Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug STL-Plotter?


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von Christoph K. (chriskuku)


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Die Stereolithographie-Plotter gab es ja schon in den 80ern. Sie 
scheinen nicht mehr so populär zu sein wie die heutigen 3D-Plotter.

Ich besitze weder den einen noch den anderen, stehe aber jetzt vor der 
Frage, Teile zu fertigen, bei denen es um hohe Oberflächengüte geht, 
also glatt wie ein Pfirsich. Das scheinen die derzeitigen 3D-Plotter 
nicht abzuliefern.

Mich würde interessieren, ob hier jemand ist, der damit und evtl. auch 
mit STL-Plottern Erfahrung hat.

von MaWin (Gast)


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Da Pfirsiche rauh sind, kannst du mit STL Glück haben. Denn porenlos 
glänzend sind deren Oberflächen auch nicht, eher matt und genarbt. Und 
ja: STL ist deutlich qualitätsvoller und stabiler als FDM, aber auch 
teurer.

Die Qualität von Spritzguss oder (insbesondere Zahnräder aus POM) Fräsen 
erreicht man nicht.

von stl (Gast)


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MaWin schrieb:
> STL ist deutlich qualitätsvoller und stabiler als FDM

Uns wurde damals auf der Messe von STL Herstellern gesagt, STL wäre zwar 
in der Struktur hochwertig, als Material aber recht wenig belastbar.
Auch würden die Kunststoffe auch nach UV Nachhärtung immer etwas klebrig 
bleiben und unter normalen Umweltbedingung auch schnell altern.
Matt oder genarbt waren die aber nicht, weil ja das Restharz bei der 
Nachhärtung im UV Ofen alle Unenbenheiten schliesst, wenn man es nicht 
vorher abwäscht.
Wie sind da Eure Erfahrungen?

Da wir belastbare und alterungsbeständige Konstruktionsteile brauchten, 
wurde es dann ein SLS Pulverdrucker (Sinterit Lisa) + Rüttelkammer mit 
Pulveraufbereitung, Absauganlagen, Atemschutzeinrichtung etc. pp..
Ich hätte lieber für das Geld 10 FDM Drucker gekauft und ABS / Nylon 
gedruckt.

von Schwanzlurch (Gast)


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Hi,

SLS Kunststoffteile haben ebenfalls keine super Oberflächengüte. 
Generell bin ich beeindruckt was die Teile (z. B.) Zahnräder an 
Belastung (auch bezogen auf Dauerlauftests) aushalten. Ein ganz anderes 
Thema sind aber bei allen genannten Verfahren die Toleranzen, gerade 
beim Thema Zahnräder. Zumindest die Achsbohrungen kannst du 0,2 - 0,4 
kleiner machen und aufreiben. Optisch anspruchsvolle Teile müssen 
nachgearbeitet werden (klassisch durch Schleifen oder durch Chemie).

mit MJF habe ich ebenfalls was mech. Belastbarkeit gute Erfahrungen 
gemacht. Hier ist ein Anbieter für Teile bei dem ich schon einiges 
bestellt habe https://3d-labs.de/.

stl schrieb:
> Da wir belastbare und alterungsbeständige Konstruktionsteile brauchten,
> wurde es dann ein SLS Pulverdrucker (Sinterit Lisa) + Rüttelkammer mit
> Pulveraufbereitung, Absauganlagen, Atemschutzeinrichtung etc. pp..
> Ich hätte lieber für das Geld 10 FDM Drucker gekauft und ABS / Nylon
> gedruckt.

von QQ (Gast)


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Christoph K. schrieb:
> Die Stereolithographie-Plotter gab es ja schon in den 80ern. Sie
> scheinen nicht mehr so populär zu sein wie die heutigen 3D-Plotter.

Etwas ähnliches wird gerade wieder populär und ich sehe das Potenzial, 
dass die zur Zeit üblichen 3D-Filament-Drucker langfristig zumindest 
teilweise verdrängt werden.
https://www.3dnatives.com/de/top-desktop-3d-drucker-harz-190520161/

von Hans W. (Firma: Dipl.-Ing. Johann Maximilian W) (hans-)


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Da wäre ich mir nicht so sicher.

Für's Prototyping ist mir (und sicher vielen anderen auch) definitiv FDM 
lieber.
Das ist einfach wesentlich weniger Aufwand und Müll (ich meine damit vor 
allem das in IPA gelöste Harz).

Der "Qualitätsvorteil" ist relativ bei technischen Objekten.
Das muss schon etwas Spezielles sein damit SLA Sinn ergibt.

Nachdem die SLA Drucker schon 1-2 Jahre so günstig sind, glaube ich, 
dass alle die sowas wirklich brauchen schon umgestiegen sind.

Wie gesagt, mit Harzen hantieren und dann alles reinigen und härten ist 
eben umständlicher als Filament wechseln...

Wenn es wirklich um "perfekte" Oberflächen geht, dann ist SLA aber 
sicher eine Möglichkeit. Mit FDM auf Glas zu drucken kann (je nach 
Filament sieht man die einzelnen "Würste" trotz der glatten Oberfläche) 
aber auch schon reichen, wenn nur 1ne Fläche schön glatt sein muss.

Aber selbst bei SLA gehen glatte Flächen nur in Ausnahmefällen.
Das Problem ist hier, dass die Kräfte, die zum Lösen des gehärteten 
Harzes notwendig sind, mit der Fläche die steigen. Daher werden die 
Objekte "schräg" gedruckt und du hast auch hier sichtbare Layer.

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von Stefan M. (schwanzlurch)


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Mhhh, das sehe ich etwas anders. Sicherlich ist hantieren etwas 
unangenehmer. Dafür ist die Abbildungsgenauigkeit in einer anderen Liga. 
Die mechanische Stabilität ist meiner Erfahrung nach deutlich geringer 
(vielleicht hat sich ja da etwas getan, habe in diesem Bereich schon 
eine Weile nichts mehr gemacht). Bei dem Preis eines Anycubic würde ich 
mir so ein Teil evtl. privat kaufen z. B. für Giesmodelle zum 
Silbergiesen (Schmuck) und für den Modellbau sicher ebenfalls super.

Den "Qualitätsvorteil" im Entwicklungsbereich einer Firma sehe ich 
definitiv wenn es um kleinere Gehäuseteile geht (weniger Schleifarbeit 
beim Finish). Mit FDM sieht das eher nicht so prickelnd aus. Bei kleinen 
Teilen (Zahnrädern o. ä.) ist das ebenfalls interesannt.

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