3D Zeichnungen für Spritzgussteile

Gast #6645855
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Hallo Leute,

ich bin beruflich Elektronikentwickler und mache zwischendurch auch ein 
paar 3D Zecihnungen für meine Projekte(Gehäuse etc). Der normale Vorgang 
wäre im Moment so, dass ich eine 3D Datei zusammenpfusche und diese dann 
noch einmal von einem "professionellen" 3D-Zeichner nachgezeichnet wird 
und vor allem so angepasst wird das davon ein Spritzgusswerkzeug(Form) 
erstellt werden kann.

Deisen Zwischenschritt würde ich mir gerne sparen und das Ganze lieber 
dierkt ordentlich spritzgussgerecht zeichnen. Weiß einer auf was man da 
achten muss bzw. kennt einer Lehrgänge wo man sowas lernt oder 
irgendeine Quelle, Tutorials wo man sich das ganze selber beibringen 
kann.
Im 3D Zeichnen selber bin ich rellativ fit was mir fehlt die Kentnisse 
im Bereich Spritzguss...
für Hilfe wäre ich echt Dankbar
Gruß Daniel
#6645872
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Die Sache ist kein Kleinkram: Es gibt nicht umsonst Ingenieurbüros, die 
werkstoffgerechtes Konstruieren im Spritzguss als Kernkompetenz 
anbieten.

Für den Anfang: Das Buch "10 Grundregeln zur Konstruktion von 
Kunststoffprodukten" 
https://www.hanser-kundencenter.de/fachbuch/artikel/9783446451902 ist 
preisgünstig und in den Leseproblen sieht es zumindest nicht nach groben 
Schnitzern aus und im Inhaltsverzeichnis finde ich auch nichts, was 
vergessen wurde.
Gast #6645874
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Daniel schrieb:
> Weiß einer auf was man da achten muss

Der Mitarbeiter in der Spritzguss-Formenerstellung, dem du das 3d CAD 
Modell dessen zuschickst, was es werden soll.

Es muss sowieso überarbeitet werden, z.B. um Schrumpfung des Materials 
einzukalkulieren, damit hinterher das rauskommt, was du gezeichnet hast, 
muss die Form ein bischen grösser sein - je nach Material. Auch werden 
die klären, wo eingespritzt werden sollte, damit der Kunststoff sich 
gleichmässig in der Form verteilt.

Schickst du dein 3d-CAD an http://www.protolabs.de/ bekommst du nicht 
nur die Fehler genannt, sondern auch einen Preis.

Natürlich ist der Preis um so höher, um so komplizierter die Form werde 
muss. Das kannst du durch ausformbare Halbschalen vermeiden

https://www.protolabs.de/ressourcen/design-tipps/

https://www.hintsteiner-group.com/blog/konstruktionsleitfaden-fuer-spritzgussteile

https://www.amazon.de/1000-Konstruktionsbeispiele-Werkzeug-Formenbau-Spritzgie%C3%9Fen/dp/3446412433
Gast #6645885
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Das die Sache kein Kleinkram ist habe ich mir schin gedacht bin aber 
durchaus bereit zu lernen :-). Außerdem sind die Teile die ich 
konstruiere auch nicht super kompliziertes, es geht um einfache 
Platinenabdeckungen und Gehäuseteile(meist Halbschalen). Was mir vor 
allem wichtig ist ist zu wissen worauf ich überhaupt achten muss... wann 
brauche ich Schieber und wann nicht oder keine Rechten Winkel etc... Das 
buch ist glaube ich schon eine gute Idee danke !
Gast #6645911
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MaWin schrieb:
> Daniel schrieb:
>> wann brauche ich Schieber
>
> Möglichst nie, macht die Sache nur teuer.
>

Achsoo ja, sorry habe mich vlt etwas falsch ausgedrückt. Ich meine eher 
wann werden Schieber überhaupt benötigt. Hatte zum Beispiel letztens ein 
Gehäuse wo innen kleine Klammern drin waren und da wurde mir zum 
Beispiel gesagt das diese Klammern wo man normalerweise Schieber für 
braucht...einfach kleiner gemacht worden sind, damit man eben keine 
Schieber braucht. Wenn das ganze klein genug ist, kann das auch auch so 
aus der Form gedrückt werden kann. Solche Sachen würde ich halt gerne 
lernen... und welche Winkel müssen die Außenwände(90 Grad ist ja 
anscheinend nicht gut) haben etc...
Gast #6645931
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> Was mir vor allem wichtig ist ist zu wissen worauf ich
> überhaupt achten muss...

Das ist Geheimwissen gemischt mit Erfahrung. :-D
Da wird es kein Buch geben das du liesst und danach ist alles gut.

Das ist so aehnlich zu Atex, da ist mir auch nichts bekannt.

Olaf
Moderator Persönliche Seite #6646100
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Michael B. schrieb:
> Daniel schrieb:
>> Solche Sachen würde ich halt gerne lernen...
>
>  "Spritzgießwerkzeuge für Einsteiger", Rainer Dangel, Hanser

Ja, das kann ich Dir auch empfehlen. Das Buch fängt wirklich "bei Null" 
an und erklärt die wichtigsten Dinge. Danach solltest Du schon einen 
ganz guten Eindruck davon haben, worauf Du achten musst und was möglich 
ist.

Auch gut: einen Werkzeugbauer einfach mal über den Entwurf schauen 
lassen. Die Leute sehen meist sofort, wo es knifflig wird.
#6646149
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Kommt jetzt natürlich aufs verwendete Programm an, es gibt zumindest für 
die gängigen 3 oder 4 Programme spezielle Kurse um wenig Geld, wo dieses 
Thema durchgearbeitet wird. LinkedIn und Lynda sind mir da bekannt.
Dann gibts da vom Hanser Verlag einige Bücher, z.B. 
https://fachbuch.hanser-ebooks.de/ebook/bid-2204002-the-complete-part-design-handbook-for-injection-molding-of-thermoplastics.html 
Die sind aber generell, wohl wegen dem recht begrenzten Kundenkreis sehr 
teuer.
Generell kann man mit stufenweiser Entformung schon einiges an Haken usw 
unterbringen, ohne Schieber einsetzen zu müssen.
20 Sekunden nach dem Guss ist das Material noch weich genug, dass es 
über eingearbeitete Rillen beschädigungsfrei drüberrutscht.
Solche Haken werden sogar ein paar gebraucht um zu verhindern, dass das 
Teil im falschen Werkzeugteil hängenbleibt.
Generell werden leichte Entformschrägen und Radien gebraucht und 
Materialansammlungen sollten vermieden werden.

https://www.cadcrowd.com/blog/how-to-design-for-injection-molding/

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