Hi,
ich habe da mal ein hypothetische Frage zum Stromnetz.
Angenommen es gäbe nur noch PV Anlagen oder ähnliche Stromquellen, die
nicht wie ein klassischer Generator auf rotierende Massen beruhen,
sondern per Wechselrichter in das Stromnetz einspeisen, wäre es dann
überhaupt notwendig die einspeisenden Anlagen zu regeln?
Klar, eine Netzsynchronisation müsste wie bisher auch stattfinden, aber
hätte ein Über-/Unterangebot irgendwelche Auswirkungen auf die Frequenz
oder Spannung?
Peter schrieb:> Hi,>> ich habe da mal ein hypothetische Frage zum Stromnetz.>> Angenommen es gäbe nur noch PV Anlagen oder ähnliche Stromquellen, die> nicht wie ein klassischer Generator auf rotierende Massen beruhen,> sondern per Wechselrichter in das Stromnetz einspeisen, wäre es dann> überhaupt notwendig die einspeisenden Anlagen zu regeln?
Das gabe ein wildes Gestreite darum wer einspeisen darf.
> Klar, eine Netzsynchronisation müsste wie bisher auch stattfinden, aber> hätte ein Über-/Unterangebot irgendwelche Auswirkungen auf die Frequenz> oder Spannung?
Blackout.
>Wie soll denn nach deiner Meinung ungeregeltes einspeisen funktionieren?
Ganz einfach: Der Klügere gibt nach! Und der Sicherungshersteller freut
sich.
Jeder Wechselrichter möchte Strom einspeisen. Das würde die Spannung
erhöhen. Das passiert nicht weil im realen Netz genug Last vorhanden
ist. Schaffen die PV-Anlagen aber doch mehr Leistung bereit zu stellen
als das Netz braucht, steigt die Spannung weiter an, bis entweder eine
unzulässige Spannung erreicht wird, oder die ersten PV-Anlagen selber
abspringen.
Hier müsste jetzt jede PV-Anlage diesen Zustand erkennen und die
Leistung runterregeln. Das mag klappen wenn man eine zentrale Instanz
hat die die Regelfunktion übernimmt (klassisches Kraftwerk), hier
müsstest du darauf hoffen dass die Summe der ganzen PV-Regler das stabil
hinbekommen.
Bei Unterangebot hast du das selbe Problem, die Anlagen können nicht
genug Strom liefern und die Spannung bricht zusammen. Hier kann man
jetzt hoffen dass die Lasten sich abschalten (ein trennen der PV-Anlage
wäre hier kontraproduktiv), die meisten werden das aber nicht tun. Es
folgt der Blackout.
Hmm könnte aber nicht bei "Überangebot" der einspeise Wechselrichter
einfach 230v einspeisen? Er müsste ja nicht die Spannung erhöhen. Fakto
klar fließt dann kein Strom mehr aber es sollte einfach funktionieren.
Dann müsste sich das System wie ein Gleichstrom Netz verhalten
Wirrer Gedanke aber Drehende Massen werden ja immer mehr abgeschafft.
Sind Windkraftanlagen mit Wechselrichter oder müssen die sich zur
Netzfrequenz drehen?
Sven schrieb:> Sind Windkraftanlagen mit Wechselrichter oder müssen die sich zur> Netzfrequenz drehen?
Es mag mal Anlagen gegeben haben bei denen es so war. Evtl. mithilfe
eines komplexen Getriebes. Heute sicher nicht mehr. Das ist extrem
ineffizient.
Ja, es findet eine elektrische Umsetzung statt.
Peter schrieb:> wäre es dann> überhaupt notwendig die einspeisenden Anlagen zu regeln?
Ja, aber in anderer Form als es bei rotierenden Massen. Das macht heute
jeder zugelassene PV Wechselrichter.
Peter schrieb:> aber> hätte ein Über-/Unterangebot irgendwelche Auswirkungen auf die Frequenz> oder Spannung?
Netzsynchron drehende Massen sind auf Verbraucherseite mittlerweile
extrem rar und eigentlich nur noch auf Erzeugerseite vorhanden. Die
Frage ist gut und stelle ich mir auch gelegentlich. Ich behaupte das
keine Auswirkung mehr auf die Frequenz erfolgt.
Glücklicherweise lässt sich die Physik nicht so einfach überlisten, bei
unkontrollierter Einspeisung oder einen Streit, wer denn auf Krampf
einspeisen darf, fallen bei jedem von uns zuhause die Sicherungskästen
von der Wand und dann gibts kein Netz und keine Netzkunden mehr.
Ansonsten wäre sowas möglich, solange mehr Solarleistung als Bedarf zur
Verfügung steht. Man könnte Wechselrichter bauen, die ein solches Netz
betreiben können, ist ja nicht viel anders als wenn jemand einen kleinen
Wechselrichter an seine 12V-Autobatterie klemmt.
In der Praxis sind einige Anlagen mit rotierenden Massen ziemlich
wichtig, sie verschaffen Zeit bei der Regelung, indem sie kurze Spitzen
wie Einschaltstromstöße einfach wegschlucken. Außerdem können sie
problemlos große Mengen Blindstrom kompensieren und unterschiedliche
Belastung der Phasen ausgleichen (das könnten entsprechend gebaute
Wechselrichter allerdings auch). Bei der Stilllegung des AKW Biblis
musste einer der Generatoren umgerüstet und als Phasenschieber
weiterbetrieben werden, bis entspreche Kompensationsanlagen gebaut
waren.
Wird der Leistungsbedarf größer als das Angebot, muß man den Bedarf
zwangsläufig reduzieren. Erstmal können Verbraucher abgeschaltet werden,
die eine Weile ohne Strom auskommen, das sind z.B. Kühlanlagen in größen
Kühlhäusern oder mit steigender Tendenz Wärmepumpen. Sowas kann mehrere
Stunden abgeschaltet werden, ohne daß es zu Problemen führt.
Darüber hinaus muss man andere Speicher schaffen, wie große
Pumpspeicherkraftwerke oder solarthermische Kraftwerke, welche
prinzipbedingt Solarenergie in Form von Wärme speichern und über einen
längeren Zeitraum verteilt einspeisen können.
Insofern denke ich auch, daß Desertec noch lange nicht vom Tisch ist.
Wenn man nur zwei Prozent der Sahara mit Solarkraftwerken bedecken
würde, deckt das den kompletten weltweiten Energiebedarf. Ein weltweites
Verteilnetz wäre mittels HGÜ-Leitungen auch möglich, vor allem eine
Ausdehung in Ost-West-Richtung wäre sehr nützlich zur Lastverteilung, da
westlichere Anlagen zu späteren Tageszeiten beschienen werden, wenn über
östlichen Anlagen schon der Abend anbricht. Das würde die benötigte
Menge an Speichern reduzieren, allerdings wahrscheinlich so hohe
Lastflüsse haben, daß es deswegen schwierig zu realisieren ist.
Ich halte ein weltweites Netz für schwierig, aber meiner Meinung nach
wird Desertec oder ein Äquivalent dazu definitiv die Stromversorgung von
Europa übernehmen. Die arabischen Wüsten wären auch nicht so weit weg
und die Kombination würde eine hilfreiche Ost-West-Ausdehnung bewirken.
Klar, ist teuer - aber mit bestehener Technik realisierbar - und auf
absehbare Zeit auch alternativlos. Da können sich die Verfechter der
Kernfusion mit ihrer Atomkochtöpfen noch so anstrengen, selbst wenn die
noch "Serienreife" erlangen, kommen sie 50..70 Jahre zu spät damit
rüber. Man könnte die Entwicklung dieser Brücken- oder
Sackgassentechnologie auch abbrechen, es ist bereits absehbar, daß man
sie nicht mehr braucht.
Ben B. schrieb:> In der Praxis sind einige Anlagen mit rotierenden Massen ziemlich> wichtig, sie verschaffen Zeit bei der Regelung
Sehe ich auch so. Die Regelung wird ohne deutlich anspruchsvoller.
Ben B. schrieb:> Erstmal können Verbraucher abgeschaltet werden,> die eine Weile ohne Strom auskommen, das sind z.B. Kühlanlagen in größen> Kühlhäusern oder mit steigender Tendenz Wärmepumpen.
Ja, vermutlich auch ein Grund warum Grossverbraucher und Erzeuger im
Privathaushalt mittlerweile Datenschnittstellen vorhalten. Genutzt
werden die m.W. aber noch nicht. Es fehlt wohl ein Standart.
Windkraftanlagen verwenden heute meistens direkt angetriebene doppelt
gespeiste Asynchronmaschinen, die direkt auf der Rotornabe sitzen.
Doppelt gespeist bedeutet, daß der Rotor via Umrichter einen
dreiphasigen Erregerstrom bekommt, an der Statorwicklung lässt sich die
Ausgangsleistung dann direkt als dreiphasiger Wechselstrom abnehmen.
Durch diese Bauweise erhält man eine komplett variable Drehzahl des
Generatos und der Umrichter muß nur einen sehr kleinen Teil der
Ausgangsleistung verarbeiten. Man hat dadurch sogar einen schnell
regelbaren Kurzzeitspeicher, indem man die Drehzahl der Anlage bei
kurzen Lastbedarfseinbrüchen steigert und bei Lastspitzen reduziert.
Frühere Anlagen verwendeten netzsynchron drehende Generatoren (oft sogar
einfache Asynchronmaschinen), die über ein Getriebe angetrieben wurden.
Meistens waren die zwischen zwei Drehzahlen umschaltbar, aber besonders
flexibel ist das natürlich nicht.
Nochwas, was mich immer so nervt: Wenn irgendwelche Leute, die davon
keine Ahnung haben, immer gleich den großen Blackout prophezeien, wo wir
alle wochenlang keinen Strom haben weil das Netz so kompliziert
aufzubauen sei. Das ist totaler Quatsch. Natürlich muß man noch viel
Speicherraum aufbauen um mit einem vollständig regenerativ betriebenen
Netz auch sonnenlose Schwachwindzeiten abzudecken. Wenn wir das nicht
tun passiert natürlich das Gleiche wie bei einem Auto, was man nicht
rechtzeitig oder zu wenig betankt - man bleibt auf der Strecke. Wenn wir
dazu zu doof sind, dann ist das halt so. Aber nicht weil die Technik das
nicht kann oder nicht verfügbar wäre, sondern weil wir zu doof sind.
Dazu kommt noch, daß elektronische Wechselrichter ein Netz extrem
schnell wieder aufbauen könnten solange ihre (Solar)Generatoren oder
Energiespeicher Strom liefern. Wenns sein muß, springen sie
Null..Nennlast in einer Sekunde, ohne das geringste Problem. Man hat
nicht die thermische Trägheit von Kohlekesseln oder Atomkochtöpfen, man
braucht auch nicht 5..10 Prozent der installierten Leistung als
Eigenbedarf von außen, wie z.B. ein großes Kohlekraftwerk wenn es
angefahren werden soll. Ansonsten können das nur dafür ausgelegte
Wasserkraftwerke (meistens Pumpspeicherkraftwerke). Wenn man ihre
Turbinen im Leerlauf drehen lässt, erreichen sie Null..Nennlast in
10..20 Sekunden. Aber selbst das ist deutlich länger, als ein
elektronischer Wechselrichter dafür braucht.
> Ja, vermutlich auch ein Grund warum Grossverbraucher und Erzeuger> im Privathaushalt mittlerweile Datenschnittstellen vorhalten.
Die relevanten Anlagen sind eher "echte" Großverbraucher in der
Industrie oder dem Gebäudemanagement. Die Kühlanlagen von großen
Gefrier-Lagern oder die Klimaanlagen von großen Bürohäusern haben
Leistungsaufnahmen im Megawatt-Bereich. Da braucht man schon eine Menge
Privathaushalte bzw. flächendeckenden Einsatz, um deren Einfluß zu
erreichen.
> Genutzt werden die m.W. aber noch nicht. Es fehlt wohl ein Standart.
Es gibt da noch eine einfachere Möglichkeit, die bei Wärmepumpen
großflächig im Einsatz ist. Dabei wird über z.B. einen
Rundsteuerempfänger ein einfaches an/aus-Signal an die Wärmepumpe
gegeben. Der Netzbetreiber erhält dadurch eine einfache Möglichkeit,
ihre Last für bis zu 2..3 Stunden vielleicht vom Netz zu nehmen wenns
sein muß.
Das Ziel ist halt eine flexiblere Nutzung dieser Regeltechnik, so wie
das in der Solarenergie bereits gemacht wird. Also nicht nur Vollast
oder Aus, sondern den Anlagen wird eine bestimmte Leistungsabsenkung
vorgegeben, oder daß sie x Prozent Blindleistung fahren sollen. Das ist
heute noch oftmals nur abgestuft möglich (z.B. Leistungsabsenkung in
20%-Schritten bei großen Solarparks), wird aber irgendwann stufenlos
sein.
Das Problem ist halt, daß man ein Stromversorgungsnetz nicht nur mit
Last überlasten kann, sondern auch durch Erzeugung. Der Leitung ist egal
in welche Richtung die Ampere fließen - werden's zuviel, wird sie heiß.
Ich sag das auch immer wieder weil ich in der Region wohne: Vattenknall
in diesem Falle hat diese Entwicklung nicht vorhergesehen, als die nach
der Wende das ostdeutsche Hoch- und Höchstspannungsnetz übernommen
haben. Da wurde vor allem das 110kV-Netz massiv ausgedünnt, um schlanker
zu werden und mehr Gewinn einzustreichen. Es gibt heute keine
110kV-Verbindungen zwischen Berlin und Brandenburg mehr. Als Folge davon
staut sich der in der Region regenerativ erzeugte Strom auf der
110kV-Ebene vor den großen Umspannwerken Neuenhagen und Wustermark
(Thyrow im Süden hat nicht so viel Leistung weil es nicht an die
380kV-Transversale angebunden ist, welche die meisten innerstädtischen
Gebiete speist). Um diese 110kV-Leitungen nun nicht zu überfordern
mussten Wind- und Solarparks oft komplett abgeschaltet werden. Etwas
besser geworden ist's durch den Neubau eines Umspannwerks bei
Fürstenwalde, welches über ein Erdkabel 300MVA oder so vom Solarpark
Neuhardenberg aufnehmen kann. Diese Leitung (Neuenhagen-Letschin) war
die am stärksten überlastete Leitung, vor allem weil eine parallele
Verbindung über Bad Freienwalde nach Neuenhagen nach der Wende abgebaut
wurde. Jetzt ist die Uckermarktleitung bei starker regenerativer
Einspeisung das größere Sorgenkind. Das ist eine 220kV-Verbindung von
Neuenhagen hoch nach Pasewalk. In diese Leitung speist unter anderem der
Energie-Komplex Bertikow ein, wodurch der Abschnitt Bertikow/Vierraden
(bei Schwedt) bis Neuenhagen regelmäßig an seine Leistungsgrenze kommt.
Von Vierraden führt eine Kuppelleitung nach Polen (Gryfino) und die
Polen regen sich seit Jahren darüber auf, daß sich deutscher Strom von
dort übers polnische Netz (welches schon immer nicht auf hohe
Transportkapazitäten ausgelegt war) ausbreitet. Seit 10 Jahren will man
diese Leitung auf 380kV ausbauen, scheitert aber immer wieder aus
gerechnet an sowas wie Öko-Aktivisten.
Nur bei einer Leitung war Vattenknall schlauer, und das ist die
380kV-Leitung Lubmin-Neuenhagen. In Lubmin stand das recht
leistungsstarke AKW Greifswald. Nach dessen Abschaltung unmittelbar nach
der Wende, wurde diese Leitung abgeschaltet (sogar komplett abgeklemmt),
aber glücklicherweise nicht abgebaut. Heute fließen darüber viele
hundert Megawatt regenerativer Strom vom Norden nach Berlin, Windstrom
aus der Ostsee und von gleich drei neuen Umspannwerken (Altentreptow
Nord, Altentreptow Süd und Badingen) aus den nördlichen Regionen.
Peter schrieb:> wäre es dann überhaupt notwendig die einspeisenden Anlagen zu regeln
Natürlich.
IUnknown schrieb:> Jeder Wechselrichter möchte Strom einspeisen. Das würde die Spannung> erhöhen
Vor allem die Frequenz.
Man muss exakt so viel Energie einspeisen, wie die Verbraucher gerade
benötigen, das ist schon bei konventionellen Kraftwerken so.
Man darf keinesfalls alles Einspeisen was die Snne aktuell so bringt.
Blöderweise muss auch so viel eingespeist werden, wie die Verbraucher
benötigen. Nachts ist das bei PV halt blöd. Kein Fernsehen abends, kein
elektrisches Licht.
> Man muss exakt so viel Energie einspeisen, wie die Verbraucher> gerade benötigen, das ist schon bei konventionellen Kraftwerken so.
Quatsch.
Das "Netz" speichert die Differenz.
Und das ist alles ausgerechnet.
Frag' die Kobolde! SCNR
Gab es nicht vor einiger Zeit sogar eine Änderung für die Wechselrichter
von Solaranlagen, dass sie bei einer bestimmten Frequenz nicht mehr
einfach nur ausschalten, sondern stufenweise die Leistung reduzieren
müssen, weil man Angst hatte dass bei einer Massen Abschaltung bei
Frequenz X das Netz zusammenbricht?
Die meisten Windräder beziehen Strom aus dem Netz damit sie netzsynchron
einspeisen können. Wie das genau gemacht wird weiß ich nicht, vermutlich
wird eine Wicklung vom Generator mit Netzspannung betrieben.
Naja heutzutage würde ich auf jeden Fall keine Uhr mehr haben wollen,
welche das Stromnetz als Taktgeber hat.
DANIEL D. schrieb:> Naja heutzutage würde ich auf jeden Fall keine Uhr mehr haben wollen,> welche das Stromnetz als Taktgeber hat.
Die Netzfrequenz ist nach wie vor dafür gut geeignet.
DANIEL D. schrieb:> Gab es nicht vor einiger Zeit sogar eine Änderung für die Wechselrichter> von Solaranlagen, dass sie bei einer bestimmten Frequenz nicht mehr> einfach nur ausschalten, sondern stufenweise die Leistung reduzieren> müssen, weil man Angst hatte dass bei einer Massen Abschaltung bei> Frequenz X das Netz zusammenbricht?
Ja, irgendwann kam bei den Netzbetreibern an, dass mehr als 2%
regenerativ erzeugt werden kann, das Netz trotzdem stabil bleiben kann -
aber nicht, wenn man bei jedem kleinen Regeleingriff erstmal alle
regenerativen Erzeuger abwirft. Seitdem dürfen Windenergieanlagen auch
(Kurzzeit-)Regelleistung und Blindleistung bereitstellen, das wurde in
demselben Zug angepasst.
MfG, Arno
MaWin schrieb:> Nachts ist das bei PV halt blöd. Kein Fernsehen abends, kein> elektrisches Licht.
Und wie immer steh MaWin zielsicher für rückständige Polemik von 1965.
Ich verwende meinen Solarstrom selbstverständlich auch Nachts. Ist bei
den meisten neueren Anlagen heute kein Problem mehr.
Wie das funktioniert, kann sich jeder eigentlich schon denken ;-)
Ich sags lieber nicht, möchte den Blutdruck unseres Bartbrabblers MaWin
nicht unnötig in die höhe treiben.
Ben B. schrieb:> Windkraftanlagen verwenden heute meistens direkt angetriebene doppelt> gespeiste Asynchronmaschinen, die direkt auf der Rotornabe sitzen.
Nein. Dein "heute" war vor zehn, zwanzig Jahren, heute (ohne "") ist es
üblicherweise eine PSM mit Vollumrichter.
Z.B.
https://www.enercon.de/technologie/komponenten/https://www.vestas.com/en/products/enventus_platform#https://www.siemensgamesa.com/en-int/products-and-services/offshore/wind-turbine-sg-11-0-200-ddDANIEL D. schrieb:> Die meisten Windräder beziehen Strom aus dem Netz damit sie netzsynchron> einspeisen können. Wie das genau gemacht wird weiß ich nicht, vermutlich> wird eine Wicklung vom Generator mit Netzspannung betrieben.
Nein. Einfach nur nein.
DANIEL D. schrieb:> Naja heutzutage würde ich auf jeden Fall keine Uhr mehr haben wollen,> welche das Stromnetz als Taktgeber hat.
Weil?
Arno schrieb:> Seitdem dürfen Windenergieanlagen auch> (Kurzzeit-)Regelleistung und Blindleistung bereitstellen, das wurde in> demselben Zug angepasst.
In den aktuellen Richtlinien zum Fault ride through werden sie da sogar
sehr explizit in die Pflicht genommen, insbesondere die deutschen
Einspeiserichtlinien sind bei allen Anlagen >100kW da recht streng.
Name: schrieb:> Wie das funktioniert, kann sich jeder eigentlich schon denken ;-)
Schon die Überschrift und damit die Rahmenbedingung des Threads gelesen
?
Affenkundig nicht.
Dazu passt, mit dem Gemecker nicht unter dem Namen aufzutreten, unter
dem du sonst postest.
Feige und dumm.
vn nn schrieb:> Arno schrieb:>> Seitdem dürfen Windenergieanlagen auch>> (Kurzzeit-)Regelleistung und Blindleistung bereitstellen, das wurde in>> demselben Zug angepasst.>> In den aktuellen Richtlinien zum Fault ride through werden sie da sogar> sehr explizit in die Pflicht genommen, insbesondere die deutschen> Einspeiserichtlinien sind bei allen Anlagen >100kW da recht streng.
Ja, die Regulierung ist sehr schnell von "schaltet bloß ab und lasst uns
in Ruhe" ins Gegenteil umgeschwenkt.
MaWin schrieb:> Name: schrieb:>> Wie das funktioniert, kann sich jeder eigentlich schon denken ;-)>> Schon die Überschrift und damit die Rahmenbedingung des Threads gelesen> ?
Wenn man ein bisschen weiter als die Überschrift liest, steht im ersten
Beitrag "Stromquellen, die nicht wie ein klassischer Generator auf
rotierende Massen beruhen" (und gemeint ist offenbar netzsynchron).
Haben fast alle verstanden.
MfG, Arno
DANIEL D. schrieb:> Naja heutzutage würde ich auf jeden Fall keine Uhr mehr haben wollen,> welche das Stromnetz als Taktgeber hat.
Das ist eigentlich unproblematisch. Es können zwar Abweichungen von ein
paar Minuten entstehen (wie 03.2018). Diese Abweichungen werden aber
später wieder ausgeregelt in dem der Sollwert der Netzfrequenz leicht
erhöht wird. Nennt sich Quartärregelung.
https://www.energie-lexikon.info/frequenzregelung_im_stromnetz.html
Damit sollten alle netzsynchronen Uhren genauso langzeitstabil wie
Funkuhren sein. Eventuell wird der Drift nach unten im Winter erst mit
der Märzsonne wieder eingefangen...
MaWin schrieb:> Schon die Überschrift und damit die Rahmenbedingung des Threads gelesen> ?>> Affenkundig nicht.
Das in Batteriespeichern rotierende Massen sein sollten, ist mir neu.
Meine Batterie hat einen Netzsynchronen Wechselrichter ;-)
MaWin schrieb:> Dazu passt, mit dem Gemecker nicht unter dem Namen aufzutreten, unter> dem du sonst postest.
Interessant! Welcher ist das?
Arno schrieb:> Wenn man ein bisschen weiter als die Überschrift liest, steht im ersten> Beitrag "Stromquellen, die nicht wie ein klassischer Generator auf> rotierende Massen beruhen" (und gemeint ist offenbar netzsynchron).> Haben fast alle verstanden.
Danke, ja so war das gemeint.
Dass Nachts kein PV Strom zur Verfügung steht ist klar und dass man
dafür eine Speicherlösung oder eine andere Stromquelle benötigt ebenso.
MaWin schrieb:> Vor allem die Frequenz.
Das ist der Punkt den ich nicht verstehe. Warum ändert sich dann die
Frequenz?
Bei einem klassischen Generator habe ich mir das so erklärt, dass dieser
bei Überlast nicht mehr seine Nenndrehzahl halten kann und die Frequenz
dadurch abfällt.
Doch wie ist das bei einem Wechselrichter der über Halbleiter die
Frequenz generiert?
Peter schrieb:> Doch wie ist das bei einem Wechselrichter der über Halbleiter die> Frequenz generiert?
Der Wechselrichter muss seine PWM an der Netztspannung orientieren. Ohne
Netz keine Einspeisung.
Der wird halt die momentan anstehende Netzspannung messen, und sie mit
in seiner Regelung mit berücksichtigen - inklusive vielen anderen
Parametern.
Ich kenne das im Detail nur von Rückspeisenden Wechselrichtersystemen
für die Industrie, und da war das so.
Im Endeffekt eine Brückenschaltung mit 3 IGBT-Vollbrücken und einer
Drossel. Den Rest macht die (sehr komplizierte) Software. Bei den mir
bekannten Wechselrichtern war es 5kHz PWM-Frequenz, aber da lag die
Leistung auch bei 100kW.
Peter schrieb:> Das ist der Punkt den ich nicht verstehe. Warum ändert sich dann die> Frequenz?
Vergiss MarWin. Er versteht deine Frage nicht.
Die Antwort auf deine Frage steht im Thread. Ohne drehende Massen ist
das Leistungsgleichgewicht nicht mehr an der Netzfrequenz messbar. Das
macht die Regelung sehr komplex.
Peter schrieb:> Doch wie ist das bei einem Wechselrichter der über Halbleiter die> Frequenz generiert?
Soweit mit bekannt: damit der Wechselrichter einspeisen kann, muss es
eine Phasenverschiebung zwischen Netz und Wechselrichter geben. (Er soll
ja nicht die Effektivspannung erhöhen).
Wo jetzt die Probleme liegen sollen ist mir nicht klar.
Peter schrieb:> MaWin schrieb:>>> Vor allem die Frequenz.>> Das ist der Punkt den ich nicht verstehe. Warum ändert sich dann die> Frequenz?> Bei einem klassischen Generator habe ich mir das so erklärt, dass dieser> bei Überlast nicht mehr seine Nenndrehzahl halten kann und die Frequenz> dadurch abfällt
Nein.
Wie funktioniert die Energieübertragung im konventionellen Generator -
Verbraucher - Netz ?
Der drehende Generator erzeugt im wesentlichen dieselbe Spannung, weil
die Spannung von der Drehzahl anhängt und die ja 50Hz ergeben soll.
Damit der Generator Energie zum Verbraucher bringt, 'schiebt' er Strom,
d.h. die von ihm erzeugte (Wechsel)Spannung ist etwas voreilend, damit
Strom von ihm aus ins Netz fliesst.
Und wenn der Verbraucher mit dem Strom nichts anfangen kann, dann steigt
die Spannung im Netz tatsächlich phasenverschoben etwas früher an, und
wenn jede 50Hz Welle ein klein wenig früher steigt und fällt als die
vorherige steigt damit die Frequenz.
Die Frequenz ist damit die Regelgrösse im Netz, ob sieehr Energie
reinschieben dürfen oder nicht, nicht nur für Drehstromgeneratoren,
sondern auch für Umrichter, gibt es ja auch ohne Photovoltaik in Gross
am Ende von HGÜ.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hochspannungs-Gleichstrom-%25C3%259Cbertragung
MaWin schrieb:> Nein.
Die entnommene Spannung kann über die Stärke des Erregerfelds gesteuert
werden, wenn dieses durch einen Elektromagneten (elektrische Erregung,
Fremderregung) erzeugt wird.
Also ein Netz komplett ohne drehende Massen wirds so schnell nicht
geben. Jedenfalls nicht, solange man nicht auch noch die komplette
Ausgangsleistung großer Wasserkraftwerke durch Maschinen-Umrichter
schickt, halte ich aber nichts von.
Solarthermische Kraftwerke würden ebenfalls Dampfturbinen mit drehenden
Generatoren verwenden.
Ansonsten sind elektronische Wechselrichter extrem flexibel, Wenn Du von
sowas einen 88,666Hz Sägezahn als Netzspannungsform willst, bekommst Du
ihn auch. Also ich wüsste nicht wieso die Regelung ein Problem damit
hätte, möglichst nahe am 50Hz Sinus zu bleiben, auch ohne rotierende
Massen.
Das 5..8kHz Gefiepse großer Industrie-Umrichter ist nervig, aber den
IGBTs geschuldet. Große IGBTs sind ziemliche Divas was ihre
Schaltgeschwindigkeit und ihr Verhalten beim Sperren betrifft. Da muß
man hinterher viel Aufwand betreiben, um die PWM-Frequenz aus dem
erzeugten Ausgangsstrom herauszufiltern. Vielleicht werden irgendwann
FETs gut bzw. preisgünstig genug für Umrichter mit bis zu ein paar
Megawatt Leistung. Die könnte man auch mit sagen wir 100kHz fahren.
Vielleicht braucht man dann einige 100 Watt Treiberleistung (wenig
gemessen an der Ausgangsleistung), aber die damit erreichbare Qualität
der Ausgangsspannung wäre deutlich besser.
Was auch wirklich nervt ist die Profilneurose von MaWin&Friends. Die
Frage, wieso sich der eine MaWin (wenns ihn denn geben sollte) nicht
einfach anmeldet, ist schwerer zu beantworten als die Lösung all unserer
Energieprobleme.
Karl schrieb:> Soweit mit bekannt: damit der Wechselrichter einspeisen kann, muss es> eine Phasenverschiebung zwischen Netz und Wechselrichter geben. (Er soll> ja nicht die Effektivspannung erhöhen).
Genau das wird immer wieder postuliert, aber ist meines Erachtens
falsch.
Stellt euch mal hypothetisch vor, ein Netz arbeitet mit
Rechteckspannung.
Nun will an einem Ende ein Erzeuger einspeisen. Er wird wohl nicht wenn
eine negative Halbwelle anliegt mit einer positiven Spannung das
auszugleichen versuchen. Stattdessen wird er immer wenn er eine positive
Halbwelle an seinem Netzanschluß erkennt, selber eine positive Halbwelle
zu genau dem gleichen Zeitpunkt bereitstellen, die natürlich eine höhere
Spannung haben muß als wenn er sie nicht bereitstellt am Netzanschluß
anliegt, damit er Leistung ins Netz einspeist.
Das sich die Frequenz ändert wenn ein Überangebot/Unterangebot vorliegt
ist dadurch bedingt daß sich rotierende Massen auf Erzeugerseite
schneller drehen wenn die Abnahme (elektr. Leistung) kleiner ist als die
mechanische Leistung am Generator. Auf Abnehmerseite umgekehrt.
Und im Netz ist die Frequenzstabilität eine Führungsgröße damit immer
ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Abnahme vorhanden ist. Das ist
aber eine ingenieurtechnische Festlegung, im ehemaligen
Ostblock-Verbundnetz war ständig Unterfrequenz, da hat man halt bei
Erzeugung < Abnahme nicht eingegriffen.
> Soweit mit bekannt: damit der Wechselrichter einspeisen kann,> muss es eine Phasenverschiebung zwischen Netz und Wechselrichter> geben. (Er soll ja nicht die Effektivspannung erhöhen).
Doch. Wenn Dein erster Satz stimmen würde, könnte kein einziger
Inselwechselrichter arbeiten.
In einem Netz ohne direkt gekuppelte drehende Maschinen oder
Induktivitäten/Kapazitäten (als Beispiel, wenn man über einen
Inselwechselrichter ein paar alte Glühlampen betreibt) ist die
Ausgangsspannung die einzige Regelgröße, die Dir bleibt. Die Aufgabe des
Wechselrichters besteht dann darin, so viel Strom einzuspeisen wie nötig
ist, um 230V am Ausgang zu halten. In Verbundnetzen (mehrere
einspeisende Wechselrichter) müsste man den Wechselrichtern nun noch
einen Strom-Sollwert vorgeben, bzw. einen Bereich, in dem sie ihren
Ausgangsstrom an die Ausgangsspannung anpassen sollen. Oder sowas wie
fahre 100% Ausgangsstrom bei 225V linear fallend bis 0% bei 235V. Bei
zwei Wechselrichtern mit Ausgangsleistung 1 und einem Verbraucher mit
ebenfalls Stromaufnahme 1 würden sich beide Wechselrichter die Last
brüderlich bei 50% teilen. Kommt eine zweite gleiche Last hinzu, liefern
beide Wechselrichter 100% Nennlast und die Spannung würde auf 225V
absinken (was innerhalb der Toleranz liegt und durch Anpassungen der
Regelkurve noch ausgeglichen werden könnte wenn man es will). Die
Regelung bei Laststprüngen muß dabei aber besonders schnell sein, da die
Pufferwirkung von direktgekuppelten drehenden Massen fehlt.
In der Praxis hat man natürlich Abweichungen von meinem einfachen
Rechenmodell, da sich an ohmischen Lasten mit der Spannung auch die
Stromaufnahme ändert und man keine 100% Nennleistung aller Generatoren
möchte.
Die Phasenverschiebung bei Wechselrichtern brauchst Du nur zur
Blindleistungskompensation. Blindleistung hat man bei allen reaktiven
Bauteilen im Netz, also schon an den Transformatoren im
Übertragungsnetz, an überall vorhandenen Kapazitäten und natürlich an
direkt am Netz laufenden Antriebsmaschinen (deren Solldrehzahl von der
Netzfrequenz abhängig ist). Bei letzterem entsteht auch eine
Abhängigkeit zwischen Leistungsaufnahme und Änderung der Netzfrequenz.
Bei steigender Frequenz nehmen sie mehr Leistung auf weil sie ihre
Drehzahl erhöhen wollen und bei fallender Frequenz reduziert sich ihre
Drehzahl bei entsprechend geringerer Leistungsaufnahme. Motorbetrieb und
Generatorbetrieb direkt netzgekuppelter Maschinen mit frequenzabhängiger
Drehzahl (also keine RSM z.B.) ist elektrisch identisch, jeder dieser
Motoren kann als Generator arbeiten und jeder Generator kann auch als
Motor laufen, ohne daß man irgendwas umschalten muß. Ob das Ding als
Motor oder Generator läuft hängt nur davon ab, ob man den Rotor bremst
oder beschleunigt.
Einfache Wechselrichter können nicht mal Blindleistung bzw. über den
Phasenversatz einspeisen, da sie ihren Ausgangsstrom exakt an die
Spannungskurve anpassen. Damit verhalten sie sich wie ein negativer
ohmischer Verbraucher bzw. negativem Strom und liefern nur reine
Wirkleistung.
Ben B. schrieb:> Einfache Wechselrichter können nicht mal Blindleistung bzw. über den> Phasenversatz einspeisen, da sie ihren Ausgangsstrom exakt an die> Spannungskurve anpassen. Damit verhalten sie sich wie ein negativer> ohmischer Verbraucher bzw. negativem Strom und liefern nur reine> Wirkleistung.
Falsch. Seit einigen Jahren müssen z.B. alle Solarwechselrichter (als
Beispiel!) Blindleistung erzeuzen können.
Meiner kann das zum Beispiel (Fronius Symio), und das ist ein kleines
Gerät mit lediglich 5kW.
Das ist ja auch kein Problem, denn der WR gibt ohnehin den Strom vor, da
die Phase zu ändern ist eine kleine Rechenübung in Software.
Technische Details dazu würden mich allerdings interessieren: Woher weiß
der WR, in welcher Phase er den Strom einprägen muss?
Das weiß ich leider nicht.
> Seit einigen Jahren müssen z.B. alle Solarwechselrichter (als> Beispiel!) Blindleistung erzeuzen können.
Stimmt. Aber wieso nagelst Du mir an meinen Text ein Falsch dran? Gibts
bei Dir erst "seit einigen Jahren" PV-Anlagen und der Altbestand hat
keine Daseinsberechtigung mehr? Ich sprach von einfachen Wechselrichtern
mit wenig Leistung, ein neueres 5kW-Gerät würde ich da nicht gerade
drunter zählen, sondern eher so die alten SWR850 oder vergleichbare,
sowas dürfte vor 20..25 Jahren ziemlich wenig von
Blindleistungseinspeisung gehört haben.
> Woher weiß der WR, in welcher Phase er den Strom einprägen muss?
Genau da geht's los, warum Dein Wechselrichter wahrscheinlich keine
Blindstromeinspeisung macht, auch wenn er's könnte. Das müßte ihm
nämlich vom VNB mitgeteilt werden. Ich weißt nicht ob das flächendeckend
via Rundsteuertechnik gemacht wird, ein Datenankoppelgerät wie bei
größeren Anlagen für deren Bussystem zu einer VNB-Datenverbindung wirst
Du bestimmt nicht haben.
Die PV-Großanlagen erledigen schon etliche Jahre einen recht großen Teil
an Blindleistungsbereitstellung. Bei einem 500kWp Wechselrichter können
durchaus schon mal 150..200kVAr gefahren werden. Ob die für jede Phase
unterschiedliche Blindleistungswerte fahren weiß ich aber auch nicht.
Vermutlich nicht, aber wenn doch dann wohl nur wenige Prozent
abweichend, sonst werden die Phasenströme zu unsymmetrisch. Gesehen habe
ich es bislang nur auf alle Phasen gleich verteilt bzw. nirgendwo stand
was anderes. Die Trafos dieser Anlagen (so große Wechselrichter speisen
üblicherweise in ein 10/20kV MS-Netz ein, welches die Leistung des Parks
zusammenführt) sind jetzt auch nicht groß großzügig dimensioniert, wenn
der oder die angeschlossenen Wechselrichter wirklich mal Volldampf
machen, laufen die an ihrer Leistungsgrenze ohne große Reserven für
zusätzlich erhöhte Phasenströme.
Fuer die Stabilisierung wird in dem Falle eine leistungsstarke
Akkupufferung benötigt. So eine Anlage gibt es zum Beispiel von Tesla,
Elon Musk, in Australien.
Die gibts hier auch schon, aber bislang in eher homöopatischen Mengen.
Beispiel Solarpark Neuhardenberg: 5MW Batteriespeicherkraftwerk mit 5MWh
Kapazität. Gesamtleistung der PV-Technik dort: 155MWp.
Dagegen mal jemand aus einer anderen Liga - Goldisthal: 1060MW
Pumpspeicherkraftwerk mit 8500MWh Kapazität.
Sorry, aber so'n Mini-Batteriekraftwerk ... scheißt sich weg.
Ben B. schrieb:> Die gibts hier auch schon, aber bislang in eher homöopatischen> Mengen.>> Beispiel Solarpark Neuhardenberg: 5MW Batteriespeicherkraftwerk mit 5MWh> Kapazität. Gesamtleistung der PV-Technik dort: 155MWp.>> Dagegen mal jemand aus einer anderen Liga - Goldisthal: 1060MW> Pumpspeicherkraftwerk mit 8500MWh Kapazität.>> Sorry, aber so'n Mini-Batteriekraftwerk ... scheißt sich weg.
Veraltetes Wissen, Herr Graubart. Aber Hauptsache mal kräftig mit
Kraftausdrücken um sich geschmissen ;-)
Die Technologie steht (im MWh-Maßstab) noch ganz am Anfang, will heißen,
groß los ging es erst 2020.
Aktuell ist die Technik gerade am Kommen, was ein Nebenprodukt der
ganzen E-Autos ist: Bisher waren Batterien zu teuer, das hat sich
wirklich erst um 2020 geändert, durch Skaleneffekte.
Das, soweit mir bekannte größte, ist mit 1200MWh:
https://www.energy-storage.news/news/at-300mw-1200mwh-the-worlds-largest-battery-storage-system-so-far-is-up-and
1200MWh ist durchaus schon im Maßstab von Pumpspeichern.
Weitere:
Alamitos Energy Center : 400MWh
Gateway Energy Storage : 230MWh