Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Geht es bei euch in der Firma normal zu?


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von Ein Ingenieur (Gast)


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Hi,

habt ihr das Gefühl, dass es bei euch auf Arbeit normal zu geht, oder 
eher Kraut&Rüben Wirtschaft?

Mit normal meine ich:

-) effizientes Projektmanagement
-) standardisierte Entwicklungsprozesse
-) kompetente Fach- und Führungskräfte
-) realistische Zeitpläne für Projekte und Releases
-) sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources
-) ...

Mit Kraut&Rüben meine ich:

-) Deadlines die zum Tod min. eines angestellten Führen
-) Dunning-Kruger-Effekt auf allen Ebenen
-) Ein paar wenige kompetente Mitarbeiter schaffen die Arbeit, der Rest 
arbeitet an seiner "performance" und Karriere. Schnell nach oben hüpfen.
-) Entwicklungsprozess ist build & fix & release
-) Führungskräfte, die nicht an Kritik oder Verbesserungsvorschlägen 
interessiert sind

Bin auf eure Meinungen gespannt.

von P. S. (namnyef)


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Alles dufte im Großen und Ganzen.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Zu verbessern gibt es freilich immer etwas, aber ich antworte mit: 
Normal.
Ich bin mit meinem Arbeitgeber ganz zufrieden.

Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark 
nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar 
nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

: Bearbeitet durch User
von Medizintechnik (Gast)


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Eindeutig ersteres, geht branchenbedingt auch nicht viel anders, sonst 
haben wir direkt die Zulassungsbehörden am Hals. Ja manchmal geht es arg 
bürokratisch zu und manchmal dauern einfache Dinge teils ewig, aber im 
Großen und Ganzen ist es sehr gut.

Ein Ingenieur schrieb:
> effizientes Projektmanagement

Weiß ich nicht, unser Teamleiter dirigiert die Kommunikation Richtung 
Projektmanagement und hält sie uns vom Leib.

Ein Ingenieur schrieb:
> standardisierte Entwicklungsprozesse

Ja, ist ein Muss bei uns.

Ein Ingenieur schrieb:
> kompetente Fach- und Führungskräfte

Vereinzelte Pflaumen gibt es überall, aber mit meinem direkten Chef, 
seinem Chef und meinen direkten Kollegen komme ich gut klar.

Ein Ingenieur schrieb:
> realistische Zeitpläne für Projekte und Releases

Immer knapp bemessen (das ist einfach so, es ist immer knapp) und am 
Ende wird halt das ein oder andere Best Effort Thema zugunsten der 
Timeline und des Budgets fallengelassen. Die Leute werden nur bis max. 
70% mit Kernthemen beplant, da immer was dazwischen kommt, was niemand 
vorhersieht.

Ein Ingenieur schrieb:
> sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources

Ja, das geschieht in Abstimmung mit dem Chef und den Bedürfnissen der 
Abteilungen. Intern umbewerben geht natürlich immer, wenns einen 
ankotzt, aber bisher wurde meinen Entwicklungswünschen entsprochen, was 
bei mir die Fachlaufbahn ist, gestartet als Entwickler über Senior 
Entwickler und nun Richtung Softwarearchitekt.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Medizintechnik schrieb:
> aber bisher wurde meinen Entwicklungswünschen entsprochen, was bei mir
> die Fachlaufbahn ist, gestartet als Entwickler über Senior Entwickler
> und nun Richtung Softwarearchitekt.

Du machst mir einen kompetenten und sympathischen Eindruck. Sicher kann 
dein jetziger Arbeitgeber froh sein, dass du damals nicht bei Facebook 
genommen wurdest. Gute Software-Architekten kann man hier in Deutschland 
auf jeden Fall auch brauchen.

von 3987^12 + 4365^12 = 4472^12 (Gast)


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Wegen Stress ist bei uns noch niemand gestorben...
Aktuell hocken die Leute im Homeoffice und lassen es sich gut gehen.
Ich bin der einzige der was arbeitet  ;-)

von René H. (mumpel)


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Bei uns Normal-Kaotisch wie immer. ;) Nur die Kunden sind zufriedener.

: Bearbeitet durch User
von SchauInDenSpiegel (Gast)


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Warum sollte ich dir erzählen wie es bei uns ist, wenn du uns nicht 
erzählst wie es bei dir ist?

von Jan H. (j_hansen)


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Ich würde sagen "normal", wobei ich bei deinen "Normal"-Punkten schon 
ein paar Abstriche machen muss, und ein paar deiner "Kraut&Rüben"-Punkte 
sind auch dabei. Aber das ist doch normal, oder?

von Salerosa (Gast)


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Senf D. schrieb:

> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche.

Echt? Kenne ich auch aus Konzernen. International. Dreifach erlebt. 
Traurig..!

von tti (Gast)


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-) effizientes Projektmanagement
-) standardisierte Entwicklungsprozesse
-) kompetente Fach- und Führungskräfte
-) realistische Zeitpläne für Projekte und Releases
-) sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources
-) ...

Lieber TO: Das ist die Beschreibung des Paradieses.

Übrigens gibt es auch in manchen Großkonzernen Missstände, dass es 
quietscht.
In Gefahrgutbranchen wie z.B. Chemie gibt es regelmäßig (wenn auch mit 
niedriger Frequenz) tödliche Arbeitsunfälle. Es ist "interessant", was 
sich nach einem solchen Unfall abspielt. Sehr lehrreich in Bezug auf das 
menschliche Verhalten, das sich sehr sehr schnell um 180° drehen kann.

In Bezug auf die o.g. Liste muss man halt schauen, wie weit man mitgeht 
und wann man aus Selbstschutz eine Veränderung einleitet. Es lohnt auch 
wirtschaftlich nie, sich kaputtzuarbeiten, egal wie hoch es vorher ging.

von tti (Gast)


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3987^12 + 4365^12 = 4472^12 schrieb:
> Ich bin der einzige der was arbeitet  ;-)

Kann ja nicht sein, da ich der einzige bin .-)

von Ina (Gast)


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Ein Ingenieur schrieb:
> Hi,
>
> habt ihr das Gefühl, dass es bei euch auf Arbeit normal zu geht

Ja. Kann mich nicht beklagen.

von dunky (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

Du hast mal sowas von gar keinen Plan...

Prozesse gibts, aber da wird alles sowas von schön zurecht gebogen das 
sich die Balken biegen.

Entwicklung, Personalführung, Controlling alles unterirdisch... Das geht 
also sehr wohl

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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dunky schrieb:
> Prozesse gibts, aber da wird alles sowas von schön zurecht gebogen das
> sich die Balken biegen.

Ja, das sehe ich ähnlich. Nur weil etwas organisiert ist, heisst es noch 
lange nicht, dass es auch sinnvoll organisiert ist, von Effizienz redet 
man da noch gar nicht.

Je größer ein Unternehmen wird, desto größer wird meiner Beobachtung 
nach anteilig der Verwaltungsanteil, der Anteil der Wertschöpfung sinkt.

Dazu kommt, dass Verwaltung und Bürokratie allgemein dazu neigt, sich 
auszudehnen. Man muss seine Existenzberechtigung nachweisen, also 
produziert man neue Verfahren, interne Abläufe, "Optimierungen".

> Entwicklung, Personalführung, Controlling alles unterirdisch... Das geht
> also sehr wohl

Ein Ingenieur schrieb:
> -) Ein paar wenige kompetente Mitarbeiter schaffen die Arbeit, der Rest
> arbeitet an seiner "performance" und Karriere. Schnell nach oben hüpfen.

Es ist zumindest in größeren Betrieben deutlich einfacher, dass Leute, 
die nichts können, mitschwimmen.

> -) Führungskräfte, die nicht an Kritik oder Verbesserungsvorschlägen
> interessiert sind

Das ist einer der wichtigsten Punkte und betrifft nicht nur die Großen.

Zu oft fühlt sich die Führungskraft persönlich angegriffen, wenn jemand 
Änderungsvorschläge hat. Und leider gehört Kritikfähigkeit selten zu den 
Kriterien, nach denen solche Stellen besetzt werden.

Vor einigen Jahren gab es eine Studie (Gallup?) und dort war der Punkt 1 
auf der Liste der Dinge, die Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört 
mir nicht zu".

Das ist zumindest in unserem Freundes-/Bekanntenkreis auch die 
hauptsächliche Klage, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Beamte, 
kleine Unternehmen, Mittelständler oder auch Konzern handelt.

Es ist überall dasselbe: gute Vorschläge werden ignoriert, niemand fragt 
"unten" nach: "Was braucht ihr, um vernünftig arbeiten zu können?". 
Stattdessen wird von oben das zehnte total neue aber unsinnige Konzept 
übergestülpt.

von Senf D. (senfdazugeber)


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dunky schrieb:
> Senf D. schrieb:
>> Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
>> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.
>
> Du hast mal sowas von gar keinen Plan...

Doch, den habe ich, denn ich arbeite in solch einem Laden. Alleine durch 
die Branche bedingt muss es ziemlich organisiert und geordnet zugehen, 
ansonsten bekommen wir u.a. von der FDA die Hölle heiß gemacht.

Natürlich kann ich aber nicht für alle Konzerne sprechen. Dennoch bin 
ich sicher, dass die Tendenz richtig beobachtet ist: je kleiner ein 
Unternehmen, umso chaotischer wird gearbeitet. Das ergibt sich häufig 
alleine schon dadurch, dass Mitarbeiter für alles mögliche gleichzeitig 
verantwortlich sind.

von Анаболий (Gast)


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Überall dasselbe, nach über 10 Jahren BE in kleinen klitschen oder auch 
im Konzern:

Solange das Gehalt regelmäßig überwiesen wird ist mir ales egal

von Mark B. (markbrandis)


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Senf D. schrieb:
> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

Ob eine Firma gut geführt ist oder nicht, hängt so gut wie gar nicht von 
deren Größe ab. Es gibt ja auch kleine Unternehmen, die sehr erfolgreich 
sind und die daher logischerweise irgendwas richtig machen müssen.

von Mark B. (markbrandis)


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Chris D. schrieb:
> Es ist überall dasselbe: gute Vorschläge werden ignoriert, niemand fragt
> "unten" nach: "Was braucht ihr, um vernünftig arbeiten zu können?".

Genau das ist die Frage, die eine fähige und kompetente Führungskraft 
stellt. Leider scheint es davon recht wenige zu geben.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Mark B. schrieb:
> Es gibt ja auch kleine Unternehmen, die sehr erfolgreich sind und die
> daher logischerweise irgendwas richtig machen müssen.

Das heißt noch lange nicht, dass sie gut organisiert sind. Vielleicht 
lässt das Geschäftsmodell auch chaotische Zustände zu, und trotzdem 
kommt immer noch viel Geld rein.

von Reinhard S. (rezz)


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Senf D. schrieb:
> Deine Schilderung der "Kraut und Rüben"-Zustände klingt übrigens stark
> nach Klitsche. Ein großes Unternehmen kann sich sowas im großen Stil gar
> nicht erlauben, da muss es schon etwas organisierter zugehen.

Eine Klitsche kann sich das nicht erlauben, da dann ja sofort alles 
schief geht. Im großen Unternehmen fällt das nicht so schnell auf.

Bei mir wars im KMU jedenfalls eher Feuerwehr spielen. Jetzt im Konzern 
ists genauso. Aber klar, wenn die Kunden, Kollegen und Vorgesetzten 
gleich bleiben... :D

von Mark B. (markbrandis)


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Senf D. schrieb:
> Das heißt noch lange nicht, dass sie gut organisiert sind. Vielleicht
> lässt das Geschäftsmodell auch chaotische Zustände zu, und trotzdem
> kommt immer noch viel Geld rein.

Es gibt genügend Großunternehmen für die genau das Gleiche gilt :-)

Hat man einmal eine gewisse Marktstellung erreicht, kommen Folgeaufträge 
mehr oder weniger von alleine rein, wenn man sich nicht gar zu doof 
anstellt.

Ich arbeite selbst in einem Großunternehmen, und hier ist das Management 
aus Nordamerika definitiv das Schlechteste an dem gesamten Laden.

Beitrag #6472142 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Udo S. (urschmitt)


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Der eine sagt "gut organisiert", der andere sagt dazu "unsäglich starres 
lahmes Korsett".
Kleine Firmen sind per se sehr agil, im wahren Sinne des Wortes, sie 
können bei Erkennen eines Problems sehr schnell reagieren.
Die Konzernbeamten verstehen unter "agil" dann wieder ein möglichst 
starres und komplexes Gebilde wie ein auf 200 Seiten definierter SCRUM 
Prozess, für dessen Ausarbeitung das Unternehmen mehrere Millionen an 
ein "Beratungsunternehmen" bezahlt hat (incl. Schulungen aller nicht 
notwendigen Mitarbeiter) und das jetzt auf Teufel 'gelebt' werden muss.

: Bearbeitet durch User
von Medizintechnik (Gast)


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Udo S. schrieb:
> Kleine Firmen sind per se sehr agil, im wahren Sinne des Wortes, sie
> können bei Erkennen eines Problems sehr schnell reagieren.

Vor allem wenn die Projekte einen Bus-Faktor von 1 haben, gell ;) Da 
heißts dann schnell agil mal Samstags reinkommen.
Wenn es entsprechend wehtut, kann auch eine Konzernabteilung schnell 
reagieren, dazu muss ich nur sehen was hier bei Wannacry los war. Wenn 
etwas behäbiger vonstatten geht, ist es meistens nicht so 
geschäftskritisch.
In der kleinen Bude ist halt per Definition schon das meiste 
geschäftskritisch.

von Udo S. (urschmitt)


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Medizintechnik schrieb:
> In der kleinen Bude ist halt per Definition schon das meiste
> geschäftskritisch.

Bis bei euch alle wichtige Personen informiert sind, hat die kleine 
Klitsche schon den Fehler gefunden und abgestellt.
Durchaus auch ohne Wochenend oder Mehrarbeit, weil nämlich in einem 
Meeting kurzfristig alle relevanten Personen (und vor allen nicht 
Dutzende unrelevante Wichtigtuer) zusammen kommen und deshalb auch 
direkt eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden 
kann.

Das das nicht in jedem kleinen Unternehmen so abläuft sollte jedem klar 
sein.
Und das sowas in speziellen kritischen Bereichen wie Medizintechnik 
nicht so einfach geht auch.

von Joe (Gast)


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Bei uns geht es voll normaal zu. Guckst du hier:
https://www.youtube.com/watch?v=jAWzcKd9kOo

von René H. (mumpel)


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Udo S. schrieb:
> an ein "Beratungsunternehmen"
>

Das dem Schwager gehört? 😉

von Egon D. (egon_d)


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Chris D. schrieb:

> Vor einigen Jahren gab es eine Studie (Gallup?) und
> dort war der Punkt 1 auf der Liste der Dinge, die
> Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört mir nicht
> zu".

Unverständliche Kritik.

Der Boss ist doch gerade DESHALB der Boss geworden,
WEIL er sich nicht ständig nach anderen richten will.

Ist doch exakt wie hier im Forum: Rein privatrechtliche
Angelegenheit. Wem's nicht passt, der kann ja gehen.

Beitrag #6472247 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mark B. (markbrandis)


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Egon D. schrieb:
>> Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört mir nicht
>> zu".
>
> Unverständliche Kritik.
>
> Der Boss ist doch gerade DESHALB der Boss geworden,
> WEIL er sich nicht ständig nach anderen richten will.

Er wird sich immer nach anderen richten müssen. Zum Beispiel nach den 
Kunden. Wenn er das nicht tut, sind seine Tage als Chef gezählt.

von Egon D. (egon_d)


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Mark B. schrieb:

> Egon D. schrieb:
>>> Arbeitnehmer kritisieren: "Mein Chef hört mir nicht
>>> zu".
>>
>> Unverständliche Kritik.
>>
>> Der Boss ist doch gerade DESHALB der Boss geworden,
>> WEIL er sich nicht ständig nach anderen richten will.
>
> Er wird sich immer nach anderen richten müssen.

Mehr oder weniger.
Häufig sehr viel weniger, als man sich als Betroffener
wünscht. Man ist dann richtig froh, wenn EIN Kunde mal
Eier in der Hose hat und sich NICHT bequatschen lässt,
sondern auf seinen legitimen Forderungen beharrt.


Im Übrigen hast Du meine Aussage missverstanden: Ich
habe nicht gesagt, dass er sich nicht nach anderen
richten MUSS -- ich habe gesagt, dass er deshalb der
Boss geworden ist, weil er das nicht WILL.


> Zum Beispiel nach den Kunden. Wenn er das nicht tut,
> sind seine Tage als Chef gezählt.

Wieso gibt es dann so viele schlechte Chefs?

Die empirische Erfahrung zeigt, dass das ein Wunschtraum
ist, der nur entfernt mit der Realität zu tun hat.

von Lass mcih darüber nach (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Mark B. schrieb:
>> Es gibt ja auch kleine Unternehmen, die sehr erfolgreich sind und die
>> daher logischerweise irgendwas richtig machen müssen.
>
> Das heißt noch lange nicht, dass sie gut organisiert sind. Vielleicht
> lässt das Geschäftsmodell auch chaotische Zustände zu, und trotzdem
> kommt immer noch viel Geld rein.

Ja, vorsicht vor den kleinen selbst-ernannten "weltweiten Marktführern". 
Oft sind das Chaosbuden. Gutes Produkt bzw. die Fa. verdient im Moment 
viel Geld bedeutet lange keine gute Arbeitsstelle.

von Thomas S. (thschl)


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der normale Wahnsinn wie immer

Beitrag #6472567 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6472782 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mark B. (markbrandis)


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Egon D. schrieb:
> Wieso gibt es dann so viele schlechte Chefs?

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

von auswanderer (Gast)


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Gibts ueberall....anno damals bei einem grossen Tier 1 automotive 
Zulieferer, hat der Entwicklungschef entschieden keine weitere 
Vorentwicklung fuer grosse Displays im Auto zu machen....weil der Kunde 
will ja Qualitaet, und Qualitaet sind mechanische Zeiger, so wie bei 
seiner Rolex...das war quasi O-Ton in der Mitarbeiterversammlung.

Und dann, oh wunder oh staun, auf einem wurden es nicht nur grosse 
Displays, sondern sehr grosse Displays...also relativ zu dem was damals 
vorher so verbaut wurde. Es ist keiner gestorben, aber mehrere 
Mitarbeiter entweder nah am Burnout, oder zwei die ich kannte sogar mal 
ein halbes Jahr ausgefallen, und als sie wieder "fit" waren sahen sie 10 
Jahre aelter aus.

von Gaia (Gast)


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auswanderer schrieb:
> ...weil der Kunde
> will ja Qualitaet, und Qualitaet sind mechanische Zeiger, so wie bei
> seiner Rolex..

Ganz meine Meinung. Bin genervt von dem ganzen Elektronikkram, der 
gefühlt nie zuverlässig funktioniert und mehr Zeit zu fressen als zu 
sparen scheint.
Schöne haptische, hochwertige Schalter und Zeiger sind dagegen ein 
Traum, der immer funktioniert.

Jetzt bauen die Autofritzen den Elektronikkram in Ihre Kisten. Ziel ist 
offensichtlich die Lebensdauer auf Smartphone-Niveau abzusenken. 
Bildschirm zu klein, Speicher zu klein, kein Update mehr, 
Virusgefahr,...musst Du LEIDER nach drei Jahren ein neues Auto kaufen. 
Wert ist es dann eh nix mehr.

Das ist kein Fortschritt, sondern nur mehr Müll und Stress auf dem 
Planeten.

von Drogenberater (Gast)


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Gaia schrieb:
> Jetzt bauen die Autofritzen den Elektronikkram in Ihre Kisten. Ziel ist
> offensichtlich die Lebensdauer auf Smartphone-Niveau abzusenken.
> Bildschirm zu klein, Speicher zu klein, kein Update mehr,
> Virusgefahr,...musst Du LEIDER nach drei Jahren ein neues Auto kaufen.
> Wert ist es dann eh nix mehr.

War absehbar. Waschmaschinen hielten früher 20 Jahre und länger, heute 
verreckt das Ding kurz nach der Garantie, Reparatur lohnt nicht, verbaut 
ist  überall Plastik.... Küchengeräte, Werkzeug, Gartengerätem... ebenso 
nur noch billigster Schrott. Jetzt wird eben das Auto zum Wegwerfartikel 
und alles faselt von Umweltchutz Nachhaltigkeit, es wird aber so viel 
weggeschmissen wie nie zuvor. Der ganze E-Automist macht es nicht 
besser. Nächste Gen hat bessere Akkus, Software,... die Altversion will 
keiner mehr, aufrüsten geht nicht oder lohnt nicht -> ab in die Presse 
damit. Es muss immer öfters immer früher gekauft werden, der Traum der 
Industrie.

von Weich W. (hand_werker)


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Drogenberater schrieb:
> War absehbar. Waschmaschinen hielten früher 20 Jahre und länger, heute
> verreckt das Ding kurz nach der Garantie, Reparatur lohnt nicht, verbaut
> ist  überall Plastik.... Küchengeräte, Werkzeug, Gartengerätem... ebenso
> nur noch billigster Schrott.

Habe mich neulich nach einem neuen Backofen und Induktionsfeld umgesehen 
und musste schockiert feststellen dass es fast nur noch diesen 
Touch-Müll gibt. Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige 
Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und 
- drücken. Bei der Waschmaschine das gleiche. Sind diese Touchflächen 
inzwischen billiger als Knöpfe oder was ist da der Sinn? Haltbarkeit ja 
wohl nicht, wenn die Dinger eh nach der Garantie den Geist aufgeben 
sollen.

Entwickler in der heutigen Automobil- oder Consumerelektroniksparte 
beneide ich nicht. Da muss man doch permanent Sachen entwickeln die 
gegen sämtliche Ingenieursgrundsätze verstoßen.

: Bearbeitet durch User
von Programmierer (Gast)


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Weich W. schrieb:
> Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
> Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
> - drücken.

Habe ich auch an meinem Herd. In die Touch-Flächen kommt kein Dreck oder 
Wasser rein, sie sind verschleißfrei und unverwüstlich. Nebenher hat's 
auch noch eine praktische Timer-Funktion und eine Kinder-Sicherung. Find 
ich super.

Weich W. schrieb:
> Sind diese Touchflächen
> inzwischen billiger als Knöpfe

Das waren sie von Anfang an. Ein bisschen Draht und etwas Elektronik, 
die heutzutage im µC integriert ist, ist billiger als eine aufwendige 
Mechanik.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Weich W. schrieb:
> Habe mich neulich nach einem neuen Backofen und Induktionsfeld umgesehen
> und musste schockiert feststellen dass es fast nur noch diesen
> Touch-Müll gibt. Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
> Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
> - drücken.

Wenn du eine Backofen-Herd-Kombi nimmst, dann hast du beides. Du kannst 
dann die Induktionskochfelder klassisch über Drehknöpfe ansteuern. 
Zusätzlich gibt es aber auch noch ein Touch-Feld auf der Glaskeramik für 
Anzeige der Kochstufe, Boost-Mode Aktivierung, Timer etc.

: Bearbeitet durch User
von Medizintechnik (Gast)


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Programmierer schrieb:
> ist billiger als eine aufwendige
> Mechanik.

Ich habe noch einen 27 Jahre alten Siemens-High-End Backofen von Muttern 
(1993, 3.700 D-Mark damals) der noch tadellos seinen Dienst verrichtet, 
aber mir ist mal einer der Drehknöpfe rausgesprungen, wenn es ein 
Beispiel für absolutes Overengineering gibt, dann diese Drehknöpfe, die 
Anzahl und Komplexität von mechanischen Kleinteilen war erstaunlich, 
dabei drehen und rasten die auch nur ein.

von René H. (mumpel)


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Drogenberater schrieb:
> Waschmaschinen hielten früher 20 Jahre und länger, heute
> verreckt das Ding kurz nach der Garantie,

Kann ich nicht nachvollziehen. Meine WaMa ist schon älter, und lebt 
immernoch.

Beitrag #6474240 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Hausmann (Gast)


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Ich schrieb im Beitrag #6474240:
> Den magnetischen Drehknopf bei miele finde ich sehr gelungen.
> Abnehmen und reinigen kein Problem. SchnellE Bedienung auch nicht.

Ja und die bldcs erst. Wie leise eine waschmaschine sein kann hehe

Beitrag #6474455 wurde von einem Moderator gelöscht.
von klausi (Gast)


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Ein Ingenieur schrieb:
> Hi,
>
> habt ihr das Gefühl, dass es bei euch auf Arbeit normal zu geht, oder
> eher Kraut&Rüben Wirtschaft?
Das, was du als normal bezeichnest, gibt es nirgendwo (vielleicht 
vereinzelt in ein paar Ausnahmen) ansonsten vielleicht im 
Gummibärenfantasieland. Zumindest ist das bei mir in meinen letzten 10+ 
Jahren im Beruf noch nirgendwo in dieser Form aufgetreten:
> Mit normal meine ich:
> -) effizientes Projektmanagement
Gibt's fast nie: ein Projektvorhaben wird lt. Definition immer das erste 
Mal gemacht,  deswegen ist es auch ein Projekt,  naturgemäß gibts da 
Verzögerungen, Budgetdiskussionen, fehlendes Knowhow,  Ineffizienz und 
Ineffiktivität.
> -) standardisierte Entwicklungsprozesse
Umso standardisierter, (d.h. auch mehr Prozesse) umso mehr Umwege werden 
in der Praxis gefunden bzw. gelebt -> besser einen flexiblen, dehnbar 
Prozess schaffen, den man versteht, z. B. Agilität setzen, aber auch das 
ist sehr schwierig in der Praxis.  Dokumentation und Knowhow Management 
ist aber nie zu unterschätzen bzw. sehr wichtig.
> -) kompetente Fach- und Führungskräfte
Meistens Buddies des Chefs oder Chef-Chefs, Ja Sager, sehr braune 
Zungen, wenig Leute mit wirklichen Fachwissen und Transparenz. In den 
oberen Etagen eher Politiker, Verwalter, Finanzler. Ganz ganz wenig, 
wenn überhaupt,  Leute, die was von Technik/ IT verstehen.
> -) realistische Zeitpläne für Projekte und Releases
Gibt es so nicht. Es wird eher reingequetscht, was geht in die Timeline 
bzw. Release. Hat auch politische Gründe. O-Ton Geschäftsführer: "Hat 
man dem Kunden so versprochen!" (Anm.: ja, genau, OHNE vorher eine 
Kapa-Planung bzw. Ressourcen und Abstimmung mit vielleicht noch anderen 
Projekten zu machen)  aber so wird halt das Geld verdient.  Führt dann 
logischerweise zu chaotischen Zuständen.
> -) sinnvolle Personalentwicklung und Einsatz von Human Resources
Aufgabe von HR ist es: die billigste, aber beste "(Human) Ressource" für 
den Job zu finden. Punkt. Denkt mal drüber nach.
Gut, wenn den gleichen Job ein Schimpanse oder mal ein Roboter machen 
könnte, ist das natürlich auch sehr willkommen.
Gut ist es auch,  wenn eine effiziente Ressource möglichst lange im 
Unternehmen verbleibt (Stichwort Karotte dem Esel geben) und man sich 
aber von ineffizienten Ressourcen (aufgrund eigentlich ursprünglich 
inkompetenter HR Selektion) möglichst schnell distanziert und diese 
"entledigt". Spezielle Ausnahmen bestehen für Leute, die in sogenannten 
Seilschaften sind (d.h. GL Kontakte, persönliche Duzis von Chef-Chef 
etc.) Hierbei spielt Effizienz, Effektivität bzw. Know-how fast oder gar 
keine Rolle.
> -) ...
>
> Mit Kraut&Rüben meine ich:
>
> -) Deadlines die zum Tod min. eines angestellten Führen
Tod bekam ich einmal auf einer IBN mit (Servicetechniker aufgrund 
ungenügende Sicherheitsvorschriften inkl. "Eigenverschulden")
> -) Dunning-Kruger-Effekt auf allen Ebenen
Immer wieder, siehe auch oben: "Seilschaften ", oft ist zuviel Knowhow 
in diesen Positionen auch schädlich.
> -) Ein paar wenige kompetente Mitarbeiter schaffen die Arbeit, der Rest
> arbeitet an seiner "performance" und Karriere. Schnell nach oben hüpfen.
Ja ist fast immer so; die die wirkliche Ingenieursarbeit machen,  und 
die sie auch gut machen,  da sie mit interesse bei der Sache sind haben 
keine Zeit für Firmenpolitik,  Karriere etc. Diese Leute hoffen eher, 
durch gute Leistung befördert zu werden. Das tritt in der Praxis fast 
nie ein. Mindestens genauso wichtig ist es, fürs Management  "sichtbar" 
zu werden, d.h. sich und seine Ideen, Vorschläge zu verkaufen,  bzw. zu 
präsentieren.  Nicht jedem schmeckt das. Wie gesagt, noch einfacher 
geht's mit Seilschaften.
> -) Entwicklungsprozess ist build & fix & release
Klar, nichts neues. Vorher reinballern, was geht, 1 Woche später  gleich 
Hotfixes einplanen, deployen, los geht's.
> -) Führungskräfte, die nicht an Kritik oder Verbesserungsvorschlägen
> interessiert sind
Doch, das hatte ich sogar schon ein, zweimal gesehen.
>
> Bin auf eure Meinungen gespannt.
Klingt wahrscheinlich nicht ganz optimistisch,  aber dafür realistisch - 
meine eigene Erfahrung.

klausi

von René H. (mumpel)


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klausi schrieb:
> Das, was du als normal bezeichnest, gibt es nirgendwo

Doch, gibt es. Normal ist der Zustand den es vor Corona schon gab. Bei 
uns ist alles so wie vor Corona, und auch nach Corona wird es so 
bleiben.

von Reinhard S. (rezz)


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René H. schrieb:
> klausi schrieb:
>> Das, was du als normal bezeichnest, gibt es nirgendwo
>
> Doch, gibt es. Normal ist der Zustand den es vor Corona schon gab. Bei
> uns ist alles so wie vor Corona, und auch nach Corona wird es so
> bleiben.

Was hat der Kontext mit Corona zu tun? Wird dadurch plötzlich 
(In-)Kompetenz gesteigert?

von Markus (Gast)


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Nein ich bin ich einer kleinen Klitsche in Münster gelandet und da ist 
die Chefin der Horror.

von Programmierer (Gast)


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Um auch mal was zum Thema zu sagen, was mir in der Firma auffällt: 
(Technische) Entscheidungen werden nicht getroffen. Das heißt, dass oft 
einfach der erstbeste Weg, die erstbeste Technologie, das erstbeste 
Datenformat gewählt wird, ohne irgendwie über Vor-und Nachteile 
nachzudenken. Ich habe hier noch nie eine Vergleichstabelle gesehen, mit 
der man sich für einen Weg entschieden hätte; es wird einfach immer 
irgendein Weg genommen, der dem Entscheidungsträger als erstes 
eingefallen ist. Das muss nicht unbedingt der falsche Weg sein, aber es 
hilft doch, zumindest zu wissen, warum man sich dafür entschieden hat. 
Diskussionen sind zwecklos, Einwände werden mit Ein-Wort-Sätzen 
abgeschmettert. Es gibt auch keine Meetings, in denen man über so etwas 
diskutieren könnte, es wird zwischen Tür und Angel ein Wort in den Raum 
geworfen und dann muss man das so machen. Kennt ihr dieses Problem auch? 
Gibt es dafür einen Begriff?

von AVR (Gast)


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Markus schrieb:
> Nein ich bin ich einer kleinen Klitsche in Münster gelandet und da ist
> die Chefin der Horror.

Eine Frau als Chef? Die sind schlimmer als Männer. Das hättest du dir 
vorher überlegen sollen.

Ließ dir folgenden Artilel durch:

https://www.welt.de/kmpkt/article169601681/Als-Chefs-sind-Frauen-offenbar-fieser-als-Maenner.html

Die Kommentare sagen auch schon alles.

MfG

von René H. (mumpel)


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Was versteht ihr unter "normal"?

Beitrag #6475333 wurde von einem Moderator gelöscht.
von ganz oben (Gast)


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René H. schrieb:
> Was versteht ihr unter "normal"?

Steht doch ganz oben im Ursprungsbeitrag.

von Drogenberater (Gast)


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Programmierer schrieb:
> Gibt es dafür einen Begriff?
Frickelbude, Inkompetenz, ...?

von Programmierer (Gast)


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Drogenberater schrieb:
> Programmierer schrieb:
>> Gibt es dafür einen Begriff?
> Frickelbude, Inkompetenz, ...?

Nicht falsch, aber zu allgemein... z.B. "Dunning-Kruger-Effekt" würde 
auch darunter fallen, beschreibt aber einen spezifischen Effekt. Man 
kennt ja alle möglichen Missmanagement-Probleme, wie z.B. die schon 
genannte schlechte Zeitplanung (lernt man ja z.B. in 
Projektmanagement-Kursen kennen), aber dieses spezifische Phänomen 
kannte ich noch nicht. Steht vermutlich in Relation zu allgemeiner 
Innovations-Feindlichkeit, die dazu führt, dass man immer nur schon 
bekannte Technologien nutzt und nie was neues ausprobiert.

von René H. (mumpel)


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ganz oben schrieb:
> René H. schrieb:
>> Was versteht ihr unter "normal"?
>
> Steht doch ganz oben im Ursprungsbeitrag.

Das heisst aber nicht, dass das wirklich (für alle) normal ist. ;)

von Egon D. (egon_d)


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Programmierer schrieb:

> Das heißt, dass oft einfach der erstbeste Weg, die
> erstbeste Technologie, das erstbeste Datenformat
> gewählt wird, ohne irgendwie über Vor-und Nachteile
> nachzudenken.

Kenne ich.


> Das muss nicht unbedingt der falsche Weg sein, aber
> es hilft doch, zumindest zu wissen, warum man sich
> dafür entschieden hat.

Der Schlüssel. Es muss nicht nur die letztlich getroffene
ENTSCHEIDUNG dokumentiert werden -- es müssen auch die
EntscheidungsGRÜNDE festgehalten werden.
Es soll nämlich gerüchteweise vorkommen, dass sich solche
Gründe im Laufe des Projektes auch mal ändern...


> Kennt ihr dieses Problem auch?

Ja.


> Gibt es dafür einen Begriff?

Nicht bekannt.

Mehr als ein Name dafür würde mich interessieren, WARUM
das auftritt. Mein Verdacht ist, dass solche Leute keine
Ahnung haben, wie ENTWICKLUNG funktioniert -- sie halten
das UMSETZEN einer Lösung für die eigentliche Entwicklung.

von Andy D. (rackandboneman)


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"Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
- drücken. Bei der Waschmaschine das gleiche. Sind diese Touchflächen
inzwischen billiger als Knöpfe oder was ist da der Sinn? Haltbarkeit ja
wohl nicht, wenn die Dinger eh nach der Garantie den Geist aufgeben
sollen."

Ich glaube das ist Nostalgiedenken.

Hier richten doch viele Leute Vintage-Geräte, sei es Messgeräte oder 
Audio, wieder her. Was ist am häufigsten daran abgenutzt oder kaputt, 
und war schon während der geplanten Lebensdauer dieser Geräte immer 
wieder Ausfallursache? Mechanische Bedienelemente.

von Björn W. (60_40)


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Andy D. schrieb:
> "Statt Drehknöpfen wo man in einer Sekunde die richtige
> Temperatur eingestellt hatte, darf man jetzt auf einem Bildschirm + und
> - drücken. Bei der Waschmaschine das gleiche. Sind diese Touchflächen
> inzwischen billiger als Knöpfe oder was ist da der Sinn?

Meine Erfahrung sagt: Immer dann wenn das Wort "Smart" irgendwo in der 
Produktbeschreibung auftaucht dann Finger weg davon.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Nachdem deutschen Gesetz darf man an mechanischen Knöpfen während der 
Fahrt herumspielen. Touchscreens geben dagegen Punkte in Flensburg:

https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-deutschland/tesla-touchscreen-handyverbot/#:~:text=Die%20Benutzung%20des%20Touchscreens%20zum,Euro%20und%20einen%20Monat%20Fahrverbot.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Björn W. schrieb:
> Meine Erfahrung sagt: Immer dann wenn das Wort "Smart" irgendwo in der
> Produktbeschreibung auftaucht dann Finger weg davon.

Hat doch auch viele "Vorteile" beim Auto:

- Facebook-Login statt Autoschlüssel
- Werkstatt-, HU-, Abgasuntersuchungstermine per App (inkl. Erinnerung)
- Tankrechnung per WhatsApp und direkt per Paypal bezahlen
- Mehrwert-Dienste, wie z. B. Kurvenlicht minutenweise per App mieten

Die Nachteile halten sich dagegen in Grenze:

- Wenn das Smartphone keine Internetverbindung hat, bleibt das Auto 
stehen.

von Claus H. (hottab) Benutzerseite


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> Björn W. (60_40) 14.11.2020 21:40 Meine Erfahrung...

Genau, mein selbstreinigender 10 A большой ключатель am Fahrradlicht 
(0,5 A) hält schon 50 Jahre und hat min. noch 100 vor sich, wenn er 
sachgemäß behandelt wird.

Ansonsten ist es wiedermal ein an den Haaren herbeigezogenes trolliges 
Thema, das für die tägliche Arbeit fast bedeutungslos ist. Jedoch, 
selbst Einstein wäre sich da noch nicht ganz sicher.

von Reinhard S. (rezz)


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Programmierer schrieb:
> Steht vermutlich in Relation zu allgemeiner
> Innovations-Feindlichkeit, die dazu führt, dass man immer nur schon
> bekannte Technologien nutzt und nie was neues ausprobiert.

Das klingt jetzt eher nach "Haben wir schon immer so gemacht", während 
dein anderer Beitrag danach klingt, das man sich für halt den erstbesten 
Weg entscheidet, der einen in den Kopf kommt, egal, ob man das so 
schonmal gemacht hat oder nicht.

von Programmierer (Gast)


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Reinhard S. schrieb:
> Das klingt jetzt eher nach "Haben wir schon immer so gemacht",

Das stimmt, aber es wird eben auch bei Fällen wo noch gar keine 
Erfahrung besteht und komplett Neuland betreten wird, einfach die 
erstbeste Technologie gewählt, ohne je einen Vergleich zu machen. Das 
ist möglicherweise eine Art Extrapolation des 
"Haben-wir-schon-immer-so-gemacht"-Prinzips auf Fälle ohne Vorerfahrung.

von Egon D. (egon_d)


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Programmierer schrieb:

> Reinhard S. schrieb:
>> Das klingt jetzt eher nach "Haben wir schon immer
>> so gemacht",
>
> Das stimmt, aber es wird eben auch bei Fällen wo noch
> gar keine Erfahrung besteht und komplett Neuland betreten
> wird, einfach die erstbeste Technologie gewählt, ohne je
> einen Vergleich zu machen.

Es gibt Menschen, die dulden offene Fragen nur bei sich
selbst, aber unter keinen Umständen bei Untergebenen.

Das führt bei schlechten Chefs dazu, dass Untergebene,
die wichtige und schwierige Fragen mit der gebotenen
Sorgfalt angehen, zurückgepfiffen werden und statt
dessen die Entscheidung "umsetzen" müssen, die vom Chef
ohne ausreichende Sachkenntnis in zwei Minuten getroffen
wurde.

Diesen Chefs ist es lieber, dass das ganze Team wochenlang
in die falsche Richtung arbeitet (und das mit massiven
Überstunden am Wochenende wieder geradebiegen muss), statt
zeitweise einem Mitarbeiter die fachliche Führung zu über-
lassen, der sich bei dem aktuellen Problem besser auskennt.


Siehe dazu auch "Big Bang Theorie", Staffel 1, Folge 13,
"Superbowl für Physiker":

  "Aber Sheldon... willst Du wirklich allein verlieren,
   statt zusammen mit Deinem Team zu gewinnen?"

von Marc (Gast)


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Egon D. schrieb:
> Diesen Chefs ist es lieber, dass das ganze Team wochenlang
> in die falsche Richtung arbeitet

Solche "Beratungsresistente" Chefs habe ich mehrfach erlebt. Ganz Krass 
in einem Betrieb: Der Chef (Physiher, nie in der Industrie gewesen) war 
gleichzeitig Projektleiter und führte ein Team von Ingenieuren. Die 
meisten hatten jahrelange Erfahrung aus der Industrie und waren dem Chef 
an Kenntnissen deutlich überlegen. Trotzdem dominierte der Chef nach 
Belieben und zwang uns, Features einzubauen, die unnötig waren und nach 
denen niemand je gefragt hatte. Ergebnis: Am Ende ein funktionierendes 
System mit schwer wartbarer FW/SW, unglaublich aufwändige Produktion, 
Massenweise Features, die am Ende "abgeschaltet" werden mussten oder nur 
halb Implementeirt waren.
Aber: Wir wurden gerühmt für unseren Einsatz, dieses "state-of-the-art" 
System in jahrelanger Arbeit hingekriegt zu haben. Es war einfach 
peinlich! Der Chef gilt im Management übrigens als sehr kompetent. Fast 
alle der beteiligten Ingenieure areiten nicht mehr für ihn.

von René H. (mumpel)


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Marc schrieb:
> Wir wurden gerühmt für unseren Einsatz, dieses "state-of-the-art"
> System in jahrelanger Arbeit hingekriegt zu haben.

Und wäre es schiefgegangen hätte euch der Chef angeschnauzt nach dem 
Motto "Weshalb habt ihr mich nicht gewarnt...". 😉

von Programmierer (Gast)


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Marc schrieb:
> Trotzdem dominierte der Chef nach Belieben und zwang uns, Features
> einzubauen, die unnötig waren und nach denen niemand je gefragt hatte.

Das Problem kenne ich auch. Chef hat ein theoretisches Konzept überlegt 
wie das Produkt charakterisiert ist und wie es zu nutzen ist, und genau 
so muss es entwickelt werden. Wiederholte Kundenwünsche nach Features, 
die nicht in dieses Konzept passen, aber technisch realisierbar wären, 
werden ignoriert. Früher oder später kommt ein Konkurrent und baut ein 
Produkt mit eben diesen Features - welches Produkt wird dann wohl mehr 
verkauft? Der Markt und die Kunden entscheiden was verkauft wird, nicht 
irgendein theoretisches am Kunden vorbei entwickeltes Konzept.

von klausi (Gast)


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René H. schrieb:
> Marc schrieb:
>> Wir wurden gerühmt für unseren Einsatz, dieses "state-of-the-art"
>> System in jahrelanger Arbeit hingekriegt zu haben.
>
> Und wäre es schiefgegangen hätte euch der Chef angeschnauzt nach dem
> Motto "Weshalb habt ihr mich nicht gewarnt...". 😉

Genau, es ist manchmal unglaublich. Die Chefs können sich es schon so 
drehen, wie sie es brauchen. Manche haben das unglaubliche Talent, dass 
sie sich blendend vorm Management verkaufen können, aber dennoch 
fachlich gar nix auf die Reihe bringen.

Ich finde - ehrlich - das ist wirklich ein Talent. So jemand wäre wohl 
auch ein guter Verkäufer. Ich als Ing. könnte keinen Müll verkaufen (vor 
allem wenn ich weiss dass es Müll ist).

Programmierer schrieb:
> Wiederholte Kundenwünsche nach Features,
> die nicht in dieses Konzept passen, aber technisch realisierbar wären,
> werden ignoriert.

Habe es andersrum erlebt: wiederholte Kundenwünsche, wo Chef immer ja 
und amen sagt und so das Projekt ruiniert mit dauernd abwechselnden 
Prioriäten und Richtungswechsel. Am Schluss funktioniert gar nix mehr, 
fürs Testen oder gar Dokumentieren ist da keine Zeit mehr.

klausi

von Karl Georg (Gast)


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Egon D. schrieb:
> Diesen Chefs ist es lieber, dass das ganze Team wochenlang
> in die falsche Richtung arbeitet [..]

Marc schrieb:
> Solche "Beratungsresistente" Chefs habe ich mehrfach erlebt.


Irgendwie hatten wir alle den selben Typ von Chef mal gehabt? Es war 
dann immer ein schöner Zeitpunkt zum Wechseln und so nach und nach haben 
sämtliche fähige Kollegen das Team verlassen ...

Ich vermute aber, das Problem liegt hier:

klausi schrieb:
> Diese Leute hoffen eher,
> durch gute Leistung befördert zu werden. Das tritt in der Praxis fast
> nie ein.

Das kann ich nur bestätigen. Entweder, man wechselt oder man darf noch 
mehr Arbeit von Kollegen übernehmen, die sich deutlich besser verkaufen 
können. Das Problem liegt schlichtweg darin, dass der typische o.g. Chef 
die Arbeit und ihre Qualität überhaupt nicht beurteilen kann. Daher ist 
es natürlich auch fatal, davon auszugehen, dass gute Arbeit belohnt 
wird. (Wird sie ja in seinen Augen...)

von Marc (Gast)


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Karl Georg schrieb:
> Das Problem liegt schlichtweg darin, dass der typische o.g. Chef
> die Arbeit und ihre Qualität überhaupt nicht beurteilen kann.

Genau das denke ich auch. Es fehlt häufig der Massstab: Gute Arbeit wird 
dann von schierem Aktionismus zu wenig unterschieden. Dann haben Blender 
leichtes Spiel. Werden diese dann in den oberen Positionen genügend 
zahlreich, ist das System hinüber: Die Arbeitskultur wird schlecht, die 
Personalfluktuation steigt, und vor allem gute Leute wandern ab.
Wenn so eine Organisation in eine grosse Einheit (z.B. Konzern) 
eingebettet ist, fällt die Miesere vieleicht gar nicht so auf. Ebenso 
beim Staat oder in staatsnahen Betrieben: Dort sind solche Zustände noch 
viel häufiger.
Da sind die Kleinen (manche sagen: Klitschen) im Vorteil: Wer nichts 
bietet, der fällt schnell auf.

von Niko (Gast)


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Marc schrieb:
> Da sind die Kleinen (manche sagen: Klitschen) im Vorteil: Wer nichts
> bietet, der fällt schnell auf.


Kann ich nicht bestätigen ich arbeite in einer 100 Mann Bude und hier 
gibt es auch viele Blender.

von Egon D. (egon_d)


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Niko schrieb:

> Marc schrieb:
>> Da sind die Kleinen (manche sagen: Klitschen) im Vorteil:
>> Wer nichts bietet, der fällt schnell auf.
>
> Kann ich nicht bestätigen ich arbeite in einer 100 Mann Bude
> und hier gibt es auch viele Blender.

100 Mann ist keine Klitsche, das ist solider Mittelstand.
Klitsche sind 10 Mann.

von Noch ein Ingenieur (Gast)


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Eigentlich könnte ich sagen, dass es ganz ok ist.
Aber ich bin der letzte Mohikaner in meiner Abteilung und mein Gehalt 
ist dafür zu niedrig, dass ich dafür wesentlich mehr als nötig mache.
Überstunden mache ich kaum noch, obwohl der Chef mit immer wieder neuen 
Ankündigungen für neue Entwicklungen versucht das Arbeitstempo zu 
erhöhen und kein Gefühl dafür hat, dass das eine Person nicht stemmen 
kann.
Irgendwas bleibt dann immer liegen.
Auf Nachfrage, wie Aufgaben in time umgesetzt werden sollen fällt oft 
der Satz: "das schaffen wir schon".
Das ist schon irgendwie problematisch, wenn eine Abteilung wichtig für 
den Umsatz aber nur schwach besetzt ist.
Die Motivation, neue Leute einzustellen ist beim Chef jedenfalls sehr 
niedrig.

Irgendwo anders habe ich das Wort Micromanagement letzte Woche 
aufgegriffen, was ebenfalls sehr gut passt.

von Gehaltsabsenker (Gast)


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Die richtigen Freak Chefs machen NanoManagement. Habe schon Scharmützel 
um Satzzeichen auf Folien miterlebt. Wenn man sachlich unterlegen ist 
als Chef treibt man die Leute eben so Richtung Burn out.

von Ing1 (Gast)


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Gehaltsabsenker schrieb:
> NanoManagement

Pfft. Kann ich toppen.
Nach ner telko mit Projektpartnern wollte der Chef meine Notizen sehen. 
Die, mit denen ich danach ein schönes Protokoll anfertige. Wie jede 
Woche. Nie Beschwerden gehabt.

Dann schaute er auf die Notizen. Kommentar war dass die Notizen zu 
unfreundlich formuliert sind. Notizen. Zu unfreundlich. Die die Partner 
nicht sehen. Die auch nicht unfreundlich formuliert waren.
Sondern eher so: X vom xyz sendet uns ABC an 1.2.

von Niko (Gast)


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Wenn ich so einen Chef hätte würde ich  mir sofort eine neue Stelle 
suchen.

von Gehaltsabsenker (Gast)


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Notizen kontrollieren. Respekt. Das gab es selbst bei mir nicht, obwohl 
zwang und Paranoia schon auf ganz hohem Niveau waren seitens der 
Chefetage.

von Programmierer (Gast)


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Noch eine lustige Anekdote: Wir verwenden in der Firma eine komplexe 
Open-Source-Software die durch einen externen Anbieter umfangreich 
angepasst wurde. Ein Feature war durch einen schwierig zu findenden und 
selten auftretenden Bug eingeschränkt. Der Anbieter hat dann einen 
"Patch" geschickt mit dem Hinweis dass es damit funktioniert und dieser 
"keine negativen Auswirkungen" hat. Im Patch war zu sehen, dass das 
Feature einfach deaktiviert wurde... Das ist auf mehreren Ebenen 
bescheuert:
- Wollte ich das Feature nicht nutzen, hätte ich es gar nicht erst 
angesteuert, es ist also besonders sinnlos das per Patch hart zu 
deaktivieren
- Die Deaktivierung erfolgt an einer völlig falschen Stelle im Code
- Wir brauchen das Feature, es zu deaktivieren hat also sehr wohl 
negative Auswirkungen
- In seltenen Fällen tritt der Bug auch ohne Nutzung dieses Features 
auf, d.h. der Patch löst das Problem nicht einmal vollständig

Der Anbieter hielt uns also für so dumm, dass wir den Inhalt des Patches 
nicht verstehen und uns damit zufrieden geben würden. Glücklicherweise 
habe ich in der Zwischenzeit den eigentlichen Bug gefunden und beheben 
können. Das Update läuft jetzt zu unseren Kunden raus. Es wäre zwar 
schön den anderen Kunden des Anbieters meine Fehlerkorrektur auch zur 
Verfügung stellen zu können, aber ohne Kooperation des Anbieters ist das 
aussichtslos.

Was muss falsch laufen damit die eigenen Geschäftspartner einen für so 
blöde halten dass sie einen so an der Nase herumführen wollen, aber 
dennoch nicht dazu in der Lage sind den eigentlichen Fehler zu finden?

Meine wiederholten Hinweise darauf, den Anbieter zu wechseln, werden 
ignoriert. Wie schon erläutert wurde irgendwann mal eine Entscheidung 
für diesen Anbieter getroffen (keiner weiß auf welcher Grundlage), die 
anscheinend nicht mehr geändert werden kann. Bevor jemand 
"Vetternwirtschaft" einwirft - das kann in dem Fall eigentlich nicht 
sein.

Ich fühle mich ein bisschen wie die Knautschzone zwischen Chefetage, 
Anbieter und unseren Kunden. Ich fühle mich schlecht dabei zu hören 
dass bei Kunden Probleme auftreten die wir/ich nicht in den Griff kriege 
(in diesem Fall haben wir noch mal Glück gehabt).

von Niko (Gast)


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Programmierer schrieb:
> Ich fühle mich ein bisschen wie die Knautschzone zwischen Chefetage,
> Anbieter und unseren Kunden. Ich fühle mich schlecht dabei zu hören dass
> bei Kunden Probleme auftreten die wir/ich nicht in den Griff kriege (in
> diesem Fall haben wir noch mal Glück gehabt).

Bei meinem Arbeitgeber läuft das auch nicht besser.Unsere Kunden sind 
auch regelmäßig unsere Betatester. Hier ist niemand in der Lage einen 
Projektplan mit Testphase zu erstellen.

von Jan H. (j_hansen)


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Programmierer schrieb:
> Was muss falsch laufen damit die eigenen Geschäftspartner einen für so
> blöde halten dass sie einen so an der Nase herumführen wollen, aber
> dennoch nicht dazu in der Lage sind den eigentlichen Fehler zu finden?

Da wird halt ein armer Tropf sitzen, mit wenig Ahnung und vielen 
Tickets, und halt irgendwie damit wursteln. Mach mal ein Ticket bei der 
SAP auf, wo du jährlich Unsummen für den Support bezahlst, da ist es 
auch nicht besser.

> Meine wiederholten Hinweise darauf, den Anbieter zu wechseln, werden
> ignoriert. Wie schon erläutert wurde irgendwann mal eine Entscheidung
> für diesen Anbieter getroffen (keiner weiß auf welcher Grundlage), die
> anscheinend nicht mehr geändert werden kann. Bevor jemand
> "Vetternwirtschaft" einwirft - das kann in dem Fall eigentlich nicht
> sein.

Dann ist die Sache für den "schlauen" Lieferanten klar: warum 
Premium-Service bieten, wenn der "Frischgefangene-Junior-Pfuschservice" 
auch genügt?

> Ich fühle mich ein bisschen wie die Knautschzone zwischen Chefetage,
> Anbieter und unseren Kunden. Ich fühle mich schlecht dabei zu hören dass
> bei Kunden Probleme auftreten die wir/ich nicht in den Griff kriege (in
> diesem Fall haben wir noch mal Glück gehabt).

Das ist das Los des Programmierers. Da muss man seine eigenen Grenzen 
entweder abstecken, oder halt lange in fremden Saucode wühlen.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Wenn euch das nicht passt, dann werdet doch einfach selber Chef, indem 
ihr eine eigene Firma gründet oder wechselt in eine Firma, wo es besser 
ist, anstatt hier herumzujammern.

von Mark B. (markbrandis)


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Stefan H. schrieb:
> oder wechselt in eine Firma, wo es besser ist

Ja und welche genau soll das sein?

Inkompetenz unter Führungskräften ist fast überall weit verbreitet. 
Stichwort Peter-Prinzip und "den muss man wegloben, dann richtet er 
zumindest hier bei uns keinen Schaden mehr an".

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Mark B. schrieb:
> Ja und welche genau soll das sein?

Als hochqualifizierter, intrinsisch motivierter Ingenieur bist du doch 
mit anderen hochqualifizierten, intrinsisch motivierten Ingenieur sehr 
gut vernetzt, weil du dich in deiner Freizeit mit Modellbau, 3D-Druck, 
Linux, Freifunk usw. beschäftigst, dich mit anderen Interessierten 
triffst, dich in deiner Freizeit eigenständig weiterbildest, Kongresse 
besuchst etc. Dann frag doch einfach mal in deinem Bekanntenkreis herum.

: Bearbeitet durch User
von Hospitant (Gast)


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Gehaltsabsenker schrieb:
> Die richtigen Freak Chefs machen NanoManagement. Habe schon
> Scharmützel
> um Satzzeichen auf Folien miterlebt. Wenn man sachlich unterlegen ist
> als Chef treibt man die Leute eben so Richtung Burn out.

Finde ich an dieser Stelle richtig so, korrekte Orthographie ist wichtig 
und sollte auch von den Vorgesetzten eingefordert werden - unabhängig 
davon ob die Herren lngenieure das für wichtig erachten oder nicht.

von VorurteileLassenGruessen (Gast)


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Mark B. schrieb:
> Ja und welche genau soll das sein?
> Inkompetenz unter Führungskräften ist fast überall weit verbreitet.
> Stichwort Peter-Prinzip und "den muss man wegloben, dann richtet er
> zumindest hier bei uns keinen Schaden mehr an".

So sagen die Neider hinterher, weil sie sich sonst eingestehen müssten, 
warum niemand ihnen die Gelegenheit für den Aufstieg gab.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Hospitant schrieb:
> Orthographie ist wichtig und sollte auch von den Vorgesetzten
> eingefordert werden - unabhängig davon ob die Herren lngenieure das für
> wichtig erachten oder nicht.

Da fehlt übrigens ein Komma vor dem "ob".

von Marc (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Da fehlt übrigens ein Komma vor dem "ob".

Herrliche Antwort! Eine Führungskraft muss sich selbst (wenn sie 
glaubwürdig bleiben will) mit den gleichen Ellen messen wie die 
Untergebenen. Der "Hospitant" wird also kaum ein respektierter Chef 
sein!

von AVR (Gast)


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VorurteileLassenGruessen schrieb:
> So sagen die Neider hinterher, weil sie sich sonst eingestehen müssten,
> warum niemand ihnen die Gelegenheit für den Aufstieg gab.

Was fürn Bullshit. Er sagt doch die Wahrheit. Viele Führungskräfte sind 
halt inkompetent. Wenn ich mich an die letzten Jahre erinnere und wie 
viele fähige Leute bei uns verjagt worden sind, dann könnte ich nur noch 
kotzen.

von Marc (Gast)


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VorurteileLassenGruessen schrieb:
> So sagen die Neider hinterher, ....

Ich habe mit vielen sehr guten Ingenieuren zusammengearbeitet, die gar 
keine Führungsposition anstreben. Im Gegenteil: Sie wollen Technik 
machen  und Resultate erzielen, statt sich den Intriegen und 
Machtspielchen auszusetzen, die mancher Chefposten leider mit sich 
bringt. Und genau diese guten Leute sind darauf angewiesen, eine gute 
Führungskraft zu haben: Eine, die ihnen Freiraum gewährt und sie ernst 
nimmt. Das kan keiner sein, der an jedem Komme herummäkelt!
Meine Meinung: Gute Leute brauchen selten Führung, sie brachen nur Ziele 
und jemanden, der sie daran arbeiten lässt!

von IchGlaubeEsNicht (Gast)


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AVR schrieb im Beitrag #6509350:
> Wenn ich mich an die letzten Jahre erinnere und wie
> viele fähige Leute bei uns verjagt worden sind,

Und warum hat man dich dann noch nicht verjagt? Keine ausreichende 
Fähigkeiten?

von Alle Chefs sind dermaßen geil, geiler gehts nicht (Gast)


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Hospitant schrieb:
> Finde ich an dieser Stelle richtig so, korrekte Orthographie ist wichtig
> und sollte auch von den Vorgesetzten eingefordert werden

Na ja, auf jedem Komma rumreiten, aber für die Projekte nicht das 
notwendige Material verfügbar haben. Die Folien sind poliert bis zum 
Geht-nicht-mehr. Die technischen Anlagen stammen teils noch aus den 60er 
Jahren. Und dann wundert man sich, dass es zu keinem "organischen" 
Wachstum aus eigener Kraft kommt. Wenn ich die Träumereien, äh Strategie 
von 2012 für 2020 bei uns anschaue, ist das schon Realsatire. Geplant 
war ein starker Anstieg von Gewinn und Umsatz natürlich mit eigenen 
Innovationen. Eingetreten ist erst Stagnation und dann ein Absinken.

von AusRO (Gast)


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Ein Ingenieur schrieb:
> habt ihr das Gefühl, dass es bei euch auf Arbeit normal zu geht, oder
> eher Kraut&Rüben Wirtschaft?

Wenn Du den Eindruck hast, nur noch Kraut und Rüben, dann verlasse die 
Firma, oder mache dich schlau, ob die Firma nicht schon Insolvent ist.
Wenn Du die Lage frühzeitig erkennst, dann kläre ob die Firma sich von 
Mitarbeitern trennen möchte/muss, wenn es Abfindungen dafür gibt, wenn 
jemand freiwillig geht, dann mach das. Besser wird es meistens nicht 
mehr.

Ich habe das so mitgemacht. Eine Firma, wo die Geschäftsleitung völlig 
unfähig und überfordert war den Betrieb zu führen.
In der Geschäftsleitung galt nur noch, mitnehmen was geht.
Die Firma wurde dann aufgeteilt und Teile davon verkauft.

Die Leid tragenden waren die vielen Langjährigen Mitarbeiter.
Es spielte auch keine Rolle mehr, wie Gut oder Schlecht einer war.
Nur die Tauge Nichts blieben noch an Board, die hätten auch keine neue 
Arbeitsstelle gefunden.

Wenn Deine Firma auch in der Situation ist, dann beende das.
Das ist mein Rat dazu.

Ich war als Entwicklungsingenieur dort tätig.
Welche Firma? Kathrein Rosenheim.

Dazu gibt es auch einen eigenen Eintrag in diesem Forum.

von Reinhard S. (rezz)


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AusRO schrieb:
> Ich war als Entwicklungsingenieur dort tätig.
> Welche Firma? Kathrein Rosenheim.

Nach den ersten 2 Absätzen hab ich bereits direkt daran gedacht :D

von Mark B. (markbrandis)


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VorurteileLassenGruessen schrieb:
> So sagen die Neider hinterher, weil sie sich sonst eingestehen müssten,
> warum niemand ihnen die Gelegenheit für den Aufstieg gab.

Das ist nicht der Punkt. Viele Ingenieure wollen gar nicht Karriere 
machen. Aber sie wollen gescheite Vorgesetzte haben. Daran hapert es 
leider in vielen Firmen.

von Mark B. (markbrandis)


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Stefan H. schrieb:
> Als hochqualifizierter, intrinsisch motivierter Ingenieur bist du doch
> mit anderen hochqualifizierten, intrinsisch motivierten Ingenieur sehr
> gut vernetzt, weil du dich in deiner Freizeit mit Modellbau, 3D-Druck,
> Linux, Freifunk usw. beschäftigst

Ich gehöre zu den Leuten, die sich privat mit völlig anderen Dingen 
beschäftigen als beruflich. Dieses Jahr habe ich zum Beispiel damit 
angefangen Tomaten anzupflanzen. Wenn man sich fünf Tage die Woche mit 
Technik beschäftigt, dann darf es nach Feierabend gerne auch mal was 
anderes sein.

> Dann frag doch einfach mal in deinem Bekanntenkreis herum.

Da gibt es zwar auch Ingenieure, aber eher in Richtung Maschinenbau, 
Chemieingenieurwesen und Biotechnologie. Embedded Software macht da 
keiner.

von VorurteileLassenGruessen (Gast)


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Mark B. schrieb:
> Das ist nicht der Punkt. Viele Ingenieure wollen gar nicht Karriere
> machen.

Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Wenn jemand das Angebot bekam, 
wurde es extrem selten abgelehnt. Manche haben die höhere Position nicht 
gepackt, sind zurück auf die alte Position und erzählen seit dem dass 
sie gar keine Karriere machen wollen. Richtig wäre: Nicht können.

Viele würden sofort Karriere machen wollen, aber nicht den Schritt zum 
Teamleiter oder Projektleiter sondern direkt Abteilungsleiter werden, 
weil sie wissen dass die Zwischenstufe nur etwas mehr Geld aber viel 
mehr Arbeit bedeutet. Beim Abteilungsleiter ist es dann viel mehr Geld 
und viel mehr Arbeit. Ohne den Zwischenschritt geht es aber nur selten. 
Darum reden sie sich ein keine Karriere machen zu wollen.

von Granny Fanny Nesselrode (Gast)


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Mark B. schrieb:
> Viele Ingenieure wollen gar nicht Karriere
> machen. Aber sie wollen gescheite Vorgesetzte haben. Daran hapert es
> leider in vielen Firmen.

Naja das offenbart aber auch ein Problem mancher deutscher Ingenieure - 
die Angst vor der eigenen Verantwortlichkeit und mangelnde Courage.

Der Vorgesetzte ist eben kein Lehrmeister sondern lediglich ein 
Organisator. Wenn der Vorgesetzte keine gescheiten Vorschläge machen 
kann wie man zu diesem problem eine Lösung schafft dann muss der 
Ingineire selbst Lösungen entwickeln und die best-üassende Umsetzen. 
Denn dafür hat er mehrere Jahre studiert und bildet sich auch sonst 
weiter.
--
Bei Kathrein hätten auch gescheite Vorgesetzte es nicht richten können, 
der Antennenmarkt  reicht nicht für die Heerscharen an Ingenieuren die 
dort rumliefen. Der harte Schnitt hätte früher kommen müssen, aber er 
wäre auf jedem Fall gekommen. Bei Münchner Nachbarunternehmen R&S hat 
man diesen Schnitt getan und die Mitarbeiter von den Business Units mit 
wenig Zukunft (bspw. TV-Sender) in die mit Zukunft (Automated Test 
Equipment) gesteckt.

von Senf D. (senfdazugeber)


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VorurteileLassenGruessen schrieb:
> Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Wenn jemand das Angebot bekam,
> wurde es extrem selten abgelehnt.

Das ist sehr einfach zu erklären. Wer nicht bereits weit vorher diesen 
Weg eingeschlagen hat und auch Wille und Bereitschaft für eine 
Führungsposition gezeigt hat, wird sehr wahrscheinlich erst gar nicht in 
Betracht gezogen und gefragt.

Nein, es will definitiv nicht jeder Chef werden, nur weil es dann mehr 
Geld gibt. Genauso wenig wie auch nicht jeder Pilot oder Chefarzt werden 
will. Es gibt auch noch so etwas wie die eigene Persönlichkeit, die zum 
Beruf passen muss.

Beitrag #6510177 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Senf D. (senfdazugeber)


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Keiner hat mir was zu sagen schrieb im Beitrag #6510177:
> ich will chef werden, weil mein charakter so ist.

Das mag ja sein (wobei das schon recht trollig klingt). Aber ja, es gibt 
natürlich Leute, die sich nicht unterordnen können, die auch nicht 
vernünftig innerhalb eines Teams arbeiten können. Ob die dann 
ausgerechnet gute Chefs sind, lasse ich jetzt mal dahingestellt.
Jedenfalls gibt es dann logischerweise auch den anderen Typ Mensch, der 
gerne eine Richtung vorgegeben bekommt und nicht selbst weitreichende 
Entscheidungen treffen möchte.

Führungskraft zu sein, hat aber noch einen anderen Aspekt: Wer zum 
Beispiel leidenschaftlicher Ingenieur oder Informatiker ist, der wird 
als Führungskraft nur noch administrative Tätigkeiten ausüben und 
natürlich seine Mitarbeiter "betreuen"; mit der Technik hat derjenige 
praktisch gar nichts mehr am Hut. Das kann  man mögen, muss man aber 
nicht.

von Denk ich an DL in der Nacht....... (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Führungskraft zu sein, hat aber noch einen anderen Aspekt: Wer zum
> Beispiel leidenschaftlicher Ingenieur oder Informatiker ist, der wird
> als Führungskraft nur noch administrative Tätigkeiten ausüben und
> natürlich seine Mitarbeiter "betreuen"; mit der Technik hat derjenige
> praktisch gar nichts mehr am Hut. Das kann  man mögen, muss man aber
> nicht.

Zitat "Herrhausen, Alfred":

Führung muß man wollen.
Wer sich selbst nicht zu führen versteht, kann auch andere nicht führen.

Seit der 1989 ermordet wurde gibt es in den höchsten Führungsetagen der 
deutschen Industrie nur noch narzistische, egoistische und 
opertunistische kranke Seelen.

von AVR (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Das ist sehr einfach zu erklären. Wer nicht bereits weit vorher diesen
> Weg eingeschlagen hat und auch Wille und Bereitschaft für eine
> Führungsposition gezeigt hat, wird sehr wahrscheinlich erst gar nicht in
> Betracht gezogen und gefragt.
>
> Nein, es will definitiv nicht jeder Chef werden, nur weil es dann mehr
> Geld gibt. Genauso wenig wie auch nicht jeder Pilot oder Chefarzt werden
> will. Es gibt auch noch so etwas wie die eigene Persönlichkeit, die zum
> Beruf passen muss.

+1

von Percy N. (vox_bovi)


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Denk ich an DL in der Nacht....... schrieb:
> Seit der 1989 ermordet wurde gibt es in den höchsten Führungsetagen der
> deutschen Industrie nur noch narzistische, egoistische und
> opertunistische kranke Seelen.

Und erst einmal die Orthographie ...

Beitrag #6514498 wurde von einem Moderator gelöscht.
von H. B. (Gast)


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AusRO schrieb:

> Ich habe das so mitgemacht. Eine Firma, wo die Geschäftsleitung völlig
> unfähig und überfordert war den Betrieb zu führen.
> In der Geschäftsleitung galt nur noch, mitnehmen was geht.
> Die Firma wurde dann aufgeteilt und Teile davon verkauft.

> Ich war als Entwicklungsingenieur dort tätig.
> Welche Firma? Kathrein Rosenheim.
>

Da hast du wirklich Recht!
War aber schon lange abzusehen dass das nicht gut gehen würde.
AKjun. völlig grössenwahnsinnig, Unternehmen wurden so verschachtelt 
dass keiner mehr einen Durchblick hatte und Verluste gerade noch legal 
(oder auch nicht) vertuscht werden konnten.
Dabei halfen natürlich seine "Spezeln" aus der Politik ganz bereitwillig 
mit, weil man das nicht umsonst machen musste ;)
AKK wurde dann ins eiskalte Wasser geworfen - keinerlei Erfahrung - 
keine Ahnung von den Machenschaften des alten?!?! - aber da war sowiso 
schon alles zu spät.

von Sammerlein (Gast)


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Achso, die im Betrieb nehmen vielleicht Drogen? Enschuldige Ben, hatte 
ich falsch verstanden

Beitrag #6534681 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Der schreckliche Sven (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Es gibt auch noch so etwas wie die eigene Persönlichkeit, die zum
> Beruf passen muss.

Andersrum ist richtig: Der Beruf muß zur Persönlichkeit passen.

Beitrag #6534983 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6534989 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Ben S. (bensch123)


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In meiner Firma herrscht das pure Chaos. Keine Lastenhefte, keine 
Planung, lauter hippe Tools, Kicker, etc ... hauptsache ich werde 
bezahlt - aber ich werde voraussichtlich noch dieses Jahr endgültig 
Informatik an den Nagel hängen und beruflich damit nichts mehr zu tun 
haben.

Der schreckliche Sven schrieb:
> Andersrum ist richtig: Der Beruf muß zur Persönlichkeit passen.

Das stimmt. Ich habe den Fehler gemacht und mich zuwenig mit meinen 
wahren Interessen beschäftigt - und dann den falschen Beruf gelernt.

Das Bo schrieb im Beitrag #6534983:
> Corona wird uns alle umbringen!

Also mich vermutlich nicht, denn in meiner Altersklasse sind in 
Deutschland bisher erst < ~70 an oder mit Corona verstorben. Daher 
brauche ich auch keine Impfung. Erst recht nicht, wenn ich dadurch 
andere nicht schütze.

: Bearbeitet durch User
von StammtischCrasher (Gast)


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Ben S. schrieb:
> In meiner Firma herrscht das pure Chaos. Keine Lastenhefte, keine
> Planung, lauter hippe Tools, Kicker, etc ... hauptsache ich werde
> bezahlt - aber ich werde voraussichtlich noch dieses Jahr endgültig
> Informatik an den Nagel hängen und beruflich damit nichts mehr zu tun
> haben.

Glückwunsch. Was machst dann den lieben langen Tag?

Beitrag #6535872 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Reinhard S. (rezz)


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Ben S. schrieb:
> Der schreckliche Sven schrieb:
>> Andersrum ist richtig: Der Beruf muß zur Persönlichkeit passen.
>
> Das stimmt. Ich habe den Fehler gemacht und mich zuwenig mit meinen
> wahren Interessen beschäftigt - und dann den falschen Beruf gelernt.

Kann man nicht auch sagen, das sich die Interessen verschoben haben? 
Wärst ja nicht der erste Mensch damit.

> Also mich vermutlich nicht, denn in meiner Altersklasse sind in
> Deutschland bisher erst < ~70 an oder mit Corona verstorben. Daher
> brauche ich auch keine Impfung. Erst recht nicht, wenn ich dadurch
> andere nicht schütze.

Vielleicht bist du ja Nr. 70? Biologie ist nicht so wählerisch.

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