FM-Radio im Bereich 78/79 MHz?

Gast #6606282
Lesenswert?

Die wichtigste Information fehlt: Welcher Empfänger (offensichtlich kein 
übliches UKW-Radio) und welche ZF?

Mal naiv die üblichen 10,7 MHz angenommen und man landet bei:
(78 + 10,7 + 10,7) MHz = 99,4 MHz

Was treibt man sich denn bei 78 MHz rum? Oberband ist doch von 
84,015–87,255 MHz und sollte schon digitalisiert sein ;-)
Gast #6606339
Lesenswert?

Marek N. schrieb:
> Welcher Empfänger (offensichtlich kein übliches UKW-Radio) und welche ZF?
Ich hatte bis vor allzu langer Zeit einen Sony-Weltempfänger, dessen 
UKW-Band von 76-108 MHz reichte. Ich hatte ihn Ende des letzten 
Jahrtausend in Frankreich gekauft. Da unten waren neben dem Behördenfunk 
auch einige Radiosender zu hören. Spiegelfrequenz glaube ich eher nicht, 
da es sich um einen hochwertigen Doppelsuperhet handelte. Ich vermute, 
dass das "Zubringer" zu Relaistationen waren.
Gast #6606348
Lesenswert?

Waren dies alten analogen Weltempfänger im UKW-Bereich nicht meist nur 
Einfachsuper? Doppel- und Dreifachsuper waren die Geräte doch meist nur 
im LMK-Bereich. Und wenn, dennoch wäre ein Empfang von Spiegelfrequenzen 
und anderen Intermodulationsprodukten möglich.

Zubringer für Relais im UKW-Rundfunk gibt es in Deutschland nicht in dem 
Bereich von 78-79 MHz.
Gast #6606386
Lesenswert?

Matthias schrieb:
> Marek N. schrieb:
>> 84,015–87,255 MHz und sollte schon digitalisiert sein
>
> Und verschoben auf 380-400 MHz. ;-)

Also
1. In B-W z.B. funkt die Feuerwehr noch komplett analog in diesem 
Frequenzbereich.
2. Ist das Oberband auch nicht digitalisiert auf 380-400MHz 
"verschoben", sondern nur auf 390-395MHz.
Gast #6606442
Lesenswert?

Tom schrieb:
> Waren dies alten analogen Weltempfänger im UKW-Bereich nicht meist nur
> Einfachsuper? Doppel- und Dreifachsuper waren die Geräte doch meist nur
> im LMK-Bereich.

Sofern ich weiß, sind alle UKW-FM-Radios Einfachsuper.
Nur die "Amateure" faseln ständig was von Dopplelsuper, ohne sich dessen 
überhaupt bewusst zu sein, wie man denn bitteschön ein 150 kHz oder mehr 
breites FM-Signal in einer ZF-Lage von 455 kHz durch ein Keramikfilter 
bekommt. Da braucht man nun wirklich keine Keramikfilter, sondern ein 
RC-Bandpass täte es auch.

On-Topic: Ich hab einen Tecsun PL-680. Das kann man auch per 
Tastenkombination auf Japan-Band umschalten und auch da zeigt sich die 
Spiegelfrequenzproblematik, dass die regulären UKW-Sender dort unten zu 
hören sind.
Gast #6606449
Lesenswert?

P.S.: Wundert mich, dass die sonst so fortschrittlichen Japaner sich mit 
nur 14 MHz Zuteilungsbandbreite zufrieden geben, während man hierzulande 
praktisch keine vernünftige Frequenzkooridnation mehr machen kann, weil 
schon alles längst zugenfunzelt und totgedudelt wurde.

Beispiel: Im Großraum Bremen sind Antenne und FFN auf jeweils fünf 
Frequenzen zu empfangen. Würde man beiden Sendern jeweils einen 100 
kW-Leuchtturm zuteilen, wären sie immer noch in diesem Gebiet bestens zu 
empfangen, aber dann würden ja auf einen Schlag acht Frequenzen frei 
werden, die ja von weiteren Konkurrenzsendern verwendet werden könnten. 
Das darf natürlich nicht sein! Und so werden weiter diese Funzeln als 
Channel-Marker durchgefüttert. Ist ja egal, bezahlen tuts ja eh der 
"Verbraucher". - Nein Danke!

Ganz ehrlich: Da ist mir der Buzzer auf 4625 kHz mir sogar 
unterhaltsamer.
Gast #6606473
Lesenswert?

Hallo

leider nur auf Englisch und etwas verwirrend

https://en.wikipedia.org/wiki/FM_broadcasting_in_Japan

Schade das dort relativ wenig über weitere Hintergründe zu lesen ist.

Ich nehme an das es wohl mit der zeit Entwicklung bzw. einführung des 
bezahlbaren Fernsehen "für alle" und die Topografie, Insellage und 
Bevölkerungsverteilung zusammenhängt.

Auch wird wohl Zusammenhänge mit den Verbrechen im 2WK und die Rolle als 
Verlierer geben - war ja was die entwicklung des FM UKW Rundfunk angings 
auch nicht anders.

Interessant auch zu sehen das Japan (siehe einen der Links in den 
Verlinkten Artikel) nicht die MW aufgegeben hat...

Radiofreund
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #6606482
Lesenswert?

Marek N. schrieb:
> P.S.: Wundert mich, dass die sonst so fortschrittlichen Japaner sich mit
> nur 14 MHz Zuteilungsbandbreite zufrieden geben

viele Berge. Hohe Berge,
von denen man nur in Richtung Küsten "strahlen" muss.

Da kann man mit einem Sendemast viel abdecken.
Da braucht man dann nicht soviele Sender.

Insellage, keine angrenzenden Länder, die ins Land hinein senden.
Gast #6606548
Lesenswert?

Karl B. schrieb:
> vielleicht Tropo-Scatter-Überreichweiten:

Hatten wir vor Jahren auch mit UKW Radio Luxemburg einen Tag.
Genauso könnten auch östliche Sender zeitweilig Überreichweiten haben. 
Heute wird noch in Russland, der Ukraine, der Republik Moldau und 
Weißrussland das OIRT-Band weiterhin intensiv genutzt.
Gast #6610601
Lesenswert?

Daniel schrieb:
> entdeckte ich im
> Frequenzbereich 78/79 MHz mehrere FM-Radio-Sender, tw auch auf Deutsch.

Mike schrieb:
> Ich vermute,
> dass das "Zubringer" zu Relaistationen waren.

Japp, um ca. 78 MHz (genauer 77,6-77,8) nennt der Frequenzplan der BNA 
2019 den Reportagefunk (Tonzubringerübertragung) max. 60W EIRP

Das erklärt auch die neueren UKW-Empfänger von 78-108 MHz.

"Reportagefunk" gehört zur Gattung des "nichtöffentlichen mobilen 
Landfunks" und kann von öffentlich-rechtlichen als auch privaten 
Rundfunkveranstaltern zur vorübergehenden Übermittlungen von Audio, 
Video, Daten und Steuerdaten verwendet werden.
Gast #6622279
Lesenswert?

Aber sowas macht man heute über 4G/5G Mobilfunk digital...

Glaube kaum, daß so ein Reportagefunk noch aktiv ist.

Das OIRT Rundfunkband (Russland?) hat doch auch tiefere Frequenzen. 
Ansonsten müßte man doch schnell am Programm merken was das für ein 
Sender ist. Nachrichten zur vollen Stunde...
#6645290
Lesenswert?

Marek N. schrieb:
> Beispiel: Im Großraum Bremen sind Antenne und FFN auf jeweils fünf
> Frequenzen zu empfangen. Würde man beiden Sendern jeweils einen 100
> kW-Leuchtturm zuteilen, wären sie immer noch in diesem Gebiet bestens zu
> empfangen, aber dann würden ja auf einen Schlag acht Frequenzen frei
> werden, die ja von weiteren Konkurrenzsendern verwendet werden könnten.

jetzt bringe ich mal einen wirtschaftlichen Aspekt ins Spiel.

Was ist billiger? 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche 5 Stück 100W Sender 
zu betreiben oder 1 100KW Sender zu betreiben?

Warscheinlich wird der geringere Stromverbrauch von 5 100W Sendern 
gegenüber dem 100KW Sender schon in kürzester Zeit die Mehrkosten von 5 
Lizenzen gegenüber 1 Lizenz amortisiert haben.

Hinzu kommt zumindest in bergigen Land , das man die 100W Sender so 
plaziert, das man Gebiete ausleuchtet, wo ein zentraler 100KW Sender 
sonst nicht hinkommt. Man nennt diese kleinen Sende auch Füllsender.

Ralph Berres
Gast #6647659
Lesenswert?

Daniel schrieb:
> Als ich neulich abends den Äther durchstöberte, entdeckte ich im
> Frequenzbereich 78/79 MHz mehrere FM-Radio-Sender, tw auch auf Deutsch.

Dann warte, bis die (meist zur vollen Stunde) ihren Programmnamen 
verraten.
In dem Frequenzbereich kann es sich auch um nichtöffentlichen PMSE-Funk 
handeln.
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/Firmennetze/PMSE/PMSE-node.html
Gast #6647864
Lesenswert?

> Was ist billiger? 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche 5 Stück 100W Sender
> zu betreiben oder 1 100KW Sender zu betreiben?

Im ÖR-Hörfunk (Grundnetzsender) kommen oft Sender mit einer Ausgangs-
leistung von ca. 10kW zu Einsatz. Der Antennengewinn (meist Dipolfelder) 
bringt dann eine ERP in der Grössenordnung von etwa 100kW.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren