon das meiste 
geschäftskritisch.

von Udo S. (urschmitt)


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Medizintechnik schrieb:
> In der kleinen Bude ist halt per Definition schon das meiste
> geschäftskritisch.

Bis bei euch alle wichtige Personen informiert sind, hat die kleine 
Klitsche schon den Fehler gefunden und abgestellt.
Durchaus auch ohne Wochenend oder Mehrarbeit, weil nämlich in einem 
Meeting kurzfristig alle relevanten Personen (und vor allen nicht 
Dutzende unrelevante Wichtigtuer) zusammen kommen und deshalb auch 
direkt eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden 
kann.

Das das nicht in jedem kleinen Unternehmen so abläuft sollte jedem klar 
sein.
Und das sowas in speziellen kritischen Bereichen wie Medizintechnik 
nicht so einfach geht auch.

von Joe (Gast)


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Bei uns geht es voll normaal zu. Guckst du hier:
https://www.youtube.com/watch?v=jAWzcKd9kOo

von René H. (mumpel)


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Udo S. schrieb:
> an ein "Beratungsunternehmen"
>

Das dem Schwager gehört? 😉

von Egon D. (egon_d)


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Chris D. schrieb:

> Vor einigen Jahren gab es eine Studie (Gallup?) und
> dort war der Punkt 1 auf der Liste der Dinge, die
> Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört mir nicht
> zu".

Unverständliche Kritik.

Der Boss ist doch gerade DESHALB der Boss geworden,
WEIL er sich nicht ständig nach anderen richten will.

Ist doch exakt wie hier im Forum: Rein privatrechtliche
Angelegenheit. Wem's nicht passt, der kann ja gehen.

Beitrag #6472247 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mark B. (markbrandis)


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Egon D. schrieb:
>> Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört mir nicht
>> zu".
>
> Unverständliche Kritik.
>
> Der Boss ist doch gerade DESHALB der Boss geworden,
> WEIL er sich nicht ständig nach anderen richten will.

Er wird sich immer nach anderen richten müssen. Zum Beispiel nach den 
Kunden. Wenn er das nicht tut, sind seine Tage als Chef gezählt.

von Egon D. (egon_d)


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Mark B. schrieb:

> Egon D. schrieb:
>>> Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört mir nicht
>>> zu".
>>
>> Unverständliche Kritik.
>>
>> Der Boss ist doch gerade DESHALB der Boss geworden,
>> WEIL er sich nicht ständig nach anderen richten will.
>
> Er wird sich immer nach anderen richten müssen.

Mehr oder weniger.
Häufig sehr viel weniger, als man sich als Betroffener
wünscht. Man ist dann richtig froh, wenn EIN Kunde mal
Eier in der Hose hat und sich NICHT bequatschen lässt,
sondern auf seinen legitimen Forderungen beharrt.


Im Übrigen hast Du meine Aussage missverstanden: Ich
habe nicht gesagt, dass er sich nicht nach anderen
richten MUSS -- ich habe gesagt, dass er deshalb der
Boss geworden ist, weil er das nicht WILL.


> Zum Beispiel nach den Kunden. Wenn er das nicht tut,
> sind seine Tage als Chef gezählt.

Wieso gibt es dann so viele schlechte Chefs?

Die empirische Erfahrung zeigt, dass das ein Wunschtraum
ist, der nur entfernt mit der Realität zu tun hat.

von Lass mcih darüber nach (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Mark B. schrieb:
>> Es gibt ja auch kleine Unternehmen, die sehr erfolgreich sind und die
>> daher logischerweise irgendwas richtig machen müssen.
>
> Das heißt noch lange nicht, dass sie gut organisiert sind. Vielleicht
> lässt das Geschäftsmodell auch chaotische Zustände zu, und trotzdem
> kommt immer noch viel Geld rein.

Ja, vorsicht vor den kleinen selbst-ernannten "weltweiten Marktführern". 
Oft sind das Chaosbuden. Gutes Produkt bzw. die Fa. verdient im Moment 
viel Geld bedeutet lange keine gute Arbeitsstelle.

von Thomas S. (thschl)


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der normale Wahnsinn wie immer

Beitrag #6472567 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6472782 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mark B. (markbrandis)


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Egon D. schrieb:
> Wieso gibt es dann so viele schlechte Chefs?

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

von auswanderer (Gast)


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Gibts ueberall....anno damals bei einem grossen Tier 1 automotive 
Zulieferer, hat der Entwicklungschef entschieden keine weitere 
Vorentwicklung fuer grosse Displays im Auto zu machen....weil der Kunde 
will ja Qualitaet, und Qualitaet sind mechanische Zeiger, so wie bei 
seiner Rolex...das war quasi O-Ton in der Mitarbeiterversammlung.

Und dann, oh wunder oh staun, auf einem wurden es nicht nur grosse 
Displays, sondern sehr grosse Displays...also relativ zu dem was damals 
vorher so verbaut wurde. Es ist keiner gestorben, aber mehrere 
Mitarbeiter entweder nah am Burnout, oder zwei die ich kannte sogar mal 
ein halbes Jahr ausgefallen, und als sie wieder "fit" waren sahen sie 10 
Jahre aelter aus.

von Gaia (Gast)


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auswanderer schrieb:
> ...weil der Kunde
> will ja Qualitaet, und Qualitaet sind mechanische Zeiger, so wie bei
> seiner Rolex..

Ganz meine Meinung. Bin genervt von dem ganzen Elektronikkram, der 
gefühlt nie zuverlässig funktioniert und mehr Zeit zu fressen als zu 
sparen scheint.
Schöne haptische, hochwertige Schalter und Zeiger sind dagegen ein 
Traum, der immer funktioniert.

Jetzt bauen die Autofritzen den Elektronikkram in Ihre Kisten. Ziel ist 
offensichtlich die Lebensdauer auf Smartphone-Niveau abzusenken. 
Bildschirm zu klein, Speicher zu klein, kein Update mehr, 
Virusgefahr,...musst Du LEIDER nach drei Jahren ein neues Auto kaufen. 
Wert ist es dann eh nix mehr.

Das ist kein Fortschritt, sondern nur mehr Müll und Stress auf dem 
Planeten.

von Drogenberater (Gast)


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Gaia schrieb:
> Jetzt bauen die Autofritzen den Elektronikkram in Ihre Kisten. Ziel ist
> offensichtlich die Lebensdauer auf Smartphone-Niveau abzusenken.
> Bildschirm zu klein, Speicher zu klein, kein Update mehr,
> Virusgefahr,...musst Du LEIDER nach drei Jahren ein neues Auto kaufen.
> Wert ist es dann eh nix mehr.

War absehbar. Waschmaschinen hielten früher 20 Jahre und länger, heute 
verreckt das Ding kurz nach der Garantie, Reparatur lohnt nicht, verbaut 
ist  überall Plastik.... Küchengeräte, Werkzeug, Gartengerätem... ebenso 
nur noch billigster Schrott. Jetzt wird eben das Auto zum Wegwerfartikel 
und alles faselt von Umweltchutz Nachhaltigkeit, es wird aber so viel 
weggeschmissen wie nie zuvor. Der ganze E-Automist macht es nicht 
besser. Nächste Gen hat bessere Akkus, Software,... die Altversion will 
keiner mehr, aufrüsten geht nicht oder lohnt nicht -> ab in die Presse 
damit. Es muss immer öfters immer früher gekauft werden, der Traum der 
Industrie.

von Weich W. (hand_werker)


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Drogenberater schrieb:
> War absehbar. Waschmaschinen hielten früher 20 Jahre und länger, heute
> verreckt das Ding kurz nach der Garantie, Reparatur lohnt nicht, verbaut
> ist  überall Plastik.... Küchengeräte, Werkzeug, Gartengerätem... ebenso
> nur noch billigster Schrott.

Habe mich neulich nach einem neuen Backofen und Induktionsfeld umgesehen 
und musste schockiert feststellen dass es fast nur noch diesen 
Touch-Müll gibt. Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige 
Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und 
- drücken. Bei der Waschmaschine das gleiche. Sind diese Touchflächen 
inzwischen billiger als Knöpfe oder was ist da der Sinn? Haltbarkeit ja 
wohl nicht, wenn die Dinger eh nach der Garantie den Geist aufgeben 
sollen.

Entwickler in der heutigen Automobil- oder Consumerelektroniksparte 
beneide ich nicht. Da muss man doch permanent Sachen entwickeln die 
gegen sämtliche Ingenieursgrundsätze verstoßen.

: Bearbeitet durch User
von Programmierer (Gast)


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Weich W. schrieb:
> Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
> Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
> - drücken.

Habe ich auch an meinem Herd. In die Touch-Flächen kommt kein Dreck oder 
Wasser rein, sie sind verschleißfrei und unverwüstlich. Nebenher hat's 
auch noch eine praktische Timer-Funktion und eine Kinder-Sicherung. Find 
ich super.

Weich W. schrieb:
> Sind diese Touchflächen
> inzwischen billiger als Knöpfe

Das waren sie von Anfang an. Ein bisschen Draht und etwas Elektronik, 
die heutzutage im µC integriert ist, ist billiger als eine aufwendige 
Mechanik.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Weich W. schrieb:
> Habe mich neulich nach einem neuen Backofen und Induktionsfeld umgesehen
> und musste schockiert feststellen dass es fast nur noch diesen
> Touch-Müll gibt. Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
> Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
> - drücken.

Wenn du eine Backofen-Herd-Kombi nimmst, dann hast du beides. Du kannst 
dann die Induktionskochfelder klassisch über Drehknöpfe ansteuern. 
Zusätzlich gibt es aber auch noch ein Touch-Feld auf der Glaskeramik für 
Anzeige der Kochstufe, Boost-Mode Aktivierung, Timer etc.

: Bearbeitet durch User
von Medizintechnik (Gast)


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Programmierer schrieb:
> ist billiger als eine aufwendige
> Mechanik.

Ich habe noch einen 27 Jahre alten Siemens-High-End Backofen von Muttern 
(1993, 3.700 D-Mark damals) der noch tadellos seinen Dienst verrichtet, 
aber mir ist mal einer der Drehknöpfe rausgesprungen, wenn es ein 
Beispiel für absolutes Overengineering gibt, dann diese Drehknöpfe, die 
Anzahl und Komplexität von mechanischen Kleinteilen war erstaunlich, 
dabei drehen und rasten die auch nur ein.

von René H. (mumpel)


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Drogenberater schrieb:
> Waschmaschinen hielten früher 20 Jahre und länger, heute
> verreckt das Ding kurz nach der Garantie,

Kann ich nicht nachvollziehen. Meine WaMa ist schon älter, und lebt 
immernoch.

Beitrag #6474240 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Hausmann (Gast)


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Ich schrieb im Beitrag #6474240:
> Den magnetischen Drehknopf bei miele finde ich sehr gelungen.
> Abnehmen und reinigen kein Problem. SchnellE Bedienung auch nicht.

Ja und die bldcs erst. Wie leise eine waschmaschine sein kann hehe

Beitrag #6474455 wurde von einem Moderator gelöscht.
von klausi (Gast)


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Ein Ingenieur schrieb:
> Hi,
>
> habt ihr das Gefühl, dass es bei euch auf Arbeit normal zu geht, oder
> eher Kraut&Rüben Wirtschaft?
Das, was du als normal bezeichnest, gibt es nirgendwo (vielleicht 
vereinzelt in ein paar Ausnahmen) ansonsten vielleicht im 
Gummibärenfantasieland. Zumindest ist das bei mir in meinen letzten 10+ 
Jahren im Beruf noch nirgendwo in dieser Form aufgetreten:
> Mit normal meine ich:
> -) effizientes Projektmanagement
Gibt's fast nie: ein Projektvorhaben wird lt. Definition immer das erste 
Mal gemacht,  deswegen ist es auch ein Projekt,  naturgemäß gibts da 
Verzögerungen, Budgetdiskussionen, fehlendes Knowhow,  Ineffizienz und 
Ineffiktivität.
> -) standardisierte Entwicklungsprozesse
Umso standardisierter, (d.h. auch mehr Prozesse) umso mehr Umwege werden 
in der Praxis gefunden bzw. gelebt -> besser einen flexiblen, dehnbar 
Prozess schaffen, den man versteht, z. B. Agilität setzen, aber auch das 
ist sehr schwierig in der Praxis.  Dokumentation und Knowhow Management 
ist aber nie zu unterschätzen bzw. sehr wichtig.
> -) kompetente Fach- und Führungskräfte
Meistens Buddies des Chefs oder Chef-Chefs, Ja Sager, sehr braune 
Zungen, wenig Leute mit wirklichen Fachwissen und Transparenz. In den 
oberen Etagen eher Politiker, Verwalter, Finanzler. Ganz ganz wenig, 
wenn überhaupt,  Leute, die was von Technik/ IT verstehen.
> -) realistische Zeitpläne für Projekte und Releases
Gibt es so nicht. Es wird eher reingequetscht, was geht in die Timeline 
bzw. Release. Hat auch politische Gründe. O-Ton Geschäftsführer: "Hat 
man dem Kunden so versprochen!" (Anm.: ja, genau, OHNE vorher eine 
Kapa-Planung bzw. Ressourcen und Abstimmung mit vielleicht noch anderen 
Projekten zu machen)  aber so wird halt das Geld verdient.  Führt dann 
logischerweise zu chaotischen Zuständen.
> -) sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources
Aufgabe von HR ist es: die billigste, aber beste "(Human) Ressource" für 
den Job zu finden. Punkt. Denkt mal drüber nach.
Gut, wenn den gleichen Job ein Schimpanse oder mal ein Roboter machen 
könnte, ist das natürlich auch sehr willkommen.
Gut ist es auch,  wenn eine effiziente Ressource möglichst lange im 
Unternehmen verbleibt (Stichwort Karotte dem Esel geben) und man sich 
aber von ineffizienten Ressourcen (aufgrund eigentlich ursprünglich 
inkompetenter HR Selektion) möglichst schnell distanziert und diese 
"entledigt". Spezielle Ausnahmen bestehen für Leute, die in sogenannten 
Seilschaften sind (d.h. GL Kontakte, persönliche Duzis von Chef-Chef 
etc.) Hierbei spielt Effizienz, Effektivität bzw. Know-how fast oder gar 
keine Rolle.
> -) ...
>
> Mit Kraut&Rüben meine ich:
>
> -) Deadlines die zum Tod min. eines angestellten Führen
Tod bekam ich einmal auf einer IBN mit (Servicetechniker aufgrund 
ungenügende Sicherheitsvorschriften inkl. "Eigenverschulden")
> -) Dunning-Kruger-Effekt auf allen Ebenen
Immer wieder, siehe auch oben: "Seilschaften ", oft ist zuviel Knowhow 
in diesen Positionen auch schädlich.
> -) Ein paar wenige kompetente Mitarbeiter schaffen die Arbeit, der Rest
> arbeitet an seiner "performance" und Karriere. Schnell nach oben hüpfen.
Ja ist fast immer so; die die wirkliche Ingenieursarbeit machen,  und 
die sie auch gut machen,  da sie mit interesse bei der Sache sind haben 
keine Zeit für Firmenpolitik,  Karriere etc. Diese Leute hoffen eher, 
durch gute Leistung befördert zu werden. Das tritt in der Praxis fast 
nie ein. Mindestens genauso wichtig ist es, fürs Management  "sichtbar" 
zu werden, d.h. sich und seine Ideen, Vorschläge zu verkaufen,  bzw. zu 
präsentieren.  Nicht jedem schmeckt das. Wie gesagt, noch einfacher 
geht's mit Seilschaften.
> -) Entwicklungsprozess ist build & fix & release
Klar, nichts neues. Vorher reinballern, was geht, 1 Woche später  gleich 
Hotfixes einplanen, deployen, los geht's.
> -) Führungskräfte, die nicht an Kritik oder Verbesserungsvorschlägen
> interessiert sind
Doch, das hatte ich sogar schon ein, zweimal gesehen.
>
> Bin auf eure Meinungen gespannt.
Klingt wahrscheinlich nicht ganz optimistisch,  aber dafür realistisch - 
meine eigene Erfahrung.

klausi

von René H. (mumpel)


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klausi schrieb:
> Das, was du als normal bezeichnest, gibt es nirgendwo

Doch, gibt es. Normal ist der Zustand den es vor Corona schon gab. Bei 
uns ist alles so wie vor Corona, und auch nach Corona wird es so 
bleiben.

von Reinhard S. (rezz)


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René H. schrieb:
> klausi schrieb:
>> Das, was du als normal bezeichnest, gibt es nirgendwo
>
> Doch, gibt es. Normal ist der Zustand den es vor Corona schon gab. Bei
> uns ist alles so wie vor Corona, und auch nach Corona wird es so
> bleiben.

Was hat der Kontext mit Corona zu tun? Wird dadurch plötzlich 
(In-)Kompetenz gesteigert?

von Markus (Gast)


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Nein ich bin ich einer kleinen Klitsche in Münster gelandet und da ist 
die Chefin der Horror.

von Programmierer (Gast)


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Um auch mal was zum Thema zu sagen, was mir in der Firma auffällt: 
(Technische) Entscheidungen werden nicht getroffen. Das heißt, dass oft 
einfach der erstbeste Weg, die erstbeste Technologie, das erstbeste 
Datenformat gewählt wird, ohne irgendwie über Vor-und Nachteile 
nachzudenken. Ich habe hier noch nie eine Vergleichstabelle gesehen, mit 
der man sich für einen Weg entschieden hätte; es wird einfach immer 
irgendein Weg genommen, der dem Entscheidungsträger als erstes 
eingefallen ist. Das muss nicht unbedingt der falsche Weg sein, aber es 
hilft doch, zumindest zu wissen, warum man sich dafür entschieden hat. 
Diskussionen sind zwecklos, Einwände werden mit Ein-Wort-Sätzen 
abgeschmettert. Es gibt auch keine Meetings, in denen man über so etwas 
diskutieren könnte, es wird zwischen Tür und Angel ein Wort in den Raum 
geworfen und dann muss man das so machen. Kennt ihr dieses Problem auch? 
Gibt es dafür einen Begriff?

von AVR (Gast)


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Markus schrieb:
> Nein ich bin ich einer kleinen Klitsche in Münster gelandet und da ist
> die Chefin der Horror.

Eine Frau als Chef? Die sind schlimmer als Männer. Das hättest du dir 
vorher überlegen sollen.

Ließ dir folgenden Artilel durch:

https://www.welt.de/kmpkt/article169601681/Als-Chefs-sind-Frauen-offenbar-fieser-als-Maenner.html

Die Kommentare sagen auch schon alles.

MfG

von René H. (mumpel)


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Was versteht ihr unter "normal"?

Beitrag #6475333 wurde von einem Moderator gelöscht.
von ganz oben (Gast)


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René H. schrieb:
> Was versteht ihr unter "normal"?

Steht doch ganz oben im Ursprungsbeitrag.

von Drogenberater (Gast)


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Programmierer schrieb:
> Gibt es dafür einen Begriff?
Frickelbude, Inkompetenz, ...?

von Programmierer (Gast)


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Drogenberater schrieb:
> Programmierer schrieb:
>> Gibt es dafür einen Begriff?
> Frickelbude, Inkompetenz, ...?

Nicht falsch, aber zu allgemein... z.B. "Dunning-Kruger-Effekt" würde 
auch darunter fallen, beschreibt aber einen spezifischen Effekt. Man 
kennt ja alle möglichen Missmanagement-Probleme, wie z.B. die schon 
genannte schlechte Zeitplanung (lernt man ja z.B. in 
Projektmanagement-Kursen kennen), aber dieses spezifische Phänomen 
kannte ich noch nicht. Steht vermutlich in Relation zu allgemeiner 
Innovations-Feindlichkeit, die dazu führt, dass man immer nur schon 
bekannte Technologien nutzt und nie was neues ausprobiert.

von René H. (mumpel)


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ganz oben schrieb:
> René H. schrieb:
>> Was versteht ihr unter "normal"?
>
> Steht doch ganz oben im Ursprungsbeitrag.

Das heisst aber nicht, dass das wirklich (für alle) normal ist. ;)

von Egon D. (egon_d)


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Programmierer schrieb:

> Das heißt, dass oft einfach der erstbeste Weg, die
> erstbeste Technologie, das erstbeste Datenformat
> gewählt wird, ohne irgendwie über Vor-und Nachteile
> nachzudenken.

Kenne ich.


> Das muss nicht unbedingt der falsche Weg sein, aber
> es hilft doch, zumindest zu wissen, warum man sich
> dafür entschieden hat.

Der Schlüssel. Es muss nicht nur die letztlich getroffene
ENTSCHEIDUNG dokumentiert werden -- es müssen auch die
EntscheidungsGRÜNDE festgehalten werden.
Es soll nämlich gerüchteweise vorkommen, dass sich solche
Gründe im Laufe des Projektes auch mal ändern...


> Kennt ihr dieses Problem auch?

Ja.


> Gibt es dafür einen Begriff?

Nicht bekannt.

Mehr als ein Name dafür würde mich interessieren, WARUM
das auftritt. Mein Verdacht ist, dass solche Leute keine
Ahnung haben, wie ENTWICKLUNG funktioniert -- sie halten
das UMSETZEN einer Lösung für die eigentliche Entwicklung.

von Andy D. (rackandboneman)


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"Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
- drücken. Bei der Waschmaschine das gleiche. Sind diese Touchflächen
inzwischen billiger als Knöpfe oder was ist da der Sinn? Haltbarkeit ja
wohl nicht, wenn die Dinger eh nach der Garantie den Geist aufgeben
sollen."

Ich glaube das ist Nostalgiedenken.

Hier richten doch viele Leute Vintage-Geräte, sei es Messgeräte oder 
Audio, wieder her. Was ist am häufigsten daran abgenutzt oder kaputt, 
und war schon während der geplanten Lebensdauer dieser Geräte immer 
wieder Ausfallursache? Mechanische Bedienelemente.

von Björn W. (60_40)


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Andy D. schrieb:
> "Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
> Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
> - drücken. Bei der Waschmaschine das gleiche. Sind diese Touchflächen
> inzwischen billiger als Knöpfe oder was ist da der Sinn?

Meine Erfahrung sagt: Immer dann wenn das Wort "Smart" irgendwo in der 
Produktbeschreibung auftaucht dann Finger weg davon.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Nachdem deutschen Gesetz darf man an mechanischen Knöpfen während der 
Fahrt herumspielen. Touchscreens geben dagegen Punkte in Flensburg:

https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-deutschland/tesla-touchscreen-handyverbot/#:~:text=Die%20Benutzung%20des%20Touchscreens%20zum,Euro%20und%20einen%20Monat%20Fahrverbot.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Björn W. schrieb:
> Meine Erfahrung sagt: Immer dann wenn das Wort "Smart" irgendwo in der
> Produktbeschreibung auftaucht dann Finger weg davon.

Hat doch auch viele "Vorteile" beim Auto:

- Facebook-Login statt Autoschlüssel
- Werkstatt-, HU-, Abgasuntersuchungstermine per App (inkl. Erinnerung)
- Tankrechnung per WhatsApp und direkt per Paypal bezahlen
- Mehrwert-Dienste, wie z. B. Kurvenlicht minutenweise per App mieten

Die Nachteile halten sich dagegen in Grenze:

- Wenn das Smartphone keine Internetverbindung hat, bleibt das Auto 
stehen.

von Claus H. (hottab) Benutzerseite


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> Björn W. (60_40) 14.11.2020 21:40 Meine Erfahrung...

Genau, mein selbstreinigender 10 A большой ключатель am Fahrradlicht 
(0,5 A) hält schon 50 Jahre und hat min. noch 100 vor sich, wenn er 
sachgemäß behandelt wird.

Ansonsten ist es wiedermal ein an den Haaren herbeigezogenes trolliges 
Thema, das für die tägliche Arbeit fast bedeutungslos ist. Jedoch, 
selbst Einstein wäre sich da noch nicht ganz sicher.

von Reinhard S. (rezz)


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Programmierer schrieb:
> Steht vermutlich in Relation zu allgemeiner
> Innovations-Feindlichkeit, die dazu führt, dass man immer nur schon
> bekannte Technologien nutzt und nie was neues ausprobiert.

Das klingt jetzt eher nach "Haben wir schon immer so gemacht", während 
dein anderer Beitrag danach klingt, das man sich für halt den erstbesten 
Weg entscheidet, der einen in den Kopf kommt, egal, ob man das so 
schonmal gemacht hat oder nicht.

von Programmierer (Gast)


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Reinhard S. schrieb:
> Das klingt jetzt eher nach "Haben wir schon immer so gemacht",

Das stimmt, aber es wird eben auch bei Fällen wo noch gar keine 
Erfahrung besteht und komplett Neuland betreten wird, einfach die 
erstbeste Technologie gewählt, ohne je einen Vergleich zu machen. Das 
ist möglicherweise eine Art Extrapolation des 
"Haben-wir-schon-immer-so-gemacht"-Prinzips auf Fälle ohne Vorerfahrung.

von Egon D. (egon_d)


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Programmierer schrieb:

> Reinhard S. schrieb:
>> Das klingt jetzt eher nach "Haben wir schon immer
>> so gemacht",
>
> Das stimmt, aber es wird eben auch bei Fällen wo noch
> gar keine Erfahrung besteht und komplett Neuland betreten
> wird, einfach die erstbeste Technologie gewählt, ohne je
> einen Vergleich zu machen.

Es gibt Menschen, die dulden offene Fragen nur bei sich
selbst, aber unter keinen Umständen bei Untergebenen.

Das führt bei schlechten Chefs dazu, dass Untergebene,
die wichtige und schwierige Fragen mit der gebotenen
Sorgfalt angehen, zurückgepfiffen werden und statt
dessen die Entscheidung "umsetzen" müssen, die vom Chef
ohne ausreichende Sachkenntnis in zwei Minuten getroffen
wurde.

Diesen Chefs ist es lieber, dass das ganze Team wochenlang
in die falsche Richtung arbeitet (und das mit massiven
Überstunden am Wochenende wieder geradebiegen muss), statt
zeitweise einem Mitarbeiter die fachliche Führung zu über-
lassen, der sich bei dem aktuellen Problem besser auskennt.


Siehe dazu auch "Big Bang Theorie", Staffel 1, Folge 13,
"Superbowl für Physiker":

  "Aber Sheldon... willst Du wirklich allein verlieren,
   statt zusammen mit Deinem Team zu gewinnen?"

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