Forum: Haus & Smart Home Messung Schallübertragung zwischen Räumen


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von Michael R. (fisa)


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Hallo zusammen,

folgendes Problem: neues kleines (25m²) Büro bezogen, links und rechts 
von mir sind ebenfalls kleine Büros, eins davon eine kleine Arzt-Praxis, 
Behandlungsraum grenzt direkt an mein Büro.

vom ersten Büro höre ich das Radio durch, und wenn der Arzt Ordi hat, 
kann ich jedes Wort verstehen :-( vermutlich wurde beim Trockenbau 
irgendwo gepfuscht.

Bevor ich jetzt eine professionelle (und teure) Messung durchführen 
lasse, überlege ich ob ich das nicht selbst vorab billig (und ungenau) 
machen kann, um zumindest mal einen Richtwert zu haben... es gibt ja 
Normen für die maximal zulässige Schallübertragung (bzw. die minimale 
Dämpfung)

Was habe ich zur Verfügung:
- eine batteriebetrieben PA-Box mit Line-Eingang, die vor allem im 
Bass-Bereich auch den entsprechenden Druck erzeugen kann
- Audacity, um einen (logarithmischen) Sweep zu erzeugen, bzw auch 
(weisses oder farbiges) Rauschen
- Handy mit Mikrofon (das will ich aber eher nicht verwenden, da auf 
menschliche Stimme getrimmt)
- ein vermutlich nicht ganz schlechtes Mikrofon, nämlich das 
Einmess-Mikrofon meiner Sennheiser Soundbar (von dem weiß ich aber noch 
nicht ob mir das irgendwo vernünftige Signale liefert, muss ich erst von 
zuhause holen)
- diverse Linux-Rechner

Nun gibt es natürlich das Problem, dass ich von kaum einer Komponente 
den Frequenzgang kenne... ABER: nachdem ich eigentlich zwei Messungen 
machen will (jeweils Lautsprecher in meinem Büro, und Mikrofon einmal in 
meinem und einmal beim Nachbarn) und mich ja nur das Delta interessiert, 
müsste sich das ja irgendwie "kompensieren"

Was hält ihr von der Idee? Bin ich komplett am Holzweg?

Wenn nicht: kann jemand eine (Linux-) Software empfehlen, mit der ich 
die Messungen am besten durchführe? "JAAA" hätte ich mal ins Auge 
gefasst, aber damit komme ich (noch) nicht zurecht...

lg Michi

von MaWin (Gast)


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Michael R. schrieb:
> Was hält ihr von der Idee

Nichts.

Zieh um, wenn es dich stört.

Schalldämmungsvorschriften gelten für Wohnräume, nicht Büros.

Selbst wenn die Messung zu schlechte Werte ergibt, wird niemand das Haus 
abreissen und neu bauen, ausserdem müsstest du dann sowieso ausziehen.

von Chrissi (Gast)


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Hallo,

Ich weiß nicht wo Du zu Haus' bist, in Österreich gilt hier die OIB Teil 
5.
Hier ist geregelt, daß jede fremdgenutzte  Büroeinheit als 
Betriebseinheit anzusehen ist, demnach gilt zwischen zwei 
Betriebseinheiten ein DnTw Wert von >=55dB.Dieser Wert ist ein 
gemittelter Wert aus einer SollNormkurve über ein gewisses 
Frequenzspektrum.Ich vermute daß es vergleichbare Vorschriften auch in 
Deutschland gibt...

lg

Chris

von Michael R. (fisa)


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Ich wollte gerade MaWin drauf hinweisen, dass er falsch liegt :-) 
zumindest für Österreich (ja ich bin Ösi)

Hier gibt es eben Normen, und wenn die nicht eingehalten werden, muss 
der Vermieter nachbessern... und ich glaube auch schon Fehler gefunden 
zu haben: Zwischen Oberkante der Wand-Rigips-Platten und der Decke wurde 
nicht ausgeschäumt, gefühlsmäßig kommt auch hier der Lärm durch.

von Chrissi (Gast)


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Hallo,
Also eine GK-Wand...
Hier gibt es viele mögliche Schwachpunkte...Falls in der Wand eine 
simple Steckdose, ohne schalltechnische Abkopplung eingebaut wurde, 
reicht das als Schallbrücke. Falls das Büro Neubezug ist, hast Du einen 
rechtlichen Anspruch auf Einhaltung der OIB.
Ausschäumen würde ich die Fugen eher nicht, eher mit Mineralwolle 
ausstopfen und dann Luftdicht versiegeln. Wenn's zum Rechtsstreit kommt 
eher nichts selber machen, nur dokumentieren und den Vermieter 
weiterleiten..

lg

Chris

von MiWi (Gast)


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Michael R. schrieb:

>
> Nun gibt es natürlich das Problem, dass ich von kaum einer Komponente
> den Frequenzgang kenne... ABER: nachdem ich eigentlich zwei Messungen
> machen will (jeweils Lautsprecher in meinem Büro, und Mikrofon einmal in
> meinem und einmal beim Nachbarn) und mich ja nur das Delta interessiert,
> müsste sich das ja irgendwie "kompensieren"
>
> Was hält ihr von der Idee? Bin ich komplett am Holzweg?
>
> Wenn nicht: kann jemand eine (Linux-) Software empfehlen, mit der ich
> die Messungen am besten durchführe? "JAAA" hätte ich mal ins Auge
> gefasst, aber damit komme ich (noch) nicht zurecht...
>
> lg Michi

Wo in AT bist Du daheim? PLZ reicht.

ich hab hier einen Neutrik A2D mit Messmikro... mit dem liese sich eine 
Vergleichsmessung machen wenn Deine Büronachbarn damit einverstanden 
wären das man Lautsprecher bei ihnen aufstellt und dann bei Dir mißt.

von Michael R. (fisa)


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MiWi schrieb:
> Wo in AT bist Du daheim
8111 (Graz-Umgebung)
Nachbarn sind sicher einverstanden, speziell der Arzt ist "not amused" 
:-)

Chrissi schrieb:
> Ausschäumen würde ich die Fugen eher nicht

es ist nicht wirklich eine Fuge, eher der metallische Befestigungswinkel 
an der Decke... aber ich kenn mich mit GK nicht aus, ich weiß nur dass 
ich es hasse... deshalb habe ich in meinem EFH nicht einen cm² GK...

von Pandur S. (jetztnicht)


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Wie man die Daempfung messen kann ? Gleichzeitig mit dem Frequenzgang.

Ein Knall enthaelt alle Frequenzanteile. Also einen Knall mit einem 
Miktophon messen. Und denselben Knall nochmals hinter der Mauer. Falls 
der Knall das Mikrohon uebersteuern sollte, den eben vorher daempfen.

Falls man den Knall nicht exakt reproduzieren kann, kann man's auch mit 
2 Mikrophonen machen, wobei das Erste als Referenz im ersten Zimmer 
misst, und das Zweite dann im Zimmer mit der Wand.

Aber ich denke mit einem Arbitraergeneratr auf eine Audioendstufe sollte 
einen reproduzierbaren Knall liefern.

Ob's fuer so eine Messung eine App gibt ? Vielleicht.

Beitrag #6529528 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Wolfgang (Gast)


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Pandur S. schrieb:
> Ob's fuer so eine Messung eine App gibt ? Vielleicht.

Früher hieß das "Programm", z.B. REW
http://www.roomeqwizard.com/

von Leierkastenonkel (Gast)


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Sorge Dich nicht um eine Messung, besorg dir ne Lösung:
https://www.ohropax.de/produkte/ohropax-test-box

von MiWi (Gast)


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Michael R. schrieb:
> MiWi schrieb:
>> Wo in AT bist Du daheim
> 8111 (Graz-Umgebung)
> Nachbarn sind sicher einverstanden, speziell der Arzt ist "not amused"
> :-)
>

Mist, zu weit weg (497x, St. Martin)

> Chrissi schrieb:
>> Ausschäumen würde ich die Fugen eher nicht
>
> es ist nicht wirklich eine Fuge, eher der metallische Befestigungswinkel
> an der Decke... aber ich kenn mich mit GK nicht aus, ich weiß nur dass
> ich es hasse... deshalb habe ich in meinem EFH nicht einen cm² GK...

Wenn ich das sehe: da ist ja nix zwischen den GK-Platten das Schall 
dämmen könnte.

Also versuchen das irgendwie mit sinnvollem Dämmmaterial anfüllen. Mach 
Dich schlau bei einem Akustiker, vielleicht helfen da schon 
(eingeschobene oder davorgestellte)  Panele wie man sie zum akustischen 
Abtrennen für kleinere Einheinten innerhalb eines Besprechungsraums 
benutzt...

Viel Erfolg

von Michael R. (fisa)


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MiWi schrieb:
> da ist ja nix zwischen den GK-Platten das Schall
> dämmen könnte.

Doch die Wände sind schon gedämmt (jede Seite hat ihre Platte und 
dazwischen ist Dämmmaterial). Das sieht man so nur nicht.

Oder meinst du etwas anderes?

von MiWi (Gast)


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Michael R. schrieb:
> MiWi schrieb:
>> da ist ja nix zwischen den GK-Platten das Schall
>> dämmen könnte.
>
> Doch die Wände sind schon gedämmt (jede Seite hat ihre Platte und
> dazwischen ist Dämmmaterial). Das sieht man so nur nicht.

ok.

> Oder meinst du etwas anderes?

Nein, genau so wie Du es verstanden hast.

Schau das Du eine akustische Kamera (Norsonic, CAE oder wie sie alle 
heißen) organisieren kannst damit Du siehst wo der Schall durchgeht: 
Körperschall oder durch die Isolierung damit Du einen Ansatzpunkt hast 
wo man ansetzen könnte.

von Michael R. (fisa)


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MiWi schrieb:
> akustische Kamera

Eine was? (man lernt irgendwie nie aus...)

offensichtlich bist du vom Fach, oder?

von Wolfgang (Gast)


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von MiWi (Gast)


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Michael R. schrieb:
> MiWi schrieb:
>> akustische Kamera
>
> Eine was? (man lernt irgendwie nie aus...)
>
> offensichtlich bist du vom Fach, oder?

Ich war bis vor gut 20 Jahren im Fach, wir haben damals gerade ein 
kleines System mit 10 Mikros für den quasi 2D-Eigenbedarf entwickelt bis 
dann Norsonic mit einem größeren, besseren Ding (das auch IIRC 
3D-tauglich war) dahergekommen ist.

Heute mach ich anderes.

Zurück zu Deinem Problem: die akustische Kamera zeigt halt sehr deutlich 
sowohl den Ort als auch die entsprechenden Frequenzen wo man ansetzen 
muß damit das Problem gelöst wird. Es hilft ja nix wenn Du die 
Blechwinkel akustisch isolierst und dann merkst das die Wände trotzdem 
Schwingungen übertragen, nur eben in einem anderem Frequenzbereich....

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