Kondensator selber bauen [Endet 15.3.]

Gast #6614574
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Guten Tag
Ich möchte einen Kondensator selber bauen mit handelsüblicher Alufolie.
Er soll eine Spannungsfestigkeit größer 100V haben.
Welches Pappier oder Folie soll ich dazwischenlegen.
Das wäre meine Frage
Gast #6614622
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Gugscht schrieb:
> mylar folie wäre mein Vorschlag
> Papier kann Feuchtigkeit ziehen, auch Backpapier.

DANKE allen für die Beiträge.

Mylarfolie? wie stark/Materialstärke?
Meinst du, so eine Frischhaltefolie würde reichen?

Oder vielleicht Frischhaltefolie + Backpapier?

Wie kann ich dann die Durchschlagsspsnnung ermitteln-- Spannung erhöhen 
bis es knallt? ist vermutlich die 2. Lösung
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #6614638
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Reinhard schrieb:
> Mylarfolie? wie stark/Materialstärke?
> Meinst du, so eine Frischhaltefolie würde reichen?

Frischhaltefolie ist aus Polyethylen und nicht Polyethylenterephthalat. 
Gerade dünne Folien sind viel zu leicht verformbar, so dass sie beim 
Spannen viel zu dünn werden kann. Außerdem hat Polyethylen einen recht 
niedrigen Schmelzpunkt.

> Oder vielleicht Frischhaltefolie + Backpapier?

Da würde zwar funktionieren, wäre aber ansonsten ziemlicher Unsinn.

Backpapier alleine wäre vermutlich schon ganz passabel. Schließlich gab 
(gibt?) es papiergewickelte Kondensatoren schon seit vielen Jahrzehnten. 
Und wie schon jemand schrieb, kann man sie auch in geeignetem(!) Öl, 
z.B. Transformatoröl, tränken.

> Wie kann ich dann die Durchschlagsspsnnung ermitteln-- Spannung erhöhen
> bis es knallt? ist vermutlich die 2. Lösung

Naja, die Durchschlagfestigkeit steht ja bei Isoliermaterialien im 
zugehörigen Datenblatt des Herstellers. Bei Materialien, die nicht 
speziell für elektrische Isolierzwecke hergestellt werden, muss man ggf. 
immer mit Verunreinigungen bzw. Materialfehlern rechnen, die die 
Durchschlagfestigkeit drastisch reduzieren. Schließlich definiert nicht 
die maximale oder durchschnittliche Schichtdicke die 
Spannungsfestigkeit, sondern die dünnste. Das schwächste Glied bestimmt 
die Zugfestigkeit der gesamten Kette.

Bei sog. selbstheilenden Folienkondensatoren sind die 
Kondensator"platten" auch nur auf die Trägerfolie aufgedampft. Falls es 
zu Spannungsdurchschlägen kommen sollte, verdampft lokal ein kleines 
Stück Metall, und danach bildet sich ein isolierender Bereich aus. Bei 
z.B. Entstörkondensatoren an Netzspannung bemerkt man im Laufe der Zeit 
einen drastischen Kapazitätsrückgang. Würde man solch einen Kondensator 
vorsichtig zerlegen, dann sähe man die reinste Kraterlandschaft.
Gast #6614648
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Also zum Testen der Durchschlagsfestigkeit könnte man in der Tat die 
Spannung solange erhöhen bis sie durchschlägt. Und über einen Shunt 
Widerstand mittels Oszilloskop messen wann die ersten Durchbrüche 
kommen.

Je nach Luftfeuchtigkeit überbrückt ja 100 Volt Spannung eine 
Luftstrecke von 0,1 mm.
Das kannst du als groben Richtwert nehmen was die Stärke der Folie oder 
des Papieres angeht.
Gast #6615115
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Andreas S. schrieb:
> in geeignetem(!) Öl, z.B. Transformatoröl
Mineralöl frisch, nicht zu dick, nicht zu dünn. Mit normalem Motoröl und 
fehlerfreiem trockenem Backpapier erreichte ich mindestens 600V 
(Spannungsverdopplung 220V~, mehr hatte ich nicht). Mein Experiment 
damals zerfiel an der Kontaktierung Draht-Folie. Ich wollt sowas ja auch 
mal wissen.
Gast #6615140
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Kurt schrieb:
> Lächerlicher Schwachsinn:
ist Dein Post.

> Ich will die Entwicklung der Kondensatortechnik selbst erproben!
Er möchte ganz bestimmt nicht die Entwicklung der Kondensatortechnik 
revolutionieren und experimentiell was ausprobieren ist doch in Ordnung. 
Dümmer wird man jedenfalls nicht davon.
#6615147
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Schlauer aber auch nicht.
Man weiss vorher ziemlich exakt was rauskommen wird (die Kapazität eines 
Plattenkondensators ist durch Geometrie und Dielektrikum exakt bekannt)
Tatsächlich nutzbar ist so ein Konstrukt mit wenigen pF auch nicht. 
Nicht sinnvoll kontaktierbar, durch Umwelteinflüsse instabil.
Also ein Hirnfurz, nicht mehr.
Bin ja sehr für eigene Erfahrungen, aber sowas?
#6615151
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H.Joachim S. schrieb:
> Schlauer aber auch nicht.
> Man weiss vorher ziemlich exakt was rauskommen wird (die Kapazität eines
> Plattenkondensators ist durch Geometrie und Dielektrikum exakt bekannt)
> Tatsächlich nutzbar ist so ein Konstrukt mit wenigen pF auch nicht.
> Nicht sinnvoll kontaktierbar, durch Umwelteinflüsse instabil.
> Also ein Hirnfurz, nicht mehr.
> Bin ja sehr für eigene Erfahrungen, aber sowas?

Die ganzen Experimente im Physikunterricht liefern meist keinen direkten 
praktischen Nutzen, aber sie veranschaulichen das Gelernte so dass 
dieses besser hängen bleibt und gewonnene Teilerkenntnisse sich anderswo 
einbringen lassen.
#6615171
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H.Joachim S. schrieb:
> Tatsächlich nutzbar ist so ein Konstrukt mit wenigen pF auch nicht.

Doch, nur eben nicht aus Papier und Alufolie gebaut. Wenn man wenige pF 
für zb. einen Filter oder eben zur Abstimmung einer Antenne braucht geht 
das sogar mit gewickeltem Draht, Messingröhrchen oder sogar 
platinenmaterial. (doppelseitig beschichtet)
Koaxkabel geht auch sehr gut.

Ich mach das (wenn auch eher aus der Not heraus) seit einiger Zeit auch.
#6616014
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Gerald O. schrieb:
> Klaus R. schrieb:
>
>> Du kommst gut 90 Jahre zu spät. Damals hat man in der Tat noch
>> Kondensatoren selbst gewickelt. Hat das selber bauen einen tieferen
>> Sinn?
>
> Bei den derzeitigen Lieferengpässen ist der Gedanke gar nicht so
> verkehrt ;-)

Ah, das sollte ein Witz sein!😂

Ich glaube Du hättest vor 90 Jahren einen 1000µF Kondensator mit einem 
Lastwagen transportieren müssen. Wir sind da heute doch schon etwas 
weiter gekommen.
mfg Klaus
Gast #6616036
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Gerald O. schrieb:
> Hat das selber bauen einen tieferen
> Sinn?

Ich möchte es einfach mal ausprobieren. Ich brauch für meine Versuche 
etwas größere Kondensatoren.
Die sind teuer. da hab ich mir gedacht --selber ausprobieren, und bei 
Fachleuten oder Bastler, die evtl. auch schon selber Kondensatoren 
gewickelt haben, Rat holen
Gast #6616048
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Wenn, dann bastelst du dir am besetn einen Elko!
Das ist so schwer nicht, wenn du nicht das letzte Quäntchen an Kapazität 
rauskitzeln willst.
Aluminiumfolie oxydieren, papier dazwischen, das Ganze in Glykol 
getaucht und dann langsam die Spannung nach oben geschoben! Die 
Oxidschicht wächst langsam mit der Spannung auf, also wird diese dicker 
unsd dicker, bis du deine 100V erreicht hast. Voraussetzung: Es ist 
genügend Material zum oxydieren vorhanden und auch genug Glykol.
Das größte Problem ist es , die ordendlich voroxydierten Folien 
elektrisch zu verbinden, so daß du sie elektrisch sauber kontaktieren 
kannst, denn das Oxid ist ja Teil der Isolation.
Letztlich kann man sowas auf dem Küchentisch machen, wenn man keine 
Wunder erwartet.

Viele Spaß
Gast #6616307
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Gruss

Um Aluminium leichter anlöten zu können ist eine
Galvanische Schicht hilfreich. AlSi ist am aufwendigsten. Am Anfang ist 
Zinkat erforderlich.

Bei Kondensatoren stehen auch die mechanischen
Eigenschaften an und sei es als Sensor dessen.

Schönen Abend

Dirk St
#6617620
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michael_ schrieb:
> Ist einfacher als eine Induktivität oder gar einem Widerstand.

Naja, eine induktivität (umgangssprachlich spule) herzustellen ist jetzt 
auch nicht viel schwieriger. Je nach benötigte Wert reicht ja ein Stück 
Draht um einen Zahnstocher Gewunden oder sogar gestreckt.

Beim Widerstand bin ich allerdings deiner Meinung. Im hobbybereich ist 
das deutlich aufwändiger als kaufen.
Ich wüsste jetzt aus dem Stegreif auch nicht so recht wie ich die 
passenden Bestandteile für eine  Kohle oder metalloxid Widerstand 
zusammen bekomme und in welchem Verhältnis. Dazu muss man das ganze noch 
entsprechend pressen und mit Anschlüssen versehen. Das wird wirklich 
umständlich.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #6617696
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ich hab den Faden jetzt nur grob überflogen...

was soll denn der Einsatzzweck sein?
Welche Kapazität soll es werden?

da ja wohl schon bekannt ist, dass alle voneinenader
getrennten Leiter irgendwie einen Kondensator bilden,
gibts ja viele Möglichkeiten.

"ziemlich" spannungsfest geht mit Antennenkabel.

Grössere Kapazitäten gibts mit Alufolie aus der Küche,
hier wird die matte Oberfläche interessant.
Gegen diese Seite sollte also die zweite "Plattenseite"
angeordnet werden.
Gast #6618671
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Percy N. schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Ist einfacher als eine Induktivität oder gar einem Widerstand.
>
> Soweit Du meinst, es reiche aus, ein Stückchen Zwillingslitze
> abzulängen, magst Du recht haben. TE scheint aber höhere Werte zu
> erstreben.

Wo steht das?

Kilo S. schrieb:
> Beim Widerstand bin ich allerdings deiner Meinung. Im hobbybereich ist
> das deutlich aufwändiger als kaufen.
> Ich wüsste jetzt aus dem Stegreif auch nicht so recht wie ich die
> passenden Bestandteile für eine  Kohle oder metalloxid Widerstand
> zusammen bekomme und in welchem Verhältnis. Dazu muss man das ganze noch
> entsprechend pressen und mit Anschlüssen versehen. Das wird wirklich
> umständlich.

Dazu gibt es Beispiele aus Radiobüchern von 1930.
Da konnte man alle Elemente für ein LW/MW Radio selbst bauen.

Widerstände z.Bsp. aus einer Bleistiftmine.

Schau mal nach Büchern von Hanns Günther&Hans Vatter.
#6618685
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michael_ schrieb:
> Wo steht das?

Das erschließt sich jedem sofort, der in der Lage ist, abzuschätzen, 
dass zwei wenige Mikrometer voneinander entfernte aufgewickelte Flächen 
Alufolie eine deutlich höhere Kapazität haben dürften als eine halbwegs 
handhabbare Länge NYFAZ-Zwillingsleitung; von der Induktivität ganz zu 
schweigen.
Hint: wäre er mit zwei Lagen Blech 100*160 mm² in 1,5 mm Abstand 
glücklich, dann hätte er bestimmt nicht hier gefragt.
#6621899
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Percy N. schrieb:
> Hint: wäre er mit zwei Lagen Blech 100*160 mm² in 1,5 mm Abstand
> glücklich, dann hätte er bestimmt nicht hier gefragt.

Er hätte diese aber mit einer hauchdünnen Folie trennen können,
da schauts mit der Kapazität schon anders aus..

Man könnte natürlich zwei Europakarten Basismaterial nutzen, das lässt
sich auch leicht anlöten...
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