Forum: Haus & Smart Home Potentialausgleich Netzwerkschrank


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von Christopher J. (christopher_j23)


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Ich möchte mir im Keller ein kleines 19"-Wandgehäuse hinhängen, um dort 
zentral Patchpanel, Switch, Kabel-Modem, etc. unterzubringen.

Mit welchem Kabel kann bzw. darf ich vom Verteilerkasten, der ca. 6m 
entfernt steht die Schiene erden? Muss das zwingend Mantelleitung sein? 
Spricht etwas dagegen, diese Leitung zusammen mit den Netzwerkkabeln in 
einen Kabelkanal zu legen (ist ja prinzipiell nicht spannungsführend)?

Vom Gefühl hätte ich jetzt einfach H07V-K Aderleitung mit 10mm² genommen 
(d.h. Litze) und die mit den Netzwerkkabeln im Kabelkanal verstaut.

von Marx W. (Gast)


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Geht so in Ordnung!

von Roland E. (roland0815)


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Der Mantel ist beim PE in erster Linie UV-Schutz. Ansonsten gilt : 
Netzanschluss braucht doppelte Isolierung. Der PE zählt dazu.
Wenn du die Aderleitung schon hast, schieb Schrumpfschlauch drüber. Im 
Kabelkanal braucht es k uU eine doppelte Isolierung, der Kanal zählt ggf 
als solche.

: Bearbeitet durch User
von Andre (Gast)


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Christopher J. schrieb:
> die Schiene

Hast du einen Potentialausgleich in dem Wandgehäuse? Dann würde ich den 
mit 6 oder 10mm² ans Gebäude anbinden und von dort mit 4mm² zu den 
Patchfeldern.
H07V-K im Kanal geht dafür in Ordnung, das liegt geschütz im Kanal und 
braucht dann keinen zusätzlichen Mantel.

von Christopher J. (christopher_j23)


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Danke schonmal für die zahlreichen Antworten.

Roland E. schrieb:
> Der Mantel ist beim PE in erster Linie UV-Schutz. Ansonsten gilt :
> Netzanschluss braucht doppelte Isolierung. Der PE zählt dazu.

Das mit dem Mantel ist schon mal gut zu wissen. Ist es aber nicht so, 
dass ein Netzanschluss grundsätzlich nicht in einem Kabelkanal mit 
Netzwerkkabeln liegen darf? Ich dachte eben, dass ein einzelner PE, der 
nur als PA wirkt, eben gerade nicht als Netzanschluss zählt und dadurch 
auch mit in den Kanal darf.

Andre schrieb:
> Hast du einen Potentialausgleich in dem Wandgehäuse? Dann würde ich den
> mit 6 oder 10mm² ans Gebäude anbinden und von dort mit 4mm² zu den
> Patchfeldern.

Noch habe ich den nicht, werde mir den aber ganz sicher "gönnen", da das 
Gehäuse mit 12HE auch reichlich Platz bietet. Das mit 10mm² zur 
Anbindung am Gebäude hatte ich anderswo als Empfehlung gelesen. 
Wahrscheinlich kaufe ich mir einfach 10m davon und mache damit einfach 
alles. Dann spare ich mir doppelt Kabel kaufen zu müssen. Der 
Preisunterschied zwischen 6mm² und 10mm² ist bei 10m jetzt auch nicht 
gerade rießig ;)

von Roland E. (roland0815)


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Wenn du es eh kaufen musst, nimm es gleich mit Mantel. Das liegt in 
jedem Baumarkt.

von Christopher J. (christopher_j23)


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Im Baumarkt gibt es als Mantelleitung halt nur NYM-J mit starrer Ader, 
keine Litze. Daher die Frage ob ich den Mantel denn überhaupt zwingend 
benötige.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Was ist das Problem an einer starren Ader?

Natürlich geht auch Litze ohne äußeren Mantel.

Potentialausgleich dürfte man sogar blank verlegen.

von Sebastian S. (amateur)


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Zu meiner Zeit konnte die Erdungsleitung auch blank sein.
Natürlich nur, wenn sie auch das "richtige" Potential hat.
Ist sie nicht massiv, so kann es aber angenehmer sein.

Beitrag #6476969 wurde vom Autor gelöscht.
von Manuel X. (vophatec)


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Auch der PA hat eine Schutzfunktion und MUSS entweder durchgehend oder 
mindestens an den Anschlußstellen, dauerhaft grün-gelb markiert sein.

Aber das nur am Rande.

von Christopher J. (christopher_j23)


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Sven L. schrieb:
> Was ist das Problem an einer starren Ader?

Für den Weg vom Verteilerkasten zum Netzwerkschrank ist das weniger das 
Problem aber die Geräte im Netzwerkschrank selbst, die schließe ich dann 
doch lieber flexibel an. Wollte halt gerne (nach Möglichkeit) einen 
Leiter für alles.

Habe jetzt selbst noch ein bisschen recherchiert und bin auf folgende 
Quelle gestoßen:
https://www.elektropraktiker.de/ep-2000-01-50-52.pdf

Darin steht, bezugnehmend auf VDE 0100-540:
- Schutzpotentialausgleich muss mindestens 6mm² Kupfer-Querschnitt haben
- darf als Mantelleitung, Aderleitung oder sogar blank verlegt werden 
und zwar auf, im und unter Putz
- darf als Aderleitung nur grün-gelb sein, Mantelleitung muss grün-gelbe 
Ader bzw. grün-gelbe Markierungen an den Enden haben
- darf in Kabelkanälen oder Kabelträgersystemen verlegt werden, muss 
aber nicht

In einer anderen Quelle hatte ich noch gelesen, dass laut VDE eindeutig 
zwischen Schutzleiter (PE) und Schutzpotentialausgleich unterschieden 
wird, weshalb man den PA eben sogar blank verlegen darf, einen PE aber 
nicht.

Für mich ist die Sache jedenfalls soweit klar und ich mache das jetzt 
einfach mit 6mm² H07V-K, die dann mit den Netzwerkkabeln zusammen in den 
Kabelkanal kommt. Selbige Leitung verwende ich dann einfach auch 
innerhalb des Netzwerkschranks für die einzelnen Geräte.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Achso verstehe. Dachte es ginge nur um den Anschluss des Gehäuses, in 
dem im Regelafall ein entsprechender Stehnbolzen ist.

von Reinhard S. (rezz)


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Christopher J. schrieb:
> Sven L. schrieb:
>> Was ist das Problem an einer starren Ader?
>
> Für den Weg vom Verteilerkasten zum Netzwerkschrank ist das weniger das
> Problem aber die Geräte im Netzwerkschrank selbst, die schließe ich dann
> doch lieber flexibel an.

Wenn der Schrank geerdet ist "holen" sich die Geräte ihre Erdung 
eigentlich über die 19"-Befestigung, falls überhaupt nötig. Jeden Einbau 
noch seperat erden ist höchst ungewöhnlich.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Ja und Nein.

Bei vielen Patchpanelen ist eine Erdungsbrücke dabei.

Ob man über die Käfigmuttern wirklich eine saubere Erdung hinbekommt, da 
könnte man streiten und müsste messen.

Klar bei so FlexRack vob Rittal da war das einfacher...

von Christopher J. (christopher_j23)


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Bei dem Schrank handelt es sich um ein 12 HE-Wandgehäuse von Digitus 
(DN-19 12U-6/6-SW). Das Teil erfüllt sicherlich seinen Zweck aber hat 
die typischen "China-Probleme", wenn es um die Erdung geht, d.h. etwa 
geschlossene und damit isolierende Pulverbeschichtung in dem Bereich, wo 
das Gehäuse geerdet werden sollte, d.h. da werde ich mich schlicht und 
einfach nicht drauf verlassen.

Entweder erde ich nur die Montageschienen, wenn ich merke, dass das gut 
funktioniert und andernfalls bekommt jedes Gerät seine eigene Erdung. 
Ich will aber auf jeden Fall vermeiden, dass der Potentialausgleich 
einzig und allein über den Schirm der Netzwerkkabel erfolgt. Da bekommt 
man unter Umständen wirklich böse Überraschungen.

von Nanu (Gast)


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Das was Du hast ist eine ortsunveränderliche Installation eines 
Metallschrankes.

Anbindung direkt über 16 mmmx2 Potentialausgleichsschiene.

Das hat mit der Netzspannung übrigens nichts zu tun!

Im Schrank muss ein zentraler Erdungspunkt installiert werden der 
sternförmig mit allen Metallteilen verbunden werden muss.

Die Netzspannung versorgt nur die elektrischen Komponenten. In der Regel 
mit SK2.

Netzwerkkabel und Stromversorgungskabel sind immer räumlich zu trennen.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Christopher J. schrieb:
> Entweder erde ich nur die Montageschienen, wenn ich merke, dass das gut
> funktioniert und andernfalls bekommt jedes Gerät seine eigene Erdung.
> Ich will aber auf jeden Fall vermeiden, dass der Potentialausgleich
> einzig und allein über den Schirm der Netzwerkkabel erfolgt. Da bekommt
> man unter Umständen wirklich böse Überraschungen.

Leg halt eine Zahnscheibe zw. Panel und Gehäuse.

von Nerd (N=H) (Gast)


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Damit kommst du nicht weit und ist auch großer Käse!

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