Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik LED Lampe Reparatur


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von Max-Martin K. (zaby1990)


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Hallo mikrocontroller-community,

ich habe mich diese Woche geärgert, da ich vor 2 Jahren mehr auf Geld 
als auf Qualität geschaut habe. Eine von 2 baugleichen Deckenlampen ist 
leider ausgefallen und ist nicht mit einem wechselbaren Leuchtmittel 
ausgestattet. Also hab ich die Lampe mal auf gemacht und geschaut, was 
das Problem sein könnte.
Folgendes Fehlerbild stellt sich ein, wenn man die Lampe einschaltet:
- ein paar der LEDs beginnen zu glimmen (unterschiedlich stark), aber 
nicht alle

- seltsames Verhalten: wenn ich mit der Messspitze meines Multimeters 
oder mit der Hand etwas näher zur Platine komme, werden die LEDs heller.

Die Leiterbahnen sind unter dem Lack halbwegs erkennbar ich habe 
versucht die Schaltung zu erkennen und euch mit angehängt. Ich schließe 
nicht aus, dass ich mich versehen habe. Den roten Widerstand habe ich 
gemessen, die Verbindung zwischen GND und REXT sieht man nicht, ich 
schließe das aus der Messung.

Meine Gedanken dazu:
- Sicherung ist nicht defekt, Durchgang messbar, LEDs glimmen ja auch
- am Brückengleichrichterausgang (BT10S) mess ich mit der DC Messung des 
Multimeters 214V, und mit AC Einstellung 96V (Restwelligkeit?)

Die Bauteile, die verbaut sind, sind:
LED-Treiber: SM2082D 
https://datasheetspdf.com/pdf-file/934678/Linkage/SM2082D/1
Gleichrichter: 
https://pdf1.alldatasheet.com/datasheet-pdf/view/502436/HY/BT10S.html

Ich denke, dass der LED-Treiber defekt ist, aber das ist nur eine 
Vermutung. Für mich sieht es so aus, als würde zu wenig Strom über die 
LEDs fließen. Falls ein IC defekt ist, ist es aufwendig an Ersatz zu 
kommen, da ich bis jetzt keine Möglichkeit gefunden habe die ICs zu 
bestellen.
Habt ihr eine Idee, wie ich die Lampe am besten reparieren kann (wenn es 
überhaupt möglich ist).
Wenn nichts hilft, werde ich eine G9-Fassung reinklebe und eine 
230V-LED-Leuchtmittel nutze.

Vielleicht als Ursache für den Ausfall: Die Lampen im Flur werden durch 
ein Relais geschalten.

Wenn ihr noch irgendwelche Infos, Messwerte oder sonstiges braucht, 
liefere ich das gern nach.

Danke und viele Grüße
Zaby

von K. S. (the_yrr)


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Max-Martin K. schrieb:
> - am Brückengleichrichterausgang (BT10S) mess ich mit der DC Messung des
> Multimeters 214V, und mit AC Einstellung 96V (Restwelligkeit?)

Da ist absolut kein Kondensator verbaut, also einfach nur 
Sinus-Halbwellen mit 320V +- Spitze.


Mindestens die eingekreiste LED ist defekt. So ein schwarzer Punk ist 
ein eindeutiges Zeichen, dass die durchgebrannt ist. Wahrscheinlich 
werden auch die anderen in naher Zukunft durch zu viel Hitze sterben.

die beiden Widerstände werden wohl den Strom einstellen, die etwas 
vergrößern oder einen entfernen wird das Licht zwar dunkler machen, aber 
die Lebensdauer erhöhen. Die LED kann man eventuell überbrücken, wenn 
alle in Serie geschaltet sind. Ein scharfes Bild würde helfen.

Es gibt solche Module komplett mit Treiber und LEDs zu kaufen, zur 
Befestigung bräuchte man Wärmeleitkleber (oder Kleber in die Ecken und 
Wärmeleitpaste in der Mitte)

: Bearbeitet durch User
von Hmm (Gast)


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Haben sie dich auch drangekriegt ? Wir haben auch so eine 
Badezimmer-Deckenlampe gekauft, und es hiess immer "wir tauschen das 
Leuchtmittel wenn es kaputt ist in der Garantiezeit". Als es tatsächlich 
kaputt war bekamen wir aber eine ganze neue Lampe des gleichen Typs aber 
neuerer Revision mit geänderten Bohrlöchern in der Decke. Die macht 
jetzt übrigens auch schon Faxen ... und in die Decke bohren ist so 
übelst.

von ledlicht (Gast)


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Die LED in der Mitte der Platine ist defekt. Die hat ein schwarzes 
Pünktchen.
Die,Anderen werden aber wahrscheinlich auch bald soweit sein da ich 
fürchte, dass bei den billigen Leuchtmitteln die LED generell mit zu 
großem Strom betrieben werden. Ich habe hier mittlerweile eine ganze 
Serie MR16 Leuchtmittel von Müller Licht, welche eigentlich mal gelobt 
worden waren, jetzt aber reihenweise verrecken. Immer eine oder zwei 
LED-chips durch.

von Christian K. (1337_pl)


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du köntest den IC durch diese einfache konstantstromschaltung ersetzen. 
so als erste idee....

keine gewähr das das geht. habe nicht so genau geguckt was dieser ic 
macht.

im prinzip macht diese schaltung nichts anderes als das sie 
überschüssige spannung am oberen transistor verheizt um für einen 
konstanten strom zu sorgen der über I=UGS/R13 definiert wird. das heißt 
der transistor muss nur soviel spannungsfestigkeit haben wie maximal an 
ihm abfällt. wegen der zener diode wird sozusagen der obere transisor 
schon durchgeschaltet noch bevor sich eine bedrohliche spannung aufbauen 
kann. es empfiehlt sich für den unteren transistor z.b. einen darlington 
zu nehmen wie bc517.

von HildeK (Gast)


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Ich schätze mal, der rote Widerstand mit 10.9Ω existiert gar nicht, 
sondern das sind die beiden mit R160 und R330 bezeichneten. D.h. Pin 2 
ist links dieser beiden Widerstände angeschlossen - direkt am 
Minuseingang.
Das passt sowohl zum Datenblatt als auch zum Messwert: 16Ω||33Ω sind 
10.8Ω.

Wie schon erwähnt wurde, ist vermutlich eine LED defekt. Das Glimmen 
kommt von parasitären Kapazitäten, dadurch fließt ein sehr kleiner 
Strom, der aber die LEDs noch zum Leuchten bringt.

von Christian K. (1337_pl)


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deswegen habe ich sowas letzens selbst nachgebaut

ist relativ einfach gewesen. die platine habe ich beim china mann 
anfertigen lassen. 10 reihen á 18 leds, plus in der mittezwei smd ntc 
aufgelötet. platine wird versorgt von einem meanwell netzteil 15€ 48V 
mit spannungsregulation über poti.
über den ntc steuer ich einen transistor an der das poti kurzschließt. 
die temperatur habe ich auf 65°C eingestellt. die lampe hat noch einen 
kleinen radiallüfter der die luft durch die vias in der platine presst. 
die ganze geschichte reguliert sich also selbst. die maximale leistung 
bei 65°C und gegebener kühlung beträgt 100W auf 10x10cm

im nachhinein hätte ich das äusere poti zum regulieren nicht in reihe 
zum netzteilpoti schalten sollen, sondern die lüfterschwindigkeit 
regulieren, denn die leistung passt sich ja automatisch an....

leds 18 euro netzteil 15 euro, halbleiter paar euro, platine 2 euro, das 
stück rohr ca 3 euro, lüfter paar euro. lass es zusammen 50 euro sein 
und ich habe einen strahler der für immer hällt und dir ein zweites 
arschlohc einbrennen kann

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Solche kleinen LED Panels kann man sehr gut mit kleiner Wechselspannung 
und Vorwiderstand durchklingeln. Ich nehme dazu den Komponententester 
meines Oszis. Jede LED einzeln antippen - Ausreisser sind sofort 
sichtbar.

K. S. schrieb:
> So ein schwarzer Punk ist
> ein eindeutiges Zeichen, dass die durchgebrannt ist.

Jepp, das ist der 'Punkt des Todes' :-P

von Harald W. (wilhelms)


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Matthias S. schrieb:

> Solche kleinen LED Panels kann man sehr gut mit kleiner Wechselspannung
> und Vorwiderstand durchklingeln. Ich nehme dazu den Komponententester
> meines Oszis. Jede LED einzeln antippen - Ausreisser sind sofort
> sichtbar.

Normalerweise mägen LEDs aber keine "Rückwärtsspannung" über 5V!

von Max-Martin K. (zaby1990)


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Danke für euren Input!

> Die LED in der Mitte der Platine ist defekt. Die hat ein schwarzes
> Pünktchen.

Hm, das dacht ich auch, aber ich hab ganz kurz mit dem feuchten Finger 
gekratzt und der gelbliche Punkt war weg. Ich vermute, dass war eher ein 
kleiner Fliegenschiss als ein "ist durchgebrannt"-Fleck. Glimmt auch 
noch wie die meisten der andren.

> Es gibt solche Module komplett mit Treiber und LEDs zu kaufen, zur
> Befestigung bräuchte man Wärmeleitkleber (oder Kleber in die Ecken und
> Wärmeleitpaste in der Mitte)

Da wäre ich sehr über einen Link dankbar. Das jetzige Modul wird mit 
einem kleinen Plastik über der Platine gehalten. Wärmeleitpaste ist 
sparsam auf der Rückseite aufgebracht.

> Ich schätze mal, der rote Widerstand mit 10.9Ω existiert gar nicht,
> sondern das sind die beiden mit R160 und R330 bezeichneten. D.h. Pin 2
> ist links dieser beiden Widerstände angeschlossen - direkt am
> Minuseingang.
> Das passt sowohl zum Datenblatt als auch zum Messwert: 16Ω||33Ω sind
> 10.8Ω.

Und ich hatte 330||160 gerechnet und das augeschlossen. Danke für die 
Erleuchtung - ha, Wortwitz

> Wie schon erwähnt wurde, ist vermutlich eine LED defekt. Das Glimmen
> kommt von parasitären Kapazitäten, dadurch fließt ein sehr kleiner
> Strom, der aber die LEDs noch zum Leuchten bringt.

Ich verstehe, was du sagst, aber nicht genau wie das funktioniert. Dass 
du wahrscheinlich recht hast, zeigt sich, da sich die Helligkeit auch 
durch die NE-Situation am Gehäuse beeinflussen lässt Die LED mit dem 
vermeintlichen Punkt glimmt übrigens auch noch (s.o.).

> Die LED kann man eventuell überbrücken, wenn
> alle in Serie geschaltet sind. Ein scharfes Bild würde helfen.

Tut mir leid, bei den Lichtverhältnissen bekomm ich mit meinem Handy 
kein besseres hin. Aber es sieht für mich aus, als wären die LED alle in 
Reihe geschalten. Was ich dann wiederum nicht verstehe: Warum glimmen 
dann die LEDS ? Geht eine durchgebrannte LED auf Durchgang?

Danke nochmal für den Input, selbst, wenn die Lampe kaputt bleibt, hab 
ich immerhin etwas gelernt.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Harald W. schrieb:
> Normalerweise mägen LEDs aber keine "Rückwärtsspannung" über 5V!

Der Komponententester hat hier noch nie ein Bauteil zerstört.

Max-Martin K. schrieb:
> Geht eine durchgebrannte LED auf Durchgang?

Mal ja, mal nicht, mal flackert sie auch und ändert dabei dynamisch ihre 
Eigenschaften.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Was für ein Müll! Die Schaltung hat gar keinen Schutz gegen 
Spannungsspitzen. Die muss früher oder später kaputt gehen.

Da gibt es nichts ernsthaft zu reparieren, außer ein kompletter 
Austausch.

von Manfred (Gast)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Was für ein Müll! Die Schaltung hat gar keinen Schutz gegen
> Spannungsspitzen. Die muss früher oder später kaputt gehen.
>
> Da gibt es nichts ernsthaft zu reparieren, außer ein kompletter
> Austausch.

Immer diese bösen Spannungsspitzen, die jede zweite Minute auftauchen 
aber auch. Wenn ich nach diesem Forum gehe, den oberschlauen Tipps, 
müsste hier ständig etwas ausfallen.

HildeK schrieb:
> Das passt sowohl zum Datenblatt als auch zum Messwert: 16Ω||33Ω sind
> 10.8Ω.

Das gibt dann nach der Datenblattkurve etwa 50mA, ganz schön unverschämt 
für die kleinen LEDs. Ich zähle 26 LEDs, mal 3 Volt mal 50mA sind das 
3,9 Watt, passt zum Typschild. Dann bleiben gut 7,5 Watt Verluste am 
Längsregler - sowohl vom Wirkungsgrad als auch thermisch eine 
Katastrophe.

Nicht schlau werde ich auf Seite 4 des Datenblattes vom 2082 aus der 
Kurvenschar 'Iout VS Vout' - hat der Chinamann da etwa parallele Gruppen 
dran?

Max-Martin K. schrieb:
> mehr auf Geld als auf Qualität geschaut

Na immerhin klebt da ein deutscher Markenname drauf, Briloner Leuchten. 
Die schimpfen dann auf diese verfluchten Geizkunden, die zukünftig 
gleich Fernostware billig kaufen.

Max-Martin K. schrieb:
>> Wie schon erwähnt wurde, ist vermutlich eine LED defekt.
> Ich verstehe, was du sagst, aber nicht genau wie das funktioniert.

Warum so unbeholfen? Mit einem Netzteil plus Widerstand erstmal Stück 
für Stück die LEDs testen, schwierig ist das nicht. Ich würde es mit dem 
Labornetzgerät machen, wer das nicht hat, nimmt 5V (USB-Lader) in Reihe 
100 Ohm oder 12 V in Reihe mit 470 Ohm - in beiden Fällen ergeben sich 
ungefähr 20 mA.

> Wärmeleitpaste ist sparsam auf der Rückseite aufgebracht.

Das ist richtig: Wärmeleitpaste ist ein schlechter Wärmeleiter, die soll 
nur Unebenheiten im Bereich weniger µm überbrücken, gehört keinesfalls 
vollflächig dick drauf.

von Jens G. (jensig)


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>für Stück die LEDs testen, schwierig ist das nicht. Ich würde es mit dem
>Labornetzgerät machen, wer das nicht hat, nimmt 5V (USB-Lader) in Reihe
>100 Ohm oder 12 V in Reihe mit 470 Ohm - in beiden Fällen ergeben sich
>ungefähr 20 mA.

Nicht mit 12V - das mögen die LEDs nicht, wenn verkehrt herum damit 
beaufschlagt.

von Hubert M. (hm-electric)


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Hmm schrieb:
> und in die Decke bohren ist so
> übelst.

Warum?

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Hubert M. schrieb:
> Warum?

Ich kann mit Hubert mit empfinden.

Unsere Decke besteht scheinbar aus Strohmatten. Da hält gar nichts dran 
- außer man trifft in 10cm Tiefe zufällig einen tragenden Balken.

: Bearbeitet durch User
von Max-Martin K. (zaby1990)


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Also schonmal mehrere "Lessons Learned" heute:

zuerst was euch freuen wird, ihr hattet natürlich recht.

Manfred schrieb:
> [...] erstmal Stück für Stück die LEDs testen, schwierig ist das nicht.
> [...] 12 V in Reihe mit 470 Ohm [...] ungefähr 20 mA.

Gesagt getan, es war eine LED defekt. (Ich hatte auch recht, es war 
nicht die mit dem Fliegenschiss.) Die hab ich auch schon rausgelötet 
und, soweit ich das testen konnte, habe ich nicht mehr Schaden 
angerichtet als bereits vorhanden war.

blöde Frage, was nun? Wenn ich das richtig verstehe sorgt der IC für 
konstanten Strom. Wenn ich die fehlende LED überbrücke geht die Lampe 
wieder aber das "Problem" mit dem zu hohen Strom besteht immer noch. 
Wenn ich den 33Ohm Widerstand entferne sollte der Strom sinken. Aber 
wieviel? Wenn die Lampe deutlich dunkler ist, wird das im Flur auch 
dezent mistig aussehen. Die Energieeffizienz ist nicht so relevant, die 
ist nicht so oft an. Durch die Reparatur ist die Umweltbilanz trotzdem 
besser ;-)

Manfred schrieb:
> Immer diese bösen Spannungsspitzen, die jede zweite Minute auftauchen
> aber auch. Wenn ich nach diesem Forum gehe, den oberschlauen Tipps,
> müsste hier ständig etwas ausfallen.

Zur Beruhigung kann ich ja noch nen kleinen C reinlöten, die Platine hat 
ja sogar Flächen dafür vorgesehen. Wie groß sollte der sein? Bekomm ich 
bei kleinen Keramikkondensatoren irgendwie die Spannungsfestigkeit raus? 
Ansonsten muss ich einen ElKo nehmen, da steht's wenigstens drauf...

von Manfred (Gast)


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Jens G. schrieb:
>>oder 12 V in Reihe mit 470 Ohm - in beiden Fällen ergeben sich
>>ungefähr 20 mA.
>
> Nicht mit 12V - das mögen die LEDs nicht, wenn verkehrt herum damit
> beaufschlagt.

Vollkommen korrekt, die zulässige Sperrspannung liegt meist deutlich 
geringer. Jetzt gebe ich mal den frechen Praktiker und sage, dass es 
eigentlich immer gut geht.

Also nochmal: Mit mehr als ca. 6V in Sperrichtung besteht das Risiko, 
eine LED zu schädigen, das macht man nicht! Wer es dennoch tut, handelt 
auf eigenes Risiko und darf sich nicht beschweren, wenn es schief geht.

Max-Martin K. schrieb:
> Manfred schrieb:
>> [...] erstmal Stück für Stück die LEDs testen
>
> Gesagt getan, es war eine LED defekt

Na geht doch ...

> blöde Frage, was nun? Wenn ich das richtig verstehe sorgt der IC für
> konstanten Strom. Wenn ich die fehlende LED überbrücke geht die Lampe
> wieder

Richtig, sie wird leuchten, damit ist erstmal der Fehler eindeutig 
erkannt.

> aber das "Problem" mit dem zu hohen Strom besteht immer noch.
> Wenn ich den 33Ohm Widerstand entferne sollte der Strom sinken. Aber
> wieviel?

Hast Du das Datenblatt Seite 4 angeschaut? Die Kurve ist in dem Bereich 
leider sehr steil, so dass man es nicht zuverlässig sehen kann. Ich 
würde im laufenden Betrieb einfach eine LED mit dem Multimeter im 
Strombereich überbrücken um den Strom zu messen.

> Wenn die Lampe deutlich dunkler ist, wird das im Flur auch
> dezent mistig aussehen.

Aus dem Problem kommst Du nicht heraus: Die Lebensdauer von LEDs hängt 
im Wesentlichen von deren Temperatur ab, und da nähen die Hersteller 
leider immer auf Kante. Wenn Du Lebensdauer willst, muß die Leistung 
runter oder es muß besser gekühlt werden.

Probiere es aus, das Helligkeitsempfinden des menschlichen Auges ist 
nicht linear, bei einer Einzelleuchte würde man es vmtl. kaum bemerken. 
Du hast zwei Leuchten, wenn es genügt, modifiziere beide.

Ich nehme an, dass die Leuchte oben eine Metallplatte hat. Man könnte 
auf diese einige COB-LEDs ("Spiegeleier") setzen oder sogar 
Kühlkörperchen draufsetzen und mit Abstand zur Decke montieren.

Einer meiner diversen Eigenbauten sind etwa 3 Watt auf einen 
Prozessorkühlkörper (Bild WZO) oder einem zufällig bei Pollin gefundenen 
Kühlkörperchen (Bild Unterschrank), das ist thermisch gesund.

Die da verbauten COB-LEDs beinhalten drei LED in Serie, für Deine 
Stromquelle wären also 8 Stück angesagt.

von Helge (Gast)


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Diese billigen lineargeregelten Leuchten werden 'gefühlt' fast so warm 
wie Glühlampen. Das ist Mist. Abhilfe mit gewöhnlichem induktivem 
Vorschaltgerät für Leuchtstofflampen. Den weggesparten C1 bestücken, 
1uF/350V oder besser. Die 50mA des Linearreglers stimmen, weil dieser 
Strom nur während der Spannungsspitze >230V fließt. Wird der Kondensator 
bestückt, müssen daher die 16 Ohm entfernt werden.
Hinterher braucht das Platinchen vermutlich nur noch ca. 5W und bleibt 
kalt und hat den gleichen Lichtstrom.

von Manfred (Gast)


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Helge schrieb:
> Die 50mA des Linearreglers stimmen, weil dieser
> Strom nur während der Spannungsspitze >230V fließt.

Das halte ich für groben Unfug, Du hast Längsregler verstanden?

Es gibt einen Sinus mit 325V Spitzenwert, die LED-Katte kommt auf ca. 80 
Volt. Damit kann ein Längsregler den Strom der LEDs ab spätestens 90V 
stabil halten.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Max-Martin K. schrieb:
> denke, dass der LED-Treiber defekt ist,

Kann sein, muss es aber nicht. Wenn der C nicht mehr richtig arbeitet, 
kann es zu Schwingungen kommen und dann sperrt sich der Treiber. Der 10 
Ohm Widerstand, ist der noch in Ordnung?

von Jens G. (jensig)


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Manfred (Gast) schrieb:

>Jens G. schrieb:
>>>oder 12 V in Reihe mit 470 Ohm - in beiden Fällen ergeben sich
>>>ungefähr 20 mA.
>>
>> Nicht mit 12V - das mögen die LEDs nicht, wenn verkehrt herum damit
>> beaufschlagt.

>Vollkommen korrekt, die zulässige Sperrspannung liegt meist deutlich
>geringer. Jetzt gebe ich mal den frechen Praktiker und sage, dass es
>eigentlich immer gut geht.

Ich hatte noch eine Bedingung vergessen zu erwähnen:
-> Nicht mit 12V bei nur 470Ohm.
Denn wenn die wirklich schon bei 6V anfängt mit leiten, dann will die 
möglichst keinen hohen Strom sehen, weil das entsprechend 
Verlustleistung bedeutet, wenn auch erstmal vielleicht nur 100mW. Aber 
in Sperrrichtung wollen die das nicht unbedingt verheizen müssen 
(angeblich soll das deren Parameter dauerhaft verschlechtern - ich hab's 
aber nicht getestet ...).
Wenn der R deutlich höher gewählt wird, sollte das dann eher kein 
Problem mehr sein.

von Max-Martin K. (zaby1990)


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Hallo Leute,

Meldung von der Lampen-Front:

Manfred schrieb:
>> blöde Frage, was nun? Wenn ich das richtig verstehe sorgt der IC für
>> konstanten Strom. Wenn ich die fehlende LED überbrücke geht die Lampe
>> wieder
>
> Richtig, sie wird leuchten, damit ist erstmal der Fehler eindeutig
> erkannt.

Ich habe die fehlende LED überbrückt, leider glimmen die restlichen LEDs 
trotzdem nur. Dann habe ich mit dem Multimeter (auf Strommessung 
eingestellt) die LED gebrückt und das zeigt mir einen minimalsten Strom 
von paar Mikroampere an.

Daraufhin habe ich nochmal alle LEDs getestet, dass ich auch keine 
übersehen habe. Aber die gingen alle.

Jens G. schrieb:
> Nicht mit 12V - das mögen die LEDs nicht, wenn verkehrt herum damit
> beaufschlagt.

Einigen wir uns darauf, dass ich beim Testen einfach nicht die Richtung 
der LEDs verwechsle. Zielgerichtete Diskussion ist, ...naja 
zielgerichtet eben.

Dieter D. schrieb:
> Der 10 Ohm Widerstand, ist der noch in Ordnung?

Wie oben erwähnt, ist es eine Parallelschaltung von 16 || 33 Ohm. Da ich 
mit dem Multimeter den Wert messen kann, der rechnerisch dort sein 
sollte, gehe ich davon aus, dass die Widerstände iO sind.

Manfred schrieb:
>> Die 50mA des Linearreglers stimmen, weil dieser
>> Strom nur während der Spannungsspitze >230V fließt.
>
> Das halte ich für groben Unfug, Du hast Längsregler verstanden?

Puh, da bin ich beruhigt, ich kam schon ins Zweifeln.

Manfred schrieb:
> Ich nehme an, dass die Leuchte oben eine Metallplatte hat. Man könnte
> auf diese einige COB-LEDs ("Spiegeleier") setzen oder sogar
> Kühlkörperchen draufsetzen und mit Abstand zur Decke montieren.

Gut gemeinter Rat und gute Idee, aber da würde doch bei meinem 
Notfallplan bleiben und eine G9 Fassung mit entsprechenden Leuchtmitteln 
reinsetzen. Da die Lampen nicht oft an sind, könnte ich dann auf 
Hallogen umsteigen. So sehr ich die LED-Technik aufgrund der 
Energieeffizienz mag, ich denke hinter einem Schaltrelais ist die 
Haltbarkeit bei einem Glühdraht besser als bei Halbleitern.

Manfred schrieb:
>> aber das "Problem" mit dem zu hohen Strom besteht immer noch.
>> Wenn ich den 33Ohm Widerstand entferne sollte der Strom sinken. Aber
>> wieviel?
>
> Hast Du das Datenblatt Seite 4 angeschaut? Die Kurve ist in dem Bereich
> leider sehr steil, so dass man es nicht zuverlässig sehen kann. Ich
> würde im laufenden Betrieb einfach eine LED mit dem Multimeter im
> Strombereich überbrücken um den Strom zu messen.

Wie oben beschrieben kann ich leider gerade nix messen. Rechnerisch laut 
der Formel auf Seite 4 sind es in der jetzigen Konfiguration 55mA. Wenn 
ich den Strom um 5-10mA senken wöllte, müsste ich den Widerstand auf 
12-13.3Ohm erhöhen. Kurz durchgerechnet wäre statt dem 33 Ohm ein 56 Ohm 
Widerstand geeignet. Die E-Technik ist aus dem Studium schon lang her. 
Wie berechnet man in der Schaltung die notwendige Leistung bzw. welche 
Spannung fällt über den Widerständen ab?

Helge schrieb:
> Den weggesparten C1 bestücken, 1uF/350V oder besser.

Klingt für mich plausibel, hab ich leider nicht da. Alerdings würde ich 
den Schritt erst gehen, wenn ich das Paket zum Leuchten bekomme. Dann 
natürlich vorbeugend auch bei der andren Lampe. Ebenso wie die 
Stromreduzierung.

Schonmal vorab, vielen Dank für die rege Diskussion.

von blaharber (Gast)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Was für ein Müll! Die Schaltung hat gar keinen Schutz gegen
> Spannungsspitzen.

Nur so zur Info: Das blaue Ding auf dem Foto ist ein Varistor.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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blaharber schrieb:
> Nur so zur Info: Das blaue Ding auf dem Foto ist ein Varistor.

Ok, ist besser als nichts.

Der soll also die Spitzen kurz schließen, damit die Energie in dem 
Zuleitungen verheizt wird.

von Max-Martin K. (zaby1990)


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blaharber schrieb:
> Nur so zur Info: Das blaue Ding auf dem Foto ist ein Varistor.

Danke für die Aufklärung, ich habe mal beide Irrtümer im Schaltplan 
beseitigt, damit wir alle wieder den gleichen Stand haben.

Jemand noch eine Idee, was noch defekt sein kann? Wie bereits 
beschrieben habe ich eine defekte LED ausgelötet und überbrückt. Alle 
andren LEDs gehen. Dennoch leuchtet das LED Paket nicht und der messbare 
Strom in der Brücke ist sehr klein.

von Max-Martin K. (zaby1990)


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Hallo Leute,

ich hab nochmal an der Lampe rumgespielt. Siehe da, wenn man es 
hinbekommt ordentlich an den Lötstellen zu kontaktieren, geht die Lampe. 
Da bei uns in Sachsen der nächste Lockdown ansteht und ich keine Lust 
habe für 2 Widerstände 5€ Versand zu bezahlen, habe ich mit einer 
kleinen Brücke die fehlende LED endgültig überbrückt und wieder an die 
Decke geschraubt. Falls die Lampen das nächste Jahr überstehen, werde 
ich sie beim Umzug mit einem etwas höheren Widerstand ausstatten, mal 
sehen, wie lang sie's dann noch machen.

Vielen Dank für eure Hilfe, es hat sich tiefe Zufriedenheit eingestellt, 
als der Flur im üblichen Licht erstrahlte.

: Bearbeitet durch User
von Bio Lawn Mower LTD. (Ziegenmilch für alle!) (Gast)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Die Schaltung hat gar keinen Schutz gegen
> Spannungsspitzen. Die muss früher oder später kaputt gehen.

Hat sie, und dieser Spruch würde "auf alles passen".

> Die muss früher oder später kaputt gehen.

Die mit Abstand häufigsten Ausfallursachen setzen sich so zusammen:

Betrieb mit "Nennstrom" (oder sogar darüber) plus Miniaturisierung,
wg. letzterem auch sehr hohe (oft genug aus Vernunft-Sicht zu hohe,
nicht selten extrem_zu hohe) Betriebstemperatur.

---> Ausfall durch andauerde Überlastung.

> Da gibt es nichts ernsthaft zu reparieren, außer ein kompletter
> Austausch.

Das dürften die meisten anders sehen - ich gehöre zu dieser Mehrheit.

Sinnvollster Reparaturansatz: Bei vorhandener Lampe d. Betriebsstrom
verringern (durch die logarithm. Empfindung macht eine Verringerung
auf z.B. 1/2 einen weit geringeren Unterschied für das_Auge als für
die (Lebensdauer der) LEDs.

Simpel machbar durch Werterhöhung: Der Vorwiderstände bei Einfachst-
Schaltungen, des Strommeßshunts bei linearen oder geschalteten KSQs.

von Bio Lawn Mower LTD. (Ziegenmilch für alle!) (Gast)


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Bio Lawn Mower LTD. (Ziegenmilch für alle!) schrieb:
> Sinnvollster Reparaturansatz: (...etc., pp.)

Ein User "von hier" (leider weiß ich weder, wer das gewesen war - noch
erinnere ich mich an "den"/"die" oder halt andere/neuere passende Typen)
hatte sogar mal einen echt leichtestens bzw. bestens modifizierbaren[*] 
Lampentyp (glaube, waren Einschraub- = Edison Fassungen) ermittelt.

[*: Leicht zu öffnen etc.; sowie auch wieder sicher verschließbar gew.]

Der kaufte mehrere dieser (schon in der entspr. Absicht), modifizierte
sie dann eben, und profitiert evtl. noch heute davon.

Manchmal (oder ab einem gewissen Alter? :) wäre eine SSD im Kopf gut...

von HaFi (Gast)


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Hallo, ich bin auf der Suche nach einem Datenblatt hierauf gestossen.
Ich hab ne Bastelkiste von meinem Onkel solche Treiber ic‘s gefunden für 
einen frankierten Umschlag kann ich ein paar einpacken.

von Ajkaner (Gast)


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cob led chip für diy flutlicht scheinwerfer 220 v ac
Bei ebay eingeben.

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