Hallo zusammen,
ich habe eine Platine, welche ich demnächst in größerer Stückzahl auf
Panels produzieren möchte. Die Platine selbst ist sehr klein und es
fehlt Platz für einen vernünftigen Stecker zum Flashen darauf.
Grundlegend soll der Controller auch nur einmalig geflasht werden
(vorgeflashte Controller sind keine Option). Es gibt zwar Pads auf der
Platine für die SWD Schnittstelle, aber die sind sehr klein, also eher
etwas für den Notfall. Für THT ist kein Platz.
Nun hatte ich eine Idee und wollte fragen ob das vielleicht sogar so
üblich ist? Oder ob das überhaupt funktioniert?
Die Platinen sind mit Mousebites zum raustrennen konstruiert.
Könnte ich nun durch die Mousebites die SWD Signale legen und auf den
Randhaltern des Panels für jede Platine den Programmieradapter als THT
anlegen (siehe Anhang)? So, dass ich dann quasi nur eine Stiftleiste
kurz in die Löcher drücken muss, den Controller programmiere und wenn
alle programmiert sind, die einzelnen Platinen rausbreche?
Oder würden vielleicht die Kupferbahnen dann auf der Platine nicht
sauber getrennt und daher etwas rausgerissen werden?
Vielen Dank für eure Hilfe,
Niine
P.S.: Ist eigentlich Wühlhase noch aktiv?
Sicher geht das. Dabei werden allerdings die Leiterbahnen undefiniert
zerreissen, so dass Kupferfransen raushängen können. Ordentlicher wird
es bei Fräsvereinzelung, dann hast Du wenigstens eine saubere
Schnittkante.
Ob die offenen Leiterbahn-Enden bzw -Fransen in Deinem Design und bei
Deinen klimatischen Bedingungen ein Problem darstellen kannst nur Du
beantworten. Bei einem Consumer-Produkt für Raumtemperatur dürfte das
unkritisch sein.
Schau dir mal das hier an:
https://hackaday.com/2019/06/13/soicbite-a-program-debug-connector-for-an-soic-test-clip/
Sicher ist es möglich, allerdings keine saubere Lösung.
Wenn möglich würde ich die SOICbite Lösung oder etwas proprietäres wie
Tag-Connect vorziehen wenn sich die Stückzahlen für einen Prüfadapter
nicht lohnen aber ein Debug Connector zu teuer ist.
René F. schrieb:> Schau dir mal das hier an:> https://hackaday.com/2019/06/13/soicbite-a-program-debug-connector-for-an-soic-test-clip/>> Sicher ist es möglich, allerdings keine saubere Lösung.>> Wenn möglich würde ich die SOICbite Lösung oder etwas proprietäres wie> Tag-Connect vorziehen wenn sich die Stückzahlen für einen Prüfadapter> nicht lohnen aber ein Debug Connector zu teuer ist.
Die Idee ist ganz gut. Bei Tag-Connect scheint es keine Möglichkeit zu
geben ohne Holes auszukommen.
Aber bei dem SOICbite, wenn ich die Klammer bisschen modifiziere, dann
könnte ich doch ohne die Holes auskommen, oder? Klar ist es dann nicht
sicher gegen verrutschen, aber für einmaliges Flashen reicht das doch?
Danke und viele Grüße,
Niine
Die Fixierung kannst Du auch ausserhalb machen. Z.B. ein Holz- oder
Kunststoffteil wo die Platine formschlüssig reinpasst, und dann unten
ein paar Federkontakte (ICT-Nadeln, "pogo-pins") einlassen.
Für mittlere Serien kann man darin einen Mikroschalter versenken, der
durch die Leiterplatte betätigt wird und den Flashvorgang auslöst.
Platine auflegen, andrücken, auf grünes Licht warten, nächste.
ich würde keine Pogo-Pins nehmen, sondern durchkontaktierte Löcher,
Raster entweder 1,27 oder 2,54. Kurz eine Stiftleiste reinstecken,
verkanten, programmieren, verify und dann das PCB-teil mit den Kontakten
abbrechen. Für Pogo-Pins braucht man einen masshaltigen Adpater, die
Stiftleiste steckt man einfach rein bzw. wieder raus.
Soul E. schrieb:> Die Fixierung kannst Du auch ausserhalb machen. Z.B. ein Holz- oder> Kunststoffteil wo die Platine formschlüssig reinpasst, und dann unten> ein paar Federkontakte (ICT-Nadeln, "pogo-pins") einlassen.>> Für mittlere Serien kann man darin einen Mikroschalter versenken, der> durch die Leiterplatte betätigt wird und den Flashvorgang auslöst.> Platine auflegen, andrücken, auf grünes Licht warten, nächste.
Genau so!
Man kann dann auch noch weitere Prüfpunkte auf der Platine anlegen und
diese ebenfalls mit Pogopins kontaktieren. So könnte im gleichen
Aufwisch auch die Funktionskontrolle der Baugruppe gemacht werden.
Der Vorteil dieser Methode ist (vor allem bei Platzmangel), dass man
nicht extra Platz für den Programmieradapter braucht und dort hin routen
muss. Ein Platz für die Testpads wird sich wohl finden, diese können
dann ruhig quer über die Platine verstreut sein.
Der Nachteil ist natürlich ganz klar, dass dies eine äusserst propietäre
Lösung für genau diese Platinen Version ist. Feldtauglich ist das nicht.
Vor allem bei grossen Stückzahlen darf die Handlingzeit zum
Programmieren nicht vergessen werden.
Wenn es nur ums Programmieren geht, könnte ich mir die vom TO
vorgeschlagene Variante mit dem Programmieranschluss auf dem Panelframe
gut vorstellen. Dann würde ich aber allenfalls die Kontaktierung so
gestalten, dass gleichzeitig mehrere Programmer angeschlossen werden
können und das ganze Panel in einem Durchgang programmiert wird.
Soul E. schrieb:> Die Fixierung kannst Du auch ausserhalb machen. Z.B. ein Holz- oder> Kunststoffteil wo die Platine formschlüssig reinpasst, und dann unten> ein paar Federkontakte (ICT-Nadeln, "pogo-pins") einlassen.
Danke, diese kannte ich tatsächlich noch nicht.
Die Fixierung könnte ich im CAD konstruieren und 3D drucken, macht zwar
etwas Aufwand, aber klingt solide :-)
Vielen Dank an euch. Sowohl die SOIC8-Klemme als auch die Idee mit den
PogoPins und der Möglichkeit von Testpunkten gefällt mir gut. Testpunkte
sind super, weil dann könnte ich außen leichter das Oszi anschließen :-)
Viele Grüße,
Niine
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