Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Geringes Selbstbewusstein durch schlechtes erstes Projekt?


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von Hannes891 (Gast)


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Moin,

ich bin seit ca. 2 Jahren nach einem E-Technik-Studium in einem 
Ingenieurbüro für Anlagenplanung tätig. Mein erstes Projekt, welches ich 
weitestgehend eigenständig bearbeite, ist direkt ein anspruchsvolles 
Großprojekt mit ungefähr den folgenden Rahmenbedingungen

- Sehr anspruchsvoller Kunde mit entsprechendem Abstimmungsaufwand
- Relativ viele Projektbeteiligte
- Relativ hohe Anzahl an unterschiedlichen Anlagenteilen
- Recht hohes Budget (ca. 3,2 Mio € nur in meinem Bereich)
- Sehr ambitionierter Terminplan

Generell ist das Projekt für unsere gesamte Firma (auch für erfahrene 
Kollegen in den anderen Bereichen) eine Herausforderung. In Anbetracht 
meiner bisher eher geringen Berufserfahrung für mich natürlich auch. 
Deshalb habe ich dort bis jetzt auch einige Fehler gemacht. Ich habe 
zwar jemanden, der "auf meine Arbeit draufschaut", aber das meiste geht 
über meinen Tisch ohne weitere Kontrollinstanz.

Jedenfalls demotiviert mich das Projekt ein wenig, da es halt nicht gut 
läuft und ich wie gesagt auch einige (im Nachhinein) vermeidbare Fehler 
gemacht habe und mein Selbstbewusstsein entsprechend ein wenig gelitten 
hat.

Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass ich meine Berufswahl/die 
Wahl des Arbeitgebers ein Stück weit in Frage stelle, da ich bisher so 
gut wie keine Erfolgserlebnisse hatte. Ich habe ehrlich gesagt auch 
keine Lust auf andere Projekte, da mir eben das Selbstbewusstsein aus 
"guten" Projekten fehlt.

Andere Kollegen, die neu anfangen, bekommen anfangs wesentlich kleinere 
Projekte, in denen Sie lernen können und auch schnell Ergebnisse sehen 
und Erfolgserlebnisse haben. Die durchlaufen die einzelnen Projektphasen 
halt viel schneller und machen Ihre Fehler im "Kleinen" und können es im 
nächsten Projekt direkt besser machen.

Dazu kommt, dass ich eigentlich nur im Büro sitze, während andere 
Kollegen regelmäßig auch draußen sind und Ihre (kleineren) Projekte auch 
vor Ort betreuen und somit auch viel mehr Praxiserfahrung sammeln 
können. Das finde ich sehr schade, da ich selbst eigentlich auch ein 
Praktiker bin.

Jedenfalls gehe ich nun seit einiger Zeit wirklich ungerne zur Arbeit 
und überlege mir mögliche Konsequenzen, wobei ich einen 
Arbeitgeber-Wechsel nicht ausschließe.

Ist meine Demotivation an dieser Stelle für nachvollziehbar? Wart ihr 
schonmal in einer ähnlichen Situation?

von Hannes891 (Gast)


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PS: Bitte kein Getrolle..

Beitrag #6586662 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Nick M. (Gast)


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Hannes891 schrieb:
> Ist meine Demotivation an dieser Stelle für nachvollziehbar?

Hast du bei deiner Bewerbung zu sehr auf den Putz gehaut?

von Hannes891 (Gast)


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Nick M. schrieb:
> Hannes891 schrieb:
>> Ist meine Demotivation an dieser Stelle für nachvollziehbar?
>
> Hast du bei deiner Bewerbung zu sehr auf den Putz gehaut?

Ich bin dort als Praktikant eingestiegen und wurde übernommen.

von Zeitlos (Gast)


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Cheffe werden, da brauchst keine Ahnung und gehst wieder gern ins Büro.

von Piccoz (Gast)


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Sei froh , dass Du überhaupt noch einen Job dort hast....

Fehler hinterher als vermeidbar zu beurteilen ist einfach ,  das kann 
passieren, und wenn dein "Auf Arbeit Schauer" die auch nicht gesehen hat 
, sprich das für die "Kompetenz" dieser Person

Hier mal mein Geegnbeispiel.

Ich durfte quasi als Projektleiter ein von "Vorgängern" ( in der Firma 
..) aus der Wand ziehen .... das schaffte ich sogar  trotz bei sogar 
mutwilligen Fehl/Falschinformationen ....sonstigen Gegenwind etc ...
Und .. das Dinf wurde letztlich patentiert ..ich als Mahcer idealerweise 
entSORGt und dann beklaggt sich der hiddenchampion von Chef in dr Presse 
so 3 Monate später über generellen Fachkräftemangel... jaja  Dass er 
mutwillig seine Macher derart feuert ,dass man hinterher in der Branche 
( Quasi Einstellstopp inden 90ern )  keinen Job merh findet....also die 
WIRTSCHAFT selbst schuld ist , wenn sie keine /kaum mehr leut findet....

Sprich , konstruiere Dir keine Probleme herbei ,wo keine sind ..Solange 
Du nicht grundlos gefeuert , nicht H4 bist etc , deine Frau /Freundin 
dich wegen Joblosigkeit verlassen hat  ( sowas gibt nicht allzu selten ) 
, vom Freundeskresi ganz zu schweigen ( auch die kennen dich plötzlich 
nicht mehr )

dann gehts dir soweit hervorragend in diesem Land

Ich muß zum Glück nicht arbeiten - ansonsten wäre ich längst in 
attraktiveres Areal ausgewandert  ..

Wen ich so höre.....   deren Fehler war einer : MINT zu studieren.

von Hannes891 (Gast)


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Piccoz schrieb:
> Sei froh , dass Du überhaupt noch einen Job dort hast....

Naja, mit der Begründung kann man sich natürlich alles schön reden. Ich 
sehe es eher so: Der Arbeitgeber kann froh sein, dass ich mich noch 
nicht woanders beworben habe. Zumindest in meinem Bereich gibt es 
nämlich (gerade noch) einen echten Fachkräftemangel.

Ist es naiv, einen Job haben zu wollen, den man gerne ausübt? Oder ist 
jeder Job irgendwann "nur noch ein Job", der einem (Schmerzens-)Geld 
einbringt?

von Patrick (Gast)


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Es ist absolut nachvollziehbar, dass dich die Situation demotiviert. Mir 
gings am Anfang bei meinem ersten „größeren“ Projekt auch so ähnlich, 
dass ich manchmal echt hätte heulen können, weil mich die Größe des 
Projekts „erdrückt“ hat. Mittlerweile seh ich das ganze natürlich 
entspannter, das kommt eben erst mit der Zeit (Obligatorisches „es ist 
noch kein Meister vom Himmel gefallen“ einfügen).
Dass dein Chef dich als „Greenhorn“ gleich an ein Mammutprojekt lässt, 
ist auf der einen Seite ein Zeichen von Vertrauen, auf der Anderen muss 
ihm dabei klar sein, dass da natürlich das ein- oder andere schiefgeht - 
woher sollst du alles gleich wissen.
Wenn es dich belastet, dann sollte dir seine Tür offen stehen. 
Vielleicht kann dich ja ein Kollege unterstützen, oder du fährst mal nen 
Tag mit nem Kollegen „raus“, dass du mal einen Tapetenwechsel kriegst, 
die wichtigen Erfahrungen sammelt man meiner Meinung nach sowieso 
„draußen“. Wenn du taugliche Kollegen hast, scheu dich nicht, die alten 
Hasen zu fragen, bevor du dir den Kopf zermarterst und am Ende Unfug 
verzapfst.
Ich habe nach dem Studium auch viele Fehler gemacht, und hier und da 
auch Schaden damit angerichtet - das sind aber am Ende genau die Fehler, 
die ich nie wieder machen werde.
Wenn du es hinbringst, das Ding durchzustehen, kannst du am Ende Gewinn 
daraus ziehen. Dein schwindendes Selbstvertrauen würde ich auch rein 
objektiv nicht als Schlecht bezeichnen - Selbstkritik/Selbstreflektion 
sind ein hohes Gut, wer das nicht kann oder will, mutiert zum 
„Unfehlbaren Taugenichts“ (und von denen wimmelt es nur so).

von C. A. Rotwang (Gast)


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Hannes891 schrieb:
> Ist meine Demotivation an dieser Stelle für nachvollziehbar?

Nein. Jedenfalls nich als Abolvent eines Studiums, weil es eigentlich 
jedem klar sein muesste das Studieninhalte und Jobinhalte zwei 
grundverschiedene Dinge. Nach dem Studium beginnt die Lehre aka 
Praxis-Schock.

Ferner ist unverständlich warum man sich nicht eigene Projekte sucht um 
Erfolg zu erleben. Beispielsweise, das eigene Evalboard designen oder 
"Programmieren wie die Informatiker ( ;-) ) zu lernen. Das würde Dir 
auch bei der weiteren Karriere helfen.

von Rainer Z. (mrpeak)


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Hannes891 schrieb:
> Ist meine Demotivation an dieser Stelle für nachvollziehbar?
Ja.
> Wart ihr schonmal in einer ähnlichen Situation?
Ja.
Such dir eine besser bezahlte Stelle (wenn du dort genauso demotiviert 
bist verdienst du immerhin mehr Geld).

: Bearbeitet durch User
von Anarchist (Gast)


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Mir kam bei diesem Beitrag auch der Gedanke auf, ob die 
Ingenieurtätigkeit (Werte schaffen) wirklich deine Berufung ist. Vor 
allem in der aktuellen Epoche.
Viele kommen später zum Ergebis, dass es ein Fehler war, MINT zu 
studieren.
Zum Glück gibt es heute viele Möglichkeiten, von dieser 
Ingenieurstätigkeit wegzukommen. Man muss es aber wirklich wollen, und 
auch wissen, was man will/wo man hin will. Man braucht neue Ziele, wenn 
die alten sich als nicht mehr erstrebenswert herausgestellt haben. Und 
man braucht Persönlichkeitsentwicklung. Also nicht auf der Stelle 
treten.

Bei dir scheinen gewisse Nachdenkprozesse schon eingesetzt zu haben. Ich 
wünsche Dir auf dem weiteren Weg viel Erfolg!

von Senf D. (senfdazugeber)


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Anarchist schrieb:
> Zum Glück gibt es heute viele Möglichkeiten, von dieser
> Ingenieurstätigkeit wegzukommen.

Nicht, dass ich das wollte, aber ich bin neugierig: Welche vielen 
Möglichkeiten meinst du konkret?

von ThomasW (Gast)


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ich hab ne Vorstellung davon, was die Worte "anspruchsvoller Kunde" 
bedeuten. Klingt für mich als hätte man dich mit voller Absicht dort 
positioniert. Das ist natürlich ne harte Schule.

Du hast studiert und ein Praktikum, Du hast also wirklich wenig Ahnung. 
Ist nicht schlimm, so haben die meisten angefangen! Mach dir also 
bewusst, dass alle Entscheider genau wissen was du kannst und was nicht. 
Denen ist auch klar, dass Du Anfängerfehler machst. Einfach ordentlich 
und offen mit deinen Ansprechpartnern sprechen. Vielleicht auch mal 
zusätzlich einen Rat zu holen.

Du wirst jetzt halt auch lernen müssen, mit Fehlern umzugehen. Das 
gehört dazu und das wirst Du Dein Leben lang brauchen. Pass immer auf, 
dass aus Selbstkritik keine Selbstzerfleischung wird! Und bevor Du alles 
in Frage stellst, ein Gedanke: Du bist fast überall ein Anfänger - es 
wird nirgends wirklich leicht. Wechseln wird dich kaum weiter bringen.

von ausgebildeter Projektleiter mit Erfahrung (Gast)


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Früh im Berufsleben als Unerfahrener in einem Großprojekt zu scheitern 
ist keine Schande. Später (wenn du Erfahrung hast) kannst du das 
Gelernte einordnen, erkennst Fallen und Problemmuster früher als andere 
und kannst entspr. gegensteuern. Was jetzt also dein Scheitern ist, ist 
später ein Wettbewerbsvorteil.

Und ein anderer Aspekt: Wenn man dich als Neuling so starten lässt und 
so alleine lässt, dann zeugt das eher von inkompetenten Vorgesetzten und 
schlechten Firmenstrukturen (QS, Freigabeprozesse, 
Personalentscheidungen, usw).

...soweit meine Erfahrung

Mein Tip: Binde deine Vorgesetzten gut und rechtzeitig aber nicht zu 
früh ein. Probleme, die du nicht lösen kannst, sind ihre Probleme! Sie 
haben ein Recht, das zu erfahren und du hast die Pflicht, sie zu 
informieren.
Kannst du offen mit deinen Vorgesetzten ansprechen, dass die Aufgabe 
drei Nummern zu groß für einen Anfänger ist?

Und überleg mal, was sich im Projekt ändern müsste, damit es besser 
läuft für dich:
- mehr Mitarbeiter
- mehr Zeit
- ein Experte für ein spezielles Thema
- Arbeitspakete definieren, Verantwortung an Arbeitspaketverantwortliche
  delegieren
- bessere Kommunikation, Zusammenarbeit der Projektmitarbeiter
- kennen alle die Ziele und wissen alle, was du von ihnen erwartest
- macht jemand Ärger, weil er das Projekt gerne leiten würde
- haben deine Vorgesetzten Erwartungen an das Projekt, die nicht 
erfüllbar
  sind
- oder bist du vielleicht noch nicht reif für den Posten (keine 
Schande!!)

von Reinhard S. (rezz)


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Hannes891 schrieb:
> Deshalb habe ich dort bis jetzt auch einige Fehler gemacht.

Die macht jeder mal auf Arbeit, auch ich. Passiert jedem mal. Solange 
man daraus lernt und die Fehler nicht wiederholt ist doch alles gut.

> Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass ich meine Berufswahl/die
> Wahl des Arbeitgebers ein Stück weit in Frage stelle, da ich bisher so
> gut wie keine Erfolgserlebnisse hatte.

Wenn du überall so launisch bist wird dir das in anderen Berufen genauso 
ergehen.

> Jedenfalls gehe ich nun seit einiger Zeit wirklich ungerne zur Arbeit
> und überlege mir mögliche Konsequenzen, wobei ich einen
> Arbeitgeber-Wechsel nicht ausschließe.

Vor deinen Fehlern davon laufen wird dir nichts bringen.

von Alloholiker (Gast)


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Martin schrieb im Beitrag #6586662:
> also wenns mir schlecht geht trinke ich einfach ein paar bier :)
> das
> hebt die stimmung.

Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn!

von Ingenieur (Gast)


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Das mit der Wirtschaft und den Projekten wird immer schlimmer. Es wurd 
immer von agil geredet. Es geht nur nich darum zu funktionieren. Dann 
jommen noch die jungen Cheffs. Echt furchtbar. Ich kann nachvollziehen 
wenn das Rentenalter erreicht wird, natürlich gesund. Nach Corona wird 
das genauso weitergehen wie vorher wenn nicht noch schlimmer. Die 
Menschheit schafft sich ab.

Beitrag #6587012 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Ingenieur (Gast)


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Ja Instagram furchtbar. Die jungen Leute sollten lieber viel mehr sport 
treiben. Viele sind dick und unbeweglich aber Hauptsache
gut mit Pc/Netzwerk/Instagram umgehen.

von Ingenieur (Gast)


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Ich würde nie mehr E Technik studieren.

von JAS (Gast)


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Ingenieur schrieb:
> Ich würde nie mehr E Technik studieren.

Bitte weiter ausführen warum. Habe nämlich vor dieses Studium 
anzufangen.

von Ingenieur (Gast)


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Im Berufsleben wird es halt immer schwieriger. Es wird immer mehr einem 
Ingenieur auserlegt.

von Ingenieur (Gast)


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Ich meinte auferlegt

von Ingenieur (Gast)


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Gerade wenn man sich wo bewirbt. Es gibt immer nur 40h Verträge.

von Dr. Frost (Gast)


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Einfache Mitarbeiter sind bei komplexen Aufgabenstellungen schnell 
überfordert. In meiner Abteilung bekommen die Mitarbeiter klare 
Anweisungen die sie dann motiviert und gewissenhaft umsetzen. Bin dort 
Chef.

Beitrag #6587060 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Ingenieur (Gast)


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Ja öd. Mein Vater hat das schon früher zu mir gesagt.

von Ingenieur (Gast)


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Es ist auch so, dass wenn man in einer Firma arbeitet, muss man sich 
rechtfertigen wenn man schon um 15:30 oder 16 Uhr gehen will. Da kommt 
man sich vor wie ein Sklave im Knast.

Beitrag #6587081 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Ingenieur (Gast)


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Ja und die meisten Ingenieur in der Wirtschaft rauchen viel, sind extrem 
hektisch, kauen Fingernägel oder haben eine Wampe

von Alloholiker (Gast)


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JAS schrieb:
> Bitte weiter ausführen warum. Habe nämlich vor dieses Studium
> anzufangen.

Was ist der Unterschied zwischen Lidl und E-Technik?

Lidl lohnt sich!

von Hannes891 (Gast)


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Danke für eure Beiträge, insb. an Piccoz, Patrick, Rainer, ThomasW, den 
ausgebildeten Projektleiter und Reinhard.

Ich denke auch, dass mir die Erfahrung jetzt gerade in meinem weiteren 
Berufsleben zugute kommen wird. Aber man hinterfragt sich halt schon 
etwas, wenn es so unrund läuft bzw. das nagt am Selbstvertrauen. Weil 
halt die Erfolgserlebnisse ausbleiben. Aber vielleicht wird es in den 
nächsten Projekten ja besser..

Spätestens im nächsten Vorstellungsgespräch ist das Projekt definitiv 
ein guter Aushänger.

Und auch beste Grüße an die Trolle hier. Wie immer großes Kino.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Projekte sind eigentlich immer so angelegt, dass sie nicht schaffbar 
sind. Das hat etwas mit dem Paretoprinzip zu tun. 80% aller Aufgaben in 
einem Projekt kosten 20% der Gesamtkosten. Die restlich 20% 
"Detail"-Aufgaben verursachen aber 80% der Kosten. Nur die 
allerwenigsten Menschen sind bereit für den 5-fachen Preis zu zahlen, 
wenn dann alles in Ordnung ist. Kleine (oder große) Mängel und viel Geld 
gespart reicht meistens.

Viele Projekte werden auch zwischendurch storniert. Deshalb wartet man 
als Auftragnehmer auch immer eine Weile, bevor man den Finger krum 
macht. Viele Projekte werden auch nie fertig. Und wenn sie doch fertig 
werden, werden die Ergebnisse nicht gebraucht.

Eigentlich scheitert jedes Projekt, nur eben unterschiedlich stark. Im 
Studium galt damals "4 gewinnt". Es war früher der Normalfall schlecht 
in der Prüfung zu sein. Wenn jemand besser war als 3, dann war die 
Prüfung zu leicht. Warum glauben viele Ingenieure in der Berufspraxis 
dann die 1 zu schaffen?

Bei den Projekten wird immer massiv übertrieben. Der Kunde fordert das 
10-fache, damit wenigstens das Wichtigste fertig wird und die 
Ingenieurbüros, die sich auf die Ausschreibungen bewerben, hauen mit 
ihren Fähigkeiten auf den Putz. Der Preis wird dabei so weit gedrückt, 
dass man noch nicht einmal die Putzkraft bezahlen könnte. Verdient wird 
mit "Support" und "Service". (Eigentlich eine getarnte 
Mängelbeseitigung)

von Hannes891 (Gast)


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Stefan H. schrieb:
> Projekte sind eigentlich immer so angelegt, dass sie nicht schaffbar
> sind. Das hat etwas mit dem Paretoprinzip zu tun. 80% aller Aufgaben in
> einem Projekt kosten 20% der Gesamtkosten. Die restlich 20%
> "Detail"-Aufgaben verursachen aber 80% der Kosten. Nur die
> allerwenigsten Menschen sind bereit für den 5-fachen Preis zu zahlen,
> wenn dann alles in Ordnung ist. Kleine (oder große) Mängel und viel Geld
> gespart reicht meistens.

Das ist grundsätzlich sicherlich abhängig von der konkreten Branche. Bei 
uns ist es so, dass Themen, die in der Planung nicht berücksichtigt 
werden, einem dann bei der Ausführung auf die Füße fallen. Die kosten 
fallen also so oder so an..

> Eigentlich scheitert jedes Projekt, nur eben unterschiedlich stark. Im
> Studium galt damals "4 gewinnt". Es war früher der Normalfall schlecht
> in der Prüfung zu sein. Wenn jemand besser war als 3, dann war die
> Prüfung zu leicht. Warum glauben viele Ingenieure in der Berufspraxis
> dann die 1 zu schaffen?

Also in Bachelor- und Master-Zeiten zählt jede Prüfungsnote in die 
Endnote rein. Wenn man dann einen Schnitt wie 2,0 erwartet (welcher 
heutzutage ja Standard ist), dann darf man gar nicht alle Prüfungen nach 
den Minimalprinzip bestehen.. Soviel nur zu dem Vergleich. ;)

Aber ja, grundsätzlich hast Du sicher recht. Das muss man halt auch 
lernen, wann man Fünfe gerade sein lassen kann, und wann nicht. Das 
kommt dann wahrscheinlich mit der Erfahrung..

> Bei den Projekten wird immer massiv übertrieben. Der Kunde fordert das
> 10-fache, damit wenigstens das Wichtigste fertig wird und die
> Ingenieurbüros, die sich auf die Ausschreibungen bewerben, hauen mit
> ihren Fähigkeiten auf den Putz. Der Preis wird dabei so weit gedrückt,
> dass man noch nicht einmal die Putzkraft bezahlen könnte. Verdient wird
> mit "Support" und "Service". (Eigentlich eine getarnte
> Mängelbeseitigung)

Wie gesagt, das ist sicherlich stark abhängig von der konkreten Branche. 
Bei uns ist es so, dass wir sehr stark ausgelastet sind und unsere 
Aufträge mehr oder weniger aussuchen können. Also unrentabel werden die 
Projekte eigentlich nur, wenn sie schief laufen. Und da es viele 
Projekte gibt, welche sehr gut laufen, ist es halt schade, als Anfänger 
in eines der (wenigen) Projekte gesteckt zu werden, die von vornerein 
"zum scheitern verurteilt sind" und die man aufgrund seiner Erfahrung 
und der Komplexität gar nicht "gut" abschließen kann. Da leidet dann 
halt das Selbstbewusstsein, wenn man keine Erfolge vorweisen kann. Insb. 
wenn das Projekt 2-3 Jahre dauert, und man dauerhaft damit konfrontiert 
ist.

Besonders doof ist es dann halt, wenn man andere Kollegen/Berufsanfänger 
sieht, die "Bonscherprojekte" kriegen und daran lernen und wachsen 
können. Ich bin nicht neidisch - ich finde es halt nur schade.

Aber wahrscheinlich lautet die Devise da: Durchhalten und auf bessere 
Zeiten hoffen..

Beitrag #6587236 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6587254 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6587258 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Manfred (Gast)


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Hannes891 schrieb:
> Deshalb habe ich dort bis jetzt auch einige Fehler gemacht. Ich habe
> zwar jemanden, der "auf meine Arbeit draufschaut", aber das meiste geht
> über meinen Tisch ohne weitere Kontrollinstanz.

Mir wurde mal gesagt, dass ich die Ansprüche, die ich an mich selbst 
stelle, nicht auch an die Kollegen stellen dürfe.

Für Dich: Versuche herauszufinden, ob Du wirklich so schlecht bist oder 
einfach nur zu kirtisch Dir selbst gegenüber.

Ich kenne Aktionen, mit deren Ausgang ich nicht ganz glücklich war, und 
dann kommt der Kunde wieder und verlangt ausdrücklich nach mir. Was war 
da falsch, oder auch nicht? Es war (für mich) nicht perfekt, aber der 
Kunde fühlte sich ordentlich bedient!

von Master (Gast)


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Alloholiker schrieb:
> Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn

Und wenn ich dann noch traurig bin, dann fang ich an von vorn

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Null M. schrieb im Beitrag #6587236:
> Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel du zu Themen labern kannst,
> von denen du null Ahnung hast. Was können wir froh sein, dass du niemals
> über das schreibst, womit du dich auskenntst! Da würde der Speicherplatz
> des Internets wohl nicht ausreichen.

Vielen Dank für die konstruktive Kritik. Mir gefällt sehr, dass Du Dich 
Dir extra den Aufwand gemacht hast, Dich vor 2:30 h hier anzumelden, um 
diesen Beitrag zu schreiben.

von Mark B. (markbrandis)


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Piccoz schrieb:
> Wen ich so höre.....   deren Fehler war einer : MINT zu studieren.

Unbelegte Privatmeinung.

von Mark B. (markbrandis)


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Hannes891 schrieb:
> Ich habe
> zwar jemanden, der "auf meine Arbeit draufschaut", aber das meiste geht
> über meinen Tisch ohne weitere Kontrollinstanz.

Ja wie jetzt? Macht Ihr keine Review Meetings? Jeder wurschtelt halt so 
vor sich hin, und das Ergebnis geht direkt und ungefiltert an den 
Kunden?

Klingt für mich so, als ob man versäumt hätte, eine vernünftigen Prozess 
für die Freigabe einzurichten.

von Egon D. (egon_d)


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Hannes891 schrieb:

> ich bin seit ca. 2 Jahren nach einem E-Technik-Studium
> in einem Ingenieurbüro für Anlagenplanung tätig. Mein
> erstes Projekt, welches ich weitestgehend eigenständig
> bearbeite,
> [...]
> Generell ist das Projekt für unsere gesamte Firma (auch
> für erfahrene Kollegen in den anderen Bereichen) eine
> Herausforderung.

Stopp. Ich habe den Faden verloren: Bearbeitest Du das
Projekt nun "weitestgehend eigenständig", oder gibt es
auch noch andere Kollegen in Eurer Firma, die daran
arbeiten? Eins von beiden geht nur.


> Deshalb habe ich dort bis jetzt auch einige Fehler
> gemacht. Ich habe  zwar jemanden, der "auf meine
> Arbeit draufschaut", aber das meiste geht über meinen
> Tisch ohne weitere Kontrollinstanz.

Und woher kennst Du dann Deine Fehler?
- Ist Dir selbst hinterher aufgefallen, dass man dies
  und das besser machen kann?
- Gab es kritische Rückmeldung vom Kunden?
- Gab es Kritik von Kollegen? Welche genau?
- Hat Deine eigene Chefetage Dich kritisiert?


> Jedenfalls demotiviert mich das Projekt ein wenig, da
> es halt nicht gut läuft

Woher weisst Du das?
Ich ziehe Deine Aussage nicht in Zweifel -- ich möchte
nur Deine Faktenbasis kennenlernen.

von Handwerker (Gast)


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Ich würde Handwerker an der TU München studieren.

von M. K. (schuk0)


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Vielleicht sollte man (wieder?) einführen, dass Fachplaner das Gewerk 
das sie "planen" sollen, auch mal richtig gelernt und danach noch 3-5 
Jahre darin gearbeitet haben.


Dann kriegen die Ausführenden nicht laufend solche Planleichen 
vorgelegt, die man meist so wie sie sind in die Tonne kloppen kann. Und 
die Planer selbst werden dann vielleicht auch etwas normal und nicht so 
verweichlicht, wie dieses Exemplar hier.


Traurig ist dabei, dass solche Vögel dann auch teilweise das doppelte 
und dreifache von dem bekommen (nicht verdienen!) was die bekommen, die 
die Grütze dann vor Ort mit Schweiß und Überstunden wieder auslöffeln 
dürfen.


Und nein... Mir gehts gut und ich schreibe das nicht aus Neid.
Aber ich brauche mich nicht hinter einem Titel verstecken in der 
Hoffnung, dass niemand merkt was für eine Flachzange ich bin und mich 
dann im Internet ausheulen in der Hoffnung, dass dafür auch noch 
Verständnis aufgebracht wird.


Klingt fast so, als wenn meine Tochter nicht beim ersten Versuch Fahrrad 
fahren konnte und dann heulend wegrennen wollte.
Nur, dass deine Eltern dich dann scheinbar nicht dazu gebracht haben mal 
an dich zu glauben und aus deinen Fehlern zu lernen und es besser zu 
machen.


Also... Entweder reißt du dich mal am Riemen und kriegst dein Zeug auf 
die Reihe, oder kündige und lass jemand potentiell besseren den Job 
richtig machen.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Null M. schrieb im Beitrag #6587236:
> Stefan H. schrieb:
>> Blaaaaaaaaaa blubbb blub blub blub blaaaaaaaah
>
> Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel du zu Themen labern kannst,
> von denen du null Ahnung hast. Was können wir froh sein, dass du niemals
> über das schreibst, womit du dich auskenntst! Da würde der Speicherplatz
> des Internets wohl nicht ausreichen.

Stefan kennt sich dafür ganz toll mit Multilevel-Marketing aus!

von Münchhausen (Gast)


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M. K. schrieb:
> dass niemand merkt was für eine Flachzange ich bin und mich dann im
> Internet ausheulen

Du hast immer alles auf Anhieb geschafft. Darum musst du auch das was 
der Planer erzeugt hat, vor Ort auslöffeln ;-)

Zum Thema: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Niemand ist 
direkt nach Lehre oder Studium allwissend. Das erste Jahr ist für alle 
schwierig, auch wenn die wenigsten das zugeben. Du hast das Praktikum 
dort gemacht, die kennen dich also schon. Lerne aus den Fehlern und 
alles wird gut.

von M. K. (schuk0)


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Münchhausen schrieb:
> Niemand ist direkt nach Lehre oder Studium allwissend

Nein... Deswegen finde ich es ja auch so grenzwertig, dass Leute nach 
dem Studium direkt so verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen dürfen.

von Münchhausen (Gast)


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M. K. schrieb:
> Deswegen finde ich es ja auch so grenzwertig, dass Leute nach dem
> Studium direkt so verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen dürfen.

Man wächst an seinen Aufgaben und vor allem Niederlagen. Wenn sie ihn 
die die ersten 7 Jahre nur simple Kleinprojekte machen lassen, dann 
passieren ihm diese Fehler halt erst danach beim ersten Großprojekt. 
Vieles lernt man nicht vom zuschauen, sondern erst durch machen. Schaut 
euch mal irgendein beliebiges Großprojekt an, fällt euch nur ein 
einziges ein was komplett ohne Fehler direkt so gepasst hat? 
Individuelle Projekte laufen immer anders als Massenprodukte, immer 
anders als erwartet. Da passieren auch Leuten mit 20 Jahren 
Berufserfahrung Fehler.

von Kybernetiker X. (kybernetiker)


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Hannes891 schrieb:
> Ist meine Demotivation an dieser Stelle für nachvollziehbar? Wart ihr
> schonmal in einer ähnlichen Situation?

Also das sind ja mal zwei unterschiedliche Sachen: Fehler machen und 
Langeweile

1. Man muss Fehler machen dürfen, damit ein Lernprozess entsteht. Was 
denkst du warum Elon Musk sich freut und das als Riesenerfolg sieht, als 
seine Rakete abstürzte? Er sieht darin als Riesenfortschritt. Denn aus 
diesem Fehler entstehen neue Erkenntnisse. 
https://www.youtube.com/watch?v=_qwLHlVjRyw die zweite Rakete wird noch 
besser fliegen.

2. Demotivation bedeutet Langeweile. Warum nur im Büro sitzen? Wer sagt 
das? Geh raus und schau bequem die Praktiker zu. Oder die sollen 
Videoaufnahmen machen, wenn du nicht vor Ort bist. Die Videos dann 
anschauen, damit du besser koordinieren kannst. Stelle den Praktikern 
viele Fragen warum die so und so machen. Lass die dir alles erklären, je 
mehr Antworten du bekommst desto weniger Selbstbewusstsein haben die 
anderen.

von Fabi D. (localbug)


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Hallo Hannes,
also nachvollziehbar ist es, aber Demotivation ist in dem Fall 
wahrscheinlich der Angst und der großen Verantwortung geschuldet.

Zunächst mal ist Projektleitertechnisch etwas fehlgeplant, wenn einem 
"neuen/unerfahrenen" Mitarbeiter allein ein 3,5Mio Risiko zugetraut 
wird. Aber jetzt ist wohl nicht der Zeitpunkt um mit dem Finger auf 
andere zu zeigen. Vielmehr würde ich dir deine Situation als Chance 
verständlich machen. Wenn du das Projekt gut abschließt, wird dir eine 
tolle Karriere offen stehen. Deine Kunden und Kollegen werden dich und 
deine Belastbarkeit schätzen. Schließlich lernt man aus 
Herausforderungen am meisten. Wenn du vor kurzem noch Elektrotechnik 
studiert hast, scheinst du Herausforderungen doch zu lieben. Zumindest 
hab ich das Gefühl bei allen Ingenieuren die etwas auf ihre Berufswahl 
halten.

Nimm dir zunächst die Zeit und schau dir das Projekt im Gesamten an. 
Mach dir einen klar strukturierten Zeitplan und teil die Aufgaben in 
kleinere Arbeitspakete auf - So bekommst du keine Panik wenn du den Berg 
an Arbeit siehst sondern kannst dich auf die einzelnen Teile 
konzentrieren. Bespreche deine Meilensteine mit den Verantworlichen und 
Projektleitern, dadurch sicherst du deine Planung ab und die 
Verantwortlichen wissen was geplant ist. Kommunikation ist meist der 
Übeltäter und somit ein Schlüssel zum Erfolg. Zudem schäme dich nicht 
andere um Rat zu fragen. Das hat für dich und das Projekt nur Vorteile.

Eine Firma die dir soviel Verantwortung gibt, hält viel von dir. Nutz 
das Adrenalin und verfall nicht in Panik. Jetzt kannst du viel lernen, 
dich verwirklichen und somit deiner Karriere einen Boost gegeben. Es 
gibt sicher andere die sich so eine Gelegenheit wünschen würden.

Kopf hoch und nimm dir danach eine Woche Urlaub ;-)

von Mimimi (Gast)


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Du bist gebrandmarkt für den Rest deines Lebens. Schande über dich

https://youtu.be/9S6P_Zz0Zb0

von Schlaumaier (Gast)


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Hannes891 schrieb:
> Ist meine Demotivation an dieser Stelle für nachvollziehbar? Wart ihr
> schonmal in einer ähnlichen Situation?

ja ist sie und NEIN ich meistere so Situationen.

Und zwar auf 2 Weisen.

Entweder ich bekomme es hin  ODER ich habe die Eier zu sagen, sorry aber 
das wird nix. Davon habe ich zu wenig Ahnung.

Fakt ist aber auch.  Wenn man ins kalte Wasser geschmissen wird lernt 
man schwimmen (und wächst mit der Aufgabe) oder man geht unter und 
erkennt so  sehr schnell seine Grenzen.

Wenn das im erlernten Beruf passiert hat man nur EINEN Fehler gemacht. 
Man hat die Situation nicht erkannt oder sich überschätzt.

DAS ist mir noch nie passiert. Weil ich verschaffe mir ein Überblick 
über das Projekt, erkenne relativ schnell Probleme und ob ich dafür 
Lösungen habe.  Und ich habe mein Chef auch oft gesagt "Muss ich mal 
sehen ob ich das schaffe" und nicht wie heute üblich "WIR SCHAFFEN DAS". 
;))

Mal ne Nacht drüber schlafen ist halt keine schlechte Idee. Und man 
kommt besser weg als wenn man sich vor den Chef stellen muss und zugeben 
muss das man es nicht schafft.

Ach ja, was mich angeht. Ich habe 2 x ein Projekt abgelehnt. Es wurde 
dann "Outsourcing" gemacht und ich wurde Verbindungsmann zur Firma zum 
Projekt.
Weniger denken, und den Fremdmitarbeitern nur noch auf die Finger 
schauen. ;)

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Senf D. schrieb:
> Stefan kennt sich dafür ganz toll mit Multilevel-Marketing aus!

🚀🚀🚀 Komm in mein Team! 🚀🚀🚀 💰💰💰💰 💪🏼💪🏼💪🏼

;)

von Schlaumaier (Gast)


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Kleiner Nachtrag :

Meine schlimmsten Projekte fingen alle mit den Worten an : MAL EBEN". ;)

von Dummschwätzer (Gast)


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Schlaumaier schrieb:
> Und ich habe mein Chef auch oft gesagt "Muss ich mal
> sehen ob ich das schaffe"

Wenn der Chef nicht anbrüllt: "Überprüfe deine Fähigkeiten, damit ich 
weiß aus welchem Fenster ich Sie rauskicken kann." dann würde man besser 
gleich woanders arbeiten, bevor die Firma gegen die Wand fährt.

Beitrag #6587694 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Schlaumaier (Gast)


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Dummschwätzer schrieb:
> Wenn der Chef nicht anbrüllt: "Überprüfe deine Fähigkeiten, damit ich
> weiß aus welchem Fenster ich Sie rauskicken kann." dann würde man besser
> gleich woanders arbeiten, bevor die Firma gegen die Wand fährt.

Wenn dein Chef so was macht, ist er ein Idiot. Aber ich gebe zu, es gibt 
so Idioten ohne Ende. Was auch dazu führt das man viele Projekte gegen 
die Wand fährt. Siehe BER. Da wurden dauernd die "Bosse" ausgetauscht, 
und das Ding hat immer noch Probleme.

Mein Chef fand meine Haltung gut. Weil er wusste : Wenn ich JA sagte war 
das Projekt in sicheren Händen. Weil er weiß das er ein Mitarbeiter hat, 
der seine Fähigkeiten kennt, und genau weiß wie viel Fortbildung er für 
das Projekt eingeplant hat. Und JA genau das halbe ich. Genug Zeit um 
mich schlau zu machen bei gewissen Problemen die das Projekt 
möglicherweise hat.

Aber ich habe mich NIE zu weit aus den Fenster gelehnt.

Es gibt da ein Spruch den man auf der Arbeit beherzigen sollte.

LIEBE EIN ENDE MIT SCHRECKEN ALS EIN SCHRECKEN OHNE ENDE.

Bei letzteren fliegst du mit Sicherheit raus und hast auch noch als 
Geschenk BURN-OUT und vielleicht eine kaputte Ehe/Beziehung falls 
vorhanden. Denn abschalten kannst du nicht wirklich. Wer das sagt labert 
sich selbst schön.

Beim ersten geht es dir wenigstens seelisch besser.

von Anarchist (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Anarchist schrieb:
>> Zum Glück gibt es heute viele Möglichkeiten, von dieser
>> Ingenieurstätigkeit wegzukommen.
>
> Nicht, dass ich das wollte, aber ich bin neugierig: Welche vielen
> Möglichkeiten meinst du konkret?

Also wenn man in so einer Situation ist und einen die aktuelle Arbeit 
nicht befriedigt, hat man in einer Selbstreflektion sicher inzwischen 
rausgefunden was einem eher liegt. Der TE hat hierzu auch schon vage 
Andeutungen gemacht.
Weiter hat man seine Persönlichkeit abgerundet und ist dabei, in 
Gebieten jenseits dessen, was man nicht mehr machen will, Fähigkeiten zu 
entwickeln.

Z.B. emotionale Intelligenz, anderen Druck machen und damit Dinge 
voranbringen. Die Schwächen anderer erkennen, bei Ingenieuren ist es 
meistens so, dass diese Nice Guys sind, Gutmenschen, die mit großem 
Einsatz an Dingen werkeln, die dem Kunden keinen Mehrwert bereiten für 
den er mehr zu zahlen bereit ist. Das kann man dann wunderbar nutzen, um 
erstmal koordiniernd tätig zu sein, mit einem allmählichem Übergang zum 
managen.

Und da entstehen auch laufend neue Jobs wie Sustainability Manager, wo 
emotionale Intelligenz mit technischem Background gefragt ist. Und die
Bereitschaft, die Scheinheiligkeit zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Nur wer auf gar nichts Bock hat, also weder selbst Werte schaffen, noch 
andere zum Werte schaffen bringen, muss hartzen.

von Ultimate Qwertz (Gast)


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Anarchist schrieb:
> Die Schwächen anderer erkennen, bei Ingenieuren ist es meistens so, dass
> diese Nice Guys sind, Gutmenschen, die mit großem Einsatz an Dingen
> werkeln, die dem Kunden keinen Mehrwert bereiten für den er mehr zu
> zahlen bereit ist.

Also ich bin kein Gutmensch und erst recht kein Nice Guy.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Ultimate Qwertz schrieb:
> Also ich bin kein Gutmensch und erst recht kein Nice Guy.

Dito. Man darf sich nicht ausnutzen lassen im Leben. Meine Devise 
lautet: Gutes Geld für gute Arbeit, dann haben beide Seiten etwas davon.

Beitrag #6588209 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6588250 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6588320 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Hannes891 schrieb:
> Ist es naiv, einen Job haben zu wollen, den man gerne ausübt?
Deine Beschreibung hört sich aber nicht so an. Geh mal in dich und 
überlege dir, ob du für diese Art von Projektgeschäft überhaupt 
geschaffen bist. Oder ob du viel eher "einfach" nur Anlagen und 
Maschinen berechnen und in Betrieb nehmen willst.

> Ich sehe es eher so: Der Arbeitgeber kann froh sein, dass ich mich noch
> nicht woanders beworben habe.
Diese Ansicht ist falsch. Aber vor Allem: sie wird dich nicht 
zufriedener oder glücklicher machen, weil sie ja nichts an der aktuellen 
Situation ändert.

> Zumindest in meinem Bereich gibt es nämlich (gerade noch) einen echten
> Fachkräftemangel.
Was bringt dich dazu, zu meinen, woanders wären die Trauben süßer, der 
Wein besser und das Bett weicher?
Sogar noch in der selben Firma, gleich am Schreibtisch gegenüber ist die 
Lage tausendmal besser. Denn
Hannes891 schrieb:
> Andere Kollegen ... schnell Ergebnisse sehen und Erfolgserlebnisse
Sei dir sicher: auch die haben Probleme und Stress mit ihren Projekten. 
Vermutlich guckt sogar grad einer zu dir rüber und denkt: "Der Hannes 
hat es schön, darf immmer am Schreibtisch sitzen und ich muss ständig 
raus! Und ich muss laufend neue Miniprojekte bearbeiten und dem seines 
läuft so richtig lang! Und meine Projekte krebsen immer nur mit ganz 
kleinem Budget herum! Echt fies!"

> Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass ich meine Berufswahl/die
> Wahl des Arbeitgebers ein Stück weit in Frage stelle
Du hattest im Grunde schon als Praktikant die Chance, die Arbeit 
kennenzulernen und die künftigen Kollegen zu befragen. Oder nicht?
Hattest du da keine Erfolgserlebnisse? Warum hast du dich dort wieder 
beworben? Nur, weil diese Firma die einzige war, die du kanntest?

Hannes891 schrieb:
> Ich habe zwar jemanden, der "auf meine Arbeit draufschaut"
Frage den, ob deine Fehler vermeidbar waren und woran man das hätte 
sehen können.

> Wart ihr schonmal in einer ähnlichen Situation?
Ja. Zieh die Sache durch, zumindest dein Chef traut sie dir zu. Am Ende 
des Projekts weißt du dann, ob das deine Arbeit ist, die du tatsächlich 
den Rest deines Lebens machen kannst und willst. Denn so eine Aufgabe 
wird in ähnlicher Form ständig wiederkommen.


Schlaumaier schrieb:
> Und ich habe mein Chef auch oft gesagt "Muss ich mal sehen ob ich das
> schaffe" und nicht wie heute üblich "WIR SCHAFFEN DAS".
Im Zweifelsfall stehst du nämlich sowieso ganz allein da und "WIR" guckt 
zu, ob du es schaffst...


Piccoz schrieb:
> Hier mal mein Geegnbeispiel.
> Ich durfte quasi als Projektleiter...
Ja, gründlich arbeitende Projektleiter wie man sie kennt und liebt. Mit 
sprachlich und sachlich konkret und verständlich dargestellten 
Beschreibungen.

: Bearbeitet durch Moderator
von Freddy (Gast)


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Hi,

mir wird nicht ganz klar wo genau Dein Problem ist.
Aber meist ist es einfach die Masse and paralleln Aufgaben die einen 
erschlagen.

Auch wenn es der ein oder andere hier nicht wirklich hören will oder die 
Kollegen aus den Bereichen gerne als Bremser genannt werden, würde ich 
Dir raten Dich mit folgenden Themen zu beschäftigen:
- V-Modell XT
- System Engineering (Requirement Tracing, Change Management)
- Agile (Scrum, Kanban)
- Prozesse (gibt es diese)
- Konfigmanagement

Und bevor jetzt alle schreien...
Man muss nicht alles bis ins letzte Detail verstehen, man muss auch 
nicht alles gut finden. Aber bei allen dreien gibt es gute Ansätze und 
da geht es drum diese zu erkennen und für sich einsetzen zu können.

Ich habe selber bei einem KME die Entwicklung von der Pieke auf gelernt. 
Bin dann irgendwann in einen Konzern gewechselt und über 
Multi-Projektansätze, Matrix-Organisation, Karierregeile Ja-Sager, 
Prozesse weit ab von der Praxis definierte Prozesse, habe ich gelernt 
dass man nicht mehr alles im Kopf haben kann und immer gucken muss seine 
"Hausaufgaben" gemacht zu haben.

V-Modell XT / System-Engineering

- V-Modell XT ist frei zugänglich und auch mit Templates downloadbar
- Achtung viel in der Literatur ist auf SW-Entwicklung geschrieben. Aber 
das ganze funktioniert mehr oder weniger überall
- nicht alles muss seine eigene Phase haben
- Verstehe aber die Abgrenzungen der einzelnen Phasen und gucke ob es an 
der Schnittstelle Prozesse/Dokumente/Meilensteine gibt
- Verstehe die Verknüpfung von Architektur und Verifikation, Validierung
- Verstehe, dass Anforderungen, Meilensteine, Kundenabsprachen gibt und 
diese auch messbar sind, somit auch verifizierbar sind.
- Im Idealfall definiert man bei der Bearbeitung der linken Seite des 
V's schon die Tests, Abnahmekriterien, etc. für die rechte Seite
- Werde Dir bewusst was eine Änderung bedeutet (sowohl links, unten und 
rechts im V)
- Jede Phase im V kann auch iterativ wiederholt werden (Achtung auch das 
Wasserfallmodell war eigentlich nie so gedacht). Ggf. kostet es halt 
Dokumente, Zeit, Freigabeprozesse etc. Aber nicht alles ist schon von 
Anfang an in Stein gemeißelt
- Für Requirement Tracing benötigt man nicht Doors! Aber es kann helfen 
mit solchen Tools zu arbeiten, allerdings müssen dann auch vernünftige 
Auswertungen automatisiert durchlaufen. Und nicht erst am Projektende, 
wenn alle Requirements eingesammelt werden sollen.

Agile

- Ja es ist ein Modewort, aber eigentlich auch nur alter Wein in neuen 
Schläuchen
- Kernaspekt ist es: Aufgaben in Teilaufgaben zu zerlegen
- Kernaspekt ist es: Definition auf Done festzulegen
- Regelmäßiger Austausch und Absprache der Aufgaben für die Sprints. 
Manchmal merkt man so, dass die Kollegen noch nicht anfangen können, da 
Dokument, Produkt XY fehlt.
- Visualisierung nach Kanban oder Scrum digital, analog möglich (ich 
habe es lange analog per Post-Its auf der Tapete hinter meinem 
Schreibtisch gemacht. Ist auch nur ein Mittel den Überblick nicht zu 
verlieren
- Wir leben nicht in einer idealen Welt, man wird nicht alle Sprints in 
14Tagen abarbeiten können. Die Bücher sind leider voll mit idealen 
Welten von Softwareentwicklern.  Aber mit ein wenig Erfahrung lernt man, 
was gut geht und was nicht


Prozesse

- mag keiner hören, sind häufig falsch
- aber bezüglich Geld, Finanzen, Meilensteinen, etc. zum Kunden sollte 
man ein paar (Projekt-)Prozesse definieren. Auch um Dich gegenüber 
Deinem Chef abzugrenzen. Vermutlich darfst nämlich gar nicht Du das CoC 
oder das CE unterschreiben, aber mangels Prozess wird es von Dir 
verlangt. Aufpassen!

Konfigmanagement

- In einem großen Unternehmen gibt es einen Konfigmanagementplan in dem 
alles geregelt ist... die ideale Welt gibt es da aber auch nicht. Aber 
auch dort orientiert man sich ggf. an den Schritten vom V-Modell.
- Aber welche Dokumente gehen an den Kunden, vor allem in welchem Stand?
- Kannst Du das nachvollziehen, oder hat irgendjemand doch in das 
Worddokument noch schnell aus +/- 12 V das ganze auf +12 V +-5% 
korrigiert und der Kunde wundert sich warum Dein gerät bei -12V nicht 
funktioniert? Och mist, doch ne alte Version verteilt.
- Gibt es einen Reviewprozess?
- Wo liegen die Dokumente?

Und vielleicht noch ein letzter Tip:
- Outlook und eMail sind Müll!
- Lerne die richtige Datenablage, und wenn es nur für dich ist.
(Netzwerklaufwerk, Sharepoint, TFS, Jira, Confluence, etc. es gibt da 
eine Menge)
- Prozessfortschritte in Excel oder MS Projekt zu tracken ist naja geht 
so
Ich will nicht sagen, dass es in Jira, TFS, Polarion etc. (ggf. mot 
Connector zu Excel) besser geht, aber es kommt immer auf die Granulität 
und Nachvervollziebarkeit an.
MS Projekt geht für Meilensteine gut, für einzelne Tasks sollte es 
granularer sein. TODO Listen in Excel führen dazu, dass sie nie abgehakt 
werden oder zu früh abgehakt werden oder es gibt 1000. Versionen.

von Egon D. (egon_d)


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Freddy schrieb:

> [sehr viel Richtiges]
>
> Agile
>
> - Ja es ist ein Modewort, aber eigentlich auch nur alter
>   Wein in neuen Schläuchen
> - Kernaspekt ist es: Aufgaben in Teilaufgaben zu zerlegen
> - Kernaspekt ist es: Definition auf Done festzulegen

Also... DAS stimmt nicht so ganz.

Kernaspekt bei agilem Vorgehen ist die Erfahrung, dass
die Anforderungen, die man AM ANFANG des Projektes vom
Kunden bekommt, häufig grob unvollständig sind. Man hat
dann zwei Möglichkeiten:
- ENTWEDER man arbeitet streng nach Vorschrift, stellt
  dem Kunden einen Haufen Fragen, die er nicht versteht,
  bekommt Antworten, die einem nichts nützen, und vertut
  so einen Haufen Zeit ohne echten Fortschritt,
- ODER man scheisst auf die Vorschrift, programmiert
  erstmal drauflos, präsentiert das Ergebnis irgendwann
  dem Kunden und lässt sich kritisieren, warum man in
  die völlig falsche Richtung gearbeitet hat. Immerhin
  bekommt man jetzt konkrete Kritik und kann eine zweite
  Runde mit hoffentlich besserem Ergebnis versuchen.

Kern des Problems ist die Tatsache, dass sich die
Computertechnik im Moment explosionsartig entwickelt
und in jedem Jahrzehnt neue Tätigkeiten automatisierbar
werden, die vorher nur der Mensch ausführen konnte. Die
Kunden KÖNNEN also in vielen Fällen gar nicht wissen,
welche Möglichkeiten der Computer bietet. Vielfach ist
es nämlich nicht sinnvoll, einfach existierende Tätig-
keiten in den Computer zu verlagern -- es müssen völlig
neue Arbeitsabläufe entwickelt werden, die aber auf
genau DER Software beruhen, die AUCH ERST NOCH entwickelt
werden muss.

Der Lösungsansatz der agilen Methoden ist hier, die
ZIELDEFINITION
a) iterativ und
b) in ständiger Zusammenarbeit mit dem Kunden
vorzunehmen: Erstmal die vorläufig bekannten Anforderungen
hernehmen, eine sinnvolle Auswahl treffen, ein vorläufiges
System bauen, was schon irgendwas Nützliches kann. Dieses
zeigt man dem Kunden. Der SIEHT also schon etwas, was er
versteht und womit er erstmal herumhantieren kann. Auf
Basis dieser Erfahrungen kann der Kunde idealerweise sagen,
ob die BISHERIGEN Anforderungen richtig verstanden und
umgesetzt wurden, und man kann außerdem den nächsten Block
Anforderungen besprechen, mit dem man dann genauso verfährt.

Problem an der Sache:
Man braucht dazu
- einen wohlwollenden Kunden,
- der das Prinzip agilen Vorgehens versteht, und
- ein wohlwollendes eigenes Management,
- das das Prinzip agilen Vorgehens versteht.


> [...]
> TODO Listen in Excel führen dazu, dass sie nie
> abgehakt werden oder zu früh abgehakt werden oder
> es gibt 1000. Versionen.

Eine Frage der Organisation. Ich habe bei einem Projekt
die ToDo-Listen mit dem mcedit geführt, und das hat
hervorragend funktioniert :)
1
  Ich LIEBE ASCII-Formulare . . . . . . . . [X] 
2
  Ich HASSE ASCII-Formulare . . . . . . . . [ ]

Der simple Trick: Ich hatte ZWEI Listen, nämlich einmal
die Datei im Computer und einmal die gedruckte Liste auf
Papier.
Den Tag über wurde NUR auf der gedruckten Liste abgehakt;
wenn neue Punkte erkannt wurden, wurden diese HANDSCHRIFT-
LICH auf der Papierliste ergänzt und ggf. gleich abgehakt,
wenn sie schon erledigt worden sind.

Jeder Arbeitstag begann damit, die handschriftlichen
Ergänzungen von gestern einzupflegen und so die Datei
von heute zu erzeugen. Diese wurde zu guter Letzt
ausgedruckt, und dann konnte der praktische Teil starten.

Das System war super, weil ich
a) alle Listen im Computer erfasst hatte, so wie sie
   dem Stand am MORGEN des jeweiligen Arbeitstages
   entsprachen,
b) alle Listen gedruckt und handschriftlich ergänzt
   vorliegen hatte (und abheften konnte), die dem Stand
   ABENDS am jeweiligen Arbeitstag entsprachen,
c) nach der morgendlichen Planungsphase den Computer
   den ganzen Tag nicht mehr brauchte, sondern mit
   Klemmbrett, Papier und Stift ausgekommen bin.

Ich habe über ein paar Monate hinweg 3..5 Leute mit
Arbeit versorgt, und ich würde es jederzeit wieder so
machen.

von Freddy (Gast)


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Egon D. schrieb:
> Problem an der Sache:
> Man braucht dazu
> - einen wohlwollenden Kunden,
> - der das Prinzip agilen Vorgehens versteht, und
> - ein wohlwollendes eigenes Management,
> - das das Prinzip agilen Vorgehens versteht.

genau da ist leider häufig das Problem.
Wir haben immer mal versucht unseren Kunden zu den Sprint Übergängen 
oder zumindestens zu den Plannings einzuladen. Leider ohne Erfolg.
Aber auch wir mussten erst lernen wie man agile dann in der Praxis 
umsetzt. Denn nicht alles was der Berater erzählt lässt sich in der 
Unternehmenspraxis so umsetzen, vor allem wenn die Führung Agile für ein 
Wunderwerk zum Lösen aller Probleme sieht, aber es nicht versteht womit 
genau man dann die Projekte stört.
Das Telefon und eMail abschalten und sich in den zwei Wochen nur noch 
zum Daily sehen und dann 100% arbeiten zu können, das ist leider ganz 
oft die Idealvorstellung.

Um nicht abzuschweifen, denn da könnte man noch viel zu schreiben.
Für mich klang es so, dass Thread-Eröffner zwar schon auf seinem Acker 
den ein oder anderen Meilenstein gefunden hat, aber ihm irgendwie die 
Leitpfosten um diese zu erreichen fehlen.
Deswegen hatte ich in meinem Post auch nur geschrieben, dass man sich 
die Themenbereiche ansehen sollte und sich für seine Arbeitsweise 
inspirieren lassen soll.  Und diese kann man durchaus immermal wieder 
hinterfragen. Selbst beim nächsten Projekt/Kunden kann eine bewährte 
Praxis nicht funktionieren und man muss sich wieder anpassen.
Insbesondere wenn ich Einzelkämpfer bin und keinen Mentor habe fehlt da 
häufig die zweite Sicht.
Ich kann auch super itertiv mit dem Kunden zusammenarbeiten und beim 
nächsten Projekt entwickele ich aber nach DIN EN61508 (funkt. 
Sicherheit) und dann muss ich wissen was noch iterativ geht oder nicht. 
Nicht selten läuft der Zertifizierungsprozess entwicklungsbegleitend und 
dann kann ich dem Auditor nicht alle zwei Wochen ein neues Konzept 
vorwerfen. Oder wenn der Kunde es anders haben will, ich aber schon voll 
in der Auditierung bin ist es ggf. sinnvoller es bis zu einem bestimmten 
Punkt fortzuführen. Parallel wird dann ein offizieller Change Request 
eröffnet und dieser wird wieder in den Prozess eingesteuert. Das ist 
dann das was auch der Auditor versteht und akzeptiert. Der mag es nicht, 
wenn in einem Sprint die Bremse auf dem rechten Pedal definiert wird, 
dann aber im nächsten doch wieder links und rechts das Gaspedal!

von Dieter (Gast)


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Der TO is wech. Wird erst wieder am Wochenende Zeit haben hier zu 
schreiben.

Handwerker schrieb:
> Ich würde Handwerker an der TU München studieren.

Im angelsächsischen College-Bachelor-Master System ist das so. Es gibt 
dort keine Duale Ausbildung wie bei uns mit Berufsschule und 
Technikerschule. Da geht man dazu an die Universität.

Viele gewerbliche Universitäten sahen darin eine Geldquelle und 
betrieben deshalb vor rund zehn Jahren massive Lobbyarbeit und die FH 
hängten sich da an. Bei der damaligen Regierung, Schröder, SPD. war das 
Hauptargument, wenn die Bayern (u. Baden Würtenberger) dagegen sind, 
dann kann das nur gut und besser sein. Und nun haben wir die Bescherung. 
Wenn das aber zur Arbeitslosigkeit in großen Ausmaß führt, Staatsarmut 
und ausreichend genug Leute verhungern, dann werden aber die viel 
wichtigeren Ziele erreicht, nähmlich die CO2-Reduzierung, d.h. die 
Klimaziele. Und dagegen kann wirklich niemand hier sein, auch wenn es 
hier gar nicht zum Thema paßt.

Es gibt auch Firmen, die legen einem Neuling zu schwere Projekte auf um 
zu sehen, wie diese sich schlagen oder auf den Teppich zurück zu holen. 
Ist natürlich auch nur Spekulation.

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