Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Zangenamperemeter UNI-T UT210E defekt? Reset?


von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Hallo Zusammen,
verstehe ich die Welt nicht mehr oder bin ich von den Chinesen 
reingelegt worden.

Ich habe vor ca. 1 Jahr dieses Zangenampere/Volt/Ohmmeter gekauft.
Nur zwei-dreimal mit gemessen, dann lange nicht benutzt. Jetzt ist es 
defekt (?)
Das  Ohmmeter misst nur im Durchgangsprüfmodus und zeigt dann 10-20% 
falsch an. Im Ohmbereich geht es gar nicht.

Im Voltbereich zeigt es schon bei Anlegen von 1V OL (Overload) an und 
piept. Das andere Bild zeigt den Zustand bei 0,0V. Da piept es nicht.

Das NCV reagiert richtig bei elektrischen Feldern.

Der Kalibriermodus reagiert (Select + Hold drücken, dann Einschalten)und 
macht irgendwas.

Eine Überlastung hat nach bestem Gewissen nie statt gefunden.

Frage: Kennt jemand dieses Problem? Gibt es eine Resetmöglichkeit? 
(Batterien raus hilft nichts.)
Ist es evtl. doch ein Hardwareproblem?
Ist das geplante Obsoleszens und ich darf es entsorgen..?

von Jörg R. (solar77)


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Dietmar P. schrieb:
> Batterien raus hilft nichts.

Sind die Batterien denn ok? Batterien nicht ohne Last messen;-)
Batterien über Nacht entfernt?


Dietmar P. schrieb:
> Ich habe vor ca. 1 Jahr dieses Zangenampere/Volt/Ohmmeter gekauft.

Neu? Gewährleistung?

von Achim B. (bobdylan)


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Jörg R. schrieb:
> Batterien über Nacht entfernt?

Auf diese Weise habe ich auch schon Geräte "repariert". Einfach mal für 
eine gewisse Zeit die Batterie raus, und dann: Neues Spiel, neues Glück.

von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Gewährleistung habe ich nicht. Direkt in China gekauft.

Ich habe noch komische Bauelemente gefunden. 2 Stück SOT23 SMD 
Transistorgehäuse, Aufdruck Y1. Das wären 11V Zenerdioden. Aber der 3te 
Anschluss des Gehäuses muss mit irgendwas verbunden sein, sonst geht es 
in der Schaltung nicht weiter.
Die beiden Zenerdioden, wenn es welche wären, sind antiparallel 
geschaltet, hängen dann aber in der Luft. An der Anode-Kathode 
(Basis-Collector) messe ich 0 Ohm.

Wenn die Teile raus sind, ist der Fehler unverändert.
Irgendwie kann dass keine Zenerdiode sein.
Ein NPN Transistor SS8050 wird auch unter Y1 aufgeführt...

von Spess53 (Gast)


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Hi

>Das wären 11V Zenerdioden. Aber der 3te
>Anschluss des Gehäuses muss mit irgendwas verbunden sein, sonst geht es
>in der Schaltung nicht weiter.

Eine Z-Diode besitzt nur zwei Anschlüsse, Bei einem SOT23-Gehäuse ist 
dann einer, meist Anschluss 2, frei.

MfG Spess

von listo (Gast)


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Dietmar P. schrieb:
> Ich habe noch komische Bauelemente gefunden. 2 Stück SOT23 SMD
> Transistorgehäuse, Aufdruck Y1. Das wären 11V Zenerdioden. Aber der 3te
> Anschluss des Gehäuses muss mit irgendwas verbunden sein, sonst geht es
> in der Schaltung nicht weiter.

Wahrscheinlicher ist, dass das antiseriell geschaltete Transistoren 
sind. Die BE-Strecke wirkt dann wie eine Zenerdiode mit ca. 6V.
Beispiel ist aus einem UT61E

von Trudi (Gast)


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Dietmar P. schrieb:
> dann lange nicht benutzt.

-> Batterien.

Trudi.

von Stephan (Gast)


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listo schrieb:
> Wahrscheinlicher ist, dass das antiseriell geschaltete Transistoren
> sind. Die BE-Strecke wirkt dann wie eine Zenerdiode mit ca. 6V.
> Beispiel ist aus einem UT61E

Dieses Beispiel ist vom UT210E;)
Scheint also ein beliebtes Pattern bei den UniT Entwicklern zu sein.

von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Danke Stephan.

Ich habe es gerade wieder zurück gelötet.

Der "Kurzschluss" war durch das Layout gegeben und von Collektor zu 
Emitter war ausgebaut ein Zenereffekt um 7,2V zu messen, also 
Transistoren. Das Overlay zeigt auch Q als Bauteilbezeichnung, nicht D.

Hast du ein Schaltbild...?

(Die Batterien sind neu)

Das war also nicht der Fehler.

von Stephan (Gast)


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Dietmar P. schrieb:
> Hast du ein Schaltbild...?
Hi Dietmar, jeder der g**gle bedienen kann, hat eines!
Aber ich will mal nicht so sein;)
VG, Stephan

von Stephan (Gast)


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Dietmar P. schrieb:
> Das war also nicht der Fehler.
evtl findest Du hier was?:
https://www.eevblog.com/forum/testgear/a-look-at-the-uni-t-ut210e/

von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Besten Dank für das Schaltbild.
Auf der Seite war ich schon über Youtube, habe aber nicht alle 32 Seiten 
durchgeackert ;)
Bemerkenswert ist die letzte Seite, wo eine Kalibriermöglichkeit 
beschrieben ist.
Aber was nützt Kalibrieren, wenn es OL anzeigt...

von Manfred (Gast)


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Stephan schrieb:
> Aber ich will mal nicht so sein;)

Gibt es noch eine Seite 2, ich finde nicht, wo die 1,2V erzeugt werden?

Dietmar P. schrieb:
> Aber was nützt Kalibrieren, wenn es OL anzeigt...

Sind die 1,2V Referenzspannung am großen Käfer vorhanden?

von Stephan (Gast)


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Manfred schrieb:
> wo die 1,2V erzeugt werden?

Ich würde mal auf PIN47 ‚REFO(ut?)‘ tippen...

von listo (Gast)


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Manfred schrieb:
> Gibt es noch eine Seite 2, ich finde nicht, wo die 1,2V erzeugt werden?

Pin 47 REFO des DTM0660 ist (in dieser Beschaltung) der Ausgang der 
eingebauten Referenzspannungsquelle.

http://caxapa.ru/thumbs/794708/DTM0660---.zh-CN.en.pdf

Hast du auch Probleme mit dem Ding?

von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Gar nicht so einfach die Referenzspannung zu finden, weil das IC keine 
Markierung hat wo PIN 1 ist.
Nach Datenblatt aus RU ist die Ref. über einen Kondensator angeschlossen 
(?)

Das ein Fehler in der simplen Eingangsbeschaltung wäre, ist leider auch 
nicht der Fall.

Ich würde mal raten, dass der EEProm flüchtig geworden ist und die Daten 
jetzt (vom Rumliegen) falsch sind.

von Manfred (Gast)


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listo schrieb:
>> Gibt es noch eine Seite 2, ich finde nicht, wo die 1,2V erzeugt werden?
>
> Pin 47 REFO des DTM0660 ist (in dieser Beschaltung) der Ausgang der
> eingebauten Referenzspannungsquelle.
>
> http://caxapa.ru/thumbs/794708/DTM0660---.zh-CN.en.pdf
>
> Hast du auch Probleme mit dem Ding?

Nein. Mein Denkansatz war, dass Dietmars Meßgerät OL anzeigt, weil die 
Referenz fehlt.

von Stephan (Gast)


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Dietmar P. schrieb:
> Gar nicht so einfach die Referenzspannung zu finden

Schaltplan plus die bilder von eevblog - es ist doch eigentlich klar wo 
REFO sein muss? Hmm-mm

von Toxic (Gast)


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Ich gehe davon aus,dass du die Batterie-und Schleiferkontakte(soweit 
vorhanden) auf Oxidation ueberprueft hast.(Bei 9V-Batterien 
Plastikumantelung des Batterieklipps abnehmen)
Ich hab hier z.B. so ein billiges Multimeter welches eigentlich gut 
aufgebaut ist und sehr genau misst.Fiel mittlerweile 2 mal 
aus:Messergebnisse stimmten hinten und vorne nicht.Den Grund dafuer fand 
ich schnell:Der Schleifer des Messbereichsschalter sieht kupferfarben 
aus (Messing/Kupfer/Legierung - bin kein Chemiker) und die Platine mit 
den Schleiferbahnen ist verzinnt/versilbert.
Also 2 unterschiedliche Materialien die zusammen mit Feuchtigkeit eine 
"Batterie" bilden und zur Zersetzung bezw. Korrosion fuehrt.Nun ja - 
Bahnen gereinigt:Werte sind wieder ok.Das Spielchen muss ich nun ale 
Jahre wiederholen

Ist nur ein Tip - haengt natuerlich vom Geraet ab.....

von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Das mache ich noch mit der Referenzspannung. Aber, wie geschrieben, man 
weiss nicht wie die Pins gezählt werden, weil keine Pin 1 Markierung da 
ist. Dann ist das Beinchen-Spacing ca. < 1mm. Schwierig da ohne 
Kurzschluss was zu messen.
- Jetzt mache ich das Foto und erkenne plötzlich die MArkierung.

Die Batteriekontakte sind alle neuwertig. Lag ja nur unbenutzt rum. Es 
sind 2 x AAA Zellen drin.Es ist nichts ausgelaufen.

von Nur mal so (Gast)


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Dietmar P. schrieb:
> weil keine Pin 1 Markierung da
> ist.

Sogar zweifach.
Auf dem Gehäuse und im Silkscreen.

Hast Du denn jetzt mal die Batterien gewechselt?

Dietmar P. schrieb:
> Ich würde mal raten, dass der EEProm flüchtig geworden ist und die Daten
> jetzt (vom Rumliegen) falsch sind.
Was für ein EEprom?
Welchen Nutzen hätte so ein Instrument von einem EEprom und warum sollte 
sowas nach 1J seinen Inhalt verlieren?

Ich glaube das Problem sitzt vor dem Gerät und stochert planlos in 
dessen Eingeweiden herum.

von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Auch nur mal so.
Wenn du nicht weisst wofür ein EEProm in dem Gerät eingebaut ist, dann 
musst du dir das mal vorher Anschauen.
https://github.com/bdlow/UT210E#readingwriting-the-eeprom-using-a-bus-pirate

Batterien, Handauflegen, planloses Rumstochern und ähnliches reicht 
leider nicht.

von Dieter (Gast)


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Dietmar P. schrieb:
> Handauflegen

Handanlegen waere nun angesagt. Herausfinden wie sich der Chip auslesen 
laesst. Dann muesste nur noch Jemand sein funktionierendes Geraet 
auslesen, Dir das zukommen lassen und Du flashed das Ding neu. Lag wohl 
auf Fensterbank zu viel in der Sonne oder im heissen Speicher die 
Sommertage herum.

von Wolf-Dietmar P. (wodipo)


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Zu warm ist es sicherlich nicht geworden. Aber der Main-Chip hat keinen 
Aufdruck. Vielleicht ist das schon gleich chinesische Ausschussware 
gewesen.

Was will man für 20 Euro verlangen, auch wenn es ärgerlich ist.

Beitrag #8003009 wurde vom Autor gelöscht.
von Karim L. (louk)


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Mein UT211b wollte nicht mehr einschalten bzw. nur nach draufklopfen.
Hatte zunächst die Kontakte vom Drehschalter in Verdacht aber die waren
nicht das Problem. Also muss doch eine Fehlersuche in der Schaltung
vorgenommen werden. Dabei war das hier verlinkte Schaltbild hilfreich.
Zunächst habe ich zum Ankoppeln der Batterie zwei Stifte angelötet. Für
einen Pol habe ich einen Messpad ausgewählt (runde, glänzende
Leiterbahn). Das Lötzinn wollte darauf nicht so recht haften. Musste da
etwas länger "braten" mit der Folge, dass das Pad sich von der
Leiterplatte gelöst hat. Etwas zu bald meine ich. Die Leiterbahnen 
haften
nicht besonders gut auf der Trägerplatine.

Habe dann einen anderen Punkt ausgesucht, mit Krokodilklemmen die
Batterie angeschlossen und mich durch Klopfen und ein schalten
vorgetastet.
Der Quarz hat relativ empfindlich reagiert. Wenn das Gerät nicht
schaltet, schwingt der nicht. Dem Quarz ist ein 1 MOhm wiederstand
parallelgeschaltet. Habe den gemessen, der war Ok. Habe dann an den
Quarzkontakten gemessen und da waren es aber 25 MOhm. Oha, da gab es ein
Problem. Eine Seite vom Quarz Anschluss hatte keine Verbindung zum
Widertand. Habe den Quarz angelötet und mir die darunter verlaufende
Leiterbahn angesehen. Die war kaum sichtbar aber von der dünnen
Weiterführung zum Widerstand getrennt. Damit man das besser sieht, habe
ich das Pad im Bild etwas angehoben. Der Quarz wurde von Hand gelötet,
was man am Flussmittel und Lötspuren erkennen konnte. Vermutlich gab es
die gleichen Probleme die ich auch (siehe oben) hatte und der Lötpad ist
abgerissen.

Habe den wieder mit der Leiterban mit einem dünnen Draht durchverbunden,
den Quarz wieder eingelötet und siehe da, das Gerät schaltet wieder
zuverlässig ein und zeigt auch keine seltsamsten Dinge im Display beim
Umschalten der Messbereiche an wie nur Punkte.

Vermutlich werden viele dieses Problem bekommen. Möge es dem einen oder
anderen Helfen, dieses ansonsten gute und recht genaue Gerät wieder
seinem Zweck zuzuführen. Der Kapazitätsmesser ist übrigens auch sehr
genau.

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