Forum: PC Hard- und Software Sprachverständlichkeit Videokonferenz


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Erich W. (erich1969)


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Hallo Zusammen,

umständehalber nehme ich seit einigen Monaten häufig an Videokonferenzen 
teil. Manchmal dauern die nur wenige Minuten, zum Beispiel wenn man es 
als besseres Telefon nutzt und Dokumente teilen will. Habe aber auch 
schon an mehrtätigen Schulungen teilgenommen.

Meine Ohren sind nicht mehr so gut wie früher, genau genommen werden sie 
immer schlechter. Ich mag keine Kopfhörer oder Headsets und benutze 
daher meist ein USB-Mikrofon und einen Lautsprecher. Lautsprecher 
schließe ich am Kopfhörerausgang des Mikrofons an. Ist für mich –gerade 
bei längeren Besprechungen- sehr komfortabel.

In den meisten Fällen ist die Klangqualität für mich gut. Manchmal auch 
nicht, und darum geht es mir hier. Bei schlechtem Klang muss ich die 
"Ohren spitzen". Wenn man das stundenlang macht, ist das ermüdend oder 
nervig.

An der Technik der anderen Teilnehmer kann ich nichts ändern. Hier gibt 
es natürlich große Unterschiede. Beispielsweise Headset kabelgebunden 
oder Headset Bluetooth. Oder Raumakustik bei den Sprechern etc.  Die 
Konferenzen finden entweder als MS-Teams oder als Cisco-Webex statt. 
Klanglich unterscheiden sich diese beiden Systeme auch noch, denke ich.

Ich frage mich daher, ob ich an meinem Setting etwas optimieren kann. 
Auf der Empfängerseite. Als Sender bin ich wohl klar und deutlich zu 
verstehen.

Als Lausprecher nutze entweder einen Fostex  6301, oder ein Radio mit 
Line-Eingang (Sangean WR-11). Habe den Eindruck, dass das Radio 
mittelmäßiger oder ausgleichender klingt. Der Fostex klingt bei gutem 
Material super, bei stark verzerrtem Material klingt er spitz oder hart.

Gibt es in Hard- oder Software einen Soundprozessor für solche Zwecke? 
Gibt es bessere Lautsprecher? Habe natürlich auch bei den vorhandenen 
Treibern der PC-Soundchips nachgesehen. Gibt wohl bis auf 
Equalizer-Funktionen dort nicht hilfreiches.

: Verschoben durch Admin
von Selberbastler (Gast)


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Was im ankommenden Signal nicht drin ist (namlich gute Audioqualität) 
kann Dir auch kein noch so ausgefeiltes System dazurechnen. Deine 
Audioausgabe ist wohl gut, es kommt halt nur Schrott an.

Das muss der Absender verbessern. Ich habe auch solche Kollegen die 
irgendwie immer miese Audioqualität haben. Das einzige was hilft ist 
Ansprechen des Problems mit dem Verursacher!

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Ist oft eine Frage der Bandbreite. Die Kollegen stellen die 
Videoqualität auf HD oder schlimmer, dabei bleibt für den Ton nicht mehr 
viel übrig. Reduzieren der Fratzen auf VGA behebt dann das Problem. Wir 
sind ja nicht im Fernsehen.

Beitrag #6676088 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Rudi Ratlos (Gast)


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Erich W. schrieb:
> Gibt es in Hard- oder Software einen Soundprozessor für solche Zwecke?
> Gibt es bessere Lautsprecher? Habe natürlich auch bei den vorhandenen
> Treibern der PC-Soundchips nachgesehen. Gibt wohl bis auf
> Equalizer-Funktionen dort nicht hilfreiches.

Wenn der 10-Band-EQ der Soundkarte nichts nützt, dann nützt da wohl gar 
nichts mehr. Sprache geht ~ von 150-800 Hz. Wenn du also diesen Bereich 
hochziehst und die anderen komplett runter, blendest alles 'Störende' 
aus. Wenn du die dann 4-8kHz hochziehst, kommt sog. "Präsenz" in die 
Stimme.

Kenne das nicht: Videokonferenzen : aber
Außerdem solltest du eine Mikrofon-Stummschaltung haben, also wie bei 
Sprechfunkgeräten, Sprechen erst durch Drücken einer Taste. Weil 
Lautsprecher und Mikrofone -gleichzeitig betrieben- unweigerlich zu 
Rückkopplungen führen, die sich durch die Video-Gegenseite unendlich 
verstärken und wiederholen. Wenn du deine eigene Mikrofon-Seite also 
abschaltest, müßte der Sound deutlich besser werden.

von Rudi Ratlos (Gast)


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Übrigens: Die Verwendung von Head-Sets löst das Problem leider auch 
nicht (ganz), da dort sehr empfindliche Kondensator-Mikrofone verbaut 
sind, die überdies in einem scheppernden Plastikrohr eingebaut sind, 
welches an der Kopfhörer-Muschel hängt !

Verwende ein (gutes) dynamisches Gesangsmikrofon (ab 40,-)
und eine ON-Taste
und du bist sofort der beste Sprecher in der Videokonferenz

DANN werden es dir andere gleichtun, und
DANN  macht Konferenzieren wieder Spaß !

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Die gängigen Videokonferenz-Systeme funktionieren mit Lautsprechern sehr 
schlecht. Du störst damit vor allem die Tonqualität aller anderen 
Teilnehmer ohne das selbst zu merken. Spätestens wenn zwei Leute 
Lautsprecher verwenden, geht gar nichts mehr.

Du musst einen Kopfhörer verwenden, daran führt kein vernünftiger Weg 
vorbei.

Was das Mikrofon angeht, sind die im Laptop eingebauten häufig durchaus 
gut genau, manchmal sogar besser als in billigen Headsets.

mein Sohn benutzt an seinem PC seine heißgeliebten Bluetooth Kopfhörer 
und als Mikrofon das Headset von seinem Smartphone, dass er einfach mit 
einem Pinnwand-Nagel an die Wand gehängt hat. Klappt super.

von Rudi Ratlos (Gast)


Angehängte Dateien:

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kleine SOFORTHILFE!

von Ralf S. (ralfi1975)


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Also ich mache unsere Konferenzen (meine eigenen und die meiner beiden 
Kinder für Homeschooling) mit einer normalen 40 Euro Webcam mit 
eingebautem Mikrofon und Lautsprechern / Kleine HiFi Anlagen mit 
Regalboxen in den Zimmern. EQ wurde noch nicht angerührt


Es gab noch nie Probleme mit Verständlichkeit, das erlege ich eher wenn 
jemand am Smartphone mitmacht, und es am Bart raschelt oder das Mikro 
dort zugehalten wird.

Ich denke die Software gleich das ganz gut aus, das Mikro und 
Lautsprecher kein Echo verursachen oder es eine Rückkopplung gibt.

Mein Internet ist nur 16Mbit Down und 1MBit Up, bei 3 Teilnehmern 
Ruckelt es manchmal etwas, obwohl die Fritzbox Auslastung im Upload erst 
bei 700kBit ist.

Die Verständigungsqualität haben wir untereinander schon öfters 
abgeklärt, es gibt da keine Probleme.

Die Computer sind auch nicht die aktuellsten, sondern allesamt ältere 
i5/i7 der 3. und 4. Generation.

: Bearbeitet durch User
von Jan H. (j_hansen)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Die gängigen Videokonferenz-Systeme funktionieren mit Lautsprechern sehr
> schlecht. Du störst damit vor allem die Tonqualität aller anderen
> Teilnehmer ohne das selbst zu merken. Spätestens wenn zwei Leute
> Lautsprecher verwenden, geht gar nichts mehr.
> Du musst einen Kopfhörer verwenden, daran führt kein vernünftiger Weg
> vorbei.

Muss natürlich hier nicht der Fall sein, aber auch laut meiner Erfahrung 
sind meist die Headset-Verweigerer schuld an einer allgemein schlechten 
Tonqualität in einer Telko.

Gerne noch weit vom Mikro wegsitzend, sodass diese ordentlich verstärken 
muss, und ohne Stummschaltung.

Annektote: hatte mehrere Calls mit lautem Rauschen in Hintergrund. 
Schuld war im Endeffekt derjenige, der sich am meisten darüber aufgeregt 
hat. Laptoplüfter am Anschlag und kein Headset, d.h. Mikro hat die 
Umgebung maximal verstärkt.

von Georg A. (georga)


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Jan H. schrieb:
> Gerne noch weit vom Mikro wegsitzend, sodass diese ordentlich verstärken
> muss, und ohne Stummschaltung.

Viele wissen auch gar nicht, wo sich das winzige Löchlein fürs Mikro an 
ihrem Notebook befindet...

Ganz schlimm sind auch die mit schicken Bluetooth-Headsets. Im 
bidirektionalen Modus schaltet das auf Telefonqualität und es bluten die 
Ohren.

Ich bin bei den geschäftlichen Telkos auch strikter Kamera-Verweigerer. 
Es geht die anderen nichts an, wie verwuschelt ich gerade aussehe und in 
welcher Umgebung ich das Gespräch führe. Und andersrum bringt mir der 
oft ruckelige Pixelmatsch der meisten Notebooks auch nix. Ausser eben 
lästige Tonaussetzer, oft gerade bei denen, die so auf dem Bild bestehen 
;)

von Andreas S. (andreas) (Admin) Benutzerseite Flattr this


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Am Kopfhörer/Headset führt eigentlich kein Weg vorbei.

Erstens hilft das, Echo zu vermeiden (d.h. dass andere Teilnehmer sich 
selbst durch dein Mikrofon wieder hören). Das ist so
ziemlich das schlimmste für ein Konferenzgespräch. Jede 
Konferenzsoftware versucht sich zwar an Echokompensation, aber das 
funktioniert meistens eher schlecht als recht, besonders bei USB- oder 
gar Bluetooth-Audio-Hardware wo keine exakte Synchronisierung zwischen 
Lautsprecher- und Mikrofontakt besteht und somit eine Kompensation 
schwierig wird.

Zweitens vermeidest du mit dem Kopfhörer eine weitere Verschlechterung 
der Qualität des empfangenen Signals durch Nachhall der bei dir im Raum 
entsteht. Das kann viel für die Verständlichkeit ausmachen.

: Bearbeitet durch Admin
von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Ich habe gute Erfahrung damit, mir einseitig einen InEar-Hörer ins Ohr 
zu stecken. Wenn es die Kabel-Veriante ist, stecke ich den zweiten in 
den Hemd- bzw. T-Shirtausschnitt (damit der aus dem Wege ist), bei 
Bluetooth bleibt der zweite Hörer einfach in der Ladebox. Über die 
Klangqualität des eingebauten Macbook-Mikros hat sich noch niemand 
beschwert ...

: Bearbeitet durch User
von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Zum Tema Sprachverständlichkeit (engl. speech intelligibility) haben die 
üblichen Mikrofonhersteller (dpa, sennheiser, etc) ein paar sehr gute 
Videos bei YouTube eingestellt.

Grundsätzlich gilt: Shit in, shit out. Wenn dir z.B. jemand 
Krawattenrascheln vom Lavaliermikrofon (und sei es noch so gut) 
zusendet, dann wird es schwer. Dreht der Sprecher den Kopf - ändert sich 
der Abstand - wird der Schalldruck geringer. Naturgesetze kann man nicht 
umgehen.

Man kann nachträglich den Sprachfrequenzbereich anheben und die Dynamik 
komprimieren. Konsonanten (400... 800 Hz) sind Ausschlaggebend für 
sprachverständlichkeit.
Viel kann man mit so etwas aber nicht retten.

Nein, man muss nicht auf 500 Eur Mikrofone hochrüsten. Die richtige 
Platzierung des Mikrofons und richtige Sprachartikulation wirkt Wunder.

Leider haben die üblichen Videokonferenzsysteme auto-adapt Kompressoren. 
Das ist richtige Sch.... Sagt der Teilnehmer nix, fährt der Kompressor 
hoch und verstärkt Hintergrundgeräusche. Fängt er an zu reden, macht der 
Kompresser sofort zu. Da ist der erste Satz weg.

Wenn du das komfortable Kombo Mikrofon+Lautsprecher nutzt, dann besteht 
grundsätzlich die Gefahr der Rückkoppelung.

Spachverständlichkeit erklärt:
https://youtu.be/CrFSMwT7HRE

Zur Unterhaltung mal ein Vergleich verschiedener Mikrofonplatzierungen 
(alles keine billigen "Schrottmikrofone"):
https://youtu.be/scqlmU3jAPA


Dagmar Berghof und Wilhelm Wieben waren gelernte Mikrofonsprecher. Die 
konnten sowohl von Papier lesen ohne zu raschen, in ein MD21 sprechen 
und dabei Konsonanten artikulieren und Vokale klingen lassen. Das kann 
nicht jeder. Kurzum: teure Technik hilft oft weniger als Disziplin og 
Können.

von Thorsten S. (thosch)


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Noch ein paar Tips aus meiner Videokonferenz-Praxis:

- LAN-Kabel statt WLAN nutzen, vermeidet Bandbreitenprobleme,
die schlechtes Bild und gegebenenfalls auch schlechten Ton verursachen.

- Eingebaute Micros in Notebooks sind nachteilig.
Sie übertragen donnernd das Tippen auf der Tastatur,
wenn man sich was notiert.
Manche klingen auch, als läuft ein Staubsauger im Hintergrund,
wenn der Kühlerlüfter aufgenommen wird.
Außerdem ist die Kopplung zu den Notebook-internen Lautsprechern oft 
enger, als wünschenswert.

- wenn man mit Lautsprecher hört (ich hasse es auch, stundenlang 
Kopfhörer oder In-Ears zu tragen), braucht man ein noise-cancelling-Mic. 
in Mundnähe (wenige cm, also mit Kopfbügel!)
Diese Mikrofone sind meist Electret-Kapseln, die an beiden Enden offen 
sind und damit als Druckgradienten- Empfänger funktionieren. Dadurch 
dämpfen sie Umgebungsgeräusche und den Ton der Lautsprecher.

- Lautsprecher müssen weit genug entfernt stehen, damit am Mikro 
möglichst kein Druckgradient aus deren Ton entsteht.
Ausserdem nur eben gerade laut genug einstellen, wie für die 
Sprachverständlichkeit nötig.

- ein elektrisch reduzierter Signalpegel des Mikrofons kann helfen, den 
dusseligen Autokompressor auszutricksen, indem er ständig nahe der 
oberen Verstärkung läuft. Das kann allerdings bei einem schlechten 
Mikrofoneingang nach hinten losgehen und Rauschen oder Störsignale 
produzieren.
Also ausprobieren.

von Peter L. (Gast)


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Thorsten S. schrieb:
> - wenn man mit Lautsprecher hört (ich hasse es auch, stundenlang
> Kopfhörer oder In-Ears zu tragen), braucht man ein noise-cancelling-Mic.
> in Mundnähe (wenige cm, also mit Kopfbügel!)
> Diese Mikrofone sind meist Electret-Kapseln, die an beiden Enden offen
> sind und damit als Druckgradienten- Empfänger funktionieren. Dadurch
> dämpfen sie Umgebungsgeräusche und den Ton der Lautsprecher.

Solche Mikrofone sind nahezu ausschliesslich in hochwertigen Headsets
verbaut – etwa für professionelle Callcenter. Dieser Typ wird auch
vielfach in lärmigen Luftfahrzeugen genutzt. (Hubschrauber, Kampf-
flugzeug, usw.)

von MeierKurt (Gast)


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Rudi Ratlos schrieb:
> Kenne das nicht: Videokonferenzen : aber

Merkt man.

von MeierKurt (Gast)


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Thorsten S. schrieb:
> braucht man ein noise-cancelling-Mic.
> in Mundnähe (wenige cm, also mit Kopfbügel!)

Auch wichtig: Headset-Mikros gehören neben den Mund, keinesfalls davor.

von Uwe (Gast)


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von Uwe (Gast)


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von Uwe (Gast)


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Zaubern geht damit zwar auch nicht aber Hintergrundgeräusche, zu nah zu 
weit weg vom Mikro, Zischgeräusche und Frequenzen die nicht im 
Sprachbereich liegen bekommt man damit ganz gut hin... Ist übrigends 
auch beim Filme Gucken ganz schön... Endlich versteht man was die 
Sprechen und Fällt nicht beim nächsten Schusswechsel von der Couch...

von Oliver S. (phetty)


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Wenn man ein Headset verwendet sollte man man drauf achten das auch das 
Headset-Mikro für die Konferenz verwendet wird.
Oft wird standardmäßig das Mikrofon im Laptop oder der USB-Kamera 
verwendet. Die sind wesentlich weiter vom Mund entfernt und nehmen daher 
auch mehr Raumschall auf.

Dir als Zuhörer nützt das wenig, aber manchmal hilft es, den Sprecher 
drauf aufmerksam zu machen.

von Walter T. (nicolas)


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Das Ablehnen der eingebauten Laptop-Mikrofone finde ich interessant. Bei 
meinen beiden Thinkpads ist die Sprachverständlichkeit über die 
eingebauten Mikrofone deutlich besser als z.B. über das in der 
USB-Webcam eingebaute Mikrofon.

Anscheinend schafft das Mikrofon-Array es auch, räumlich ziemlich gut zu 
fokussieren. Wenn sich jemand neben mich setzt, ist er fast gar nicht zu 
hören. Ob bei Verwendung der internen Tastatur laute Tippgeräusche 
entstehen, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur entweder sprechen 
oder tippen.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Walter T. schrieb:
> Das Ablehnen der eingebauten Laptop-Mikrofone finde ich interessant.

Kommt halt auf den Laptop an. Während ich mit diversen HP Modellen sehr 
gute Erfahrung gemacht habe, konnte man Mikrofon eines bestimmten 
Samsung Netbooks dagegen in die Tonne kloppen.

von Karl (Gast)


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Sebastian L. schrieb:
> Leider haben die üblichen Videokonferenzsysteme auto-adapt Kompressoren.
> Das ist richtige Sch.... Sagt der Teilnehmer nix, fährt der Kompressor
> hoch und verstärkt Hintergrundgeräusche. Fängt er an zu reden, macht der
> Kompresser sofort zu. Da ist der erste Satz weg.

Also bei Teams werden die Hintergrundgeräusche herausgefiltert. Und 
halbwegs professionelle Headsets haben 2 Mikrophone und erledigen die 
Hintergrundgeräuschunterdrückung von selbst. Wie schon gesagt, am 
Headset führt kein Weg vorbei, wenn es halbwegs professionell sein soll.
In Teams kann außerdem jeder den Störer stummschalten.

von A. S. (achs)


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Ralf S. schrieb:
> normalen 40 Euro Webcam mit eingebautem Mikrofon und Lautsprechern /

Hab zwar Logitech@100€, aber auch nur gut Erfahrung. Ton über den 
Bildschirm/Fernseher.

Ja, wenn man zu laut macht, fangen Rückkopplungen an. War aber seither 
kein Problem, die Freiheit ist unbezahlbar. Auch ohne Video.

Mein Sohn hatte auch ein geliebtes Headset, mit blink und blank. Jetzt 
sind Kinder mit Headsets nur noch peinlich.

von Karl (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Das Ablehnen der eingebauten Laptop-Mikrofone finde ich interessant. Bei
> meinen beiden Thinkpads ist die Sprachverständlichkeit über die
> eingebauten Mikrofone deutlich besser als z.B. über das in der
> USB-Webcam eingebaute Mikrofon.

Du vergleichs eine ggf. Schlechte Lösung mit einer ggf. sehr schlechten 
Lösung. Dann ist die schlechte Lösung besser. Gut gemacht. Wie 
Beurteilst du eigentlich deine eigene Sprachqualität? Überhaupt mal ein 
Testanruf gemacht?

von Karl (Gast)


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Frank E. schrieb:
> Ich habe gute Erfahrung damit, mir einseitig einen InEar-Hörer ins Ohr
> zu stecken.

Stell mal die Lautstärke so ein, dass du auf einem Ohr gut hörst und 
dann steck den anderen Stöpsel in das zweite Ohr! Sofern du auf beiden 
Ohren noch gut hörst, wirst du über die Lautstärke dann erschrecken.

von Nachdenklicher (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Reduzieren der Fratzen auf VGA behebt dann das Problem.

Oder einfach ausschalten. Ich sehe den Nutzen von geteilten 
Bildschirminhalten. Aber ich sehe keinen Nutzen daran zu sehen, wie ein 
pixeliger Kollege asynchron zum Ton den Mund auf und zu klappt. Wenn ich 
so etwas sehen möchte, gucke ich mir die Muppetshow an. (mit durchaus 
sympathischeren Figuren)

Jan H. schrieb:
> Muss natürlich hier nicht der Fall sein, aber auch laut meiner Erfahrung
> sind meist die Headset-Verweigerer schuld an einer allgemein schlechten
> Tonqualität in einer Telko.

Ja. Insbesondere wenn man den typischen Delay hat, Teilnehmer 1 
(Headset) beginnt echt zeitgleich mit Teilnehmer 2 (Laptop-Audio) zu 
sprechen, nach drei bis fünf Sekunden macht bei #2 der Lautsprecher auf 
und das Mikrofon zu, und vorbei ist es mit der Verständlichkeit.

Wenn man (wir können unsere Arbeit nicht zu 100% zu Hause machen) zu 
mehreren in einem großen Raum sitzt aber in der gleichen 
Online-Konferenz steckt, ist ein Headset ohnehin unumgänglich. Wenn man 
den Kollegen erst über die Luft und nach drei bis fünf Sekunden auf dem 
Lautsprecher hört, wird man gaga. Ich habe aus dem Grund, als wir 
gefragt wurden, wer Headsets braucht, ein Creative X H6 Headset besorgt. 
Ist zwar aus dem Gamer-Regal, aber dämpft die Umgebung hervorragend und 
hat sowohl ankommend als auch abgehend ne ordentliche Tonqualität. Und 
bequem ist es zudem.

Georg A. schrieb:
> Ich bin bei den geschäftlichen Telkos auch strikter Kamera-Verweigerer.
> Es geht die anderen nichts an, wie verwuschelt ich gerade aussehe und in
> welcher Umgebung ich das Gespräch führe. Und andersrum bringt mir der
> oft ruckelige Pixelmatsch der meisten Notebooks auch nix. Ausser eben
> lästige Tonaussetzer, oft gerade bei denen, die so auf dem Bild bestehen

Ich bin grundsätzlicher Kameraverweigerer. Bei Laptops ist in der 
Garantiezeit grundsätzlich schwarzes Isolierband auf der Kamera, sobald 
die Garantie durch ist, wird kurz der Displayrahmen abgeschraubt und der 
Stecker der Kameraplatine abgezogen. Die Webcam, die jder im Büro 
bekommen habt, liegt unausgepackt im Schrank. Bin da zwar der einzige, 
der das so handhabt, die Kollegen haben die fleißig angeschlossen, aber 
das ist mir soooooo egal. :-)

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Bei uns nutzt niemand die Kamera. Aber wir teilen unseren Bildschirm 
oft.

von Karl (Gast)


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Georg A. schrieb:
> Und andersrum bringt mir der
> oft ruckelige Pixelmatsch der meisten Notebooks auch nix.

Liegt wohl ehr an der Internetverbindung und damit ehr ein 
Neulandproblem.

von Thorsten S. (thosch)


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Karl schrieb:
> Georg A. schrieb:
>> Und andersrum bringt mir der
>> oft ruckelige Pixelmatsch der meisten Notebooks auch nix.
>
> Liegt wohl ehr an der Internetverbindung und damit ehr ein
> Neulandproblem.

Oder ein Problem der überlasteten WLAN Kanäle.
Ein Ethernet Kabel wirkt da manchmal Wunder, besonders,
wenn das WLAN Interface nur das 2,4 GHz Band unterstützt.

von Rolf M. (rmagnus)


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Rudi Ratlos schrieb:
> Übrigens: Die Verwendung von Head-Sets löst das Problem leider auch
> nicht (ganz), da dort sehr empfindliche Kondensator-Mikrofone verbaut
> sind, die überdies in einem scheppernden Plastikrohr eingebaut sind,
> welches an der Kopfhörer-Muschel hängt !

Das hängt doch sehr vom Headset ab. Das billige für 3,50 € wird sich 
natürlich schon so verhalten. Es gibt aber auch gute.

> Verwende ein (gutes) dynamisches Gesangsmikrofon (ab 40,-)
> und eine ON-Taste
> und du bist sofort der beste Sprecher in der Videokonferenz
>
> DANN werden es dir andere gleichtun, und
> DANN  macht Konferenzieren wieder Spaß !

Das ist sehr idealistisch. Keiner wird sich extra privat zusätzliches 
Equipment für geschäftliche Konferenzen kaufen, weil er mal irgendwo 
gute Sprachqualität gehört hat. Das Problem ist, dass man sich selbst ja 
in solchen Konferenzen nicht hört, also auch selbst nicht darunter 
leidet und auch gar nicht merkt, was man anderen zumutet.

Georg A. schrieb:
> Ich bin bei den geschäftlichen Telkos auch strikter Kamera-Verweigerer.
> Es geht die anderen nichts an, wie verwuschelt ich gerade aussehe und in
> welcher Umgebung ich das Gespräch führe.

Und wie ist das mit face-to-face-Meetings? Erscheinst du da mit einer 
über den Kopf gestülpten Papiertüte? ;-)

Andreas S. schrieb:
> Zweitens vermeidest du mit dem Kopfhörer eine weitere Verschlechterung
> der Qualität des empfangenen Signals durch Nachhall der bei dir im Raum
> entsteht. Das kann viel für die Verständlichkeit ausmachen.

Wobei die angegebene Fostex-Box da eigentlich auch schon recht gut sein 
sollte. Das ist ein Nahfeld-Monitor, d.h. mit schmaler 
Abstrahlcharakteristik. Erfordert aber auch, dass für optimalen Klang 
der Lautsprecher genau (in horizontaler aber auch in vertikaler 
Richtung) auf den Hörer ausgerichtet ist. Idealerweise sollte der 
Lautsprecher auf Kopfhöhe stehen.

Frank E. schrieb:
> Ich habe gute Erfahrung damit, mir einseitig einen InEar-Hörer ins Ohr
> zu stecken.

Mir tut davon nach einem Welchen das Ohr weh. Ich nutze einen guten 
halboffenen Studiokopfhörer mit ohrumschließenden Hörmuscheln und ein 
günstiges Studiomimkrofon mit passendem Vorverstärker, weil ich die 
sowieso habe. Damit überstehe ich auch eine ganztägige Konferenz.

von Olaf (Gast)


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Hier mal ein Paper von 2004:

https://www.microsoft.com/en-us/research/wp-content/uploads/2016/02/AEC_Inter_ICASSP04.pdf

Geht mal davon aus das die Programme mittlerweile einen ERHEBLICHEN 
Aufwand
betreiben um Echocanceling zu machen. Neben hier angesprochenen Problem
wird es besonders Problematisch wenn man selbst schon einen Hoerfehler 
hat,
man faellt dann naemlich aus dem Entwicklungsmuster der Algorythmen. 
Besonders wenn dann noch die Bandbreite begrenzt ist wird es schlimm.

Olaf

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