Forum: PC Hard- und Software Powerbank - Kapazität stimmt nicht?


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von Mike (Gast)


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Ich habe mir eine Powerbank zugelegt, um mein iPad aufladen zu können, 
wenn der Netzanschluss fehlt. Die Akkukapazität des iPad ist mit 30.8Ah 
angegeben. Die Powerbank hat folgende technische Daten:

Capacity: 10.000 mAh
Output:5V 2.4A (12W) max.

Nach James Watt sollte das also gut für eine Ladung reichen, auch wenn 
man Ladeverluste einrechnet. In der Praxis ist die Powerbank leer, wenn 
das Tablet gerade mal 94% Ladung erreicht hat. Auch die Entladezeit ist 
deutlich kürzer als die rechnerisch zu erwartenden 4h bei maximaler 
Stromentnahme. Das iPad soll sich die 2.4A auch tatsächlich genehmigen, 
habe aber das nicht nachgemessen.

Der Händler meinte, dass der Akku der Powerbank erst nach einigen Zyklen 
seine Nennkapazität erreicht. Allerdings hat sich beim zweiten 
Ladeversuch nicht viel geändert. Ist die Powerbank defekt oder ist solch 
eine "Minderkapazität" normal?

von Lisa (Gast)


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Mike schrieb:
> 30.8Ah angegeben.
> Capacity: 10.000 mAh

merkste?

von Jack V. (jackv)


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Abgesehen davon ist die Kapazitätsangabe bei Powerbanks üblicherweise 
auf die Nennspannung des verbauten Akkus bezogen, also 3,7V.

von Kevin M. (arduinolover)


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Mike schrieb:
> Die Akkukapazität des iPad ist mit 30.8Ah
> angegeben.

Sicher nicht eher 30,8Wh.

Deine Powerbank hat 10Ah bei ca. 3,7V was 37Wh entspricht. um die knapp 
31Wh laden zu können müsstest du ca. 84% Wirkungsgrad was für die 
meisten Powerbanks vielleicht grade so drin ist. Zudem setzt das voraus, 
dass die Akkus der Powerbank immer komplett ge- und entladen werden, was 
ich aus Gründen der Haltbarkeit doch stark anzweifle. Und die 10Ah sind 
garantiert die Angaben auf dem Akku, somit stehen dir diese 
höchstwahrscheinlich nicht komplett zur Verfügung.

von pegel (Gast)


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Meine Powerbank mit Lampe ist gerade defekt. Gekauft als 10000mA.

Drin ist ein Akku 3,7V 8000mAh.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Bei Powerbanks wird beschissen wo es geht.
Welche mit mehreren Zellen haben die Kapazitäten als Summe, also 2 
Zellen 3,7V 3Ah in Reihe werden als 7,4V 6Ah angegeben.
Und natürlich sind 10Ah auf dem Karton 8Ah auf der Zelle und 6Ah drin.
Z.B. weil die Langnasen so einen Schrott kaufen, weil es eh keiner 
nachsehen kann und weil man die Akkus vielleicht ein bissel mehr oder 
weniger stark nutzt.
Achja, der Wirkungsgrad des Aufwärtswandlers in der PB und des 
Abwärtswandlers im Gerät darf man natürlich nicht vergessen.
2x85% sind nur noch 72%!
D.h. wenn deine PB eine Zelle mit 10Ah hat, sind das so 37Wh, davon 
kämen wenn die Kapazität stimmte etwa 27 im Akku an.
Wenn der wirklich 30,8Wh (nicht Ah) hat, sind 94% maximal ausgehend von 
"noch nicht leer" ein seeehr guter Wert.

von Joachim B. (jar)


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Mike schrieb:
> Capacity: 10.000 mAh

Jack V. schrieb:
> Abgesehen davon ist die Kapazitätsangabe bei Powerbanks üblicherweise
> auf die Nennspannung des verbauten Akkus bezogen, also 3,7V.

wollte ich auch gerade schreiben und das wären 37Wh, nach Wandlung zu 5V 
mit optimistischen 80% bleiben ja nur 30Wh über und zum Laden über 5V 
nochmals 80% = 23Wh

Mike schrieb:
> In der Praxis ist die Powerbank leer, wenn
> das Tablet gerade mal 94% Ladung erreicht hat

Kevin M. schrieb:
> Mike schrieb:
>> Die Akkukapazität des iPad ist mit 30.8Ah
>> angegeben.
>
> Sicher nicht eher 30,8Wh.

dann passt das doch so ungefähr wenn du Wirkungsgrad zwischen 80% und 
90% rechnest.

Rechnerisch hast du über jeden Wandler 88,4% Wirkungsgrad zwischen 80% 
und 90%


Du hast also in dein iPad 28,9Wh geladen also aus 37Wh mit 78% passt das 
doch mit besser als 0,8 x 0,8 Wirkungsgrad 64%

: Bearbeitet durch User
von Mike (Gast)


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Zunächst allen hier ein schönes neues Jahr 2021!

Da bin ich mal wieder auf die Marketingstrategen reingefallen.
Tatsächlich steht klein und versteckt im Handbuch (wer schaut da schon 
rein? ): Integrierter Akku 3.7V, 10000mAh (37Wh).
Mit den üblichen Wandlerverlusten kommt das mit meinern Erfahrungen dann 
hin.

Interessant, dass die Redakteure einer bekannten Computerzeitschrift den 
gleichen Fehler gemacht haben:
https://praxistipps.chip.de/powerbank-im-handgepaeck-das-gilt-es-zu-beachten_103783

Immerhin habe ich ein Markenprodukt erworben, designed in Germany mit 
schwarz-rot-goldener Flagge auf dder Verpackung. Auch wenn hierzulande 
wahrscheinlich nur der Karton gestaltet wurde, hätte ich hier mehr 
Seriosität erwartet.
Bei den Chinesen gibt es für den gleichen Preis noch ein paar Nullen 
mehr:

https://www.wish.com/product/5eb8f1380ff37f53c0d74cc6?hide_login_modal=true&from_ad=goog_shopping&_display_country_code=DE&_force_currency_code=EUR&pid=googleadwords_int&c=%7BcampaignId%7D&ad_cid=5eb8f1380ff37f53c0d74cc6&ad_cc=DE&ad_lang=DE&ad_curr=EUR&ad_price=10.00&campaign_id=1643927991&exclude_install=true&gclid=CjwKCAiArbv_BRA8EiwAYGs23GsPXLja7sx4X0qBWPnVdh8qhnei1zO2jcmm3x_tWbewq-5RaUC-iBoC1fkQAvD_BwE&share=web

Wahrscheinlich haben die einen 3700000nV - Akku verbaut ;-).

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Mike,

c't lesen!

Die Differenzen zwischen proklamierter Energiemenge (nicht 
Ladungsmenge!) und real vorhandener betrugen bis zu 50%.

Quelle: c't 17/2017 S. 120

: Bearbeitet durch User
von Kevin M. (arduinolover)


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Mike schrieb:
> Interessant, dass die Redakteure einer bekannten Computerzeitschrift den
> gleichen Fehler gemacht haben:

Also die Chip würde ich jetzt als Fachblatt bezeichnen 😂

Ein wirklich seriöser Anbieter würde die die Wh direkt angeben. Ich 
verstehe bis heute nicht warum das nicht so gemacht wird.

von Joachim B. (jar)


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Kevin M. schrieb:
> Ich
> verstehe bis heute nicht warum das nicht so gemacht wird.

große Zahlen ziehen halt, ist wie bei Staubsauger, je mieser sie wurden 
umso größer wurde die Leistungsaufnahme, was interessiert da das 
Saugergebnis?

Mein erster Philips von 1977 hatte 875W und saugte 88-95% vom Testdreck!

Heute mit Hepa Filter und gedämmt findet man kaum noch welche unter 
1000W.
Bei Akkus NiMh wurde es immer mehr Mode die eingeladene Energie 
anzugeben, nicht etwa was man rausholen kann, das ging stellenweise bei 
AA mit den Aufdrucken 3400mAh.

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Das will ich aber sehen, bereits vor wimre 2 Jahren wurde doch die 
maximal erlaubte Leistung auf 800W begrenzt.

von Kevin M. (arduinolover)


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Joachim B. schrieb:
> große Zahlen ziehen halt,

Warum geben sie dann nicht mWh an? 😉

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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pegel schrieb:
> Meine Powerbank mit Lampe ist gerade defekt. Gekauft als 10000mA.
>
> Drin ist ein Akku 3,7V 8000mAh.

Den musst Du mit 10.000 mAh füttern um ihn voll aufzuladen. Passt also. 
Beim Staubsauger gibt man ja auch die Leistungsaufnahme an, nicht die 
Saugleistung.

von Harald W. (wilhelms)


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Kevin M. schrieb:

> Ein wirklich seriöser Anbieter würde die die Wh direkt angeben. Ich
> verstehe bis heute nicht warum das nicht so gemacht wird.

Weil die Arduino-Generation solche Unterschiede nicht versteht...

von Joachim B. (jar)


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Uli S. schrieb:
> bereits vor wimre 2 Jahren wurde doch die
> maximal erlaubte Leistung auf 800W begrenzt.

und trotzdem werden immer noch welche mit mehr verkauft!

Wie war das mir den Handy Ladesteckern, die sollten auch mal einheitlich 
werden, sind sie aber nicht!

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:

> Wie war das mir den Handy Ladesteckern, die sollten auch mal einheitlich
> werden, sind sie aber nicht!

Die sollten einheitlich werden und waren es auch -- die Regelung ist 
mittlerweile ausgelaufen. Die Norm nannte sich "Mikro-USB", etwas 
flacher als der normale Mini-USB. Heute regelt es der Markt, wodurch 
auch nur zwei Systeme dominieren: Apple und USB-C.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Harald W. schrieb:
> Kevin M. schrieb:
>
>> Ein wirklich seriöser Anbieter würde die die Wh direkt angeben. Ich
>> verstehe bis heute nicht warum das nicht so gemacht wird.
>
> Weil die Arduino-Generation solche Unterschiede nicht versteht...

Marketing geht seine eigenen Wege. Bei Kraftfahrzeugen gibt man die 
Spitzenleistung an ("PS"), nicht das für den Fahrbetrieb viel 
interessantere Drehmoment. Und bei Kameras haben sich die "Megapixel" 
als Performanzfaktor durchgesetzt. Auflösungsvermögen in Linien pro mm 
wäre sinnvoller, denn das sagt etwas aus über die Bildqualität und nicht 
nur über die Dateigröße.

Also wird bei der Powerbank die Ladung in Parallelschaltung und die EMK 
in Serienschaltung spezifiziert.

: Bearbeitet durch User
von Manfred (Gast)


Angehängte Dateien:

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Peter M. schrieb:
> Die Differenzen zwischen proklamierter Energiemenge (nicht
> Ladungsmenge!) und real vorhandener

Ein Chinese vom AliHändler "true 2600mAh" als Anhang, tatsächlich gibt 
der lausige Akku 1070mAh her. Auf der 5V-Seite habe ich gerade mal 
700mAh bekommen, rechnen dürft Ihr selbst.

von Jens G. (jensig)


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Soul E. (souleye) Benutzerseite

>Marketing geht seine eigenen Wege. Bei Kraftfahrzeugen gibt man die
>Spitzenleistung an ("PS"), nicht das für den Fahrbetrieb viel
>interessantere Drehmoment. Und bei Kameras haben sich die "Megapixel"
>als Performanzfaktor durchgesetzt. Auflösungsvermögen in Linien pro mm
>wäre sinnvoller, denn das sagt etwas aus über die Bildqualität und nicht
>nur über die Dateigröße.

Du scheinst wirklich ein Marketingexperte zu sein.
Drehmoment alleine nützt gar nix, wenn da keine Leistung dahinter 
steckt.
Und Auflösung in Linien pro mm - hää? Was soll denn das darstellen? mm 
von was?

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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von pegel (Gast)


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Soul E. schrieb:
> Den musst Du mit 10.000 mAh füttern um ihn voll aufzuladen. Passt also.

Vermutlich.

Ich denke um Realistisch zu bleiben, sollte man beim Kauf gleich die 
doppelte Kapazität einkalkulieren.

von Kevin M. (arduinolover)


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Jens G. schrieb:
> Drehmoment alleine nützt gar nix

Stimmt daher würde mann sinnvollerweise die Drehmoment / Drehzahl 
Kennlinie Angeben. Damit kann dann aber keiner was anfangen. Und die 
Leute regen sich dann auf, dass das Drehmoment nicht konstant ist.

von Joachim B. (jar)


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Joachim B. schrieb:
> Wie war das mir den Handy Ladesteckern, die sollten auch mal einheitlich
> werden, sind sie aber nicht!
Soul E. schrieb:
> und waren es auch --

eben!

> die Regelung ist
> mittlerweile ausgelaufen. Die Norm nannte sich "Mikro-USB", etwas
> flacher als der normale Mini-USB. Heute regelt es der Markt, wodurch
> auch nur zwei Systeme dominieren: Apple und USB-C

also gilt das "politische" nicht mehr!

von Reinhard S. (rezz)


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Soul E. schrieb:
> Joachim B. schrieb:
>
>> Wie war das mir den Handy Ladesteckern, die sollten auch mal einheitlich
>> werden, sind sie aber nicht!
>
> Die sollten einheitlich werden und waren es auch --

Hatte Apple echt jemals MicroUSB-Buchsen?

von Joachim B. (jar)


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Reinhard S. schrieb:
> Hatte Apple echt jemals MicroUSB-Buchsen?

IMHO nicht also ein sinnloses Gesetz wenn es ignoriert wurde.
Es gbt immer noch Staubsauger zu kaufen mit mehr als 800W.

soviel zu "Vorschriften"

: Bearbeitet durch User
von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Reinhard S. schrieb:

> Hatte Apple echt jemals MicroUSB-Buchsen?

M.W. hat Apple diese EU-Vorgabe von Beginn an konsequent ignoriert. Zu 
den Wünschen der EU bzgl Datenschutz hat man dort ja auch eine eigene 
Meinung.

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