Forum: Haus & Smart Home "Kleine" Solaranlage + große Menge Akkus/Batterien


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von Wilfred M. (wilfred09)


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Hallo.

Seit ich im letzten Frühling einen Pool gekriegt habe, habe ich mich ein 
bisschen um "kostenlosen" Strom gekümmert, um auch die Heizung zu 
betreiben.

Ich habe ein 30W Solar-Panel geholt, einen einfachen Laderegler 
(typisches China-Ding von Amazon, 12V / 20A), ein paar Schläuche, eine 
12V / 10W Pumpe und eine Solar-Matte. Dazu hatte ich noch eine alte 12V 
4Ah Roller-Batterie.
Alles zusammen gebaut und schon hatte ich eine Heizung, die zwar nur 
Tagsüber heizt, mich aber kein Unterhalt kostet ^^

Dazu habe ich eine ganz einfache, kleine Schaltung mit Relais gebaut, 
die die Pumpe nur dann laufen lässt, wenn die Sonne auf die Matte 
scheint. Sonst lohnt sich ja der Energieverbrauch gar nicht erst ;)
Das Blöde war nun, dass das Panel tagsüber bei guter Sonne nicht genug 
Energie erzeugt hat, um die Pumpe zu betreiben (nochmal: 30W Panel vs 
10W Pumpe ... so viel zu Herstellerangaben).
D.h. die Pumpe hat mir bei 3-4h Betriebszeit die Batterie auf 10V runter 
gezogen.

Mein "Trick 17" war nun: das Panel lädt auch bei geringer 
Sonneneinstrahlung, auch ohne dass die Pumpe läuft. Wenn ich also mehr 
Kapazität hätte, würde mich die geringe Leistung des Panel recht wenig 
stören.

Und da kam ein Freund ins Spiel, dessen Firma USV-Anlagen verbaut.
Die entsorgen "blind" alte Batterie-Packs, wenn die neue Einbauen.

Ich habe also einige davon gekriegt, die schon Wochen in deren Lager 
standen. Habe diese dann "zerpflückt" in einzelne Batterien und jede mit 
einer einfachen 12V Lampe + Multimeter geprüft.
Jede, die nicht spontan min. 11V hatte ging wieder in den Müll 
(selbstverständlich nicht in die Haustonne, sondern fach-gerecht 
entsorgt).

Nun habe ich also knapp 60 Batterien mit 12V und 3Ah.
4 davon parallel haben mir im Herbst ausgereicht, damit die Pumpe quasi 
ununterbrochen laufen kann.
Jetzt scheint es mir nicht besonders pfiffig alle Betterien einfach nur 
Parallel anzuschließen.
Gibt es da eine Sinnvolle Lösung für, oder ist das einfach eine zu große 
Menge für nur ein Panel mit einem Laderegler?

von EsIstSpät (Gast)


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Du hast den Flaschenhals doch bereits gefunden - es ist das Solarpanel, 
welches unterdimensioniert ist. Daher ist es nicht sinnvoll die 
Batteriekapazität zu erhöhen.

Die Pumpe sollte in Abhängigkeit des Tageslichts & des Ladestands der 
Batterien laufen.

von EsIstSpät (Gast)


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Nachtrag:
Tageslicht ist der falsche Terminus. Sonneneinstrahlung wäre besser. 
Also den Ladestrom des Solarpanels und die Batteriespannung messen.

von MaWin (Gast)


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Wilfred M. schrieb:
> Gibt es da eine Sinnvolle Lösung

Da du (im Sommer) IMMER genau dann den Pool heizen willst durch 
durchpumpen von Wasser durch den Solarkollektor wenn die Sonne scheint, 
und nie Nachts oder an Regentagen, kannst du deinen Akku eieder 
entsorgen.
Es reicht, zu pumpen, wenn das Solarpanel genug Strom für den 
Pumpenmotor liefert. Dafür muss das Solarpanrl dann halt ausreichen, 
eventuell schaltest du ein zweites parallel.

von Roland E. (roland0815)


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Die Bleigelakkus sind bei Zyklenbetrieb wie in einer Solaranlage in 
einem Jahr Schrott.

von auf 1.21GigaAmpere hochskillen! (Gast)


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Wilfred M. schrieb:
> 30W Panel vs 10W Pumpe ... so viel zu Herstellerangaben)

Ja was schreibt denn der Pumpenhersteller zum Anlaufstrom?

von Andreas M. (amesser)


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Wilfred M. schrieb:
> Jetzt scheint es mir nicht besonders pfiffig alle Betterien einfach nur
> Parallel anzuschließen.

Warum nicht? Ist das einfachste und Du brauchst keine Extrasachen. Ich 
würde als erstes mal deine Schaltung überarbeiten. So ein Relais braucht 
auch nicht gerade wenig Strom, ein Mosfet wäre sinnvoller.

Ich denke die Pumpe muss auch nicht ständig an sein. Jede 15 Minuten für 
5 Minuten an reicht vermutlich.

Beim Zusammenschalten der Akkus solltest Du auf die Selbstentladungsrate 
achten. Umso mehr man zusammenschaltet, um so höher ist der Strom zur 
Ladeerhaltung, das wird gerade im Winter interessant.

Denke dran, dass Bleiakkus die einfach nur so rumstehen sich selbst 
Entladen und dann kaputt gehen. Je nachdem wie lange die bei Dir also 
schon rumliegen könnte der Rest schon hinüber sein.

Edit: Rechtschreibung

: Bearbeitet durch User
von Wilfred M. (wilfred09)


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Hallo und vielen Dank für alle Tipps.

Aber der Reihe nach:

EsIstSpät schrieb:
> Du hast den Flaschenhals doch bereits gefunden - es ist das Solarpanel,
> welches unterdimensioniert ist. Daher ist es nicht sinnvoll die
> Batteriekapazität zu erhöhen.
>
> Die Pumpe sollte in Abhängigkeit des Tageslichts & des Ladestands der
> Batterien laufen.

In Anbetracht beider Bedingungen macht es eben doch sinn die Kapazität 
zu erhöhen, denn die Batterien werden auch bei geringer 
Sonneneinstrahlung geladen. Die Pumpe läuft aber nur, wenn die sonne 
"voll drauf knallt".
D.h. wenn der Puffer entsprechend groß ist, kann ich die Energiequelle, 
welche in der Spitzenleistung(!) kleiner als der Verbraucher ist, 
ausgleichen.
Hat sich in der Praxis ja auch bewährt.

MaWin schrieb:
> Da du (im Sommer) IMMER genau dann den Pool heizen willst durch
> durchpumpen von Wasser durch den Solarkollektor wenn die Sonne scheint,
> und nie Nachts oder an Regentagen, kannst du deinen Akku eieder
> entsorgen.

Das ist ja die eine (logisch bessere) Art, die ich erreichen wollte.
Da nun aber das vorhandene Solarpanel nicht ausreicht, kann ich doch an 
Regentagen den Strom "sammeln und zwischenspeichern" um dann wieder bei 
guter Sonneneinstrahlung ein Teil aus dem Panel und ein Teil aus den 
Batterien zu ziehen.

Roland E. schrieb:
> Die Bleigelakkus sind bei Zyklenbetrieb wie in einer Solaranlage in
> einem Jahr Schrott.

Das bezweifle ich.
Die Zellen laufen auch zyklisch in den USV Anlagen.
Selbst auf den Batterien direkt ist eine Lade-Empfehlung für 
Zyklusbetrieb aufgedruckt.

auf 1.21GigaAmpere hochskillen! schrieb:
> Ja was schreibt denn der Pumpenhersteller zum Anlaufstrom?

Natürlich nichts. Typisch China-Knaller.

Andreas M. schrieb:
> Warum nicht? Ist das einfachste und Du brauchst keine Extrasachen.

Es wird in viele Beiträgen (auch hier im Forum) davon abgeraten.
Einerseits wird gesagt, dass man extrem Aufpassen muss, da ein 
Kurzschluss dann quasi ALLE Batterien kills.
Andererseits kann eine defekte Batterie alle anderen mit in den Tod 
reißen.
Ich habe gehofft es gäbe eine Art Schaltung "wenn Pack A voll, schalte B 
dazu" und "Wenn (A+B) voll, schalte C dazu) usw. Sodass quasi ein leeres 
Pack vom Rest des Systems "abgekoppelt" wird, solange eine Entladung 
statt findet.

> ein Mosfet wäre sinnvoller

Gute Idee. Das setze ich um. Habe noch einige dicke im Sortiment sinnlos 
rum liegen.

> Denke dran, dass Bleiakkus die einfach nur so rumstehen sich selbst
> Entladen und dann kaputt gehen.

Das war auch der Grund, warum ich die Packs erst zerlegt und erst einige 
Zeit später gemessen habe. So konnte ich die Zellen, die quasi sofort 
die Ladung verlieren gleich aussortieren.
Aber auch aktuell habe ich die Packs an der Zelle stehen und klemme 
wöchentlich eine nach der anderen zum Laden an.

von Helge (Gast)


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Ich würd die Akkus parallel lassen. Aber: Jedem Akku eine kleine 
Sicherung spendieren z.B. 0,5A, damit das sicher wird. Bei Zellenschluß 
in einem Akku löst dann die Sicherung aus.

Die 30W des Panels, wenn die stimmen, kommen bei genau senkrechter 
Bestrahlung bei klarer Sicht raus. Haste fast nie. Anlage beim Kunden 
von mir hat 12kW Panels aufm Dach in 2 Ausrichtungen, damit kommt der 
Inverter einige Zeit ungefähr an seine 7kW ran, wenns klar ist. Der Bau 
erlaubt keine optimale Ausrichtung. -> Verwende 2. Panel, eins auf 
vormittags senkrecht zur Sonne ausrichten und eins auf nachmittags.

von Hennes (Gast)


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Hallo

Wilfred M. schrieb:
> Die Zellen laufen auch zyklisch in den USV Anlagen.
> Selbst auf den Batterien direkt ist eine Lade-Empfehlung für
> Zyklusbetrieb aufgedruckt.

Grau ist alle Theorie - zum Glück dürfte eine USV Anlage nur selten 
wirklich in Aktion treten müssen und die Batterien werden in den meisten 
Fällen wohl irgendwas zwischen 0 und vielleicht 5 Zyklen erfahren haben 
bevor sie turnusmäßig gewechselt werden.
Schau dir mal das (die) Datenblatt der jeweiligen Batterie (eventuell 
der Serie) an.
Wie so ein Zyklus aussieht den der Hersteller "vorgesehen" hat hat 
leider oft wenig mit dem Gemein was dir und auch mir eigentlich 
vorschwebt und gefallen würde.
Selbst gute "zyklenfeste" Bleiakkus sind nicht wirklich so Zyklen fest 
so wie zumindest ich es mir wünschen würde - sie sind halt "nur" nicht 
so katastrophal mies wie die "billigen" (leider nur von der technischen 
Qualität und nicht von Preis her) Starterbatterie.
Oft sind die Entladeströme und Entladeschlussspannungen weit davon weg 
was man sich wünschen würde bzw. wenn man die "schönen" (und technisch 
auch problemlos möglichen) Wunschwerte nutzt sinkt die nutzbare 
Zyklenzahl heftig ab - gute Hersteller geben das wenigstens an - 
allerdings selten direkt auf der ersten Seite...

Hennes

von Roland E. (roland0815)


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Panasonic BleiGel halten bei Nutzung von mehr als 50% Kapazität etwa 100 
Zyklen. Dann bekommt man nicht mal mehr die 50% rein/raus.

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Heiz doch mit der Sonnenwärme statt mit "Sonnenstrom".

bereits auf dem Rasen ausgelegter Schlauch
ist im Sonnenlicht wirkungsvoller als PV.

Und durch diesen Schlauch pumpst du dann das Wasser.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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● Des I. schrieb:
> Heiz doch mit der Sonnenwärme statt mit "Sonnenstrom".

Wohl nicht den ersten Post gelesen?

Wilfred M. schrieb:
> eine 12V / 10W Pumpe und eine Solar-Matte.

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