Dietmar S. schrieb:
> Kann mir dazu jemand noch ein paar Beispiele nennen, wo
> Avalanche-Gleichrichterdioden in der Praxis eingesetzt werden?
Avalanchedioden sind defecto Z-Dioden. D.h. sie halten in Sperrrichtung
(nur echt mit 3 r nach Rechschaibrehform) einen nennenswerten Sperrstrom
aus, wenn dieser von außen begrenzt wird. Dann ist dieser Durchbruch
nicht schädigend, sprich die Diode hät das unbegrenzt oft aus. Gleiches
gilt für deutlich kürzere Pulse, wenn deren Energie begrenzt ist.
Normale, nicht avalancefähig gebaute Dioden halten diesen Durchbruch nur
bei DEUTLICH kleineren Strömen (DC) bzw. Pulsenergien aus. Bei höheren
Strömen gehen sie kaputt, mal schneller, mal langsamer.
Was kann man damit machen? Vor allem Dioden ohne extra
Symmetrierungsmaßnahmen in Reihe schalten, um deutlich höhere
Sperrspannungen zu erreichen. Praktisch alle größeren HV-Dioden sind so
aufgebaut, denn einzelne PN-Sperrschichten sind technisch nur bis um die
2kV sinnvoll. Bei Gleichspannung werden die Einzeldioden in der
Reihenschaltung mit geringerem Sperrstrom mit höherer Sperrspannung
belastet, bis der Sperrstrom so weit ansteigt, daß die Reihenschaltung
paßt. Bei schnell geschalteten Spannungen wie z.B. in HV-Kaskaden, wo
auch das dynamische Sperrverhalten wichtig ist, verkraften die
Avalanchedioden auch ein paar kräftigere Sperrströme beim Umschalten,
wenn die Sperrschichtkapazitäten nicht 100% identisch sind.
Suppressordioden wie P6KExxA oder SMBJxxA sind auch Avalanchedioden mit
spezifizierter, hoher Avalacheleistung. Sie werden zur
Spannungsbegrenzung benutzt und leiten Störströme ab.
Aber auch Avalanchedioden sind nicht unsterblich, auch die kriegt man
mit zu deftigen Pulsen kaputt. Machmal sogar mit "scheinbar" harmlosen.
Hab ich vor kurzem erst wieder gemerkt. Beim Test der Sperrspannung von
Diodenketten mittels Isolationstester, welcher 5kV ausspuckt, konnte man
durch den winzigen Funken beim Kontaktieren die Dioden nach ein paar Mal
"brutzeln" kaputt machen. Und das nur, weil der ISO-Tester ein paar
Nanofarad an seinem HV-Ausgang als Speicherkondensator (HV-Kaskade) hat.