Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Kündigung für Masterstudium?


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von Peter Backfisch (Gast)


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Hallo liebes Forum,

ich weiß, das Thema wird recht breitgetreten, aber ich würde gerne 
trotzdem mal eure Meinung zu meinen Gedanken hören.

Ich bin 24 und arbeite seit 1,5 Jahren in der Elektrokonstruktion. 
Vorher habe ich einen B.Eng Mechatronik (FH) gemacht.
Die Arbeit ist nach holprigem ersten Jahr ganz ok. Chef und Bezahlung 
passen auch. Karrierechancen sind gut, ist aber nicht mein Ziel.

Nur möchte ich irgendwann mal fachlich was anderes machen. Mir schwebt 
da was in Richtung Elektronik/Embedded Systems vor. Ich habe schon bei 
meiner Abschlussarbeit gemerkt, dass mir sowas Spaß macht, wobei ich mir 
da auch keine berufstauglichen Fähigkeiten aneignen konnte. War mein 
erstes Projekt in die Richtung.
Meine Fähigkeiten und Erfahrungen in dem Bereich sind also begrenzt, da 
in meinem Studium und bei meinem Arbeitgeber der Schwerpunkt auf der 
mechanischen Konstruktion liegt. Bei meinem aktuellen Arbeitgeber wüsste 
ich auch keine interne Stelle, die mir gefallen könnte.

Ich überlege daher gerade so ca in einem Jahr einen Master in 
Elektrotechnik zu machen, um eine gewisse Grundlage für einen Wechsel zu 
haben. Momentan reichen meine Kenntnisse und meine Ausbildung nicht, um 
als Elektronik-Entwickler genommen zu werden.

Allerdings müsste ich dann einen gut bezahlten, relativ sicheren Job in 
der Heimat kündigen.
Finanziell könnte ich mir das schon leisten. Nach den 2 Jahren wäre ich 
27.

Hier konkret meine Fragen:
- Bin ich dann für den Einstieg schon zu alt?
- Sollte ich lieber die arschbacken zusammenkneifen und die nächsten 43 
Jahre des Geldes wegen weiter dasselbe machen?
- Denkt ihr, dass eine Kündigung aus dem Grund "mal was anderes machen 
zu wollen" sinnvoll ist?
- Ist ein berufsbegleitender Master sinnvoll? Die meisten Fernmaster 
zielen (gefühlsmäßig) eher auf Karriere, als auf fachliche Weiterbildung 
ab. Da sind dann so lustige Fächer wie "Industrie 4.0" oder 
"Personalführung" dabei, was m.E. Schall und Rauch ist.

Mir ist klar, dass ich danach weniger verdienen werde und evtl sogar 
zeitweise zum Verleiher muss, da solche Stellen in meiner Region eher 
rar sind. (Zumindest gibt's keine Stellen ohne Berufserfahrung).
Um während des Studiums schon Erfahrung sammeln zu können würde ich mir 
eine Werksstudentenstelle in dem Bereich suchen.

Auch die Familienplanung schiebt sich dann nach hinten.

Denkt ihr dass das eine Schnapsidee ist oder haben meine Gedanken Hand 
und Fuß?

So, jetzt langt's aber mal :D

Danke Euch schon mal im Voraus.

Beste Grüße
Peter B

: Gesperrt durch Moderator
von NiMe (Gast)


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Versuche, bei deinem Arbeitgeber auf 60 oder 80 % zu reduzieren und mach 
den Master nebenher an einer Uni oder FH in deiner Nähe.
Insbesondere "dank" der derzeitigen Lage mit vielen Onlinevorlesungen 
klappt das sehr gut.
Ich mache das derzeit (im 4. Semester) und werde vsl. 5 Semester für die 
Vorlesungen brauchen (normal wären 2). Masterarbeit dann in der Firma, 
wobei du dann wohl eher woanders hin musst. Bei mir passt das mit der 
Interessenslage sehr gut.

von hacker-tobi@gmx.net (Gast)


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Hi,

ich hab vor gut 15 Jahren mit 25 nebenberuflich Diplom-Informatik 
studiert, war mit 29 fertig, und kann es empfehlen.

Mir ging es damals ähnlich wie dir, ich hatte meine Zukunft nicht beim 
damaligen Arbeitgeber gesehen und zudem wollte ich mir Türen öffnen und 
es war interessant.
Und es hat mir Türen geöffnet.
Aus meiner Erfahrung heraus ist es dann auch gar nicht so sehr der 
Abschluß an sich, sondern die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren, 
die im Nachgang von Arbeitgebern honoriert wird.

Ich denke dann auch nicht, das Fern-Studiengänge auf Karriere aus sind. 
Die Inhalte sind ähnlich denen bei Präsenz-Studiengängen.
Auch Fächer wie Führungslehre machen Sinn, denn hier geht es um 
Zusammenarbeit im Team und Kommunikation.

Allerdings musst du dir darüber im Klaren sein, das es eine erhebliche 
Mehrbelastung ist. Wir sprechen hier von ca 15-20 Stunden zusätzlich pro 
Woche.
Auch die Familie und ggf. der Arbeitgeber müssen bereit sein, das mit zu 
tragen.
Du musst dich selbst organisieren können, und dein Umfeld muss 
mitspielen.
Auch die Kosten sind natürlich nicht zu vernachlässigen.

Ich kann es dir trotzdem empfehlen, wenn deine Lebensumstände es zu 
lassen.

gruß

tobi

von Cle (Gast)


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Hey,

ich habs noch etwas wilder gemacht. Ausbildung, Studium B.Eng an 
Hochschule, 2 Jahre arbeiten und dann mit 27 mit der damaligen Freundin 
durch halb Deutschland gezogen und an eine Uni zum Master machen.

Schon alles etwas wild, aber ich hatte da schon immer etwas Bock drauf 
und hab zwischendrin Zeit zum aufladen gebraucht. Bin jetzt gerade 
fertig, hab mit Corona, zusätzlichen Auslandsaufenthalten und vielen 
zusätzlichen Projekten jetzt dann doch etwas länger gebraucht. 
Grundsätzlich hat mir das aber sehr gut getan, vorallem nochmal 
rauszukommen.

Es kommt aber schon stark darauf an was du dir davon erwartest. Für mich 
war es ein großes Ego-Ding weil ich doch mal "richtig an der Uni 
studieren wollte". Größter Hirnfurz aller Zeiten, ich hab aber auch 
nochmal einiges gelernt und mitgenommen, und hab jetzt vermutlich auch 
nen für mich sehr schönen Job im Auge.

Sei dir bewusst das alles immer anders kommt als du dir erwartest, schau 
ob das mit deinem Umfeld überhaupt kompatibel ist 
(Freundin/Geld/Familie), aber wenn das alles nicht dagegen spricht, 
einfach machen. Wir machen alle viel zu wenig und kneifen. Nach knapp 2 
Jahren Job kündigen und den Master machen ist im Lebensweg jetzt auch 
nicht wie in eine Berghütte in den Anden ziehen. Schau das du die 
Masterzeit viel mitnimmst was dich weiterbringt, mir hat die Uniwelt und 
die Möglichkeiten zur Mitgestaltung nebenher einiges gebracht.

Also wenn flexibel & Lust, dann machen.
Keiner hier ist in deiner Position, also hör dir Meinungen vieler 
Menschen an und versuch selber eine Entscheidung zu finden.

von matzes (Gast)


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Da du nach deinem Bachelor schon länger als ein Jahr gearbeitet hast, 
wird ein Masterstudium jetzt wohl nicht mehr konsekutiv laufen können.
Wahrscheinlich wird ein Masterstudium für dich jetzt ein Zweitstudium 
und das ist dann ggf ziemlich teuer. Diesbezüglich solltest du dich auf 
jeden Fall schlau machen, das ist für die Entscheidung sicher nicht ganz 
unwesentlich.

von Q.B. - Qwertzberater (Gast)


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So nen Tipp bezüglich Fernstudium:

An der Uni Duisburg Essen kannste nen relativ günstigen Master in ner 
Fernvariante machen.
Kosten so ca. 300 bis 400 Scheine pro Semester.

Wenn du aus NRW kommst wäre es eigentlich ideal.

Du sagst das die meisten Fernmaster auf Karriere abzielen und dabei 
nicht auf fachliche Weiterbildung abzielen.
Was genau meinst du damit genau?
Zu wenig "Grundlagen"?

von Karatona (Gast)


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Wenn du schlau bist immatrikulierst du dich für sommersemester und nutzt 
aus, dass alles online ist. Ich hab mir jetzt schon alle inhalte die 
irgendwie interessant oder wichtig sind runtergeladen. Damit brauch ich 
nicht mehr zur uni fahren um z.b. eine lösung von der tafel abzupinseln. 
Ein vorteil hat corona also. Es zwingt die ganzen unis zu einer 
digitalisierungsoffensive :3.
Also schnell alles runterladen bevor es vorbei ist ;)

von Q.B. - Qwertzberater (Gast)


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Karatona schrieb:
> Wenn du schlau bist immatrikulierst du dich für sommersemester und
> nutzt
> aus, dass alles online ist. Ich hab mir jetzt schon alle inhalte die
> irgendwie interessant oder wichtig sind runtergeladen. Damit brauch ich
> nicht mehr zur uni fahren um z.b. eine lösung von der tafel abzupinseln.
> Ein vorteil hat corona also. Es zwingt die ganzen unis zu einer
> digitalisierungsoffensive :3.
> Also schnell alles runterladen bevor es vorbei ist ;)

Duisburg ist ausschließlich digital :)

Meine Lösung ist besser hehehe :)

von Cle (Gast)


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matzes schrieb:
> Da du nach deinem Bachelor schon länger als ein Jahr gearbeitet
> hast,
> wird ein Masterstudium jetzt wohl nicht mehr konsekutiv laufen können.
> Wahrscheinlich wird ein Masterstudium für dich jetzt ein Zweitstudium
> und das ist dann ggf ziemlich teuer. Diesbezüglich solltest du dich auf
> jeden Fall schlau machen, das ist für die Entscheidung sicher nicht ganz
> unwesentlich.

Also ich hab nach Berufsausbilung, 0,5 Jahre Arbeit, Bachelorstudium, 2 
Jahre Arbeit und dann Masterstudium an Uni nichts davon mitbekommen. Gar 
kein Thema.

von Thomas (Gast)


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Peter Backfisch schrieb:
> Hier konkret meine Fragen:
> - Bin ich dann für den Einstieg schon zu alt?

Das musst DU wissen ob DU noch etwas in dem Alter schaffst.

> - Sollte ich lieber die arschbacken zusammenkneifen und die nächsten 43
> Jahre des Geldes wegen weiter dasselbe machen?

Auch wieder DEINE Entscheidung, uns allen ist es egal!

> - Denkt ihr, dass eine Kündigung aus dem Grund "mal was anderes machen
> zu wollen" sinnvoll ist?

Wenn man es sich leisten kann, ja.

> - Ist ein berufsbegleitender Master sinnvoll?

Nicht für jeden, dass muss auch wieder DU ganz alleine für DICH 
entscheiden.

Ist es wirklich für viele Leute heute so schwer Ihre eigene Situation zu 
bewerten und dann danach selbstständig eine Entscheidung zu treffen? 
Müssen andere immer sagen, ja mach oder nein lass lieber? Grenzt doch 
schon an betreutes Denken.

von Karatona (Gast)


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Das ist Schwachsinn. Ein Master ist per definition ein konsekutives 
Studium welches auf einem Bachelor aufbaut. Ein Zweitstuidum wäre es, 
wenn er einen weiteren Bachelor macht. Und das kostet dann tatsächlich 
ordentlich was an den meisten Unis.

von Thomas1 (Gast)


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In diesen Zeiten zu kündigen ist nur dumm. Wenn dann ein Fernstudium. 
Such nach Alternativen.

Beitrag #6588943 wurde von einem Moderator gelöscht.
von matzes (Gast)


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Karatona schrieb:
> Ein Master ist per definition ein konsekutives
> Studium welches auf einem Bachelor aufbaut.

Oha. Deiner Meinung nach, gibt es also gar keine nicht-konsekutiven 
Masterstudiengänge. Solltest du vielleicht mal den Hochschulen 
mitteilen. Denen scheint das wohl nicht bekannt zu sein.

Der Fragesteller bringt übrigens einen B.Eng Mechatronik (FH) mit und 
will jetzt in Richtung embedded gehen. Ich finde meinen Rat bzgl 
konsekutiv/nicht konsekutiv nach wie vor angebracht. Das spielt auch 
eine Rolle, wenn es ggf um Bafög geht.

Beitrag #6589174 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6589187 wurde von einem Moderator gelöscht.
von NichtWichtig (Gast)


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Manchmal muß man schon ins kalte Wasser springen um zur 
Leckerbisseninsel zu kommen.

Familienplanung kannste dabei völlig ignorieren, es sind eh schon zu 
viele CO2 Produzenten auf der Kugel. Jedes nichtgeboren Kind ist gut für 
die Umwelt.

Scheinbar langt das Geld also kündige und bilde Dich weiter.

Beitrag #6589211 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Peter Backfisch schrieb:
> Allerdings müsste ich dann einen gut bezahlten, relativ sicheren Job in
> der Heimat kündigen.

Nicht die beste Idee. Versuch es berufsbegleitend zu zu machen. Wenn 
überhaupt. Denn ich glaube du möchtest es aus den falschen Gründen 
machen.

> - Bin ich dann für den Einstieg schon zu alt?

Geht so, du hast ja schon ein paar Jahre Berufserfahrung. Die kann man 
vorzeigen, und bei berufsbegleitend wäre es gar kein Thema.

> - Sollte ich lieber die arschbacken zusammenkneifen

Ja.

A und die nächsten 43
> Jahre des Geldes wegen weiter dasselbe machen?

Nein. Man kann sich auch mit offenen Augen in der Branche in der man 
Arbeitet umsehen.

Und mal ganz ehrlich, wenn mir jemand sagt, dass er keine Lust hat
> die arschbacken zusammenkneifen und die nächsten 43
> Jahre des Geldes wegen weiter dasselbe machen?
aber gleichzeitig sagt er hat keine Bock auf Karriere, dann läuft der 
für mich nicht ganz rund. Was denn nun?

Ansonsten bist du ein schönes Beispiel warum man immer wieder sagt 
"Augen auf bei der Berufswahl".

> - Denkt ihr, dass eine Kündigung aus dem Grund "mal was anderes machen
> zu wollen" sinnvoll ist?

Nein. Nach 1,5 Jahren schon den Abgang machen zu wollen ist kein Zeichen 
für Ausdauer. Es gibt die alte Weisheit im Personalwesen  "Sie tun es 
immer wieder". Jeder Personaler der das im Lebenslauf sieht wird sich 
fragen was da war, ob du kein Sitzfleich hast, etc. und ob du nicht 
wieder nach 15 Jahren den Abgang machst.

> - Ist ein berufsbegleitender Master sinnvoll?

Ja, wenn man die richtigen Gründe hat.

> Die meisten Fernmaster  zielen (gefühlsmäßig)

Gefühlsmäßig? Bist du Ingenieur oder Sozialpädagoge? Arbeite gefälligst 
mit Fakten.

> Da sind dann so lustige Fächer wie "Industrie 4.0" oder
> "Personalführung" dabei, was m.E. Schall und Rauch ist.

Nein. Industrie 4.0 ist zwar ein Schlagwort, aber gerade jetzt merken 
viele Firmen, dass sie ohne Digitalisierung (was in der Industrie dann 
Industrie 4.0 heißt) mittel- bis langfristig ziemlich am Arsch sind.

Personalführung hilft, auch wenn du immer nur der Geführte bist, um 
besser zu begreifen oder sogar vorauszusehen was dein Chef so treibt und 
wo er versagt.


> evtl sogar
> zeitweise zum Verleiher muss,

Du planst also schon jetzt beim Sklavenhalter zu landen, nur weil dir 
dein jetziger Job nicht gefällt? Ok, deinem zweiten Ziel, keine Karriere 
zu machen, kommst du damit sehr nahe. Deinem ersten Ziel, keinen 
Scheißjob zu haben, aber nicht.

> Um während des Studiums schon Erfahrung sammeln zu können würde ich mir
> eine Werksstudentenstelle in dem Bereich suchen.

Passt nicht zur vorherigen Aussage, dass entsprechende Stellen in deiner 
Region rar sind.

Zusammengefasst:

Master berufsbegleitend ist im Prinzip eine gute Idee. Aber nach 1,5 
Jahren aus dem Job wegzulaufen? Nein. Das klingt für mich alles wie eine 
Panikreaktion weil da jemand merkt das er langsam erwachsen werden muss. 
Es fiel ja auch das Stichwort "Familienplanung".

von Peter Backfisch (Gast)


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Hallo zusammen,

erstmal danke für Eure Antworten und Anregungen.

Ich denke das hilft mir bei der Entscheidungsfindung weiter.

Viele Grüße
Peter B

Beitrag #6590301 wurde von einem Moderator gelöscht.
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Beitrag #6590425 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6590559 wurde von einem Moderator gelöscht.
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