Hospitant schrieb:
> ...
> Die Anbindung der Schraubdome an die Wandungen wäre vielleicht noch
> interessant, sowie die Ausführung des Doms an sich. Du möchtest
> sicherlich gewindeformende Schrauben verwenden, nicht dass die Dome dann
> bei der Verschraubung platzen...
Oder womöglich beim Oberteil abreißen, weil sie dort nicht massiv
(= hochstegig) genug ausgeführt sind. :)
Die Schraubdome bzw. deren horizontale Flächen können wir letztlich als
die Fixpunkte verstehen, an denen das Ober- und Unterteil des Gehäuses
zusammen gezurrt wird.
Wie viele solcher Fixpunkte angedacht sind, wissen wir bisher nicht.
Was wir aber wissen ist, daß Hochstegigkeit in Verbindung mit sie
aussteifenden Elementen, z.B. Schraubdomen, auch ganz gute Trägheits-
bzw. Widerstandsmomente erbringen kann.
Besonders dann, wenn (nicht nur hier) Materialverdickungen an
Stoß-Stellen vorhanden sind.
Weshalb man durchaus auch daran denken könnte, die Stoßstelle nicht wie
eingangs dargestellt zu gestalten, sondern so, daß der Stoß über die
volle Materialstärke erfolgt.
Wobei die Zentrierung zwischen Ober- und Unterteil auch dadurch
realisiert werden kann, daß mittig im Oberteil (außer an allen
Verschraubungs-Fixpunkten, die flächig sein müssen) eine 60°-Nut
vorhanden ist, in welche die über das Unterteil mittig herausragende
"Gegenspitze" beim Verschrauben "einrastet".
Was am Gehäuse-Stoß sozusagen eine Art sich selbst zentrierende
"Nut-/Feder-Verbindung" wäre, die auch Verzug von Spritzgußteilen
kompensieren kann.
@Niine:
Die solidesten Gehäuse-Verbindungen (bei Thermoplasten) sind diejenigen,
bei denen die Verschraubungs-Dome nicht in die Gehäusewand integriert,
sondern etwas neben ihr nur per Stegen mit ihr verbunden sind.
Wenn Du das bzgl. Einbindung der Platine machen kannst, dann mach es so.
Und wenn Du es richtig gut machen willst, dann mach es so, daß Du beim
Unterteil am oberen Ende von Domen einen Stützring aus Metall
überschieben kannst.
Eine kurze Hülse von ca. 3mm Höhe mit Wandstärke von ca. 1mm reicht dazu
völlig aus.
Metall ist im Prinzip egal, wenngleich St am besten verfügbar ist.
Denn das ist die eigentliche "Schwachstelle" bei allen derartigen
Gehäuse-Schraub-Verbindungen:
Beim Einschrauben von selbst gewindeschneidenden Schrauben, neigen Dome,
die keinen Stützring aus Metall haben, beim Anzug der Schrauben zum
Aufplatzen.
Ist von den allermeisten in Umlauf befindlichen Produkten her bekannt.
Wählst Du die Dome separat angeordnet, kannst Du natürlich auch das
Nut-/Feder-Verbindungsprinzip am gesamten Stoß-Umfang uneingeschränkt
und durchgehend realisieren.
Kannst Du die Schrauben, dank Metall-Stützringen auch entspr.
"anknallen" kannst Du dadurch auch Längsverzug von Spritzgußteilen
kompensieren.
Anders als bei Duroplasten wirst Du bei Thermoplasten immer einen Spalt
an den Gehäuseteilen haben.
Aber auch der läßt sich minimieren bzw. kaschieren. ;)
Wobei Deine eingangs angedachte Möglichkeit die schlechteste aller ist:
Wenn überhaupt ein in beide Teile "übergriffiger" Stoß, dann eher doch
wohl einer, bei dem ein Teil beidseits über das andere
übergreift/überschiebbar ist. :)
Denk bitte einfach mal darüber nach, wo die Stärken vom Spritzguß bzgl.
Gestaltungsmöglichkeiten von ihm liegen.
Aus meiner Sicht sind diese unschlagbar gut:
Heißt - Du könntest auch noch daran denken, die Platine zur
Stabilisierung des Gehäuses mit einzubeziehen.
Evtl. sogar anstatt von Metallstütz-Ringen an den (unteren) Domen der
Verschraubung.
Wenn die Platine aus Epoxy (1,5mm) ist und Du die Stege der Dome etwas
weiter nach innen verlegen könntest, taugt auch das hinreichend genug,
um das Aufplatzen der Dome beim Anzug der Schrauben unterbinden zu
können.
Das alles sind nur wenige gedankliche Anregungen dazu, was alles möglich
ist.
Sei Dir bitte nur hauptsächlich dessen bewußt, daß Spritzguß nahezu
unbeschränkte Freiheitsgrade liefern kann.
Und versuch diese für Dein Vorhaben bestmöglich ALLE nutzbar machen zu
können.
Karl Valentin:
"Man muß verkehrt herum denken können". :D