Nachleuchten von LED beseitigen

OP #6679583
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Hallo liebe Forianer,

da ich leider im Web, noch hier im Forum, nichts passendes gefunden 
habe, möchte ich hier mal um Hilfe bitten. Ist es möglich das 
Nachleuchten einer LED, die als Kontrolleuchte mit einem Vorwiderstand 
an einem Netzteilausgang DC 24V angeschlossen ist, zu verhindern. Ich 
vermute, der Effekt kommt von den Kondensatoren im Netzteil. Gibt es 
hier eine einfache Lösung oder ist dies nur über eine zusätzliche 
Schaltung möglich? Über Unterstützung würde ich mich sehr freuen.

Gruß Franz
#6679591
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Franz-Josef K. schrieb:
> Ich vermute, der Effekt kommt von den Kondensatoren im Netzteil.

Richtig!

> Gibt es
> hier eine einfache Lösung oder ist dies nur über eine zusätzliche
> Schaltung möglich?

Häng einfach eine genügend große Last an das Netzteil. Aber ob das dein 
Wunsch ist?
Das Nachleuchten ist aber doch ganz sinnvoll, denn damit erkennst du, 
dass der Ausgang immer noch Spannung hat. Oder warum soll die LED 
nicht nachleuchten?
OP #6679609
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Hui, erst mal vielen Dank für die schnellen Antworten. Das Netzteil 
betreibt einen Vorverstärker für MM/MC Systeme. Das Netzteil ist 
symetrisch. Der Schalter schaltet die Netzspannung. Es wäre schön wenn 
man den Netzschalter auf der Rückseite schaltet, dass die LED an der 
Vorderseite zeitgleich ausginge. Aber wie schon angedacht, handel ich 
mir hier vielleicht mehr Probleme ein, als gewünscht, oder?
Gast #6679620
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LED umbauen auf vor dem Gleichrichter am Ausgang des Trafos.
Mit einem eigenen kleinen Gleichrichter/C wäre sie getrennt von dem 
eigentliche "Lastkreis" der ja eher keiner ist. (Viel C für eher wenig 
Last)
Gast #6679622
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Franz-Josef K. schrieb:
> Aber wie schon angedacht, handele ich
> mir hier vielleicht mehr Probleme ein, als gewünscht, oder?
Das kommt sicherlich auch deine handwerklichen Fähigkeiten und die Tiefe 
des Eingriffs in das Netzteil an.

Wenn das ein "gutes altes" linear geregeltes Netzteil ist, bei dem sich 
das Gehäuse öffnen lässt, wäre es möglich an den Trafo-Ausgang direkt an 
die ~-Anschlüsse des Gleichrichters einen weiteren Gleichrichter ohne 
Elko dahinter zu schalten und daran die LED zu betreiben.

Bei einem modernen Schaltnetzteil ist das auch irgendwie möglich, aber 
nicht ganz so einfach nachzuvollziehen, wo man da was machen muss.
#6679624
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Franz-Josef K. schrieb:
> Es wäre schön wenn
> man den Netzschalter auf der Rückseite schaltet, dass die LED an der
> Vorderseite zeitgleich ausginge. Aber wie schon angedacht, handel ich
> mir hier vielleicht mehr Probleme ein, als gewünscht, oder?

ganz zeitgleich wirds wohl kaum gehen. Wenn du 24V hast und die LED ca. 
3V benötigt, nimm eine ca. 18V+- Zener + Vorwiderstand (einige 100 Ohm 
bis kOhm). Dann sollte sie wesentlich früher aufhören zu leuchten.
Gast #6679626
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Für den Fall das Du diese Lösung versuchen möchtest baue den 
zusätzlichen Gleichrichter nah an der Wechselspannung (Sekundär) ein und 
etwaige Strippen zur FrontLED sollten nur sauberen Gleichstrom 
enthalten.

Also alles was nötig ist dort wo jetzt eh schon der Gleichrichter ist, 
auch Vorwiderstände.

Falls verfügbar kannst sogar einen optischen Leiter (TOS-Link) durchs 
Gehäuse ziehen und die LED gleich mit nach hinten verlegen um das 
schache MC Signal nicht zu verwirren :-)
Ob das dann an der Front brauchbar ist? Kommt auf Dein Geschick an.
OP #6679722
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Ganz lieben Dank euch allen. Jungs, Ihr seid klasse. Die Idee mit dem 
eigenen Lastkreis probiere ich aus, da ich dafür alles da habe. Wäre ich 
nicht darauf gekommen.
Da ich das Netzteil selbst gebaut habe, kann ich auch die Trafos 
anzapfen und einen zweiten Brückengleichrichter mit Mimik herausführen. 
Das sollte dem Nachfolgenden nicht schaden. Das war die Hilfe, die ich 
gebraucht habe, nochmals danke dafür. Wie es ausgeht werde ich 
berichten.(mit Bild)

Herzliche Grüße Franz
Gast #6680796
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NichtWichtig schrieb:
> Für den Fall das Du diese Lösung versuchen möchtest baue den
> zusätzlichen Gleichrichter nah an der Wechselspannung (Sekundär) ein und
> etwaige Strippen zur FrontLED sollten nur sauberen Gleichstrom
> enthalten.

Ein Widerspruch in sich.

Der Gleichrichter liefert eine Wechselspannung mit einer überlagerten 
Gleichspannung. Wenn man jetzt einen Kondensator einsetzt, um eine 
möglichst saubere Gleichspannung für die Front-LED zu haben, erzeugt man 
durch dessen Kapazität genau den nicht gewünschten Nachleuchteffekt.
Gast #6680840
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Was für eine überlagerte Gleichspannung?

Wer ein Netzteil aufbauen kann wird auch in der Lage sein einen 
Gleichrichter an 24V mit ein bischen C und R für eine LED zu 
dimensionieren, sich das Ausgehverhalten zu betrachten und die Bauteile 
womöglich noch etwas zu justieren/optimieren bis das gewünschte Ergebnis 
gefällt.

Der Franz-Josef wird das schon machen.
Gast #6680886
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Wolfgang schrieb:
> Der Gleichrichter liefert eine Wechselspannung mit einer überlagerten
> Gleichspannung.

Wolfgang schrieb:
>> Was für eine überlagerte Gleichspannung?
> Die die dafür sorgt, dass die Ausgangsspannung hinterm Gleichrichter
> (auch ohne Ladekondensator) nie unter 0V sinkt.

Au weiah, da fehlen einfachste Grundlagen.

Die Ausgangsspannung hinterm Gleichrichter ohne Ladekondensator sinkt 
zwar nicht unter Null, aber erreicht regelmäßig Null Volt, bei der 
Brücke nur kurz, bei Einweg für jeweils 10ms.
OP #6682100
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So, ich habe fertig. Wie zugesagt, hier mal drei Bilder des Ganzen. Ich 
habe die ca. 24 Volt Ac am Trafo abgegriffen und, wie vorgeschlagen, 
einen Brückengleichrichter folgen lassen. Einen Elko mit 4,7 Mikrofarad 
parallel und  zwei 2kOhm Widerstände in Serie. Die Werte habe ich 
empirisch ermittelt. Alles läuft zur Zufriedenheit. Zur Frage, warum 
kein Nachleuchten? Ich möchte nach der Schalterbetätigung einfach "Gerät 
aus - Licht aus", das ist alles. Ihr habt mir geholfen das zu 
ermöglichen, dafür nochmal ein herzliches Dankeschön.
Übrigens habe ich die Schaltung mal mit LT spice simuliert und eine 
Brummspannung von ca. 0,3 V ermittelt. Ich denke, das kann die LED eine 
Weile ab.
Gruß Franz
Angehängte Dateien:
Gast #6682111
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Franz-Josef K. schrieb:
> Übrigens habe ich die Schaltung mal mit LT spice simuliert und eine
> Brummspannung von ca. 0,3 V ermittelt. Ich denke, das kann die LED eine
> Weile ab.

Der LED macht das überhaupt nichts aus. Du kannst die 4.7µF auch 
weglassen, dann ist die Brummspannung viel höher, die LED etwas dunkler 
und sie flackert mit 100Hz. Nur wegen des Flackerns wird man den 
Kondensator jedoch behalten wollen.
Gast #6682120
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Franz-Josef K. schrieb:
> Wie zugesagt, hier mal drei Bilder des Ganzen
Als Mitleser: Danke!

Konstruktive Kritik: Es sieht aus als hättest du die 
Löt-(oderQuetsch-)-Stellen der Netzspannung verschrumpfschlaucht, gut.
Besser: Schutz gegen unbeabsichtigtes berühren; mehr Schlauch!!!
Nachträgliches fixen ärgerlich, bappiges Isolierband würde die Situation 
verbessern können.

Lebe lang und in Frieden!
OP #6682687
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2aggressive schrieb:
> Franz-Josef K. schrieb:
>> Wie zugesagt, hier mal drei Bilder des Ganzen
> Als Mitleser: Danke!
>
> Konstruktive Kritik: Es sieht aus als hättest du die
> Löt-(oderQuetsch-)-Stellen der Netzspannung verschrumpfschlaucht, gut.
> Besser: Schutz gegen unbeabsichtigtes berühren; mehr Schlauch!!!
> Nachträgliches fixen ärgerlich, bappiges Isolierband würde die Situation
> verbessern können.
>
> Lebe lang und in Frieden!

Danke für den Hinweis, das muss ich beim nächsten Aufbau auf jeden Fall 
berücksichtigen. Wie schon gesagt, mehr Schlauch!!!
OP #6682703
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NichtWichtig schrieb:
> Na da schau her, ein gelungener Aufbau!
> Respekt!
>
> Hoffentlich ist die Nähe Netzteil/PhonoPre kein Quell von Störung.
>
> Viel Spaß beim LP Hören.

Danke für das Lob. Selbst bei einer Verstärkung von 80dB nur ein ganz 
leises Brummen bei Lautstärke Poti auf Anschlag. Da bin ich auch sehr 
glücklich, ansonsten hätte ich das Netzteil ausgelagert.
#6682723
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Hi,
sowas brauchte ich zwingend für Umschalten von Netzversorgung auf 
Batterie, um zu verhindern, dass LED-Anzeige weiter unnötig Strom zieht, 
und Batterie schnell alle wird.
Mit Optokoppler (ist ja auch eine LED drin) an entsprechenden µC Port.
Einweggleichrichtung und zur Vermeidung von Transienteneinfluss noch ca. 
470 nF als "Ladekondensator". Dann auf Konstantstromquelle für 
Optokoppler-LED.

ciao
gustav
Gast #6682733
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Franz-Josef K. schrieb:
> Danke für das Lob. Selbst bei einer Verstärkung von 80dB nur ein ganz
> leises Brummen bei Lautstärke Poti auf Anschlag. Da bin ich auch sehr
> glücklich, ansonsten hätte ich das Netzteil ausgelagert.

Das ist ne Menge Holz, da gehn auch die leisen MCs. Top!

Die LED hängt an 24V~ - das wäre dann nur eine der beiden Spannungen und 
damit unsymetrisch belastet?

Falls ja: Für's gute Gewissen die andere Seite mit ähnlicher Last 
(simpler R) gleich ziehen oder die LED symetrisch mit 48V~ versorgen.
OP #6682754
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NichtWichtig schrieb:
> Franz-Josef K. schrieb:
>> Danke für das Lob. Selbst bei einer Verstärkung von 80dB nur ein ganz
>> leises Brummen bei Lautstärke Poti auf Anschlag. Da bin ich auch sehr
>> glücklich, ansonsten hätte ich das Netzteil ausgelagert.
>
> Das ist ne Menge Holz, da gehn auch die leisen MCs. Top!
>
> Die LED hängt an 24V~ - das wäre dann nur eine der beiden Spannungen und
> damit unsymetrisch belastet?
>
> Falls ja: Für's gute Gewissen die andere Seite mit ähnlicher Last
> (simpler R) gleich ziehen oder die LED symetrisch mit 48V~ versorgen.

Ist schon geschehen. Der Lampenersatz hängt unter der Platine. :-)
#6682811
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Ähh..
Hatte auch mal Trafos direkt nebeneinander montiert, so wie im Foto 
gezeigt.
Die fangen an zu vibrieren, wenn man nicht richtig herum polt.
Die Magnetfelder beeinflussen sich gegenseitg.
Wie war das noch? in Gegenphase ist Vibration am stärksten:
Abhilfe: Bei einem Trafo Primärseite andersherum anklemmen.
Die Sekundären lassen wir mal unbetrachtet.

ciao
gustav
Gast #6685742
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Manfred schrieb:
> Wolfgang schrieb:
>>> Was für eine überlagerte Gleichspannung?
>> Die die dafür sorgt, dass die Ausgangsspannung hinterm Gleichrichter
>> (auch ohne Ladekondensator) nie unter 0V sinkt.
>
> Au weiah, da fehlen einfachste Grundlagen.
>
> Die Ausgangsspannung hinterm Gleichrichter ohne Ladekondensator sinkt
> zwar nicht unter Null, aber erreicht regelmäßig Null Volt, bei der
> Brücke nur kurz, bei Einweg für jeweils 10ms.

Ja, sicher - da wird noch weitere Nachhilfe nichts schaden:

Wolfgang schrieb:
> Der Gleichrichter liefert eine Wechselspannung mit einer überlagerten
> Gleichspannung. Wenn man jetzt einen Kondensator einsetzt, um eine
> möglichst saubere Gleichspannung für die Front-LED zu haben, erzeugt man
> durch dessen Kapazität genau den nicht gewünschten Nachleuchteffekt.


Ein Gleichrichter ohne Glättung...

...läßt als Einweggleichrichter nur die positiven Halbwellen
hindurch - heißt bei 50Hz: 10ms Halbwelle, 10ms 0-Pause (return)

...klappt als Zweiweggleichrichter auch die negativen HW mit hoch
- es reihen sich lauter positive Halbwellen (f=100Hz) aneinander

Ohne Glättung entsteht jeweils eine sogenannte "gepulste" U_DC,
deren Natur es ist, zwischen jenen Pulsen auch 0V zu erreichen.


Logischerweise sind für "sinnvolle" Glättung bei den 50Hz Pulsen
-jew. gefolgt von gleich langen Pausen!- höhere Kapazitäts- bzw.
Induktivitäts-Werte nötig, als bei Zweiweg mit 100Hz ohne Pausen.


Minimum "Kontinuierlicher Modus" (Nullinie wird nicht touchiert):

Ein Gleichrichter mit kapazitiver Glättung liefert Gleichspannung mit 
überlagertem Wechsel(U)anteil, jedoch U_ACp <= U_DC. [sinnv. "<<="]

Ein Gleichrichter mit induktiver Glättung liefert Gleichstrom mit 
überlagertem Wechsel(I)anteil, jedoch I_ACp <= I_DC. [sinnv. "<<="]


Aber das findet man noch viel exakter in open source Uni Schriften
zur Leistungselektronik, also nicht mal Bücher kaufen muß man... :)
Gast #6686558
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Harald W. schrieb:
> nachhelfer schrieb:
>
>> Logischerweise sind für "sinnvolle" Glättung bei den 50Hz Pulsen
>> -jew. gefolgt von gleich langen Pausen!- höhere Kapazitätswerte
>> nötig, als bei Zweiweg mit 100Hz ohne Pausen.

Nein, schrieb ich nicht - grade um L und C zusammenzufassen.
Hätte nicht gedacht, daß das wer fehlironisieren kann/will.
Gast #6686708
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Harald W. schrieb:
>> Logischerweise sind für "sinnvolle" Glättung bei den 50Hz Pulsen
>> -jew. gefolgt von gleich langen Pausen!- höhere Kapazitätswerte
>> nötig, als bei Zweiweg mit 100Hz ohne Pausen.
>
> Ja, nach Adam Ries genau doppelt so gross. :-)

Die "Formelsammlung für den Radio- und Fernsehtechniker" 1971 von P. 
Zastrow ist da anderer Meinung:
U(Brumm) = (k x I[mA]) durch CL [µF]
Faktor k ist für Einweg 4,8 und für Brücke 1,8

Macht also Faktor 2,7.

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