Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schaltregler - maximaler Spulenstrom


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von A. S. (rava)


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Hallo zusammen,

Ich lege gerade zu Übungszwecken meine ersten Schaltregler in 
Buck-Konfiguration aus. Das klappt soweit mithilfe der Datenblätter ganz 
gut, aber um sicher zu gehen, würde nochmal gern die Spulenauswahl mit 
euch durchgehen.

Der MC34063A kommt mit einer ziemlich spezialisierten Formelsammlung. 
Hier wird
> I_pk(switch) = 2*I_max
angegeben (S. 16). Mit anderen Worten: wenn ich meinen Wandler für 1A 
Maximalstrom auslege, ist der Spitzenstrom durch den Switch doppelt so 
groß? Warum ist das so? Und bedeutet das, ich suche auch eine Spule mit 
2A Nennstrom? Immerhin musst der gesamte Schalterstrom auch durch die 
Spule.

Das Datenblatt vom RT8298 hingegen ist sparsamer mit Erklärungen. Hier 
liest es sich für mich so, als wäre eine normale Auslegung mit I_max + 
I_ripple ausreichend.
Wie seht ihr das?


Zum Kernwerkstoff schreibt Lothar 
http://www.lothar-miller.de/s9y/categories/40-Layout-Schaltregler ganz 
unten, dass eine Spule mit Ferritkern essentiell ist.
Meine erste Suche nach Leistungsinduktivitäten führt mich zu 
Datenblätter die von Kernmaterialien wie "Metal alloy Powder" oder 
"Carbonyl Powder Core" sprechen. Und Würth schreiben im Datenblatt zu 
ihrem "WE-PD SMT Shielded Power Inductor" gar nichts von Werkstoffen.

Wie vermeide ich hier einen Griff ins Klo?

von -gb- (Gast)


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Ich würde sagen das ist der Sättigungsstrom.

https://www.mouser.de/ProductDetail/Wurth-Elektronik/74479976210?qs=16w8nSHsg3sxFxGSRpW0Lg%3D%3D

https://www.mouser.de/datasheet/2/445/74479976210-846654.pdf

1 uH, kann gut 1 A DC dauerhaft und aber kurzzeitig 2.4 A bis die Spule 
in Sättigung geht.

Stimmt das oder liege ich falsch? Bisher habe ich das so angenommen und 
keine Probleme gehabt.

Kleiner Tipp:
Wenn du einen Regler mit höherer Schaltfrequenz nimmst, dann kannst du 
kleinere Spulen verwenden. Also kleineres Package.

von MillerKa (Gast)


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A. S. schrieb:
> Und Würth schreiben im Datenblatt zu
> ihrem "WE-PD SMT Shielded Power Inductor" gar nichts von Werkstoffen.

Kennst Du den Componenten Selector von Würth?
Hier kannst Du mal nach Eingabe deiner Anforderungen die passende 
Induktivität anzeigen lassen.
Wichtig ist auch, darauf zu achten wann der Sättigungsbereich der Spule 
beginnt.

von Wühlhase (Gast)


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A. S. schrieb:
> Der MC34063A kommt mit einer ziemlich spezialisierten Formelsammlung.
> Hier wird
>> I_pk(switch) = 2*I_max
> angegeben (S. 16). Mit anderen Worten: wenn ich meinen Wandler für 1A
> Maximalstrom auslege, ist der Spitzenstrom durch den Switch doppelt so
> groß? Warum ist das so? Und bedeutet das, ich suche auch eine Spule mit
> 2A Nennstrom? Immerhin musst der gesamte Schalterstrom auch durch die
> Spule.

Du solltest dir mal anschauen, was ein Effektivwert ist.

Nehmen wir als Beispiel einfach mal einen einfachen Widerstand, durch 
den ein rechteckförmiger Strom fließt. Anders gesagt, die Spannung am 
Widerstand wird immer wieder ein- und ausgeschaltet. Sowohl für 
"Spannung ein" als auch für "Spannung aus" sind die Zeiten exakt gleich 
lang.

Jetzt nehme dir mal eine ganze Periode vor, also eine Zeit "Spannung 
ein" und eine Zeit mit "Spannung aus".
Jetzt müßte sich doch ein konstanter Strom finden lassen, der über die 
gesamte Zeit die eine Rechteckperiode dauert, die gleiche Energie um 
Widerstand umsetzt.
Das wäre der Effektivstrom.

Anderes Beispiel:
Du kannst mit deinem Auto auf gerader, ebener Strecke eine konstante 
mittlere Geschwindigkeit fahren, wenn du das Gaspedal auf einer 
mittleren Stellung konstant hälst.
Die gleiche Geschwindigkeit kannst du näherungsweise auch fahren, wenn 
du abwechselnd zwischen Leerlauf und Vollgas wechselst. Das Auto wird 
dabei geringfügig langsamer und wieder schneller - je nach dem wie 
schnell du mit dem Treten am Gaspedal bist - fährt im Mittel aber mit 
dergleichen Geschwindigkeit. Das wäre die effektive Geschwindigkeit.

Dein Schaltregler macht im Prinzip nichts anderes: Spannung hart an oder 
hart aus, der Strom fließt dank der Induktivität jedoch nocht hart mit, 
sondern steigt (relativ) langsam an oder fällt langsam wieder ab. 
Deshalb fließt durch die Spule kurzzeitig weitaus mehr Strom als im 
Mittel am Ausgang. Dank der Glättungskapazität am Ausgang merkst du 
davon jedoch nur noch wenig.
Ein wenig macht sich von den Schaltvorgängen am Ausgang jedoch als 
Spannungsrippel bemerkbar.

Der Wärme, die aufgrund des Stromflusses entsteht, ist direkt 
proportional zum fließenden Strom. Und deshalb kann man sich die 
Berechnung der Erwärmung mit dem Effektivstrom sehr schön vereinfachen. 
Es gibt auch so etwas wie einen thermischen Tiefpass, deshalb 
funktioniert das gut.

Anders sieht es mit den feldführenden Teilen der Induktivität aus. Die 
Induktivität speichert ja Energie in ihrem Magnetfeld, und die 
Kernmaterialien vertragen nur eine gewisse maximale Felddichte. Daher 
kann die Induktivität nur eine begrenzte Menge Energie aufnehmen. Geht 
man über das Maximum hinaus, wird einfach nur der Kern warm.
Der Strom, bei dem dies erreicht wird, ist der sogenannte 
Sättigungsstrom. Die Stromspitzen sollten den Sättigungsstrom nicht 
überschreiten.

von A. S. (rava)


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> Die Stromspitzen sollten den Sättigungsstrom nicht überschreiten.

Und für den MC34063A weiß man, dass dieser Spitzenstrom eben 2*I_Max 
ist?
Und für den RT8298 gibt es keine Angabe, also muss ich schätzen?

von Kevin M. (arduinolover)


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Interessant ist der Ripplestrom, der ist abhängig von Schaltfrequenz und 
Induktivität. Dein maximaler Spulenstrom ist der Strom den du im Mittel 
rausziehst plus den Ripplestrom.

Zu beachten ist das die Induktivität mit zunehmendem Strom geringer 
wird.

von Der schreckliche Sven (Gast)


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A. S. schrieb:
> Mit anderen Worten: wenn ich meinen Wandler für 1A
> Maximalstrom auslege, ist der Spitzenstrom durch den Switch doppelt so
> groß? Warum ist das so?

Wenn der Transistor eingeschaltet ist fließt kein Strom in den Ausgang.
Das Verhältnis Dauer- Spitzenstrom hängt auch vom Verhältnis Eingangs- 
Ausgangsspannung ab.

A. S. schrieb:
> Und für den RT8298 gibt es keine Angabe, also muss ich schätzen?

Nein, da kannst Du auch rechnen.
Zum besseren Verständnis der Materie empfehle ich Dir ein Oszilloskop 
und Experimentierfreude. Das hat jedenfalls mir mehr geholfen als alle 
Erklärungen von Fachleuten in ihrer Fachsprache.

von Achim S. (Gast)


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A. S. schrieb:
> Und für den MC34063A weiß man, dass dieser Spitzenstrom eben 2*I_Max
> ist?

Ich denke, es geht nicht um spezielle Eigenschaften des MC34063 sondern 
einfach nur darum, wie groß generell beim Buck das Verhältnis von 
mittlerem Ausgangsstrom zu maximalen Momentantwert werden kann. Weil 
beim Buck der Strom durch die Spule annähernd dreiecksförmig verläuft, 
ist der größte Faktor, der dabei auftreten kann, eben 2.

Wenn der dreieckförmige Stromverlauf in der Off-Phase des Transistors 
bis auf Null heruntergeht, dann ist der Spitzenwert des Stroms grade 
zwei mal dem Mittelwert. Wenn der Strom in der Off-Phase nicht bis auf 0 
absinkt, dann ist das Verhältnis von Spitzenwert zu Mittelwert kleiner 
als 2. (siehe Beispielsimu im Anhang)

von Mark S. (voltwide)


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Die Spule darf auch beim Spitzenstrom nicht in die Sättigung laufen, 
ergo brauchst Du eine mit Isat>=2A. Der MC34063 ist einer der 
ältestesten, billigsten - und schlechtesten Wandler. Ein Alptraum für 
jeden Anfänger.

von Maxim B. (max182)


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A. S. schrieb:
> Der MC34063A kommt mit einer ziemlich spezialisierten Formelsammlung.
> Hier wird
>> I_pk(switch) = 2*I_max
> angegeben (S. 16). Mit anderen Worten: wenn ich meinen Wandler für 1A
> Maximalstrom auslege, ist der Spitzenstrom durch den Switch doppelt so
> groß? Warum ist das so? Und bedeutet das, ich suche auch eine Spule mit
> 2A Nennstrom? Immerhin musst der gesamte Schalterstrom auch durch die
> Spule.

Die Formel ist... Nicht falsch aber...
Du solltest zuerst d_IL wählen. Gute Wert ist zwischen 20% und 40% von 
I_Last_max. I_Max wird dann entsprechend I_Last_max + d_IL/2. 
I_L_Sättigung sollte größer sein. Und so ca. 20% über I_Max, aber 
weniger als I_L_Sättigung sollte Rsc sein.

Wenn du aber I_pk(switch) = 2*I_max nimmst, machst du nichts falsch. 
Lieber etwas zu viel als zu wenig. MC34063A ist vorgestrig, aber für 
Anfang ist OK. MC34063A arbeitet prinzipbedingt so, daß Ausgangsspannung 
etwas Puls haben muß, anders funktioniert sie nicht. Deshalb sollte 
C_out etwas ESR haben, lieber keine Keramik. Will man weniger Puls, dann 
braucht man danach noch LC-Filter (außerhalb von FB).

Was Nennstrom und Sättigungsstrom betrifft... Nennstrom wird wegen Wärme 
gegeben, Sättigungsstrom sagt wann Sättigung beginnt. Pulsstrom sollte 
Sättigungsstrom nicht überschreiten. I_rms sollte Nennstrom nicht 
überschreiten.

A. S. schrieb:
> Zum Kernwerkstoff schreibt .... eine Spule mit Ferritkern essentiell ist.

Für Frequenzbereich, wo MC34063A arbeitet, ist Kernmaterial nicht von 
Bedeutung.

von (prx) A. K. (prx)


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A. S. schrieb:
> I_pk(switch) = 2*I_max
> I_max + I_ripple ausreichend.
> Wie seht ihr das?

Verschiedene Betriebsarten.

Der MC34063A ist dem Prinzip nach für lückenden Betrieb konzipiert, d.h. 
der Spulenstrom fällt in jedem Zyklus auf 0 (*). Die meisten anderen 
Schaltregler arbeiten beim Auslegungsstrom kontinuierlich, d.h. der 
Spulenstrom pendelt nur in einem Bereich von zig%, fällt nicht auf 0. 
Erst bei geringer Last arbeiten diese Regler ebenfalls lückend.

Folge: Bei sonst gleichen Randbedingungen kommt der MC mit einer 
deutlich geringeren Induktivität aus, dafür aber mit höherer 
Sättigungsgrenze.

*: In der Praxis kann das deutlich komplizierter sein, weil je nach 
Randbedingungen ein Strom-Zyklus mit weit niedrigerer Frequenz 
mitmischen kann.

: Bearbeitet durch User
von A. S. (rava)


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so langsam fügt sich ein Bild zusammen. Danke!

Welchen Regler würdet ihr mir denn statt dem MC34063A empfehlen, da der 
zu altmodisch ist?
Eingang: 9...24V
Ausgang: 7.5V
Ausgangsstrom: 0...750mA

von Anselm (Gast)


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Zum Bleistift dem LM2596

von MaWin (Gast)


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A. S. schrieb:
>> I_pk(switch) = 2*I_max
>> angegeben (S. 16). Mit anderen Worten: wenn ich meinen Wandler für 1A
>> Maximalstrom auslege, ist der Spitzenstrom durch den Switch doppelt so
>> groß? Warum ist das so? Und bedeutet das, ich suche auch eine Spule mit
>> 2A Nennstrom?

Ja, weil der MC34063 ein diskontinuierlicher Regler ist. Der Strom soll 
in jedem Zyklzzs immer wieder auf 0 fallen.

Aber er schafft nur 1.5A.

> Immerhin musst der gesamte Schalterstrom auch durch die
>> Spule.

> Das Datenblatt vom RT8298 hingegen ist sparsamer mit Erklärungen. Hier
> liest es sich für mich so, als wäre eine normale Auslegung mit I_max +
> I_ripple ausreichend.

Jain. Im Normalbetrieb ja. Aber bei Kurzschluss oder im Einschaltmoment 
wenn Ausgangselkos aufgeladen werden müssen kann der Strom bis

High-Side Switch Current Limit BOOT  SW = 4.8V -- 10 -- A

steigen, und das auch nur typisch, ein Maximalwert ist nicht angegeben. 
Die Dpule darf bei dem Strom noch nicht ihre Induktivität völlig 
verlieren, 50% wäre ok.

> Wie seht ihr das ?

Der MC34063 ist also wesentlich pflegeleichter: man stellt den 
Maximalstrom durch die Spule mit Rsc auf genau den Wert ein den die 
Spule verträgt, und muss nicht eine eventuell für den Normalbetrieb 
gnadenlos überdimensionierte Spule verwenden, bloss weil der doofe 
Regler keine Einstellung des Werts erlaubt. Ganz zu schweigen dass 10A 
mit 600jHz bei 2,2uH absolut nicht Anfängertauglich sind, da werden 
schon Profis Probleme haben, zumal mit dem blöden externen 
SynchrongleichrichterMOSFET.

> Zum Kernwerkstoff schreibt Lothar
> http://www.lothar-miller.de/s9y/categories/40-Layout-Schaltregler ganz
> unten, dass eine Spule mit Ferritkern essentiell ist.
> Meine erste Suche nach Leistungsinduktivitäten führt mich zu
> Datenblätter die von Kernmaterialien wie "Metal alloy Powder" oder
> "Carbonyl Powder Core" sprechen. Und Würth schreiben im Datenblatt zu
> ihrem "WE-PD SMT Shielded Power Inductor" gar nichts von Werkstoffen.
> Wie vermeide ich hier einen Griff ins Klo?

Ferrit ist für den Koppeltrafo eines Flusswandlers oder als Topf/E-Kern 
mit Luftspalt ok, jedoch als Ringkern bei Sperrwandletn braucht man 
Eisenpulverkerne mit distributed AirGap.

von bkp (Gast)


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Achim S. schrieb:
> Weil beim Buck der Strom durch die Spule annähernd dreiecksförmig
> verläuft, ist der größte Faktor, der dabei auftreten kann, eben 2.

Übrigens nicht nur beim Buck.

(prx) A. K. schrieb:
> Der MC34063A ist dem Prinzip nach für lückenden Betrieb konzipiert

Exakt an der Grenze zum Lückbetrieb ist der Faktor eben genau 2, weil
"sich unten gerade noch berührende, allerdings nicht(!) überlappende"
Strom-Dreiecke nun einmal zweifache Höhe des Mittelwerts/Ausgangsstrom
haben dann. Bei größeren Lücken aber steigt der Effektivwert an.

Im kontinuierlichen Modus hat man praktisch eine "Überlappung" - und
der mittl. Ausgangsstrom = Höhe der Überlappung + 1/2*Höhe der Dreiecke.
Die Überlappung bildet einen kontinuierlichen Gleichstrom-Fluß, daher
auch dieser Name.

Die Mehrheit der Regler arbeitet deshalb im kont. Modus(#), weil das
den effektiven Stromripple, und deswegen die nötige Spulen- und auch
Elko-Baugröße sowie auch die nötige Stromtragfähigkeit der Schalter
minimiert.

(#: Außer bei gering(st)er Last. Um auch dort den Modus beizubehalten,
kann man einen Synchronwandler mit einer Wahlmöglichkeit für den sog.
"Forced Continuous Mode" ("Zwangs-kontinuierlicher Modus") benutzen.
Solche können immer im kont. Modus arbeiten, was best. Vorteile bzgl.
Dynamik (Ausregel-Geschwindigkeit von Last- oder U_ein- Variationen)
hat - zum Preis von "unnötigerweise hin-und-her-geschubstem Strom".)


Bzgl. Auswahl des MC34063 könnte man einerseits sagen, daß er nicht so
anfängerfreundlich sein mag - andererseits ist die niedrige Frequenz
mit gewissen Vorteilen verbunden (Layout/Teile ziemlich unkritisch).
Ein Feature mit einstellbarem Spitzenstromlimit haben auch leider -
wie auch MaWin schon andeutete - wirklich nicht viele modernere ICs.

Der ("uralte"/"lange überholte") MC34063 ist nicht so elend schlecht,
aber man muß etwas genauer hinsehen, als bei einem "Simple Switcher".
Tut man das, steht einer Nutzung nichts entgegen. Außer man hat seine
Prioritäten woanders, z.B. "möglichst klein", was oben jemand als den
Vorteil hochfrequenter schaltender Wandler darlegte. Mit der höheren
Schaltfrequenz muß man aber auch erst mal umgehen können (Layout und
passive Bauteile passend gestalten/aussuchen).

Wo Deine Prioritäten liegen, weiß man angesichts Deiner angegebenen
zwei völlig versch. Beispiele ja leider nicht ansatzweise.

von Maxim B. (max182)


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A. S. schrieb:
> Welchen Regler würdet ihr mir denn statt dem MC34063A empfehlen, da der
> zu altmodisch ist?
> Eingang: 9...24V
> Ausgang: 7.5V
> Ausgangsstrom: 0...750mA

Chinesische XL4005 paßt sehr gut. Ich habe schon viele eingebaut, immer 
wenn keine Spitzenwerte gewünscht sind, und wo alles einfach sein 
sollte. Nichts Überflüssiges. Für Takt braucht man nichts. Nur Drossel 
und FB-Teiler, evtl mit einem Kondensator parallel zu "oberen" 
Widerstand. Wie auch in Datenblatt steht.
XL4005 ist so wie Buck-Pendant für XL6009. Ich sehe bei XL4005 praktisch 
nur zwei Nachteile:
1. arbeitet mit Schottky-Diode, nicht synchron. Deshalb etwas 
schlechtere Wirkungsgrad als bei besten IC heute.
2. Paßt für ZETA nicht, nur für Buck. Für ZETA braucht man etwas mit 
externen P-MOSFET. Mit MC34063A kann man ZETA machen.

Wenn etwas mit genau definierbarer Strombegrenzung und externen P-MOSFET 
gewünscht: TS2581. Auch für ZETA. Nachteil: 100 kHz, für heute zu wenig.

MaWin schrieb:
> Ferrit ist für den Koppeltrafo eines Flusswandlers oder als Topf/E-Kern
> mit Luftspalt ok, jedoch als Ringkern bei Sperrwandletn braucht man
> Eisenpulverkerne mit distributed AirGap.

Früher habe ich auch mit Ferritring oft Speicherdrossel gemacht. Man 
sollte Ring einkerben, brechen und mit einer Zwischenlage aus PCB-Stoff 
wieder zusammen leimen. Mit einem einfachen L-Meter kann man dann 
Induktivität einstimmen. So ca. 0,5...0,8 mm Spalt paßt meistens gut.


Heute habe ich drei LTC3119 bekommen. Das ist schon was wirklich 
Interessantes! Aber wohl nicht für absoluten Anfänger...
Z.Z. spiele ich mit SEPIC und ZETA. Nun vergleiche ich die auch mit 
"Synchronous Buck-Boost"... ich bin sehr gespannt...

: Bearbeitet durch User
von A. S. (rava)


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Anselm schrieb:
> Zum Bleistift dem LM2596

danke, dann seh ich mir den mal an!

MaWin schrieb:
> 10 -- A
> ...
> und das auch nur typisch, ein Maximalwert ist nicht angegeben.
> Die Spule darf bei dem Strom noch nicht ihre Induktivität völlig
> verlieren, 50% wäre ok.

hm, ich hatte bisher eine Spule mit Nennstrom 10A und Sättigung 12A 
ausgewählt und dachte, da hätte ich genug Luft. Vielleicht tausche ich 
die nochmal, wenn ihr meint dass das knapp ist. Andererseits hat die 
Bourns SRP1265C-220M laut Datenblatt tatsächlich noch bei 14A über die 
Hälfte Induktivität - das obwohl die 22µH eher großzügig gewählt sind. 
Vielleicht geht das also doch? Oder riskiere ich permanente Schäden über 
12A? Etwas in der Art habe ich hier im Forum mal irgendwo aufgeschnappt.

MaWin schrieb:
> ...und muss nicht eine eventuell für den Normalbetrieb
> gnadenlos überdimensionierte Spule verwenden, bloss weil der doofe
> Regler keine Einstellung des Werts erlaubt.

Da im Datenblatt des RT8298 von einem "Current mode" gesprochen wird, 
dachte ich eigentlich, der macht genau das gleiche intern. Und siehe da, 
laut "Ersatzschaltbild" auf Seite 4 wird tatsächlich an einem Shunt der 
Strom gemessen. Warum wäre das Overshoot-Verhalten über das Limit hinaus 
anders zu erwarten als beim MC?
Aber klar, 10A Limit sind natürlich hoch gewählt, dafür dass im 
SOP8-Gehäuse nur pi-mal-Daumen 4.5A-5A erlaubt sind.

> Ganz zu schweigen dass 10A
> mit 600jHz bei 2,2uH absolut nicht Anfängertauglich sind, da werden
> schon Profis Probleme haben, zumal mit dem blöden externen
> SynchrongleichrichterMOSFET.

Welche zusätzlichen Herausforderungen kommen hier gegenüber dem MC dazu? 
Klar, beim Layout muss man noch vorsichtiger sein, aber da hätte ich 
gehofft, hier im Forum einige Iterationen zu machen, bis das 
einigermaßen passt.
Das Thema MOSFET habe ich mir tatsächlich einfach vorgestellt. Dann 
öffne ich zu der Frage noch einen extra-Post. Versuchen würde ich es 
schon gerne "mit", denn die Verlustleistung wäre für mich durchaus ein 
Thema, das es lohnt zu betrachten.

MaWin schrieb:
> Ferrit ... Eisenpulverkerne mit distributed AirGap.

Das liest sich jetzt als wären die Pulverkerne eigentlich sogar "besser" 
für mein Vorhaben. Aber vielleicht verstehe ich das ja gerade falsch? 
Einen Luftspalt hat meine gewählte Spule jedenfalls nicht. Wäre das doch 
wichtig?
Eine galvanische Trennung habe ich in diesem Versuch jedenfalls nicht 
vorgesehen, für den Fall, dass das nicht klar war.

bkp schrieb:
> Mit der höheren
> Schaltfrequenz muß man aber auch erst mal umgehen können (Layout und
> passive Bauteile passend gestalten/aussuchen).

Ah, hier haben wir also noch eine Herausforderung: Bauteilewahl. Ich 
dachte, ich kann mich einfach an das Datenblatt halten und nur offene 
Fragen hier klären. Gibt es irgendwelche Geheimnisse? Was ist anders als 
bei "einfacheren" Schaltreglern?

bkp schrieb:
> Wo Deine Prioritäten liegen, weiß man angesichts Deiner angegebenen
> zwei völlig versch. Beispiele ja leider nicht ansatzweise.

Verständlich. Wie gesagt: ich mache gerade ein Testboard. Das enhält 
einige Backup-Pläne, da immer irgendwas nicht funktioniert, und daher 
gibt es ein paar verschiedene Varianten, wie die Regler zu benutzen 
wären.
Mein "Plan A" ist aber, im Idealfall den RT als Spannungsquelle für 
weitere spätere Projekte zu nutzen (daher auch die ~5A). Der MC hingegen 
sollte die Versorgung für das Board selbst werden und viele LED-Anzeigen 
speisen, da ein 7805 mit der Aufgabe, von 24V ausgehend 8-15W zu 
verbraten, überfordert wäre.
Ich werde also mehrere DCDC-Layouts auf der selben Platine aufbauen, in 
der Hoffnung, dass wenigstens irgendetwas funktioniert. So ist auch die 
Chance größer, etwas zu lernen

Maxim B. schrieb:
> XL4005

Den werde ich mir ebenfalls ansehen. Danke!

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von No Y. (noy)


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Du schreibst oben was von 750mA und nimmst eine 10A Induktivität??

Hier ist immer nett um sich mal die Zusammenhänge klarzumachen:
http://schmidt-walter-schaltnetzteile.de/smps/smps.html

Oder du nimmst z.b. Webench von Ti

von A. S. (rava)


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Ich nehme für den MC, der für 750mA ausgelegt ist eine 1.5A Induktivität 
- wie im Datenblatt beschrieben.
Und für den RT8298 und für 5A Dauerstrom eine Induktivität mit 10A und 
12A Sättigung. Ich nahm an, damit großzügig auszulegen, aber 
offensichtlich habe ich das gar nicht, sondern bin eher in einem 
sinnvollen Rahmen?

so falsch scheine ich damit jedenfalls nicht zu liegen

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von Maxim B. (max182)


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Lieber zu viel Isat als zu wenig.
Ansonsten ist Datasheet für RT8298 ausreichend informativ.

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