Halli, hallo,
als Linux-Doofkopp bitte ich um eure Hilfe. Im Netz hatte ich schon eine
Weile gesucht, aber nichts gefunden, bzw. nicht verstanden.
Meine Frage:
Gibt es in Linux eine Möglichkeit eine verschlüsselte Datei zu
bearbeiten und beim Abspeichern automatisch wieder zu verschlüsseln?
Sinn der Sache ist, dass hier im Netzwerk ein Raspberry Pi als Server
läuft und dort sind u.a. Prüfungen und deren Lösungen, sowie
Prüfungsergebnisse auf einer HD gespeichert. Aus Sicherheitsgründen ist
jede Datei als verschlüsseltes Zip-Archiv abgelegt. Sobald eine
Editierung nötig ist, was täglich zigfach vorkommt, muss also die
entsprechende Datei durch Eingabe des Passwortes geöffnet werden, dann
editiert und danach wieder mit dem Passwort verschlüsselt werden. Der
Zugriff erfolgt von einem Win10 Rechner.
Gäbe es eine Möglichkeit diese umständliche Prozedur zu vereinfachen,
also die Datei zu öffnen, zu editieren und wieder zu speichern, wie bei
einer unverschlüsselten Datei? Aber eben so, dass sie wieder autom.
verschlüsselt gespeichert wird.
Vielen Dank
Uwe
Als Erstes musst du mal sagen, vor wem du dich schützen möchtest.
Jemand, der Zugriff auf den R-PI hat, z.B. per SSH? Jemand der
physischen Zugriff auf den PI hat? Jemand, der physischen Zugriff auf
die Festplatte hat? Jemand, der physischen Zugriff zum PC hat? Jemand,
der nur Zugriff auf das Netzwerk hat, aber eventuell den PI oder PC
"hacken" könnte?
Verschlüsselte Zip-Archive sind i.A. keine besonders gute
Sicherheits-Lösung. Je nach "Angriffsszenario" könnte eine
verschlüsselte Partition (LUKS), gesicherter Zugang zum PI (SSH-Private
Key), besser gesicherter PC, ... sinnvoll sein.
Vermutlich suchst du ein stacked cryptographic filesystem. Am besten ein
FUSE basiertes, das geht auf mehr Systemen.
Dazu fällt mir im Moment nur EncFS ein. Davon gibt es auch Windows
Ports: https://github.com/vgough/encfs/wiki/Windows
Ausprobiert hab ich es aber noch nicht.
Vorteil: Man mountet es einmal, und dann können Programme auf die
Dateien zugreifen, bis man es wieder unmounted. Änderungen werden
verschlüsselt gespeichert.
Nachteil: Solange es gemounted ist, kann man und beliebige Programme
problemlos auf die Dateien zugreifen. Bekommt also etwas oder jemand
Zugriff zum PC, während es dort gemounted ist, kann er damit tun und
lassen, was er will.
Bei deinem ZIP File musst du wenigstens vor jeder Nutzung und Änderung
nochmal ein Passwort eingeben. Das reduziert das Risiko, das was
passiert, wenn man mal vergisst sich beim PC auszuloggen, wenn man ihn
gerade nicht braucht, ein wenig. Wobei da immer noch jemand schnell mal
einen Keylogger installieren könnte, wenn einem das mal passiert, aber
die meisten Leute laufen ja nicht mit keyloggern rum. Schnell mal die
Prüfung.docx kopieren, die einen gerade im explorer im noch gemounteten
Ordner anlächelt, könnte hingegen schon mal jemand versucht sein.
Programmierer schrieb:> Verschlüsselte Zip-Archive sind i.A. keine besonders gute> Sicherheits-Lösung.
Kommt auf das Passwort an, ob sich jemand die Zähne dran ausbeisst oder
nicht.
Erwin D. schrieb:> ob sich jemand die Zähne dran ausbeisst
Frage 1 ist eher, wooooo das PW liegt. Vorteil von einfach
verschlüsseltem zip ist, dass sich der Schaden in Grenzen hält wenn es
NUR eine Datei betrifft. Wenn man gut verschlüsselt, sollte man auch
mehrere GUTE Backups besitzen und auf Funktion getestet haben. Sonst hat
man sich bald selbst ausgesperrt!
Frage 2 ist natürlich, wozu man etwas verschlüsselt, wenn der kryptische
Zettel am Monitor klebt!
Frage 3 ist, ob die Tastatureingabe nicht schon abgehört wurde ... :-)