Mailserver wird für Spamquelle gehalten

OP #6643981
Servus,
ich habe auf einem vserver von Strato u.a. einen Mailserver auf Basis 
von postfix aufgesetzt. Leider werden trotz sorgfältiger Konfiguration 
alle Mails von diesem Server für Spam gehalten, sei es dass ich sie mir 
an meinen eigenen Googlemail-Account schicke, oder an verschiedene 
Freunde bei unterschiedlichen Emailanbietern.

Was kann ich dagegen tun? Kann ich den Server irgendwo registrieren oder 
zertifizieren, auch wenn es Geld kostet, um sozusagen mit meiner 
Identität dafür zu bürgen, dass der Server seriös ist?

Oder ist die Ursache, dass möglicherweise der vorherige Besitzer der 
IP-Adresse Spam verschickt hat? Löst sich dieses Problem mit der Zeit 
von selbst, wenn niemand mehr die Emails von meinem Server als Spam 
markiert? Wenn ja, in welchem Zeitraum, oder nach wie vielen 
akzeptierten Emails?

Danke
Markus
Gast
Markus W. schrieb:
> Was kann ich dagegen tun?

In erster Linie ein sinnvolles und konsistentes Reverse Mapping 
einrichten, also nicht "12-34-56-78.wolke7.buzzword.hostingladen.com", 
sondern eher "mail.deinedomain.com".

Markus W. schrieb:
> Oder ist die Ursache, dass möglicherweise der vorherige Besitzer der
> IP-Adresse Spam verschickt hat?

Das kannst Du selbst herausfinden, es gibt diverse RBL-Check-Dienste.
Gast
Hallo.

Kommen eMails die du über diesen Server gesendet hast zurück - können 
also nicht zugestellt werden? Oder landen sie beim Empfänger im Ordner 
Spam?
Ein guter Anfang ist sicherlich https://de.ssl-tools.net/mails
Danach schauen ob die IP deines Server auf irgendwelchen RBL ist. Willst 
du uns dessen IP bzw deine Domäne verraten?

Martin
Gast
Markus W. schrieb:
> Kevin M. schrieb:
>
>> Was sagt denn der Empfänger warum es für
>> Spam gehalten wird?
>
> Mir ist nicht bekannt, wo ich Details dazu finde.

Wenn die Mail sauber abgelehnt wird, in der Bounce-Mail.

Bei "Spam-Ordner"-Blödsinn allenfalls im Header.
Beitrag #6644016 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast
Markus W. schrieb:
>> Was gerne fehlt ist der Reverse DNS Eintrag.
>
> Den habe ich bereits mehrfach überprüft.

In beide Richtungen?

Wichtig ist noch, den Hostname des Servers auch so zu setzen, damit er 
beim HELO/EHLO ebenfalls einen plausiblen FQDN verwendet.
Ein Blick in den Header einer solchen Mail könnte sich vielleicht 
lohnen. Vielleicht stehts drin - der recht beliebte SpamAssassin 
schreibt gerne was dazu rein.

Aber Vorsicht: Eine solche Mail forwarded zu bekommen, nützt nicht, da 
geht der Header verloren. Es muss der vollständige Header direkt beim 
Empfänger abgespeichert und betrachtet werden.
Markus W. schrieb:
> alle Tests, die ich bei
> https://mxtoolbox.com/SuperTool.aspx ausgeführt habe, sehen gut aus.

Auch https://mxtoolbox.com/deliverability?

"This tool requires you to send a test message to MxToolbox. Our systems 
analyze the headers, the blacklist reputation of your outbound IP 
address, and your SPF records to generate a comprehensive deliverability 
report."

Da gibts recht viel: https://mxtoolbox.com/NetworkTools.aspx?tab=Email
Frueher konnte jeder seinen eigenen Mailserver, eigentlich geht es um 
den SMTP Server, aufsetzen. Das geht aber seit 20 Jahren nicht mehr. Es 
wurde auch zu stark missbraucht.

Wenn du schon einen gekaften webspace hast sollte der Mailserver 
dazugehoeren. Was immer wieder mal ein Problem ist, ist das eigene 
Versenden eines Newsletters an alle Mitlieder in einer Datenbank... Wir 
versenden die mit jeweils 20 Sekunden zwischen den einzelnen mails.
Gast
Pandur S. schrieb:
> Frueher konnte jeder seinen eigenen Mailserver, eigentlich geht es um
> den SMTP Server, aufsetzen. Das geht aber seit 20 Jahren nicht mehr. Es
> wurde auch zu stark missbraucht.

Warum sollte man das heute nicht mehr können?
Hmmm schrieb:
> Warum sollte man das heute nicht mehr können?

Er verwechselt das möglicherweise mit Mailservern im Homenetz. Da kanns 
schon sein, dass Spamfilter gegen solche IP-Ranges allergisch werden. 
Bei Miethosts auf nicht als Dreckspatzen verrufenen Hostern sollte das 
kein Problem sein.
Gast
Kevin M. schrieb:
> Zuhause ist das Problem eher das oftmals ständig die IP wechselt, das
> wird oft als verdächtig eingestuft bzw. Kann man so keinen SPF Eintrag
> anlegen.

Nein, das liegt nicht am Wechsel (der bei All-IP-Anschlüssen sehr selten 
geworden ist), sondern daran, dass die Adresse durch ihr Reverse Mapping 
als dynamisch zugewiesen erkannt wird.

Bei SPF habe ich das Gefühl, dass in erster Linie Spammer darauf achten 
- also in der Hinsicht, dass Domains mit SPF-Records seltener als 
Absender missbraucht werden.
Markus W. schrieb:
> Martin schrieb:
>> Kommen eMails die du über diesen Server gesendet hast zurück - können
>> also nicht zugestellt werden? Oder landen sie beim Empfänger im Ordner
>> Spam?
>
> Sie landen im Ordner Spam.

SPF&Co wurden zwar schon erwähnt, aber zur Vorsicht frage ich lieber 
direkt: Versuchst du etwa, mit einem Absender zu versenden, für den 
eigentlich andere Server zuständig sind? Also beispielsweise 
markus.w@gmail.com? Genau sowas wird über SPF/DKIM bestraft. Du brauchst 
schon eine eigene Maildomain dafür.
Persönliche Seite
1. Sauberer DNS-Eintrag, vor- und rückwärts beides gleich.
2. Ein korrekter SPF ist heute schon Pflicht.
3. Eine korrekte DKIM-Signatur fördert das Vertrauen.
4. Ein sauberer DMARC-Eintrag macht vertrauenswürdiger.
5. Keine dynamische IP verwenden. Das ist von vornherein verdächtig und 
wird als erstes abgelehnt.
6. Verschlüsselt versenden.
7. Die korrekte Domäne als Absender verwenden.

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