Antimodes schrieb:
> Vielleicht findet der eine oder andere "Analog-Guru" ja die Zeit und
> erklärt mir die Sache.
Na ja....Analog.Guru....?
Auf jeden Fall kann ich versuchen, Dir die Schaltung zu erklären. Das
ist ja eigentlich das Wichtigste für eine erfolgreiche Dimensionierung.
* Du kennst die Schwingbedingung von Barkhausen? Die muss man erfüllen
bzw. prüfen, ob bzw. wann diese erfüllt ist. Dazu muss man die
Schleifenverstärkung (loop gain) untersuchen.
* Und das ist bei dieser Schaltung (eigentlich eine Variante vom
Colpitt-Osz., die man auch Clapp-Oszillator nenent) etwas problematisch,
da man nicht ohne weiteres sieht, dass die Schleifenverstärkung größer
als "1" werden kann. Dazu dienen die - für mich etwas umständlich
anmutenden - langwierigen Erklärungen im Video zur Funktion des
"umgedrehten" Spannungsteilers.
* Jetzt kommt ein Trick: Masse-Verschiebung. Die Festlegung eines
gemeinsamen Bezugs-Potentials (Masse) ist eine willkürliche
Entscheidung, die auch geändert werden kann, ohne die Funktiuon der
Schaltung zu beeinflussen (man muss ja nicht auf ein masse-bezogenes
Eingangssignal Rücksicht nehgmen).
Das ganze nennt sich "virtual ground method". Und dann erscheint der
Transistor in Emitterschaltung mit einem Rückkopplungs-Netzwerk, dass
optisch erkennbar und gut zu verstehen ist.
* Vorgehensweise: Die NICHT signal-relevanten Teile und Zweige werden
erst einmal weggelassen (Betriebsspannung und Spannungsteiler an der
Basis). Dann wird der gemeinsame Massepunkt auf den Emitter gelegt.
Natürlich müssen alle Verbindungen unter den Bateilen erhalten bleiben.
Wenn man dann neu zeichnet, sieht man deutlich, dass der Transistor in
Emitterschaltung betrieben wird und der Kollektor über ein
Rückkopplungsnetzwerk an die Basis angeschlossen ist. Achtung: Der
Kollektor lag vorher (signalmässig) auch auf Masse. Also: Mit allen
Teilen verbinden, die vorher auch auf Masse lagen.
* Schaltung (nur signal-relevante Teile):
Emitterschaltung mit RE (vom Kollektor) nach Masse und Rückkopplung über
ein Tiefpass-Filter 3. Ordnung, wobei die Oszillatorfrequenz diejenige
ist, bei der das Filter 180 Grad phasendrehung erzeugt. Damit ist die
Schleifenverstärkung über die Transistorsteilheit gm und die
Parallelschaltung aus Widerstand und Rückkopplungs-Netzwerk leicht zu
berechnen.
(Ich kann mir die Bemerkung nicht verkneifen - einige werden sich
erinnern: Natürlich führt hier NUR der Ansatz des spannungsgesteuerten
Transistors zum Erfolg!)
Zum Tiefpass (Kettenleiter-Struktur):
r_out (BJT)-C2 nach Masse und vom Knotenpunkt L-C1 nach Masse. Die Mitte
zwischen C1 und L geht an die Basis. Die Induktivität L wird natürlich
durch den Quarz realisiert, denn weder Serien- noch Parallelresonanz
können die Schwingbedingug erfüllen.
(Wenn Du es nicht hinbekommst - die Umzeichnung - melde Dich!)
Literatur dazu (google): S. Alechno, Oscillators: A new look at an old
model.