Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Gartenbewässerung - Wasserleitung per Magnetventil - Notabschaltung


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von Heinz (Gast)


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Hallo zusammen,

ich plane gerade eine automatische Bewässerung für meine Gemüsebeete zu 
bauen. Als zentrale Steuereinheit wird ein ESP32 verwendet, welcher über 
MQTT ansprechbar ist (Verbindung zu openhab). An diesen ESP sind mehrere 
kleine Tauchpumpen angeschlossen, die das Gießwasser aus einer 
Regentonne zu den einzelnen Pflanzen pump. Außerdem soll ein Ultraschall 
Sensor ein mal täglich (vor Bewässerung) den Wasserfüllstand in der 
Regentonne kontrollieren.

Sofern nun der Füllstand unter einem gewissen Minimum liegt und das 
Wasser für den Gießvorgang nicht mehr ausreichen sollte, soll zunächst 
Wasser per Schlauch aus der Wasserleitung in die Regentonne geliefert 
werden und diese auffüllen.

Dieses System dient vor allem dazu, dass meine Pflanzen auch während 
eines Urlaubes bewässert werden. D.h. das System muss sicher und 
zuverlässig laufen und es darf auf keinen Fall passieren, dass es zu 
Fehlern an dem Ventil kommt, welches die Wasserleitung für das manuelle 
Befüllen (falls Regentonne leer) steuert. Ich möchte schließlich ja nach 
zwei Wochen Urlaub nicht feststellen müssen, dass zwei Wochen lang die 
Wasserleitung aufgereht war und ich dann eine hohe Wasserrrechnung 
erhalte.

Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, dass ich zwei Ventile 
(https://www.amazon.de/Elektromagnetventil-DN20-Messing-Magnetisches-Magnetventil/dp/B07PG8MC1X/ref=asc_df_B07PG8MC1X/?tag=googshopde-21&linkCode=df0&hvadid=380153378556&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=6492453163475477752&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9042465&hvtargid=pla-745175614984&psc=1&th=1&psc=1&tag=&ref=&adgrpid=77035646625&hvpone=&hvptwo=&hvadid=380153378556&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=6492453163475477752&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9042465&hvtargid=pla-745175614984) 
in Reihe schalte.

Sofern es dann bei einem Ventil zu einem Fehler kommt, speert zumindest 
das andere Ventil noch.

Jedoch löst das natürlich noch nicht das Problem, dass sofern der ESP 
einen Fehler hat und aus irgendeinem Grund dauerhaft an allen Ausgängen 
ein high Signal liefern, dass dann dauernd Wasser fließen kann.

Dazu hatte ich mir überlegt noch eine unabhängige Sicherheitsschaltung 
einzubauen. Die Idee war, dass ich immer wenn ich eine steigende Flanke 
an der Sicherheitsschaltung detektiere, ein Timer startet. Nach Ablauf 
einer bestimmten Zeit (2 min) unterbricht dieser automatisch die 
Stromverbindung. Das zurücksetzen der Sicherheitsschaltung erfolgt dann 
nur, sofern vom ESP32 eine Bestimmte Kontrollsequenz (per I2C) empfangen 
wird.

Dies scheint mir ein recht aufwendiges Sicherheitskonzept.

Habt Ihr evtl. da Erfahrung wie man das vielleicht eleganter lösen kann?

Ich bedanke mich recht herzlich!
Viele Grüße
Heinz

von oszi40 (Gast)


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Heinz schrieb:
> eleganter lösen

Mal bei Gardena suchen? Deine Bewässerung sollte bei Frost leergeblasen 
werden, wenn das Eis sie nicht sprengen soll.

von Wolfgang (Gast)


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Heinz schrieb:
> Die Idee war, dass ich immer wenn ich eine steigende Flanke
> an der Sicherheitsschaltung detektiere, ein Timer startet. Nach Ablauf
> einer bestimmten Zeit (2 min) unterbricht dieser automatisch die
> Stromverbindung.

Warum die Unterbrechnung nach einer bestimmten Zeit. Die Unterbrechung 
ist doch nur nötig, wenn deine Ansteuerschaltung nicht richtig lebt.
Ein retriggerbares Monoflop vor der Ventilsteuerung würde dafür sorgen, 
dass das Ansteuersignal weg geht, sobald nicht in regelmäßigen Abständen 
passende Flanken vom Controller kommen.

von Heinz (Gast)


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oszi40 schrieb:
> Heinz schrieb:
>> eleganter lösen
>
> Mal bei Gardena suchen? Deine Bewässerung sollte bei Frost leergeblasen
> werden, wenn das Eis sie nicht sprengen soll.

Nein, ich möchte es selber bauen.
Ja genau, sie wird mit einem Kompressor jedes Jahr dann leer geblasen.

Wolfgang schrieb:
> retriggerbares Monoflop

Das klingt interessant.
Werde mal Informationen dazu suchen.

Vielen Dank schon einmal!

von Roland E. (roland0815)


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Die Notauffüllung der Regentonne würde ich über eine Spülkastenmechanik 
machen. Die ist robust und Fehlertolerant. Und geht im Notfall auch ohne 
Strom.

von MaWin (Gast)


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Heinz schrieb:
> Habt Ihr evtl. da Erfahrung wie man das vielleicht eleganter lösen kann?

Deine Lösung, das Wasser nicht aus der Leitung, sondern einer Regentonne 
zu holen, ist schon klug
So kann im Fehlerfall maximal die Regentonne verschwendet werden. Pumpen 
brauchen keine extra Sicherheitsventile, WENN der Schlauch nicht wie ein 
Siphon die Tonne entleeren kann. Dazu hilft ein Belüftungsventil das bei 
Druck schliesst und bei Unterdruck öffnet (oder Tonne tiefer als Beet 
oder sowieso offenes System oder oder oder).
Da das System also nur im Fehlerfall nur die Tonne leer macht, wurde ich 
mir keine Gedanken machen, wie man im Fehlerfall noch einen Fehler ohne 
Probleme abfangen kann.

Ich hatte mal ein Magnetventil an der Wasserleitung, per Schaltuhr 
gesteuert. Gebaut, getestet, funktioniert, in Urlaub gefahren, und 
danach war alles vertrocknet. Weil das Magnetventil dann doch an einem 
Tag per EMV Zündfunke beim Abschalten die elektronische Zeitschaltuhr 
geresettet hat, das konnte ich hinterher auch nachvollziehen und mit 
einem Snubber abstellen. Gut, dass es nicht im geöffneten Zustand 
ausfiel.

Also: Magnetventile können auch eher ein Problem als eine Lösung sein.

von Helge (Gast)


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a) Klospülung-Ventil, geht.
b) Waschmaschinenventil 230V (oder deines), Zeitrelais.
c) beides hintereinander für maximale Sicherheit und passenden 
Füllstand.

von my2ct (Gast)


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MaWin schrieb:
> Weil das Magnetventil dann doch an einem Tag per EMV Zündfunke beim
> Abschalten die elektronische Zeitschaltuhr geresettet hat, das konnte
> ich hinterher auch nachvollziehen und mit einem Snubber abstellen.
> Gut, dass es nicht im geöffneten Zustand ausfiel.

Was bitte ist ein elektromagnetische Verträglichkeit Zündfunke?

Induktionsspitzen können grundsätzlich nur beim Abschalten entstehen.
Das hat nichts mit Glück, sondern mit dem Induktionsgesetz zu tun.

von Glasfasernetzwerker (Gast)


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Nimm ein Ventil das selbstschliesend ist! Also das vom Magnet aufgezogen 
wird und sobald Strom weg von allein schließt. Sowas hab ich in der 
Wohnung und schalte damit den Gartenschlauch per Sonoff weil der nicht 
immer unter Druck stehen soll.

Mein Ventil hab ich von Banggood voll Messing, knapp 20€ beide seiten 
3/4 Zoll, hab es einmal demontiert um sicher zu gehen dass es so ist wie 
sein soll. Läuft jetzt ein Jahr und alles prima. Am Anfang hab ich noch 
überwacht, inzwischen vertraue ich dem Teil. War aber auch mehr die 
Dichtigkeit meiner Verschraubungen die ich kontrollieren, das teil ist 
massiv und gut gebaut. Das gleiche was man für das 5-10x im Deutschen 
Fachhandel bekommt, außer dass die wenn überhaupt es etwas hübscher 
auszeichnen und verpacken.

Jede Waschmaschine hat auch selbstschliesende Ventile und da gibts auch 
keine 2x Sicherheitsfaktoren. Und mal ernst, wer dreht immer nach dem 
Waschen/Spülen an dem Hahn den Zulauf zu? Ich nicht, geht seit >10 
Jahren mit der aktuellen Maschine gut...

von Johannes O. (jojo_2)


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Jenachdem wieviel Arbeit du dir machen willst und wieviel Sicherheit du 
brauchst: Du kannst einen zweiten Mikrocontroller dranhängen, der die 
Anschaltzeiten der beiden Magnetventile prüft. Falls diese zu lange 
angesteuert werden, dann kann er entweder diese deaktivieren oder deinen 
ESP32 zurücksetzen.
Dieses System sollte weitgehend unabhängig von deinem Bewässerungssystem 
entwickelt werden (kein Code-Reuse an kritischen Stellen). In so einem 
Konzept können sich dann natürlich auch beide Systeme gegenseitig 
prüfen.

Alternativ bietet sich noch an: Ein Sensor in der Wassertonne, der das 
Magnetventil nur freigibt, sofern der Pegel unter X liegt. Irgendwas 
Richtung Schwimmerschalter. Das braucht vermutlich auch nicht so präzise 
gehen, weil du einen großen Bereich hast zwischen "Tonne muss unbedingt 
gefüllt werden" und "Tonne läuft nun über". Irgendwo dazwischen muss das 
Ding schalten.
So etwas kann als zusätzliche Sicherheit natürlich auch parallel noch 
ausgeführt werden. Braucht auch keine große Intelligenz im System, 
Schwimmerschalter sind weitgehend mechanisch.

von MaWin (Gast)


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my2ct schrieb:
> Was bitte ist ein elektromagnetische Verträglichkeit Zündfunke?

Der wegen der induktiven Last des Magnetventils beim Öffnen des Relais 
an den Kontakten entstehende Abreisssfunke, der den mangelhaft EMV 
konstruierten Schaltuhr-uC so abstürzen liess, dass er Uhrzeit und 
Programm vergass.

Aber das hast du sicher auch verstanden, du wolltest nur mal doof tun.

von my2ct (Gast)


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MaWin schrieb:
> ... der den mangelhaft EMV konstruierten Schaltuhr-uC so abstürzen lässt
> ...

Dem mangelhaft elektromagnetisch Verträglichkeit konstruiert 
Schaltuhr-µC wirst du die Schuld nicht in die Schuhe schieben können. 
Irgendwo muss beim Abschalten die Energie aus dem Magnetfeld hin und 
wenn du ihr keinen anderen Weg als die Funkenbildung anbietest, entsteht 
natürlich ein Funke und damit verbundene Störungen sowie Schädigung der 
Kontaktflächen. Aber dafür kann der Schaltuhr-uC nichts. Ein 
Rundfunkempfänger würde genauso dadurch gestört.

von Udo (Gast)


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Hallo,

wenn du (im Rahmen eines Hobby-Projektes) einen sichere Schaltung 
willst, könntest du Sicherheitsmaßnahmen gegen folgende 
Fehlermöglichkeiten einbauen:

1. Ventil mechanisch defekt - bleibt in offen-Stellung hängen
2. Sensor für Füllstandsmessung defekt - erkennt fehlerhaft 
Nachspeisebedarf
3. Controller-Software hat sich verrannt, gibt fehlerhaft 
Nachspeisebefehl
4. Controller-Hardware defekt - steuert Ventil fehlerhaft an
5. Leistungsbeschaltung für Relais defekt - steuert Ventil fehlerhaft an
6. Stromausfall - Schaltung bleibt in Nachspeisestellung stehen
7. Speicherfehler - Programm errechnet fehlerhaft Nachspeisebedarf
8. Dauer-Reset

zu 1.
zwei Ventile in Reihe vorsehen

zu 2.
zweiten Sensor vorsehen und per Software die Werte gegenseitig 
plausibilisieren.

zu 3.
Programmfluss überwachen, bspw. mit einer Zählvariable o.ä. und
Watchdog triggern bei korrektem Wert der Zählvariable

zu 4.
Stromfluss zu den Ventilen überwachen

zu 5.
Stromfluss zu den Ventilen überwachen

zu 6.
Ventile vorsehen, welche stromlos geschlossen sind

zu 7.
Wichtige Daten wie Sensorwerte, Zählvariable für Programmfluss 
invertiert ablegen und dadurch auf Plausibilität prüfen

zu 8.
Resetfeste Variable ablegen und die Resets mitzählen. Nach erreichen der 
Schwelle Watchdog abschalten, alle Ventile abschalten  und in eine 
while(1); Schleife gehen, (keine Programmabarbeitung)

Die Fehlerreaktionen für die einzelnen Fälle wären noch festzulegen.
In manchen Fällen könnte ein Reset ausreichen. In anderen Fällen müsste 
sofort der sichere Zustand eingenommen werden.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Heinz schrieb:
> Ich möchte schließlich ja nach
> zwei Wochen Urlaub nicht feststellen müssen, dass zwei Wochen lang die
> Wasserleitung aufgereht war und ich dann eine hohe Wasserrrechnung
> erhalte.

Die einfachste Lösung ist eine mechanische Wasserdurchflussdrossel. Die 
stellst Du auf eine Durchflussmenge ein, so dass das Nachfüllen des 
Tagesbedarfs in die  Tonne einen halben Tag dauert.

von Wolfgang (Gast)


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Dieter D. schrieb:
> Die stellst Du auf eine Durchflussmenge ein, so dass das Nachfüllen
> des Tagesbedarfs in die  Tonne einen halben Tag dauert.

Stellt sich nur die Frage: Wie hoch ist der Tagesbedarf?

Meist ist der abhängig von Einstrahlung, Windgeschwindigkeit, 
Lufttemperatur, Luftfeuchte, Bodenfeuchte, Niederschlag und 
Pflanzenwachstum.

von Der Gärtner wars! (Gast)


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Heinz schrieb:
> Ich möchte schließlich ja nach
> zwei Wochen Urlaub nicht feststellen müssen, dass zwei Wochen lang die
> Wasserleitung aufgereht war und ich dann eine hohe Wasserrrechnung
> erhalte.

Da würde sich ein zweiter ESP anbieten, der einfach stur auf die 
Durchflussmenge(z.B.  mit YF-S201C) schaut, und bei Bedarf das 2. Ventil 
stromlos schaltet, und nebenbei noch schön den Wasserverbrauch an 
openhab/Handy meldet.

Wenn im Urlaub ein Fehler auftritt rufst du die Nachbarn an.

> Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, dass ich zwei Ventile

Ich bin schon mit der 4€ Plastikvariante (G1/2, 8Bar) zur tägliche 
Tröpfchenbewässerung zufrieden (bisher ca. 2000 Schaltzyklen).

BTW, manche (alte) Gartenschläuche mögen keinen Dauerdruck von 8Bar bei 
Hitze..

von Helge (Gast)


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Der Gärtner wars! schrieb:
> (alte) Gartenschläuche mögen keinen Dauerdruck
Abhilfe: 16bar PU-Schlauch Duchmesser ca. 6/4mm oder 8/5mm. Ist in 
Pneumatik, Hydraulik gebräuchlich. Es braucht ja nur der maximale 
Tagesbedarf nachgefüllt werden.

von Christopher J. (christopher_j23)


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Udo schrieb:
> Ventil mechanisch defekt - bleibt in offen-Stellung hängen

Das wäre meiner Meinung nach (zusammen mit einem defekten Sensor) der 
wahrscheinlichste Fehlerfall, wobei meiner Meinung nach
> zwei Ventile in Reihe vorsehen
nur bedingt hilft, weil im Zweifelsfall auch zwei Ventile hängenbleiben 
können bzw. erst bleibt eins hängen, man merkt davon nichts und 
irgendwann hängt dann auch das zweite.

Um ein defektes Ventil überhaupt detektieren zu können würde ich da den 
Vorschlag mit dem Durchflussmesser einbauen.

von Georg (Gast)


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Heinz schrieb:
> Nein, ich möchte es selber bauen.

Ein Bekannter von mir hatte an einen Studenten vermietet, der auch seine 
Blumen-Bewässerung unbedingt selber programmieren wollte - nachdem er in 
Urlaub gefahren ist mussten 2 Wohnungen renoviert werden.

Georg

von Ralf X. (ralf0815)


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Halbwegs "ordentliche" Magnetventile im Consumerbereich erreichen 
Standzeiten über Jahrzehnte und leicht Schaltzustände im 6-stelligen 
Bereich.
Zum Schliessen wird nicht nur die eine Federkraft genutzt, sondern auch 
der anliegende Wasserdruck, sogenannte Selbsthemmung.
Was (dort) passieren kann, ist eine Versprödung eines Dichtgummis oder 
mechanische Behinderung der völligen Dichtheit durch Fremdkörper, 
letzteres insb. wenn das obligatorische Grobkornsieb VOR dem Ventil 
weggelassen wird.

Bei absoluten Billigteilen, also auch Gardena & Co, kann das ganz anders 
aussehen, auch mit der Verbindung zum Hahn.

Ich habe seit ~35 Jahren einen Wasserhahn im Keller mit nachfolgendem 
Magnetventil, das von einem Aussenschalter am dortigen Aussenwasserhahn 
gesteuert wird.
Verbindung über "WaMa"-Schlauch mit 10bar Nenndruck und 100bar 
Platzdruck.
Den Hahn im Keller drehe ich maximal alle 10 Jahre mal zu 
Wartungszwecken ab.
Ähnlich geht es meinen Wasserhähnen vor WaMa, Geschirrspüler, etc. mit 
Magnetventil.

von Wolfgang (Gast)


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Ralf X. schrieb:
> Den Hahn im Keller drehe ich maximal alle 10 Jahre mal zu
> Wartungszwecken ab.

Um die Gängigkeit des Hahnes sicher zu stellen, ist es sicher kein 
Fehler, ihn mehrere Mal im Jahr zu bewegen.

von Ralf X. (ralf0815)


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Wolfgang schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Den Hahn im Keller drehe ich maximal alle 10 Jahre mal zu
>> Wartungszwecken ab.
>
> Um die Gängigkeit des Hahnes sicher zu stellen, ist es sicher kein
> Fehler, ihn mehrere Mal im Jahr zu bewegen.

Der Hahn gehört noch zum "alten Eisen", also nahezu unkaputtbar. :-)
Auch die Hähne in der Hauptwasserleitung vor und hinter der Wasseruhr 
erfreuen sich einer erfreulichen Leichtgängigkeit, obwohl sie nur alle 
Jubeljahre mal bewegt werden.
Wichtig könnte sein, was mir mal ein Wasserwerker vor über 50 Jahren 
erzählt hat:
Langzeitabsperrhähne nach dem Öffnen auf Endanschlag IMMER je nach 
Steigung um ein bis zwei Umdrehungen wieder zudrehen und NIEMALS eine 
vorhandene äussere Fettung entfernen, sondern höchstens ergänzen.
WENN dann mal der Hahn doch per Wasserpumpen- oder Rohrzange bewegt 
werden muss, hat man automatisch zwei mögliche Richtungen und über die 
Zeit hat das Innenleben auch die Möglichkeit, sich mit den wechselnden 
Temperaturen zu bewegen.

Im Übrigen sind die Hauptdichtungen in einem "Schieber" ausschliesslich 
druckbelastet und weisen dadurch maximal Schäden durch Alterung oder 
Fremdkörper auf.
Ganz anders die Dichtung in der Drehachse, die bei jeder Drehung auch 
zusätzlich abrasiv mechanisch belastet wird.

Ist ein Schlauchanschluss eines Gerätes OHNE "Aquastop" ausgeführt, 
empfehle ich natürlich auch das Abdrehen bei Nichtnutzung.

von Patrick L. (patrick_l)


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Roland E. schrieb:
> Die Notauffüllung der Regentonne würde ich über eine Spülkastenmechanik
> machen. Die ist robust und Fehlertolerant. Und geht im Notfall auch ohne
> Strom.

viele Beiträge sind ja schon deutlich vom Thema abgetriftet. Der 
Vorschlag von Roland ist doch absolut sicher, wenn man es unbedingt 
elektrisch braucht kann man ja einen Schwimmerschalter in die Tonne 
bringen welcher dann das Magnetventil trennt egal ob die Steuerung 
hängengeblieben ist oder nicht

von Patrick L. (patrick_l)


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falls das Projekt nicht schon fertig umgesetzt ist bietet sich

https://opensprinkler.com/

an. Die Eagle-Dateien sind auf Github, auch zum Selbstbau. Event. habe 
ich noch einen Platinensatz da, da ich dies auch selbst für den 
Rasensprenger nutze, allerdings ist bei mir die Regentonne eine Zisterne 
(also vergleichbares Thema, nur etwas größer).

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Patrick L. schrieb:
> Roland E. schrieb:
>> Die Notauffüllung der Regentonne würde ich über eine Spülkastenmechanik
>> machen. Die ist robust und Fehlertolerant. Und geht im Notfall auch ohne
>> Strom.
>
> viele Beiträge sind ja schon deutlich vom Thema abgetriftet. Der
> Vorschlag von Roland ist doch absolut sicher

Humbug, jedenfalls ohne Deine untere Ergänzung, und auch damit ist gar 
nichts "sicher".
Auch nutzt ohne Strom die Nachfüllung der Regentonne nichts in diesem 
Anwendungsfall.

> wenn man es unbedingt
> elektrisch braucht kann man ja einen Schwimmerschalter in die Tonne
> bringen welcher dann das Magnetventil trennt egal ob die Steuerung
> hängengeblieben ist oder nicht

Direkt am Hahnauslass empfielt sich ein 230VAC Magnetventil, in der 
Regentonne eher keine 230V-Technik.
Man kann es auch übertreiben.

von Reiner O. (elux)


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Ich habe mir für meine Gartenbewässerung nach "durchwachsenen" 
Erfahrungen mit Magnetventilen diese:
https://de.aliexpress.com/item/1872470286.html?spm=a2g0s.9042311.0.0.780c4c4dlvWX9R
Motorventile mit Rückmeldung(CR05) gekauft.

Da meine "Zisterne" einige tausend Kubikmeter Wasser enthält, wird bei 
Fehlern die Pumpe abgestellt und "Ruhe ist".

Für den TO wären vermutlich auch die mit CR04 interessant.


Gruss
Elux

von Gerald O. (garry)


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So weit ich das gesehen habe hat bisher keiner eine Lösung gebracht wie 
man zuverlässig eine Dauerbestromung des Ventils verhindert:
Ein Spannungsinverter (Ladungspumpe) erzeugt eine negative Spannung die 
das Ventil treibt. Der Inverter wird so ausgelegt dass er nur mit einem 
pulsenden Signal vom uC arbeitet. Der Puls wird aus der Mainloop heraus 
getoggelt (nicht Timer IRQ!). Kommt der uC nun aus welchem Grund auch 
immer nicht mehr durch den "Toggelgenerator" wird keine negative 
Spannung mehr erzeugt und das Ventil fällt ab. Auch ein durchlegierter 
Treibertransistor kann so keine Spannung mehr zur Spule durchlassen. 
Jetzt muss man nur noch darauf achten dass auch nicht ein ständiger uC 
Neustart zu einem derartigen Toggeln führt dass das Ventil schalten 
kann.
Wenn man es noch sicherer haben will (Angst vor Speicherfehler,...) 
nimmt man einen 2. uC hinzu der das überwacht.

: Bearbeitet durch User
von Gerald O. (garry)


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Patrick L. schrieb:
> Roland E. schrieb:
>> Die Notauffüllung der Regentonne würde ich über eine Spülkastenmechanik
>> machen. Die ist robust und Fehlertolerant. Und geht im Notfall auch ohne
>> Strom.
>
> viele Beiträge sind ja schon deutlich vom Thema abgetriftet. Der
> Vorschlag von Roland ist doch absolut sicher, wenn man es unbedingt
> elektrisch braucht kann man ja einen Schwimmerschalter in die Tonne
> bringen welcher dann das Magnetventil trennt egal ob die Steuerung
> hängengeblieben ist oder nicht

So lange dass Risiko besteht dass der Spulenstrom nicht unterbrochen 
wird ist nichts sicher (abgesehen davon dass das Ventil mechanisch 
hängt/undicht ist).

von Gerald O. (garry)


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Christopher J. schrieb:
> Udo schrieb:
>> Ventil mechanisch defekt - bleibt in offen-Stellung hängen
>
> Das wäre meiner Meinung nach (zusammen mit einem defekten Sensor) der
> wahrscheinlichste Fehlerfall, wobei meiner Meinung nach
>> zwei Ventile in Reihe vorsehen
> nur bedingt hilft, weil im Zweifelsfall auch zwei Ventile hängenbleiben
> können bzw. erst bleibt eins hängen, man merkt davon nichts und
> irgendwann hängt dann auch das zweite.
>
> Um ein defektes Ventil überhaupt detektieren zu können würde ich da den
> Vorschlag mit dem Durchflussmesser einbauen.

Die beiden Ventile muss man natürlich überwachen in dem man sie beide 
getrennt ansteuert und prüft dass in beiden Fällen (wenn jeweils ein 
Ventil geöffnet ist) nichts fließt bzw. kein Druck dahinter vorhanden 
ist.

von Helge (Gast)


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Gerald O. schrieb:
> So weit ich das gesehen habe hat bisher keiner eine Lösung gebracht wie
> man zuverlässig eine Dauerbestromung des Ventils verhindert:

Nicht zu kompliziert denken. Die einfachste Lösung dafür ist ein 
Niveauschalter / Druckschalter aus der Waschmaschine. Die haben 2 oder 3 
Ausgänge. Der für hohen Druck = Wasserstand schaltet das Ventil (bzw. 
beide Ventile) hart aus, den Rest zum auswerten an den controller. idR 
Einstellschrauben für die Drücke.

von Nepi (Gast)


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Du kannst auch einen Schwimmschalter einsetzen, der am oberen Ende der 
Tonne die Versorgung der Pumpe abschaltet. Da würde im Fehlerfall dann 
beim gießen die Tonne gleichzeitig bis zum Schalter wieder aufgefüllt.
Z.B. So einer. Gibt vielleicht noch bessere:

https://www.conrad.de/de/p/elobau-20101210-schwimmerschalter-230-v-ac-1-a-1-schliesser-ip67-1-st-709970.html

von Gerald O. (garry)


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Helge schrieb:
> Gerald O. schrieb:
>> So weit ich das gesehen habe hat bisher keiner eine Lösung gebracht wie
>> man zuverlässig eine Dauerbestromung des Ventils verhindert:
>
> Nicht zu kompliziert denken. Die einfachste Lösung dafür ist ein
> Niveauschalter / Druckschalter aus der Waschmaschine. Die haben 2 oder 3
> Ausgänge. Der für hohen Druck = Wasserstand schaltet das Ventil (bzw.
> beide Ventile) hart aus, den Rest zum auswerten an den controller. idR
> Einstellschrauben für die Drücke.

Teilebeschaffung und die Mechanik Dauerbetriebstauglich hin zu basteln 
sollte man auch nicht unterschätzen. Was in der Waschmaschine mit 
jahrzentelanger Erfahrung funktioniert muss nicht automatisch auch 
gartentauglich sein.

von Experte (Gast)


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Heinz schrieb:
> Ich möchte schließlich ja nach
> zwei Wochen Urlaub nicht feststellen müssen, dass zwei Wochen lang die
> Wasserleitung aufgereht war und ich dann eine hohe Wasserrrechnung
> erhalte.

Bei solchen Sachen gilt immer: Idiotensicher und rechnen.

Die Lösung wurde schon genannt: Eindrosseln.

D.h., Du hast ein Drosselventil, das stellst Du so ein, dass pro Minute 
z.B. nur 0,5 Liter durchkommen. Das ergibt dann am Tag etwa 0,75m³ 
Wasser. Was das für einen dreiwöchigen Urlaub im Worst-Case kostet, 
kannst Du Dir ausrechnen.

Der Aufbau ist dann so:

  Wasserleitung
    -> Hand-Absperrventil inkl. Entleerung
    -> Drosselventil
    -> Magnetventil
    -> Gartenleitung

Das Magnetventil ist idealerweise irgendwo, wo Wasser ablaufen kann wenn 
es undicht wird. Das Ding, vor allem aus China, ist das schwächste 
Glied.

Absperrventil und Drosselventil nimmst Du von einem absoluten 
Markenhersteller, keine Baumarktware oder gar Chinazeug. Davon hängt der 
Erhalt des Gebäudes ab und die Begrenzung der Wasserkosten im 
Fehlerfall.

Die Regentonne hat natürlich einen Überlauf.

Übrigens: Praktisch alle Gebäudeversicherungen verlangen, dass Wasser 
bei Urlaub abgestellt wird, oder jemand mehrmals wöchentlich das Gebäude 
kontrolliert.

D.h. Du willst das alles also vernünftig bauen, denn Deine Versicherung 
wird nicht bezahlen.

von Georg (Gast)


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Experte schrieb:
> Praktisch alle Gebäudeversicherungen verlangen

Ich habe auf eine Anfrage gerade erfahren, dass Leitungswasser garnicht 
mehr angeboten wird. Kann natürlich bei jeder Versicherung anders sein.

Georg

von Helge (Gast)


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Gerald O. schrieb:
> Was in der Waschmaschine funktioniert muss nicht automatisch auch
> gartentauglich sein.
IP65-Dose drumrum und Beatmungsventil. Drucksonde aus 20er Rohr, den 
Schlauch zur Meßdose dauerhaft luftdicht anschließen.

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