Forum: Markt Mal wieder: Einschaltstrombegrenzung bzw. Einschaltverzögerung für große Lasten


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von Old P. (Firma: nix) (old-papa)



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In einigen Threads hatte ich ja schon meine Version einer 
Einschaltverzögerung bzw. Einschaltstrombegrenzung oder wie man sonst 
noch dazu sagt, vorgestellt, z.B. bei meinen (Trenn)Stelltrafos.

Ich verwende dazu eine Schaltung mit dem NE555, derzeitige Verzögerung 
der Lastzuschaltung etwa 1 Sekunde. In dieser Zeit wird die Last über 
einen 120 Ohm/5W "hochgefahren", das hat bei mir in allen Fällen immer 
gereicht. Ich habe daran u.a. Ringkerntrafos mit bis zu 2kW geschaltet, 
hat immer funktioniert.

Vorher hatte ich mit per Elko verzögert geschaltetem 230V-Relais, mit 
einfachen NTCs und mit einigen anderen Varianten experimentiert, das hat 
mich alles nicht befriedigt. Entweder musste man immer erst warten bis 
der NTC wieder kalt ist, bevor man neu einschaltet oder die 
Elko-Relaisvariante war stark abhängig von der momentanen Netzspannung 
usw.

Klar, die hier gezeigte Variante ist etwas aufwändiger, funktioniert 
dafür aber immer. Selbst ein "Dauer-Power-On-Off-On-Off..." brachte die 
nicht aus dem Tritt.

Derzeit habe ich 10 Module aufgebaut und getestet (da ich passende 
Relais aus einem gestorbenen Projekt über hatte), wobei ich nur 8 
abgebe.
Dann sind noch 4 nackte Platinen übrig, die gehen auch weg.

Damit man die Größe (54,5 x 40mm) abschätzen kann, habe ich noch ein 
amtliches Vergleichsnormal beigelegt.

Fertigmodul 20,- mit Versand (Bauteilwert etwa 8-10 Euro)
Leerplatine 6,- mit Versand

Oder macht Vorschläge ;-)))

Nur per Mail an old-Papa(ÄT)web<dot>de

Zur Dimensionierung:
Für die Zeitverzögerung steht das im Schaltplan.
Der Serien-C im Netzteil braucht etwa 200nF je 10mA Relaisspulenstrom 
(empirisch ermittelt).
Die verwendeten Relais haben etwa 35mA Spulenstrom, dafür habe ich also 
680nF verwurstet. Bei angezogenem Relais stellen sich so etwa 11,6V 
Betriebsspannung ein, die Z-Diode arbeitet also nur in der einen Sekunde 
der Verzögerung.
Der Vorwiderstand ist hier mit 120 Ohm bemessen, das macht theoretisch 
rund 2A Anlaufstrom (Spannungsteilung mit dem Trafo vernachlässigt). Da 
dieser nur ein paar Millisekunden fließt, sollten die 5W Belastbarkeit 
ausreichen.

Wie immer bei solchen Schaltungen lauert eine Falle: Wenn das Relais 
nicht richtig schließt (oder die Verzögerung zu groß eingestellt ist), 
dann wird der Widerstand "sehr warm". Das gilt aber für alle derartigen 
Relaisschaltungen. Auch sollte man es vermeiden, einen damit 
geschalteten Trafo schon unter Last zu haben.

Wie gesagt, ich habe diese ESBs bisher in Verstärkern (für Männer) und 
in Stell- und Trennstelltrafos eingesetzt, klappt prima.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Wie siehts mit CE/EMV aus? WEEE/EAR?

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Ben B. schrieb:
> Wie siehts mit CE/EMV aus? WEEE/EAR?

Hast Du Interesse?
Nein? Dann lass den Quatsch.

Old-Papa

von Andreas M. (andi2013)


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Dass der Lastwiderstand bei nicht schaltendem Relais nur „sehr warm“ 
wird, ist vielleicht etwas verharmlosend ausgedrückt? Hast Du das mal 
real getestet?
VG

von Armin X. (werweiswas)


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Andreas M. schrieb:
> Dass der Lastwiderstand bei nicht schaltendem Relais nur „sehr warm“
> wird, ist vielleicht etwas verharmlosend ausgedrückt?

Bei einem Trafo im Leerlauf trifft das sicherlich zu.
Wenn ein fetter Trafo ausgangsseitig kurzgeschlossen ist hilft auch das 
Relais nur bedingt gegen ein durchbrennen des Widerstandes weil es 
womöglich auch Sicherungsfunktion übernimmt.

Mich freuts jedenfalls, dass er die Platinen unters Volk bringt. Die die 
Angst vor dem STaatsanwalt haben brauchen ja keine zu nehmen und sollten 
besser beim Conrad kaufen. Da gibts sogar Garantie, Gewährleistung und 
CE.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Andreas M. schrieb:
> Dass der Lastwiderstand bei nicht schaltendem Relais nur „sehr warm“
> wird, ist vielleicht etwas verharmlosend ausgedrückt? Hast Du das mal
> real getestet?
> VG

Ja, es stimmt und ja, jch habe getestet und ja, mir ist schon ejner 
verbrannt. Das Problem haben alle derartigen Begrenzer. Ich hatte den 
Brand an einer Schaltung mit "verzögert" geschaltetem 230V AC-Relais, 
und nochmal an einer fertig gekauften Platine.
Das war letztlich der Grund, warum ich das mit dem 555 realisiert habe. 
Zwar auch nicht perfekt, aber zumindest die Schaltzuverlässigkeit ist 
nicht von Temperatur (NTC), Netzspannung (Elkoverzögerte Version) usw. 
abhängig.
Selbst in Industriegeräten (Schweißgeräte, Plasmabrenner, Verstärker) 
habe ich schon durchgebrannte Vorwiderstände gewechselt.
Wenn der Trafo einen Kurzschluss hat, sollte dessen Gerät allerdings 
eine eigene Sicherung haben.
Nichts in der Welt ist absolut perfekt....

Old-Papa

PS: Die nackten Platinen und 4 Module sind vergeben.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Armin X. schrieb:

> Mich freuts jedenfalls, dass er die Platinen unters Volk bringt. Die die
> Angst vor dem STaatsanwalt haben brauchen ja keine zu nehmen und sollten
> besser beim Conrad kaufen. Da gibts sogar Garantie, Gewährleistung und
> CE.

Garantie, Gewährleistung, CE und Sachmängelhaftung sind alles Probleme 
des Verkäufers ("Inverkehrbringers"), nicht des Käufers. Als Käufer 
kannst Du sogar sicherheitstechnisch fragwürdigen Chinaschrott kaufen 
ohne belangt zu werden.

Die "Angst vor dem STaatsanwalt" müsste also auf Seiten des Anbieters 
vorhanden sein, und das ist sie offensichtlich nicht.

: Bearbeitet durch User
von Kalle S. (kallebmw)


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Leute bleibt doch bitte bei techn. Diskussionen.
Wer Angst hat vor den Platinen sollte es sein lassen.

Warum immer wieder die Beiträge zumüllen mit CE usw. Diskussionen?

ICH finde es es eine gute Sache, die Platinen machen für mich einen 
profimäßigen Eindruck; so wie die anderen Sachen von O.P. halt auch.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Also Leute....
Das ist ein reines Amateurprojekt (Bastelobjekt), man kann es nutzen 
oder sein lassen.
Garantie, CE, Gewährleistung....? Natürlich, so wie bei Milliarden 
"Chinaplatinen" auch. Und davon hat jeder, der hier Kritik Übenden, 
mindestens eine im Haus (behaupte ich mal)

Die hier verbauten 120W/5W Rs sind meine Bestückung, da kann man auch 
nach Anforderung andere Werte einsetzen oder gar Lötösen für externe Rs 
nebst vorgeschalteter Si. einstöpseln. Wobei eine Sicherung nur beim 
absoluten Kurzschluss des Trafos hilft. Doch dagegen sollte ja ohnehin 
schon eine Hauptsicherung im Gerät verbaut sein.

Und Ja, wer unsicher ist, der zieht einen Fachmann zurate oder lässt die 
Finger davon.

Old-Papa

PS: nun sinds nur noch drei.....

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Ich nochmal....

Hier als Beispiel eine "Chinaplatine", vor Jahren von einem "Deutschen 
Händler" als Fertigmodul gekauft....

Das Ding funktioniert, ist aber eben zum nachträglichen Einbau in 
vorhandene Geräte oft zu groß.

Davon kann ich auch 2 Stück a 15,- mit Porto (oder 23,- für beide) 
abgeben.

Old-Papa

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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Wozu sind eigentlich F1 und R3* gut? Ich komme immer wieder zum selben 
Schluss: wenn diese, aus welchen Gründen auch immer, ausgelöst haben, 
brennt dir der Dickwattwiderstand beim nächsten Einschalten ein schlecht 
riechendes Loch in die Leiterplatte. Oder habe ich jetzt was übersehen?

*weil da Sicherungswiderstand dransteht

: Bearbeitet durch User
von Kalle S. (kallebmw)


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Frage an Olp-Papa:

Womit zeichnest du die Schaltpläne und Platine?
Dies gefällt mir richtig gut

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Kalle S. schrieb:
> Frage an Olp-Papa:
>
> Womit zeichnest du die Schaltpläne und Platine?
> Dies gefällt mir richtig gut

Mit dem Einfachsten was ich finden konnte: Abacom S-Plan und 
Sprintlayout.
Alles Andere ist mir einfach viel zu "oversized".

Old-Papa

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Bernd G. schrieb:
> Wozu sind eigentlich F1 und R3* gut? Ich komme immer wieder zum selben
> Schluss: wenn diese, aus welchen Gründen auch immer, ausgelöst haben,
> brennt dir der Dickwattwiderstand beim nächsten Einschalten ein schlecht
> riechendes Loch in die Leiterplatte. Oder habe ich jetzt was übersehen?
>
> *weil da Sicherungswiderstand dransteht

Ja, das passiert auch wenn der 555er stirbt, wenn das Relais schwächelt, 
wenn die Zeitverzögerung nicht zur Aufgabe passt oder oder oder.... Das 
mit dem Loch passiert aber nicht, der verwendete R brennt relativ 
unspektakulär innen einfach durch, wird dabei nichtmal wirklich warm. 
Ist mir ja schon (bei einfachen Schaltungen) passiert.
Und ja, das schrieb ich schon.
Die Si bzw R3 sollen nur schützen, wenn die Spannungsversorgung der 
Steuerschaltung oder diese amok läuft. Der Gleichrichter könnte ja mal 
durchgehen, der Elko, die 12V-ZD, der 555er oder was auch immer.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> der verwendete R brennt relativ unspektakulär innen einfach durch,
Dann issja gut.

von Engelbert S. (engelbert)


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Bernd G. schrieb:
> *weil da Sicherungswiderstand dransteht

Old-Papa meint sicherlich so etwas:
https://www.pollin.de/p/hochlast-widerstand-mit-sicherungsloetstelle-tesla-wk-669-44-220883

Solche Leistungswiderstände waren doch früher (TM) in jedem Fernseher 
verbaut, und da löste sich im Havariefall nur die Lötverbindung und 
unterbrach den Stromfluss.

Gruß,
Engelbert

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Engelbert S. schrieb:
>
> Old-Papa meint sicherlich so etwas:
> 
https://www.pollin.de/p/hochlast-widerstand-mit-sicherungsloetstelle-tesla-wk-669-44-220883
>
> Solche Leistungswiderstände waren doch früher (TM) in jedem Fernseher
> verbaut, und da löste sich im Havariefall nur die Lötverbindung und
> unterbrach den Stromfluss.
>
> Gruß,
> Engelbert

Meine ich zwar nicht, wäre aber auch eine Möglichkeit. Doch sowas findet 
sich heute wohl nirgends mehr oder?
R3 ist ein handelsüblicher Sicherungswiderstand, gibbet sogar beim 
Reichelt.
Wobei auch fast jeder andere an der Stelle dann einfach verkokelt ;-)

Old-Papa

von Engelbert S. (engelbert)


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Old P. schrieb:
> R3 ist ein handelsüblicher Sicherungswiderstand

Sorry, hab das gerade erst im Stromlauf gesehen, ich dachte R6 wäre der 
Sicherungswiderstand. Würde sich aber anbieten für R6 diesen 
Widerstandstyp einzusetzen.

Old P. schrieb:
> Doch sowas findet
> sich heute wohl nirgends mehr oder?

Vitrohm KTF-Serie
https://www.vitrohm.com/products/ktf-series

Gruß,
Engelbert

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Engelbert S. schrieb:
> Vitrohm KTF-Serie
> https://www.vitrohm.com/products/ktf-series

Ja, die hatte ich jetzt auch gefunden, doch offenbar gibts die nur 
stehend (bauartbedingt)

Ich habe heute noch jedes einzelne Modul mit provisorischem "Messaufbau" 
getestet, funktioniert! ;-)

Als Last einen Monster-Ringkern (aus 2000W-PA) im Leerlauf und diesen 
etwa 2 Dutzend mal Power-On-Off-On-Off.... Keinerlei Schaltaussetzer, 
die eine Sekunde genügt also in dem Setup vollauf und der 120 Ohm 
Vorwiderstand wird selbst nach dieser Stakkato-Schalterei nichtmal 
handwarm.

Zum Gegentest den Trafo direkt an die Steckdose und Power-On: Wumms! SI 
raus....

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Old P. schrieb:
> Klar, die hier gezeigte Variante ist etwas aufwändiger,

Das geht erheblich einfacher, wenn man ein Relais mit einem zusätzlichen 
Öffner einsetzt. Ziel war, auch bei kurzen Unterbrechungen wieder 
wirksam zu sein. Die Schaltung habe ich mindestens einmal im µC-net 
gepostet, aber Relaistechnik ist halt zu einfach, es muß ein IC sein.

> oder die Elko-Relaisvariante war stark abhängig von der momentanen Netzspannung
> usw.

Das ist reine Theorie, ohne praktische Bedeutung.

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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Die Reihung von Gerätesicherung, Thermosicherung und Relaiskontakt 
gefällt dem Sicherheitsinspektor in mir wesentlich besser.
> aber Relaistechnik ist halt zu einfach
KIS: Keep It Simple!

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Manfred P. schrieb:

> Das geht erheblich einfacher, wenn man ein Relais mit einem zusätzlichen
> Öffner einsetzt. Ziel war, auch bei kurzen Unterbrechungen wieder
> wirksam zu sein. Die Schaltung habe ich mindestens einmal im µC-net
> gepostet, aber Relaistechnik ist halt zu einfach, es muß ein IC sein.

Muss es nicht unbedingt.
Die von Dir gezeigte Schaltung ist ja quasi Standard, hat bei mir nie 
reproduzierbar funktioniert.

> Das ist reine Theorie, ohne praktische Bedeutung.

Nö, das ist praktische Erfahrung. Vielleicht hatte ich nicht wirklich 
passende Relais, zumindest haben die zwar angezogen, dann aber nur mäßig 
gehalten. Folge: Der Vorwiderstand wurde "warm".

Ist ja auch egal, so dolle weniger Aufwand ist Deine Schaltung auch 
nicht.
Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann haben wir beide je 12 Teile.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Bernd G. schrieb:
> Die Reihung von Gerätesicherung, Thermosicherung und Relaiskontakt
> gefällt dem Sicherheitsinspektor in mir wesentlich besser.

Mir auch ;-) Doch außer Themoschalter habe ich letzlich die gleiche 
"Reihenschaltung" Sicherung ist im Gerät schon vorhanden, nur einen 
Themoschalter habe ich nirgends. Was soll der und vor allem wo 
angebracht bewirken? Er schützt weder den Vorwiderstand (außer der oben 
gezeigte) noch die restliche Schaltung.
Wenn der Trafo warm wird (was ja sein kann) und er dort verortet ist, 
dann liegt das Warmwerden aber nicht an der ESB.

Nochmal: Wenn aus welchem Grund auch immer das Relais nicht schaltet, 
dann verbrennt der Vorwiderstand. In der von mir gewählte Bauform 
verbrennt irgendwann innen die Drahtwendel und wird vom Füllmaterial 
gelöscht. Außen wird er zwar auch warm, doch nicht "brandheiß", meistens 
sieht man nichtmal was. Das Problem haben überigens auch beide 
Schaltungen (und andere auch).

Doch egal, alles hat seine Berechtigung, jeder nimmt möglichst das was 
da ist und vom Platz her ins Gerät passt.

Old-Papa

von Manfred P. (pruckelfred)


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Bernd G. schrieb:
> Die Reihung von Gerätesicherung, Thermosicherung und Relaiskontakt
> gefällt dem Sicherheitsinspektor in mir wesentlich besser.

Die Thermosicherung habe ich in einem Gerät, was per µC unbeaufsichtigt 
gesteuert wird. An anderer Stelle habe ich drauf verzichtet, da z.B. 
mein Trenntrafo nur beaufsichtigt betrieben wird.

Old P. schrieb:
> Die von Dir gezeigte Schaltung ist ja quasi Standard,

Wie ich sagte: Relais sind Hexenwerk.

Meine Schaltung ist eben nicht "quasi Standard", beachte den 
Öffnerkontakt am Elko: Sobald das Relais zuckt, fällt der Elko raus und 
das Ding zieht zügig an. Wenn der Schaltvorgang fertig ist, wird der 
Elko über den Widerstand entladen und liefert bei einem zeitnah neuen 
Schaltvorgang gleich wieder eine Verzögerung.

Geplant sind etwa 500ms, ob das nun 300 oder 700 werden, ist mir in der 
Praxis egal - ich habe diese Schaltung mehrfach im Einsatz.

Old P. schrieb:
> nur einen
> Themoschalter habe ich nirgends. Was soll der und vor allem wo
> angebracht bewirken? Er schützt weder den Vorwiderstand (außer der oben
> gezeigte) noch die restliche Schaltung.

Das ist ein spezieller Aufbau, wo der Thermoschalter mechanisch direkt 
unter dem Begrenzungswiderstand sitzt, im Fehlerfall also den 
nachfolgenden Verbraucher abtrennen würde. Das ist eine individuelle 
Entscheidung, im Regelfall verzichtbar.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Manfred P. schrieb:

> Wie ich sagte: Relais sind Hexenwerk.

Nö, wer behauptet sowas?

> Meine Schaltung ist eben nicht "quasi Standard", beachte den
> Öffnerkontakt am Elko: Sobald das Relais zuckt, fällt der Elko raus und
> das Ding zieht zügig an. Wenn der Schaltvorgang fertig ist, wird der
> Elko über den Widerstand entladen und liefert bei einem zeitnah neuen
> Schaltvorgang gleich wieder eine Verzögerung.

Ok, den 2. Kontakt haben vergleichbare Schaltungen nicht.
----------------------------------------

Da das ja kaum noch ein "Verkaufsthread" ist, pack ich auch noch 
kommentarlos ein paar Schaltungvarianten auf den Tisch. Die habe ich 
fast alle versucht, haben mir nicht wirklich gefallen. Ähnlichkeiten 
untereinander sind natürlich nicht zufällig.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Hallo Leute,
der Sack ist zu!

Die bezahlten gehen heute noch in die Post.

Ich werde sehr wahrscheinlich nochmal 20 Platinen ordern, diese dann 
etwas überarbeitet.
Ob ich nochmal Fertigmoduld anbiete, weiß ich noch nicht, ich muss mal 
meine Materialbestände durchforsten.

Old-Papa

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Andreas M. schrieb:
> Dass der Lastwiderstand bei nicht schaltendem Relais nur „sehr warm“
> wird, ist vielleicht etwas verharmlosend ausgedrückt? Hast Du das mal
> real getestet?
> VG

Hallo,
unfreiwillig habe ich das gerade getestet.
Eins meiner beiden verbliebenen Module hatte einen zerbrochenen 1M 
Widerstand (keine Ahnung warum). Folge, beim Test zog das Relais nicht 
an.
Den zerdepperten R hatte ich dann zwar gesehen, doch zum Test das Ding 
am Trafo (dieser im Leerlauf) nochmal eins-zwei Minuten unter Aufsicht 
kullern gelassen. Der Vorwiderstand wurde "gut warm" (Fingertest = aua), 
brannte aber nicht durch.
Wer möchte kann parallel zum Relais noch eine LED nebst Vorwiderstand 
legen, dann sieht man ja, ob angezogen oder nicht. Man hört es aber auch 
klicken oder nicht.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> Der Vorwiderstand wurde "gut warm" (Fingertest = aua), brannte aber nicht
> durch.

Genau darin sehe ich das Problem. Der bzw. die Widerstandshersteller 
garantieren kein definiertes Verhalten des Teils bei Überlast. Deshalb 
präferiere ich die Schaltung mit der Thermosicherung, die direkt am R 
klebt.

von Eppelein V. (eppelein)


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Bernd G. schrieb:
>> Der Vorwiderstand wurde "gut warm" (Fingertest = aua), brannte aber nicht
>> durch.
>
> Deshalb
> präferiere ich die Schaltung mit der Thermosicherung, die direkt am R
> klebt.

Thermosicherung einmal ausgelöst und kaputt?

MfG
Eppelein

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> Thermosicherung einmal ausgelöst und kaputt?

Ja. Aber es können keine Folgeschäden entstehen, wenn ich mich auf 
Pruckelfreds Schaltung beziehe.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Bernd G. schrieb:

> Genau darin sehe ich das Problem. Der bzw. die Widerstandshersteller
> garantieren kein definiertes Verhalten des Teils bei Überlast. Deshalb
> präferiere ich die Schaltung mit der Thermosicherung, die direkt am R
> klebt.

Kann man ja machen, ich halte das für mich für nicht notwendig.
Wie schon geschrieben, bei meinen früheren Versuchen mit einigen 
ESB-Schaltungen (s. oben und auch weitere) sind mir schon solche 
Widerstäde durchgegangen. Nicht ein einziger hat irgendwie Schaden 
verursacht. Mit anderen Bauformen und vielleicht mit Billigdingern kann 
das aber durchaus passieren.
Und ich schrieb ja auch, dass man eigentlich nie einen Trafo einschalten 
sollte, der schon volle Möhre an der Last hängt. Im Leerlauf, selbst 
wenn Gleichrichter plus Elkos dahinter hängen, fließt zwar ein hoher 
Einschaltstrom (bzw. ein gebremster mit der ESB) und danach pegelt sich 
das in Sekunden auf den (hoffentlich) geringen Leerlaufstrom ein.
Einzig wenn mitten im Lastbetrieb das Relais abfällt oder keinen 
richtigen Kontakt mehr hat, wird das echt böse für den Vorwiderstand. 
Doch eigentlich merkt man auch das gleich, weil eben die Last verreckt. 
Ob dann eine wie auch immer geartete Thermosicherung/-schalter schnell 
genug ist? Ich glaube nein.

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> Und ich schrieb ja auch, dass man eigentlich nie einen Trafo einschalten
> sollte, der schon volle Möhre an der Last hängt.
Und wozu sollte ein Einschaltstrombegrenzer sonst gut sein?
Erst den Trafo ganz sachte einschalten und dann mit einem zweiten 
Schalter die Last unter Spannung setzen?

> Doch eigentlich merkt man auch das gleich, weil eben die Last verreckt.
Und du stehst immer daneben und kannst sofort reagieren?

> Ich glaube nein.
Glauben hilft hier nicht.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Bernd G. schrieb:

> Und wozu sollte ein Einschaltstrombegrenzer sonst gut sein?
> Erst den Trafo ganz sachte einschalten und dann mit einem zweiten
> Schalter die Last unter Spannung setzen?

Genau so!
Wenn ich meine großen Verstärker einschalte, dann ist da noch keine 
volle Mucke drauf. Das wäre reichlich blöd.
Beim Trennstelltrafo auch, der wird eingeschaltet und dann erst die Last 
dazu.
Beim Schweißtrafo hälst Du doch auch nicht die Elektrode aufs Blech und 
schaltest den ein.

> Und du stehst immer daneben und kannst sofort reagieren?

Eigentlich ja. Und wenn nicht, dann nicht. Dann verreckt der 
Vorwiderstand. Nichts ist vollkomnen.

> Glauben hilft hier nicht.

Doch, hilft schon viel, der Rest ist Wissen.

Niemand zwingt Dich das so zu machen wie ich, jeder wie er möchte.

Es ist schon komisch, ich habe die Dinger in mehreren Foren angeboten 
und nur hier schaukeln sich die Reichsbedenkenträger einen ab.
Macht es besser und zeigt doch mal....

Und wie ich immer sage: "Wenn der Himmel runter fällt, sind alle Spatzen 
tot" (kann ja auch mal passieren)

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Der Vorwiderstand wurde "gut warm" (Fingertest = aua),
> brannte aber nicht durch.
Keine Sorge, wenn richtig Last drauf ist und nicht nur Leerlauf, brennen 
120 Ohm die Scheiße aus der Platine, ggf. bis zum Flammen schlagen.

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> Macht es besser und zeigt doch mal...
Nö. Sicherheitsrelevantes Zeugs kaufe ich fertig ein.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Ben B. schrieb:
>> Der Vorwiderstand wurde "gut warm" (Fingertest = aua),
>> brannte aber nicht durch.
> Keine Sorge, wenn richtig Last drauf ist und nicht nur Leerlauf, brennen
> 120 Ohm die Scheiße aus der Platine, ggf. bis zum Flammen schlagen.

Nein!
Bullshit.
Hättest Du den ganzen Thread gelesen, dann wüsstest Du, dass in diesem 
Widerstand die Drahtwendel aufgibt und das je nach Last innerhalb von 
Sekunden. Außen wird er zwar warm, doch bis zum Flamme schlagen wäre 
noch ein weiter Weg.

Old-Papa

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Bernd G. schrieb:
>> Macht es besser und zeigt doch mal...
> Nö. Sicherheitsrelevantes Zeugs kaufe ich fertig ein.

Das wird für Dich dann auch besser sein.
Doch dann lass mich in Ruhe, ich rede Dir doch beim Kaufen auch nicht 
rein.

Old-Papa

von Apollo M. (Firma: @home) (majortom)


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Old P. schrieb:
> Wenn ich meine großen Verstärker einschalte,

für das daraus forgende problem gibt es extra leitungsschutzschalter mit 
c charakteristik!

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Apollo M. schrieb:
> Old P. schrieb:
>> Wenn ich meine großen Verstärker einschalte,
>
> für das daraus forgende problem gibt es extra leitungsschutzschalter mit
> c charakteristik!

Du bist ja ein ganz Schlauer. Was meinst Du, warum sich so viele User 
mit  diversen Schaltungen zur ESB befassen. Ja selbst fertige und teure 
Industriemodule gibt es dafür.

Und ja, wer einen Verstärker (ich rede hier von Kilowattklassen) mit 
voll aufgedrehter Power einschaltet, der gehört eingesperrt.

Old-Papa

von Andrew T. (marsufant)


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Hallo Old P.,

danke für diese Schaltung und dee ausführliche Beschreibung.
Für alle, die noch etwas mehr aus dem Teil "rauskitzeln" wollen:

Eine Diode (1N4148 oder 1N4001) in Sperrrichtung über R1 verkürzt die 
Erholzeit der Schaltung noch etwas.
Ist aber nicht zwingend nötig, da das IC intern schon für sehr kurze 
Wiederbereitschaft sorgt.


Die Schaltung ist super, Danke nochmals für Deine Mühe damit!



Old P. schrieb:
> Und ja, wer einen Verstärker (ich rede hier von Kilowattklassen) mit
> voll aufgedrehter Power einschaltet, der gehört eingesperrt.

Hmm, derartige Verstäker haben doch eh eine Anschaltverzögerung für die 
Speaker von 2..3 sekunden -- somit liegt das zeitlich doch sehr gut 
entzerrt zu Deine r 1 Sekunde des Einschaltbegrenzers. Sollte also nix 
machen.

: Bearbeitet durch User
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Andrew T. schrieb:
> Hallo Old P.,
>
> danke für diese Schaltung und dee ausführliche Beschreibung.
> Für alle, die noch etwas mehr aus dem Teil "rauskitzeln" wollen:
>
> Eine Diode (1N4148 oder 1N4001) in Sperrrichtung über R1 verkürzt die
> Erholzeit der Schaltung noch etwas.
> Ist aber nicht zwingend nötig, da das IC intern schon für sehr kurze
> Wiederbereitschaft sorgt.

Eben, soooo schnell ist der "gemeine User" mit dem Powerschalter ja auch 
nicht ;-)

> Die Schaltung ist super, Danke nochmals für Deine Mühe damit!

Danke.

> Hmm, derartige Verstäker haben doch eh eine Anschaltverzögerung für die
> Speaker von 2..3 sekunden -- somit liegt das zeitlich doch sehr gut
> entzerrt zu Deine r 1 Sekunde des Einschaltbegrenzers. Sollte also nix
> machen.

Dass ja. Das war ja auch nur ein Beispiel um den Unsinn eines unter 
Vollast zu schaltenden Trafos zu verdeutlichen.
Obwohl, ich habe noch alte PAs (Zeck?) im Regal, die schalten auch unter 
1 Sekunde direkt zu. Doch schon im Interesse der Pappen wird der 
Volumeregler immer erst auf Null gedreht, dann Power-On.

Die Diskussion ist aber inzwischen müßig, die Teile sind ja alle 
vergeben und heute/morgen hoffentlich bei den Käufern.

Old-Papa

von Bernd K. (bmk)


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Hallo Old-Papa,

Teil ist heute angekommen. Danke.
Sieht echt professionell aus.

von Ludwig K. (hellas)


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Sendung kam gestern an. Wieder mal alles tiptop. So wie man es von Old 
Papa halt kennt. Danke fürs Projekt und deine Mühe.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


Angehängte Dateien:

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Hallo Leute, da ich noch Bestellungen offen hatte, habe ich nochmal 
einen Stapel Platinen fertigen lassen, die sind heute gekommen.

Hier die letzte Version des Schaltplans. Den Entladewiderstand über dem 
Vorschaltkondensator habe ich jetzt auf 3 Stück aufgeteilt, da die 
Spannungsfestigkeit üblicher Widerstände weit unter 230V (AC) liegt. Wer 
hat, kann natürlich auch einen Einzelnen (baugrößeren + 
spannungsfesteren) verbauen.
Für die Relais habe ich das Pinning neu gezeichnet, da mir bei der Suche 
nach Relais einige mit leicht unterschiedlichen Pinabständen und 
–anordnungen unter gekommen sind.

Leerplatine 2,- plus Versand

Derzeit plane ich keine komplett bestückten Module anzubieten, ich habe 
keine wirklich passenden Relais (mit 16A) im Haus.

Mail an old-papa<ät>web(dot)de

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von F. F. (fecixus)


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Hallo Old-Papa,
Du hast eine PM auf Deine angegebene Adresse bekommen.
VG

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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F. F. schrieb:
> Hallo Old-Papa,
> Du hast eine PM auf Deine angegebene Adresse bekommen.
> VG

Durchforste mal Deinen Spamfilter ;-)

Old-Papa

von F. F. (fecixus)


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Old P. schrieb:
> F. F. schrieb:
>> Hallo Old-Papa,
>> Du hast eine PM auf Deine angegebene Adresse bekommen.
>> VG
>
> Durchforste mal Deinen Spamfilter ;-)
>
> Old-Papa

ooh ja :-)
Du hast gerade Antwort erhalten..
VG

von F. F. (fecixus)


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Hallo Old-Papa,
Kuvert ist heil angekommen.
Die Platinen gefallen mir und Danke für die Zusätze :-)
Vielen Dank

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