Defekt an elektronischer Bremse einer Kreissäge.

#6520775
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich besitze eine Elektra-Beckum KGT500 Kapp- und Tischkreissäge (230V).
Seit einiger Zeit will die Bremselektronik nicht mehr bremsen.
Recht schnell konnt ich den Widerstand rechts des Thyristors als einen 
Übeltäter ausmachen. Da dieser aber schon etwas verschmort war, konnte 
ich den Widerstandswert nicht mehr eindeutig bestimmen und lag 
vermutlich um zwei Dekaden daneben (680Ohm hatte ich verwendet, 68k 
sollten es vermutlich sein).
Nun ist es so, dass das gute Stück auch mit dem (vermutlich) richtigen 
Widerstandswert nicht funktioniert. Deswegen sieht die Platine auch 
etwas verkohlt aus.
Ich habe nun schon einige Dinge versucht, aber mit Try-and-Error komme 
ich jetzt nicht mehr weiter. Also habe ich mal etwas Reverse-Engineering 
betrieben und den "Leistungsteil" der Schaltung abgezeichnet.
So wie es aussieht, werden die beiden Motorwicklungen (Hi und Ha) bei 
ausgeschaltetem Nullspannungsschalter durch Zünden des Thyristors in 
Reihe zwischen L und N gelegt.
Was machen dann die beiden VDR's? Bzw. ich nehme mal an, dass es VDR's 
sind (es handelt sich dabei um den Blauen und den Roten Bauteil auf der 
Platine (die Bezeichnungen, müsste ich kurz heraussuchen)).

Viele Grüße,
D-Platoon
Angehängte Dateien:
Gast #6520838
Lesenswert?

Auf der Platine scheint einiges nicht mehr so zu sein, wie es soll:

Der 2k7 (oder 27k) rechts oben scheint etwas abbekommen zu haben, ebenso 
der braune R neben dem 100k Poti sowie dieses selbst. Erstaunlicherweise 
sind die 10A- Sicherungen offensichtlich noch ok.
#6520915
Lesenswert?

Christian H. schrieb:
> Widerstände brennen gerne durch, nachdem andere Bauteile einen
> Kurzschluss erlitten haben. Sie sind selten selber die Ursache.

Gut zu wissen - werd ich mir für die Zukunft merken.

uxdx schrieb:
> Auf der Platine scheint einiges nicht mehr so zu sein, wie es
> soll:
>
> Der 2k7 (oder 27k) rechts oben scheint etwas abbekommen zu haben, ebenso
> der braune R neben dem 100k Poti sowie dieses selbst. Erstaunlicherweise
> sind die 10A- Sicherungen offensichtlich noch ok.


Die Sicherungen sind OK - das waren die ersten Verdächtigen die ich 
geprüft hab.
Der 27k ist auch OK, der hat vom Gebrutzel des falschen 680R etwas 
Schmauch abbekommen. Ebenso der kleine Widerstand neben dem Trimmer. 
Dieser hat nur einen einzelnen schwarzen Ring. Das dürfte somit ein 
0-Ohm-R sein, oder?

Ich wollte noch die Bezeichnungen der VDR's (??) nachreichen: Der Blaue 
ist ein
14M
240VB
und ist im Plan der R3
der Rote (R2)
420L
9451

Beide sind mit jeweils einem ausgelöteten Beinchen hochohmig.

Hilft das weiter?
#6521001
Lesenswert?

Die Lötseite anbei.
Die etwas überhitzte Leiterbahn in der Mitte, bei der das Kupfer 
herausschaut ist noch gut. Etwas weiter rechts musste ich eine 
Drahtbrücke anlöten, da es die mit dem zu kleinen R gebrutzelt hatte. Da 
der zu kleine R auch noch zwei Watt abkonnte, hatte der etwas länger 
durchgehalten und ordentlich geheizt.

Ich habe jetzt nochmal weiter gesucht und die beiden Transistoren 
ausgelötet.
Einer davon ist tatsächlich reif für die ewigen Jagdgründe.
Verbaut ist ein BC547C. Leider habe ich den nicht hier aber eine ganze 
Armada BC547 A oder B. Primär unterscheiden sich die bei der 
Stromverstärkung(B=200, C=400) und in einigen 
Kleinsignalcharakteristiken, welche nicht relevant sein dürften. Spricht 
etwas gegen einen Versuch mit einem Typ B?
Angehängte Dateien:
#8083332
Lesenswert?

Zum o.g. Thema noch einen Beitrag in Form eines Schaltplans der Bremsplatine (alte Version von Peter Elektronik) und des Verdrahtungsplans der Klinger & Born Schalter-/Schütz-Bremseinheit aus einer KGT 500 Bj. 1996/7 und als besonderes Schmankerl, die KiCAD 10 Projekt-Dateien im Zip-File!

Viel Spaß damit

Holger

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren