Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Mini Class AB Verstärker verstärkt keine Musik


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von Ron L. (ron_l)


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Eine Frage zum Verständnis. Ich habe folgende Schaltung zu Demozwecken 
nachgebaut (siehe Bild class_AB_amplifier.gif).

Quelle: 
https://www.electronics-tutorials.ws/amplifier/class-ab-amplifier.html

Die LTspice-Simulation ergab, dass bei 12V Betriebsspannung aus einem 
Eingangssignal mit der Amplitude 320mV und Frequenz 500Hz am Ausgang ein 
Signal mit der Amplitude 2,5 V ankommen sollte. Die Verstärkung sollte 
also 2,5V / 0,320V = 7,8 betragen.

Der Nachbau dieser Schaltung auf dem Breadboard und der Anschluss eines 
Signalgenerators mit 320mV und 500Hz ergab recht ähnliche Werte am 
Ausgang. Somit entspricht die Praxis erst mal der Theorie.

Der Anschluss eines Kleinlautsprechers BL66, 0,5W, 8 Ohm bestätigte die 
Verstärkung des Sinussignals aus dem Generator. Wenn aber am Eingang z. 
B. die Musik aus einem iPod angeschlossen wird, dann wird das Signal 
nicht verstärkt. Es ist sogar am Ausgang leiser als wenn man den 
Lautsprecher direkt an den iPod angeschlossen hätte.

Wodurch ist dieses Verhalten zu erklären?

: Bearbeitet durch User
von Lars R. (larsr)


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Ron L. schrieb:
> Wodurch ist dieses Verhalten zu erklären?

Liefert der iPod denn dasselbe Signal mit Lautsprecher und ohne?

Eventuell wirkt sich die angeschlossene Last irgendwie aus.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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In Europa vertriebene Kopfhörerausgänge sind gedrosselt. Miss doch mal, 
was an Pegel aus dem iPod rauskommt.

Anbei noch eine Schaltung, die selbststabilisierend ist und ähnlich 
einfach - auch zum rumexperimentieren. Kannst die Endstufen auch durch 
was stärkeres ersetzen.

: Bearbeitet durch User
von MaWin (Gast)


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Ron L. schrieb:
> Wenn aber am Eingang z. B. die Musik aus einem iPod angeschlossen wird,
> dann wird das Signal nicht verstärkt. Es ist sogar am Ausgang leiser als
> wenn man den Lautsprecher direkt an den iPod angeschlossen hätte.

Vielleicht solltest du auch die Masseleitung verbinden.

von Ron L. (ron_l)


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Ich habe eine MP3-Datei mit einem 500 Hz Tonsignal auf das iPod 
aufgespielt. Anschließend habe ich das Signal erst mal direkt am 
Kopfhörerausgang gemessen. Die Amplitude habe ich mit dem Poti wieder 
auf 320 mV eingestellt. Anschließend habe ich das iPod an den Verstärker 
angeschlossen und das Signal am Ausgang gemessen. Es kamen wieder -3,1 V 
bis +2,8 V dabei raus.

Danach habe ich noch mit einem Multimeter den Strom direkt am 
Kopfhörerausgang während der Signalausgabe gemessen. Der Multimeter 
erkannte, dass es sich um ein 500 Hz Signal handelt und zeigte 10 mA an. 
Die gleiche Messung mit einem angeschlossenem iPod am Ausgang des 
Verstärkers ergab aber nur 2 mA!

Der Verstärker verstärkt also die Spannung, aber nicht den Strom. Das 
würde erklären, warum der Lautsprecher leiser wird, wenn er am 
Verstärker angeschlossen wird.

: Bearbeitet durch User
von Sven D. (sven_la)


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Ron L. schrieb:
> Der Verstärker verstärkt also die Spannung, aber nicht den Strom. Das
> würde erklären, warum der Lautsprecher leiser wird, wenn er am
> Verstärker angeschlossen wird.

Das erklärt aber nicht wieso es mit dem Signalgenerator funktioniert.

Ich tippe auch darauf das du den IPod falsch angeschlossen hast. 
Eventuell hast du auch den Verstärker des IPod zerschossen als du den 
Ausgang zur Strommessung kurzgeschlossen hast

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Es könnte sein, das der I-Pod umschaltet auf Line-Out-Signal, wenn er 
erkennt das kein Ohrhörer dran hängt.

von Ron L. (ron_l)


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Ich habe die alternative Verstärkerschaltung in LTspice eingegeben. Ich 
habe zwar nicht exakt die gleichen Teile genommen, wie in deiner 
Schaltung, weil sie nicht in der Standardbibliothek von LTspice 
vorhanden sind, aber zumindest ähnliche. Die Simulation zeigt, dass das 
Ausgangssignal im Vergleich zum Eingangssignal ziemlich verzerrt wird 
(siehe Amp_Schaltung.png und Amp_Sim.png).

Ich werde mir bald die Spice Modele für die Originalteile holen und noch 
mal simulieren. Mal schauen, was dabei rauskommt.

von Ron L. (ron_l)


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Sven D. schrieb:
> Ich tippe auch darauf das du den IPod falsch angeschlossen hast.
> Eventuell hast du auch den Verstärker des IPod zerschossen als du den
> Ausgang zur Strommessung kurzgeschlossen hast

Ich habe einfach nur den linken Kanal und GND des iPods genommen und so 
das Signal in den Verstärker eingespeist. Den linken Kanal habe ich 
einfach nur in Serie durch den Multimeter durchgelassen, um den 
Stromfluss messen zu können.

von Ron L. (ron_l)


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Dagegen sind Eingangs- und Ausgangssignal in meinem ursprünglichen 
Beispiel zumindest in der Simulation fast ideal. Nur in der Realität 
hapert es noch. Vielleicht habe ich aber auch einen Verdrahtungsfehler 
irgendwo eingebaut. Das muss ich noch mal checken.

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Ron L. schrieb:
> das Ausgangssignal im Vergleich zum Eingangssignal ziemlich verzerrt

Das Ausgangssignal hat ca. 4,5Vss, also Spitze-Spitze. Bei 6V Versorgung 
muß es doch ins Clipping kommen! Das können auch andere Bauteile nicht 
ändern. Das einzige was hilft ist eine höhere Versorgungsspannung (bzw. 
die Eingangsspannung verkleinern).

von Ron L. (ron_l)


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Mohandes H. schrieb:
> Das einzige was hilft ist eine höhere Versorgungsspannung (bzw.
> die Eingangsspannung verkleinern).

OK, so sehen die Signale bei 12V und 20V Versorgungsspannung aus.

: Bearbeitet durch User
von Helmut Hungerland (Gast)


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Wichtig ist auch der 100R Widerstand R4 im Emitter von Q1!

von Günter Lenz (Gast)


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R3 und R4 verkleinern auf 1 Ohm. Stimmt der
Arbeitspunkt? Zwischen R3 und R4 muß die halbe
Betriebsspannung gegen Masse sein. Lass die
Gegenkopplung drinn wie "von Matthias S." vorgeschlagen
hat. Dann noch eine Bootstrapschaltung, sonst kann
der obere Transistor T2 nicht vernünftig durchgesteuert
werden. Also den Lautsprecher mit einen Bein an +
und den Kondensator C1 umdrehen. Und R3 nicht an +
sondern an das andere Bein vom Lautsprecher.

von Helge (Gast)


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Vielleicht hilft dir das hier weiter. Definierte gegenkopplung 
(4k7/47k), Emitterwiderstand begrenzt open loop Verstärkung. Der 220uF 
hält die Ausgangstransistoren beieinander.

von Rudi Ratlos (Gast)


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Ron L. schrieb:
> Die Verstärkung sollte also 2,5V / 0,320V = 7,8 betragen.

Das sind nach Adam Riese... von -8dBu auf +10dBu .. also: 18dB !
Das entspricht leistungsmäßig einem Sprung von 1dBW auf 63dBW!

> der Anschluss eines Signalgenerators mit 320mV und 500Hz
Ein Signalgenerator liefert 320mV-pp, das sind, ebenfalls nach A.R.,
320*0.3535 =  113mV-rms !!
Wenn du nun 113 mVrms um +18dB verstärkst, ergibt das ~0,87 Vrms.
Und nicht 2,5 V  .

> Der Anschluss eines Kleinlautsprechers BL66, 0,5W, 8 Ohm
0,87 Vrms : 8Ω = 0,11 W . Stellst du auf deinem iMP3 nun 320mVrms ein, 
weil dein DMM ja ein: TrueRMS-Meßgerät ist, dann kommen am Amp 2,5 Vrms 
: 8Ω = 0,3 W raus. Die Impedanz und damit auch Leistung eines 
Lautsprechers ist aber -von der Frequenz- abhängig. Und mit der 
LS-Impedanz auch der hörbare 'Verstärkungsfaktor' des Amps, der ja gegen 
die Impedanz ankämpfen muß. Überdies 'hört' man bestimmte Frequnzen 
lauter oder oder leiser. 500Hz hört man sehr laut, weil 500Hz die 
menschliche Stimme ist.

Nimm statt einem 'Kleinlautsprecher' mal eine normale Lautsprecherbox. 
Und verwende auch verschiedene Frequenzen (250-500-1k..)

Signalgeneratoren haben eine Ausgangsimpedanz von 50Ω und 
Kopfhöreranschlüsse meist von 32Ω. Schließt du also deinen iMP3 an den 
Amp, ist die Frage, welche Eingangsimpedanz dein Amp hat. Du kannst dort 
also nicht 32Ω-Out an einen 20kΩ-IN anschließen, weil der iMP3-Amp für 
diesen WIDERSTAND nicht gebaut wurde.
Ich habe mal Car-Amps mit einem Behringer-Ultracurve (40kΩ-IN) gemessen, 
da beginnt der Car-Amp (2-8Ω-OUT ) in kurzer Zeit zu glühen,

Es kann also sein, daß dein iMP3 ganz einfach 'diese' Leistung nicht 
bringt und mittels BIOS den Ausgang DROSSELT !
Auch jeder Signalgenerator tut dies je nach Eingangsimpedanz .

von Rudi Ratlos (Gast)


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Vereinfacht ausgedrückt:

Nimm statt deinem deinem dämlichen Ei-Fön mal einen CD-Player oder ein 
Tape-Deck - oder sonstwas mit LINE-OUT . LINE-OUT . LINE-OUT ! LINE-OUT 
!!!

von malsehen (Gast)


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Noch einige Beiträge weiter wird es audiophil!

von Rudi Ratlos (Gast)


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Ron L. schrieb:

> Wodurch ist dieses Verhalten zu erklären?

Dein Ei-Fön hat also 32Ω-OUT  für 'seine' EarBuds mit 32Ω-(LS)-IN
dein 8Ω-LeiseSprecherl aber hat 8Ω-IN , und dein Amplifier 40kΩ-IN

dadurch erklärt sich 'dieses Verhalten'
daß der LeiseSprecher direkt am Ei-Fön lauter ist als übern Amp .

Ich glaube, daß diese Frage NUN vollständig geklärt ist.

von Rudi Ratlos (Gast)


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Und zum Abschluß können sich nun alle µC-Elektronik-HerumbastelExperten
"e n t s p a n n e n".

von Ron L. (ron_l)



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Helmut Hungerland schrieb:
> Wichtig ist auch der 100R Widerstand R4 im Emitter von Q1!

Das war schon mal ein wichtiger Hinweis. Der 100R an T1 hat wirklich die 
Verzerrung beseitigt. Allerdings braucht die Schaltung mindestens 10V 
Betriebsspannung, sonst wird das Signal am Ausgang geklippt. Eine 
Betriebsspannung von 6V ist zu wenig. Mit 12V sehen die Kurven gut aus.

Interessant ist auch der Stromfluss. Um das zu testen, habe ich am 
Eingang einen R6 mit 0.01 Ohm und am Ausgang einen R8 mit 0.01 Ohm 
eingebaut. Die Simulation des Stromflusses ergibt -100uA bis +100uA am 
Eingang, aber nur -1,5pA bis +1,5pA am Ausgang.

Vielen Dank für die Hinweise. Jetzt muss ich die Schaltungen noch mal 
anpassen, um die Theorie in der Praxis zu bestätigen.

von Rudi Ratlos (Gast)


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Verstehst es nicht ?
U = R * I
Du brauchst keine "Schaltungen" anpassen
sondern nur diese drei Buchstaben zu verstehen .

von Rudi Ratlos (Gast)


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Ach ja, noch 1 Buchstaben mußt du bald verstehen lernen:
P = U * I

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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> Der 100R an T1 hat wirklich die Verzerrung beseitigt.

Wie ganz oben im Link bereits erklärt wurde, soll T1 als Stromquelle 
wirken, die durch das Audiosignal leicht ausgesteuert wird.


mfG

von Ron L. (ron_l)


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Es gibt einen ersten Erfolg. Ich habe die Schaltung aus meinem 
Ursprungspost (class_AB_amplifier.gif) noch mal auf dem Breadboard 
aufgebaut. Jetzt ist das Signal auf dem Lautsprecher bedeutend lauter 
und die Transistoren TIP31 und TIP32 heizen ordentlich. Ich werde die 
Schaltung auf einer Lochrasterplatine löten und den zwei Transistoren 
einen großen Kühlkörper verpassen.

Wenn alles gut geht, dann kann man damit das Prinzip eines Class 
AB-Verstärkers gut demonstrieren.

von Not a Hifi Amp (Gast)


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... mache mal eine Stromaufnahmemessung ohne Eingangssignal. Du wirst 
höchstwahrscheinlich sehen, dass die Stromaufnahme immer weiter 
ansteigt.

Das ist dadurch begründet, dass die beiden in Reihe geschalteten Dioden 
zusammen einen größeren Spannungsabfall haben, als die beiden Ube der 
Endtransistoren. Hierdurch fließt dann ein relativ großer Ruhestrom, der 
die Transistoren erwärmt wodurch der Kollektorstrom steigt.

Dieses bewirkt eine größere Leistungsaufnahme und der Kollektorstrom 
wird weiter steigen.

Wenn du am Experimentieren bist, solltest du einmal versuchen, statt 2 
Dioden nur eine zu verwenden, die Emitterwiderstände zu entfernen und 
die Schaltung von Spannungsgegenkopplung auf eine relativ niederohmige 
Stromgegenkopplung umzustellen (erfordert einen weiteren PNP 
Transistor).

Der Gegenkopplungsstrom bewirkt dann auch, dass bei kleinen Amplituden 
ein Signalstrom durch den Lastwiderstand fließt und die sogenannten 
Übernahmeverzerrungen reduziert.

Der Vorteil mit nur einer Diode ist dann, dass der Ruhestrom gegen 0 
wandert.

Allerdings ist dieses dann ein Klasse B Verstärker !

von michael_ (Gast)


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Bei 12 - 20V wird dein Lautsprecher 0,5W 8Ohm ganz schnell kaputt gehen.

Ist der in ein Gehäuse eingebaut?

von Michael M. (michaelm)


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Alternative für die beiden Dioden: U-BE-Vervielfacher. Dazu siehe hier: 
https://www.youtube.com/watch?v=Obh_PIC2qqo

von michael_ (Gast)


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Hast du eigentlich die Endstufentransistoren auf Paarigkeit ausgemessen?
Sollten max. 0,8 - 1,2 sein.

von michael_ (Gast)


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Ron L. schrieb:
> und die Transistoren TIP31 und TIP32 heizen ordentlich. Ich werde die
> Schaltung auf einer Lochrasterplatine löten und den zwei Transistoren
> einen großen Kühlkörper verpassen.

In dieser Schaltung dürfen die mit ihrem TO220 Gehäuse nicht mal lauwarm 
werden.
Ruhestrom ist zu hoch.

von HildeK (Gast)


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Ron L. schrieb:
> Die Simulation des Stromflusses ergibt -100uA bis +100uA am
> Eingang, aber nur -1,5pA bis +1,5pA am Ausgang.

Du misst einen Strom an einem einseitig angeschlossenen Widerstand und 
wunderst dich, dass er klein ist? Eigentlich sollte er 0.00pA sein! 
Deine 1.5pA sind hervorgerufen durch irgendwelche höchstohmigen 
Widerstände, die LTSpice an manchen Stellen selber dazuerfindet, um eine 
DC-Analyse machen zu können.

Mach doch einfach mal einen Lastwiderstand von OUT nach GND dran ...

von Einer (Gast)


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Ron L. schrieb:
> TIP31 und TIP32

Die haben aber eine etwas niedrige Stromverstärkung für diese Schaltung.

von Günter Lenz (Gast)


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von michael_ schrieb:
>Ist der in ein Gehäuse eingebaut?

Das ist ein guter Tip, Lautsprecher ohne Gehäuse
können keine tiefen Töne wiedergeben. Der Lautsprecher
klingt dann sehr leise.

von Ron L. (ron_l)


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Not a Hifi Amp schrieb:
> ... mache mal eine Stromaufnahmemessung ohne Eingangssignal. Du wirst
> höchstwahrscheinlich sehen, dass die Stromaufnahme immer weiter
> ansteigt.

Hab ich gerade gemacht und es ist wirklich so wie du es sagst. Ich habe 
die Strommessung ohne Eingangssignal und ohne Lautsprecher am Kollektor 
des TIP31 , TIP 32 und zwischen den beiden Transistoren vorgenommen. Im 
kalten Zustand fangen die Transistoren an 120 mA zu ziehen und erwärmen 
sich kontinuierlich. Nach wenigen Minuten erreichen sie ca. 60°C und 
ziehen schon 300mA. Danach habe ich die Messung abgebrochen, damit mir 
das Breadboard nicht schmilzt.

Fazit: die Schaltung von 
https://www.electronics-tutorials.ws/amplifier/class-ab-amplifier.html 
kann zwar Töne verstärken, gleichzeitig ist sie eine sehr effektive 
Heizung, die man nach wenigen Minuten mit einem Temperatursensor 
abstellen muss, damit sich die Teile nicht über die maximal zulässige 
Temperatur von 150°C erwärmen. Das wäre vielleicht ein Anschlussprojekt 
für einen Arduino :-)

von Helmut Hungerland (Gast)


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Bau in die Endstufe jeweils einen 1R Widerstand in den Emitter ein, dann 
stabilisiert sich die Temperatur von selbst!

von michael_ (Gast)


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Ron L. schrieb:
> Im kalten Zustand fangen die Transistoren an 120 mA zu ziehen

Ach du liebes Elend!

von Michael M. (michaelm)


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Ron L. schrieb:
> Im
> kalten Zustand fangen die Transistoren an 120 mA zu ziehen und erwärmen
> sich kontinuierlich. Nach wenigen Minuten erreichen sie ca. 60°C und
> ziehen schon 300mA.

Dann wird es höchste Zeit, sich von den Dioden zu verabschieden. Ich 
habe w.o. die Lösung dafür gezeigt: 
Beitrag "Re: Mini Class AB Verstärker verstärkt keine Musik"

von Ron L. (ron_l)


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Helmut Hungerland schrieb:
> Bau in die Endstufe jeweils einen 1R Widerstand in den Emitter
> ein, dann
> stabilisiert sich die Temperatur von selbst!

Das war die richtige Lösung für diese Schaltung! Diese zwei 1R 
Widerstände zwischen den Emittern der TIP31 und TIP32 haben den 
Kollektorstrom im Ruhezustand auf ca. 40mA reduziert. Jetzt heizen die 
Transistoren nicht mehr, sondern bleiben höchstens lauwarm. Der 
Verstärker läuft schon fast eine Stunde im Leerlauf und sowohl der Strom 
als auch die Temperaturen bleiben stabil. Die Signalverstärkung ist OK.

In der Beispielschaltung fehlen einfach diese zwei kleinen Widerstände.

: Bearbeitet durch User
von Ron L. (ron_l)


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Jetzt sieht der Schaltplan genau so aus und scheint zu funktionieren. 
Mal schauen, wie sich der Verstärker unter Last verhalten wird.

: Bearbeitet durch User
von Serge W. (musikfreund)


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Matthias S. schrieb:
> Anbei noch eine Schaltung, die selbststabilisierend ist und ähnlich
> einfach - auch zum rumexperimentieren. Kannst die Endstufen auch durch
> was stärkeres ersetzen.

Die Schaltung von Matthias funktioniert auf jeden Fall. Hab ich selbst 
schon öfter nachgebaut und mit gutem Breitband-LS reicht das für 
Zimmerlautstärke aus. Allerdings verstärken die meine KW-Radio 
Eigenbauten, also Hifi wirds eher nicht. Und mit einem LM386 wesentlich 
einfacher bei vergleichbarer Leistung.

Ich habe damals als End-Transistoren BD139/140 genommen weil die noch da 
waren. Ruhestrom sind um 30mA, bei Vollaussteuerung etwa 100mA bei 
13,8V.
Kühlung brauchen die Transistoren bei mir nicht, werden maximal 
handwarm.

Grüße, Serge

von Ron L. (ron_l)


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Serge W. schrieb:
> Die Schaltung von Matthias funktioniert auf jeden Fall.

Ich werde auch seine Schaltung bald nachbauen. Mir geht es bei diesem 
Projekt um möglichst simple Schaltungen mit wenigen Teilen, die das 
Funktionsprinzip demonstrieren. Zuerst simuliert in LTspice, dann auf 
dem Breadboard und dann gelötet als Demostück.

von Karl B. (gustav)


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Serge W. schrieb:
> End-Transistoren BD139/140

Hi,
bekommt man die heute auch noch als Paar?
Dürfte den Klirrfaktor noch etwas verbessern.
Oder Germanium, (geringere UBE), wenn es auf Batteriesparschaltung raus 
soll.
Nur so eine Idee: AD160/162

ciao
gustav

von michael_ (Gast)


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Karl B. schrieb:
> bekommt man die heute auch noch als Paar?

Ausmessen.

Hauptsache keine 40W Klopper TIP41 für so eine Schaltung.
Wer kommt nur auf so eine Idee?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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BC639/BC640 sollten auch dicke reichen. Idealerweise dimensioniert man 
den 47k so, das zwischen den Endstufen genau die halbe Betriebsspannung 
liegt für maximale Austeuerung.
Klar ist auch, das 1N4001 o.ä. nicht die idealen Dioden sind. Aber bei 
dem kleinen Projekt ist das auch nicht entscheidend.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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michael_ schrieb:
> Hauptsache keine 40W Klopper

Wollte gerade BD244/245 vorschlagen.

Der Ruhestrom wird um einiges niedriger, wenn Du eine der 1N4148 gegen 
eine BAV70 oder BAV99 austauschen würdest.
Thermisch koppleln mit den Leistungstransistoren würde auch schon 
einiges bewirkten. Aber die einfachste Lösung wäre kleine 
Emitterwiderstände, wie schon von anderen hier vorgeschlagen.

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